1876 / 215 p. 1 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 12 Sep 1876 18:00:01 GMT) scan diff

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1u..*.“

Hamburg, 9. September, Nachmittags. (W. I. B.) Getreidemarkt. Weizen loco ruhig, auf Termine matt. Reggen loco ruhig, auf Termine matt.

8 Weizen pr. Sextember-Okteber 199 Br., 198 Gd., pr. Novem- ber-Dezbr. pr. 1000 Kilo 204 Br., 203 Gd. Roggen pr. Septem- ber-Oktober 145 Br., 144 Gd, pr. November-Dezember pr. 1000 Kilo 150 Br., 149 Gd, Hafer ruhig. Gerste still. Rüböl fest, loco 70, pr. Mai 70, pr. Oktober Pr. 200 Pfd. 70 ½. Spiritus ruhig, pr. September 37 ¼, pr. Oktober-November 38 ¼., pr. November- Dezember 38 ½, Pr. April. Mai Pr. 100 Liter 100 % 39 ¼. Kaffee angenehm, Umsatz 7000 Sack Petroleum steigend, Standard wüte loco 19,75 Br., 19,60 Gd., pr. Sextember 19,50 Gd, pr. Oktober-Dezember 19,50 Gd. Wetter: Wolkig.

Amsterdanmn, 9. September, Nachm. (W. T. B.)

Getreidemarkt (Schlessbericht). Weiten pr. März 290 Roggen pr. Oktober 180, per März 191.

London, 9. September, Vorm. (W. IT. B.)

Die Getreidezufuhren vom 2. bis zum 8. September betrugen: Englischer Weizen 5754, fremder 43,289, englische Gerste 339, fremde 21,444, engl. Malzgerste 16,525, fremde —, engl. Hafer 344, fremder 79,865 Crtrs. Engl. Mehl 15,608 Sack, fremdes 1186

Amerikaner auf Zeit

1] 8 Spekulation und Exrport 1000 B. Stetig. 2 d. höher.

Middl. Orleans 6 ⁄6, middl. amerikanische 6 ¼½, fair Dhollerah 4 ½, middl. fair Dhollerah 4 ⁄, good middl. Dhollerah 4 ½8, middl. Dhollerah 3 ⅛, fair Bengal 3 ⅞, good fair Broach —, new fair Oomra 4 ⁄. good fair Oomra 4 ⁄, fair Madras 4 ½, fair Pernam 6. Sir Smyrna 5, fair Egyptian 6 ¾.

Ports, 9. September, Abends 6 Uhr. (W. T. B.)

Produktenmarkt. Mehl fest, pr. September 58,75, . Oktober 59,50, pr. November-Dezember 60,50, pr. Nevember-Fe- bruar 61,00.

Paris, 9. September, Nachmittags. (W. T. B.)

Produktenmarkt. (Schlussbericht). Weizen behauptet, pr. September 26,50. pr. Oktober 27,00, pr. November-Dezember 27,0, pr. Norember-Februar 28,25. Mehl fest. pr. September 58,50, pr. Oktober 59,50, pr. November-Dezember 60,25, pr. November- Februar 61,00. Rüböl steigend, pr. September 83,75, pr. Oktober 85,25, per November-Dezember 86,00, Jr. Januar-April 87,50. p;- ritus steigend, pr. September 49,50, pr. Januar-Agril 53,25. Wet- ter: Regen.

New -York, 9. September. Abends 6 Uhr. (W. T. B.)

Waarenbericht. Baumwolle in New-York 11 ⅝, do, in New-

““ mired) 56 C. Zucker (Fair refining Muscovados) 9 ⅛. Kaffee (Rio-) 17 ½. Schmalz (Marke Wilcor) 11 ⅛⅞ C. Speck (short clear) 9 ¾ C. Getreidefracht 6.

Berlin, 11. September. An Schlachtvieh war aufgetrieben.

Rindvieh 2586 Stück, Schweine 6596 Stück, Schafvrieh 8236 Stück,

Kälber 1012 Stück. Fleischpreise. höchster mittel niedrigste Rindvieh pre 100 Pfd. Schlachtgew. 57-58 Mrk. 45-47 Mrk. 32-34 Mrk. Schweine pro 100 Pf! Schlachtgew. 58-60 Mrk. 54-56 Mrk. 50-51 Mrk. Hammel pro 20 23 Kile. 18-21 Mrk. Kälber: Geschäft langsam, kaum Mittelpreise.

Auswelse von Banken ete. Wochen-Uebersloht von 10 d utschen Zettelbanken vom 7. Sep- tember; s. unter Ins der Nr. 213. Eisenbahn-Einnahmen. Friedriohrcdaer Elsenbahn. Im August c-. 14,110 ℳ; s. Ins. in Nr. 213. Oels-Gnesener Elsenbahn. Im August 1876 78,176 (+ 7000 ℳ); s. Ins. in Nr. 213. üsadizgungen ud Verioosungen.,

Lager. Wallensteins Tod. Anf. 7 Uhr.

Sack und 11,925 Fass.

Liverpool, 9. September, Nachm. (W. I. B.) Fwrmun (Schlussbericht.) Umsatz 8000 B., davon füur

Orleans 10 ⅞. Petreleum in New-York 26, do. in Philadelphia 25 ¾.

5 % Obligationen der Delohsooletät. Ausgelooste Stücke; s.

Theater.

