1876 / 252 p. 1 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 25 Oct 1876 18:00:01 GMT) scan diff

des Beutschen Reichs-Anzeigers und Königlich Preußischen Staats-Anzeigers: 5 Berlin, 8. U. Wilhelm⸗Straße Nr. 32.

½ füe erate für den Deutschen Reichs⸗ u. Kgl. Preuß. Staats⸗Anzeiger, das Central⸗Handelsregister und das Postblatt nimmt an: die Königliche Expedition

1. Steckbriefe und Untersuchungs-Sachen. 2. Subhastationen, Aufgebote, Vorladungen u. dergl. 3. Verkäufe, Verpachtungen, Submissionen etc. 1 4. Verloosung, Amortisation, Zinszahlung u. s. w. von öffentlichen Papieren.

Oeffentlicher Anzeiger.

1

5. Industrielle Etablissements, Fabriken und Grosshandel.

6. Verschiedene Bekanntmachungen.

7. Literarische Anzeigen.

8. Theater-Anzeigen. In der Börsen-

9. Familien-Nachrichten. beilage.

Bureau der . Mohrenstraße Nr. 45, die Annoncen⸗ „Invalidendank“, Rudolf Mosse, Haasenstein & Vogler, G. L. Daube & Co., E. Schlotte, Büttner & Winter, sowie alle übrigen größeren

b—

nehmen an: das Central⸗Annoncen⸗ deutschen ju Berlin rpeditionen des

Annoncen⸗Bureaus.

Theater.

Königliche Schauspiele. Mittwoch, den

25. Oktober. Opernhaus. (210. Vorstellung.) Eurt⸗ anthe. Große romantische Oper in 3 kten von Helmine von Chezv. Musik von C. M. von Weber.

allet von P. Taglioni. Anfang halb 7 Uhr.

Schauspielhaus. (207. Vorstellung.) Bürgerlich und romantisch. Lustspiel in 4 Akten von Bauern⸗ feld. Vorher: Die böse Stiefmutter. Familien⸗ M. n 1 Akt von G. zu Puttlitz. Anfang halb 7 Uhr.

Donnerstag, den 26. Oktober. Opernhaus. (211. Vorstellung.) Fidelio. Oper in 2 Abtheilungen, nach dem Französischen von F. Treitschke. Musik von L. van Beethoven. Anfang 7 Uhr.

Schauspielhaus. (208. Vorstellung.) Prinz

Friedrich von Homburg. Schauspiel in 5 Ab⸗ Feilungen von H. von Kleist.

Anfang 7 Uhr. Wallner-Theater. Mittwoch: Zum 36. Male: Drei Monat nach Dato. Posse mit Ge⸗ söng in 3 Akten von G. v. Moser und E. Jacobson. usik von G. Michaelis. b Donnerstag u. die folgenden Tage: Drei Monat nach Dato.

Victoria-Theater. Direktion: Emil Hahn. Mittwoch und folgende Tage: Mit durchweg neuer Ausstattung: Die Irrfahrten des Odysseus. Mythologisches Ausstattungsstück mit Gesang und Ballet in 4 Akten (10 Bildern), frei bearbeitet nach Homers Odyssee. Musik von G. Lehn⸗ hardt. Die neuen Dekorationen und Maschinerien 8 von den K. K. Hofmalern Brioschi,

urghart und Kautzky in Wien. Die neuen Kostüme, nach Angabe und unter n des Ober⸗ Garderobiers Happel angefertigt. ie elektri⸗ schen Beleuchtungseffekte sind von Hugo Bähr in Dresden, unter Leitung des Inspektors Krämer. Waffen vom Königlichen Hoflieferanten Laute. Ballet und Kampfspiele arrangirt und einstudirt vom Balletmeister Knoll aus Hamburg.

Friedrich-Wilhelmst. Theater. Mittwoch u. die folg. Tage: Fatinitza.

Residenz-Theater. gende Tage: Die Fremde.

Mittwoch und fol⸗

Krells Theater. Mittwoch: Neu einstudirt zum 111. Male: Die Probirmamsell. Konzert. Anfang 6, der Vorstellung 7 Uhr.

Donnerstag: Z. 112. Male: Die Probirmamsell.

Woltersdorff-Theater. Mittwoch: Zum 8. Male: Pariser Leben. (Gabriele: Frl. Lina Mayr. Gondremark: Emil Thomas.)

Donnerstag u. folg. Tage: Dieselbe Vorstellung.

Stadt-Theater. Mittwoch: Gastspiel des Fan. Carl Mittell. Ein Gesandtschafts⸗Attaché. Lustspiel in 4 Akten von Henry Meilhac. Parquet 2 rꝛc.

National-Theater. Mittwoch: Die Kaiser⸗

glocke von Speyer. 4 Donnerstag: Dieselbe Vorstellung.

Belle-Alliance-Theater. Mittwoch: Zum 2. Male: Tante Voß. Schwank in 1 Akt von Herr⸗ mann Jahnke. Hierauf: Die Stricknadeln. Sit⸗ tengemälde in 4 Akten von A. v. Kotzebue.

Donnerstag: Zum 9. Male: Die Danischeffs. Schauspiel in 4 Akten von Pierre Nevsky.

Freitag: Extra⸗Vorstellung zum Benefiz für Hrn. Georg Heltzig. Zum 1. Male: Feenhände.

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Deutscher Personal-Kalender.

25. Oktober. Arnold Herm. Ludw. Hleeren, Geschichts- forscher *. Friedr. Karl v. Savigny †. Eduard Hildebrand †.

1760.

