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gewährende jährliche Rente von 2410 ℳ am 1. Januar 1882 an die Stadt Hildesheim übergehen, die Genehmigung zu ertheilen und das Landesdirektorium zu ermächtigen, den Vertrag zum Abschluß zu bringen.
Der Antrag wurde ohne Debatte angenommen. Der Bau⸗ rath a. D. Voigts empfahl ferner den Antrag des Ausschusses:
Der Provinzial⸗Landtag wolle beschließen: den unversorgten Kin⸗ dern des verstorbenen Landstraßen⸗Bauconducteurs Blumenberg zu Hildesheim für die Jahre 1881 und 1882 eine Unterstützunng von jährlich 150 ℳ zu bewilligen. 8
Der Antrag fand Annahme. Der Schatzrath Müller empfahl zur Annahme den Antrag des Ausschusses, dem Vorstande des Kinderhospitales zu Lüneburg eine einmalige außerordent⸗ liche Beihülfe von 500 ℳ zu gewähren. Auch dieser Antrag wurde genehmigt.
Sachsen. Dresden, 15. November. Dem „Dresdner ZJournal“ zufolge lautet das neueste Bulletin über das Be⸗ finden der Königin:
In dem Allgemeinbefinden Ihrer Majestät der Königin zeigte
sich keine Veränderung, jedoch erreichte die Abendtemperatur wieder
die gestrige Höhe. Strehlen, 14. November 1881. Dr. Fiedler.
Baden. Karlsruhe, 14. November. (W. T. B.) Prinz Wilhelm, der Bruder des Großherzogs, ist an einer Lungenentzündung erkrankt, doch ist seit der letzten Nacht eine Wendung zur Besserung eingetreten.
— 15. November. (W. T. B.) Die Eröffnung des Landtags fand heute Vormittag 11 ½ Uhr im Ständehause durch den Staats⸗Minister Turban statt. Turban verlas die Thronrede, in welcher erklärt wird, daß, da der Großherzog durch seine schwere Krankheit verhindert und der Erbgroßherzog in der Familie zurückgehalten sei, Staats⸗Minister Turban beauftragt worden sei, den Ständen den freundlichen Gruß des Erbgroßherzogs zu entbieten. Bezüglich der Vorlagen hob Staats⸗Minister Turban hervor, daß der Staatshaushalt eine erfreuliche Uebereinstimmung der Einnahmen und Ausgaben aufweise. Nach Vereidigung der neu eingetretenen Abgeord⸗ naeten schloß die Sitzung mit einem dreifachen Hoch auf den Großherzog.
Baden⸗Baden, 15. November. (W. T. B.) Nach dem heute veröffentlichten Bulletin hat der Großherzog die vergangene Nacht gleichfalls in ruhigem, von Träumen nur wenig gestörtem Schlaf verbracht. Abends war die Temperatur 38,9, Morgens nach leichtem Schweiß 37,7. Der Großherzog nahm während der Nacht öfter Nahrung. Außer dem Gefühl großer Ermüdung sind alle übrigen Symptome beruhigend.
