1877 / 58 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 08 Mar 1877 18:00:01 GMT) scan diff

2 8 8. be

Wissenschaft und Literatur.

Die soeben bei Brockhaus in Leipzig erschienene erste Ab⸗ theilung des zweiten Baudes des deutschen „Staatsrechts“ von Dr. von Rönne handelt von der verfassungsmäßigen Kund⸗

ebung der Reichsgewalt und von den einzelnen Zweigen der Thätig⸗ eeit derselben und zerfällt in * Abschnitte, von denen der erste die Zuständigkeit der Reichsgewalt im Allgemeinen und der andere die einzelnen Zweige der Thätigkeit der Reichsgewalt bespricht. Ein erheblicher Theil des vorliegenden Werkes beschäftigt sich mit der Zuständigkeit und der Gesetzgebung des Reiches auf dem wirthschaft⸗ lichen Gebiete.

Im Auftrage des Kaiserlichen Ober⸗Präsidiums ist im Verlage von Karl J. Trübner in Straßburg 1877 eine amtliche Uebersetzung und Sammlung der in Elsaß⸗Lothringen zur Zeit geltenden Gesetze und Verordnungen über das Fuhrwesen erschienen. Mit Ausnahme der bezüglichen Bestimmungen des Strafgesetzbuchs für das Deutsche Reich, des Gesetzes über das Postwesen desselben und der Verordnung des Bezirks⸗Präsidenten vom 2. Juni 1872 gehören alle übrigen Erlasse der Herrschaft des französischen Rechts an. Die Sammlung, welche auf den Wunsch des Landesausschusses besonders und schon vor Herausgabe der allgemeinen Gesetzsammlung für Elsaß⸗ Lothringen erscheint, zerfällt in zwei Hauptabtheilungen, deren erstere die ganz Elsaß⸗Lothringen umfassenden acht Gesetze und Verordnungen enthält, während die zweite drei Beschlüsse der Präfekten für den Bezirk Lothringen und zwei für den Bezirk Ober⸗Elsaß nachweist. Für den Bezirk Unter⸗Elsaß sind keine besonderen Verordnungen ergangen. Land⸗ und Forstwirthschaft.

Im Regierungsbezirk Düsseldorf ist die Winter⸗ bestellung rechtzeitig vollendet worden. Die milde Witterung im letzten Quartal hat auf die Entwickelung der jungen Saaten einen guten Einfluß gehabt. Roggen, Weizen und Raps haben sich unge⸗ mein kräftig entwickelt, auch ist die längere Benutzung der Viehweide

den Besitzern bei dem allgemeinen Futtermangel sehr zu Statten gekommen.

Gewerbe und Handel.

Der Jahresbericht der Braunschweig⸗Hannoverschen vpothekenbank macht über die Geschäftsentwicklung folgende kittheilungen: Die 1876 bewilligten Anträge auf Hypothekendar⸗

lehne beziffern sich auf 7,095,330 (gegen 1875 900,000 ℳ), die Gesellschaft hatte Ende 1876 8,386,402 kündbare und 31,613,660 unkündbare, zusammen 40,000,062 Hvpotheken er⸗ worben. Die Direktion hat sich veranlaßt gesehen, 30,000 als Extrareserve für einen drohenden Verlust zurück zu stellen. Die Bank hat im Laufe des Jahres 4 ½ Millionen Mark 5 % und 614,000 4 ½ % Pfandbriefe placirt. Es befanden sich Ende 1876 750,000 4 % Pfandbriefe, 6,000,000 4 ½ % Pfandbriefe und 27,770,200 5 % Pfandbriefe im Umlauf. Das pro 1876 erzielte Gewinnresultat beziffert sich auf 592,930 gegen 577,780 in 1875, die Divi⸗ dende ist auf 5 ¾ % gegen 5 ¾ % im Vorjahre festgesetzt. Der Re⸗ servefond hat sich nach Dotirung mit 29,846 auf 178,598 erhöht.

Der Aufsichtsrath der Niederlausitzer Bank hat die Dividende für das Geschäftsjahr 1876 auf 6 ¾ % festgesetzt, nachdem für den Reservefond 22,500 und außer den Abschreibungen noch 20,000 auf Delkrederekonto für etwa entstehende Verluste abgesetzt worden.

Der Landwirthschaftliche Kreisverein zu Leipzig in Ver⸗ bindung mit dem Verein deutscher Fabrikanten und Händler landwirthschaftlicher Maschinen wird, wie die „Leipz. Ztg.“ mittheilt, am 4., 5. und 6. Mai 1877 einen internationalen Maschinen⸗ markt in Leipzig veranstalten. Vorsitzender der dazu gebildeten Maschinenmarkt⸗Kommission ist Herr Feodor von Schönberg. Durch Hinzuziehung von Vertretern des Landeskultur⸗Rathes, der Leipziger Handelskammer, der Leipziger Gewerbekammer, sowie durch Auf⸗ nahme mehrerer fachlich gebildeter, sachverständiger Männer hat die⸗ selbe eine zweckmäßige Erweiterung erfahren.

Dem Direktionsbericht des Ungarischen Bodenkredit⸗ Instituts sind folgende Mittheilungen entnommen: Im Laufe des Jahres 1876 sind 1060 Gesuche um 9,874,100 Fl. Darlehen eingelaufen.

