1877 / 21 p. 1 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 25 Jan 1877 18:00:01 GMT) scan diff

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11““ Liverpool, 23 Januar. (W. T. B.) Baumwolle.

Liverpool, 23. Januar. (W. T. F.)

IHHull, 23. Januar. (W. T. B.) Getreidemarkt. Wetter: Schön. Manchester, 23. Januar. Nachmittags. 12r Water Armitage 8 ⅜, Micholls 10 ½¼, 30: Water Gidlow 11 ½,

Amerikanische aus irgend einem H-fen März-

April-Lieferung 731. 2-April-Verschiffang 75/18 d.

Bei der heute er- öffneten Wollauktion waren 16,000 Ballen zum Verkauf gestellt. Die Preise, welche Anfangs stetig waren, wichen echliesslich ½ †¼ d.

Slasgom, 23. Januar, Nachmitrags. (W. T. B.) EFoheisen ruhig. Mixred numbres warrants 57 sb. 3

Diie XVerschiffungen der letzten Woche betruges 5100 Tons.

gegen 6200 Tors in derselben Woche des vorigen Jahres.

Sämmtliche Getreidearien unverändert. ( X .

12r Water Taylor 9 ½, 20r Water 30r Water Clayton 12 ¼. 40r

Rowland 12, Printers 1¹6/16 2³⁄⁄0 8 pfd. I11.

Produktenmarkt April 64,00, pr. März -Juni

August 68,25. Wetter: Schön.

40r Double Weston 13 ½, 60r Double Weston 16 ½⅛, Marbt rubig, aber fast.

Paris, 23. Januar, Mirtags. (W. T. B.) 1

Rohzucker nuhig, Nr. 10/13 pr. Januar pr. 100 Kilogr. 71 50. Nr. 7/9 pr. Januar pr. 100 Kilogr. 75,50. w eisser Zucker uliig, Nr. 3 pr. 100 Kilogr. pr. Januar 81,00, pr. Febrear 81 00. pr. Januar-April 81,50, per März-Juni —,—.

Parin, 23. Januar, Nachm. (W. T. B.) (Schlussbericht). 8 Jan. 28,00, pr. Februar 28,25, pr. März-April 29,00, pr. Maärz-Juni 30,00. Mehl weichend, pr. Januar 63 25, Fr. Februar 63 25, pr. März- 19 ⅛. 96,25, pr. Kärz-April 97,50, rr. Mai-August 98,25, pr. September- Dezember 95 00. Spiritvs behauptet, pr. Januar 65,50, Pr. Mai-

Paris, 23 Januar, Abends 6 Uhr. (W. T. B.) ““

Orleans 12 ⅛. Weirnen matt, pr. mired) 63 C.

Rüböl fest, pr. Januar

Prodaktenmarkt. Februar 63.25. pr. März-April 64,00, pr. März-Juni 65,00.

St. Petersburg, 23. Januar, Nachm. 5 Uhr.

Produktenmarkt. Roggen loco 7,25. Haf r loco 4.50. Hant loco —,—. (9 Pud) loco 12,50 Wetter: 3 Grad Kälce.

Neu-York, 23. Januar.

Waarenbericht. Baumwolle in New-York 13 ⅜, do. iu Rewm- Petroleum ia New-York 26 ⅞, do. in Phülladelphia 26 ¼½. Mehl 6 D. 25 C. Zacker (Fair refining Mns-vades, 9 ⅛. Kaffee (Rio-) Schmalz (Marke Wücox) 11 ⅞. Getreidefracht 6.

Mehl weichend, pr. Januar 63,25. pr.

(W. T. B.) Talg loco 49,50.

Abends 6 Uhr. (W. T. B.)

zother Frühjahrswenea 1 D. 48 C. NMais (old.

9 C.

Speck tshort clear)

Kündigungen und Verloosungen- . Cöl er Dombau-Prämien-Collecte von 1876. Ziehnngsliste; s. unter Ins. der Nr. 19.

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Theater.

Günigliche Schauspiele. Donnerstag, den 25. Januar. 20. Vorstellung. Don Juan. Oper in 2 Abtheilungen mit Tanz von Mozart. Anfang

halb 7 Uhr.

Wegen Erkrankung des Frl. Hofmeister kann die

angekündigte Vorstellung von Fernand Cortez nicht stattfinden. 8

Schauspielhaus. 20. Vorstellung. Zum ersten Male: Ein Pessimist. Lustspiel in 4 Akten von In Szene gesetzt vom Direktor

Eckstein.

Besetzung: Fritz v. Tondern, Hr. Liedtcke. Heinrich v Blomberge, Hr. Dehnicke. Mr. James Black, Hr. Goritz. Mollwitz, Kaufmann, Hr. Schmidt. Jehrum, Licentiat und Redacteur einer theologischen Monatsschrift, Hr. Kahle. Kuni⸗ gunde v. Randau, Fr. Haase. Laura v. Wüsten⸗ feld, Schwester der Fr. v. Randau, Frl. Reichardt. Emma Weber, Gouvernante, Frl. Keßler. Ein Diener im Randau'schen Hause, Hr. Berthold. Asta, Frida, Benno, die Kinder der Frau v. Randau.

Zum Schluß: Herrn Kaudels Gardinen⸗ predigten. Lustspiel in 1 Akt von G. von Moser.

