1877 / 54 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 03 Mar 1877 18:00:01 GMT) scan diff

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Die Berliner Cementbau⸗Aktien⸗Gesellschaft wird eine Dividende für 1876 nicht vertheilen, der erzielte Reinge⸗ winn wird einem Beschluß des Aufsichtsraths zufolge zu Abschrei⸗ bungen verwendet werden.

Frankfurt, 27. Februar. Seit gestern tagt hier der De⸗ legirtentag der deutschen Baugewerksmeister. Die an⸗ wesenden Delegirten vertreten etwa 2000 Stimmen. Der Verband zählt, über ganz Deutschland verbreitet, gegen 3000 Mitglieder. 2. März. (W. T. B.) Die deutsche Handelsgesell⸗ schaft vertheilt der „Deutschen Reichspost“ zufolge 6 ¾ % Dividende. Außerdem ergiebt sich ein Reingewinn von 425,000 aus dem Rückkauf der Aktien.

Kopenhagen, 2. März. (W. T. B.) Die Nationalbank

setzt von morgen ab den Diskont auf 4— 4 ½, den Lombardzinsfuß

auf 4 % herab. 8

Südamerikanische Blätter berichten von der Ent⸗ deckung großartiger Petroleumquellen in der argentinischen 1 Jujuy. Die Oelgegend soll sich gegen 26 Leguas östlich von Jujuy erstrecken und so reich sein, als die reichste Gegend in Penn⸗ sylvanien. Die Ausbeutung soll bereits begonnen haben.

Verkehrs⸗Anstalten.

Bern, 26. Februar. (Allg. Ztg.) Wie man aus dem Bericht über den Fortschritt der Bohrarbeiten im großen Gotthard⸗Tun⸗ nel während vergangener Woche enhe hat die Dpnamit⸗ Explosion vom letzten Donnerstag auch noch eine Arbeitsunter⸗ brechung von drei ganzen Tagen zur Folge gehabt, weil kein Dyna⸗

mit für die Sprengun en mehr vorhanden war, wozu leider wegen eines Risses in der Wasserleitung des Tessin ein weiterer Tag Unter⸗ brechung auf der Südseite kam. Hierbei sei bemerkt, daß Ende ver⸗ gangenen Monats der RNichtstollen auf beiden Seiten des Tunnels auf 7621 Meter vorgerückt war, um diese Zeit also noch 7299 Meter zu durchbrechen übrig blieben. Nimmt man nun einendurchschnitt⸗ lichen Fortschritt von 166 Meter per Monat an, welche Zahl schon öfters üͤberschritten worden ist, so würde das ganze Werk, wenn nicht ganz besondere Hindernisse eintreten, Mitte Mai 1880, also etwa vier Monate vor dem vertragsmäßigen Termin, vollendet sein.

Liverpool, 3. März. (W. T. B.) Der fällige Dampfer „Cotopaxi“ ist aus Brasilien eingetroffen.

New⸗York, 2. März. (W. T. B.) Der Hamburger Post⸗ dampfer „Hammoniaz“ ist gestern hier eingetroffen.

Berlin, 3. März 1877.

Japans Staatsverwaltung. J

Die oberste Staatsleitung wird im Namen des Mikado von dem Sei⸗in oder Dajokuwan ausgeübt. Der Sei⸗in ist ein Kollegium. An seiner Spitze steht der Daijin mit dem Sa Daijin und U Daijin; die Räthe, Sangi, sind Staatsbeamten erster Klasse.

Neben dem Sei⸗in steht ein anderes, von ihm unabhän⸗ giges, gleichfalls in direkter Verbindung mit der monarchischen Spitze befindliches Kollegium, der Genro⸗in.

Der Genro⸗in ist keine Behörde und hat keinen direkten Antheil an der Staatsverwaltung. Seine Hauptbestimmung ist Berathung und Begutachtung der Gesetzentwürfe, welche ihm von der Krone zugehen.

Außerdem kann er Verletzungen des bestehendes Rechtes Seitens der Verwaltungsbehörden zur Kenntniß des Mikado be hat aber nicht das Recht der Initiative in der Gesetz⸗ gebung.

Der Genro⸗in hält regelmäßige Sitzungen, welchen die Mitglieder des Sei⸗in immer und die Chefs der Ministerien in den auf ihr Departement Bezug habenden Berathungen bei⸗ wohnen dürfen; dieselben müssen mit ihrer Ansicht jederzeit gehört werden, haben aber kein Stimmrecht.

Die Mitglieder des Genro⸗in heißen Gikuwan und sind ebenfalls Staatsbeamte erster Klasse; nur Personen von einem gewissen Alter, welche bereits ein auf Kaiserlichem Patente beruhendes Staatsamt besitzen und welche sich außerdem be⸗ sondere Verdienste um das Land erworben haben, dürfen dazu ernannt werden; ihre Zahl ist unbestimmt. Das Kollegium wählt seinen Vize⸗Präsidenten selbst, den Präsidenten bestimmt der Mikado; der gegenwärtige ist éin Prinz von Geblüt.

In der den Genro⸗in begründenden Kaiserlichen Konsti⸗ tution vom April 1875 wird auf das von dem Mikado bei seiner Restauration feierlich abgeleistetes Versprechen, seinem Volke einen Antheil an der Regierung zu geben, Bezug ge⸗ nommen. Es wohnt daher dem Genro⸗in gewissermaßen der Charakter eines Hüters der Volksrechte bei, worauf auch der Umstand hindeutet, daß alle an die Regierung gerichteten Denkschriften und Petitionen von ihm entgegengenommen werden. Letztere sind aber in Japan von großer politischer Wichtigkeit. Sie bilden eine Form der Darstellung, zu welcher Hohe und Niedere häufig greifen, um nicht blos Privatange⸗ legenheiten, sondern auch Wünsche, welche das gesammte Volkswohl betreffen, oder Klagen über Mißbräuche allgemeiner Natur darin vorzutragen. Die Thätigkeit des Genro⸗in, der am 5. Juli v. J. durch den Mikado in Person eröffnet wurde, soll sich bis jetzt hauptsächlich auf den Ausbau seiner eigenen Statuten beschränkt haben. Die ihm neuerdings übertragene Prüfung der ausländischen Rechtssysteme zum Zwecke der Abfassung eines allgemeinen Landrechts dürfte das erste größere Werk sein, worin er über seine Befähigung zu gesetz⸗ geberischen Arbeiten Zeugniß ablegen wird.