Waldeck. Arolsen, 10. November. In heutiger Sitzung des Landtags der Fürstenthümer Waldeck und Pyrmont kamen u. A. folgende Gegenstände zur Berathung und Beschlußfassung: 1) Die Klage der Landesverwaltung wider Fürstliche Domänenkammer wegen Amortisation der Rothschildschen Schuld ist von dem Appellationsgericht in Cassel und jetzt auch vom Reichsgericht als unzuläs ig zurückgewiesen, weil die fraglichen Streitfragen dem öffentlichen und Verfassungsrechte angehören und daher im Wege des Civilprozesses nicht zum Austrag gebracht werden können. Der Landtag beschloß, die verfassungsmäßigen Rechte des Landes nunmehr auf dem im Artikel 76 Absatz 2 der deutschen Reichsverfassung vorgezeich⸗ neten Wege zu wahren, 1b . 2) Der von der Regierung vorgelegte Entwurf eines Ge⸗ setzes, betreffend die Abänderung des Jagdpolizeigesetzes vom 29. April 1854, welcher bezweckte, die bisherige Berechtigung Des Eigenthümers zur eigenen Jagdausübung auf einem lächenraume von mindestens 100 Morgen aufzuheben und att dessen die Berechtigung nur dem Eigenthümer eines zu⸗ sammenhängenden Grundbesitzes von 100 ha einzuräumen, wurde vom Landtage abgelehnt, weil durch die beabsichtigte Aenderung die bisherigen Berechtigten geschädigt und die land⸗ wirthschaftlichen Interessen gefährdet werden würden. 3 3) Die vorgelegte Staatskassen⸗Rechnung vom Jahre 1879 ab zu Erinnerungen keinen Anlaß. Die Etatsüberschrei⸗ tungen wurden genehmigt. Außerdem wurde beschlossen, den Landesdirektor zu ersuchen dahin zu wirken, daß a. eine ent⸗ sprechende Erhasammg der Gebühren für die Achtsleute bei der Klassensteuereinschätzung stattfinde, b. eine Revision des Ge⸗ setzes über Zehrungs⸗ und Transportkosten der Beamten vom 27. Mai 1862 stattfinden möge, und die Sätze desselben den jetzigen Verhältnissen entsprechend erhöht werden, und ec. das Verfahren in Zusammenlegungssachen und Aufnahme der W“ desselben in das definitivpe Kataster beschleunigt werde. g“ Sodann wurde folgende Resolution beschlossen: „Der versammelte Landtag der Fürstenthümer Waldeck und Pyrmont ergreift mit Freuden die Gelegenheit, dem unlängst aus seinem hiesigen Amte geschiedenen Hrn. Landesdirektor v. Sommer⸗ feld die Anerkennung und den Dank des Landes auszusprechen. Hr. v. Sommerfeld hat sich während seiner amtlichen Wirksam⸗
eit durch seine humane, wohlwollende Gesinnung, durch seine treue, selbstlose Hingabe an das Interesse der Fürstenthümer und durch dessen ebenso eifrige als entschiedene Wahrung das ungetheilte Ver⸗ trauen des Landes erworben und sich in den Herzen der Bevölkerung
i bleibendes Denkmal gesetzt.“ 2
5) Von den vorgelegten Uebersichten über das Domanial⸗
Stammvermögen wurde, unter Vorbehalt der ständischen Rechte, Kenntniß genommen. 6) Der 487 betr., die Ausführung des Reichs⸗ gesetzes über die Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen wurde unverändert angenommen. Der Landesdirektor von Puttkamer erklärte hierauf den diesjährigen Landtag für geschlossen, nachdem er zuvor den Wunsch ausgesprochen hatte, daß die Beschlüsse des Landtags zum Segen des Landes gereichen möchten. „Nach einem dreifachen Hoch auf Se. Majestät den König von Preußen und Se. Durchlaucht den Für⸗ sten zu Waldeck und Pyrmont trennte sich die Ver⸗ sammlung. 8 . 8— 1
“
Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 14. November. Wie die „Presse“ meldet, reist der Kaiser heute Abend nach Gödöllb. eute fand, wie die „Pr.“ ferner berichtet, unter Vorsitz
des Kaisers eine einstündige gemeinsame Minister⸗Kon⸗ ferenz statt, welcher auch die Minister Taaffe, Dunajewski, Pino, Tisza, Szapary und Kemeny beiwohnten, Gegenstand derselben bildete die Verhandlung über die Revision des allgemeinen Zolltarifs. Ueber sämmtliche obschwebenden Differenzen sei eine Verständigun erzielt worden, so daß also iese Frage als vollständig ge angesehen werden könne.
In den beiderseitigen Parlamenten werde nun demnächst eine
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auf die Zollrevision bezügliche Vorlage zur Unterbreitung ge⸗ langen. Die österreichisch⸗ungarische Handelskonferenz werde nunmehr, mit Beiziehung der Zollamtsdirektoren von Wien und Pest, behufs Feststellung der zolltechnischen Details ihre Berathungen fortsetzen. — Wie gleichfalls dem genannten Blatte gemeldet wird, soll der Fahneneid der bosnischen Truppen analog dem Eide, der für die Beamten in Bosnien gilt, der nach den Verhältnissen modifizirte österreichische Fahneneid sein.