8 U 8. reitag, den 26. Januar. Opernhaus. 21. Vor⸗ Der fliegende Hollünder. Romantische n 3 Akten von R. Wagner. Anfang 7 Uhr. Schauspielhaus. 21. Vorstellung. Ein Er⸗ folg. Lustspiel in 4 Akten von Paul Lindau. (Eva: Fr. Niemann als Gast.) Anfang 7 Uhr. Saal⸗Theater. Donnerstag, den 25. Janrar. )Deuxisme repgrésecntation ce: La Cigale chez es Fourmis. Comédie en 1 acte par Mrs. Erneste Legouvré et Eugène Labiche. 2) Première représentation de: Par droit de conquéte. Comédie en 3 actes par Mr. Erneste Legouvé. Die französischen Theater⸗Vorstellungen finden in r Folge Dienstags, Donnerstags, Sonnabends und antags statt. 1 Preise der Plätze: Fauteuil und Fauteuil⸗Loge 550 ₰. Parquet⸗Loge 3 50 ₰. Parquet 50 ₰. Parterre⸗Loge 2 Galerie 1 Faliner-Theater. Donnerstag: Z. 33. M.: Der Löwe des Tages. Posse mit Gesang in 3 Akten von H. Wilken, mit Benutzung eines Originalstoffes von H. Tornauer. Freitag und die folgenden Tage: Vorstellung.

Dieselbe

victoria-Theater. Direktion: Emil Hahn Donnerstag: Gastsp. d. Frl. Josephine Zimmermann, erste Solotänzerin vom K. K. Hofoperntheater in Wien. Mit durchaus neuer Ausstattung zum 33. Male: Die schöne Melusine. Volksmärchen (Große Feerie) mit Gesang und großen Ballets in 4 Akten und 15 Bildern von E. Pasqué und Carl Brandt, für das Victoria⸗ Theater bearbeitet von Carl Treumann. Musik von G. Lehnhardt, Kapellmeister des Victoria⸗Theaters. Ballets von G. Carrey, Balletmeister von der großen Oper in Paris. Freitag: Zum 34. Male: Die schöne Me⸗ lusine.

Priedrich-Withelmst. Theater. Donnerstag u. d. folg. Tage: Fatinitza. 1

Residenz-Theater. Donnerstag: zastspiel des Hrn. Carl Sontag: Des Malers Meister⸗ stück. Doktor Wespe.

Krells Theater. Donnerstag: Zum ersten Male wiederholt: Haus Quilitz. Charakterbild mit Gesang und Tanz in 3 Akten von A. Langer und H. Wilken. Musik von R. Bial. Dazu Weihnachts⸗Ausstellung. Concert⸗Anfang 5 ⅛, der Vorstellung 7 Uhr.

Freitag u. d. folgenden Tage: Dazu Weihnachts⸗Ausstellung.

WRoltersdorff-Theater. Donnerstag: Mit euen Dekorationen, Kostümen und Requisiten, zum 33. Male: Flamina. (Flamina: Frl. Damhofer, Phosphorino: Hr. Emil Thomas.) 8

Freitag und folgende Tage: Flamina

Haus Qutllitz.

Stadt-Theater. Donnerstag: Halbe Kassen⸗ preise. 27. Ensemble⸗Gastspiel der Mitglieder des Wallner⸗Theaters unter Mitwirkung und Direktion des Herrn Theodor Lebrun. Zum vor⸗ letzten Male: O, diese Männer! Lustspiel in 4 Akten von Julius Rosen. Parquet 1 50 ₰, Logen 3 1

Freitag: Zum letzten Male: O, diese Männer!

Sonnabend: Zum 1. Male: Madame Caverlet. Schauspiel in 4 Akten von Augidr.

National-Theater. Donnerstag: Gastspiel der Fr. Hoppé v.- Rigéno und des Hrn. A. Weirauch: Robert und Bertram.

Freitag: Gastspiel der Fr. Rosa Keller: Adrienne Lerouvreur. Drama in 5 Akten.

8— Belle-Alliance-Theater. Donnerstag: Z. 3. Male: Am Rande des Abgrunds. Volks⸗ stück in 3 Akten nebst einem Vorspiel: Im Elysium, in 1 Akt. Nach einem vorhandenen Stoffe von Elcho. Anfang der Vorstellung 7 ½ Uhr. Gewöhn⸗ liche Preise. g

Freitag und folg. Tage: Dieselbe Vorstellung.

Mule Bayosl 12, 40r Medio Wilkinson 13 ½, 36r Warpcops Qualität

Beutscher Lersanal-Halender. 25. Januar. Hans Sachs †. Fr. Heinr. Jacobi *. Friedrich Walhelm, des K onprinzen von Preussen Vermählung mit Victoria, König- liche Prinzessin von Englard. v. Hindersin, Gevreral der Infanterie †.

Familien⸗Nachrichten.

Verlobt: Frl. Emma Schüler mit Hrn. Fabrik⸗ besitzer Ernst Heuer (Dresden). Frl. Elise Sack mit Hrn. Dr. pbil. Friedrich von Hoffs (Essen).

Verehelicht: Hr. Hauptmann und Compagnie⸗ chef Guido v. Gößnitz mit Frl. Lina Herbst (Meiningen). Hr. Hauptmann und Compagnie⸗ chef Hans Blaenkner mit Frl. Anna Hoppe (Berlin).

Geboren: Ein Sohn: der Dr. med. A. Basset (Loewen). Eine Tochter: Hrn. Dr. Rohrer (Insterburg). Hrn. Marine⸗Maschinen⸗ bau⸗Ober⸗Ingenieur Langner (Kiel). Hrn. Hans Freiherr v. Maltzahn (Vanselow). Hrn. v. Wangenheim (Kl.⸗Spiegel). Hrn. v. Lützow Tessin in Meckl.).

