C
5
Proben von der Kunst des Alkamenes.
(Vergl. Nr. 1 d. Bl.)
Seit Sonnabend, dem 16. Dezember, weilt Professor Curtius in Olympia und berichtet aus Druva unter dem 21. Dezember Folgendes:
Nachdem ich die ganze vorige Woche wie ein e die griechischen Meere im Osten und Westen von Hellas durch⸗ kreuzt habe, bin ich Sonnabend Abend in Druva eingezogen und bewohne das an den Speiseraum grenzende neue Zimmer, mit übergroßen Ehren bewillkommt, Tag für Tag vorzüglich verpflegt und in einem friedlichen Kreise freundschaftlich ver⸗ bundener Landsleute wohl untergebracht zu keinerlei Klagen veranlaßt als zu einer über den endlos strömenden Regenhimmel, unter dem die Altis zu einem Morast geworden ist und der olympische Zeus zu einem Dionysos, e Acavatg.
Mein Einzug, den Dimitriadis mit griechischen Epi⸗ grammen und einer Standrede im Tempel feierte, war ein höchst beglückender Moment für mich. Die Sonne
Athens begleitete mich noch und die freudige Aufregung der Einwohnerschaft zeugte däafür, daß die Errichtung des deutschen Hauses in Druva als ein glückliches Ereigniß in
den Annalen des Alpheios⸗Thales gilt. Der Abend war aber auch ein recht beglückter. Denn kaum hatten wir in dem Brettermuseum nach dem Ritte von Pyrgos ein kleines Mahl eingenommen, so erscholl ein Jubelruf von der Ostfront her. In gerader Linie östlich von der zweiten Säule vor der
Nordost⸗Ecke, wenig westlich von dem schönen Frauen⸗
torso (im X. Berichte beschrieben), südlich von der größten der drei halbrunden Basen, kam ein männlicher Kopf zum
Vorschein, arg zertrümmert, aber von unschätzbarem Werthe; denn was erhalten ist, die rechte Seite mit Stirn, Auge,
Wange, Ansatz der Nase, Schädel und Nacken (das linke Auge
ist nur zum Theil erhalten) zeigt eine vorzügliche Arbeit und giebt zum ersten Male eine Anschauung davon, wie
Paionios, der in Olympia wiedergeborene Meister, ein Men⸗
schenantlitz darstellen konnte. Es ist ein männlicher Idealkopf; die Nase setzt gerade an die Stirn an, das Auge blickt frei und stolz nach vorn, die leise gefurchte Stirn zeigt ein vorge⸗ rücktes Alter, ebenso die kleinen Fältchen, welche vom Auge nach der Schläfe gehen. Um die Stirn zieht sich schmales Band, welches als Diadem den ganzen
Um dieses Band ziehen sich aufgebunden
welche in wulstartigen Massen das
Kopf umgeben hat. die vollen Haare,
durchgezogene Band bald verdecken, bald wieder freilassen.
Dies Motiv, welches an bekannte Dionysos⸗Köpfe erinnert, ist mit großer Sauberkeit durchgeführt, aber die Haarmassen sind auch hier unbearbeitet gelassen, und waren durch Farbe näher charakterisirt. Dagegen sind an den Schläfen kleine
Löckchen, die sich aus der künstlichen Gebundenheit frei ge⸗ macht haben, plastisch ausgearbeitet; darunter sieht man den Anfang des Vollbartes. Ueber dem Diadem wölbt sich der Schädel in drei flachen Abstufungen und scheint durch einen Aufsatz bedeckt gewesen zu sein. Man denkt unwillkür⸗ lich an den mit dem Helm bedeckten Oinomaos, denn die Größe paßt zu den Gestalten des Giebelfeldes, und eine königliche Würde ist unverkennbar. Man könnte selbst bei dem dionysischen Charakter des Kopfes an den Namen des Königs denken.
Doch enthält man sich billig aller einzelnen Bestimmun⸗ gen und Vermuthungen; denn wir haben bis jetzt immer nur einzelne Brosamen vom Tische des Alterthums; es ist noch immer unmöglich, einen Zusammenhang in das große Ge⸗ sammtbild des Ostgiebels zu bringen, — aber dieser Kopf, die daneben gefundene königliche Frauengestalt und dann die beiden Pferdehälse vom Gespanne der Nordhälfte — sie sind unschätzbare Bereicherungen unserer Kenntniß des Ganzen, und wenn dieselben auch nur tropfen⸗ weise uns zugehen, so bezeugen sie doch, daß alle Hauptsachen noch vorhanden sind und stärken zu muthiger Ausdauer.
Kaum hatten wir den bärtigen Kopf gefunden, ge⸗ waschen und mit Bewunderung betrachtet, so erscholl ein Freudenruf von der Westfront des Tempels. Auch hier enthüllte sich aus dem schmutzigen Schlamme ein Marmorkopf, und zwar ein bis auf die Nasenspitze ringsum wohl erhaltener, der Kopf eines bartlosen Jünglings.
Die Augen stehen schräg gegeneinander, die Brauen zeigen
eine unruhige Linie, das ganze Gesicht ist schmerzlich gespannt,
der Mund mit vollen Lippen leise geöffnet und an beiden
Seiten geht von den Nasenflügeln ein schmerzlicher Zug nach
den Mundwinkeln hinunter. Beide Seiten sind ausgearbeitet, aber das rechte Ohr ist viel tiefer gehöhlt, mit bewunde⸗ rungswürdigem Fleiß; man sieht, daß die rechte Kopfseite die dem Beschauer zugewendete war. Es ist der Kopf eines im Kampfe mit den Kentauren unterliegenden Lapithen. Der Kopf ist mit den kleinen krausen Löckchen bedeckt. Er ist
diesseits der Säulen aus dem Giebel zu Boden gefallen, und hat, wie es scheint, lange dem Wetter ausgesetzt dagelegen; denn die Oberfläche ist ganz von Feuchtigkeit angefressen und die Epidermis zerstört. Dennoch tritt der Ausdruck des
Ganzen kräftig hervor; es ist ein tiefes Pathos in dem Gesicht, ein wahrhast ergreifender Ausdruck des Schmerzes, ein wunder⸗ bares Gegenstück zu dem Frauenkopf desselben Giebels, welcher in seiner ganzen Schönheit unvergleichlich erhalten ist, mit der ganzen Epidermis des besonders vorzüglichen Mar⸗ mors. Dieser Frauenkopf ist aber so vollständig unbe⸗ wegt und leidenschaftslos, wie er in einem blutigen Kampf⸗ getümmel bei einer betheiligten Menschengestalt unerklärlich
ist. Ich vermuthe also, daß es ein Götterbild war, an dessen Fuß sich eine der verfolgten Frauen zu retten im Begriff war. Wie dem auch sei, der Jünglings⸗
und der Frauenkopf des Westgiebels sind nebst dem unteren Theil der schreitenden Frau mit langem Ge⸗ wande (im VIII. Bericht erwähnt), viel verheißende Von der Art, wie der Westgiebel eingestürzt ist, haben wir noch keine klare Vor⸗
4 stellung. Beide Köpfe sind dicht neben einander im weichen Boden gefunden, gerade vor der Mitte der Westfront, unge⸗
beigegraben wird.