Zwischen dem Sei⸗in und den Ministerien stand früher, als eine Art Exekutivabtheilung des ersteren, das aus 7 Räthen gebildete Benkuwan. Diese Mittelinstanz ist jetzt weggefallen und die einzelnen Ministerien folgen unmittelbar auf den Sei-in, an welchen die Chefs, die übrigens theilweise selbst Sangi sind, direkt berichten und von ihm direkte Befehle empfangen.

Alußerhalb und über den anderen Verwaltungsdepartements stand anfangs das Singikan, zur Pflege des Schintoodienstes bestimmt. Es ist bezeichnend für die abnehmende politische Bedeutung dieses Kultus, daß schon im Jahre 1872 dieses Amt beseitigt resp. mit dem Kiyobusho oder Religionsdeparte⸗ ment verschmolzen wurde. Nach mannigfachen sonstigen Aenderungen werden jetzt als Departements mit abgetrenntem Etat der Reihenfolge ihres Ranges unterschieden: Aus⸗ wärtige Angelegenheiten, Inneres, Finanzen, Krieg, Marine, öffentlicher Unterricht, Religion, öffentli e Arbeiten, Justiz, Kaiserlicher Haushalt, Kolonialwesen. Die Reihenfolge nach der Höhe des für dieselben neuestens ausgeworfenen Etat ist folgende: Krieg (vyen [1 yen = ca. 4 ℳ] 6,950,000), öffent⸗ liche Arbeiten (4,750,000), Marine (2,700,000), Inneres (2,300 8897 Kolonialwesen (1,799,716), Unterricht (1,700,000), Rülransen 1,604,000), Justiz (1,250,000), Kaiserlicher Haus⸗ alt (950,000), Auswärtige Angelegenheiten ( 170,000), Religion (70,000), wobei jedoch zu bemerken, daß die Kosten der Pro⸗ vinzialregierung, Polizei, öffentliche Arbeiten in den Provinzen, Tempelbauten und der diplomatischen Vertretung im Auslande in dem Etat des entsprechenden Ressorts nicht mit ein⸗ begriffen sind.

Für jedes Departement bestehen Instruktionen, welche die Angelegenheiten des Ressorts in zwei Klassen scheiden, nämlich in solche, in denen der Chef auf eigene Verantwor⸗ tung nach seinem Ermessen zu handeln befugt ist, und andere, in denen Spezialbefehle des Sei⸗in einzuholen sind, ehe eine Entscheidung erfolgen darf. Zu den letzteren gehören die meisten Angelegenheiten von Bedeutung, die nicht im Prinzip bereits durch Gesetz regulirt sind, ferner Etatsüberschreitungen und Personalien der höchsten Ministerialbeamten; zu den ersteren die übrigen Verwaltungssachen einschließlich der Per⸗ sonalien der zu dem Ressort gehörigen Ministerial⸗ und Lokal⸗ beamten von der dritten Beamtenklasse abwärts bis zur fünf⸗ zehnten und letzten.

Nachdem die Abwickelung der Geschäfte der deutschen Abtheilung der vorjährigen Brüsseler Ausstellung für Gesundheitspflege und Rettungswesen nunmehr ihrem Ende zugeführt ist, hat der Ausschuß die Mitglieder des deutschen Comités zu einer Schlußkonferenz eingeladen, welche am Sonntag, den 18. März d. J., Mittags

1 Uhr, im Gebäude des Herrenhauses (Leipzigerstraße Nr. 3) stattfinden wird. 2

Auf der Tagesordnung stehen: 1) Mündlicher Bericht des Ausschusses üͤber seine Geschäftsthätigkeit. 2) Ermächti⸗ gung des Ausschusses, den ersparten Theil der dem deutschen Comité aus Reichsfonds gewährten Beihülfe an die Reichs⸗ Hauptkasse zurückzuführen. 3) Beschlußnahme über die Er⸗ theilung der Decharge an den Ausschuß.

Der Kassenabschluß, sowie die Kassenbücher und Beläge werden während der, der Schlußkonferenz vorangehenden 14 Tage täglich in den Mittagsstunden von 12 bis 3 Uhr in der Kasse des deutschen Comités (Wilhelmsplatz 1) zur Einsicht der Comité⸗Mitglieder ausliegen. 1

Dem Rechenschaftsbericht, der einen allgemeinen Ueberblick über die Thätigkeit des Ausschusses gewährt, ent⸗ nehmen wir Nachstehendes:

Das unter dem Protektorat Sr. Kaiserlichen und Königlichen Hoheit des Kronprinzen stehende Comités hatte sich bekanntlich die Aufgabe gestellt, auf eine würdige Betheiligung Deutschlands an der Ausstellung, sowie an dem mit derselben verbundenen Kongresse hinzuwirken.

Der mit der Ausführung dieser Aufgabe betraute Ausschuß, hat bei seinen Bemühungen allseitig das bereitwilligste Entgegenkommen erfahren. Das gesteckte Ziel darf als in erfreulichem Maße erreicht bezeichnet werden. Die Umfänglichkeit, Reichhaltigkeit, strenge Pro⸗ grammmäßigkeit und innere Bedeutsamkeit der durch 255 Aussteller (worunter 6 Kollektivaussteller) vertretenen deutschen Abtheilung der Ausstellung haben von berufener Seite ungetheilte Anerkennung ge⸗ funden. Dem entsprechend sind auch die Entscheidungen der inter⸗ nationalen Jury ausgefallen. Nächst einem besonderen Ehrenpreise, welcher Ihrer Kaiserlichen und Königlichen Hoheit der Kronprinzessin für eine, nach Höchstderen Angaben konstruirte, von dem Kriegs⸗Ministerium (hors concours) ausgestellte Baracke zu⸗ erkannt worden ist, sind auf deutsche Aussteller die s. Z. mitgetheilten zahlreichen Preise entfallen.

Es verdient hervorgehoben zu werden, daß Deutschland, welchem nächst Belgien die größte Gesammtzahl von Preisen zugefallen ist, an Preisen erster Klasse (Ehrendiplom resp. goldene Ehrenmedaille) deren 20 von 50 überhaupt vergebenen erhalten hat.

Die Namen der deutschen Mitglieder der internationalen Jury, die der Bericht aufführt, sind schon früher in diesem Blatte mitge⸗ theilt worden.

