1877 / 243 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 16 Oct 1877 18:00:01 GMT) scan diff

Staats⸗Minister; im Behinderungsfalle:

8 8 111“

Ministerial⸗Rath.

8

bräuchli

Hes. Ministerial⸗Rath.

sandter. Württemberg: Dr. von Mittnacht, Präsident des Staats⸗Ministeriums, Staats⸗Minister; im Behinderungsfalle: - Hessen: Frhr. von Starck, Staats⸗ im Behinderungsfalle: Dr. Neidhardt, Gesandter, Großherzogthum Sachsen: Dr. Stichling, Geheimrath; im Behinderungsfalle: Dr. Heerwart, Geheimer Finanz⸗Rath. Sachsen⸗Altenburg: von Gerstenberg⸗Zech,

inister;

8 * im Behinderungsfalle: Schlippe, Regierungs⸗ Rath.

Schwarzburg⸗Rudolstadt: von Bertrab, Staats⸗

Minister. 4

* einem Theil der bei der Militärverwaltung ge⸗ n Lieferungs⸗ und Leistungsbedingungen, welche dem

öffentlichen Verdingungsverfahren bisher zu Grunde

8.

vom 29. v. M. eine solche

gelegt wurden, ist observanzmäßig der Vorbehalt der Auswahl unter den drei Mindestfordernden gemacht. Das Kriegs⸗

estsetzung in den qu. Bedingungen

Ministerium hat Befamgaspung genommen, durch Verfügung

von jetzt ab allgemein zu untersagen.

Die früheren reglementarischen Bestimmungen hinsichts

der Gewährung von Prämien für Soldaten polnischer

8

Abkunft bei Erlernung der deutschen Sprache sind

nach einer Verfügung des Kriegs⸗Ministers, vom 3. d. M., nur deshalb nicht in das neue Geldverpflegungsreglement für das

preußische Heer im Frieden, vom 24. Mai 1877, übernommen worden, weil jene Prämien nach Maßgabe des Erlasses vom

29. Dezember 1875 nicht mehr in die Verpflegungsliquidationen aufzunehmen, sondern bei dem Fonds zu Unterrichtsgeldern

der Truppen zu verrechnen sind. Die vorgedachten Prämien können daher nach wie vor gewährt und angewiesen werden.

Die Bestimmung des Allg. Landrechts (§. 349 Thl. 1,

Titel 21), daß, wenn Jemand der Aufkündigung eines Mieths⸗ oder Pachtverhältnisses nicht binnen acht Tagen widersprochen, angenommen wird, er habe sich dieselbe

gefallen lassen, findet, nach einem Erkenntniß des Ober⸗

Tribunals, IV. Senats, vom 6. September 1877, nur auf

solche Kündigungen Anwendung, bei denen dem Kündigenden

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in gesetzliches oder vertragsmäßiges Recht zur Seite steht.

Ist dies jedoch nicht der Fall, so kann einerseits der Gegen⸗

kontrahent die Kündigung ignoriren, andererseits kann auch

der Kündigende stets von seiner Offerte wieder abgehen, und demgemäß ist nach Rücknahme der Offerte der Gegenkontra⸗

Thiem in Cottbus, Arzt Hoppe in

Präsidenten Freiherrn von Patow mit folgender Rede ge⸗

1 Merseburg,

hent nicht mehr befugt, Offerte zu acceptiren. 8 Als Aerzte haben sich niedergelassen die Herren Dr. 5 Lebus, Dr. Büttner in Ratzebuhr, Wundarzt Stegt in Frankenstein, Dr. Böck⸗ mann in Mühlhausen i. Th., Dr. Senff in Rothenfelde. 14. Oktober. (Magdeb. Ztg.) Der sächsische Provinzial⸗Landtag ist heute von dem Ober⸗

die bereits wieder zurückgenommene

chlossen worden:

Hochgeehrte Herren! Wenn ich mir den Gang Ihrer Verhand⸗

lungen auf diesem Landtage vergegenwärtige, so erkenne ich gern an,

der Standpunkt der politischen Parteistellung keinen Platz in

Ihrer Mitte g⸗funden hat. Für die mannigfaltigen Aufgaben, welchen

Sie obzelegen, gipfelt die Berathung in der Nesge⸗ Was ist das Bessere für die heimathliche Provinz? Diese Behandlung der pro⸗ vinziellen Angelegenheiten muß zu guten Zielen führen, mag auch der Weg dahin vielleicht weiter sein, als es zu wünschen wäre. Ich finde auf diesem Grunde die sichere Bürgschaft dafür, daß die provin⸗

zielle Selbstverwaltung in unserer Provinz Bestand haben wird. Als

einen Fortschritt muß ich es bezeichnen, daß Sie den Haushaltsetat für 8 einen zweijährigen Zeitraum festgestellt haben. Unter großer An⸗

strengung Ihrer Kräfte haben Sie die Aufgaben dieses Landtages in

kurzer Zeit erledigt. Empfangen Sie hierfür den Dank der König⸗ lichen Staatsregierung. Im Auftrage Sr. Majestät des Königs erkläre ich den Provinzial⸗Landtag von Sachsen hiermit für geschlossen.

Demnächst schloß der Vorsitzende von Krosigk die Sitzung

mit einem Hoch auf Se. Majestät den Kaifer und König.

Bayern. München, 14. Oktober. Die „Allg. Ztg.“

schreibt: „Mehrere Blätter wollen wissen, daß der Gesetz⸗

entwurf über den Verwaltungsgerichtshof in der vorgelegten Form keine Aussicht auf Annahme habe. Derlei

Behauptungen, so allgemein ausgesprochen, sind jedenfalls im

gegenwärtigen Augenblick, in welchem der Entwurf noch nicht einmal der Prüfung im Ausschuß unterzogen werden konnte,

ohne thatsächliche Unterlage hinsichtlich der Stimmung in Ab⸗

geordnetenkreisen, und haben ungefähr den Werth wie das der Verdächtigung I gebende Gerücht über eine jetzt schon getroffene Wahl von Persönlichkeiten für die Stellen des Gerichtshofes. Im übrigen ist es wohl selbstverständlich, daß der Entwurf in der „vorgelegten Form“ mehrfache Modi⸗

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Ministerium.

fikationsvorschläge hervorruft; dieselben werden zweifellos zu einem guten Theil wirkliche Verbesserungen bringen, denen

sich dann die Staatsregierung, wenn se es ernst mit der Sache meint, auch nicht widersetzen kann.“