bodens hindern. 8
fähr in der Mitte zwischen der Tempelschwelle und dem Rande der Erdschicht, welche noch 4 ½ Meter über der Fundschicht an⸗ steht. Hier wird bald der Kanal münden, welcher vom Kladeos her an der (verschütteten) byzantinischen Kirche vor⸗ Dann wird eine vollständige Ausräumung des Terrains vor der Westfront möglich werden, wo, wie wir
jetzt sehen, sehr wohlerhaltene Giebeltrümmer vorhanden sind,
und nicht solche Mauermassen späterer Zeit, wie sie an der Ostseite nach wie vor eine Klarlegung des alten Tempel⸗
8
Nachschrift. Donnerstag Abend. Heute hat aufgeklärt und es ist ordentlich gearbeitet worden. Dabei wurde an der Nordseite, wo man in die Fundschicht einge⸗ treten ist, ein lebensgroßer Marmorkopf gefunden, von dem ein Drittel erhalten, die rechte Seite mit Schädel, Schläfe, Auge und Wange nebst Ansatz der Nase; kurzes krauses Haar und Backenbart. Sehr gute Arbeit, weder zu einer Metope, noch zu einem Giebelfelde gehörig, also wohl das Stück einer marmornen Ehrenstätue aus dem Raume zwischen Tempel und Pelopion. Ferner fand man noch heute Abend vor dem Ost⸗ giebel das wohlerhaltene Stück einer Lanze, die bronzene Spitze, mit der sie in den Boden gestoßen wurde. Ebenfalls eine sehr hübsch gearbeitete Bronzenadel, den Finger einer lebensgroßen Bronzestatue (Vollguß), und ebenso den Arm einer Bronzestatuette, welche in der geschlossenen Hand einen Speer gehalten hat.
W“ — — —
Wie bekannt, befindet sich in den Räumen des General⸗ Postamts zu Berlin ein posttechnisches Museum, welches trotz der kurzen Zeit seines Bestehens bereits höchst schätzens⸗ werthe Sammlungen von Modellen, Urkunden, Zeichnungen ec. besitzt. In neuester Zeit sind der Neichs⸗Postverwaltung durch den General⸗Postmeister von Britisch⸗Indien, Herrn A. M. Monteath in Calcutta höchst interessante Gegenstände zur Vermehrung der Sammlungen theils bereits übersandt, theils in nahe Aussicht gestellt worden. Diese Zu⸗ wendung zählt im Ganzen 34 Nummern, darunter mehrere auf Palmblättern geschriebene Briefe indischer Einge⸗ borener des Distrikts Orissa; Proben von sämmtlichen in Indien ausgegebenen Postfreimarken; lithographerte Dar⸗ stellungen der in Indien bei Adressirung ꝛc. der Briefe vor⸗ kommenden Schriftzeichen; Nachahmungen von einhei⸗ mischen indischen Briefen der verschiedensten Art, Abvildungen indischer Reisepostwagen mit Schlafeinrichtung, Apparate zum Posttransport über brückenlose Ströme, Postreitkameele ꝛc.
Während der letzten Neujahrszeit, vom 31. Dezember Mit⸗ tags bis einschließlich den 1. Januar, sind bei den Postanstalten Berlins insgesammt 738,654 Stadtpostsendungen (Briefe, Post⸗ karten, Drucksachen ze.) aufgeliefert und bestellt worden.
Im gleichen Zeitraume des Vorjahres betrug die Zahl der beförderten Stadtbriefe ꝛc. 710,202 Stück; es ist hiernach in diesem Jahre eine Zunahme von 28,452 Sendungen eingetreten.
Der zwischen dem Garnison⸗Repräsentanten und der Steuer⸗ und Einquartierungs⸗Deputation hiesigen Ma⸗ gistrats abgeschlossene Vertrag vom 21./27. Dezember 1870, sowie der dazu gehörige Nachtrag vom 1./15. August 1872, betreffend die Einquartierungsverhältnisse der hiesigen Garnison eꝛc. ist pro 1877 prolongirt worden.
In Folge einer Aufforderung der Bürgermeister von Holzmin⸗ den, Hameln und Minden vereinigte sich, wie die „Weser⸗Ztg.“ mit⸗ theilt, am 3. d. M. in Bad Oeynhausen eine größere Ver⸗ sammlung städtischer Deputirter und Gewerbtreibender aus den Weserstädten, zwecks Gründung eines Vereins zur Beförderung der Weserkorrektion, und konstituirte sich als „Weserkorrektions⸗
35
verein-...
1A4A“ 11“ Nürnberg, 3. Januar. (Allg. Ztg.) Dem Germa ischen Museum, dessen Neubau tüchtig fortschreitet, sind in der letzteren Bei wieder bedeutende Gaben zugeflossen. So sandte Se. Königliche
oheit der Prinz Carl von Preußen den Betrag von 2000 ℳ und die gleiche Summe Se. Königliche Hoheit der Fürst Karl Anton von Hohenzollern für den Neubau. Die Erbprinzessin Helene von Thurn und Taxis übermachte den Betrag von 1000 Fl. zum An⸗ kaufe von Kunstwerken. Namhafte Beiträge werden auch auf ber Subskriptionsliste verzeichnet, welche unter den deutschen Standes⸗ herren cirkulirt, um dem Museum die Mittel zu verschaffen, die Lücken in der Waffensammlung auszufüllen. Die Waffensammlung ist bereits in dem im Neubau befindlichen Saale untergebracht, dessen reiche Ausschmückung der Verein der deutschen Standesherren über⸗
nommen hat.