Bewilligt wurden 578 Darlehen im Betrage von 4,862,540 Fl. Faktisch ertheilt wurden an 573 Parteien 3,541,240 Fl. Die Summe der seit Gründung des Institutes bewilligten Darlehen beträgt, abge⸗ ehen von den Tilgungen, bis Ende 1876 bei Papierwährungs⸗Pfand⸗ riefen 56,813,100 Fl., welche sich auf 6145 Schuldner vertheilt fanden; in Metallwährungs⸗Pfandbriefen wurden an 55 Schuldner 6,510,520 Fl. ausgefolgt. Zur Sicherstellung der Gesammtdarlehen wurden unter solidarischer Haftung Grundstücke im Werthe von 151,051,364 Fl. und als Nebenhypothek Gebäude im Werthe von 35,393,863 Fl., zusammen daher ein Werth von 186,445,227 Fl. ver⸗ pfaändet. Der Flächenraum dieser verpfändeten Grundstücke beträgt 2,814,952 e1 Joch oder nahezu 210 Quadratmeilen. Die Summe der am 31. Dezember 1876 aushaftenden Darlehen betrug nach Ab⸗ zug der bis dahin erfolgten Tilgungen 50,975,485 Fl., welche durch verpfändete Hypotheken im Werthe von 154,613,670 Fl. gedeckt sind. Die unverloost im Umlaufe befindlichen Metallwährungs⸗Pfandbriefe betragen am Ende des Jahres 8,257,800 Fl., die auf Papierwäh⸗ rung lautenden 42,367,300 Fl. Das Institut hat, sowie in den früheren Jahren seit seinem Bestehen, auch in dem abgelaufenen weder bei den Hypothekar⸗Darlehen noch bei den statutenmäßigen anderen Geschäftszweigen einen Verlust zu erleiden gehabt. Der Reingewinn von 364,869 Fl. wird vollständig dem Reservefonds zu⸗ geführt. Die Gesammtziffer der Gewinne seit Bestehen des In⸗ stitutes beträgt 2,732,641 88 8 Paris, 7. März. (W. T. B.) An der gestrigen Börse sind einem Wechselagenten Effekten (Italiener und Franco⸗ Egypter) im Werthe von 800,000 Fres. entwendet worden. Verkehrs⸗Anstalten. Southampton, 7. März. Das Postdampfschiff „Her⸗ mann“ vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welches am 24. Februar von New⸗York abgegangen war, ist heute wohlbehalten hier angekommen und hat nach Landung der für Southampton be⸗ stimmten Passagiere, Post und Ladung die Reise nach Bremen fort⸗ gesetzt. Der „Hermann“ überbringt 64 Passagiere und volle Ladung. Plymouth, 7. März. (W. T. B.) Der Dampfer „Severn“ ist aus Westindien eingetroffen.

Berlin, 8. März 1877.

Die Ausgrabungen zu Olympia. XIII. (Vergl. Nr. 40. d. Bl.) 8

Auch in den drei letzten Wochen, vom 1.—22. Februar w haben die Arbeiten durch die Witterungsverhältnisse des un⸗ gewöhnlich sturm⸗ und regenreichen Winters stark zu leiden gehabt. Dennoch vermehrte sich der Denkmälerschatz auf allen Gebieten in erfreulicher Weise. 2 8

Vor der Ostseite sind die dorthin gestürzten großen Gebälk⸗ massen theilweise entwirrt und die späten großentheils aus antiken Materialien konstruirten Slavenhäuser niedergelegt worden. Dabei fanden sich weitere werthvolle Ergänzungen zur Ostgiebelgruppe. Erstlich die drei in Hochrelief ge⸗ arbeiteten Pferdehälse (1,o M. hoch und 1,% M. breit) von dem linken südlich gestandenen Viergespann sowie der Kopf des mittleren Rosses. Zweitens ein dazu ge⸗ höriger, weil an gleicher Stelle liegender gewaltiger Pferdekörper, welcher wegen der schweren deckenden Trümmer⸗ massen noch nicht gehoben werden konnte. Diese neuen Funde gestatten unter Heranziehung eines schon am 21. Ok⸗ tober v. Js. gefundenen größeren Reliefbruchstückes (vergl. Bericht VIII.) jetzt die angenähert sichere Restauration der süd⸗ lichen Quadriga, wie eine solche von der entsprechenden nörd⸗ lich gestandenen bereits hat entworfen werden können. Das dritte Fragment war ein linkes, stark gekrümmtes Bein, welches erst bei der weiteren Sichtung des Gesammtmaterials zu verwerthen sein wird. 1—

Ungleich bedeutender sind die Ergebnisse der Ausgrabun⸗ gen vor der Westseite gewesen. Schon am 2. Februar er⸗ schien vor der südlichen Fronthälfte dicht unterhalb des Kentaurenfundortes ein schöner weiblicher Oberkörper, etwas angstvoll bewegt, dessen linker über die Brust gelegter Arm bestrebt ist, das herabgeglittene Gewand mit dem auf der Schulter noch liegenden Stücke zusammenzu⸗ nesteln. In der Höhe der Hüfte ist der Marmor so glatt und sorgfältig abgeschnitten, daß es den Anschein hat, als ob die Figur halb verdeckt hinter einem Gegenstande gestanden und nur ihren Oberleib gezeigt hätte. Nahe diesem Stücke lag der mächtige Torso vom Halse bis unter den Nabel erhalten eines im heftigen Kampfe begriffenen Lapithen; beide Arme waren erhoben und vorgestreckt. Etwas später und mehr im Nordwesten wurden zwei Gewandbruchstücke weiblicher Figuren, ein Knie und ein linker Fuß, sowie ein auf dem Boden liegender Weinschlauch gehoben. Ein weiterer Fund erfolgte am 9. Februar wieder in einer Distanz von 20 M. vor der Frontmitte. Hier fand man im Sande fast aufrecht stehend den Oberleib nebst Kopf eines Lapithen, 1,8 M. hoch und vom Scheitel bis unterhalb des Nabels er⸗ halten. Beide Arme, zwischen denen der vielfach zerstoßene

opf etwas nach vorn gedrängt und gesenkt erscheint, waren hoch erhoben; der linke Oberarm an der linken Kopfseite sel⸗ ber haftend und so grade abgeschnitten, auch ohne Dübel⸗ spur daß der Arm seiner ganzen Ausdehnung nach über⸗ haupt nie vorhanden gewesen sein kann. Die noch jugend⸗ liche Gestalt stand rechts hin gewendet mit ihrer linken Schulter an der Wand und scheint im heißen Kampfe gegen einen Kentauren mit beiden hoch erhobenen Händen eine schwere Waffe geschwungen zu haben. In dem Gesicht fehlt noch jeder leidenschaftlich erregte Ausdruck, nur in der gerunzelten Stirn und den gehobenen Augenbrauen erscheint ein Hauch von Affekt. Das nur durch kräftige Relieferhebung angedeutete Haar ist wieder glatt gelassen, dagegen zeigt der nackte Körper überall eine forgfältige und lebendige Behandlung