Sachsen. Dresden, 13. Oktober. (Leipz. Ztg.) In der heutigen zweiten Hauptversammlung des sächsischen Gemeindetages bildete der Bericht über die Behand⸗ lung der Schankkonzessionen den ersten Gegenstand

der Tagesordnung. Die Versammlung hielt eine Verminderung der Schankstätten für dringend geboten. Der nächste Gegen⸗ stand betraf die dem Bundesrath vorgelegte Novelle zu dem Gesetze vom 6. Juni 1870 über den Unterstützungs⸗ wohnsitz. Hessen. Darmstadt, 13. Oktober. In der heutigen Sitzung der Zweiten Kammer brachte der Abg. Schröder folgende Interpellationen ein: 1) An das Finanz⸗ 1 a. Ob die Regierung auf Grund des neuen Eisenbahn⸗Frachttarifs für die Staatsbahnen oder die Privat⸗ bahnen des Großherzogthums Ausnahmetarife oder Differen⸗ tialtarife für den Güterverkehr auf den Eisenbahnen angeordnet oder für zulässig erklärt ige oder ob dieses noch geschehe und voraussichtlich für welche Artikel? b. Ob das Großherzogthum die in der letzten amtlichen „Uebersicht des Standes der französischen Kriegskostenentschä⸗ digung für Südhessen in Aussicht gestellten 729,276 schon empfangen habe? Ob zu ermarten stehe, daß der Staat für Nordhessen etwas von den Be⸗ trägen der französischen Kriegskostenentschädigung erhalte, welche dem Norddeutschen Bunde als Antheil, einschließlich der aufgekommenen Zinsen und Erstattungen für geleistete gemeinsame Kriegsausgaben zufallen?“ 9 An das Ministerium des Innern: „Gedenkt die Großherzogliche Regierung die Dotation des Bischofs von Mainz noch fernerhin bei der rechtlich

8 Vakanz des bischöflichen Stuhles, auszuzahlen?

s bischöfliche O die von ihm zu Lebzeite

8 öv 116“ . 8 u 8 1 von Rudhart, Ge⸗ des Bischofs g

übten Funktionen, dere solche der oberen Aufsicht und Genehmigung, jetzt noch mit gleicher, rechtlicher Wirkung dem Staate gegenüber ausüben, ohne daß ein vom Staate als solcher anerkannter Bisthumsver⸗ weser vorhanden ist?“

Sachsen⸗Weimar⸗Eisenach. Weimar, 13. Oktober. Ein Termin für den Zusammentritt des Landtags, dessen ordentliche Session im Frühjahr dieses Jahres nicht geschlossen, sondern nur vertagt wurde, ist noch nicht festgesetzt. Vor⸗ aussichtlich wird derselbe im Januar künftigen Jahres zu⸗ sammentreten und für längere Zeit vereinigt bleiben, da ver⸗ schiedene Vorlagen von Bedeutung vorbereitet werden. 8

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Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 13. Oktober. Der italienische Kammer⸗Präsident Crispi ist gestern aus Paris hier eingetroffen. Wie die „Presse“ vernimmt, fand gestern Abends eine Besprechung von Abgeordneten statt, in welcher der Vorschlag erörtert wurde, zu Ehren des Hrn. Crispi ein parlamentarisches Banket zu veranstalten. Der Vor⸗ schlag gehe von einigen Mitgliedern des Fortschrittsklubs aus, doch wünsche und hoffe man, daß auch die übrigen Klubs der Verfassungspartei bei dem Banket zahlreich vertreten sein werden. Hr. Crispi solle sofort nach seiner Ankunst von der ihm zugedachten Ovation in Kenntniß gesetzt und um seine hierzu, an der man nicht zweifele, angegangen werden.

Pest, 15. Oktober. (W. T. B.) Im Abgeordneten⸗ 2 se wurde heute die Generaldebatte über den Gesetzentwurf,

etreffend die Spiritussteuer, geschlossen und der Gesetz⸗

entwurf nach einer längeren Rede des Finanz⸗Ministers von Szell in namentlicher Abstimmung mit 141 gegen 93 Stim⸗ men als Grundlage für die Spezialdebatte angenommen.

Großbritannien und Irland. London, 13. Oktober. (E. C.) Die Regierung veröffentlicht 21 auf die bekannte Streitigkeit zwischen den britischen Schiffen „Shah“ und „Amethyst“ einerseits und dem peruanischen Schiffe „Huascar“ andererseits bezügliche Schriftstücke. Aus diesen geht hervor, daß der Admiral de Horsey von den Lords der Admiralität Billigung dafür erhalten hat, daß er dem Piratenwesen des „Huascar“ Halt geboten, ihm zu gleicher Zeit jedoch erklärt worden ist, er würde weiser zu Werke ge⸗ gangen sein, wenn er versucht hätte, Abhülfe auf friedlichem Wege zu erwirken. Lord Derby hat ausdrücklich seine Zu⸗ stimmung zu diesem Urtheil gegeben.

Afrika. (E. C.) Von der Westküste wird gemeldet, daß die britischen Schiffe „Avon“, „Boker“ und „Pioneer“ den Niger hinauf gefahren sind und in der Nähe der drei Städte Emblama einen Theil des Wrackes vom „Sultan von Sockotos“ gefunden haben. Der Häuptling des untersten Ortes ward benachrichtigt, er habe Theile der Ladung des gestrandeten Schiffes und die fünf gefangenen Leute von der Mannschaft herauszugeben oder Beschießung der drei Städte zu gewärtigen. Als nach Ablauf der Frist keine Genugthuung gegeben worden war, wurden die drei Plätze durch die bri⸗ tischen Kriegsschiffe Zerstört.

(A. A. 8 us der Kapstadt wird unter dem 25. v. M. via Die Angelegenheiten

adeira gemeldet:

in Transkai haben wieder einen ernsten Aspekt angenommen.

t friedlich gesinnt, aber man glaubt, er sei außer Stande, seine Anhänger im Zaum zu halten. Die Kapregie⸗ rung trifft jede Vorbereitung, um Ruhestörungen zu unter⸗ drücken und zu lokalisiren, und die angrenzenden Stämme haben ihren Wunsch zu erkennen gegeben, die Behörden unterstützen zu wollen.

Niederlande. Amsterdam, 11. Oktober. (Leipz. Ztg.) Der Führer der liberalen Majorität in der Zweiten Kammer der Generalstaaten, Hr. Kappeyne, ist gestern im Haag zu dem Könige beschieden und von demselben empfangen worden. Die Audienz war von langer Dauer. Ueber das Ergebniß derselben hat noch keine nähere Mittheilung ver⸗ lautet. Heute hat Hr. Kappeyne eine Konferenz mit dem Direktor des Kabinets des Königs gehabt.