Amsterdam, 2. Januar. In den Monaten April und Mai d. J. wird, wie schon kurz gemeldet, hierselbst unter dem Protekto⸗ rate Sr. Majestät des Königs der Niederlande eine inter⸗ nationale Gartenbauausstellung stattfinden, mit welcher auch eine Ausstellung von Produkten aus dem Pflanzenreiche als selbst⸗ ständiger Theil der Gesammtausstellung verbunden sein wird. Diese Produktenausstellung beabsichtigt man möglichst großartig und über⸗ sichtlich herzustellen und wird deshalb für jede Klasse der auszu⸗ stellenden Objekte ein eigenes Gebäude errichtet werden. Die ein⸗ zelnen (14) Klassen umfassen: Baumwolle, Tabak, Chinarinde, Krapp, Indigo, Kautschuck (Gummi elasticum) und Guttapercha, Fette und fette Oele, ätherische Oele, vegetabilische Grundstoffe zur Papier⸗ bereitung, Getreide, Catechu (Cachou), Vanille, Rhabarber, Sassa⸗ parille. Während der Ausstellung sollen mehrere Kongresse von Fach⸗ männern gehalten werden, auf welchen die obengenannten Artikel be⸗ treffende Fragen besprochen werden sollen. Die Verhandlungen, sowie die Liste der mit Medaillen in Gold, Silber und Bronze prämiirten Aussteller werden später veröffentlich. MMüe
—g
Der englische Buchhandel im Jahre 1876. Dem „Publishers Circular“ zufolge erschienen im verflossenen Jahre in England nahezu 6000 neue Bücher, einschließlich neuer Auflagen und importirter Werke. Von dieser Anzahl behandelten 693 Theologie, 470 Philologie, 419 waren Jugendschriften, 857 Novellen und Ro⸗ mane, 164 juristische Werke; 377 waren der Volkswirthschaft und dem Handel gewidmet, 252 den Künsten und Wissenschaften; 270 waren Reisewerke, 407 behandelten Geschichte und Biographie, 322 Poesie, Drama und Musik; 293 waren Jahrbücher, 181 behandelten Medizin und Chirurgie, 1076 schöne Wissenschaften u. s. w., und 166 waren vermischten Inhalts.
London, 3. Januar. (A. A. C.) Der 80 Tonnen schweren Kanone ist während der mit ihr in Woolwich vorgenommenen Ex⸗ perimente ein Unfall zugestoßen. In dem Stahlrohre wurde ein kleiner Sprung entdeckt, der sich indeß in einiger Entfernung von der Pulverkammer befindet und die Leistungsfähigkeit des Geschützes nicht beeinträchtigen dürfte. Mittlerweile sind aber weitere Schieß⸗ versuche ausgesetzt worden.
— 4. Januar. (A. A. C.) Die Themse trat gestern aufs Neue aus ihrem Bett und richtete in den südlichen Quartieren Londons schlimme Verheerungen an. Tausende von armen Familien sind obdachlos geworden und mußten eine Bete d in den Kirchen und Schulen ihres Quartiers suchen. Der Verlust an Möbeln, Hausgeräthen und Kleidungsstücken ist enorm. Glücklicherweise ging nur ein einziges Menschenleben verloren, aber unter den Obdachlosen sind Krankheiten im Zunehmen begriffen. — Von den Orkney⸗Inseln, der ganzen Ostküste, dem englischen Kanal und beiden Küsten des irischen Sees werden neue heftige Stürme gemeldet, wo⸗ durch Molos und Seemauern demolirt wurden, Schiffe auf den Strand geriethen, Werften überschwemmt und die Souterrains in meilenweit vom Gestade entfernten Häusern unter Wasser gesetzt wurden. Im Binnenlande dauert der Regen fort und die Fluthen nehmen Ueberhand. In vielen Gegenden ist der Verkehr nur durch Boote möglich. Aus Yorkshire wird heftiger Schnee⸗
fall gemeldet, der den Saaten großen Schaden gethan hat.
es sich
Paris, 4. Januar. lantischen Küste große Verheerungen und Verluste herbeigeführt. Die Deiche bei Louin und auf der Insel Noirmoutiers in der Ven⸗ dée sowie die bei Mont an der Mündung des Adour sind gebrochen und das Meer hat große Strecken Kultur⸗ und Weidelandes über⸗
schwemmt. 8
11
zum Deutschen!
Kairo, 15. Dezember. (Köln. Ztg.) Am 2. d. Mts. langte nach fast dreijähriger Füͤhrung des Oberbefehls in den ägyptischen „Aequatorial⸗Provinzen“ Gordon Pascha in Kairo an, um eine kurze Urlaubsreise nach Europa anzutreten und sich demnächst wieder
“ —
. .
Erste Beilage nzeiger und Königlich Preu
Berlin, Sonnabend, den 6. Januar
1822.
—
5 27 4
1“
auf seinen Posten am oberen Nil zurückzubegeben. Am 10. d. Mts. hat er sich über Malta nach England begeben, wo er einen drei- wöchentlichen Aufenthalt zu nehmen gedenkt. Oberst Gordon hatte als Nachfolger Samuel Bakers am 23. Februar 1874 Kairo ver⸗ lassen, um das von Aegypten am öberen Nil besetzte Gebiet zu verwalten. In Anerkennung seiner hervorragenden, mit seltener Hingabe an seine gefahrvolle Mission erworbenen Verdienste hat der Khedive ihm eigenhändig den Medijidie⸗ Orden erster Klasse überreicht. Gordons Herreise bezeichnet einen großen Fortschritt in den Transportmitteln und der Gangbarkeit der durch ägyptisches Gebiet führenden Fahrstraßen. Er rühmt sich, die Strecke von Magongo am Albert⸗ Nyanza bis nach Chartum in 15 Tagen, die Weiterreise von letzt⸗ genannter Stadt bis Kairo in 25 Tagen bewerkstelligt zu haben. Die ersterwähnte Strecke beträgt 1762, die letztere 1800 Kilometer auf dem zmfücgfele ten Wege. Gordon Pascha hatte letzthin den
Theater.
Das Scherzspiel „Touristen“ welches am Sylvesterabend zum ersten Male im Königlichen Schauspielhause in Scene ging, ist, wie das „Fremdenbl.“ meldet, da die beiden letzten Akte nicht an⸗ gesprochen haben, von dem Verfasser zurückgezogen worden. — In Vorbereitung sind „Die Pessimisten“, ein Lustspiel von Ernst Eckstein, und ein Schauspiel aus der Feder des Hrn. v. Winterfeld unter dem Titel „Guter Name“. 8
— Die französische Schauspielergesellschaft unter Di rektion des Hrn. Emil Neumann gab am Donnerstag ihre zweit Vorstellung. Zur Aufführung kamen: „Le piano de Berthe“' von Théodore Barrière und Jules Lorin und: „Le jeune mari“ von Mazeéres. Das erste einaktige Stück ist in deutscher Uebertragung unter dem Titel: „Am Klavier“ im Königlichen Schauspielhause oft und gern gesehen worden; ein Vergleich, in welchem Gewande sich das zierliche Lustspielchen vortheilhafter ausnähme, lag nahe. So vorzüglich auch auf der Königlichen Bühne die beiden Haupt⸗ rollen durch Fr. Erhartt und Hrn. Liedtke repräsentirt werden, und so gewandt und geschickt auch die deutsche Uebertragung ist, das nationale Kostüm steht der dramatischen Kleinigkeit dcch besser zu Gesicht. „Le piano de Berthe“ gehört zu jenen leichten französischen Bühnenprodukten, die eine Verpflanzung auf fremden Boden nur mit theilweiser Einbuße ihrer frischen Farbe ertragen.