Gestorben: Hrn. Oberförster Störig Tochter Ruth Julie (Grünheide bei Mur.⸗Göslin) Hr. Christian v. Rodbertus (Greifswald). Hr. Oberst a. D. Friedrich Wilhelm Adolph Julius v. Winterfeld (Menkin). Hr. Superintendent Wilhelm Ahlert (Lippstadt).

Steckbriefe und Untersuchungs⸗Sachen.

Der gegen den Bücker August Möhler von Schwanheim volgo die rothe Wachtel, unterm 16. Januar d. J. erlassene Steckbrief wird gelöscht. Hanau, den 23. Januar 1877. Der Untersuchungs⸗ richter.

28

Steckbriefs⸗Erledigung. Der gegen den Eisen⸗ bahnarbeiter Johannes Völker von Veltenhof bei Braunschweig von dem Königlichen Amtsgericht Spangenberg am 5. und 23. November 1876 er⸗ lassene Steckbrief wird als durch die Festnahme des Völker erledigt zurückgezogen. Rotenburg a. Fulda, den 19. Januar 1877. Königliches Kreisgericht. Der Untersuchungsrichter. Gleim.

Offene Requisition. Es sind durch Erkenntniß des unterzeichneten Gerichts vom 14. September 1875 1) der Karl August Richter, geboren am 19. Sep⸗ tember 1850 zu Boberwitz, Kreis Sprottau, 2) der

Julius Paul Franz Reiser, geboren am 30. Mai

1852 zu Klein⸗Eulau, Kreis Sprottau, wegen un⸗ erlaubten Verlassens des Reichsgebiets, Behufs 8 4 24 8 0Q 8 J og Entziehung vom Eintritt in das stehende Heer oder

in die Flotte, je zu einer Geldbuße von Einhundert⸗

fünfzig Mark, für den Unvermögensfall zu einer einmonatlichen Gefängnißstrafe, rechtskräftig verur⸗ theilt worden. Es wird ersucht, von den Genann⸗ ten die Geldbußen im Wege der Erxekution beizu⸗ treiben, event. die Gefängnißstrafen gegen dieselben zu vollstrecken. Sprottau, den 20. Januar 1877. Königliches Kreisgericht I. Abtheilung.

Subhastationen, Aufgebote, Vor⸗ ladungen u. dergl.

Ediktal⸗Citation. Die verehelichte Tage⸗ arbeiter Krahl, Pauline, geb. Hablick, zu Cottbus hat gegen ihren Ehemann Karl Krahl, zuletzt daselbst mit der Behauptung, daß derselbe sie vor etwa 13 Jahren verlassen und seit dieser Zeit nichts mehr von sich habe hören lassen, auf Trennung der Ehe wegen böslicher Verlassung geklagt. Der jetzige Aufenthalt des Verklagten ist unbekannt. Derselbe wird zur Beantwortung der Klage und weiteren Verhandlung zu dem auf den 28. Fe⸗ bruar 1877, Vormittags 10 Uhr, an hiesiger Gerichtsstelle, Zimmer Nr. 4, anberaumten Termin öffentlich vorgeladen. Meldet sich der Verklagte weder vor noch in diesem Termine, so wird der Inhalt der Klage für zugestanden und demgemãß auf Trennung der Ehe erkannt, auch der Verklagte für den allein schuldigen Theil erklärt werden.

Cottbus, den 14. Oktober 1876. 18

Königliches Kreisgericht. I. Abtheilung

Verkäufe, Verpachtungen, Submissionen ꝛc.

. Bekanntmachung.

Die Lieferung der Dienstbekleidungs⸗Gegenstände für die Post⸗Unterbeamten und für die Landbrief⸗ träger des diesseitigen Bezirks, bestehend in Paletot oder Mantel, Dienstrock, Beinkleid und Mütze, soll vom 1. Januar 1878 ab im Wege des schriftlichen Anbietungs⸗Verfahrens vergeben werden. Die Zahl der Unterbeamten, welche an der Lieferung Theil nehmen, beträgt etwa 350 und die Zahl der Land⸗ briefträger etwa 400. Anerbieten sind versiegelt unter der Aufschrift „Anbietung auf Lieferung von Dienstbekleidungs⸗Gegenständen für Unter⸗ beamte und Anbietung auf Lieferung von Dienstbekleidungs⸗Gegenständen für Landbrief⸗ träger“ bis Ende März d. J. an die hiesige Ober⸗Postdirektion einzureichen. Im Amtszimmer derselben können während der Dienststunden die näheren Lieferungs⸗Bedingungen eingesehen, auch die Muster für die zu liefernden Gegenstände in Augen⸗ schein genommen werden.

Potsdam, den 21. Januar 1877.

Der Kaiserliche Ober⸗Postdirektor.

AExE Nne erxe

Königliche Westfälische Eisenbahn. [610] Neubaustrecke: Ottbergen⸗Northeim.

Die Herstellung der gesammten Oberbau⸗ arbeiten von Stat. 168—351 einschließlich der Ge⸗ winnung des Kieses unde des Transports sämmtlicher Oberbaumaterialien mittelst des Seitens der Ver⸗ waltung zu stellenden Arbeitszuges, sowie die Aus⸗ führung der auf dem östlichen Theil des Bahnhofs Northeim noch rückständigen Erdarbeiten aus den Abraummassen des Kieslagers soll im Wege der öffentlichen Submission vergeben werden.

Submissionstermin ist auf

Freitag, den 16. Februar er., Vormittags 10 Uhr, in dem Abtheilungsbureau zu Northeim angesetzt, woselbst auch die Bedingungen und Zeich⸗ nungen einzusehen sind.