Frankreich. Paris, 15. Oktober. (W. T. B.) Die heutigen Abendblätter besprechen den Ausfall der Wahlen und konstatiren, daß sowohl die Oppositionspartei, welche in einer Stärke von 400 Mitgliedern in die neue Kammer ein⸗ zutreten hoffte, als auch die Regierung, welche darauf rechnete, der Gegenpartei 100 Sitze sich in ihren Berech⸗ ö getäuscht hätten. Der „Messager de Paris“ konstatirt, die Regierung habe bisher einige 40 Sitze gewonnen und dürfte im Ganzen deren 50 gewinnen. Das Blatt führt am Schlusse seiner Betrachtung aus, diese Wahlen kräftigten die Regierung innerhalb derjenigen Grenzen, die ihr und ihren Gegnern ermöglichten, durch gegenseitige Kon⸗ zessionen ein Ende der Krisis hercinn ahren, deren alle Welt müde sei. Der „Messager de Paris“ interpretirt das Verdikt der Wähler dahin, daß der Marschall Mac Mahon nicht nöthig habe, sich zu unterwerfen, noch seinen Posten nieder⸗ zulegen, und glaubt, dieser Umstand werde es dem Marschall⸗Präsidenten erleichtern, ein Mittel ausfindig zu machen, um eine Versöhnung der Parteien herbeizuführen. Gegenüber den 158 Konservativen der aufgelösten Kammer stellt sich die Zahl der neugewählten konservativen Deputirten bis jetzt auf 195. Unter die 15 Konservativen, die nicht wiedergewählt wurden, sind etwa 11 Bonapartisten zu rechnen, welche früher Mandate erhalten haben; unter ihnen befinden sich Raoul Duval und der Herzog von Mouchy. Die Wahlsitze, die die Republikaner verloren haben, sind mehr von reinen Monarchisten, als von den Bonapartisten gewonnen worden. Klerikale befinden sich unter den ge⸗ wählten Konservativen sehr wenig. Die Zahl der genau be⸗ kannten Wahlen beträgt 494, die Zahl der Stichwahlen stellt sich auf 12. In Paris herrschte auch heute Abend die größte Ruhe, bei den Päitungeverzäusen war großer Verkehr. In Bezug auf die Pariser Wahlen ist hervorzuheben, daß die wiedergewählten republikanischen Deputirten eine wesentlich größere Majorität als 1876 erlangt haben: Gam⸗ betta, welcher 1876 11,589 Stimmen erhalten hatte, erhielt heute 13,912 von 15,720 abgegebenen Stimmen, Pascal Duprat im Jahre 1876 6055, heute 12,824, Spuller 1876 12,060, heute 14,530, Barodet 1876 8930, heute 12,570, Clémenceau 1876 15,204“, heute 18,773, Louis Blanc 1876 9809, heute 12,363. Auch die übrigen Gewählten haben sämmtlich eine bedeutend stärkere

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Majorität als 1876 erhalten und wurden beinahe ganz hne Kampf gewählt. Bezüglich der Wahlresu

zelnen Bezirken und Orten von Paris und Um⸗ gess ist bis jetzt Folgendes festgestellt: 8 Neuilly, wo er Bonapartist Detroyat, Direktor der „Estafette“, gegen Bamberger auftrat, erhielt derselbe 3204 gegen 8811, welche auf Bamberger sielen. In Courbevoie erhielt der Bonapartist Barot 2101 Stimmen gegen 6230, welche auf Deschanel fielen. Im 10. Arrondissement erhielt der klerikale Kandidat Abbé von Humbourg 3101 Stimmen gegen 18,791 Stimmen, welche Brisson erhielt. Im neunten Bezirke siegte Jules Grévy mit 12,376 Stimmen über Daguin, welcher 5942 Stim⸗ men erhielt. Von 22,500 Eingeschriebenen haben 18,391 an der Abstimmung Theil genommen. 1876 hatte Thiers 10,399 und Daguin 5923 Stimmen erhalten, so daß Grévy mithin 1977 Stimmen mehr und Daguin trotz der größeren Anzahl der Stimmenden, nur 19 Stimmen mehr bekommen hat. Im achten Bezirk hat der orleanistische Kandidat, Admiral Touchard, mit 6334 Stimmen über den republikanischen Kan⸗ didaten Anatole de la Forge, der 5241 Stimmen erhielt, ge⸗ siegt. Hier war der Herzog Decazes 1876 mit 7232 Stimmen gewählt gewesen. Im siebenten Bezirk hat der Republikaner Frebault den Bonapartisten Bartholoni mit 6183 Stimmen gegen 5075 Stimmen geschlagen, während 1876 Frebault 6148 und Bartholoni 5174 Stimmen erhalten hatte. Die neue Kammer wird voraussichtlich aus 320 Repu⸗ blikanern und 210 Konservativen bestehen. Der Herzog De⸗ cazes ist in Puget⸗Théniers (Departement des Alpes marit.) gewählt. Jules Grévy wurde auch im Jura⸗Departement mit großer Majorität wiedergewählt. Emile Ollivier hat im letzten Augenblicke seine Kandidatur im Vardepartement zurück⸗ gezogen.

16. Oktober. (W. T. B.) Im Ministerium des Innern berechnet man den Gewinn der Konservativen auf 40 Sitze; außerdem meint man dort, daß die Konservativen in 10 Stichwahlen des Sieges sicher seien. Unter den nicht wiedergewählten Republikanern sind hervorzuheben: Gent, Prinz Napoleon, Graf Maillefeu, Tardieu, Paul Rémusat, Victor Lefranc, u Janze und Beaussire; unter den ge⸗ schlagenen Konservativen Tristan Lambert, Ponsard, Alcoque, Herzog von Mouchy und Raoul Duval; der Advokat Lammaud, der als Bonapartist kandidirte, ist ebenfalls durch⸗ gefallen. Dagegen hat der bonapartistische Journalist Jules Amigues in Caombrai den früheren republikanischen Deputirten Milcent geschlagen. Der Herzog Decazes hat über Saint Cyr in Puget⸗Theniers mit 1000 Stimmen gesiegt. Die Stimmun ist im Allgemeinen eine sehr ruhige. (Vgl. die letzten Depeschen

Lyon, 15. Oktober. (W. T. B.) Im zweiten hiesigen Wahlbezirk wurde Bonnet⸗Duverdier mit 15,193 Stimmen gewählt. Der offizielle Kandidat erhielt 2765 und der be⸗ kanntlich von den Republikanern ausgestoßene frühere Depu⸗ tirte Ordinaire 1818 Stimmen.