Es gehört dazu die bewegliche, leichtfließende Sprache der „Causerie“. Mdme. Subra, welche die Rolle der „Berthe“ spielte, besitzt alle zu derselben erforderlichen Eigenschaften in hohem Grade. Ihr vor⸗ nehmes, elegantes Spiel, verbunden mit vollkommener Beherrschung. des geistvollen Dialogs, gewannen ihr allgemeinen Beifall. Mr. Duchesne, in der Rolle des „Frantz“, gefiel wegen der Munterkeit und Frische⸗ mit welcher er spielte. Madame Scriwana als „Julie“ machte ein zierliches Kammermädchen. Die zweite Gabe des Abends, das dreiaktige Lustspiel: „Le jeune mari“ ist an sich unbedeutend und dürfte nur dem allseitig vor⸗ trefflichen Spiele und dem geschickten, fließenden französischen Dia⸗ loge die beifällige Aufnahme verdanken, welche es am Donnerstag fand. Der Inhalt 1 sich mit wenigen Worten wiedergeben. Der Bezecher u dee. e. 85 Kchthistteheihe⸗ junger Mann,
dat sich, um seine Schulden bezahlen zu können, mit einer fünfzig⸗ 8 8 G ndw. Regts. Nr. 64 frü⸗ im Inf. jährigen reichen Wittwe verheirathet. Madame de Beaufort ist sehr 5 Föege. 88 8 “ Regts. na eifersüchtig auf ihren jungen Gatten, von dem sie glaubt, daß der⸗ Abschiedsbewilligungen Im aktiven Heere. 23. selbe ihrer in ihrem Hause lebenden jungen Nichte Clara Dezbr. v. Lepel, Hauptm a. D., zuletzt Pr. Lt. im Inf. Regt. den Hof mache. Sie will daher diese Nichte durch eine Verheirathung Nr. 61, und Hatzfeld auptm. a. D., fr. Pr. Lt. m Inf. Regt.ü mit ihrem Schwager Duperrier, einem Wittwer, aus dem Hause Nr. 88, zule Se der Landw. Inf. des 1. Bats. Landw. Regts. schaffen. Clara liebt aber nicht den schon in höherem Alter stehenden Nr. 81, die Ruszicht auf Anstellung im Civildienst ertheilt. Frhr. Duperrier, sondern einen Mr. Surville, den sie vor längerer Zeit v. Wechmar Hauptm. a. D., zuletzt Pr. Lt. von der Landw. Inf. in Dresden kennen gelernt. Dagegen möchte sich Madame Delby, des 1. Bats früͤh andw. Regts Nr. 6, früher Sec. Lt. im Inf die gleichfalls Wittwe ist, gern mit Duperrier vermählen. Es wird Regt. Nr. 46 die Aussicht auf Anstellung in der Gensd'armerie er⸗ nun von den Betheiligten ein Komplott gegen Madame de Beaufort hellt. s Dezbr. Freiherr v. Beust, Sec.⸗Lieu⸗ geschmiedet, um diese dahin zu bringen, daß sie irre Einwilligung tenant vom Dragoner⸗Regiment Nr. 21, der Abschied bewilligt. — dazu giebt, daß, Clara Mr. Surville und Madame Delby Mr. 27. Dezbr. Graf v. Lüttichau, Hauptm. a. D., zuletzt von Duperrier heimführt. Dies führt zu verschiedenen wirksamen e 8 der Res. des 1. Garde⸗Regts. zu Fuß der Char. als Major ver⸗ Scenen, die ihre erheiternden Erfolg nicht verfehlten. Der Schwerpunkt liehen — 30,. Dezbr. Seidel Sec. Lt. a. D., zuletzt im Inf. des Erfolges lag jedoch in dem exakten, sichern, sich rasch abwickelnden Regt. Nr 46. und Lehmann Sec. Lt. a. D., zuletzt von der Inf. Zusammenspiel und der vortrefflich geschulten Wiedergabe des barhe⸗ des 1 Bats. Landw. Regts. Nr. 46, die Anstellungsberechtigung für
Deutsches RNeich. Verzollung der vom Zollauslande in Berlin eingehenden Poststücke. 8 Vom 16. Januar 1877 ab wird auf Verlangen der Empfänger zollpflichtiger, mit der Post vom Auslande hier eingehender Packete die Vertretung der Empfänger bei der Steuerabfertigung durch das hiesige Packet⸗Postamt übernommen, jedoch bis auf Weiteres nur so⸗ weit es sich um gewöhnliche Packete und um Packete mit einem Werthbetrage im Einzelnen bis zu 1000 ℳ handelt. Auch bleiben diejenigen zollpflichtigen Packete, 8 8 welche an handel⸗ und gewerbetreibende Personen gerichtet sind, welche leicht zerbrechliche oder solche Gegenstände, deren Wieder⸗ 8” verpackung mit besonderen Schwierigkeiten verbunden ist, ent⸗ Albert⸗See selbst besucht, nachdem er auf einem kleinen Dampf⸗ halten und 1 sind 1““ boote, das in sei ti 30 30⸗ welche in beschädigtem Zustande eingegangen sind, 1 . 8 8 1““ 1 von⸗ der Verzollung durch Vermittelung des Packet⸗Postamts ausge⸗ gesetzt wurde, die noch unerforscht geblieb b ossen. 8 3 8 8 Flusses bis zu seinem dh etrenf P2. “ See brece des Wie der Postbehörde, so 12 aich Se; 8.s ren war. Was die Erforschung des Sees anlangt, so hat er so gut vorbehalten, die Anwesenheit des Pa eee 0 8 . wie nichts zu den Entdeckungen Bakers hinzuzufügen vermocht, schriftlicher he“ 1AA“ indem er auf dem Albert⸗Nyanza nicht weiter gekommen gung in besenderen Fällen zu 9 . EEE1“ ist, als der Entdecker selbst im Jahre 1864 Der Den Empfängern, deren Sendungen dur 1 Se ung 8 Dampfer ist dann wieder den Fluß hinab nach Dufle geführt wor⸗ Packet⸗Postamts versteuert werden He. werden d Post packet⸗ den. Die zur größeren Transportfähigkeit seiner einzelnen Stücke a—dressen mit einem diesbesüglichen Zettef eesete e n. . 