Königliche Schauspiele. Dienstag, den 12. September. Opernhaus. (170. Vorstellung.) Preciosa. Schauspiel mit Gesang und Tanz in 4 Abtheilungen von P. A. Wolff. Musik von C. M. v. Weber. Ballet von Paul Taglioni. Anfang 7 Uhr.

Ur.,, Erkrankung des Herrn Berndal kann die angekündigte Vorstellung „Die Jungfrau von Orleans“ nicht stattfinden. 8

Schauspielhaus. Keine Vorstellung.

Mittwoch, den 13. September. Opernhaus. (171. Vorstellung.) Fidelio. Oper in 2 Abthei⸗ lungen nach dem Französischen von F. Treitschke. Musik von L. van Beethoven. (Leonore: Frl. Hof⸗ meister als Debüt.) Anfang 7 Uhr.

Schauspielhaus. (166. Vorstellung) Die Eine weint, die Andere lacht. Schauspiel in 4 Akten von Dumanoir und Keranion. Hierauf: Der Be⸗

smuch im Carcer. Humoreske in 1 Aufzug von Ernst Eckstein. Anfang halb 7 Uhr. Wallner-Theater. Dienstag. Zum 131. Male: Mein Leopold. Original⸗Volksstück mit Gesang in 3 Akten von A. LArronge. Musik von R. Bial.

Mittwoch: Neu einstudirt, zum 229. Male: Ber⸗ lin, wie es weint und lacht. Zum Schluß: Ver⸗ plefft! oder: Berliner Sonntausjäger.

Victoria-Theater. Direktion: Emil Hahn. Dienstag und folgende Tage: Die beiden Waisen. Schauspiel mit Gesang und Ballet in 4 Akten (8 Bil⸗ dern) von A. D'Ennery und Cormon. Musik von Debillemont. Die neuen Dekorationen sind von Brioschi, Burghart und Kautzky in Wie

Friedrich-Wilhelmst. Theater. Dienstag:

Die Reise durch Berlin in 80 Stunden Mittwoch: Die Fledermaus.

Residenz-Theater. Dienstag: Die Neuver⸗ mählten. Simson und Delila. Die Philosophie des Unbewußten.

Krolls Theater. Dienstag: Zum 7. Male

Der Verlobungs⸗Teufel. Vor, während und nach der Vorstellung: Großes Concert. Vollständige Illumination des Gartens. Anfang 5 ⅛, der Vor⸗ stellung 6 ½ Uhr.

Mittwoch: Dieselbe Vorstellung.

Woltersdorff-Theater. Direktion: Emil

Thomas. Dienstag: Z 11. Male: Wenn Leute

Geld haben können sie lachen? (August: Emil Thomas.) 1

Mittwoch u. folgende Tage: Dieselbe Vorstellung.

Stadt-Theater. Dienstag: Gesammt⸗Gastspiel der Damen Frau Julie Herrlinger, Frl. Hauser so⸗ wie der Herren Mejo, Tiefel und Fliegner. Zum 3. Male: Er muß aufs Land. Lustspiel in 3 Akten von Bayard. Hierauf: Nach Mitternacht. 2b in 1 Akt nach dem Französischen. I. Parquet ,50 u. s. w.

National-Theater. Dienstag: Wallensteins

Belle-Alliance-Theater. Täglich: Vor, während und nach der Vorstellung Großes Garten⸗ Concert. Brillante Illumination des Gartens durch mehr als 10,000 Gasflammen. Dienst g und folg. Tage: Spielt nicht mit dem Feuer! Lustspiel in 3 Akten von G. zu Putlitz. Vorher: 3 Frauen und keine. Posse in 1 Akt von G. Kettel. An⸗ fang des Concerts 6 ½ Uhr, der Vorstellung 7 ½ Uhr. Entrée incl. Theater 50 ₰. Balkon u. Parquet⸗ Loge (numerirt) 2 ℳ, (vordere Reihe) 2 25 2c

Concert-Haus. J. H. Mesddin. Leipzigerstr. 48. Krausenstr. 48 8 Die unterzeichneten Eigenthümer dieses Etablisse⸗ mments erlauben sich ergebenst anzuzeigen, daß dasselbe vom Sonnabend, den 16. dieses Monats, während der ganzen Wintersaison wieder geöffnet sein wird. Die täglich stattfindenden Orchester⸗Concerte wer⸗ den von dem Königlichen Musik⸗Direktor Herrn

B. Bilse

mit seiner trefflichen nur aus hervorragenden Vir⸗ tuosen und Künstlern zusammengestellten Kapelle ausgeführt und wie in früheren Jahren in Sinfonie⸗, Virtuosen⸗ und Gesellschafts⸗Concerten bestehen.

Das Etablissement selbst ist durch vollständigen Umbau der Ein⸗ und Ausgänge wesentlich verbessert und die Verwaltung desselben bewährten Händen anvertraut.

Berlin, den 1. September 1876

Herrmann und Franz Medding

Deutscher Personal-Kalender.

12. September. 1740. Joh. Heinr. Jung gen. Stilling *. 1800. Fr. v. Uechteritz *. 1819. Geth. Lebrecht Blücher Fürst v. Wahlstatt †. 1836. Christian Dietr. Grabbe f.

Familien⸗Nachrichten. Die Geburt eines gesunden Töchterchens beehren sich anzuzeigen 8 [7446]

Ppoogf. Ziebarth u. Frau. Göttingen, 9. Septb. 1876.