Den erst vor wenigen Tagen am Freitag, den 2. März gemachten Hauptfund vor der Westfront hat ein 24 Stun⸗ den später eingetroffenes Telegramm aus Pyrgos in folgenden Worten gemeldet: West. Schönster Kopf, jugendlich männlich, und Kentaur Weib raubend, mit voll⸗ ständigstem Pferdekörper. Hierdurch ist ein besonders werthvoller Doppelfund verbürgt: ein neuer Kopf (der fünfte und schönste) und eine zweite Kentaurengruppe. Daß die stets festgehaltene Hoffnung, auch von der großen und reich bewegten Giebel⸗Komposition des Alkamenes eine sichere Erkenntniß zu gewinnen, durch so glänzende Funde ihrer Er⸗ füllung immer mehr entgegen geführt wird, bedarf keiner weiteren Hervorhebung. . 4

Von Bronzen fand sich an allen Grabungsstellen vielerlei: ahllose kleine Votivgaben, besonders viele rohgestaltete Vier⸗ üßler, ferner Gefäße und Henkel, einige Waffen, darunter ein Helm, einige Backenschirme mit Inschriftresten und dergleichen. Ein besonderes Interesse gewährt eine sehr kleine, im Vollguß hergestellte Statuette (0,975 hoch) wegen ihrer echt archaischen Fassung. Es ist eine männliche Gestalt, mit dem linken Beine schüchtern vorschreitend; beide Unter⸗

das Haupt ist bekränzt. Unter den zahlreichen bisher gefun⸗

denen Kleinbronzen ist dies nach dem Kunstcharakter die an⸗ ziehendste. 1

Unter den Inschristen steht eine in Erz gegrabene von sechs Zeilen an der Spitze, weil sie den alteeleischen Schrift⸗ charakter wiedergiebt und ein werthvolles Seitenstück zu der berühmten Vertragsurkunde zwischen Heraia und Elis (um 500 v. Chr.) bildet, welche W. Gell im Jahre 1813 bei einer kurzen Ausgrabung in Olympia zu finden das Glück hatte und später dem britischen Museum überließ. Die leider oben und an den Seiten abgebrochene Inschrift (der untere Schluß ist erhalten) hat zu einem obrigkeitlichen Dekrete gehört, in welchem Bußfestsetzungen ꝛc. enthalten waren. Demnächst folgen zwei andere, sehr fragmentirte aber alterthümliche In⸗ schriften, gleichfalls in Erz geschnitten; die eine, sechszeilige, steht auf einer Platte, die andere, einzeilige, auf dem ver⸗ zierten Rande eines Gefäßes. Außerdem sind vor der Ost⸗ front, in der Nähe der sogenannten Basenstraße, zwei vmß schriften aus der Spätzeit gefunden worden, welche sich auf hier gestandene Ehrenstatuen beziehen. Die eine hatte der Rath und das Volk von Kyparissia in Messenien dem Tiber. Opp. Timandros, die andere M. Ant. Pisanus dem Spartaner Eurykles, einem bei Augustus an⸗ gesehenen Manne gewidmet.

Die weitere Erforschung und Aufnahme des Zeustempels hat gleichfalls erhebliche Fortschritte gemacht. Von den wegen ihrer Lage sehr schwer meßbaren Säulen sowie von den oberen Baugliedern, speziell von denen des Marmordaches sind viele Zeichnungen durch die beiden eingesandt worden. Auch ein genauer Querschnitt durch den Unterbau, der die eigenthümliche Struktur erkennen läßt, verdient Erwähnung.

Die allmählich bewirkte Forträumung der bisher noch vor der Ostfront lagernden Trümmermassen hat bezüglich der wichtigen Fragen, ob der Vorplatz gepflastert, ob ursprünglich eine Rampe vorhanden, ob dicht vor der Oberstufe ein Altar aufgestellt war, weitere Entscheidungen gebracht, welche die schon im vorigen Jahre gewonnenen und ausge⸗ sprochenen Ansichten lediglich bestätigt haben. Der ganze Platz vor der Ostfront war mit Quadern gepflastert. Die stark zusammengeschmolzenen Reste desselben finden sich in einer Distanz von 23 M. östlich vor der Nordhälfte am besten erhalten. Mehre mit Sorgfalt in diesem Pflaster ausgesparte Löcher geben sich als Standplätze alter Bäume zu erkennen, welche man bei der Pflasterlegung geschont und vorsichtig umgangen hat. Die vom Vorplatz zum mäßig ansteigende Rampe ist nur noch bis auf eine Entfernung von 14 M. erhalten, zu ihrer Herstellung sind schon sormirte Baustücke zum zweiten Male verwendet worden. Daß hier in späterer Zeit ein erweiternder Umbau stattgefun⸗ den hat, ist jetzt ebenso sicher, als der von der Existenz eines oblongen, auf 3 Stufen stehenden Altars in Höhe der ersten Stufe von Anfang an. Die nähere Beweis⸗ führung für diesen in architektonischer wie archäologischer Be⸗ ziehung gleich wichtigen Punkt muß einem anderen Orte vor⸗ behalten bleiben. 1 11““

In die Stelle des zweiten Oberaufsehers ist ein früher bei den Laurion⸗Bergwerken beschäftigt gewesener deutscher Techniker Herr Rohrer getreten und mit den Abformungs⸗ arbeiten der diesjährigen Campagne ist wieder Herr Marti⸗ nelli in Athen betraut worden. Seiner Ankunft wurde Mitte März entgegen gesehen, zu welcher Zeit auch die nothwendig gewordenen Erweiterungsbauten an der Formerei beendigt sein sollten.

Mit der II des Niederwald⸗Denkmals soll im künftigen Fühjahr begonnen werden. Es wird demnächst eine Konkurrenz ausgeschrieben werden, wonach die gesammten bau⸗ lichen Arbeiten an einen Unternehmer vergeben werden sollen. Im nächsten Jahre kommen dann die Fundamentarbeiten und 1878 80 die Granit⸗ und Sandsteinarbeiten zur Ausführung. Mittlerweile wird Prof. Schilling die Arbeiten der Modelle so weit gefördert

haben, daß auch der Erzguß beginnen kann. Voraussichtlich werden

hierzu mehrere Gießereien in Anspruch genommen werden müssen. Die Figur der Germania, welche 10 Meter hoch wird, dürfte allein zwei Jahre zu ihrer Vollendung erfordern. Nachdem über 500,000 gesammelt sind, welche zur Bestreitung der Ausgaben für Modelle und architektonischen Aufbau ausreichen, müssen demnächst noch die Kosten für den Erzguß aufgebracht werden.