— (W. T. B.) In dem Abgeordnetenhause wurde heute von dem Justiz⸗Minister der Entwurf eines neuen Strafgesetzes mit Motivenbericht vorgelegt. — Der Finanz⸗Minister Dunajewski brachte das Budget pro 1882 ein ein Finanzexposé, dessen wesentlicher Inhalt fol⸗ gender ist:
Das Endergebniß des Voranschlages pro 1882 stellt sich ziffermäßig wie folgt: das Erforderniß erscheint mit 470 892 393 Fl., die Bedeckung mit 433 082 858 Fl. veran⸗ schlagt, wonach sich ein Abgang von 37 809 535 Fl. ergiebt. Behufs der richtigen Beurtheilung dieses Resultates müssen jedoch jene Beträge aus der obigen Summe ausgeschieden werden, welche zur Schuldentilgung oder als größere Kapitals⸗ anlage verausgabt werden, und kommt daher von dem be⸗ zifferten Abgange das Erforderniß für die Rückzahlung der Schatzscheine per 10 000 000 Fl., sowie die für den Bau der Arls⸗ bergbahn eingestellte Rate per 5 500 000 Fl. in Abrechnung, so daß sich dieser Abgang auf 22 309 535 Fl. reduzirt. — Nach dem Finanzgesetze vom 7. Juni 1881 belief sich unter Hinzurechnung eines dem Unterrichts⸗Ministerium zur Sub⸗ ventionirung der Manufaktur⸗, Zeichen⸗ und Webeschule in Wien bewilligten Nachtragskredites der Abgang auf 53 487 310 Fl. Zur Schaffung einer gleichförmigen Ver⸗ gleichungsbasis sind aus dieser Summe ebenfalls das Erfor⸗ derniß für die Rückzahlung von Schatzscheinen per 20 600 000 Fl., ferner die Kredite für Eisenbahnbau und Eisenbahnbauvorschüsse per 6 250 000 Fl. auszuscheiden, wonach sich der fragliche Abgang mit 26 637 310 Fl. ergiebt. Das früher erwähnte für das Jahr 1882 resultirende Defizit per 22 309 535 Fl. stellt sich somit im Vergleiche zu jenem des Jahres 1881 um 4 327 775 Fl. günstiger. — Das Erforderniß der Staatsschuld ist um 7 902 556 Fl. niedriger als im Budget des laufenden Jahres, weil in dem letzteren. für die Bedeckung der 1881 fällig werdenden Schatzscheine pr. 20 600 000 Fl. Vorsorge zu treffen war, während im Jahre 1882 nur ein Betrag von 10 000 000 Fl., d. i. die auf Grund des Gesetzes vom 11. Juni 1878 R. G. B. Nr. 52 ausgegebenen Schatzscheine fällig werden. Dagegen hat außer einer Zunahme des Zinsen⸗ und Tilgungserfordernisses der allgemeinen Staatsschuld sich namentlich ein Zuwachs durch die Präliminirung der Zinsen per 2 717 390 Fl. für die auf Grund des Gesetzes vom 11. April 1881 emittirten Obligationen der 5proz. Notenrente der im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder er⸗ geben. Die ordentlichen Ausgaben pro 1882 betragen 419 214 483 Fl., die ordentlichen Einnahmen 417 839 524 l., so daß sich im Ganzen ein Abgang von 1 374 959 Fl. ergiebt, wobei zu berücksichtigen ist, daß in den die gemein⸗ samen Angelegenheiten betreffenden Ziffern auf solche Positionen, die eigentlich in das Extraordinarium gehören, als ordentliche Auslagen aufgenommen wurden, so daß nach Ausschei ung derselben aus dem Ordinarium eigent⸗
lich im Ordinarium des österreichischen Staatsvoranschlages pro 1882 sich ein Plus in der Bedeckung herausstellen würde. Der Schwerpunkt des Defizits pro 1882 liegt in den außer⸗ ordentlichen Ausgaben, welche den Betrag von 51677910 Fl. erreichen und dem nur eine außerordentliche Bedeckung von 15 243 334 Fl. gegenübersteht, so daß 36 434 576 Fl. unbedeckt bleiben. Die meisten Posten dieses Extraordinariums betreffen entweder die Tilgung von Schulden oder produktive Aus⸗ lagen, so die Ruückzahlung von Schatzscheinen 10 Millionen, Subventionen an Verkehrsanstalten 20 217 853 Fl., bei der