1861. 1868. 2

Familien⸗Nachrichten.

Verlobt: Frl. Sophie Gräfin Borckdorff mit He K. K. großbritannischen Kapitän zur See

eorge John Malcolm (Preetz— Eskdale).

Verehelicht: Hr. Seconde⸗Lieutenant Emil von Busse mit Frl. Emma Reinke (Coburg). Hr. Seconde⸗Lieutenant Rudolph Spangenberg mit Frl. Marie Nieland (Neuwied a. Rh.). Hr. und Compagnie⸗Chef Hardt mit Frl.

arie v. Beck (Neisse).

Geboren: Ein Sohn: Hrn. Hauptmann Ru⸗ dolph v. Normann (Schloß Annaburg). Hrn. Divisions⸗Pf 19b' petz Divisions⸗Pfarrer Kriebitz Eine Tochter: Hrn. Major v. Chappuis (Berlin). 2 Pastor Leopold Witte (Cöthen bei Falken⸗

erg i. M.).

Gestorben: Hr. Oberst a. D. Rudolph v. Loben⸗ thal (Neu⸗Ruppin). Hr. Generalkonsul J. C. Hinrichs (Kreuznech) Verw. Frau Rittmeister v. Ludwig, geb. Liehr (Breslau).

Steckbriefe und Untersuchungs⸗Sachen.

Steckbrief wider den wegen Diebstahls gerichtlich verfolgten Heinrich Steinhauer von Hilmes, mit Ersuchen um Festnahme, Beschlagnahme sämmtlicher Effekten und Anhertransport. Kassel, 19. Ok⸗ tober 1876. Königl. Staatsanwaltschaft. Wilhelmi.

Offene Strafvollstreckungs⸗Requifition. Der Heerespflichtige Robert Rudolf Konze aus Liebenwerda, geboren den 3. April 1850, ist durch

Sichentziehens der Militärpflicht zu einer Geldstrafe von 180 ℳ, welcher für je nicht gezahlte 5 ein Tag Gefängniß substituirt ist, rechtskräftig verurtheilt worden. Es wird ersucht, von dem vorgedachten Angeklagten, wo er betroffen wird, die Geldstrafe im Wege der Mobiliarexekution beizutreiben, im Unvermögensfalle die substituirte Freiheitsstrafe zu vollstrecken und hierher zu den Akten K. 178, 1876, Mittheilung zu machen. Potsdam, den 18. Oktober 1876. Königliches Kreisgericht. Abtheilung I.

Subhastationen, Aufgebote, Vor⸗ ladungen u. dergl.

[2615] Aufgebot. Bei dem unterzeichneten Gericht ist beantragt, folgende angeblich verschollene Personen: 1) die Ehefrau des verstorbenen früheren Buchhändlers, späteren Rentiers Frauz Heinrich Robert Silbermann, Anrtonie Agnes Thusnelda, geb. Teßler, eine am 9. De zember 1828 geborene Tochter der Kaufmann Friedrich Ferdinand Wilhelm und Henriette, geb. v. Wenninz, Teßlerschen Eheleute von hier, 2) den Handelsmaun Moritz Danelius, ge⸗ boren am 25. Auzust 1829, als Sohn der Liepmann und Ernestine, geb. runau, Daneliusschen Ehelente von hier, für todt zu erklären Demgemäß werden diese Personen, sowie deren unbekannte Erben und Erbnehmer hierdurch cueüge⸗ fordert, sich spätestens in dem am 12. Januar 1877, Vormittags 10 Uhr, an hiesiger Gerichtestelle, Zimmer Nr. 2 vor dem Kreisgerichts⸗Ratb Arndt anstehenden Termine zu welden, oder von ihrem Leben und Aufenthalte Nachricht zu geben, widrizenfalls sie für todt erklärt und ihr Nachlaß an die nächsten bekannten und le⸗ gitimirten Erben mit den Folgen der §§. 834 ff Theil II. Titel 18 Allgemeinen Landrechts wird aus⸗ geantwortet werden. 1 Stolp, den 18. März 1876. Königliches Kreisgericht. I. Abtheilung.

[8635] 8

Die am 17. Januar 1863 von dem verstorbenen Gärtner Justus van Dey dahier zu Gunsten des Kaufmanns Manns Levi Elias zu Gudens⸗ berg über ein Darlehen von 100 Thlr. unter Ver⸗ pfändung des Stückes Gemarkung Cassel:

F. 61. Fuchsgasse Nr. 5: a. Wohnhaus Nr. 5 und

Hofraum, b. Hintergebäude Schweinestall, errichtete Schuld⸗ und Pfandverschreibung ist angeblich verloren gegangen und werden auf des⸗ halbigen Antrag Diejenigen, welche diese Urkunde inne haben oder an bezw. aus derselben ein Recht zu haben vermeinen, aufgefordert, dies binnen 4 Monaten dahier anzumelden, widrigenfalls die Ur⸗ kunde für kraftlos erklärt wird. Weitere Bekannt⸗ erfolgt nur durch Anschlag am Gerichts⸗ rett.

Cassel, den 17. Oktober 1876.

Koönigliches Kreisgericht. Erste Abtheilung. Göbell.

und

Verkäufe, Verpachtungen, Submissionen ꝛc.

e Bekanntmachung. Domänen⸗ und Mühlenverpachtung.