Italien. Rom, 9. Oktober. Der „Roma“ zufolge wird das Parlament am 190. oder 12. November eröffnet werden. „Das Ministerium wird verlangen, daß täglich zwei Sitzungen gehalten werden. Vormittags von 10—12 und Nachmittags von 2 bis 7 Uhr. Da die Vormittagssitzungen in der Regel schwach besucht werden, so soll in ihnen der neue Strafgesetzentwurf berathen werden, dessen Verhandlungen doch nur die Fachmännegn regelmäßig beiwohnen werden. Nur bei der Abstimmung über das die Veröffentlichung und Einführung des neuen Strafkodex betreffenden Gesetzes braucht die gesetzlich bestimmte Anzahl von Parlaments⸗ mitgliedern gegenwärtig zu sein. In den Nachmittags⸗ sitzungen soll über die Budgets und die anderen Vorlagen administrativer und finanzieller Natur berathen werden, an deren Verhandlungen sich mehr Deputirte zu betheiligen pflegen. Sobald die Budgets und einige andere Vorlagen berathen sind, soll die Session geschlossen werden und das Parlament erst im Frühjahr wieder zusammentreten.“ In Folge von Berich⸗ ten, welche im Ministerium des Innern eingelaufen sind, hat Herr Nicotera ein Cirkular an die Präfekten erlassen, worin er sie ersucht, ein wachsames Auge auf die Bewegungen in Arbeiterkreisen zu haben. Die internationale Propa⸗ ganda arbeitet jetzt, den „It. Nachr.“ zufolge, unter dem Schutze der Aufregung, welche in Frankreich herrscht, eifriger als früher, und in der Schweiz sind aufrührerische Manifeste gedruckt worden, die unter die italienischen Arbeiter verbreitet werden sollen.

Türkei. Ueber die Lage in 1 „Times“ aus Belgrad unterm 8. d. auf telegraphischem Wege berichtet:

„Das türkische Amtsblatt „Bosna“ meldet, daß die In⸗ surgenten in Podraschiza, im Distrikt Jajze, von der Miliz unter dem Kommando von Achmed Effendi und Achmed Aga besiegt wor⸗ den sind. Es haben auch kleinere Scharmützel mit den In⸗ surgenten bei Makovitza und Khlevno stattgefunden, wo ein Kauf⸗ mann, Namens Sinna Savitsch, früher Unter⸗Befehlshaber in Despotovitschs Corps, getödtet wurde. Bei der Brücke zu Blatna attaquirten einige Insurgenten 54 Personen, welche vom Markt in Prjador zurückkehrten und auf beiden Seiten wurden mehrere ge⸗ tödtet. Von Serajewo eingegangenen Priratnachrichten zufolge marschiren beständig Truppen nach Mostar und der serbischen Grenze. Fasli Pascha, dessen Sohn Mustapha Bey, Ali Pascha, Djemil Bey, der Sohn des Gouverneurs von Bosnia, sowie 150 der angesehensten und reichsten Beys sind als Freiwillige eingetreten. Aufregung und Lebhaftigkeit herrschen allgemein und der Haßgegen Serbien ist im Wachsen begriffen. Die mahomedanische Bevöl⸗ kerung liefert freiwillig Rindvieh, Pferde, Fourage und Geld für die Truppen, und den Rajahs werden diese Gegenstände, wenn nothwendig, mit Gewalt abgenommen. In Serajewo sind 150 berittene Freiwillige von Visoka und drei Kavallerie⸗Detachements von Foiniza und Rogatiza angekommen. Die reguläre Infanterie hat Ordres erhalten, sich nach Zwornik zu begeben. Die Regierung vertheilt Hinterlader unter die zu Hause bleibenden Mohamedaner. Der Großvezier hat dem Gouverneur einen Brief gesendet, worin er ihn auffordert, beim Einsammeln des Zehents gerecht zu sein, Sorge für die Staatsgelder zu tragen, die Bevölkerung gut zu behandeln und es zu vermeiden, ihr irgend welche Ursache zur Beschwerde zu geben. Die Telegraphenbeamten wollen ihren Dienst verlassen, da sie außer Stande sind, von den „Kajmes“⸗Zahlungen und den herab⸗ gesetzten Gehalten zu existiren. Der Ramazan in Bosnien war nie⸗ mals so still und ereignißlos als diesmal.“ 1

Belgrad, 15. Oktober. (W. T. B.) Laskar Katargiu hat heute dem Fürsten sein als außer⸗ ordentlicher Gesandter Rumäniens überreicht. General Ranko Alimpics hat sich an die Drina begeben, um bei Sakar Befestigungen ausführen zu lassen.

Amerika. Washington, 15. Oktober. (W. T. B.) Der Kongreß ist heute zu einer außerordentlichen Sitzung zusammengetreten. Das Repräsentantenhaus hat alsbald fees Konstituirung vorgenommen. Die Botschaft des Präsidenten Hayes wird voraussichtlich morgen an den Kon⸗

Bosnien wird der

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Mexiko. (A. A. C.) Am 16. Sep Jahrestag der Unabhängigkeit Mexikos durch eine große Prozession gefeiert. Die kürzlich verhafteten Anhänger Lerdo's sind wieder entlassen worden. Oberst Pino wurde wegen eines gegen den Präsidenten Diaz ausgesprochenen Tadels verhaftet. Während des Monats August sind zu Vera Cruz 140 Personen am gelben Fieber gestorben.

Peru. New⸗Yorker Zeitungen veröffentlichen eine De⸗ pesche aus Panama, welche den Tod des Eisenbahn⸗Unter⸗ nehmers Henry Meiggs meldet.

Hayti. (A. A. C.) In Hayti herrscht Friede. Der Präsident Canal hat in einer Proklamation erklärt, daß die neuliche Uneinigkeit mit San Domingo durch ein Mißverständniß bezüglich der bestehenden Verträge hervor⸗

worden sei, und daß die Verträge revidirt werden ollen.

San Domingo. In San Domingo haben zwischen den Revolutionären unter General Bangas und den Re⸗ gierungstruppen blutige Gefechte stattgefunden, in welchen die letzteren gesc=hlagen wurden. Die Anhänger des früheren Präsidenten Gonzales haben in den nordwestlichen Provinzen einen Aufstand ins Werk gesetzt, der mit der Einnahme des Seehafens Monte Christi begann.