Die Submissionsformulare sind gegen Erstattung von 2 käuflich zu beziehen.

Vor dem Submissionstermin ist eine Kaution von 2000 bei der Hauptkasse in Münster zu deponiren.

Northeim, den 18. Januar 1877.

Der Eisenbahn⸗Banmeister. Hahn. [611] Bekanntmachung.

Die Lieferung des Bedarfs an Haardecken für das unterzeichnete Artillerie⸗Depot soll vom 1. April cr. ab im Wege der öffentlichen Submission ander⸗ weit vergeben werden und ist dazu ein Termin auf Montag, den 19. Februar, Vormittags 10 Uhr, in unserm Bureau, Frauenstraße Nr. 53, anberaumt worden, zu welchem versiegelte und mit der Auf⸗ schrift: „Submission auf Haardecken“ versehene Offerten portofrei einzureichen sind.

Die Lieferungs⸗Bedingungen liegen ebendaselbst zur Einsicht offen, auch können auf Verlangen Ab⸗ schriften derselben gegen Erstattung der Kopialien übersandt werden.

Stettin, den 20. Januar 1877.

Artillerie⸗Depot.

Das unterzeichnete Regiment hat: 425 Meter Jacken⸗Drillich, 945 Meter graue Futterleinwand, 184 Meter blaue Futterleinwand, 336 Meter goldene Unteroffiziertressen, 4 Garnituren goldene Cantillen, 315 Stück Tornister mit Nadeln, 315 Paar Tornisterriemen, 102 Stück Leibriemen mit Schloß, 218 Stück Leibriemen ohne Schloß, 8 411 Stück Mantelriemen, 315 Paar Kochgeschirrriemen zu beschaffen und ersucht Lieferungs⸗Unternehmer, Offerten und Proben bis zum 2. Februar er. einzureichen. Die Lieferung der vorbezeichneten Gegenstände hat bis 1. März cr. zu erfolgen. Erfurt, den 23. Januar 1877. [657] Kommando des Magdeburgischen Füsilier⸗ Regiments Nr. 36.

Das Regiment hat 120 Helme ohne Schuppen⸗ ketten und ca. 400 Tornister mit Nadeln zu be⸗ schaffen und fordert zur Einsendung von Preis⸗Of⸗ ferten hiermit auf und würden demnächst event. Proben eingefordert. Lieferung franko Fastage und franko Kammer. [652]

Flensburg, den 22. Januar 1877.

Schleswig⸗Holsteinsches Füsilier⸗Regiment

Nr. 86, Flensburg.

Die Lieferung von 3122 Pfund Roßhaaren soll im Submissionswege vergeben werden und ist hierzu Termin auf Freitag, den 9. März d. J., Vormittags 9 Uhr, im Büreau der unterzeich⸗ neten Verwaltung anberaumt, woselbst die auch abschriftlich gegen Erstattung der Kopialien zu be⸗ ziehenden Bedingungen ausliegen.

Coblenz, den 17. Januar 1877. [513]

Königliche Garnison⸗Verwaltung.

[654] Die Erdarbeiten zur Regulirung des Terrains für die Werft⸗Divisions⸗Kaserne in Gaarden sollen im Wege der Submission verdungen werden. Offerten sind versiegelt und mit der Aufschrift: „Submission auf Erdarbeiten“ versehen bis zu dem am 6. Februar d. J., Vormittags 11 Uhr, in unserm Bureau, Carlstraße Nr. 27, anstehenden Termine an uns einzureichen. Die Bedingungen liegen in unserm Bureau zur Einsicht aus und werden auf Wunsch gegen Er⸗ stattung der Kosten abschriftlich mitgetheilt.

Kiel, den 23. Januar 1877. 2 Kaiserliche Marine⸗Garnison⸗Verwal⸗ tung in Kiel.

Verloosung, Amortisation, Zinszahlung u. s. w. von öffentlichen

1644 Bekanntmachung.

In dem heut angestandenen Termine sind folgende Stadtobligationen ausgeloost worden: ELiit. B. Nr. 24 über 200 Thlr.

C. 119 2700 8

* 8 E 9 6 8 2 0 . v““ 8

Die Inhaber derselben werden hierdurch aufge⸗

fordert, solche nebst den dazu gehörigen Coupons

vom 1. Juli cr. ab bei der hiesigen Kämmerei⸗ kasse gegen Erhebung des Nennwerths einzuliefern. Von den bereits früher ausgeloosten Obligationen sind noch folgende Appoints: Lit. C. Nr. 71 und 145 über 100 Thlr., Lit. D. Nr. 23 58 und 56 über 40 Thlr., 8 Lit. E. Nr. 46, 116, 155, 56 und 157 über 20 Thlr. einzulösen. Ostrowo, den 20. Januar 1877. Der Magistrat.

8

Vekanntmachung.

Die sämmtlichen, noch im Verkehr befindlichen 4 % Schuld⸗ und Pfandbriefe der Nass. Lan⸗ desbank, emittirt auf Grund des Gesetzes vom 28. Juli 1863, Serie I., II. und III., werden hier⸗ mit zur Rückzahlung am 1. Mai 1877 gekün⸗ digt. Die Kapitalbeträge dieser Pfandbriefe sind daher am 1. Mai 1877, mit welchem Tage die Verzinsung aufhört, gegen Einlieferung der Obli⸗ gationen und des nicht mehr zur Zahlung kommen⸗ den Coupons pr. 1. November 1877 nebst Talons bei unserer Hauptkasse dahier, bei den sämmtlichen Agenturen der Landesbank oder bei dem Bank⸗ hause der Herren M. A. v. Rothschild & Söhne in Frankfurt a. M. in Empfang zu nehmen.