Die in Angrenzung der Stadt und Gemarkung, sowie der Hannover⸗Mindener und Bremer Eisen⸗ bahnstation Wunstorf im Amtsbezirke Neunstadt a. R., Landdrosteibezirk und Provinz Hannover,

belegene Königliche Domäne Blumenau mit dem Vorwerke Eichriede und mit der siskaliscen Wassermühle zu Blumenau

soll mit den zugehörenden Gebäuden, Baulich⸗ keiten und Grundflächen; Letztere bestehend in

1) Höfe und Bauflächen. . . 2,5975 Hekt. 2) Gärten und Gartenland 6,0018 116*“] 401,1835 4) Wiesen . 79,1834 5) Weideland 61,1086 ““ 0,1420 7) Hölzungsflächen... 1,5464 3 zusammen 551,8322 Hekt. sowie mit den zugehörenden Weide⸗ und Fischerei⸗ Berechtigungen und den Kirchenplätzen in der

Stiftskirche zu Wunstorf im Wege des öffentlichen Meistgebots für die Zeit vom 1. Mai 1877 ab bis Johannis 1895 verpachtet werden.

Der Licitations⸗Termin ist auf

Montag, den 20. November 1876, Morgens 11 Uhr,

in unserm Geschäftslokale an der Archivstraße Nr. 2 hierselbst vor unserm Kommissarius, Ge⸗ heimen Regierungs⸗Rath Andreae angesetzt. Es wird bemerkt, daß zur Uebernahme der Pachtung ein disponibles Vermögen von 175,000 erforderlich, sowie, daß das Pacht⸗ gelder⸗Minimum auf 21,500 festgestellt ist. Die Pachtbewerber haben sich vor dem Licitations⸗ Termin über den eigenthümlichen disponiblen Besitz des obigen Vermögens und über ihre persönlichen Qualifikationen vor dem vorbenannten Kommissarius auszuweisen.

Die Verpachtungsbedingungen, die Karte und das

unser Erkenntniß vom 8. September 1876 wegen

Vermessungsregister können an allen Wochentagen

istratur, wie auch die Ersteren bei dem jetzigen

ächter der Königlichen Domäne Blumenau, Herrn Landes⸗Oekonomie⸗Rath Backhausen daselbst einge⸗ sehen werden.

Abschrift der Verpachtungs⸗Bedingungen wird auf desfallsiges Ansuchen gegen Erstattung der Kopialien und Druckkosten von uns ertheilt.

Hannover, den 14. Oktober 1876.

Königliche Finanz⸗Direktion.

Abtheilung für Domänen. Früh.

[8667] Bekanntmachung.

Die für die hiesige Schutzmannschaft im Jahre 1877, beziehungsweise in den Jahren 1877 und 1878 erforderlich werdenden Bekleidungsgegenstände als: Reitermäntel, Paletots, Röcke, Tuchhosen, leinene Hosen, Reithosen und Halsbinden, ferner die für das Nachtwachtpersonal in derselben Zeit erforder⸗ lich werdenden Bekleidungsgegenstände als: Paletots, Mäntel, Röcke, lange und kurze Tuchhosen, Mützen, Halsbinden, Mützenüberzüge, Säbeltroddeln und sollen im Wege der Submission beschafft werden.

Die Probegegenstände, sowie die Bedingungen, unter denen die Lieferung zu erfolgen hat, liegen im Bureau des Kommandos der Schutzmannschaft, Mühlendamm 32, zur Einsicht aus. Die Lieferung soll, je nach dem Ausfalle der Angebote, entweder nur für das eine Jahr 1877 oder für die beiden Jahre 1877 und 1878 verdungen werden, und sind daher die Gebote für beide Fälle anzugeben.

Versiegelte Offerten sind mit der Aufschrift: „Lieferung von Bekleidungsstücken für die Schutzmannschaft resp. für das Nachtwacht⸗ personal“, bis zum 6. November 1876, Vor⸗ tags 10 Uhr. im Präsidial⸗Bureau Mühlen⸗ damm 32, Zimmer Nr. 27 abzugeben.

Die Eröffnung der Offerten, bei welcher sich die Offerenten betheiligen können, findet an demselben Tage in der Kalkulatur, Vormittags 11 Uhr, statt.

Berlin, den 21. Oktober 1876.

Königliches Polizei⸗Präsidium. 1 von Madai.

11.“ 8 1

Donnerstag, den 26. Oktober er., Vormit⸗ tags 10 Uhr, sollen auf dem Hofe der Königlichen Geschützgießerei zu Spandau zwei Bretterschuppen, 26,85 M., resp. 19 M. lang, je 6,4 M. breit und 3,5 M. hoch, mit 14 resp. 9 Fenstern, öffentlich an den Meistbietenden gegen gleich baare Bezahlung zum Abbruch verkauft werden. [8610]

Die Verkaufsbedingungen liegen in unserem Bu⸗ reau zur Einsicht aus. Cro. 161/10.)

Direktion der Geschütz⸗Gießerei.

1““

[7678] Bekanntmachung.

Der ungefähre Bedarf an Konsumtibilien und Wirthschaftsbedürfnissen für die diesseitige König⸗ liche Strafanstalt vom 1. Januar 1877 bis ultimo März 1878 als:

40,000 Klgr. Roggenmehl (von 100 Pfd. Roggen

82 Pfd. Mehl), 95,000 Klgr. Kartoffeln, 1200

Klgr. Rindernierentalg, 500 Klgr. Speck, 3000

Klgr. Rindfleisch, 750 Klgr. Hammelfleisch, 1200

Klgr. Schweinefleisch, 750 Klgr. Butter, 5000

Liter Milch, 600 Klgr. Semmel, 100 Klgr. ge⸗

rösteter Zwieback, 3000 Klgr. Reis, 4500 Klgr.