Verlobt: Frl. Elisabeth Apel mit Hrn. Gymnasial⸗ lehrer Dr. Ferdinand Frenkel (Göttingen). Frl. Wanda v. Felner mit Hrn. Ernst Freiherrn v. Brandenstein (Baden Prießdorf).

Verehelicht: Hr. Dr. med. Heinrich Overkamp mit Frl. Anna Langemeyer (Riesenbeck). Hr. Lieutenant Max Spiller v. Hauenschild mit Frl. Cornelia v. Keißler (Wien).

Geboren: Ein Sohn: Hrn. Hauptmann und Artillerie⸗Ofsizier vom Platz Grun (Rastatt). Gestorben: Hr. Ober⸗Tribunals⸗Rath Carl Fer⸗ dinand Schreiter (Berlin). Frau Hauptmann

Olise Uhde, geb. Rognskaug (Berlin).

Steckbriefe und Untersuchungs⸗Sachen.

Es wird um Auskunft über den Aufenthaltsort des Schreibers Karl Schneider von Wehlheiden ersucht. Cassel, 6. September 1876. Staats⸗Anwalt.

Steckbrief wider den wegen Diebstahls gerichtlich verfolgten Schneidergeselleu Hermann August

Volkmann von Elberfeld, mit Ersuchen um Fest⸗

nahme und Nachricht anher. Cassel, den 4. Sep⸗ tember 1876. Der Staats Anwalt. .

Steckbrief. Der Metzger Elias Strauß aus Oberwesel, zuletzt in Bochum wohnhaft, hat sich der gegen ihn wegen Meineids eingeleiteten Unter⸗ suchung durch die Flucht entzogen. Unter Mitthei⸗ lung eines Signalements ersuchen wir um seine Verhaftung und Vorführung. Signalement. Der ꝛc. Strauß ist 32 Jahre alt, jüdischer Religion, un⸗

2“ groß, von kleiner und gesetzter Statur,

at schwees Haar, braune Augen, starke und etwas gebogene Nase und gewöhnlichen Mund. Bekleidet

Mehl 4 D. 90 C. Rother Frühjahrsweizen 1 D 23 C. Mais (old

Edictalladung.

Nachdem der Fabrikarbeiter Engelhardt Herrmann hier Wechselklage erhoben hat gegen den bescheinigtermaßen unbekannt wo? abwesenden Porteepeefähnrich a. D. Wedekind auf Zah⸗ lung von 390 nebst 6 % Zinsen seit 19. Septem⸗ ber 1873 aus vom Verklagten ausgestellten eignen Wechsel, ausgestellt zu Cassel am 15. September 1873 über jene Summe, fällig am 19. September 1873, wird Termin zur Verhandlung auf den 20. Oktober 1876, Vormittags 11 Uhr, anberaumt und der Verklagte zu demselben beim Rechtsnachtheile des Eingeständnisses und Aus⸗ 58 bezw. den im §. 87 der Verordnung vom 24. Juni 1867 angedrohten Rechtsnachtheilen und mit dem Bemerken vorgeladen, daß Einsicht der Klagschrift und des Originalwechsels im Gerichts⸗ lokal gestattet ist und weitere Verfügung nur durch Anschlag am Gerichtsbrett bekannt gegeben wird.

Cassel, am 9. September 1876. [7455]

Königliches Kreisgericht. *

Erste Abtheilung. Schulz.

2 Edictalladung.

Nachdem die Ehefrau Emilie Holzapfel dahier Wechselklage erhoben hat gegen den bescheinigter⸗ maßen unbekannt wo abwesenden Portepeefähnrich a. D. Wedekind auf Zahlung von 175 Thaler nebst 6 % Zinsen seit 17. September 1875 aus vom Verklagten ausgestellten eigenen Wechsel, ausgestellt zu Cassel am 18. August 1873 über jene Summe, fällig am 17. September 1873, wird Termin zur Verhandlung auf den 20. Oktober d. Is., Vormittags 11 Uhr, anberaumt, und der Verklagte zu demselben beim Rechtsnachtheile des Eingeständnisses und Ausschlusses bezw. den im §. 87 der Verordnung vom 24. Juni 1867 angedrohten Rechtsnachtheilen und mit dem Bemerken vorgeladen, daß Einsicht der Klagschrift und des Originalwechsels im Gerichtslokal gestattet ist, weitere Verfügungen aber nur durch Anschlag am Gerichtsbrett bekannt gegeben werden.

Cassel, am 9. September 1876. [7454]

KFhönigliches Kreisgericht. Erste Abtheilung. Schulz.

war derselbe mit einem grauen Rock, grauer Hose.