Die dekorative Ausstattung der deutschen Abtheilung war von dem Königlichen Bauinspektor Pflaume in Cöln zum Selbstkosten⸗ preise übernommen worden, und hat in ihrer würdigen und geschmack⸗ vollen Gestaltung allseitigen Beifall gefunden.

Bei der feierlichen Eröffnung der Ausstellung war der Ausschuß durch den stellvertretenden Vorsitzenden, Minister⸗Residenten Dr. Krüger und 5 andere Herren vertreten.

Zu dem Kongresse dessen Eröffnung der Vorsitzende des deutschen Comité, Wirkliche Geheime Rath von Philipsborn und der stellvertretende Vorsitzende Geheime Medizinal⸗Rath Professor Dr. Virchow beiwohnten waren aus Deutschland 101 Theilnehmer in Brüssel angemeldet, abgesehen von solchen, welche sich dort ohne vorgängige Meldung bei dem Ausschusse eingefunden hatten. Unter diesen Theilnehmern befanden sich zahlreiche Delegirte deutscher Be⸗ hörden. Von Seiten des deutschen Comité waren 8 Herren delegirt.

Um die wortgetreue Aufzeichnung der Reden der deutschen Kon⸗ greßtheilnehmer zu ermöglichen, hat der Ausschuß in Gemeinschaft mit den Redaktionen einiger großen deutschen Zeitungen drei Steno⸗ graphen zu dem Kongresse entsendet, deren Berichte den Kongreß⸗ drucksachen werden einverleibt werden.

Ausschusses dahin gerichtet

Da das Bestreben des sein mußte, die den einzelnen Ausstellern erwachsenden pekuniären Opfer auf das möglichst geringste Maß zu be⸗ schränken, so nahm derselbe Veranlassung, zur Bestreitung gewisser genereller Kosten eine Beihülfe aus Reichsfonds zu erbitten, welche auf den Antrag des Reichskanzlers in Höhe von 75,000 bewilligt worden ist.

Hiervon sind zur Verwendung gelangt für: 1) Drucksachen und Bureau⸗Utensilien 1908,2 ℳ, 2) Porto und Telegraphen⸗Gebühren 1500,67 ℳ, 3) Dekoration der Deutschen Abtheilung der Ausstellung 15,116,45 ℳ, 4) Installation 3092,2 ℳ, 5) Bewachung und Reini⸗ gung 2540,326 ℳ, 6) Versicherung der Ausstellungsgegenstände 722,10 ℳ, 7) Zeitweilige Vertretung der Aussteller resp. des Comité in Brüssel 4612,44 ℳ, 8) Jury⸗ und Kongreß⸗Delegirte 9788,20 ℳ, 9) Abwicke⸗ lung 2321,07 ℳ, 10) Remunerationen an Bureaubeamte und Unter⸗ beamte 5686,00 ℳ, 11) Diverses und Unvorhergesehenes 6633,21 ℳ, Summa 53,921,56 ℳ, so daß sich eine an die Reichshauptkasse abzu⸗ führende Ersparniß von 21,078,4 ergiebt.

Bei der Verwendung der aus Reichsmitteln gewährten Fonds mußten die bei der Bewilligung leitend gewesenen Gesichtspunkte maßgebend sein, und es waren deshalb nur solche Aufwendungen aus der gewährten Beihülfe zu bestreiten, welche unter den Begriff der sogenannten Generalkosten fallen.

Wenn schließlich den ursprünglichen Erwartungen enigegen ein nicht unerheblicher Betrag unverwendet geblieben ist, so ist dies der uneigennützigen und dienstfertigen Mitwirkung, welche die Thätigkeit des Ausschusses von allen Seiten gefunden hat, sowie dem Bestreben der Mitwirkenden zuzuschreiben, bei der Verfügung über die Fonds des Comité zwar in liberaler Weise, aber doch im Bewußtsein voller Verantwortlichkeit zu verfahren. Der Bericht schließt mit dem Dank des Ausschusses an Alle, deren Unterstützung ihm durch Rath und That zu Theil geworden.

Die totale Mondfinsterniß am 27. Februar ist in Ber⸗ lin des bedeckten Himmels wegen nicht zur Beobachtung gelangt; in Wien hat man das interessante Schauspiel fast in seinem voll⸗ ständigen Verlauf verfolgen können. Die „N. Fr. Pr.“ berichtet darüber: Nachdem der Vor⸗ und Nachmittag Hagel und Schnee ge⸗ bracht hatten, zerriß plötzlich gegen 5 ½ Uhr der dichte Wolkenschleier. Zahlreiche Gruppen von Menschen sammelten sich, lebhaft diskutirend, an allen freien Plätzen, um das immerhin seltene Phänomen einer totalen Mondfinsterniß zu beobachten. Zwar hinderten am Horizonte gelagerte Wolkenmassen, die erste Berührung des Kernschattens, die nach der Rechnung um 6 Uhr 35 Minuten mittlerer Wiener Zeit statt⸗ fand, direkt wahrnehmen zu können, doch schon um 6 Uhr 40 Minuten bot der Himmel den Anblick einer völlig klaren Winternacht. Um 7 Uhr 33 Minuten hatte sich der Kernschatten über die ganze Mond⸗ scheübe hinübergeschoben; dieselbe war an der Lichtgrenze grünlich ge⸗ ärbt, während die weiter ab von der Lichtgrenze befindlichen Partien der Mondoberfläche in dunklem Kupferroth leuchtend erschienen. Dieses rothe Licht des Mondes während einer totalen Mond⸗ finsterniß ist eine fast konstante Erscheinung und wird aus dem Um⸗ stande erklärt, daß die am Rande der Erde vorbeigehenden Strahlen der Sonne in unserer Atmosphäre eine Brechung gegen den Schattenkegel hin erfahren und in Folge des Wassergehaltes derselben eine röthliche Tinte erhalten. Daß diese Erklärung der Hauptsache nach richtig sein muß, sah man bei der heutigen Finster⸗