Arl⸗ bergbahn 5 ½ Millionen, Monumentalhochbauten 1 445 000 Fl., Straßen⸗ und Wasserbauten 2 159 650 Fl., sonstige Bauten 1 604 291 Fl., Grundsteuer⸗Regulirung 1 670 000 Fl., An⸗ legung neuer Grundbücher 500 000 Fl., Münzverlust 4 441 497 F. „ sonstige außerordentliche Erfordernisse 4139 619 Fl. Rechnet man zu dem unbedeckten Abgange des Ertraordinariums per 36 434 576 Fl., den unbedeckten Abgang im Ordinarium per 1 374 959 Fl., so ergiebt sich die Summe von 37 809 535 Fl. als Gesammtdefizit pro 18 2, von dem jedoch, wie Eingangs erwähnt wurde, das Erforderniß für die Schatzscheine 10 000 000 Fl., sowie 5 ½ Millionen für den Bau der Arlbergbahn auszuscheiden sind, so daß das wirkliche Defizit sich auf 22 309 535 Fl. reduzirt, obschon der ganze obige Betrag zu bedecken wäre. Ueber die Bedeckung des Defizits wird gegenwärtig noch keine Bestimmung getroffen. Erwägt man, daß die Regierung von den Gesetzen vom 28. und 30. Mai 1880 wegen Beschaffung der Beträge per 1 435 344 Fl. und 2 100 000 Fl. zur Deckung eines unbedeckt gebliebenen Theilbetrages des Abganges des Jahres 1880 und beziehungsweise für den Bau der Arlbergbahn keinen Gebrauch gemacht und auch zur Bedeckung des unbedeckt gebliebenen Restes des Abganges pro 1881 per 3 466 310 Fl. keinen Kredit in Anspruch genommen hat, so ist die begründete Hoffnung vorhanden, daß auch ein verhältnißmäßig nicht unbedeutender Theil des Desizits pro 1882 aus den in der Zunahme begriffenen Kassabeständen ausgeglichen und daß dadurch die affenscheine per 100 Millionen ohne Anspruch⸗
nahme des Kredits fetilgt werden dürften. Sofern — woran
kaum zu zweifeln ist — diese letztere Annahme sich verwirk⸗ lichen wird, so befände sich Oesterreich auf dem Wege einer stetigen Verminderung des Defizits, dessen vollständige Besei⸗ tigung von der Durchführung jener Maßregeln abhängt, die die Regierung im Laufe der Session dem Parlamente vorgelegt hat und baldigst vorlegen wird
Der Finanz⸗Minister wies in seinem Expoasé ferner auf seine im vergangenen Jahre ausgesprochene Ansicht hin, daß zur Beseitigung des Defizits ausgiebige Ersparun⸗ gen und eine Hebung der Staatseinnahmen nothwendig seien.
i den ersten neun Monaten d. J. hätten die rekten
teuern eine Mehreinnahme von 962 542 Fl., die indirekten eine solche von 4 597 300 Fl. gegen die gleiche Periode des Vorjahres ergeben. Was eine weitere Steigerung der Staats⸗ einnahmen angeht, d ist der Minister der Meinung, daß die vom Herrenhause noch zu berathende Gebäudesteuer⸗ vorlage während der Uebergangsperiode einen Mehrertrag von 1 190 000 Fl., später von über 2 Millionen und die dem Hause vorliegende Gebührennovelle einen Me rertrag bis zu 4 Millionen ergeben würde. Der von der legierung dem⸗ nächst einzubringende Entwurf, betreffend die Revision des
Zolltarifes (lautes Bravo rechts), sowie die der Erledigung
harrende Petroleumvorlage ließen aller Wahrscheinlichkeit nach ein Mehrerträgniß von 8 Millionen erwarten. Der Minister erklärte, er habe die letzten Monate dazu benutzt, um die Re⸗ form der direkten Steuern zu fördern, von welcher ein Mehrertrag von 4 ½ bis 5 Millionen zu erzielen sei und hoffe die bezügliche Vorlage schon in einigen Wochen einzubringen. Das ge⸗ sammte Mehrerträgniß aus diesen Vorlagen berechnet der ““ auf 17 ½ Millionen. Außerdem würden chon eit geraumer Zeit Verhandlungen mit der ungarischen Reichshälfte gepflogen, bezüglich einer Reform der Brannt⸗ weinsteuer, dieselben dürften demnächst zum Abschluß