und schwarzer Mütze. Bochum, den 1. September

1876. Königliches Kreisgericht.

Ediktalcitation. Auf die Anklage des Polizei⸗

Anwalts vom 11. Februar 1876 ist gegen die An⸗ geklagten: 1) den Musketier Wilhelm Altenkirch, am 12. September 1839 in Karzow geboren, 2) den Trainsoldat Emil Voigt, am 3. Dezember 1842 hier geboren, 3) den Lazarerhgehülfen Carl Friedrich Wilhelm Knauf, am 22. Juli 1845 hier geboren, 4) den Musketier Julius Volkmann, am 8. Fe⸗ bruar 1845 hier geboren, 5) den Gefreiten Carl Herrmann Albert Dierkes, am 23. Januar 1840 hier geboren, wegen unerlaubten Auswanderns als beurlaubte Landwehrmänner in Gemäßheit des §. 360 ad 3 des Strafgesetzbuches für das Deutsche Reich die Untersuchung eingeleitet und haben wir zum mündlichen Verfabren einen Termin auf den 17. Oktober d. J., Vormittags 9 Uhr, in unserem Gerichtslokale anberaumt, wozu die dem jetzigen Aufenthalte nach unbekannten Angeklagten mit der Aufforderung vorgeladen werden, zur festgesetzten Stunde zu erscheinen und die zu ihrer Vertheidigung dienenden Beweismittel mit zur Stelle zu bringen, oder solche unter genauer Angabe der dadurch zu er⸗ weisenden Thatsachen uns so zeitig vor dem Termine anzuzeigen, daß sie noch zu demselben beschafft wer⸗ den können. Erscheinen die Angeklagten nicht, so wird mit der Untersuchung und Entscheidung in contumaciam verfahren werden. Potsdam, den 13. März 1876 Königliches Kreisgericht. I. Ab⸗ theilung. Kommission für Uebertretungen.

Subhastationen, Aufgebote, Vor⸗ ladungen u. dergl. 8

9] 8 2 8 Nothwendiger Verkauf.

Das in der Ortschaft Borzejewo, Schrodaer Kreises unter Nr. 6 belegene, im Hypothekenbuche der genannten Ortschaft Vol. 1 Pag. 6 seqq. ein- getragene, den Rentier Tdhomas und Johanna Szal⸗ cizynskischen Eheleuten gehörige Grundstück, dessen Besitztitel auf den Namen der Genannten berichtigt steht und welches mit einem Flächeninhalte von 38 Hektaren 78 Aren 80 Quadratstab der Grundsteuer unterliegt und mit einem Grundsteuerreinertrage von 167,78 Thlr. und zur Gebäudesteuer mit einem Nutzungswerthe von 141 veranlagt ist, soll im Wege der nothwendigen Subhastation

den 15. November d. J., Vormittags um 10 Uhr, im Lokale des Königlichen Kreisgerichts hierselbst, Zimmer Nr. 3, versteigert werden. Schroda, den 24. August 1876. [7435] Königliches Kreisgericht. 1 Der Subhastations⸗Richter.

Verkäufe, Verpachtungen Zubmissionen zc.

Bei der am 15. September c., Vormittags 10 Uhr,

auf dem Hofe der Königl. Decorationsgebäude Französischestr. 30/31 stattfindenden Auction sollen außerdem

9 ut erhaltene Doppelfenster (4 Flügel) öffentlich an den Meistbietenden gegen sofortige baare Bezahlung verkauft werden.

Berlin, den 9. September 1876. 17418] General⸗Intendantur der Königl. Schauspiele.

““

Bekanntmachung.

„Es soll die Anfertigung und Aufstellung der eisernen Ueberbauten für 15 im Zuge der Eisenbahn⸗ linie Berlin⸗Wetzler auf der Strecke östlich der Elbe auszuführenden Ueberbrückungen, bestehend aus:

45 Brückenkörpern von 2—18,5 M. Stützweite im Gesammtgewicht von ca. 269,000 Kilogr. im Wege der öffentlichen Submission verdungen a liche Off V ezügliche Offerten sind portofrei, versiegelt und mit der Aufschrift: 1 sis „Submission auf Anfertigung und Auf⸗ stellung der eisernen Ueberbauten zu 15 Ueberbrückungen auf der Strecke östlich der Elbe“ versehen bis zum Submissions⸗Termine am Dienstag, den 26. September 1876, Vor⸗ mittags 12 Uhr, an die unterzeichnete Kommission in ihrem Geschäfts⸗ 1ee eaes. Nr. 69 einzureichen, wo die⸗ selben in Gegenwart der etwa erschienenen Sub⸗ mittenten zur genannten Terminsstunde eröffnet wer⸗ den sollen.

Die Submissionsbedingungen liegen in unserem vorhbezeichneten Geschäftslokale zur Einsicht aus, werden auch nebst den zugehörigen Erläuterungen, Gewichtsberechnungen und Konstruktions⸗Zeichnungen auf portofreie an unseren Bureau⸗Vorsteher, Eisen⸗ bahn⸗Sekretär Misoteit, hierselbst zu richtenden 2825 gegen Erstattung von 10 Kopialien ver⸗ abfolgt.

Etwa erforderliche nähere Informationen können

in unserem maschinen⸗technischen Bureau, Lützow⸗

straße Nr. 69, täglich während der Geschäftsstunden

eingezogen werden, und wird der Vorsteher desselben,

Maschinenmeister Lamfried, auch auf etwaige münd⸗

unter Ins. der Nr. 213.

rrAnE.=

liche oder schriftliche Anfragen jede gewünscht

kunft ertheilen. 3 Berlin, den 2. September 1876.

8 Königliche Kommission

für den Pau der Bahn Berlin Nordhausen.

Neubau der Moselbahn.

.“ 8

Die Ausführung der Erd⸗‚Planirunge⸗ und Böschungs⸗ befestigungs⸗Arbeiten des Looses V. von Station 108 + eo bis Station 123 + 40, veranschlagt zu 108,739 ℳ, soll im Wege der öffentlichen Sub⸗ mission vergeben werden.

Offerten hierauf sind mit der Aufschrift: „Offerte auf Erdarbeiten“ bis Montag, den 25. Sep⸗ tember cr., Vormittags 10 Uhr, versiegelt und portofrei an den unterzeichneten Abtheilungs⸗Bau⸗ me ster einzureichen, in dessen Bureau, Schloßstraße 31 hierselbst, deren Eröffnung im Beisein der er⸗ schienenen Submittenten erfolgen wird.