Asien. Der neue Gebieter von Kaschgar, Bek⸗Kuli, hat, der „Turk. Ztg.“ zufolge, an den Kriegs⸗Gouverneur des Ssemiretschenschen Gebiets, den General⸗Lieutenant Kolpa⸗ kowskij einen Brief gerichtet, in welchem er die Mittheilung macht, daß es ihm gelungen sei, seine Feinde niederzuwerfen, und daß er jetzt seine Waffen gegen die Chinesen zu richten beabsichtige, welche einen Theil des Gebiets von Kaschgar be⸗ setzt hielten, nämlich Urumzi und Turfan.

Der russisch⸗türkische Krieg. Wien, 15. Oktober. (W. T. B.) Die „Polit. Korr.“

perböffentlicht einen Auszug aus einer Note des türkischen

Ministers der auswärtigen Angelegenheiten an den türkischen Botschafter in London zur Mittheilung an den Grafen Derby. Die Note betrifft die Beschwerden der Pforte gegen Griechenland und enthält die Dro⸗ hung, das Uebel nöthigenfalls mit der Wurzel ausrotten zu wollen. Graf Derby übermittelte, wie die „Po⸗ litische Korresp.“ weiter mittheilt, die Note dem Minister Tricoupis mit der Mahnung, Griechenland möge seine Aufmerksamkeit lieber der inneren Entwickelung des Landes und dem beklagenswerthen Zustande seiner Finanzen zuwenden. Tricoupis beantwortete die Note der türkischen Regierung und die Bemerkungen des Grafen Derby zu derselben durch eine Note an den griechischen Geschäftsträger in London, in welcher er die Beschwerden der Pforte einzeln zurückweist, die in der Türkei herrschende Mißwirthschaft allein für Alles verant⸗ wortlich macht und betont, wenn die Türkei Grund zu Be⸗ schwerden gegen Griechenland habe, so möge sie sich nicht an England, sondern an Griechenland selbst wenden.

Europäischer Kriegsschauplatz.

Aus St. Petersburg, 12. Oktober, wird der Wiener „Presse“ gemeldet: Die Zahl der in Rußland befindlichen türkischen Gefangenen beträgt nach amtlichen Erhebungen 12,680 Mann. Die bei den letzten Kämpfen bei Kars ge⸗ fangenen Türken, deren Zahl sich auf mehrere Hundert be⸗ läuft, sind in der genannten Summe nicht eingerechnet.

Ein Bukarester Korrespondent der „Daily News“ mel⸗

det seinem Blatte unter dem 12. d.:

„Vom Kriegsschauplatz nichts Neues; anhaltend schlechtes Wetter macht es wahrscheinlich, daß noch für die nächsten Tage Nichts zu melden sein werde. Ich finde in Bezug auf die Lage eine hoffnungsvollere Stimmung. Erstens wird von einem Wechsel in verschiedenen wichtigen Kommandos gesprochen. Ist die Lage des russischen Heeres in einigen Beziehungen schlecht, so ist die des tür⸗ kischen Heeres weit schlechter. Die Verbindungen Osman Paschas sind jetzt in höchst kritischem Zustande und seine Krankenliste wächst viel schneller, als die der Russen. Zu all demselben Mangel, den die Russen haben, sind Osmans Leute noch dazu schlecht genährt und gekleidet, während die Russen wirklich Essen und warme Kleidung haben. Ich glaube, General Totleben hat sich für Aushungerung Osmans ausgesprochen. Nach eingezogener Erkundigung glaubt der Großfürst, der Proviant in Plewna werde höchstens auf zwei Mo⸗ nate reichen. Sollte diese Nachricht zutreffen, so kann der Monat Januar die Lage sehr verändern.“

Der Bukarester Spezial⸗Korrespondent der „Times“

telegraphirt unterm 10. d. M.:

„Diejenigen Personen, welche den diesjährigen Feldzug als wirk⸗ lich beendet betrachten, werden sich sehr enttäuscht finden, bevor die nächsten zwei Monate verflossen sind. Die russische Kavallerie ist gegenwärtig im Rücken von Osman Paschas Positionen äußerst thätig und der Stand der Angelegenheiten im russischen Haupt⸗ quartier zeigt das Resultat der neuen Hand, welche jetzt die ver⸗ einigten Operationen gegen Plewna leitet. Mir wurde heute von dem Hauptlieferanten russischer Vorräthe für die Gegend zwischen Bukarest und Sistowa mitgetheilt, daß der Mehlbedarf für einen Monat in letzterem Orte vorhanden sei und daß ungeheure Vor⸗ räthe in Bukarest lagerten. Die Zufuhr von gebackenem Brod ist nicht besonders groß, da es schwierig ist, mit der Fabrikation so schnell vorzugehen als es gebraucht wird, um Reserve⸗Depots herstellen zu können; aber mit einer solchen Quantität von Mehl zur Verfügung ist keine Gefahr vorhanden, daß die Armee in Bulgarien Nah⸗ rungsmangel leiden dürfte. Auch sind große Heerden von bul⸗ garischem Rindvieh vorhanden, die gebraucht werden können und werden, bevor unter den Truppen ein wirklicher Mangel eintreten könnte. Man beschwert sich über einen großen Mangel an Voraus⸗ sicht Seitens des russischen Intendantur⸗Departements wegen der Abwesenheit von Mähmaschinen und tragbaren Mahlmühlen. Eine der ersteren Maschinen bei jeder Division würde diese in den Stand gesetzt haben, Tausende von Tonnen Heu einzu eimsen, die jetzt nach dem Eintritt des schlechten Wetters auf den Feldern ver⸗ faulen, und mit einem Vorrath von tragbaren Dampf⸗Mahlmühlen könnte der Weizen und Roggen für die Truppen gemahlen werden, somie Gerste und Mais zu Mehl gemacht, das, gemischt mit ge⸗ chnittenem Stroh, welches jetzt fortgeworfen wird, das mangelnde Heu erjeßt und Millionen von Rubeln dem russischen Staatsschatz er⸗ spart haben würde.“ b

Aus Gornji Studen wird demselben Blatte am

6. d. gemeldet: 8

„Heute inspizirte der Kaiser die erste Garde⸗Division, welche durch den Ort marschirte; trotz des kalten, windigen und regnerischen Wetters marschirten diese prächtigen Truppen, zu denen auch das preobraschenskische und das ismailowskische Garde⸗Regiment gehört, ohne Mäntel in vollem Paradeanzuge auf. Der Großfürst Nikolaus, welcher in der vorigen Nacht von einem mehrtägigen Aufenthalte vor Plewna zurückgekehrt war, war bei der Parade an⸗ wesend und ritt die Reihen noch vor der Ankunft des Kaisers ab. Se. Majestät erschien mit einem zahlreichen Gefolge, in welchem sich 2* der englisch Militär⸗Attachs Oberst Wellesley befand.“

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Asiatischer Kriegsschauplatz.