Buchweizengrütze, 100 Klgr. Hafergeace 3000

Klgr. Hirse, 5000 Klgr. Erbsen, 3000 Klgr.

Bohnen, 3000 Klgr. Linsen, 2500 Klgr. ordinäre

Graupe, 120 Klgr. feine Graupe, 300 Klgr.

Kaffee, 150 Klgr. Zucker⸗Syrup, 1200 Liter

Essigsprit, 1200 Liter Braunbier, 4500 Klgr.

Salz, 10 Klgr. Buchweizengries, 20 Klgr. ge⸗

stoßenen Pfeffer, 20 Klgr. Gewürzkörner, 15 Klgr.

Kümmel, 5 Klgr. Lorbeerblätter, 10 Kilgr. Gersten⸗

grütze, 400 Rmtr. Scheitholz, 500 Rmtr. Stak⸗

holz, 2000 Klgr. Heu, 15 Klgr. Wagenfett, 15

Klgr. Fischthran, 30 Rieß Löschpapier, 20 Klgr.

Elfenbein, 20 Klgr. Syrup, 3 Klgr. Gummi⸗

arabicum, 5 Klgr. Oleum, 5 Klgr. Farin, 15

Klgr. Karbolsäure, 300 Klgr. gebrannter Kalk,

1200 Klgr. Elainseife, 50 Klgr. Eisen⸗Vitriol,

10 Klgr. Stangenseife, 400 Klgr. Soda, 80 Klgr.

Maschinentalg, 60 Klgr. Maschinenöl, 5 Klgr.

Baumöl, 500 Klgr. Rüböl, 2000 Klgr. Petroleum,

5 Klgr. Talglichte, 600 Stück Reisbesen, 50 Stück

Haarbesen, 50 Stück Handfeger, 100 Stück

Schmierbürsten, 100 Stück Schuhbürsten, 100

Stück Kleiderbürsten, 10 Stück Kesselbürsten, 50

Stück Schrobber, 150 Stück Haarkämme, 2000

Klgr. Roggenstroh, 300 Mtr. braunes Tuch 133

Emtr. brt., 350 Mtr. Futterleinewand 83 Emtr.

brt., 650 Mtr. braun gefärbte Beiderwand 83

Cmtr. brt., 950 Mtr. braun melirte Beiderwand

83 Cmtr. brt., 200 Mtr. graue Beiderwand

83 Emtr. brt., 1500 Mtr. blau gestreifter Nessel

83 Cmtr. brt., 235 blau und weiß karrirtes Hals⸗

tücherzeug 83 Emtr. brt., 130 Mtr. graue Schürzen⸗

leinewand 83 Cmtr. brt., 550 Mtr. weiße Leine⸗ wand 100 Cmtr. brt., 370 Mtr. Strohsackdrillich

100 Cmtr. brt., 700 Mtr. blau und weiß karrirtes

Bettzeug 83 Cmtr. brt., 250 Mtr. Handtücher⸗

zeug 42 Cmtr. brt., 280 Stück Taschentücher 67

Cmtr. brt., 36 Stück wollene Lagerdecken, 160

Klgr. wollenes Strumpfgarn, 30 Klgr. Roßleder, M25 Klgr. Fahlleder, 180 Klgr. Brandsohlleder, soll im Wege der Submission in dem auf den 10. November cr., Vormittags 10 Uhr, in unserem Geschäftslokale anberaumten Termine vergeben werden.

Unternehmer, welche hierauf reflektiren, haben die desfallsigen Offerten schriftlich und versiegelt mit der Aufschrift „Submissions⸗Offerte drf Liefe⸗ rung von Wirthschaftsbedürfnissen pro 1877“ versehen, vor dem Termine einzureichen und in den⸗ selben ausdrücklich anzuführen, daß ihnen die Be⸗ V dingungen bekannt sind, sowie, daß sie denselben sich

unterwerfen. Auf später eingehende Offerten wird

und in ihren Vermögensverhältnissen unbekannte Unternehmer haben durch eine beizubringende amt⸗ liche Bescheinigung ihre Qualifikation zur Lieferung nachzuweisen. Die Bedingungen, welche der Lieferung zu Grunde ) in der Registratur der I. Abtheilung des Königlichen Polizei⸗Präsidii zu . 2) in unserer Registratur, woselbst auch die Probe⸗Gegenstände ausliegen, ein⸗ gesehen werden, auch werden von uns auf Verlangen gegen Zahlung der Kopialien, Abschriften von den Bedingungen ertheilt. Strafanstalt Luckau, den 20. Oktober 1876. Königliche Direktion.

[8691] Bekanntmachung.

Die Lieferung der für die Königlichen Stein⸗ kohlengruben bei Saarbrücken pro 19 Jonuar 1877 bis 31. März 1878 erforderlichen Metallmaterialien und zwar:

4,400 Klgr. Kupfer, 800 Klgr. Messing, 4,500 Klgr. Blei, 900 Klgr. Finn, 1,180,000 Klgr. Schmiedeeisen,

200,000 Klgr. Faconeisen,

40,000 Klgr. Holzkohlenschmiedeeisen, 1

145,900 Klgr. Sturz⸗ und Kesselbleche,

2,500 Klgr. Zinkblech, 5,000 Klgr. Eisendraht, 30,000 Klgr. Werkzeuggußstahl, achtkantiger Guß

87,500 Klgr.