Die Submissionsbedingungen, Massen⸗ und Preis⸗ verzeichnisse ꝛc. liegen im Abtheilungsbureau zur Einsicht aus, auch können dieselben zum Preise von 2,0 bezogen werden. [7445]

Cobleuz, den 9 September 1876.

Der Abtheilungs⸗Baumeister. Graff.

Verloosung, Amortisation, 8 Zinszahlung u. s. w. von öffentlichen Papieren.

Hypotheken-Antheil- 1 Certificate.

Die am 2. Oktober cr: fälligen Zinscoupons un- serer Hypotheken-Antheil-Certificate werden an un- serer Kasse, Friedrichsstrasse 101, von heute ab und bei [7419] Herren Haller Söhle £ Co. in Hamburg,

Deichmann £ Co. Cöin, sowie bei unseren General-Agenturen vom 1. Ok-

tober cr. ab eingelöst.

Die Zinscoupons der aufgerufenen Cert ficate: à Thlr. 1000 = 3000.

No. 7636. 7661 7663. 7666. 7668. 7669. 9504. 9506 9521. 9555 9558. 9580 9582.

à Thlr. 500 = 1500. No. 3678. 4166. 4169. 4223 4226. 6225. 6228.

7466 7482. 8081. 8513. 8534 8537. 9705. 9707. 9710 - 9714.

à Thlr. 200 = 600.

No. 520. 2380. 2386. 2387. 2389. 4257. 4259. 4724. 4726. 4727. 4754. 4758. 6239. 6421 6425. 7235. 7238. 7301. 7320 7326. 7332 7336. 7349. 7350. 7354. 7358. 7370 7375. 7381. 8741.

Thlr. 100 = 300.

No. 887. 1824. 2394. 2536. 3237. 3238. 3242. 3243. 3289. 3298. 3303. 3307. 3312. 3314. 3318. 3320. 3331. 3334. 3336. 3339. 3662. 3665. 3850. 3855. 3859. 4262. 4263. 4269. 4275. 4276. 4730— 4732. 4734 4737. 4740. 4763—4765. 4772. 4782 4784. 4786. 4787. 6321 6323. 6643. 6647— 6651. 6683. 6684. 6705 6707. 6709. 6714. 6724. 6733. 6735 6740. 6747 6749. 6751. 6752. 6761 6776. 6780, 6781. 6794. 6799. 6800. 6802. 6814—6818. 7726. 7731. 7736. 7740. 8142. 8208 8211. 8213 8218. 8220. 8221. 8223. 8227 8236. werden nur an unserer Kasse und gegen gleich- zeitige Rückgabe der betreffenden Certificate, deren

[Nominalbeträge baar oder in neuen Stücken er-

hoben werden könnep, ausbezahlt. Berlin, den 9. September 1876.

Preussische Hypotheken-Versicherungs- Actien-Gesellschaft.

Dr. Otto Hübner. Gustav Grafe.

Bekanntmachung.

Bei der heutigen planmäßigen Ausloosung der

zur Gasbeleuchtungs⸗Anleihe der Stadt Halle

gehörenden Stadt⸗Obligationen à 100 Thlr. sind

folgende Nummern gezogen: 60, 76, 102, 123, 153, 178, 180, 206, 209, 355, 358, 367, 409, 458, 460, 466, 473, 536, 583, 606, 622, 682, 695, 781, 811, 917, 987, 1032, 1051, 1054, 1089, 1098, 1102, 1103, 1171, 1180, 1212, 1233, 1267, 1283, 1340, 1362, 1370, 1415, 1460, 1466, 1470, 1495, 1517, 1598, 1631, 1729, 1747, 1771, 1780, 782, 1794, 1800, 1804, 1805, 1825, 1827, 1891, 1894, 1907, 1997.

Die Inhaber dieser Obligationen fordern wir auf, dieselben am 1. April 1877, mit welchem Tage ihre Verzinsung aufhört, bei der hiesigen Käm⸗ merei I. einzulösen.

Von den bereits auegeloosten Nummern sind: Nr. 868, 1333, 1757 zum 1. April 1874, Nr. 296, 908, 1061, 1700 I1I11“ Nr. 68, 205, 829, 837, 1732,

1741, 1751, 1772. noch nicht eingelöst.

Halle, den 6. September 1876. [7420] Das Kuratorium der Gas⸗Anstalt.

Preußist

58

28

nzeiger.

Has Abomnement beträgt 4 50 3

für dus Bierteljahr. Insertionspreis für den Raum einer Druckzeile 30

A Alle Post⸗Anstalten des Iu⸗- und Auslandes nehmen

Bestellung an; für Berlin außer den Post-Anstalten

auch die Expedition: SW. Wilhelmstr. Nr. 32.

Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht:

dem Geheimen Regierungs⸗ und vortragenden Rath im Ministerium des Innern, von Brauchitsch, dem Pastor pri- marius Scholz zu Festenberg, im Kreise Polnisch⸗Wartenberg, dem prakrischen Arzt Dr. von der Heyden zu Essen und dem Steuer⸗Rezeptor Bertram zu Bad Rehburg, im Kreise Nien⸗ burg, den Rothen Adler⸗Orden vierter Klasse; dem Schullehrer Nohn zu Erpel, im Kreise Neuwied, den Adler der Inhaber des Königlichen Haus⸗Ordens von Hobenzollern; dem Bauer⸗ hofsbesitzer Porath zu Horst, im Kreise Regenwalde, das All⸗ gemeine Ehrenzeichen; sowie dem Reserve⸗Jäger Rotzoll vom Ostpreußischen Jäger⸗Bataillon Nr. 1 und dem Jäger Werner II. von demselben Bataillon die Rettungs⸗Medaille am Bande zu

Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht: den nalsenannten Offizieren ꝛc. folgende Auszeichnungen zu verleihen, und zwar: den Rothen Adler⸗Orden vierter Klasse:

dem Hauptmann von Pentz, à la suite des 3. Ostpreu⸗ ßischen Grenadier⸗Regiments Nr. b“ zur Dienst⸗ leistung beim Kriegs⸗Minißerium, und * 8 8* Seconde⸗Lieutenant Haack im Badischen Pionier⸗Ba⸗ taillon Nr. 14; 8 F.EEae

den Königlichen Kronen⸗Orden dritter asse:

dem Hanmtmahn Becker im Badischen Pionier⸗Bataillon

Nr. 14; 8 das Allgemeine Ehrenzeichen: ““

dem Sergeanten Petzold, dem Unteroffizier Würtz und dem Pionier Pfeiffer, sämmtlich vom Badischen Pionier⸗Ba⸗ taillon Nr. 14, und dem Unteroffizier Schön im Königlich Sächsischen 6. Infanterie⸗Regiment Nr. 105; sowie

die Rettungs⸗Medaille am Bande: dem Hauptmann Paris im 2. Hannoverschen Feld⸗

8

Artillerie⸗Regiment Nr. 26 und

dem Unteroffizier Andräas im Königlich Württembergischen 8. Infanterie⸗Regiment Nr. 126.

Königreich Preußen.

Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruhr: dem Vorsitzenden der Königlichen Eisenbahn⸗Direktion zu Saarbrücken, Regierungs⸗Rath Thomas Jecklin, dem Vor⸗ sitzenden des Eisenbahn⸗Kommissariats zu Berlin, Regierungs⸗ und Baurath August Bensen, und dem Vorsitzenden der Königlichen Eisenbahn⸗Kommission zu Breslau, Regierungs⸗ und Baurath Werner Spielhagen, den Charakter als Ge⸗ heimer Regierungs⸗Rath zu verleihen.

.

Kriegs⸗Ministerium.

Der Großherzoglich badische Kameral⸗Praktikant Hilspach

ist zum Militär⸗Intendantur⸗Assessor ernannt und der Inten⸗ dantur XIV. Armee⸗Corps überwiesen worden.

Das 27. Stück der Gesetz⸗Sammlung, welches heute aus⸗ gegeben wird, enthält unter 1 ꝙNr. 8457 das Gesetz, betreffend die Abänderung der Gesetze vom 5. April 1869 (Ges. Samml. S. 517) und vom 15. Februar 1872 (Ges. Samml. S. 165). Vom 16. Juni 1876;

Nr. 8458 das Gesetz, betreffend die Verwaltung der den Gemeinden und öffentlichen Anstalten gehörigen Holzungen in den Provinzen Preußen, Brandenburg, Pommern, Posen, Schlesien und Sachsen. Vom 14. August 1876; 3

Nr. 8459 das Sesetz, betreffend die Ablösung der Servi⸗ tuten, die Theilung der Gemeinheiten und die Zusammenlegung der Grundstücke für die Provinz Schleswig⸗Holstein, mit Aus⸗ schluß des Kreises Herzogthum Lauenburg. Vom 17. August 1876.

Berlin, den 12. September 1876.

Königliches Gesetz⸗Sammlungs⸗Amt.

Bekanntmachung.

Am 14. d. Mts., Abends 8 Uhr, wird vor dem Palais Sr. Mafestät des Kaisers von sämmtlichen Musik⸗Corps des II. Armee⸗Corps ein großer Zapfenstreich ausgeführt werden.

Um möglichen Unglücksfällen vorzubeugen, wird deshalb

von 7 Uhr ab bis zum Abmarsch der Truppen

der Platz am Opernhause und am Zeughause,

die nördliche Seite der Straße Unter den Linden von der Charlottenstraße ab,

die Charlottenstraße von den Linden bis zur Mittelstraße,

die Universitätsstraße bis zur Dorotheenstraße,

die Straße hinter dem Gießhause,

die Straße am Kupfergraben von der Eisernen Brücke bis zur Schloßbrücke, 1

die Schloßbrücke,

der Platz an der Bauschule,

die Oberwall⸗ und die Niederlagstraße von der Franzö⸗ sischenstraße ab, und

die Behrenstraße von der Charlottenstraße bis zu Katholischen Kirche,

Die Plätze und Straßen in der Nähe des Opernplatzes, welche auch vom Publikum nicht betreten werden dürfen, werden

durch Beamte der Schutzmannschaft freigehalten werden.

Das Publikum wird ersucht, um allen Unfällen vorzubeugen, die gezogenen Schranken einzuhalten und selbst nach Möglichkeit dafür zu sorgen, daß den Anordnungen der Aufsichtsbeamten überall willige Folge geleistet werde.

Berlin, den 11. September 1876. 8

8.₰

EK ODer Polizei⸗Präsident.

BW B

sFPvon Madai.