niß recht deutlich, denn der Rand der Mondscheibe erschien zur Zeit der Mitte der Totalität 18 Uhr 21 Minuten) lichter, während sich die Mitte der Mondscheibe, die im innersten Theile des Kernschattens war, viel dunkler zeigte; hätte der Mond eine eigene gleichmäßige Lichtentwickelung, so müßte aus bekannten optischen Geünden die Scheibe gleichmäßig hell erscheinen. Auffallend hell schienen selbst in den dunkelsten Partien einige Mondkrater hervor⸗ zuleuchten; besonders wäre in dieser Beziehung der Mond⸗ krater Hevelius zu nennen. Dieser Umstand erklärt sich aber zur Genüge aus der größeren Reflexionsfähigkeit der betreffenden Mondgegenden und hat seinerzeit zur Annahme der nun⸗ mehr mythisch gewordenen thätigen Vulkane auf dem Mond Veran⸗ lassung gegeben. Gegen 9 Uhr zeigte sich schon ganz deutlich, daß die Totalität zu Ende ging, und in der That konnte man schon um 9 Uhr 9 Minuten wahrnehmen, daß die Sonne für die östlichen Theile der Mondscheibe zu scheinen anfing; somit war die totale Finsterniß um diese Zeit als beendet . Um 10 Uhr 6 Mi⸗ nuten verließ der Kernschatten die Mondscheibe, und eine rußige Fär⸗ bung an einer Stelle des Mondrandes, die beiläufig 70 Grade west⸗ lich vom Nordpunkte des Mondes lag, zeigte nur noch das Vorhan⸗ densein der dunkleren Theile des Halbschattens an.

Die nächste Versammlung der Militärischen Gesellschaft findet am Montag, den 5. d. M., Abends 7 Uhr, im Architekten⸗ Hause, Wilhelmstraße 92/93, statt. Den Vortrag: Entwickelungs⸗ geschichte der Militär⸗Telegraphie ꝛc. hält Hr. Hauptmann Buchholz, Compagnie⸗Chef im Eisenbahn⸗Regiment.

Theater.

Im Königlichen Schauspielhause beginnt Clara Ziegler am 8. März ihr nur auf wenige Abende berechnetes Gastspiel.

Die französische ichsgis sretseschast brachte am Donnerstag zum ersten Male während der diesjährigen Saison „Le Gendre de Monsieur Poirier“ von Emile Augier und Jules Sandeau zur Aufführung. Das Stück ist hier von der Dar⸗ stellung durch die Gesellschaft des Hrn. Luguet her bekannt und be⸗ liebt. Dasselbe erschien zuerst i. J. 1854 im Gymnase⸗Theater und wurde, in Folge der sehr beifälligen Aufnahme, i. J. 1864 auch dem Repertoir des Theater Frangais einverleibt. Von den Verfassern, welche Beide seit 1858 Mitglied der Akademie sind, ist Augier der jüngere (geboren 1820), vorwiegend Dramatiker und in Deutschland mehr bekannt, wie San⸗ deau (geb. 1811), welcher sich Anfangs ganz dem Romane gewidmet hatte und erst j. J. 1851 mit der aus seinem gleichnamigen Romane bearbeiteten Mlle. de la Seigliere im Theater Frangais mit ent⸗ schiedenem Erfolge als Bühnenschriftsteller auftrat. Mit Augier zu⸗ sammen hat Sandeau außer „le Gendre de ur. Poirier“ u. A. noch „12 Pierre de touchet“ und „la Ceinture dorée“ geschrieben, von denen jenes zuerst i. J. 1854 im Theater Frangais, dieses im folgenden Jahre im Gymnase⸗Theater aufgeführt wurde. „Le Gendre de Mr. Poirier“, zuerst von den Verfassern, la Kevanche de George Dandin“ genannt, besitzt zunächst den in der neueren französischen dramatischen Literatur immer seltener werdenden negativen Vorzug, daß das Stück nicht in empfindlicher Weise contra bonos mores ver tößt. Seine positiven Vorzüge bestehen in dem geschickten scenischen bößt. dem eleganten, mit Humor gewürzten Dialog und in der mit manchen fein nüancirten Zügen ausgeführten Charakterzeichnung. Beson⸗ ders charakteristisch individualisirt sind die beiden Haupt⸗ figuren: der heruntergekommene Marquis de Presles, der das reiche Fräulein Poirier geheirathet hat, um seine deran⸗ girten Vermögensverhältnisse zu verbessern und ihm gegenüber sein Schwie ervater, Mr. Poirier, welcher, nachdem er durch sein Han⸗ delsgeschäft reich geworden, durch eine Verbindung mit dem Sprossen eines altadligen eschlechtes seine Eitelkeit befriedigt und in sehr komischer Weise der Pairie nachjagt. Gespielt wurde das Stück

lobenswerth; sowohl das erakte Zusammenspiel wie die Leistungen aupte⸗:

er einzelnen Mitwirkenden und besonders der Träger der H rollen Md. Subra (Antoinette), Mr. Léon Nosl (Poirier) und Mr. Gerbert (Gaston) wurden mit wiederholten Beifallsbezeugungen

belohnt. 8

Mit der heute stattfindenden ersten Aufführung von „Die Rosa⸗Dominos“ wird das Lustspielpersonal des Wallner Theaters nach erfolgreicher Beendigung des Gastspieles am hiesigen Stadttheater wieder seinen Einzug in das Wallner⸗Theater halten Die Novität ist in den Hauptrollen mit den Damen Carlsen, Berg Bredow, Schindler, Formes⸗Schüler und den Herren Lebrun, Kurz, Blencke, Kadelburg, Meißner und Neuber besetzt, während in der einaktigen Posse „Tausend Mark Belohnung“, die den Schluß bilden wird, die Damen Böhm und Gamber, sowie die Herren Engel, Welken und Kricke beschäftigt sind.

Im Residenz⸗Theater ging vorgestern neu einstudirt und

in neuer Besetzung Victorien Sardou's vieraktiges Pariser Sitten⸗

bild „Fe rnande“ in Scene, das bei seinem erstmaligen Erscheinen auf derselben Bühne vor einigen Jahren eine lange Reihe von Auf⸗ führungen unter andauernder Theilnahme des Publikums erlebte. Die Besetzung war auch diesmal im Allgemeinen glücklich gewählt, und die Darstellung verdiente den Beifall, mit dem das Publikum keineswegs kargte. Fr. Claar⸗Delia verstand mit gleicher Meister⸗ schaft die Momente höchster Leidenschaftlichkeit zu wie im leichten Konversationstone in sen gefällig zu sein. Neben ihr verdient an erster Stelle Hr. Keppler als Advokat Pomerol ehrende Anerkennung; ohne Effekthascherei stellte er mit den einfachsten Mitteln den ehren⸗ werthen Charakter dar, den die Rolle vorschreibt; ferner möchte der tüchtigen Leistung des Frl. Ramm zu gedenken sein, die die naive junge Gattin Pomerols freundlich und wirkungsvoll zu gestalten wußte, wie endlich auch die von den ersten Aufführungen des Stücks her bekannte Debütantin Frl. Necker in der Titelrolle einige Erfolge errang, die aber nicht unerheblich durch eine Indisposition der Stimme beeinträchtigt wurden. Die Fernande“ wird bis Don⸗ nerstag auf dem Repertoir bleiben. Am Freitag, den 9., spielt, wie bereits gemeldet, Fr. Charlotte Wolter die hädra“. Außer den schon genannten Stücken wird auch „Adrienne Lecouvreur“, „Eine vornehme Ehe“ und „Sappho“ mit der Künstlerin zur Auf⸗ führung kommen.