St. Petersburg, 15. Oktober. (W. T. B.) Offi⸗ zielles Telegramm aus Karajal vom 14. d. M.: Die Truppen Moukhtar Paschas lagerten nach dem am 9. Ok⸗ tober erfolgten Rückzug seines rechten Flügels und Centrums in den vorher befestigten Positionen am nördlichen Ausläufer des Aladshi bei Awliar, bei den Höhen von Wisinkoie und bei dem kleinen Jagni. Unsere Truppen verfolgten den Feind und besetzten am 10. Oktober Kisiltepe vor den Dörfern Subbotan und Chadjiwali, sowie den großen Jagniberg. Am 13. Oktober Morgens stiegen die Türken vom kleinen Jagni und von den Höhen von Wisinkoie herab und griffen plötzlich die von uns vor dem großen Jagni errichtete Redoute an. Das die Re⸗ doute vertheidigende Bataillon und 3 weitere zu dessen Hülfe herbeigeeilte Bataillone des Mingrelischen und Tifliser Regi⸗ ments schlugen, des auf die Redoute konzentrirten Feuers un⸗ geachtet, alle Angriffe der 11 türkischen, gegen die Redoute vorgeführten Bataillone glänzend zurück und trieben dieselben in die Flucht; 3 türkische Offiziere wurden gefangen genom⸗ men; an Todten ließen die Türken 100 auf dem Kampfplatz zurück. Unser Verlust an Todten und Verwundeten übersteigt nicht die Zahl 100. Von unseren Truppen ist diese That in Wahrheit glänzend ausgeführt worden.

St. Petersburg, 16. Oktober. (W. T. B.) Telegramm des „Golos“ aus Igdyr vom 14. Oktober: Heute machte die türkische Kavallerie Demonstrationen gegen unsere Stel⸗ lung und unser Centrum wurde von türkischer Infanterie . Alle Anstrengungen des Feindes wurden durch unsere Truppen vereitelt.

Aus dem Wolffschen Telegraphen⸗Bureau.

8 3 88 2 Paris, Dienstag, 16. Oktober, Vormittags. Die Re⸗ sultate der Wahlen sind nunmehr aus allen Theilen des Landes, mit Ausnahme der Kolonien, bekannt. Hiernach werden die Parteiverhältnisse im Ganzen und Großen folgen⸗ dermaßen Meschätzt: 201 Konservative, 314 Republikaner; an engeren ahlen sind 14 erforderlich. Die Konservativen haben von den früher innegehabten 158 Sitzen 142 behalten, 17 verloren, dagegen 59 gewonnen; die Republikaner be⸗ hielten von ihren 363 Sitzen 297 und verloren 59, während sie 17 Sitze den Konservativen abgewannen.

Nr. 25 des „Armee⸗Verordnungsblattes“ hat fol⸗ genden Inhalt: Erklärung zu §. 6 des Militär⸗Strafvollstreckungs⸗ Reglements vom 2. Juli 1873. Der Vorbehalt in den Lieferungs⸗ und Leistungsbedingungen der Militärverwaltung über die Auswahl unter den drei Mindestfordernden wird untersagt. Kompetenz an Geschäftszimmern für die Feldartillerie⸗Brigaden ꝛc. Pensionirung der Beamten der Militärverwaltung. Nachtrag zu der Vorschrift far die Verwaltung des Uebungsmaterials der Fuß⸗Artillerie und der hierzn gewährten Fonds. Einreichung der Personal⸗ und Qualifikationsberichte zum 1. Januar 1878. Prämien für Sol⸗ daten polnischer Abkunft bei Erlernung der deutschen Sprache. Feststellung der Baukostenanschläge durch den Intendantur⸗ und Baurath. Umänderung des Namens der Stadt Chodschesen (Chodziesen) in „Kolmar in Posen“ abgekürzt „Kolmar i./P.“). Abänderung mehrerer Sätze im Beköstigungsregulativ für die Garnison⸗Lazarethe. Feststellung des Verkaufspreises des Lese⸗ buchs für die Kapitulantenschulen.

Statistische Nachrichten.