8 ars erforderliche allzu geringe Solidität des kleinen Fahrzeugs soll gegen Febn 11 Packet⸗Postamts verlangt wird, zu esbbs die häufigen Stöße der in diesen Gewässern überaus zahlreichen Nil⸗ Eö“ 8g ttel n bst der Postpacketadresse entweder dem pferde so wenig Stand gehalten haben, daß statt weiter reichender schreiben und der Zet 2 F. d mfehaceta refse egmeg en de Unternehmungen zu Wasser auf die Sicherstellung der mit den größe Hrjestof hi rg hag eenaf⸗ 70) 9 8 ten Opfern und vielem Zeitauf oande seiner Zeit nach Dufle ge⸗ Packet⸗Postamt (Oraꝛ ger ahe Abr u e schafften Maschine Bedacht genommen werden mußte. Gordon will Die EETTT11““ IA1A“ rhenwäreg 1 “ afäfigeres t 8. gleich⸗ wollung neg üren für die steueramtliche Abfertigung jeder Sendung alls zerlegbares Fahrzeug bauen und na ufle schaffen lassen, um “ 8” 1 G e dasselbe mit der noch wohlerhaltenen Dampfmaschine zu versehen. FEtrge20 Bestellung des Packets wird das gewöhnliche 8 . Die (Empfänger von zollpflichtigen Packeten können auch, wenn sie es vünschen, das Packet⸗Postamt ein für. allemal zur Ver⸗ zollung verartiger Packete durch desfallsige Erklärungen im Voraus rmächtigen. 8 ee. Vermittelung des Packet⸗Postamts zur Versteuerung tritt auf Berlangen auch für abholende Korrespondenten ein. Die Adressen zur Abgabe der Erklärungen werden durch die abholenden eigenen Boten übersandt, während die Sendungen selbst demnächst im Wege der Bestellung zugeführt werden. Berlin, C., den 2. Januar 1877. Der Kaiserliche Ober⸗Postdirektor.
—
Königlich Preußische Armee.
88 Beförderungen und Versetzungen. Im aktiven Heere. Berlin, 23. Dzbr. Erbprinz Carl Egon zu Fürstenberg, in der Armee, und zwar als Sec. Lt. a la suite des Garde⸗Hus. Regts., unter Vorbehalt der Patentirung angestellt.
rhr. v. SIeer Pr. Lt. vom 1. Garde⸗Regt. z. F., aunter Fehtiung von seinem Kommdo. zur Dienstleistung beim Jäger⸗ Bataillon Nr. 5, als Adjutant zu seinem Vater, dem General⸗ Feldmarschall ꝛc. Freiherrn von Manteuffel, kommandirt. v. Kleist, Sec. Lt. vom Gren. Regt. Nr. 1, als außeretatsm. Sec. Lt. in das Feld⸗Art. Regt. Nr. 1 versetzt. — 27. Dzͤbr. Frhr. v. Lützow, Major vom Inf. Regt. Nr. 84, unter Entbind. von seinem Kommdo. als Adjut, der 18. Div., in das Inf. Regt. Nr. 71 versetzt. Wedemeyer, Rittm. Wund Esedr. Chef im Hus. Regt. Nr. 3, unter Versetzung in das 2. Vö Regt. Nr. 8, als Adjut. zur 18. Div. kommandirt. Géniol, Rittm. vom Hus. Regt. Nr. 8, unter Entbindung von seinem Kommdo. als Adjut. der 20. Kav. Brig., als Eskadr. Chef in das Hus. Regt. Nr. 3 versetzt. Frhr. v. Ketteler I., Pr. Lt., aggr. dem
Hus. Regt. Nr. 8, in das Regt. einrangirt. v. Knebel⸗Döberitz,
de Lt. vom Kür. Regt. Nr. 4, als Adjut. zur 20. Kav. Brig. kom⸗
mandirt. * In der Gensd'armerie. 23. Dezbr. v. Rohr, Pr. Lt. von
welche Vorzüge die dramatische Unbedeutendheit des Stückes vergessen S. Sees. r.. it. He tn a. I., zulet bei der lach 2 1.n c nef wintte 8-” daß 88 de fast 5 E11““ eit Hönhn Nr. 68, die Erlaubniß nterbrechung in rascher Aufeinanderfolge gespielt wurden. Die weib⸗ nagS A „Art des II.2 gSese. kicge eche Werer e kigenfüchtigen Mavame de Beaufort der Unif. der Landw. Fuß⸗Art. de Urmee⸗Corp gab Mdme. Salanson mit effektvoller realistischer Komik, während zd* 23. Dezbr. Ballhorn, 1“ “ er Geede Brig. ols Oberst⸗Lt. mit Pens. und der Delby“ sich Mdmes. Scriwana und Deshayes als tüchtige Künstle⸗ Ungo des Inf⸗ Regts. Nr. 24 ger Akschied bewilligt. rinnen bewährten. Unter den männlichen Harstelern zeichnete sich Im S Inliss corps. 27. Dzbr. Dr. „Fritze, Stabs⸗ e“ und Bats. Arzt vom 2. Bat. Inf. Regts. Nr. 66, zum Ober⸗Stabs⸗ arzt 2. Kl. und Regts. Arzt des Ulan. Regts. Nr. 10, Dr. Angen⸗ stein, Stabs⸗ und Bats. Arzt vom Pion. Bat. Nr. 7, zum Ober⸗
Behandlung der Sprache aus. Neben ihm wußte Mr. u“ 82 Fmngen. nean⸗ de Beaufort“ in sicherem, ge⸗ wandten Spiele mit charakteristischen Zügen auszustatten; doch hätte Stabs d Regts. Arzt des Inf. Regts. Nr. 18, Dr. der Chevalier Beaufort gewonnen, wenn Mr. Demey weniger grelle Seahearat g ga. 1un ec gegt ilentödon 8er Pülbcheit Feld⸗Art. Regts. Farben aufgetragen hätte. Mré. Lson Noel und Binot in den pPar⸗ Nr. 21, zum Ober⸗Stabsarzt 2 Kl. und Regts. Arzt des Inf. Regts. Nr. 51, tien des „du Duperrier“ und „John“ trugen ihrestheils zu dem ge⸗ Dr. Pfeffer, Ober⸗Stabsarzt 1. Kl. und Regts. Arzt vom Ulan. lungenen Ensemble bei. 8 1 1 Regt. Nr. 10, zum Inf. Regt. Nr. 113 versetzt und gleichzeitig mit Ihre Majestäten der Faiser und die Kaiserin, wie Wahrnehmung der divisionsärztlichen Funktionen bei der 29. Div. auch Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz beehrten beauftragt. dr. Gygas, Ober⸗Stabsarzt 2. Kl. und Regts. Arzt die Vorstellung mit Ihrem Besuch und verweilten bis zum Schluß. vom Inf. Regt. Nr 18, als Garn. Arzt nach Straßburg, Dr. — Da der Andrang des Publikums zu den letzten Vorstellungen C laussen, Stabs⸗ und Bat. Arzt vom 2. Bat. Inf. Regts. Nr. 88, zum Pion. Bat. Nr. 7, Dr. Kümmel, Stabs⸗ und Bat. Arzt vom Füs. Bat. Inf. Regts. Nr. I11,
der „Fatinitza“ ein außergewöhnlicher war, sieht sich die Direktion zum 2. Bat. Inf. Regts. Nr. 88, Dr. Egermann, Stabsarzt vom medizin. chirurg. Friedrich ⸗Wil⸗ heims⸗Inftitut, als Abtheil. Arzt
des Friedrich⸗Wilhelmsstädtischen Theaters veranlaßt, die erste Vorstellung der neuen Posse: „Berliner Pickwickier“ bis zum Sonnabend, den 13. Januar, hinauszuschieben.