75,000 Klgr. 6,000 Klgr.

Schmiedeeiserne Röhren und Ver bindungsstücke, Eö“ Schippen aus Eisen und Sto 132,300 Klgr. Stifte aller Art, 8 140,000 Klgr. Hakennägel, 94,500 Klgr. Schraubenbolzen mit Muttern, 25,000 Klgr. Schienenbefestigungsmaterial, 16,000 Stück Unterlagsscheiben, 30,000 Stück Splinte, 8 240,000 Stück Faß⸗ und Blechnie 26,000 Klgr. Kesselniete, 3,000 Stück Schraubenmuttern, soll im Submissionswege vergeben werden. Die Offerten sind portofrei und versiegelt mit der Aufschrift: Cto. 196/10) „Lieferung auf Metallmaterialien“ bis zum 13. November d. J., Morgens 9 Uhr, bei der Unterzeichneten einzureichen, woselbst Liefe⸗ rungsbedingungen eingefehen und auf portofreie An⸗ fragen gegen Erstattung der Copialien abschriftlich bezogen werden können. b St. Johann a. d. Saar, den 18. Oktober 1876. Königliche Bergfactorei.

Bekanntmachung.

Die Lieferung der für die Königlichen Stein⸗ kohlengruben bei Saarbrücken pro 1. Januar 1877. bis 31. März 1878 erforderlichen:

1,905,000 Kilogr. Grubenschieneu aus

Schmiedeeisen,

30,000 Kilogr. Grubenschienen aus Stahl, soll im Submissionswege vergeben werden. Die Offerten sind portofrei und versiegelt mit der Aufschrift . „Lieferung auf Grubenschienen“ bis zum 13. November d. J., Morgens 9 Uhr, bei der Unterzeichneten einzureichen, woselbst Liefe⸗ rungsbedingungen eingesehen und auf portofreie An⸗ fragen gegen Erstattung der Kopialien abschriftlich bezogen werden können. ( Cto. 188/10) St. Johann a. d. Saar, den 18. Oktober 1876. Königliche Bergfactorei.

Wochen⸗Ausweise der deutschen Zettelbanken. „Wochen⸗Uebersicht der Städtischen Bank zu Breslau am 23. Oktober 1876. Acetiva. Metallbestand: 1,094,241 07 ₰. Beftand an Reichskassenscheinen: 4,365 Bestand an Noten anderer Banken: 389,200 Wechsel: 6,524,780 48 ₰. Lombard: 2,311,150 Effek⸗ ten: 664,518 75 ₰. Sonstige Aktiva: vacat. Passiva. Grundkapital: 3,000,000 ℳ. Re⸗ serve⸗Fonds: 650,000 Banknoten im Umlaufe 2,695,500 Tägliche Verbindlichkeiten: Depositen⸗ Kapitalien: 2,965,760 An ge⸗ bundene Verbindlichkeiten: 1,452,840 ℳ. onstig⸗ Passiva: vacat. Eventuelle Verbindlichkeiten aus weiter begebenen im Inlande zahlbaren Wechseln: 84,537 54 ₰.

G In der Nähe von Bremen wird verheiratheter ““ 186891 Gärtner

gesucht, der z

er zugleich einen kleinen Hof kann. Näheres unter Litra 0. 1230, durch die Annoncen⸗Expedition von E. Schlotte in Bremen.

[8654]

Vaterländischer

1 Frauen⸗ + Verein. Die wöchentlich am Donnerstage stattfindenden Versammlungen unserer Vereinsmitglieder werden in diesem Winter erst am Donnerstag, den 4. Januar 1877. und zwar wie bisher im Geschäftshause der Kur⸗ und Neumärkischen Haupt⸗Ritterschafts⸗ Direktion Wilhelmsplatz Nr. 6 beginnen, und werden zu denselben die geehrten Mitglieder unseres Vereins hierdurch freundlichst eingeladen. Berlin, 19. Oktober 1876. Der Vorstand des Vaterländischen Frauen⸗ Vereins.

während der Bureau⸗Dienststunden in unserer Re⸗

keine Rücksicht genommen.

Charlotte Gräfin von Itzenplitz.

8 8

Auswärtige, hinsichtlich ihrer Lieferungsfähigkeit

stahl zu Gesteinsbohrer, Schneid⸗ stahl, Federnstahl, 8

walten

L111““

Zas Abonnement beträgt 4 50 für das Vierteljahr.

Insertionspreis für den Raum riner Bruckzrile 30 . ö * 8 8

ue Post-Anstalten des In⸗ und Auslandes nrhmen Bestellung an; für Berlin außer den Post-Anstalten auch die Expedition: SW. Wilhelmstr. No. 32.

Berlin, den 25. Oktober 1876. Se. Majestät der Kaiser und König haben Sich heute Nachmittag nach Ludwigslust begeben.

Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht: dem Konsul des Deutschen Reichs, Blücher zu Galatz, den Königlichen Kronen⸗Orden dritter Klasse und dem Octroi⸗ Beamten Jacob Emil Gebel zu Straßburg i./E. die Rettungs⸗Medaille am Bande zu verleihen.

Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht: dem Katasterkarten⸗Repositar, ven . Diedel zu Cassel, den Rothen Adler⸗Orden vierter 8 lasse; sowie den Schullehrern Doepke zu Wennebostel im Kreise Celle und Walther zu Stützerbach im Kreise Schleusingen das Allge⸗ meine Ehrenzeichen zu verleihen.