Ueber den Gesamm püenerei⸗ Öund Geldsendungs⸗ Verkehr im Gebiete der deutschen Reichs⸗Post⸗ und Tele⸗ graphenverwaltung im Jahre 1876 entnehmen wir der „Statistik der deutschen Reichs⸗Post⸗ und Telegraphenverwaltung für 1876“ fol⸗ gende Angaben: Die Gesammt⸗Stückzahl betrug: 61,049,670 gegen 60,296,382 im Jahre 1875; das Gesammtgewicht dieser Stücke be⸗ trug: 228,629,750 Kilogr. gegen 217,692,370 Kilogr., der Gesammt⸗ werth 12,169,786,440 bez 13,645,259,106 Die Stückzahl der Packete ohne Werthangabe betrug 49,447,910 gegen 45,740,946, der Packete mit Werthangabe 3,230,450 bez. 3,354,906, der Briefe mit Werthangabe 8,371,310 bez. 11,200,530. Das Gewicht der Packete ohne Werthangabe betrug 211,964,910 gegen 198,939,403 Kilogr. im Jahre 1875, der Packete mit Werthangabe 16,664,840 bez. 18,752,967 Kilogr. Der Werthbetrag der Briefe mit Werthangabe betrug 7,945,016,080 bez. 8,935,295,232 ℳ, der Werthbetrag der Packete mit Werthangabe 4,224,770,360 bez. 4,709,963,874 Des Näheren betrugen im Jahre 1876: 1) die Päckerei⸗ und Geldsendungen innerhalb des deutschen Reichs⸗Postgebietes an Gesammtstück⸗ zahl 53,848,600; Gesammtgewicht 202,391,100; Gesammtwerthbetrag 10,293,949,400 ℳ; Stückzahl der Packete ohne Werthangabe 44,737,900, der Packete mit Werthangabe 2,014,000, der Briefe mit Werthangabe 7,096,700; Gewicht der Packete ohne Werth⸗ angabe 191,472,000 Kilogr., der Packete mit Werthangabe 10,919,100 Kilogr.; Werthbetrag der Briefe mit Werthangabe 6,998,212,000 ℳ, der Packete mit Werthangabe 3,295,737,400 2) Die Päckerei⸗ und Geldsendungen nach dem deutschen Reichs⸗Postgebiete: Gesammt⸗ Stückzahl 3,268,800, Gesammtgewicht 11,037,400 Kilogr.; Gesammt⸗ werthbetrag 907,210,300 ℳ; Stückzahl der Packete ohne Werth⸗ angabe 1,798,360, der Packete mit Werthangabe 772,850, der Briefe mit Werthangabe 697,590; Gewicht der Packete ohne Werthangabe 7,507,860 Kilogr., der Packete mit Werthangabe 3,329,540 Kilogr., Werthbetrag der Briefe mit Werthangabe 487,109,000 ℳ, der Packete mit Werthangabe 420,101,300 3) Päckerei⸗ und Geldsendungen aus dem deutschen Reichs⸗Postgebiete: Gesammtstückzahl 3,572,290, Gesammtgewicht 13,231,750 Kilogr.; Gesammtwerthbetrag 755,367,240; Stückzahl der Packete ohne Werthangabe 2,744,590, der Packete mit Werthangabe 272,220, der Briefe mit Werthangabe 548,480; Ge⸗ wicht der Packete ohne Werthangabe 12,177,550 Kilogr.; der Packete mit Werthangabe 1,054,180 Kilogr; Werthbetcag der Briefe mit Werthangabe 440 510,500 ℳ, der Packete mit Werthangabe 314,856,740 4) Die Päckerei⸗ und Geldsendungen, befördert im Durchgang durch das deutsche Reichs⸗Postgebiet: Gesammtstückzahl 359,980, Gesammtgewicht 1,969,520 Kilogr.; Gesammtwerthbetrag 213,259,500 ℳ; Stückzahl der Packete ohne Werthangabe 167,060, der Packete mit Werthangabe 164,380, der Briefe mit Werthangabe 28 540; Gewicht der Packete ohne L- 807,500 Kilogr., der Packete mit Werthangabe 1,162,020 Kilo; Werthbetrag der mit Werthangabe 19,184,580 ℳ, der Packete mit Werthangabe 194,074,920 In Prozentzahlen ausgedrückt, stellt sich der Gesammt Päckerei⸗ und Geldsendungs⸗Verkehr im Jahre 1876 wie folgt: bei den Päckerei⸗ und Geldsendungen innerhalb des deutschen Reichs⸗Postgebiets entfallen auf Ortssendungen von der Gesammtzahl der Päckerei⸗ und Geldsendungen 0,3 %, Packete ohne Werthangabe entfallen 0,2 %, Packete mit Werthangabe 0,4 %, Briefe mit Werth⸗ ang :rbe 0,5 %; bei anderen Sendungen innerhalb des deutschen Reichs⸗Postgebiets: von der Gesammtzahl der Päckerei⸗ und Geld⸗ sendungen: 87,29 %, Packete ohne Werthangabe entfallen 90,3 %, Packete mit Werthangabe 62,0 %, Briefe mit Werthangabe 84,2 %. Bei den Päckerei⸗ und Geldsendungen nach dem deutschen Reichspostgebiete entfallen von der Gesammtzahl der Päckerei⸗ und Geld 4 %; von den Packeten ohne Werthangabe entfallen

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1 2 ngabe 23,9 %, Briefe mit Werthangabe 8,4 %. Bei den Päckerei⸗ und Geldsendungen aus dem deutschen R ichspostgebiete entfallen von der Gesammtzahl der Päckerei⸗ und Geldsendungen 5, %, Packete ohne Werthangabe entfallen 5,5 %, He mit Werthangabe %, Briefe mit Werthangabe 6,8 %.

ei den Päckerei⸗ und Geldsendungen, befördert im Durchgang darch das deutsche Reichspostgebiet, entfallen von der Gesammtzahl der und Geldsendungen 0,68 %. Von der Gesammtzahl der be⸗ örderten Packete ohne Werthangabe entfallen 0,3 %, der Packete mit Wertha gabe 5,1 %, der Briefe mit Werthangabe 0,2 %.

Kunst, Wissenschaft und Literatur. 1 Zu dem nächstens bei Murray in London erscheinenden Be⸗ richte Schliemanns über seine Ausgrabungen in Mykenae wird die ae. .

Das im Jahre ei Leon Douffet zu Leipzig erschienene Werk: „Politischer Katechismus mit 2 e. Preußen“, von Th. Wißmann, Königlich preußischem Landrath, welches innerhalb kurzer Zeit eine zweite Auflage erlebt hat, ist in⸗ zwischen in den Verlag von Behrendsohn in Hamburg übergegangen. Das Buch enthält⸗ außer einer Darstellung der faktischen staatlichen Zustände im Reiche und in Preußen ein vollständiges System über Staatenbildung überhaupt, und über das Verhältniß der kleine⸗ ren Vereinigungen des menschlichen Zusammenlebens im Staate. „Der Verfasser,“ so äußert derselbe in dem Vorwort, „ist der Ansicht, daß die Liebe zum Vaterlande und zu seinen staatlichen Einrichtungen möglichst frühe bei seinen Eingeborenen geweckt werden müsse; sie wächst im Verhältnisse der Entwickelung des Geistes mit ihm heran und durchglüht den ganzen Menschen, der dann seinen höchsten Stolz im deutschen Staatsbürgerthum und seinem ruhmreichen Kaiserhause findet. Der Verfasser glaubt, daß schon in der Schule die Heimatbkunde mit stetem Hinblick auf diesen Zweck und mit Ein⸗ fügung der gemeinverständlichen Lehren über die hervorragenden Ein⸗ richtungen des großen Staatsganzen zum Wohle der Familien und des einzelnen Menschen vorgetragen werden könne, sowie daß das Maß des darüber zu Lehrenden mit der Graduirung der Schulen zu vermehren sei. So ist denn auch das gegenwärtige Werk b⸗sonders im Hinblick auf eine jüngere Leserwelt geschrieben, und es sind deren Interessen und ihr Ideenkreis vielfach dabei in Betracht ge⸗ zogen worden. Es ist diese Rücksicht auch Mitursache davon, daß die Darstellung der Lehren des Buches in das Gewand der katechetischen Form eingekleidet ist. Von jeher ist diese Form dazu bestimmt ge⸗ wesen, die Fundamentalsätze eines Lehrgegenstandes besonders hervor⸗ zuheben, und die vers viedenen Seiten desselben zu beleuchten. Die Uebersichtlichkeit der Darstellunn gewinnt dadurch, die vermehrte Raumverwendung ist unbedeutend.“ Der Preis der Schrift be⸗ trägt 2

„— Von dem illustrirten Werke, Kaiser Wilhelm der Sieg⸗ reiche“, verfaßt von Ferd. Schmidt, illustrirt von L. Burger, H. Lüders u. A. (Verlag von Otto Spamer in Leipzig) liegen das 13. und 14 Heft vor, in welch letzterem die Geschichte Sr. Majestät bis zur Ernennung des Herrn v. Bismarck⸗Schönhausen zum Präsi⸗ denten des Staats⸗Ministeriums fortgesetzt wird. Die Illustrationen dieser beiden Lieferungen die Leichenfeier bei dem Tode König Friedrich Wilhelms IV., die Fahnenweihe am 18. Januar 1851, Schloß zu Königsberg, Krönungsfeier daselbst, viele Porträts u. A. sind besonders gut ausgeführt.