Bei den auf den Namen eingeschriebenen Pfand⸗ briefen haben die eingeschriebenen Berechtigten den Empfang der Kapitalien auf den Obligationen zu quittiren.

Weiter wird noch darauf aufmerksam gemacht, daß die gekündigten Pfandbriefe auch schon jetzt von uns gegen Verguͤtung des Nennwerthes zurücker⸗ worben und alsdann Zinsen bis zum Zahlungs⸗ tag berechnet werden.

Wird eine frühere Erhebung der Kapitalien be⸗ absichtigt, so sind die Pfandbriefe sammt den nicht mehr zur Zahlung kommenden Coupons nebst Ta⸗ lons an uns direkt einzusenden, und wird sodann die betreffende Kasse mit der Zahlung beauftragt werden.

Wiesbaden, den 5. Januar 1877.

Direktion der Nass. Landesbank.

OHfenius.

Verschiedene Bekanntmachungen. 8 (6600 Vacante Lehrerstelle.

An der Königlichen Gewerbeschule zu Bochumn ist sogleich eventuell zu Ostern d. J. eine Lehrer- stelle vorläufig commissarisch, jedoch mit Aus- sicht auf sgätere definitive Anstellang gegen eine näher zu vereinbarende monatliche Remune- ration von mindestens 200 zu besetzen. Erfor- derlich ist die Facultas tür Deutsch unds Gescbichte. Bewerber wollen gefälligst ihre Meldungen unserm Director D. Kessler sofort eimeichen.

Bochum, den 19. Januar 1877. 6 (C. à149/1.) Das Curatorium.

Die Kreisthierarztstelle der Kreise Bütow

und Rummelsburg, mit dem Sitze in Rummels⸗

burg, ist definitiv zu besetzen. Qualifizirte Thier⸗

ärzte fordern wir auf, sich unter Einreichung ihrer

Zeugnisse binnen 6 Wochen bei uns zu melden. Coeslin, den 21. Januar 1877.

Königliche Regierung. Abtheilung des Innern.

Preußische Renten⸗Versicherung [639] Anstalt.

Von den in der Generalversammlung der In⸗ teressenten der Preußischen Renten⸗Versicherungs⸗ Anstalt am 28. Dezember v. J. zu Kuratoren und Stellvertreter. gewählten Personen haben ein zum Kurator und ein zum Stellvertreter Gewählter die auf sie gefallene Wahlen abgelehnt und es hat ein Ein⸗ tritt anderer an deren Stelle in Ermangelung hierzu nach §. 57 Nr. 10 der Anstaltsstatuten b. rechtigt r Personen nicht statrfinden können Es ist in Folge dessen zur anderweiten Wahl von

einem Mitgliede des Kuratoriums und einem Stellvertreter desselben eine neue Generalversammlung der Interessenten der Preußischen Renten⸗Versicherungs⸗Anstalt auf Montag, den 5. Februar d. J., Vormittags 10 ½ Uhr,

im Geschäftslokale, Mohrenstraße Nr. 59 anberaumt, zu welcher die Stimmberechtigten unter

inweis auf die Bestimmungen im §. 57

tatuten mit dem Bemerken hierdurch eingeladen werden, daß die Kandidatenliste vom 28. Januar 1877 ab in dem gedachten Geschäftslokale eingesehen werden kann.

Berlin, den 20. Januar 1877.

Kuratorium der Preußischen tat,S.Zgesiät aaetatanh Ribbeck.

Soeben erschien und ist zu beziehen durch E & Korn in Berlin: Berlin und seine Bauten. Herausgegeben [659] vom B Architekten⸗Verein zu Berlin. Mit 609 Holzschnitten nebst 8 Kupfer⸗ und Karten Beilagen. ggwei Theile in einem Bande. 8 (Eigenthum des Vereins.) 52 Bg. gr. Lex⸗Format. broch. 36 leg. geb. 45

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ZBas Abonnement beträgt 4 50

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dition: SW. Wilhelmstr. No. 32.

28

„Donnerstag, M

Se. Majestät der König haben Allergnädiast geruht: dem Obersten a. D. Peters, bisher Abtheilungs⸗Chef im Ingenieur⸗Comit’, den Rothen Adler⸗Orden dritter Klasse mit der Schleife und Schwertern am Ringe; dem Obersten

z. D. von Horn, bisher von der Armee, und dem Baurath Linke zu Ratibor den Königlichen Kronen⸗Orden dritter Klasse; dem Kommerzien⸗Rath Albert Liersch zu Kottbus den Königlichen Kronen⸗Orden vierter Klasse; sowie dem Wundarzt zweiter Klasse Johann Benjamin Geißler zu Schönewalde im Kreise Schweinitz das Allgemeine Ehrenzeichen zu verleihen. 8“

Berlin, den 25. Januar.

Se. Königliche Hoheit der Großherzog von Sachsen ist gestern Nachmittag nach Weimar, und

Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin Mutter von Mecklenburg⸗Schwerin nach Schwerin zurückgereist.

Deutsches Reich. Auswärtiges Amt.

Dem Kaufmann Augu st Franz Friedrich von Hey man ist Namens des Deutschen Reiches das Exequatur als schweizerischem Konsul mit dem Sitz in Bremen ertheilt worden.

Summarische Uebersicht über die Zahl der Studirenden auf der Königlichen Uaines 2 Preslan im Winter⸗Semester 976/77.