Die beiden letzten Aufführungen von „Am Rande des Ab⸗

grunds“ im Belle⸗Alliance⸗Theater hatten einen derarti Erfolg, daß die Direktion das Volksstück noch nicht vom Repertore 8

streichen, sondern dasselbe mit dem Rosenschen Lustspiele abwechselnd zur Aufführung bringen wird.

Redacteur: F. Prehm.

Verlag der Erpedition (Kessel). Druck: Vier Beilagen 8*

zeichnen, Wort und We⸗

No. 54.

bg

1822.

ʒzum Deutschen Reichs⸗Anzeiger und Königlich Preußischen Staats⸗Anzeig

Berlin, Sonnabend, den 3. März

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Zusammenstellung abhanden gekommener, zur Amortisation angemeldeter und gerichtlich zu mortifizirender Werthpapiere: (Erscheint auf Grund amtlicher Mittheilungen jedes Vierteljahr, s. Circular-Verfügung vom 12. November 1869, Staats-Anzeiger No. 268 Seite 4385 und Ministerial- blatt für die gesammte innere Verwaltung 1869 No. 11 Seite 273.) 1h 88

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9 (No. XXVIII. s. Reichs- u. Staats-Anzeiger von 1876 No. 266. Erste Beilage.)

Staatsschuldscheine: Lit. A. No. 52,477 über 1000 Thlr. und Lit. D. No. 13,557 über 300 Thlr.

Kurmärkische Schuldverschrelbungen: Lit. E. No. 219 über 200 Thlr. und Lit. G. No. 2327 über 50 Tolr.

Schuldverschreibung der Anlelhe von 1852: Lit. C. No. 16,799 über 200 Thlr.

Sochuldverschreibung der Anleihe von 1853: Lit. C. No. 935 über 200 Thlr.

Schuldverschreibungen der consolldirten 4 ½ %igen Anlelhe von 1870: Lit. E. No. 64,413 und 88,623 à 100 Thlr.

Schuldverschreibungen der 4 %igen oonsolidirten Anleihe von 1876: Lit. E. No. 5943 bis 5952 = 10 Stück à 300

Vormals Kurhessische Prämienscheine: Ser. 21 No. 509 zu 20 Thlr. (balbes Loos). Ser. 64 No. 1578 zu 40 Thlr. Ser. 383 No. 9560 lu 40 Thlr. Ser. 507 No. 12,675 zu 40 Thlr. Ser. 651 No. 16.268 zu 20 Thlr. (halbes Loos). Ser. 659 No. 16,467 zu 20 Thlr. (halbes Loos). Ser. 741 No. 18,516 zu 20 Thlr. (halbes Loos). Ser. 979 No. 24,468 zu 20 Thlr. (halbes Loos). Ser. 1018. No. 25,445 zu 20 Thlr. (halbes Loos). Ser. 1114 No. 27,837 zu 20 Thlr. (halbes Loos). Ser. 1413 No. 35,322 zu 20 Thlr. (halbes Loos). Ser. 1454 No. 36,343 zu 40 Thlr. Ser. 1637 No. 40,925 zu 20 Thlr. (halbes Loos). Ser. 1661 No. 41,522 zu 40 Thlr. Ser. 1799 No. 44,954 zu 20 Thlr. (halbes Loos). Ser. 1839 No. 45,966 zu 20 Thlr. (halbes Loos). Ser. 2088 No. 52,186 zu 20 Thlr. (hal- bes Loos). Ser. 2105 No. 52,607 zu 40 Thlr. Ser. 2315 No. 57,867 zu 20 Thlr. (halbes Loos). Ser. 2877 No. 71,924 zu 40 Thlr. Ser. 3106 No. 77,637 zu 40 Tblr. Ser. 3220 No. 80,491 zu 20 Thlr.

(halbes Loos). Ser. 3278 No. 81.940 zu 40 Thlr. Ser. 4063 No.

101,572 zu 40 Thlr. Ser. 4450 No. 111,239 zu 20 Thlr. (halbes Loos). Ser. 4656 No. 116,388 zu 40 Thlr. Ser. 4727 No. 118,162 zu 20 Thlr. (halbes Loos). Ser. 4747 No. 118,673 zu 40 Thlr. Ser. 4879 No. 121,972 zu 40 Thlr. Ser. 5591 No. 139,761 zu 20 Thlr. (halbes Loos). Ser. 6038 No. 150,932 zu 20 Thlr. (balbes Loos). Ser. 6077 No. 151.912 zu 40 Thlr. Ser. 6132 No. 153,284 zu 40 Thlr. Ser. 6172 No. 154,286 zu 40 Thlr. Ser. 6314 No. 157,831 zu 20 Thlr. (halbes Loos). Ser. 6517 No. 162,919 zu 40 Thlr. Ser. 6668 No. 166,698 zu 40 Thlr. Ser. 6668 No. 166,699 zu 40 Thlr. und Ser. 6699 No. 167,466 zu 20 Thlr. (halbes Loos). (Bei den sämmtlich hier aufgeführten halben Loosen ist die Abthei- lung nicht angegeben worden.)

Sohuldverschreibung der vormals Kurhessischen Anleihe von 1863: Lit. D. No. 13,318 über 100 Thlr.

Prioritäts-Obligation Ser. II. der Niederschlesisch-Mär- kischen Eisenbahn: No. 22,266 über 50 Thlr.

Schuldverschreibungen der Nassauischen Landesbank: Lit. Aa. No. 145. 1823, 1906. Lit. Ac. No. 1682. Lit. A d. No. 904.

Rentenbriefe der Provinz Sochleslen: Lit. D. No. 3450. 12,033. 13,550 à 75

Rentenbrief der Provinz Sachsen: Lit. A. No. 1095 über 3000 (1000 Thlr.).

Sohnuldverschreltbung der Elohsfeldschen Tllgungskasse: Lit. B. à 4 % No. 1372 über 1500 (500 Thlr.)