Die nächste Allgemeine Versammlung der Mitglieder des Deutschen Fischerei⸗Vereins findet am Freitag, den 16. März d. J., Abends 7 Uhr, im Bürgersaale des Neuen Rathhauses, Königs⸗ straße 15— 18, hierselbst, statt. Auf der Tagesordnung stehen: 1) Eröffnung und geschäftliche Mittheilungen. 2) Einige Mittheilungen über die Fischzuchtbestrebungen in den Vereinigten Staaten von Nordamerika und in Deutschland von 1871—76, vom zeitigen Vorsitzenden. 3) Ueber die Grundlagen zu einer dauernd einträglichen Austern⸗ wirthschaft, besonders an den deutschen Küsten, vom Professor der

arme waren vorgestreckt, das Haar fällt lang in den Nacken,

Zoologie Dr. Karl Möbius aus Kiel. 4) Neuwahl des Vorstandes.

New⸗York, 7. März. (W. T. B.) Gestern ist in einem großen Gebäude in Bond⸗Street, welches hauptsächlich von Gold⸗ arbeitern und Juwelieren bewohnt war, eine Feuersbrunst aus⸗ gebrochen. Der angerichtete Schaden wird auf über eine Million Dollars geschätzt

Theater.

Frl. Friederike Bognär vom Kaiserlichen Hofburgtheate in Wien hat auf Wunsch des Publikums und der Direktion des National⸗Theaters ihr Gastspiel bis morgen verlängert und wird heute zum 2. Male als „Agnes Bernauer“ in dem gleich⸗ namigen Stück von Hebbel auftreten. Morgen verabschiedet sich die Künstlerin als „Cameliendame“.

Am 5. März hat im Kaiserlichen Hofoperntheater zu Wien die erste Aufführung von Wagners „Walküre“ statt⸗ gefunden. Der Kaiser, der Kronprinz und der Erzherzog Karl Ludwig wohnten der Vorstellung, die von 6 bis 11 Uhr dauerte, bei. Die Aufführung des Werkes war, Wiener Blättern zufolge, ganz besonders in ihrem musikalischen Theile, musterhaft. Die Wiener Kritik zollt dem Direktor Jauner, dem musikalischen Leiter Hans Richter, sowie den Damen Ehnn, Materna und Kupfer, den Herren Labatt, Scaria und Hablawetz und dem Orchester uneingeschränktes Lob.

Der Impresario Weiser aus Wien hat die Sängerin Mlle. Emilia Chiomi aus Florenz, ferner den Pianisten Hrn. Lud⸗ wig Breitner sowie die Violinvirtuosin Mlle. Marguerite Pommereul aus Paris für eine Konzert⸗Tournée in Deutschland

ewonnen

Eingegangene literarische Neuigkeiten.

Siebenzig Dienstjahre Sr. Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm, Allerhöchsten Kriegsherrn der deutschen Armee und Marine. Zum siebenzigjährigen Dienstjubiläum Sr. Ma⸗ jestät am 1. Januar 1877. Mit einem photographischen Portrait Sr. Majestät des Kaisers und Königs. 2. Aufl. Verlag der „Mi⸗ litaria“, Verlags⸗Buchhandlung für Militär⸗Literatur (G. v. Gla⸗ senapp). Berlin 1877. (40 S.) 1

Deutsche Rundschau. Herausgegeben von Julius Roden⸗ berg. Dritter Jahrgang. Heft 6. März 1877. Berlin, Verlag von Gebr. Pätel. (XII. u. S. 335 510). sr 8.

Allgemeiner ausführlicher Geschichts⸗Kalender. Gedenkblätter auf alle Tage des Jahres. Bearbeitet und heraus⸗

egeben von J. A. Niemeyer, weil. Pfarrer zu Neust.⸗Bielefeld.

Nach dessen Tode fortgesetzt von Lic. Richard Reinhard, Pfarrer zu Wörmlitz bei Halle a. S. Berlin. Verlag von Alfr. Weile. 1876. Heft 17, 18 u. 19, 22 u. 23, 25 u. 26. (Schluß.)

Aus der Türken⸗ und Jesuitenzeit vor und nach dem Jahre 1600. Historische Darstellungen, zumal Fürsten⸗ und Volksgeschichte in den Karpathenländern, von Friedrich Schuler von Libloy, Dokt. d. R., ord. Prof. an d. K. K. Franz⸗Josephs⸗Universität in Czernovitz ꝛc. Berlin, Verlag von Theob. Grieben. (268 8

Die Geschichte der Perserkriege, nach den Quellen er⸗ zählt von Gustav Friedrich Hertzberg, außerord. Prof. der Ge⸗ schichte an der Universität Halle. Halle, Verl. d. Buchhandl. d. Waisenh. 1877. (307 S.)

Konservativ. Berlin. Carl Dunckers Verlag (C. Heymons). Februar 1877. (15 S.) 1 1 8

Die EE11““ En die Wahlen. Berlin 1877. E. Sgfr. Mittler u. Sohn. (16 S.)

vfr. Meeiccs Blätter f. gerichtliche Medizin und Sani⸗ tätspolizei. Unter Mitwirkung der DDr. L. A. Buchner, H. Ranke, J. N. von Nußbaum u. von Krafft⸗Ebing, deranegeg⸗ben von den DDr. u. Ober⸗Medizinal⸗Räthen C. von Hecker u. C. Klinger. Nürn⸗ berg, Verlag der Friedr. Kornschen Buchh. 1877. 28. Jahrg. 2. Heft, März u. April. (S. 80 160.) 8

Monatsschrift des Vereins zur Beförderung des Gar⸗ tenbaues in den Königl. Preuß. Staaten für Gärtnerei und Pflanzenkunde. Redakt.: Dr. L. Wittmack, Gen.⸗Sekret. d. Ver⸗ eins ꝛc. Mit 2 Abbildungen. 20. Jahrg. Februar 1877. Berlin. In Kommission bei Wiegand, Hempel & Parey. gr. L. (S. 49 96).

ie Zölle und die indirekten Steuern in Elsaß⸗ Lothringen (avsschließlich des Enregistrements und Stempels). Syftematische Zusammenstellung der einschlägigen Gesetze, Ver⸗ ordnungen, Regulative, Bundesrathsbeschlüsse und Erlasse, mit An⸗ merkungen im Auftrage des Ober⸗Präsidenten, herausgegeben von L. Leydhecker, Regierungs⸗Rath. 1. Band. Straßburg, Verl. von K. J. Trübner, 1877. Kl. 8. (262 S.)