Im Sommer⸗Semester 1876 waren immatrikulirt 1107, davon sind abgegangen 260, es sind demnach geblieben 847; in diesem Semester sind hinzugekommen 372, die Gesammtzahl der immatrikulirten Studirenden beträgt daher 1219. Die katholisch⸗ theologische Fakultät zählt Preußen 57, Nichtpreußen —yp, zusammen 57; die evangelisch⸗theologische Fakultät zählt Preußen 48, Nicht⸗ preußen 1, zusammen 49; die juristische Fakultät zählt Preußen 431, Nichtpreußen 8, zusammen 439; die medizinische Fakultät zählt Preu⸗ ßen 167, Nichtpreußen 10, zusammen 177. Die philosophische Fa⸗ kultät zählt a. Preußen mit dem Zeugniß der Reife 405, d. Preu⸗ bßen mit dem Zeugniß der Nichtreife nach §. 35 des Prüfungs⸗ reglements vom 4. Juni 1834 —, c. Preußen ohne Zeugniß der Reife nach §. 36 desselben Reglements 73, d. Nichtpreußen 19, zu⸗ sammen 497, sind obige 1219 Studirende. Außer diesen immatri⸗ kulirten Studirenden der hiesigen Universität haben die Erlaubniß zum Besuch der Vorlesungen erhalten: Nicht immatrikulirte Zuhörer (Offiziere, Beamte, Aerzte, Lehrer ꝛc.) 16. Es nehmen folglich an den Vorlesungen Theil: 1235.

Nichtamtliches. Deutsches Neich.

Berlin, 25. Januar. Se. Maj stät

——

Preußen.

der Kaiser und König empfingen heute den Lieutenant

der Reserve des Magdeburgischen Husaren⸗Regiments Nr. 10, von Alvensleben auf Wittenmoor, welcher die E. re hatte, die Orden des verstorbenen General⸗Majors a. D. von Schlichten

zurückzureichen.

Zum Vortrage waren der Kriegs⸗Minister, General der

1 Infanterie von Kameke, und der Chef des Militär⸗Kabinets, General⸗-Adjutant von Albedyll, befohlen.

1 Gestern verabschiedeten sich der Großfürst Wladimir, der Großherzog von Sachsen, der Erbprinz von Hohenzollern und die Großherzoglich mecklenburgischen Herrschaften von den Kaiserlichen Majestäten. Ihre Kaiserlichen und Königlichen Hoheiten er Kronprinz und die Kron prinzessin empfingen m Laufe des gestrigen Vormittags die Besuche Sr. König⸗ ichen Hoheit des Großherzogs von Sachsen und Sr. König⸗ lichen Hoheit des Erbgroßherzogs von Mecklenburg⸗Schwerin. Mittags 1 Uhr stattete Se. Kaiserliche Hoheit der Kronprinz Sr. Königlichen Hoheit dem Prinzen August von Württemberg inen Gratulationsbesuch zu Höchstdessen Geburtstage ab und empfing um 1 ½ Uhr Nachmittags den Königlich bayerischen Ge⸗ neral der Infanterie und General-⸗Adjutanten Frhrn. von der Tann, sowie gegen 3 Uhr den Kaiserlichen Botschafter in Wien, Grafen Otto zu Stolberg⸗Wernigerode. Um 3 ¼ Uhr stattete Se. Kaiserliche Hoheit der Großfürst Wladimir von Rußland den Kronprinzlichen Herrschaften einen Besuch ab. Um 4 ½ Uhr wurden Herr und Frau von Schmidthals von Ihrer Kaiser⸗ lichen Hoheit der Kronprinzessin empfangen. Zum Diner folgten Ihre Kaiserlichen Hoheiten Nachmittags 5 Uhr einer

Einladung Ihrer Majestäten und erhielten nach demselben den

Besuch Ihrer Königlichen Hoheit der Landgräfin von Hessen. Abends 10 ½ Uhr begab Sich Se. Kaiserliche Hoheit der

Kronprinz zur Verabschiedung Sr. Kaiserlichen Hoheit des

Großfürsten Wladimir nach dem Ostbahnhofe.

EEnnnn

Nach der jetzt ergangenen Allerhöchsten Bestimmung wird das Kapitel des Hohen Ordens vom Schwarzen Adler am 27. d. Mts, die Feier des Krönungs⸗ und Ordensfestes am 11. Februar d. Js. stattfinden.

Der Bundesrath trat heute zu einer Sitzung zusammen.

Der Sclußbericht über die gestrige Sitzung des Hauses der Abgeordneten befindet sich in der Ersten Beilage.