Rheinisch-Westfälische Rentenbriefe: Lit. C. No. 5464, 5465, 5466, 5467 à 300 ℳ, Lit. D. No. 4275, 4277, 4278 à 75 ℳ, sämmtlich nebst Coupons und Ser. IV. No. 1 bis 16.

Sochuldverschreibung der Paderborner Tilgungskasse: Lit. D. No. 4102 à 600 nebst Coupons Ser. X. No. 3 und 4.

Kur- und Neumärkischer 4 % Neuer Pfandbrief No. 66,841 über 200 Thlr.

Ostpreussische Pfandbriefe:

Bezeichnung der Pfandbriefe etc.

Departe- (Cn Fent Be-

oder No. trag. Prozent-

vr. Thlr. 4 pCt. 1931 100 4 pCt. 5245 100 71875 ohne Coupons 4 pOt. 2661 50 und Talons. 4 pCt. 2498 100 ser Jobanni 1875

Bemerkungen.

vermisst seit April

4 pCt. 2593 100 [Lgvermisst ohne Cou-

4 pCt. 5244 100 pons und Talons.

4 ½ pCt. 1341 abhanden gekommen und 200 mit Coupons pro 3752 Weihnachten 1874.

3 ½ pCt. 44 200 verdorben.

3 ½ pCt. 49 500 verbrannt.

ombrowken Neudeck

No. XXIX.

Pfandbriefe der sochlesischen Landsochaft. I. Altlandschaftliche 3 proz. Pfandbriefe: Krichen, Gross- ILW. No. 77 à 500 oo11616166888 56 à 100 Mahlendorf, Klein-y . Nd. Wziesko, Alt- und Neu-⸗-„“ 8608. do. 8EGGG116“

Wettttie I....“ Leschwitz Schmelzdorf Vogelsdorf etc. Crainsdorf etc.. Würbitz, Polnisch Ausche I Lubie. Endersdorf. Kuschdorf. 134 à 30 111ö1A1X1“ 1 151 à 30 1116161A“*“X*“ 1 103 à 50 Ostsefchen. . . . Görl. 60 à 50 Koschentin . . .. 8 178 à 1000 4e4X4*“ . 74 à 300 4 10 à 300 C1114146562“3“ 52 à 200 Lampersdorf, Kr. Steinau .LW. 15 à 400 Raschowa etc.. 08. 9 à 500

II. Altlandschaftliohe 4 proz. Pfandbriefe:

8S88SSN⸗S o- P’ 00 ̃. g;⸗ x ho· xFʒ

0

Bi „Kr. Nimptsch BB. No. 65 à 500 Thlr-

III. Neue sochlesische 4proz. Pfandbrliese: Serie I. No. 605 H à 1000 Thlr. 8 . .... 8390 562. à 200

““ 806 u. 1079 je à 50 „.

Zinscoupons zu altlandschaftlichen 3 ½ proz. Pfandbriefen: über je über je 7,875 lit. r.. 17 ½ Thlr. No. 55,101 lit. r— u. 3 ½ Thlr. 7,884 r.. . 17 Thlr. 70,905 p— u. 1 ¾ Thlr. 7,886 r. . 17 ½ Thlr. 100,792 p u. 1 ½ Thlr. 25,256 t. u. 10 ½ Thlr. 104,667 p— u. 26,358 IvL . do. 105,857 0— u. 3,476 r—- u. 8 ¾ Thlr. 117,066 p— u. 33,480 r— u. do. 120,447 p— u. 42,835 1. . . 7 MWl. 42,837 r u. do. 42,840 r u. do. 52,227 p u. 3 ½ Thlr. 129,965 p— u. 55,089 r u. do. 129,966 p— u. 55,090 r u. do. 129,967 p— u. 55,092 r u. do.

Zinscoupons zu altlandschaftlichen 4proz. Pfandbriefen: No. 47,649 lit. q—t. über je 18 Sgr. 48,292 q—t. 18 Sgr. 52,093 P u. 12 Sgr.

VI. Pfandbriefe.

Die Sochleslschen 4 ½ proz. Pfandbriefe Lit. A. Ser. III. . 207, 208 und 210 à 100 Thlr. mit Talons. Die 4proz. Pfandbriefe Lit. C. Ser. II. No. 19 à 500 Thlr. und . I. No. 108 über 3000 nebst Talon. Die 4 proz. Pfandbriefe Lit. C. Ser. V. No. 53 à 500 Thlr. und . VI. No. 748. 774. 775. 776. über je 100 Thlr. nebst Talons. e Posener Pfandbriefe: Ser. I. oder VI. à 1000 Thlr.: 199 Ser. I. à 1000 Thlr.: No. 731. 5822. Ser. II. à 200 Thlr.: No. 1375. 7779. 13,400. 14,779 und 19,793. Ser. III. à 100 Thlr.: No. 1561. 3042. 7118. 11,223. 12, 12,770. 12,771 und 14,439. 1“ Ser. V. à 500 Thlr.: No. 310. 768. 1130. . VI. à 1000 Thlr.: No. 6019. Ser. VIII. à 200 Thlr.: No. 7211 und 8393. Ser. IX. à 100 Thlr.: No. 3689. 1 Bergisch-Märkische Stammaktlen à 100 Thlr.: No. 583,724 bis 26. 355,405. 355,408. 469,928 und 471,807 bis 20.

126,592 p— u. 129,954 p— u.

S*2 98 228 3 2 v S 2 8 3 23

Bergisch-Märkische Priorftäts-Obligatlon III. Serie Lit. C. à 100 Thlr.: No. 10,492.

Dässeldorf-Elberfelder Prioritäts-Obligatlon I. Serle à 100 Thlr.: No. 3881.

Bergisch-ärkische Nordbahn-Priorftäts-Obligation à 500 Thlr.: No. 725. 8

Berlin-Görlitzer Eisenbahn: Stamm-Prioritäts-Aktien No. 14,415. 16,398. 16,953. 25,672 und 26,130. Stamm-Aktien No. 3512. 3513. 7307. 7308. 14,665. 17,699. 36,468. 44,791. 44.793 und 50,197. 5 % Prioritäts-Obligationen à 100 Thlr. No. 7428. 8862. 8864. 11,382. 11,383. 11,384. 11,405. 11,406. 11,407 und 11,408.