Goldschmidts Bibliothek für Haus und Reise. Band XXX. Ein heimliches Verhältniß. Essek. Von Otto Girndt. Berlin, Albert Goldschmidt. Kl. 8. (169 S.) Band XXXIII. Die Erben von Moosdorf. Novelle von Julius Mühlfeld. Ebd. (112 S.)

Drei Beilagen (einschließlich Börsen⸗Beilage).

r

richt anher. Hameln, den 6. März 1877. König⸗ Sachen: 1 Rock von englischem

5 Hemden, darunter 1 wollenes karrixtes, 1 Paar

verfolgten Paul Christian Nielsen von Thisted Signalement. ein oder mehre Vorderzähne, Bekleidung: dunkle

Beinkleider, dunkler Ueberzieher, schwarzer Hut, Sprache: gebrochen deutsch.

als Zeuge in der Sache G. 1126/76 nothwendig ist, wird ersucht.

anwaltschaft zu Cüstrin unterm 7. Februar 1877 angeklagt: als Wehrpflichtiger in der Absicht, sich

das Bundesgebiet verlassen zu haben, oder nach er⸗

denselben durch Beschluß des unterzeichneten Ge⸗

und Entscheidung der Sache auf den 14. Jun

zum Deutsch

11“

. Berlin, Donner

————

chs⸗Anzeiger und Königlich Preußisch

stag, den 8. März

82.

Anzei

ger.

des Beutschen Reichs-Anzeigers und Königlich Breußischen Stauts-Anzeigers:

b

Staats⸗Anzeiger, das Central⸗Handelsregister und das Geostblatt nimmt an: die Königliche Expedition

Berlin, 3. W. Wilhelm⸗Straße Nr. 32. 8 4. Verloosung, Amortisation, LEnarzahlung

1. Steckbriefe und Untarsuch

8 Sachen. 2. Subhastationen, Aufgebote, Vorladungen u. dergl.

b Verkäufe, Verpachtungen, Submissionen ete.

u. 8. w. von öffentliobon Papieren.

Deffentlicher Anzeiger.

5. Industrielle Etabliasements, Fabriken

6. Verzchiedene Bokanntmachungen. 1 8 Anzeigen.

. Theater-Anzeigen. In der Brsan- 9. Pamilien-Nachrichten.

Steckbriefe und Untersuchungs⸗Sachen.

Steckbrief. Gegen den Kaufmann Otto Fried⸗ heim ist die gerichtliche Haft wegen betrüglichen Bankerutts in den Akten Litt. F. Nr. 113 de 1877 C. II. beschlossen worden. Die Verhaftung hat nicht ausgeführt werden können. Es wird er⸗ sucht, den ꝛc. Friedheim im Betretungsfalle fest⸗ zunehmen und mit allen bei ihm sich vorfinden⸗ den Gegenständen und Geldern an die Königliche Stadtvoigtei⸗Direktion hierselbst abzuliefern. Ber⸗ lin, den 7. März 1877. Königliches Stadtgericht. Abtheilung für Untersuchungssachen. Kommission II. für Voruntersuchungen. Beschreibung. Alter: 23 Jahre; geb. den 7. Februar 1854; Geburts⸗ ort: Lasdehnen; Größe: 5 Fuß 4 Zoll; Haare: schwarz; Augen: dunkel; Augenbrauen: schwarz; Nase: dick; Mund: aufgeworfene Lippen; Gesichts⸗ bildung: länglich; Gesichtsfarbe: brünett, Gestalt: schlank; besondere Kennzeichen: schielt etwas.

Steckbriefs⸗Erledigung. Der früheren

hinter den geren Restauratenr Robert Hirte wegen qualifizirter Urkundenfälschung in den Akten H. 677 de 1876, C. II., unter dem 20. De⸗ zember 1876 erlassene Steckbrief wird hierdurch zu⸗ rückgenommen. Berlin, den 3. März 1877. Kö⸗ nigliches Stadtgericht. Abtheilung für Untersu⸗ Kommission II. für Voruntersu⸗ ungen.

Steckbrief. Aloys Rizi aus Budoja⸗Udine in Italien, bisher Steinbruchsarbeiter in Schwöbber, Amts Hameln, ist des Diebstahls verdächtig und flüchtig. Haftbefehl liegt vor. Signalement: Alter etwa 25 Jahre, Größe etwa 6 Fuß hannov., Statur schlank, Haare und Augen schwarz, Nase lang und gerade, Bart rasirt. Besondere Kenn⸗ zeichen: Zeigt fast immer lächelnde Mienen. Klei⸗ dung: Jaquet, hiuten eingeschlitzt, schwarze Mütze. Antrag: Festnahme, Beschlagnahme der gestohle⸗ nen, hierunter verzeichneten Gegenstände und Nach⸗ liche

Kronanwaltschaft. Verzeichniß der

eder, 2 schwarze Röcke, 1 schwarze Hose, 2 Westen,

lange Stiefeln, 1 Sack, 1 Reisetasche, 1 Thaler, 1 Bürste, 1 Tunnellampe, 4 Photographien, 1 Paß, lautend auf den Italiener Anton Malioneta.

Steckbrief wider den wegen Diebstahls gerichtlich

(Dänemark) mit Ersuchen um Festnahme und Nach⸗ richt anher. Cassel, 5. März 1877. Staatsanwalt. Gestalt: schlank, Gesicht: blaß, Augen: hellblau, Haar: dunkelblond, Zähne: fehlen

Um Ermittelung der Adresse des Arbeiters Carl Speichert aus Lenker⸗Hauland, dessen Vernehmung

t. Graetz, den 26. Februar 1877. Königliche Staatsanwaltschaft.

Oeffentliche Vorladung. Der Eduard Rein⸗ hard Max Brodda, geboren den 23. Februar 1854 in Neu⸗Langsow, ist von der Königlichen Staats⸗

dem Eintritt in den Dienst des stehenden Heeres oder er Flotte zu entziehen, ohne Erlaubniß entweder

reichtem, militärpflichtigem Alter außerhalb des Bundesgebietes sich aufzuhalten. Auf Grund des §. 140 Nr. 1 des Strafgesetzbuches ist deshalb gegeft

richts vom 23. Februar 1877 die Untersuchung er⸗ ffnet und ein Termin zur mündlichen Verhandlun

877, Mittags 12 Uhr, im Sitzungssaale des

iesigen Gerichts anberaumt, zu welchem der Ange⸗ klagte hierdurch öffentlich mit der Aufforderung vor⸗ geladen wird, zur bestimmten Stunde zu erscheinen und die zu seiner Vertheidigung dienenden Beweismittel mit zur Stelle zu bringen oder solche so zeitig vor dem Termine anzuzeigen, daß sie noch zu demselben rechtzeitig beschafft werden können. Im Falle des Ausbleibens wird mit der Untersuchung und Ent⸗ scheidung gegen den Angeschuldigten in contumaciam verfahren werden. Seelow, den 23. Februar 1877. Königliche Kreisgerichts⸗Deputation.