Deutsches Reich. Se. Majestät der Kaiser und König haben Aller⸗ gnädigst geruht: 3 den vortragenden Rath beim Reichs⸗Eisenbahn⸗Amte, Ge⸗ heimen Regierungs⸗Rath Körte, zum Geheimen Ober⸗Regie⸗ rungs⸗Rath zu ernennen.

Die in diesem Jahre zu Bath, Sagadahoe County,

Maine, erbaute, bisher unter amerikanischer Flagge gestan⸗

dene Bark „Weser“ von 97378/⁄100 Tons Brutto⸗? aumgehalt 8 durch den Uebergang in das Eigenthum von Friedrich Roters zu Bremerhaven das Recht zur Führung der deut⸗ schen Flagge erlangt. Dem bezeichneten Schiffe, für wel⸗ ches der Eigenthümer Bremerhaven zum Heimathshafen ge⸗ wählt hat, ist am 18. September d. J. vom Kaiserlichen General⸗Konsulat zu N. York ein Flaggenattest ertheilt

worden.

Königreich Preußen. Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht: den Geheimen Justiz⸗Rath und vortragenden Rath im Justiz⸗Ministerium Dr. Stölzel zum Geheimen Ober⸗Justiz⸗ Rath zu ernennen; ““ 1 dem Geheimen Registrator im Justiz⸗Ministerium, Kanzlei⸗ Rath Mödinger, bei seiner Versetzung in den Ruhestand en Charakter als Geheimer Kanzlei⸗Rath; und dem Obergerichts⸗Anwalt und Notar Reimmann in Hannover den Charakter als Justiz⸗Rath zu verleihen.

Ministerium der geistlichen, Unterrichts⸗ und Medizinal⸗Angelegenheiten.

An dem katholischen Schullehrer⸗Seminar zu Tuchel ist der Lehrer Palm von der höheren Knabenschule zu Wormditt als ordentlicher Lehrer;

an dem katholischen Schullehrer⸗Seminar zu Linnich der Lehrer Birkenfeld von der höheren Schule zu Neunkirchen

als ordentlicher Lehrer, und

an der von Bartin nach Rummelsburg verlegten Prä⸗

paranden⸗Anstalt der provisorische Lehrer Roeske als zweiter Lehrer definitiv angestellt worden.

Abgereist: Se. Excellenz der Staats⸗ und Minister der geistlichen, Unterrichts⸗ und Medizinalangelegenheiten, Dr. Falk, nach Kiel;

Se. Excellenz der Hofmarschall Sr. Majestät des Kaisers und Königs Graf von Perponcher nach Ludwigslust.

Nichtamtliches. 8 Deutsches Reich. Preußen. Berlin, 25. Oktober. Se. Majestät der

Kaiser und König begaben Sich heute früh nach der Kunst⸗

ausstellung und verweilten dort bis 10 ¼ Uhr. Um 11 Uhr empfingen Allerhöchstdieselben militärische Meldungen, dann die Chefs der Civil⸗ und Militär⸗Kabinets zu Vorträgen und endlich den Feldmarschall Grafen von Wrangel. .

Um 4 ½ Uhr begaben Sich Se. Majestät der Kaiser nach Ludwigslust zu zweitägigen Jagden bei Sr. Königlichen Hoheit dem Großherzog von Mecklenburg⸗Schwerin. Im Allerhöchsten Gefolge befinden sich der Hofmarschall Graf Pbööö die Generale à la suite Graf Lehndorff und Fürst

adziwill und der Leibarzt, General⸗Arzt Dr. von Lauer.

Dem Bundesrath ist der Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Feststellung des Landeshaushalts⸗Etats von Elsaß⸗Lothringen für das Jahr 1877, vor elegt worden. Der Entwurf zerfällt in 6 Titel und 18 Para⸗ graphen. Titel I. behandelt die Ausgaben und Einnahmen des Jahres 1877. Nach §. 1 balanzirt die Ausgabe mit der Einnahme

25. Oktober,

Abends. 8

mit 41,424,827 78 J. An fortdauernden Ausgaben sind 31,567,244 und an einmaligen und außerordentlichen Aus⸗ gaben 9,857,583 78 ausgeworfen. Nach §. 2 werden die direkten Staatssteuern nach Maßgabe der in einer Anlage beigefügten Gesetze und die Kontingente der Bezirke zur Personal⸗ und Mobiliarsteuer, der Thür⸗ und Fenstersteuer auf 4,404,863 bezw. 1,309,600 und 1,244,909 festgesetzt. §. 3 behandelt die besonderen Abgaben und Gefälle. Titel II. betrifft die Regelung des Diensteinkommens der Steuer⸗ empfänger, Titel III. die Gebühren der Friedensrichter beim Zwangsverkauf von Liegenschaften, Titel 1V. die Erhöhung der Besoldung der Lehrer, Hülsslehrer und Hülfslehrerinnen, Titel V. die Verwendung des Holzes von Bäumen der Wasser⸗ bauverwaltung und des Er aus dem Verkaufe solcher Bäume, Titel Vl. endlich, und zwar in 5 Paragraphen, die Ausgabe von Schatzanweisungen zur Deckung des außerordent⸗ lichen Bedarfs des Haushalts pro 1877. Zur Einlösung der früher in Umlauf Fülahen Schatzanweisungen, sowie zur Deckung der durch dieselben nicht bereits gedeckten Ausgaben sollen die erforderlichen Geldmittel bis zum Betrage von 4,095,000 durch Ausgabe von Schatzanweisungen beschafft werden, welche nach Maßgabe des Bedarfs all⸗ mählich ausgegeben werden sollen. Die Bestimmung des Zins⸗ satzes dieser Schatzanweisungen und deren Umlaufszeit, welche keinesfalls den 30. Juni 1878 üÜberschreiten darf, bestimmt der Reichskanzler. Etat ist eine motivirende Denkschrift beigegeben. 16 8

Dem Bundesrathe sind ferner mehrere Mittheilungen der Königlichen sächsischen Regierung über den Plan, wonach die im Neichseigenthum befindlichen militäris 85 n. Eta⸗ blissements von Dresden durch Neubauten aselbst er⸗

setzt werden müssen, zugegangen.