— Hr. Wilhelm Fliegner ist aus dem Verbande des Stadt⸗ theaters ausgeschieden.
zur 2. Abtheil. Feld⸗Art. Regts. Nr. 21, Dr. Finkelnburg, Stabsarzt a. D., zuletzt bei der Landw. des 2. Bats. Landw. Regts. Nr. 28, bei den Aerzten des Beur⸗ laubtenstandes wieder einrangirt und, unter gleichzeit. Beförderung zum Ober⸗Stabsarzt 2. Kl. der Landw., dem Res. Landw. Regt. Nr. 35 überwiesen. Dr. Rügner, Ober⸗Stabsarzt 2. Kl. der Landw., und Dr. Jaensch, Stabsarzt der Landw., beide vom Res. Landw. Regt. Nr. 38, mit der Unif. des Sanitäts⸗Corps, Dr. Wessely, Stabsarzt der Landw. vom Res. Landw. Regt. Nr. 35,
Redacteur: F. Prehm.
Verlag der Expedition (Kessel). Druck: W. Elsner
8 Vier Beilagen . 8 (einschließlich Börsen⸗Beilage).
Berlin:
Landw. Regts. Nr.
32, Dr. Re itemever, Stabsarzt der Seewehr vom 1. Bat. Landw. Regts. Nr. 71, sämmtlich der Abschied bewilligt. Königlich Bayerische Armee.
Ernennungen, Beförderungen und Versetzungen. 27. Dzbr. v. Orff, Gen. Lt. und Kommandirender des II. Armee⸗ Corps, à la suite des 2. Jäger⸗Bats. gestellt. Frhr. v. Müller, Gen. Major und Commdr. der 1. Feld⸗Art. Brig. und Frhr. v. Leon⸗ rod, Commdr. der 2. Div., zu Gen. Lts. befördert. 1 Beamte der Militärverwaltung. 16. Dzbr. Rüge⸗ mer, Zahlmstr. des 3 Feld⸗Art. Regts. die Berechtigung zum Tragen der aus dem 3. Inf. Regt. verabschiedeten Sec. Lts. verliehen.
XIII. (Königlich Württembergisches) Armee⸗Corps.
Ernennungen, Beförderungen und Versetzungen ec. Im aktiven Heere. 18. Dzbr. Wilhelm Eugen, Her⸗ zog von Württemberg, Königl. Hoheit, Major und etatsm. Stabs⸗ offiz. im Ulan. Regt. Nr. 19, unter Saen à la saite dieses Regts. zur Dienstleistung als etatsm. Stabsoffiz. zum Hus. Regt. Nr. 11 kommandirt. Schönlin, Major à la zuite des Drag. Regts. Nr. 25, kommdrt. zur Dienstleist. als etatsm. Stabsoffiz. bei dem Ulan. Regt. Nr.
9, von diesem Kommdo. entbunden. Frhr. Schott v. Schottenstein, Major
Öund Bats. Commdr. im Gren. Regt. Nr. 119 in das Inf. Regt. Nr. 122 versetzt. Frhr. v. Hügel, Hauptm.
und Comp. Chef im Gren. Regt. Nr. 119, zum Major befördert. v. Kern, Pr.
Lt. im Gren. Regt. Nr. 119, kommandirt als Adjutant zur 52. Infanterie⸗Brigade, unter Entbindung von dem zeitigen Kommdo. Verhältn., zum Hauptm. und Comp. Chef befördert, mit Vorbehalt der Patentirung. Scharpff, Pr. Lt. im Inf. Regt. Nr. 122, unter Versetzung in das Gren. Regt. Nr. 119, als Adjut. zur 52. Inf. Brigade kom⸗ mandirt. Schmitt I., Pr. Lt. im Inf. Regt. Nr. 124, in das Inf. Regt. Nr. 122 versetzt. Horn, Sec. Lt. im Inf. Regt. Nr. 124, zum Pr. Lt. befördert. Graf v. Waldburg⸗Zeil⸗ Trauchburg, Erlaucht, Pr. Lt. à la suite des Gren. Regts. Nr. 119, unter Belassung in seinem Verhältniß à la suite Regts., der Charakter als Hauptm. verliehen. x25. Dzbr⸗ Schönlin, Major à la suvite des Drag. Regts. Nr. 25, als etats mäßiger Stabsoffiz. in das Ulan. Regt. 19 vrsecttat
1
Statistische Nachrichten. 8
Das eidgenössische statistische Bureau hat den ersten Theil der durch die am 21. April 1876 in der Schweiz stattgefun⸗ denen Viehzählung festgestellten Ergebnisse veröffentlicht. Nach einer durchschnittlichen Approximativschätzung der einzelnen Kategorien beträgt der Gesammtwerth des schweizerischen Viehstandes aller Klassen 333,675,505 Fr., was im Durchschnitt 124 Fr. 21 C. auf den Einwohner macht. Die Zählung ergab ferner, daß in allen Kategorien des Viehstandes mit Ausnahme der Maulthiere, Esel und Schafe seit der letzten Zählung vom 21. April 1866 eine zum Theil nicht unbeträchtliche Abnahme stattgefunden hat. Im Vergleich mit anderen Ländern zählt die Schweiz auf 1000. Einwohner 39 Pferde, während 176 in Dänemark, 150 in Mecklenburg⸗Schwerin, 92 in Preußen, 88 in Frankreich, 73 in Bayern, in Oesterreich und 26 in Italien auf die gleiche Anzahl Einwohner kommen. Rindvieh zählt die Schweiz auf 1000 Einwohner 388 Stück, Dänemark 687, Bayern 630, Oesterreic 364, Preußen 350, Frank⸗ reich 313 und Italien 130; Schweine: die Schweiz 125, Mecklenburg⸗ Schwerin 345, Bayern 179, Preußen 174, Frankreich 149, Oester⸗ reich 125 und Italien 58; Schafe: die Schweiz 138, Mecklenburg⸗ Schwerin 1971, Preußen 797, Frankreich 681, Bayern 276, Italien 261 und Oesterreich 246; Ziegen: die Schweiz 148, Italien 63, Preußen 60, Frankreich 50, Oesterreich 48 und Bayern 40; Bienen⸗ stöcke: die Schweiz 67, Mecklenburg⸗Schwerin 80, Baypern 70, Preußen 59, Frankreich 57 und Oesterreich 45, immer auf 1000 Ein⸗ wohner gerechnet. In dem Jahrzehnt von 1866 bis 1875 wurden an Pferden 2596, an Rindvieh 21,895, an Schweinen 38,728, an Schafen 45,532, und an Ziegen 5100 Stück in die Schweiz mehr ein⸗ als ausgeführt.