In der heutigen (7.) Sitzung des Abgeordneten⸗ hauses, welcher am Ministertische der Justiz⸗Minister Dr. Leonhardt und mehrere 4 ommissarien beiwohnten, theilte der Präsident mit, daß vom Finanz⸗Minister die Nachweisung über die Resultate der anderweiten Ver⸗ pachtung der im Jahre 1876 pachtlos gewordenen und im Jahre 1877 pachtlos werdenden Domänenvorwerke eingegangen ist. Zu Mitgliedern der Bibliotheks⸗Kommission hat der Präsident ernannt die Abgg. Dr. Mommsen (Vorsitzender), Dr. von Cuny (Schriftführer), Dr. Lieber, Dr. Lutteroth, Dr. Petri, Dr. von Sybel, Zelle und Dr. Nasse. Ohne erhebliche Debatte passirten in dritter Berathung die Gesetzentwuͤrfe, betreffend die Deckung der Kosten der anderweiten Regelung der Grund⸗ steuer in den Provinzen Schleswig⸗Holstein, Hannover und Hessen⸗Nassau, sowie im Kreise Meisenheim, die anzufertigen⸗ den und zum Verkauf zu stellenden Stempelsorten, die Verpflich⸗ tung zum Halten der Gesetzsammlung und des Amtsblatts im Kreise Herzogthum Lauenburg, und endlich die Einstellung der Er⸗ hebung der Meßabgabe in Frankfurt a. O. In zweiter Be⸗ rathung wurde genehmigt der Gesetzentwurf, betreffend die nach dem Gesetz über das Kostenwesen in Auseinander⸗ setzungssachen vom 24. Juni 1875 1. gewährenden Tagegelder, Reisekosten und Feldzulagen. Es folgte die zweite Berathung des Entwurfs des Staatshaushalts⸗Etats für 1877778, und zwar mit der Diskussion des Etaats der Justizverwaltung. (S. unter Landtagsangelegenheiten.) Zu Kap. 30 Tit. 1 und 3 der Einnahme wurde ein Antrag des Abg. Dr. Wachler (Breslau) angenommen, dahin lautend:

„Die Königliche Staatsregierung aufzufordern: den §. 54 der Instruktion für die Kassenverwaltungen der Gerichtsbehörden im Geltungsbereiche der Verordnung vom 2. Januar 1849 aus dem Jahre 1875 dahin abzuändern: daß freiwillig und ohne besondere Bestimmungen gezahlte Geldbeträge mit den im Wege der Zwangs⸗ vollstreckung beigetriebenen Geldbeträgen nach dem Grundsatze für freiwillige Zahlungen bei der Verrechnung auf Geldstrafen und Kosten gleichgestellt werden.“

Es ergriffen hierüber das Wort die Abgg. Dr. Roeckerath, Dr. Eberty, Löwenstein und die Regierungskommissare Geheime Ober⸗Justiz⸗Räthe Rindfleisch und Starke. Eine lebhafte De⸗ batte entspann sich bei der Ausgabeposition „Gehalt des Justiz⸗Ministers“, welche von den Abgg. Schröder (Lippstadt) und Windthorst (Meppen) dazu benutzt wurde, gegen die Praxis der Staatsanwälte bei der Handhabung der Kirchen⸗ gesetze Angriffe zu richten, die jedoch von dem Justiz⸗Minister Dr. Leonhardt, sowie von den Abgg. Dr. Lasker, Drescher, Dr. Petri und Dr. Hänel energisch zurückgewiesen wurden. (Schluß des Blattes.)

Nach einer dem Bundesrath vorliegenden Uebersicht sind bis Ende 1876 den einzelnen Bundesstaaten überwiesen worden: in Silbermünzen: 6,141,795 5 ℳ⸗Stücke, 47,094,952 2 ℳ⸗Stücke, 135,484,205 1 ⸗Stücke, 36,386,442 50 ₰J⸗Stücke und 28,763,348 20 J⸗Stücke; in Nickelmünzen: 17,088,048,0 10 ₰⸗Stücke und 9,463,813,9 5 ₰⸗Stücke; in Kupfermünzen: 4,687,813,7¼ 2 ₰⸗Stücke und 2,676,654,4 1 Z⸗Stücke; im Ganzen: 347,787,073, ℳ, wovon auf Preußen 161,570,941,2 fallen.

Nach einer dem Hause der Abgeordneten vorgelegten

Denkschrift werden durch den Uebergang der Staatschausseen

in die Provinzialverwaltung an Baubeamten 6 Regierungs⸗ und Bauräthe und 76 Kreis⸗Baumeister entbehrlich. Im Staatshaushalts⸗Etat wird dadurch eine Ersparniß herbei⸗ geführt, welche sich, abgesehen von 43,050 in Folge des Eingehens von zum Wegfall bestimmt gewesenen Stellen, etwa auf 500,000 berechnet.

In Beziehung auf eine strafgerichtliche Untersuchung gegen einen Handelsmann, welcher während der letzten Jahre

in Preußen mit Loosen der Königlich sächsischen Staatslotterie

gehandelt hatte, hat das Ober⸗Tribunal in seinem Erkennt⸗ nisse vom 12. Dezember 1876 folgenden Satzausgesprochen: nach der Reichsverfassung gehören die Staatslotterien der einzelnen deutschen Bundesstaaten nicht zu den der gemein⸗ samen Gesetzgebung oder Beaufsichtigung des Reiches unter⸗

liegenden Angelegenheiten, und sind deshalb auch die darauf

bezüglichen Landesgesetze, insbesondere das preußische Gesetz vom 5. Juli 1847 nach §. 2 des Einführungsgesetzes zum Strafgesetzbuche durch die Bestimmungen des letzteren unbe⸗ rührt geblieben.

Der General-Lieutenant von Bergmann, In⸗ specteur der 3. Feld⸗Artillerie⸗Inspektion, ist nach beendigtem Urlaub wieder abgereist. K

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S. NM. E Krouprinz“ ist, telegraphischer Nach⸗ richt zufolge, am 23. d. Mts. Nachmittags in Plymouth ein⸗ getroffen. An Bord Alles wohl.