Die pereinigten Ausschüsse des Bundesraths für das Landheer und die Festungen urd für Rechnungs⸗ wesen, sowie der Ausschuß für Rechnungswesen und der Ausschuß für Zoll⸗ und Steuerwesen hielten heute Sitzungen.

Nach der vom Reichs⸗Eisenbahn⸗Amt in der gestrigen Ersten Beilage veröffentlichten Nachweisung der Betriebs⸗Ergebnisse der Eisenbahnen Deutsch⸗ lands exkl. Bayerns im Monat September d. J. stellt sich auf den 87 Bahnen, welche in dem Zeitraum vom 1. Ja⸗ nuar 1875 bis ult. September d. J. im Betriebe standen: Die Einnahme aus allen Verkehrszweigen im Monat Sep⸗ tember d. J. bei 34 Bahnen höher und bei 53 Bahnen ge⸗ ringer, ls in demselben Monat des Vorjahres und die Einnahme pro Kilometer im Monat September d. 8. bei 27 Bahnen höher und bei 60 Bahnen (darunter 19 Bah⸗ nen mit vermehrter Betriebslänge) geringer, als in demselben Monat des Vorjahres; die Einnahme aus allen Verkehrs⸗ zweigen bis Ende September d. J. bei 40 Bahnen höher und bei 47 Bahnen geringer als in demselben Zeitraum des Vor⸗ jahres und die Einnahme pro Kilometer bis Ende September d. J. bei 29 Bahnen höher und bei 58 Bahnen (dar⸗ unter 20 Bahnen mit vermehrter Betriebslänge) ge⸗ ringer, als in demselben Zeitraum des Vorjahres. Bei den unter Staatsverwaltung stehenden Privatbahnen einschließlich der Annaberg⸗Weiperter und Chemnitz⸗Würschnitzer Eisenbahn beträgt Ende September d. J. das gesammte konzessionirte Anlagekapital: 1,063,909,800 (381,405,900 Stammaktien, 8,595,000 Prioritäts ⸗Stammaktien und 673,908,900 Prioritäts⸗Obligationen) und die Länge der⸗ jenigen Strecken, für welche dieses Kapital bestimmt ist, 3736,35 Kilometer, so daß auf je 1 Kilometer 284,732 entfallen. Bei den unter Privatverwaltung stehenden Privateisenbahnen (ausschließlich der Uelzen⸗Langwedeler, Peine⸗Ilseder und

Narienburg⸗Mlawkaer Eisenbahn) beträgt das gesammte kon⸗ zessionirte Anlagekapital 3,078,288,0 56 (1,125,993,808 Stammaktien, 338,312,550 Prioritäts⸗Stammaktien und 1,613,981,698 Prioritäts⸗Obligationen) und die Länge der⸗ jenigen Strecken, für welche dieses Kapital bestimmt ist, 12,673,2 Kilometer, so daß auf je 1 Kilometer 242,891 kommen.

Der Diskont der Reichsbank ist heute auf 4 ½ Prozent und der Lombard⸗Zinsfuß für Waaren wie Effekten auf 5 ½ Prozent erhöht worden.

Für die Berechnung des Diensteinkommens der⸗ jenigen wieder beschäftigten Pensionäre, welche in ihrer neuen Stelle eine miethsfreie Dienstwohnung inne haben, zum Zwecke der Feststellung darüber, ob resp. in welchem Betrage ihnen die Pension neben diesem Dienstein⸗ kommen weiter gezahlt werden könne, sind nach einem Cir⸗ kular⸗Erlaß des Ministers des Innern vom 13. d. M. die Vorschriften der Allerhöchsten Ordre vom 6. Juni 1868 zur Anwendung zu bringen. Durch diese Allerhöchste Ordre ist bestimmt, welche Vergütigung die Beamten für die ihnen über⸗ wiesenen Dienstwohnungen zu leisten haben, und ergiebt sich aus dem Immediatberichte des Königlichen Staats⸗Ministeriums, auf Grund dessen die Ordre erlassen ist, daß im Sinne der letzteren die Vergütigungssätze den wirklichen Werth der den Beamten überlassenen Dienstwohnungen, in der Begrenzung auf die⸗ jenigen Beträge darstellen sollen, welche die Beamten für eine

gemiethete Wohnung an ihrem dienstlichen Wohnsitze nach den

hͤder Grundstein

durch ihre Stellung und namentlich durch ihre Diensteinkünfte bedingten Verhältnissen zu entrichten haben würden. Dies Vergütung repräsentirt mithin nach der bestehenden allgemeinen Norm den Werth der Dienstwohnungen, soweit derselbe als ein wirkliches Diensteinkommen der Beamten angemessener Weise in Betracht zu ziehen ist. Die Vergütigungssätze stellen hiernach in gleicher Weise das durch eine allgemeine Norm festgestellte Maß des Diensteinkommens dar, welches einem Beamten durch miethsfreie Ueberlassung einer Dienstwohnung gewährt wird. 8