Berlin- Potsdam-Magdoburger Elsenbahn: Dividendenscheine Ser. III. No. 9 pro 1875 zu den Aktien No. 76,284. 115,711 uncd 115,712.

Dividendenschein Ser. III. No. 10 nebst Talon zu der v Aktie No. 166,789.

Die Zinscoupons No. 9 bis 12 nebst Talon zu der Prioritäts- Obligation Lit. D. neue Emission No. 5954 à 500 Thlr

Berlin-Stettiner Bisenbahn: Prioritäts-Obligation, IV. Emission, No. 1378 über 100 Thlr. 8

Cöln-Mindener Eisenbahn: Aktien (alte) No. 36,154. 54,906.

70,372 à 200 Thlr. 4 ½ proz. Prioritäts-Obligation I. Emission No. 13,637 100 Thlr. 5 proz. Prioritäts-Obligationen II. Emission No. 583 à 200 Thlr. 8 No. 10,302. 10,322. 10,414. 13,664. 16,105. 16,996 à 100 Thlr. 8 4 proz. Prioritäts-Obligation III. Emission Lit. A. No. 9300 à 100 Thlr. 8 4 ½proz. Prioritäts-Obligation III. Emission Lit. B. No. 30,394 à 100 Thlr. 4 proz. Prioritäts-Obligationen IV. Emission Lit. A. No. 11,848 à 500 Thlr. 8 No. 73. 5576. 7658. 12,776. 25,675. 25,676. 25,677. 25,678. 25,679. 26,802. 29,628. 29,629. 31,522. 32,306. 40,852. 42,583 à 100 Thlr. 4proz. Prioritäts-Obligationen IV. Emission Lit. B. No. 56,701. 57,154 à 100 Thlr. . 4 proz. Prioritäts-Obligationen VI. Emission Lit. B. No. 116,628 à 500 Thlr. No. 131,386. 131,387. 131,388 à 100 Thlr. 8 mMärklsch-Posener Eisenbahn: Stamm-Prioritäts-Aktie No- 35,808 über 200 Thlr. b Magdeburg-Leipziger Bisenbahn: Stamm-Aktie No. 1603. Dividendenscheine zur Magdeburg-Leipziger Stammaktie Lit. B. No. 63,885 pro 1875/76 nebst Talon. 1 Dividendenscheine pro 1873/76 nebst Talons zu Magdeburg- Leipziger Stammaktien Lit. B. No. 95.058. 95,060 und 95,061 un Talons zu den Stammaktien No. 23,663 und 27,182. 1“ Talon zur 4 proz. Prioritäts-Obligation No. 733 vom Jahre 1856 Oberschlesische Eisenbahn: 5 % Prioritäts-Obligationen Emission von 1869 No. 19,429 und 19,430 à 100 Thlr. 4 % Prio- ritäts-Obligationen, Emission von 1873 No. 1780 über 1000 Thlr., No. 5494 über 500 Thlr., No. 26,967. 26,968. 26,969. 26,970 über je 100 Thlr. 5 % Wilhelmsbahn-Prioritäts-Obligationen No. 21,884. 21,979 und 21,980 à 100 Thlr. Zins-Coupons und Talon zur 4 % Prioritäts-Obligation der Wilhelmsbahn II. Emission No. 17,631 8 über 100 Thlr. 8 Rheinische Eisenbahn: No. 110,979. 110,981. 110,982 und 119,230 der unterm 19. Jali 1871 Allerhöchst privilegirten 5proz. Prioritäts-Obligationen II. Emission à 200 Thlc. = 600 ℳ; No. 132,753. 132,754. 132,755 und 132,756 der unterm 4. November 1872 Allerhöchst privilegirten 5proz. Prioritäts-Obligationen III. Emission à 200 Thlr. = 600 3 Rhein-Nahe-Elsenbahn: Prioritäts-Obligation I. Emission No. 25,733 über 100 Thlr. Talon zur Prioritäts-Obligation I. Em. No. 12,515 über 100 Thlr. Talon zur Prioritäts-Obligation II. Emission No. 6186 über 100 Thlr. Talon und Coupons zu No. 14,128 I. Emission à 100 Thlr. 8 Stargard-Posener Elsonbahn: Obligationen Lit. A. Ser. I No. 1183 à 100 Thlr. und Lit. B. Ser. II. No. 5065 à 50 Thlr. Phüringische Elsenbahn: Stammaktien No. 44 786. 53,862 und 53,863. Lit. B., Abtheilung A., No. 2034 à 100 Thlr. (Gotha- Leinefelde). 1 4 Prioritäts-Obligationen IV. Emission Lit. C. No. 3883. 19,8371 bis 19,874 à 10) Thlr.

Personalveränderungen. Königlich Preufische Armee.

8 Ernennungen, Beförderungen und Versetzungen. Im aktiven Heere. Berlin, 20. Febr. v. Katzeler, Sec. Lt. vom Inf. Regt. Nr. 30, in das Gren. Regt. Nr. 1 versetzt.

Abschiedsbewilligungen. Imaktiven Heere. 24. Febr. Winsloe, Rittm. a. D., zuletzt Escadr. Chef im 1. Leib⸗Hus. Regt. Nr. 1, in die Kategorie der mit Pens. zur Disp. gestellten ffiziere versetzt. Frhr. v. Rosenberg, Major a. D., zuletzt Rittm. u. Cscadr. Chef im 1. Ulan. Regt. Nr. 4, in die Kategorie der mit Pens. zur Disp. gestellten Offiziere, unter Ertheilung der Erlaubniß zum ferneren Tragen der Uniform des gedachten Regts., versetzt. 27. Febr. v. Hatten, Sec. Lt. vom Gren. Regt. Nr. 1, mit Pens. der Abschied bewilligt.

Im Sanitäts⸗Corps. 24. Febr. Dr. Bormann, Stabs⸗ und Bats. Arzt vom 1. Bat. Inf. Regts. Nr. 51, zum Ober⸗Stabsarzt 2. Kl. und Regts. Arzt des Inf. Regts. Nr. 44 befördert. Dr. Schüler, Stabs⸗ und Bats. Arzt vom Inf. Regt. Nr. 48, zum 1. Bat. Inf. Regts. Nr. 51 versetzt. Dr. Butry,

Stabsarzt der Landw. vom 1. Bat. Landw. Regts. Nr. 69, Dr.

Bremme, Stabsarzt der Landw. vom 1. Bat. Landw. Regts. 8 18. diesem mit der Uniform des Sanitäts⸗Corps, der Abschied ewilligt.