Bayern. München, 23. Januar. Mit Allerhöchster Verordnung vom 22. November 1872 hat Se. Majestät der König dem Staats⸗Ministerium des Innern für Kirchen⸗ und Schulangelegenheiten für die oberste fachmännische Berathung und Bearbeitung der Angelegenheiten der humanistischen und technischen Mittelschulen ein besonderes, aus acht Schulmännern (drei Universitäts⸗Professoren, zwei Professoren des Polytech⸗ nikums, zwei Gymnasial⸗Rektoren und einem Rektor einer Industrieschule) zusammengesetztes Kollegium als „obersten Schulrath“ beigegeben. Im Budget für die XII. Finanz⸗ periode wurden vom Landtag auch die erforderlichen Mittel für diesen obersten Schulrath bewilligt; bei Berathung des Budgets für die laufende XllII. Finanzperiode hat jedoch die Mehrheit der dermaligen Abgeordnetenkammer das Postulat für den obersten Schulrath vom Jahr 1877 an dem Abstrich unterstellt. Seitdem wurde viel⸗ fach die Frage aufgeworfen, welche Folgen sich wohl für das genannte Kollegium an den erwähnten Kammerbeschluß knüpfen werden. Diese Frage hat nun, wie die „Allg. Ztg.“ mittheilt. ihre Erledigung gefunden. Die Mitglieder des obersten Schul⸗ raths haben sich nämlich bereit erklärt, unter der Voraus⸗ setzung fortdauernden Allerhöchsten Vertrauens, ihre seitheri⸗ gen Dienste auch unentgeltlich zu leisten, und Se. Maje— stät der König hat hierauf in Allerhuldvollster Würdigung fraglicher Vorstellung zu bestimmen geruht, daß der oberste Schul⸗ rath seine Thätigkeit fortzusetzen habe. Der oberste Gerichtshof des Königreichs hat jüngst eine Entscheidung erlassen, wonach bei Gemeindewahlen die Gewährung von Zechfreiheit an Parteigenossen das Vergehen der Wahlbe⸗ stechung nach § 109 des Strafgesetzbuches bildet ein Grund⸗ satz der, wie die „Allg. Ztg.“ bemerkt, vorkommenden Falls auch bei anderen Wahlhandlungen zur Anwendung gelangen wird.

Hessen. Darmstadt, 22. Januar. Der Finanzausschuß der Zweiten Kammer empfiehlt in dem von Hrn. Möllinger erstatteten Bericht über die Steuerfreiheit der Eisenbahnen diesen Gesetzentwurf einstimmig zur Annahme. Es sei für den Staat ganz gleichgültig, ob er Steuer bezahle oder nicht; er gebe mit der einen Hand, was er mit der andern nehme. In anderer Weise gestalte sich das Verhältniß für die Gemeinden. Ihnen gegenüber falle der zahlende Staat weg. Sie hätten aber den entschie⸗ denen Vortheil, an der Eisenbahn zu liegen oder doch in kurzer Zeit die nächste Station erreichen zu können. Dieser Vortheil sei so überaus groß, daß ihm gegenüber der geringe Ausfall an Kommunalsteuern nicht in Betracht kommen könne. Dieser Grund sei übrigens jetzt nur für Oberhessen von Bedeutung. Der Staat bringe aber für die Eisenbahnen dieser Provinz so große Opfer, daß der den Gemeinden angesonnene kleine Verlust von Kommunalsteuern (5916 für die beiden Strecken der Oberhessischen Bahnen) nicht ungerecht erscheine.

Bremen, 23. Januar. . N.) Der Senat hat nachdem die Bürgerschaft dem Vertrage wegen der Weser Schiffahrtszeichen beigetreten ist, an Preußen und Olden burg den Antrag gerichtet, denselben ihrerseits bei ihren beiden Volksvertretungen zur endgültigen Annahme s

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Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 23. Januar. Vor⸗ gestern ist hier im Finanz⸗Ministerium der Vertrag bezüglich der festen Uebernahme von 40 Millionen Goldrente und der Option auf weitere 30 Millionen von den Vertretern der betheiligten Institute und Firmen unterzeichnet worden.

Der „Presse“ wird aus Feldkirch, 23. Januar, gemel⸗ det: Fürst Liechtenstein löste den Liechtensteinschen Landtag auf, ordnete Neuwahlen an und die nochmalige Vorlage des Münzgesetzes an den neuen Landtag zur ver⸗ fassungsmäßigen Behandlung. Das neue Mü⸗ nzgesetz wurde bis auf Weiteres sistirt. Es herrscht freudige Stimmung im Fürstenthume.

Pest, 23. Januar. In der heutigen Sitzung des Ab⸗ geordnetenhauses beantwortete der Minister⸗Präsident Tisza die gestrige Interpellation Moesary's wegen des Ver⸗ haltens der Polizei bei der Durchreise der Czegleder Depu⸗ tation. Auf die erste Frage erwiderte der Minister, er habe Kenntniß davon gehabt, daß man die beabsichtigte Demon⸗ stration Seitens der Polizei nicht gestatten wolle. Er erklärte, daß das, was geschah, geschehen mußte, weil die gesetzliche Formalität der Anmeldung nicht beobachtet wurde. Wer hier zu Lande unter der bestehenden Verfassung leben wolle, dürfe für die von Kossuth ausgesprochenen Prinzipien nicht demon⸗ striren. Aus dieser Erklärung folge von selbst die Antwort auf den zweiten Punkt, daß der Minister nämlich eine Noth wendigkeit zur Ahndung des Vorgehens der Polizei nicht vor⸗ handen finde. Der Antragsteller erklärte sich von der Antwort nicht befriedigt; das Haus nahm dieselbe indeß mit großer Majorität zur Kenntniß.

Der „Hon“ bespricht angesichts des heutigen Mi⸗ nisterraths das Provisorium in der Bankfrage und ver⸗ wirft dasselbe insofern, als vom gegenwärtigen Statut, laut