— Die Universität Bern zählt im Wintersemester 1876/77 311 Studirende “ 286 im Sommersemester; dazu 98 Auskul⸗ tanten; also Gesammtsumme der Hörer 409 gegen 351 im vorigen Semester. Weibliche Studirende sind darunter 30, und zwar 26 der medizinischen, 3 der philosophischen und 1 der juristischen Fakultät angehörig. Das Lehrerpersonal zählt 78. Personen.
Rom, 2. Januar. Die hiesige General⸗Direktion für Statistik bereitet eine Geschichte der Arbeiterlöhne und der Lebensmittelpreise vor, welche theilweise bis 200 Jahre zurückgeht. Dieser Statistik, an welcher das statistische Bureau und persönlich der Direktor desselben seit zwei Jahren arbeiten, wird so⸗ dann eine Statistik der Pferde und Maulesel, unter Zugrundelegung der Daten, welche die in der Nacht vom 8. auf den 9. Januar 1876 gleichzeitig im Lande vorgenommene Zählung lieferte, folgen. End⸗ lich steht die Veröffentlichung der allgemeinen und besonderen Be⸗ richte der bisher gehaltenen regionalen landwirthschaftlichen Kongresse von Foggia, Novara, Portici, Florenz, Palermo, R und Reggio Emilia bevor. 1
“ Gewerbe und Handel.
Berlin, 6. Januar. (Entwicklung des Geld⸗ und Kapitals⸗ Marktes im Dezember 1876.) Die Abundanz des Geldmarktes, die im Wesentlichen unverändert seit einer ganzen Reihe von Monaten andauert, ist auch in dem letzten des vorigen Jahres nicht gewichen. Die mit dem Jahresschluß nothwendig verbundenen großen Baar⸗ ausgaben der Privaten und der Institute wurden zwar durch einen knapperen Geldstand am offenen Markte schon im Anfang des vorigen Monats signalisirt; aber die Status des großen deutschen Geld⸗ reservoirs, der Reichsbank, 8. noch bis zum Schluß der vorletzten Woche ein Anwachsen der Anlagen — in nennenswerthem Umfange — vermissen; damit zugleich ist der Umfang des Kreditbedürfnisses als unbedeutend im Feepdfltn ⸗ 18 der mfangen des Geldmarktes
zei 8 t betragen bei der Reichsbank: u“ gen 31. Oktbr. 30. Novbr. 23. Dezbr. (in Tausenden Mark) 544,801 569,126 573,570
519,435 478,484 479,158 urze Verbindlichkeiten . 163,239 158,857 ,39⸗ 8 1Es ist also bis Ende der dritten Dezemberwoche ein Anwachsen des Baarvorraths unter gleichzeitiger Verringerung des Notenum⸗ laufs zu konstatiren, während die Anlagen in Wechseln und Lombard am 23. Dezember gegen Ultimo November eine verschwindend kleine Differenz zu Gunsten des ersteren Datums ergeben und nur in den täglichen Verbindlichkeiten ein mäßiges Plus zu Gunsten des letzteren
Ausdruck gewinnt. “ 8 Dieser Lage entsprechend blieb die Reichsbank naturgemäß bei
Der gesammte Kassenbestand Wechselbestand und die Lombard⸗
forderungen . . . . . . Notenumlauf.
1 konts Platz. — Für die Ultimotage des November war bei flüssigem
Geldstande der Privatdiskont mit 3 % notirt worden und in den ersten Tagen des Dezember schwankte derselbe zwischen 2 ¾ und 3 %; um die Mitte des Monats wuchs die Rate am offnen Markt all⸗ mählich bis auf 3 ¾ % (21./12.) an und hielt sich weiterhin fest zu 3 ¾. In der letzten Woche des abgelaufenen Jahres kam das größere Kreditbedürfniß der Börse und wohl auch des Waaren⸗ geschäfts energischer zur Geltung, wie aus dem Jahres⸗ Ultimoausweis der Reichsbank erhellt. Der Gesammtbedarf aber hat den Status der Bank nicht wesentlich ungünstiger gestaltet; wenn man überdies in Betracht zieht, daß im Beginn eines neuen Jahres die Anlagen der Bank sich erfahrungsmäßig vermindern und der Baarvor ath anwächst, so darf der Jahres⸗Ultimoausweis als ein recht günstiger angesehen werden. Diesen Motiven allein dürfte die gestrige Herabsetzung der offiziellen Rate von 4 ½ auf 4 % entsprungen sein. Seit der vorangegangenen Aufmachung batte der Kassenbestand um 11,693,000 ℳ abgenommen, während die Anlagen der Bank in Wechseln und Lombarden um 27,837,000 ℳ zugenommen, demgemäß aber auch der Notenumlauf um 50,220,000 ℳ angewachsen war. Ein Vergleich des letzteren mit dem Ultimoausweise vom November und dem Medio⸗Dezember⸗Aus⸗ weis ergiebt bei der Reichsbank folgendes Bild: 5 30. Dezbr. (in Tausenden Mark)
30. Novbr. 15. Dezbr. 569,126 580,654 561,877 429,175 408,461 446,469 49,309 48,393 60,578 Notenumlauf. . . . . 719,925 706,160 766,107 Tägliche Verbindlichkeiten 158,857 159,899 141,158 Die Bewegungen in den entsprechenden Status der preußi⸗ schen Bank in den Vorjahren “ sich “ dar:
1875. 15.