Subhastationen, Aufgebote, Vor⸗ ladungen u. dergl.

Subhastations⸗Patent.

Das dem Bauern Carl Albert Rudolf Tieke zu Waßmannsdorf gehörige, in Waßmannsdorf be⸗ legene, im Grundbuch von Waßmannsdorf Band I. Nr. 13 verzeichnete Bauergut nebst Zubehör soll den 26. April 1877, Vormittags 11 ½ Uhr, an der Gerichtsstelle, Zimmerstraße 25, Zimmer Nr. 24, im Wege der nothwendigen Subhastation öffentlich an den Meistbietenden versteigert, und denmäͤchst das Urtheil über die Ertheilung des Zu⸗

ags den 28. April 1877, Mittags 12 Uhr, ebenda, Zimmer Nr. 12, verkündet werden.

[2038]

8 8

26 Ar 70 Qu.⸗M. groß, zur Grundsteuer, bei einem derselben unterliegenden Gesammt⸗Flächenmaß von 27 Hektar 14 Ar 40 Qu.⸗M. mit einem Reinertrag von 422 73 und zur Gebäudesteuer mit einem jährlichen Nutzungswerth von 105 veranlagt. Auszug aus der Steuerrolle und begl. Abschrift des Grundbuchblattes, ingleichen etwaige Abschätzungen, andere das Grundstück betreffende Nachweisungen und besondere Kaufbedingungen sind in unserm Bureau V. A. 3 einzusehen.

Alle Diess igen. welche Eigenthums⸗ oder ander⸗ weite, zur Wirksamkeit gegen Dritte der Eintragung in das Grundbuch bedürfende, aber nicht eingetra⸗ gene Realrechte geltend zu machen haben, werden aufgefordert, dieselben zur Vermeidung der Prä⸗ klusion spätestens im Versteigerungstermin anzu⸗ melden.

Berlin, den 26. Februar 1877.

8 Königliches Kreisgericht.

Der Subhastations⸗Richter. 111“ 5

vt Subhastations⸗Patent. Das dem Handelsmann Ernst Schnieber gehörige, in Lichtenberg⸗Friedrichsberg belegene, im Grund⸗ buch von Lichtenberg Band 8 Bl. Nr. 295 ver⸗ zeichnete Grundstück nebst Zubehör soll

den 24. April 1877, Vormittags 10 ½ Uhr, an hiesiger Gerichtsstelle, Zimmerstraße 25, Zimmer Nr. 24, im Wege der nothwendigen Subhastation öffentlich an den Meistbietenden versteigert, und demnächst das Urtheil über die Ertheilung des Zuschlags

den 27. April 1877, Mittags 12 Uhr, ebendort verkündet werden.

Das zu versteigernde Grundstück ist zur Grund⸗ steuer, bei einem derselben unterliegenden Ge⸗ sammtflächennaß von 5,9 Ar, mit einem Reinertrag von 4,% veranlagt. Auszug aus der Steuerrolle, und Abschrift des Grundbuch⸗ blattes, ingleichen etwaige Abschätzungen, andere das Grundstück betreffende Nachweisungen und besondere Kaufbedingungen sind in unserm Bureau V. A. 3 einzusehen.

Alle Diejenigen, welche Eigenthums⸗ oder ander⸗ weite, zur Wirksamkeit gegen Dritte der Eintragung in das Grundbuch bedürfende, aber nicht eingetragene⸗ Realrechte geltend zu machen haben, werden auf⸗ selardert dieselben zur Vermeidung der Präklusion pätestens im Versteigerungstermin anzumelden.

Berlin, den 27. Februar 1877.

1“ Königliches Kreisgericht.

Der Subhastations⸗Richter.

120230130 Subhastations⸗Patent.

Das dem Kaufmann Julius Ihlow zu Berlin gehörige, auf Wilmersdorfer Feldmark belegene, im Grundbuch von Wilmersdorf Band III. Blatt Nr. 102 verzeichnete Grundstück nebst Zubehör soll

den 5. April 1877, Vormittags 11 ½ Uhr, an Gerichtsstelle, Zimmerstr. 25, Zimmer Nr. 24, im Wege der nothwendigen Resubhastation öffentlich an den Meistbietenden versteigert, und demnächst das Urtheil über die Ertheilung des Zuschlags

den 6. April 1877, Nachmittags 1 Uhr, ebenda, Zimmer Nr. 12, verkündet werden.

Das zu versteigernde Grundstück ist 56 Ar 20 Q.⸗M. groß. Die Bietungskaution ist auf 548 festgesetzt.

Auszug aus der Steuerrolle und Abschrift des Grundbuchblatts, ingleichen etwaige Abschätzungen, andere das Grundstück betreffende Nachweisungen und besondere Kaufbedingungen sind in unserm Bureau V. A. 3 einzusehen.

Alle Diejenigen, welche Eigenthums⸗ oder ander⸗ weite, zur Wirksamkeit gegen Dritte der Eintragung in das Grundbuch bedürfende, aber nicht eingetra⸗ gene Realrechte geltend zu machen haben, werden Fufgeordert. dieselben zur Vermeidung der Präklusion spätestens im Versteigerungstermin anzumeld Berlin, den 27. Februar 1877. 8 Königliches Kreisgericht.

Der Subhastations⸗Richter.