Von „Meyers Handlexikondes allgemeinen Wissens ꝛc.“, (Zweite Auflage. Leipzig, Verlag des Bibliographischen Instituts) ist die zweite Lieferung erschienen. Dieselbe umfaßt die Artikel Apanage bis Babenberg und enthält außerdem eine Tafel mit Abbildungen von Nutzpflanzen, 2 historische Karten von Mitteleuropa (2. und 9. Jahrhundert) und eine Karte von Südamerika.

1 Gewerbe und Handel.

Wie finnische Zeitungen berichten, haben Konkue angemeldet: 1) The Finland Charcoal Ironworks C-o. L-d. (Kurimo-Amml jernwerks bolag) in Uleaborg; 2) die Firma J. Dreijmann in Helsingfors.

In den zu Björneborg über das Vermögen des Kaufmanns C. V. Nordberg und des Hrn. Oskar Wahlgren eröffneten Konkursen sind Termine zur Verhandlung über die Realisirung der Masse u. s. w. auf den 16. bezw. den 24. Oktober c, Abends 6 Uhr, im Hôtei IItama zu Björneborg anberaumt worden.

„‚Nach der finnischen Konkursordnung werden ausländische Konkurs⸗ gläubiger von den angesetzten Terminen nicht besoaders benachrichtigt.

Aus Wien wurde gestern das Fallissement der Firma Eduard Simon gemeldet. Ein Telegramm des „W. T. B.“ giebt die Passiva auf 600,000 800,000 Fl. an.

Der Einlösungscours für die Silber⸗Coupons der österreichischen Eisenbahngesellschaften an den deutschen Zahlstellen ist bis auf Weiteres auf 178 für 100 Fl. öst. Silb. gegen 180 in voriger Woche festgesetzt worden.

Nach dem Semestralabschluß der St. Petersburger Internationalen Handelsbank hat das Institut in den ersten 6 Monaten des laufenden Jahres einen Reingewinn von 1,054,970 Rub. erzielt. Die Bank vereinnahmte an Provisionen 144,549 Rub., an exkl. der gezahlten 639,737 Rub., aus Coursdifferenzen auf

Lambio⸗Konto 439,624 Rub., aus Coursdifferenzen auf Effekten⸗ Konto 131,283 Rub., aus der Filiale Kiew nach Abzug von 6 % Zinsen ver annum auf das Betriebskapital 38,573 Rub. Ftr 5969 Rub. Vortrag aus 1876, ergiebt insgesammt 1,399,735

ub. An Gehältern, Steuern, Spesen ꝛc. wurden 139,244 Rub. verausgabt, auf zweifelhafte Forderungen 201,635 Rub. abgeschrieben. Die Gesammtausgabe beträzt 344,764 Rub. In der Bilanz figu⸗ riren unter den Aktiven Kassa mit 5,521,247 Rub., Filiale Kiew mit 386,714 Rub., Konti der Vorschüsse auf Effekten ꝛc. mit 5,341,280! Rub., Wechsel auf Rußland mit 9,227,763 Rub., Darlehen auf garantirte Effekten mit 1,155,398 Rub., auf ungarantirte Effekten mit 3,614,077 Rub., auf Waaren mit 1,047,551 Rub., Kambio⸗Konto mit 1,481,675 Rub., garantirte Effekten 3,802,937 Rab., nicht garantirte Effekten 38,477 Rub., Forderungen auf Kontokorrente 10,288,253 Rub., das Bank⸗ gebäude mit 310,548 Rub. und das sogenannte Interimskonto mit 609,376 Rub. Unter den Passiven befinden sich: eingezahltes Aktien⸗ kapital 13,000,000 Rub., Reservefonds 597,564 Rub., Extra⸗Reserve⸗ fonds mit 150,000 Rub, Einlagen auf laufende Rechnung mit 12,602,483 Rub., Einlagen auf Termine 532,208 Rub., sofort künd⸗ bare Einlagen 1,705,854 Rub., . zu besonderen Bedingungen 4,683,702 Rub., Accepte 594,207 Rub., Verpflichtungen auf Konto⸗ korrent⸗Konto 6,644,130 Rub., Diskonto⸗Zinsen fürs II. Semester 165,196 Rub., Zinsen der Darlehne fürs II. Semester 38,801 Rub, das Interims⸗Kontio mit 977,613 Rub. und endlich Gewinn mit 1,054,970 Rub.

Die französische Eisenausfuhr mittelst acquits-à- caution ist, nach übereinstimmenden Berichten hiesiger und aus⸗ wärtiger Blätter, im ersten Semester d. J. gegen das Vorjahr er⸗ heblich zurückgegangen. Der Gesammterport mittelst acquits betrug in diesem Zeitraume d. J. 1876 noch 1,397,452 Ctr., 1877 nur 1,095,864 oder ca. 22 a% weniger. Der Export von Gußwaaren ist von 312,994 Ctr. in 1876 auf 282,546 Ctr. in 1877 gesunken. Der Erport nach Deutschland allein ist nicht besonders festgestellt, indessen haben die Zahlen über die Ausfuhr aus den Departements, welche allein für einen Export nach Deutschland in Betracht kommen können, bei Gußwaaren fast keine Veränderung erfahren.

Verkehrs⸗Anstalten.

Die Herzoglich anhaltische Regierung hat, der „Leipz. tg.“ zufolge, zur Ausführung der Vorarbeiten zum Bau einer isenbahn Staßfurt⸗Leopoldshall⸗ Egeln⸗Blumen⸗

berg im anhaltischen Landesgebiet ihre Genehmigung ertheilt. lymouth, 16. Oktober. (W. T. B.) S. M. Aviso „Falke“ ist am 14. d. M. in Gibraltar angekommen. New⸗York, 15. Oktober. (W. T. B.) Der Dampfer „The Queen“ von der National⸗Dampfschiffs⸗Compagnie (C. Messingsche Linie) ist gestern von Liverpool hier eingetroffen.