Bekanntmachung für Seefahrer. ꝓnn der Königlichen Navigationsschule zu Timmel beginnt der Me⸗ Steuermaunskursus am 15. November c. 8 Das Kuratorium dieser Schule wird den Termin zur Aufnahme⸗ prüfung seiner Zeit bekannt machen. Im Uebrigen beziche ich mich auf meine Bekanntmachung in Nr. 208 dieses Blattes. AA““ Leer, den 8. September 1876. ““ Der Königliche Navigationsschul Direktor. 3 Schreiber. 86

ͤ

Die heutige Nummer des Deutschen Reichs⸗ und Königlich Preußischen Staats⸗Anzeigers enthält in der Central⸗Handels⸗Register⸗Beilage:

1) Nr. 174 der Tarif⸗ ꝛw. Veränderungen der deut⸗ schen Eisenbahnen;

2) Uebersicht Nr. 37 der in der Zeit vom 4. bis inkl. 9. September im „Deutschen Reichs⸗und Kö⸗ niglich Preußischen Staats⸗Anzeiger“ (Central⸗Han⸗ delsregister) publizirten Konkursbekanntmachungen.

Nichtamtliches. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 12. Sepaember. Ueber den Aufenthalt Ihrer Kaiserlichen Majestäten in Merseburg gehen uns von dort unterm 11. d. Mts. folgende weitere Mit⸗ theilungen zu:

Se. Majestät der Kaiser und König begaben Sich in Begleitung Sr. Majestät des Königs von Sachsen, der Königlichen Prinzen und der Fürstlichkeiten am Montag, den 11., früh 9 Uhr, von Merseburg zu Wagen nach dem Dorfe Kötzschen, nahe der Stadt, stiegen daselbst zu Pferde, und wohnten dem Gefechts⸗Exerzieren des IV. Armee⸗Corps gegen einen markirten Feind bei. Das Terrain, in welchem dasselbe stattfand, lag süd⸗ westlich von Merseburg, und trug überall den Charakter der offenen Ebene. Der dasselbe durchziehende Geiselbach (südlich), und der Kliegraben (nördlich) bildeten zwei, in taktischer Be⸗ ziehung immerhin in Betracht kommende Abschnitte. Nörd⸗ lich des Kliegrabens steigt der Boden in sehr sanft geneigter Böschung zu einer plateauförmigen Erhöhung, dem fogenannten Rotthügel an, von dem aus sich eine weite Uebersicht nach allen Seiten bietet. 1

Die strategische Kombination, auf welcher das Manöver beruhte, basirte auf der Annahme, daß ein von Erfurt kommendes Süd Corps (IV. Armee⸗Corps) am Geiselbach auf ein von Halle auf Merseburg angerücktes Nord⸗Corps (markirt) getroffen sei; die daraus für das Süd⸗Corps sich ergebende Auf⸗ gabe sollte darin bestehen, den Gegner möglichst gegen die Saale zu werfen. b

Die Durchführung dieser Idee bot eine Reihenfolge von Gefechtsbildern, in welchen feder Waffe der ihrer eigenthümlichen Kampfesweise entsprechende Spielraum gelassen wurde.

Die Einleitung machte der Angriff der Avantgarde des Süd⸗Corps gegen die am meisten vorgeschobene feindliche Posi⸗ tion an der Geisel, bei dem Dorf Zscherben. Der Vertheidiger hielt dasselbe nur mit schwachen Kräften und überließ es nach kurzem Kampf dem Angreifer. 1

Die 8. Infanterie⸗Division, welche das Gros des Süd⸗ Corps bildete, gewann auf diese Weise die Möglichkeit, sich nörd⸗ lich der Geisel zu entwickeln und zum Angriff auf die Linie des Kliegrabens und der Dörfer Geusa und Azendorf zu schreiten. Nachdem derselbe bei dem zweiten Vorstoß als gelungen angenommen war, wurden die genannten Dörfer besetzt. Gleichzeitig trat die Kavallerie⸗Division auf dem linken Flügel eine das zurückweichende Nord⸗Corps flankirende Bewegung an. Der Gegner wich in Folge dessen in nördlicher Richtung, um auf dem Rotthügel eine nochmalige Aufstellung zu nehmen. Unter dem Schutz der vorgehenden Kavallerie debouchirte demnächst die 8. Division aus Azendorf⸗ Geusa, die Avantgarde aus Zscherben und wandte sich in rangirter Gefechtsordnung gegen die dehe⸗ Position des Feindes.

Nachdem die Infanterie den Rotthügel mit dem Bajonnet genommen, und die Artillerie ihre Linie vorgezogen hatte, um den fliehenden Feind zu beschießen, wurde das Manöver geschlossen.

Se. Majestät befahlen nach demselben noch einen Vorbei⸗ marsch der Kavallerie und Artillerie im Galopp resp. mit auf⸗ gesessenen Mannschaften, bei der ersteren in Escadrons⸗, bei der

für Wagen und Reiter gesperrt sein.

letzteren Batteriefront

Das sonnenhelle Wetter hatte ein zahlreiches Publikum auf das Manböverterrain geführt, welches den Bewegungen der Truppen, die bei der Uebersichtlichkeit des Bodens leicht zu erkennen waren, mit Interesse folgte und mit Vorliebe den Punkten sich zuwandte, auf denen Se. Majestät Allerhöchstihren Standort nahmen.