November. Dezember. Dezember. Gesammter Kassenbestand.
“ 479,327 478,345 449,080 Anlagen in Wechsel und Lombard 439,631 428,519 : 8 Notenumlauf LE1“
Gesammter Kassenbestand Wechselbestand Lombardforderungen
684,535 676,212
630,7692 628,866
assenbestand. Fesensefth 439,344 403,902
Anlagen in Wechsel und Lombard FPgöö.. 830,139 801,594 Es kennzeichnet sich also auch in den beiden V Ultimo⸗November⸗Ausweis gegenüber ein Rückfluß der Anlagen bis Mitte Dezember, doch trat alsdann (und zwar schon in der dritten Dezemberwoche — besonders in 1875) eine sehr bedeutende Zunahme an Wechseln und Lombardforderungen ein, der eine ähnliche Ver⸗ mehrung des Notenumlaufs resp. Abnahme des Baarvorraths ent⸗ rechen. 8 den. Lage des internationalen Geldmarktes wird am besten durch die Bewegungen am Londoner Platze charakterisirt. Die straf⸗ 8. Tendenz, die bereits in der zweiten S. des November zum usdruck kam, hat sich im Dezember noch energischer gezeigt. Die Dezember⸗Status der englischen Bank lassen, obgleich sie noch immer eine ungewöhnlich günstige Situation kennzeichnen, doch eine größere Inanspruchnahme der Baarmittel des Instituts erkennen. Englische Bank. 29. Novbr. 27,554,155 6,538,842 24,916,197 15,739,297 16,752,031 29,456,189 3,036,985
28. Dezbr. 27,898,285
8,173,488 22,875,676 15,958,653 17,518,852 28,365,434
13. Dezbr. 27,196,160
7,231,822 24,505,596 15,833,004 17,017,236 29,006,090
3,035,132
Noten⸗Umlauf 82 Staats⸗Depositen Privat⸗Depositen Regierungssicherheiten. Privat⸗Sicherheiten Metall⸗Vorrath.
Rest E1““ ,03 1 ne Noten⸗Reserve 16,069,015 16,002,980 14,192,660
Metall⸗Reserre „ 833,019 806,950 1,274,519 Es 9 also während des ganzen Monats das Portefeuille be⸗ ständig angewachsen, der Baarvorrath sowie die Notenreserve konti⸗ nuirlich zurückgegangen; der Notenumlauf dagegen zeigt bis gegen Mitte des Monats einen Rückgang, ging dann aber um so stärker in die gegentheilige Bewegung über. Die offizielle Bankrate betrug in London unverändert 2 %; am offenen Markte aber stieg der Diskont schon zu Beginn des Dezember von 1 %⅞ auf 1 ½ %, welcher Satz sich den ganzen Monat hindurch behauptete; der letzte Geschäfts⸗ tag des vorigen G und Jahres erst wies eine weitere Steige⸗ rung auf 1 ½ % nach. b 1 g.Der Ferltelebmatlt zeigte im Dezember eine im Wesent⸗ lichen normale Entwicklung die nur selten durch Ereignisse auf poli⸗ tischem Gebiet und auch dann nur ganz vorübergehend unterbrochen wurde. — Auf dem Wechselmarkt hat die Devise St. Petersburg nach den jähen Rückgängen in den letzten Tagen des November eine noch weitere Preisherabsetzung erfahren; während Wechsel auf St.
etersburg notirt wurden 2 318 Oktober 30. 'r ghe Fö1 e
256, 8 betrug der niedrigste Dezembercours 240,80 ℳ für 100 S.⸗Rb.
Hie Se wand ven der Oesterreichischen Valuta kommen in den Berliner Wechselcoursen auf Wien folgendermaßen zum Ausdruck. Es wurde hier notirt (100 Fl. in Mark) am
1. Dezember 15. Dezember 30. Dezember 159,50 162,00 161,60 an denselben Tagen notirte der Wiener Platz Wechsel auf London
10 Pfd. Sterl. in Fl): “ 127 70 8 126,70 125,00,
d. h. das Preisverhältniß zwischen deutschem Markwährungs⸗Gold und Florin österreichischer Währung wuchs zu Gunsten der letzteren um 2,10 ℳ per 1.; gleichzeitig wich der Preis von Londoner Gold in Wien um 2,70 Fl. pr. 10 Pfd. Sterl. Eine entsprechende Werthveränderung wird durch die Notiz von Napoleons (20 Frs. in Gold) in Wien gekennzeichnet; dieselben galten 1. Dezember 15. Dezember 30. Dezember 10,17 10,13 % 9,97¼
In Berlin scbwankte der Wechselcours auf London nur gering⸗
fügig; die höchste Netis war 20,44, (7./12.), an den vorerwähnten t dieselbe .
vn laut: diis 20,41 20,40
Der Londoner Silbermarkt bewahrte mit einigen unwe⸗ entlichen Schwankungen seine feste Tendenz; gegen uttimo November ist eine weitere Preissteigerung zu verzeichnen. Es galt ae (Pence p. St. Unze) in London 1
31. Oktober. 1. dee 298 30. “
Die Goldankäufe der deutschen Reichsbank beliefen sich
vom 1.— 23. Dezember auf 18,155,819 ℳ und seit 1. Januar 1876 369,669 ℳ “ anf b” der Berliner Börse zeigte der Markt der einheimischen und fremden Anlagepapiere im Dezember mehr Stetigkeit. als in den vorhergehenden Monaten; durchschnittlich zeigt sich hier eine Preisbesserung. Die Berliner Börse es . . Dezbr.
1. Dezbr. . reußische konsol. Anleihe 103,60 103,80 Befubit Papierrente ... 48 b
Oesterr. Silberrente 8 52 Russ.⸗engl. Anleihe von 1822
15. Dezember.
Dr. Bendowski, Stabsarzt der Landw. vom 1. Bat. Landw.
“ u“]
Stabsarzt der L m 2. Bat.
ihrer Diskontrate (seit 25. Oktober) von 4 ½ % stehen; am offnen ührer dagegen griffen ziemlich bedeutende Schwankungen des Dis⸗
“ .“ “
.68,25 Russ. 4 ½ % Anleihe von 1875 . 72,50