Das Gesetz vom 12. Mai 1873, betreffend die Gewährung von Wohnungsgeldzuschüssen hat eine Aenderung dieser Grund⸗ sätze nicht herbeiführen können. Denn nach dem ersten Ab⸗ satz des §. 4 ist der Wohnungsgeldzuschuß nicht zu gewähren an Beamte, welche Dienstwohnungen innehaben, oder anstatt derselben Miethsentschädigungen beziehen. Die Bestimmungen des Gesetzes müssen daher für diese Beamten, soweit es sich um die vorliegende Frage handelt, außer Betracht bleiben.

Diejenigen Beamten, welche in ihrer früheren Stellung eine Dienstwohnung benutzt haben, sind bezüglich der Berech⸗ nung des früheren Diensteinkommens in ähnlicher Weise zu behandeln.

Die Bevollmächtigtenzum Bundesrathe: Groß⸗ herzoglich hessischer Ministerial⸗Rath Finger, Großherzoglich sächsischer Geheimer Justiz⸗Rath Dr. Brüger und Fürstlich lippischer Regierungs⸗Präsident Eschenburg, sind von Berlin abgereist.

Der hiesige französische Botschafter Vicomte de Gontaut Biron ist nach längerer Abwesenheit nach Berlin zurückgekehrt und hat die Leitung der Botschaft wieder über⸗ nommen.

Vom 1. November ab sollen die Landbriefträger auf ihren Botengängen vom Publikum Telegramme zur

Beförderung an die betreffenden Telegraphenanstalten, vor⸗

läufig versuchsweise, übernehmen.

Bayern. München, 24. Oktober. (W. T. B.) Der zum Bischof von Speyer ernannte Stiftsdekan Enzler hat auf das Bisthum thatsächlich resignirt und dem Könige bereits ein desfallsiges Gesuch eingereicht.

Sachsen. Dresden, 24. Oktober. (Dr. J.) Die evangelisch⸗lutherische Landessynode bestätigte in ihrer heutigen Sitzung zunächst ohne Debatte die von ihr in erster Lesung uͤber das Gesetz vom 8. April 1872, die Emeritirung der evangelisch⸗lutherischen Geist⸗ lichen betreffend, sowie über das Gesetz vom 9. April 1872 zu Abänderung und Ergänzung des Gesetzes, die Errichtung einer Predigerwittwen⸗ und Waisenkasse betreffend, gefaßten Beschlüsse und trat sodann in die Berathung des Gesetzentwurfs wegen Aufhebung des §. 2 des Kirchengesetzes vom 15. April 1873, die Besetzung geistlicher Stellen betreffend, ein. Dem Antrage der Majorität des Ausschusses, welcher eine theilweise Aufrechthaltung des Paragraphen be⸗ fürwortete, entgegen, wurde des HGesetzentwurf nach längerer Diskussion unverändert angenommen.

Württemberg. Stuttgart, 23. Oktober. Der Präsident von Steinbeis ist am 22. I. Mts. nach Philadelphia von hier abgereist, um einen ihm verwilligten Urlaub von 7 Wochen zur Besichtigung der dortigen Centennialausstellung zu be⸗ nützen. Von der Centralstelle für Gewerbe und Handel ist ihm behufs der Bewerkstelligung von Einkäufen für das Musterlager ein Beamter desselben auf Staatskosten beigegeben worden.

Baden. Schloß Baden, 23. Oktober. Der Erb⸗ großherzog ist gestern Abend nach Heidelberg zurückgekehrt, um dort während des bevorstehenden Winterhalbjahres seine Studien fortzusetzen.

Hessen. Darmstadt, 21. Oktober. (Fr. J.) Regierung hat den Ständen einen Gesetzentwurf, die nutzung von Leichen zu wissenschaftlichen Zwecken

auf der Landes⸗Universität betreffend, zugehen lassen. Es andelt sich hier um einen Gegenstand der Gesetzgebung, dessen ö“ Regelung auf früͤheren Landtagen vergeblich ver⸗ Dem Entwurfe sind umfassende Motive bei⸗ gegeben, welche namentlich auch die Verhandlungen anderer Landtage rekapituliren. Es mag hervorgehoben werden, daß nach dem Entwurfe Selbstmörder nur dann an die Anatomie abzuliefern sind, wenn sie auf öffentliche Kosten zu beerdigen sind.

Elsaß⸗Lothringen. Straßburg, 22. Oktober. (Köln. Ztg.) Die Arbeiten zur Herauslegung der Stadt⸗ Enceinte sind in vollem Gange. Auf der Strecke vom oberen Illanschluß am sogenannten „Grünen Berg“, über das Weißthurm⸗ und Kronenburger Thor fortlaufend bis zur Chaussee nach Schiltigheim sind bereits über 2000 Arbeiter in Thätigkeit. An einzelnen Stellen sind die Arbeiten wegen der ungünstigen Wasserverhältnisse mit bedeutenden keiten verknüpft; es sind bis jetzt fast nur Erdarbeiten ausge führt worden. Für ein großes, in die neue Linie zu liegen kommendes Kriegskasernement wurde bereits vor 14 Tagen gelegt. Die Baugruben für das

sucht wurde.

Schwierige