Gegen 12 ½ Uhr war die Uebung beendet, und kehrten die 8 Allerhöchsten und Höchsten Herrschasten, sowie Ihre Majestät die Kaiserin, Allerhoͤchstwelche dem Manöver in offener Equipage beigewohnt hatte, nach der Stadt zurückk. 1

Ihre Majestät die Kaiserin⸗Königin verließ Merse⸗ burg Nachmittags 4 ½ Uhr, um Sich mittels Extrazuges nach Baden⸗Baden zu begeben. Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz begleitete Allerhöchstdieselbe bis Naumburg und kehrte nach Besichtigung des dortigen Doms hierher zurück.

Für den Abend war eine Illumination der Stadt zu Ehren der Anwesenheit Sr. Majestät in Aussicht genommen. Bei ein⸗- brechender Dunkelheit erschienen daher die öffentlichen Gebäude

ie die Häuser der Privaten im blendenden Glanz einer reicher und geschmackvollen Bereuchtung.

Ihre Majestät die Kaiserin⸗Königin empfin in Merseburg die anwesenden Mitglieder des vaterländi chen Frauenvereins und 8 b für ihre dem Verein geleistete Unterstützung. Ihre Ma jesttt war bei dem großen Corps⸗ Manover und dem Diner im Schlosse zu Merseburg anwesend und ve abschiedete Sich hierauf von allen Hohen Gästen. Se. Kaiserlich Hoheit der Kronprinz begleitete die Kaiserin bis Naumburg. In Erfurt hatte sich die Bevölkerung auf dem Bahnhof versammelt, um die Kaiserin zu begrüßen. In Eisenach wurde Allerhöchstdieselbe von Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin zu Sachsen empfangen. Die Kaiserin hat in Fcankfurt übernachtet, um daselbst den Besuch der Großherzogin Mutter von Mecklenburg⸗ Strelitz zu empfangen und dann nach Baden weiterzureisen.

E“;

1 Der General⸗Feldmarschall Freiherr von Manteuffel ist gestern, am 11., Nachmittags aus Varzin hierher zurück⸗ gekehrt.

Ueber die Ergebnisse der Patent⸗Enquete theilen wir im Anschluß an den in Nr. 208 d. Bl. enthaltenen Bericht weiter Folgendes mit:

Sitzung vom 31. August 1876. 2

Die Diskussion über das Behufs Erlangung von Patenten einzuhaltende Verfahren (Fragebogen VIII. und IX.) ergab fol⸗ gendes Resultat:

Eine formelle Vorprüfung namentlich nach der Seite hin, daß die Beschreibung klar herausstellt, was als Erfindung be⸗ ansprucht wird, soll nach einstimmiger Ansicht unter allen Um⸗ ständen stattfinden. 1

Ebenso herrscht Uebereinstimmung darüber, daß jedenfalls nach definitiver Ertheilung des Patents eine derartige vollstän⸗ dige Publikation der Erfindung erfolgen soll, welche dem Sach⸗ verständigen die Ausführung ermöglicht.

Die Mehrheit erklärt sich für ein der Hauptsache nach wie folgt gestaltetes Verfahren:

„formelle und materielle Prüfung des Gesuchs durch das Patent⸗ amt. Je nach Befinden Ertheilung eines provisorischen Patents oder ablehnender (beziehungsweise abmahnender) Bescheid. In ersterem Falle unbedingt, im letzteren Falle auf Antrag des abgewiesenen Bewerbers und ohne provisorischen Schutz für letzteren Offenlegung des Gesuchs und Aufgebotsverfahren ohne präkludirende Wirkung. Demnächst Entscheidung des Patentamts. Gegen letztere Rekurs an eine andere Abtheilung resp. das Plenum des Patentamts oder an eine besondere Behörde, welche neue Sachverstän⸗ dige hinzuzuziehen hat. Das provisorische Patent hat die Wirkung eines im Anmeldeverfahren erlangten Patentes. Dritte können die Aufhebung desselben alsbald beantragen, ohne die definitive Entscheidung abzuwarten.“

Für dieses Verfahren stimmen 14 Mitglieder, 2 mit dem Vorbehalt, daß, sofern der nach ihrem früheren Votum gestaltete, unbedingte Licenzzwang angenommen werde, besondere Bestim⸗ mungen über den provisorischen Schutz nicht erforderlich seien; 2 andere Mitglieder mit der Beschränkung, daß vor defini⸗ tiver Patentertheilung das Patentgesuch nur insoweit zu ver⸗ öffentlichen, als die Klarstellung dessen, was als neu und eigenthümlich beansprucht wird, 88 macht; Zimmermann außerdem mit der ferneren eschränkung, daß er das Aufgebotverfahren verwirft. Für die Zulassung des Anmelde⸗ oder des Vorprüfungsverfahrens je nach Wahl des Patentbewerbers erklären sich 5 Stimmen;

für das Anmeldeverfahren unter Zulassung einer Abmahnung Seitens des Patentamts und für Präklusion der späteren Angriffe Dritter, wenn das Patent eine bestimmte Zeit lang bestanden hat (französ. Entwurf von 1858 Art. 14 ff.) ein Mitglied;

für das reine Anmeldeverfahren 2 Mitglieder.

Sitzung vom 1. September 1876.

1) Prinzipiell soll nur der Erfinder ein Patent erlangen; als Erfinder ist der erste Anmelder zu präsumiren; Streitigkeiten über die Erfinderqualität sind im Rechtswege auszutragen. Alle Rechtssubjekte sind patentberechtigt, mithin auch juristische

Personen und Ausländer. Letztere sind den Inländern gleich zu

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dankte den Vertretern der Provinz