2037 64 2 8

[20377 Subhastations⸗Patent. Das dem Klempnermeister Otto Gremberg ge⸗ hörige, in Feehe belegene, im Grundbuch von Lichtenberg Band VIII. Bl. Nr. 294 verzeich⸗ nete Grundstück nebst Zubehör soll den 24. April 1877, Vormittags 11 ½ Uhr, an hiesiger Gerichtsstelle, Zimmerstraße 25, Zimmer Nr. 24, im Wege der nothwendigen Subhastation öffentlich an den Meistbietenden versteigert, und emnächst das Urtheil über die Ertheilung des Zu⸗

ags

den 27. April 1877, Mittags 12 Uhr, ebendort verkündet werden. Das zu versteigernde Grundstück hat ein Flächen⸗ maß von 4 Ar 59 Q.⸗M. und ist zur Gebäude⸗ steuer mit einem jährlichen Nutzungswerth von 6960 eeexaas. Auszug aus der Steuerrolle, und be⸗ glaubigte Abschrift des Grundbuchblattes, ingleichen etwaige Abschätzungen, andere das Grundstück be⸗ treffende Nachweisungen und besondere Kaufbedin⸗ b süngen sind in unserm Bureau V. A. 3 einzu⸗ ehen.

Alle Diejenigen, welche Eigenthums⸗ oder ander⸗

fordert, dieselben zur Vermeidung der Präklusion spätestens im Versteigerungstermin anzumelden. Berlin, den 27. Februar 1877. Königliches Kreisgericht. Der Subhastations⸗Richter.

8 8

120151 Subhastations⸗Patent.

12 „9

Das Rittergut Pieragienen, Kirchspiel In⸗ sterburg, dem Herrn Heinrich Plümicke gehörig, mit einer der Grundsteuer unterliegenden Gesammtfläche von 666,42,90 Hectar und mit einem Grundsteuer⸗ Reinertrage von 7991,88 und mit einem Ge⸗ bäudesteuer⸗Nutzungswerthe von 1506 veran⸗ lagt, soll

den 18. Juli 1877, Vormittags 10 Uhr, an ordentlicher Gerichtsstelle, Zimmer Nr. 2, im Wege der nothwendigen Subhastation versteigert werden.

Der Auszug aus der Steuerrolle und der Hypo⸗ thekenschein können während der Dienststunden im Bureau III., Zimmer Nr. 6, eingesehen werden.

Alle Diejenigen, welche Eigenthum oder ander⸗ weite, zur Wirksamkeit gegen Dritte der Eintra⸗ gung in das Hypothekenbuch bedürfende, aber nicht eingetragene Realrechte geltend zu machen haben, werden hiermit aufgefordert, dieselben zur Vermei⸗ dung der Präklusion spätestens im Versteigerungs⸗ . 3

Das Urtheil über Ertheilung des Zuschlages wird in demselben Termine an u-ge che Buschlagee ftene 8 88 werden. 1t

usterburg, den 28. Februar 1877. Königliches Kreisgericht.

Der Subhastations⸗Richter. Paulini. 8

9 8 8 2 11“] [2043]1 Subhastations⸗Patent.

„Das dem Kaufmann Otto Zabel zu Berlin ge⸗ hörige, in Britz belegene, im Grundbuch von Bri Band 9 Nr. 383 verzeichnete Grundstück Jaü Zubehör soll

den 2. Mai 1877, Vormittags 11 ½ Uhr, an hiesiger Gerichtsstelle, Zimmerstraße 25, Zimmer Nr. 12, im Wege der nothwendigen Subhastation öffentlich an den Meistbietenden versteigert, und demnächst das Urtheil über die Ertheilung des Zu⸗ schlags ebenda

„den 5. Mai 1877, Mittags 12 Uhr, verkündet werden.

Das zu versteigernde Grundstück ist zur Grund⸗ steuer, bei einem derselben unterliegenden Gesammt⸗ flächenmaß von 6 Ar 96 Qu.⸗M., mit einem Rein⸗ ertrag von 48 veranlagt.

Auszug aus der Steuerrolle und Abschrift des Grundbuchblattes, ingleichen etwaige Abschätzungen, andere das Grundstück betreffende Nachweisungen und besondere Kaufbedingungen sind in unserm Bureau V. A. 3 einzusehen.

Alle Diejenigen, welche Eigenthums⸗ oder ander⸗ weite, zur Wirksamkeit gegen Dritte der Eintra⸗ gung in das Grundbuch bedürfende, aber nicht ein⸗ getragene Realrechte geltend zu machen haben, werden aufgefordert, dieselben zur Vermeidung der Präklusion spätestens im Versteigerungstermin an⸗ zumelden. 8 58

Berlin, den 3. März 1877.

8 Königlicer Kreisgericht Der Subhastations⸗Richter.

[2040]1 Subhastations⸗Patent.

Das dem Lieutenant a. D. Theodor Albert Boehme zu Berlin gehörige, in Reinickendorf (Wilkestraße) belegene, im Grundbuch von diesem Orte Band 15, Blatt Nr. 459 verzeichnete Grundstück nebst Zu⸗ behör soll

den 1. Mai 1877, Vormittags 10 ½ Uhr, an hiesiger Gerichtsstelle, Zimmerstraße 25, Zim⸗ mer Nr. 24, im Wege der nothwendigen Subha⸗ station öffentlich an den Meistbietenden versteigert, und demnächst das Urtheil über die Ertheilung des Zuschlags

den 4. Mai 1877, Mittags 12 Uhr, ebendort verkündet werden.

Das zu versteigernde Grundstück ist zur Grund⸗ steuer, bei einem derselben unterliegenden Gesammt⸗ Flächenmaß von 5,0 Ar mit einem Reinertrag von 0,98 und zur Gebäudesteuer mit einem jähr⸗ lichen Nutzungswerth von 390 veranlagt.

Auszug aus der Steuerrolle und begl. Abschrift des Grundbuchblattes, ingleichen etwaige Abschätzungen, andere das Grundstück betreffende Nachweisunge n und besondere Kaufbedingungen sind in unser m Bureau V. A. 3 einzusehen.

Alle Diejenigen, welche Eigenthums⸗ oder ar er⸗ weite, zur Wirksamkeit gegen Dritte der Eintre gung in das Grundbuch bedürfende, aber nicht eir getra⸗ gene Realrechte geltend zu machen haben, werden gufgesordert, dieselben zur Vermeidung der Präklu⸗ sion spätestens im Versteigerungstermin am zumelden. Berlin, den 3. März 1877. 1

Königliches Kreisgericht. Der Subhastations⸗Richter.

12042]1 mSubhastations⸗Patent.

„Das dem Baumeister Julius Fischer zu Berlin ge⸗ hörige, in Niederschönhausen (Lindenstraße 112) belegene, im Grundhuch von Niederschönhausen Banv III. Bl. Nr. 125 verzeichnete Grundstück

8

weite, zur Wirksamkeit gegen Dritte der Eintragung in das Grundbuch bedürfende, aber nicht eingetragene

Das zu versteigernde Grundstück ist 27 H.