ARNichtamtliches.

Berlin, 3. März. In der gestrigen Sitzung des Herrenhauses erwiderte der Finanz⸗Minister Camp⸗ ausen dem Herrn Hasselbach in der Berathung über den taatshaushalts⸗Etat: 1

Der geehrte Herr Vorredner führte in seiner Rede an, daß ich ihn bei einer früheren Gelegenheit der Schwarzseherei beschuldigt habe. Ich möchte einen solchen Ausdruck nicht anwenden und weiß nicht, ob ich ihn angewendet habe; aber ich würde doch auch heute

wiederholen müssen, daß er vorzugsweise dazu geeignet ist, ungünstige Seiten der Finanzlage ins Auge zu fassen. Bei der ganzen Dar⸗ legung, die er gemacht hat, wonach die Prophezeiung, daß wir bergab gehen würden, in Erfüllung gegangen sei, hat er, wie mir scheint, die früheren Zustände sich zu rosig gedacht und die späteren zu schlimm. Daß die enormen Einnahmen der Jahre 1872 und 1873 sich nicht wiederholen würden, wer hat das eifriger ausgesprochen als wie ich selbst? Wer hat zu jener Zeit eifriger dafür gesorgt, als wie ich, daß die Ueberschüsse, die zu jener Zeit erzielt wurden, nicht immer sofortige Verwendung fanden, daß sie theilweise dazu verwendet wur⸗ den, um Schulden zu tilgen. Wenn der geehrte Herr Vorredner die Geschichte unserer Finanzverwaltung vollständig vor Augen gehabt hätte, so würde er sich vergegenwärtigen müssen, daß wir unsere Schuldentilgung, wozu uns die Kontributionsüberschüsse in den Stand setzten, neben den für produktive Anlagen zur Disposition estellten Kapitalien, daß wir da noch aus den Ueberschüssen der Ftatsjahre 1871/73 noch über 28 Millionen Thaler extra getilgt haben. Um Ihnen ein kleines Bild von dem zu geben, wie wir früher standen, und wie wir jetzt stehen, genügen vielleicht schon we⸗ nige Zahlen. Vielleicht ist es nicht unnützlich, wenn ich daran erinnere, daß die Einnahmen des Jahres 1870, die bekanntlich im Jahre 1869 veranschlagt wurden, bevor wir eine Ahnung von dem Kriege hatten, verecscher t waren auf 504,754,116 ℳ, und daß die Ein⸗ nahmen für das Jahr vom 1. April 1877 bis zum 1. April 1878 haben veranschlagt werden können auf 651,638,414 Das sind also beinahe 147 Millionen Mark mehr, als wir im Jahre 1870 glaubten in Rechnung ziehen zu können, und nun sind doch wäh⸗ rend der Zeit dem preußischen Staate mancherlei Einnahmen ent⸗ gangen, auf die er früher noch rechnen konnte, es ist ihm die roße Einnahme aus der Preußischen Bank entgangen. Er bat sich entschlossen, auf bedeutende Einnahmen an Steuern zu verzichten, es würde unrichtig sein, wenn man blos an die Ermäßigung der Klassensteuer dächte, wir haben die Chausseegelder aufgehoben und die eezn und Gewerbesteuer mehrfach ermäßigt. Die Ermäßigung an den Abgaben beträgt weit mehr, als die Zinsen der Kontributionsüberschüsse, die jemals in unsere Kasse geflossen sind. Ich würde ferner darauf hinweisen können, wenn ich die Ausgaben mit einander vergleiche, daß wir unzweifelhaft die Aufgaben des Staates bedeutend erweitert haben, daß wir für

manche früher vernachlässigte Seiten der außerordentlich viel größere Summen bewilligt haben. 8 dauernden Ausgaben, die im Jahre 1877/78 auf 631,080,267 haben veranschlagt werden können, beliefen sich im Jahre 1870 auf 486,758,000 ℳ, also jetzt 144 Millionen Mark mehr. Wenn dann der geehrten Herr Vorredner wieder darauf zurückkommt, daß das Extra⸗ ordinarium zum Theil Ausgaben enthalte, die immer wiederkommen würden, so will ich doch in Beziehung darauf anführen, daß das Extraordinarium in dem jetzigen Etat, der von allen Seiten als viel zu knapp befunden wird, um 3 Millionen Mark höher ausgebracht ist, als dies 1870 geschehen war, und dazu kommt, daß im Jahre 1870 z. B. der Chaussee⸗Umbaufonds in dem Extraordinarium stak, der jetzt anderweit und dauernd gedeckt ist, und das ließe sich noch von mehreren Sachen anführen, wenn ich Ihre Geduld ermüden wollte. Wenn dann darauf hingewiesen worden ist, daß es darauf ankomme, Ersparnisse bei den Ausgaben zu machen, so brauche ich wohl nicht erst zu Prlicherg. daß Niemandem das willkommener sein möchte als dem Finanz⸗Minister. Aber, meine Herren, was die Ersparnisse angeht, so habe ich, ich möchte sagen an jedem Tage meiner Verwaltung, bald mit den Ressortchefs, bald mit der Landes⸗ vertretung zu kämpfen, die immer von mir begehren, daß ich bald für diesen, bald für jenen Zweck mehr Geld hergebe. 8

Die Wünsche in dieser Beziehung sind eben sehr verschieden, aber Herr Hasselbach, der sich darüber beklagt, daß zu viel geschehe, hat doch nicht unterlassen, gleichzeitig zu sagen, man müsse eigentlich den Kommunen nicht so viel aufbuͤrden, als ihnen sugedecht sei, man müsse sie erleichtern, doch natürlich wieder auf Kosten der Staatskasse.

Herr Hasselbach hat diesen Wunsch. Ich begegne nun auf allen Seiten anderen Wünschen, meine Herren, die ebenfalls der Befriedi⸗ ung harren. . gher dann die zu erwartenden Ausgaben betrifft, so ist auch das Verhältniß in Beziehung auf die Eisenbahnen etwas zu ungün⸗ stig aufgefaßt worden. Ich erkenne vollständig die Verpflichtung an und übe sie mit meinem Kollegen, dem Herrn Handels⸗Minister, daß wir mit aller Energie darauf einwirken müssen, die Eisenbahn⸗ verwaltung sparsamer zu machen, und daß die Hoffnung, der Verkehr werde sich doch endlich einmal wieder heben, uns stärken muß, um für die Zukunft auf bessere Verhältnisse zu denken und sie in