8

Realrechte geltend zu machen haben, werden aufge⸗

neost Zubehör soll den 8. Mai 1977, Vormittags 11 ¼½ Uhr,

beihage. 2

ureau der dentschen Zeitun ju Bersta⸗

2 lerane nehmen an: das —12n

Mohrenstraße Nr. 45, die Annoncen⸗Expeditionen des

nvalidendank“, Nudolf Mosse, Haafeunstein Vogler, G. L. Daube & Co., E. Schl Büttner & Winter, sowie alle übrigen Aunoncen⸗Bureaund.

an hiesiger Gerichtsstelle, Zimmerstraße 25, Zimmer Nr. 24, im Wege der nothwendigen Subhastation öffentlich an den Meistbietenden versteigert, und dem⸗ nächst das Urtheil über die Ertheilung des Zuschlags

den 11. Mai 1877, Mittags 12 Uhr, ebendort verkündet werden.

Das zu versteigernde Grundstück ist zur Grund steuer, bei einem derselben unterliegenden Gesammt⸗ Flächenmaß von 21,47 Ar mit einem Reinertrag von 458 ℳ, und zur Gebändesteuer mit einem jährlichen Nutzungswerth von 3182 veranlagt. Auszug aus der Steuerrolle und Abschrift des Grundbuchblatts, ingleichen etwaige Abschätzungen, andere das Grund⸗ stück betreffende Nachweisungen und besondere Kauf⸗ sind in unserm Bureau V. A. 3 einzu⸗ ehen.

Alle Diejenigen, welche Eigenthums⸗ oder ander⸗ weite, zur ““ gegen Dritte der Eintragung in das Grundbuch bedürfende, aber nicht einge⸗ tragene Realrechte Pe zu machen haben, werden aufgefordert, dieselben zur Vermeidung der Prä⸗ klusion spätestens im Versteigerungstermin anzu⸗ melden.

Berlin, den 4. März 1877.

Königliches Kreisgericht. Der Subhastations⸗Richter.

Subhastations⸗Patent

und Ediectalladung.

Auf Antrag des Vollhöfners Heinrich Oppenborn zu Anderten wider den Abbauer und Milchhändler

riedrich Thiele zu Anderten follen im Wege der

wangsvollstreckung die nachbezeichneten Immobilien an Ort und Stelle im Scheeleschen Kruge zu Anderten am Montag, 16. April d. JIs., Nachmittags 3 Uhr,

öffentlich meistbietend verkauft werden.

Zum Verkauf gelangt die dem ꝛc. Thiele gehörende sub Nr. 105 zu Anderten an der von Hannover nach Peine führenden Landstraße belegene Abbauerstelle, bestehend aus:

1) einem einstöckigen massiv erbauten Wohngebäude, 32 Fuß lang und 24 Fuß breit, mit 1 Stube, 2 Kammern, Küche, Flur und Bodenraum nebst einem Stallanbau, Pferde⸗ und Schweinestall enthaltend;

2) einem Grundbesitz beim Hause von 10 . Größe, einschließlich des Hausplatzes, mit 16 jungen angepflanzten Obstbäumen.

Die Verkaufsbedingungen liegen 14 Tage vor dem Termine in der Gerichtsschreiberei des Königlichen Amtsgerichts Burgdorf aus, sind auch gegen Er⸗ shattuno der Copialien abschriftlich von dort zu be⸗ ziehen.

Zugleich werden Alle, welche an diesen Immobi⸗ lien Eigenthums⸗, lehnrechtliche, fideikommissarische, Pfand⸗ und andere dingliche Rechte, insbesondere auch Servituten und Realberechtigungen zu haben vermeinen, hierdurch aufgefordert, solche Rechte zum obigen Termine anzumelden, unter Androhung des Rechtsnachtheils, daß sie im Nichtanmeldungsfalle ihrer Rechte im Verhältniß zum neuen Erwerber verlustig werden.

Burgdorf, den 25. Februar 1877.

Königliches Amtsgericht. Abtheilung I. Culemann.

[2023]1 Oeffentliche Vorladung.

In der Expropriationssache der Berliner Stadt⸗Eisenbahn ist in Folge Antrages der Di⸗ rektion vom 16. Februar 1877 das Entschädigungs⸗ verfahren rücksichtlich einer zur vorübergehenden Benutzung auf die Dauer von zwei Jahren zu ent⸗ eignenden Fläche von 1,31 Ar des hinter der Gar⸗ nisonkirche Nr. 2 gelegenen, im Grundbuche des Königlichen Stadtgerichts von Berlin Band 18. Nr. 1301 verzeichneten Grundstücks des Fabrikanten Ferdinand Schlesing hierselbst eingeleitet, und bin ich zum Kommissar des Königlichen Polizei⸗Präsidiums ernannt worden.

In Folge dessen habe ich zur Verhandlung der Sache, sowie eventualiter zur Aufnahme der Taxe⸗ und zur Erklärung darüber Termin auf

den 19. März er., Nachmittags 3 ½ Uhr, im Baubnreau, Neue Friedrichstr. 22 hierf.⸗

[2051]

anberaumt, zu welchem diejenigen Betheiligten,

welche nicht bereits persönliche Vorladung erhalten haben, in Gemäßheit des §. 25 des Gesetzes über die Enteignung von Grundeigenthum vom 11. Juni 1874 behufs Wahrnehmung Ihrer Rechte hierdurch unter der Verwarnung vorgeladen werden, daß ohne Zuthun des etwa Ausbleibenden die Entschädigung festgestellt, und wegen Auszahlung oder Hinterlegung der Letzteren verfügt werden wird. Berlin W., den 2. März 1877. Könerstraße 7. Der Kommissarius des Königlichen Polizei⸗ Präsidiums. Regierungs⸗Rath Stephan. 8

In Sachen betreffend das Debitwesen des Bau⸗ hofsbesitzers W. Peters hierselbst,“ in specie be⸗ treffend den 8 meistbietenden Verkauf der zur Masse gehörigen massiven neuen Scheune c. p. wird der auf

Donnerstag, den 22. dieses Monats, * Vormitta s 11 Uhr, vor dem unterschriebene Gerichte anstehende Ueber⸗

kotstermin hierdurch mit dem Bemerken in Erinne⸗