gebracht werden. Was die Ersparungen angehe, so hofft der Minister, in einigen Monaten in der Lage zu sein, unter billiger Berücksichti⸗ gung der Rechte und Ansprüche der Beamten, ihrer Wittwen und “ mit ei teigen des inhalt zu thun. (Lebhaftes Bravo rechts.) Der er theilte mit, er habe nit Zusceebnafte des Mi⸗ nisterrathes Allerhöchsten Ortes den Antrag gestellt, zur Prü⸗ fung der Frage der Vereinfachung und thunlichster Ersparungen in der Verwaltung eine eigene, aus unabhängigen mit der Verwaltung des Inlandes und womöglich auch des Auslan⸗ des vertrauten unparteiischen Männern zusammengesetzte Kommission zu bilden. Der Kaiser habe diesen Antrag unter
dem 12. d. M. genehmigt. Sache der Regierung werde es sein, eine solche Kommission zu bilden. Er, der Minister, könne daher erklären, wenn die Reichsvertretung die Vorlagen im Großen und Ganzen annehme, so gehe das Land in verhältnißmäßig kurzer Zeit einem vollständigen Gleichgewichte im Staatshaus⸗ halte entgegen, weil die geringe noch übrig bleibende Summe sich auf dem natürlichen Wege des Steigens der Staatsein⸗ nahmen bei günstiger volkswirthschaftlicher Entwickelung von selbst ergeben werde. (Bravo rechts.) Die Frage der Be⸗ deckung des Defizits erörternd, glaubt der Minister betonen zu müssen, daß die einfachste und gründlichste Art, die Schulden zu tilgen, die sei, wenn man die Ueberschüsse besserer Jahre zur Tilgung vorhergegangener Jahre ver⸗ wende. (Bravo rechts.) Er hoffe, das im Wege des Kredits zu bedeckende Defizit werde höchstens 20 Millionen betragen. Falls die rasch zu erledigenden Entwürfe, wie der Zoll⸗ tarif und die Gebührennovelle, bis zum Beginn des nächsten Jahres erledigt würden, wäre vielleicht schon für das nächste Jahr eine Mehreinnahme von 6 bis 8 Millionen zu erzielen, so daß in Wirklichkeit eine verschwindend kleine Summe im Wege des Staatskredites aufzubringen sein würde. Der Minister konstatirte mit Befriedigung, daß die Zunahme der Steuerergebnisse, namentlich derjenigen, welche auf eine wirk⸗ liche Besserung gewisser materieller Zustände hindeuten, wie dies z. B. beim Tabaksmonopol, bei der Biersteuer und beim Salz der Fall sei, zwar keine bedeutende, aber doch stetige und demnach gewiß erfreuliche sei. Die Regierung wende sich allerdings mit neuen pekuniären Anforderungen an die Volksvertretung, dieselbe sei aber der Meinung, daß gegenüber dem Zwecke, um den es sich handele, auch noch so bedeutende Opfer nicht zu groß seien. Der Minister wies endlich auf die neueste Finanz⸗ geschichte Nordamerikas, Frankreichs und Italiens hin, welche Länder öfter sehr lästige Steuern in wenigen Jahren willig getragen und so das ersehnte Ziel erreicht hätten; er bitte darum das Haus, bei der Diskussion der vorzulegenden Gesetz⸗ entwürfe die kleinen wenn auch noch so berechtigten Interessen hinter die großen Gesammtinteressen der Monarchie zurück. treten und sich nicht durch irgend welche Befürchtungen ab: G schrecken zu lassen, weil die Wohlfahrt Aller, nicht allein die Machtstellung der Monarchie, sondern auch die geistigen und wirthschaftlichen Interessen der Völker davon abhingen, daß der Staatshaushalt auf solider und gesunder Grundlage auf⸗ gebaut werde. (Lebhafter wiederholter Beifall rechts.)
— Die ungarische Delegation genehmigte heute die
Budgets für das Ministerium des Aeußern und für das ge⸗ meinsame Finanz⸗Ministerium, die Schlußrechnungen für das Jahr 1879 und das Marinebudget. Morgen finden die Ver⸗ handlungen über das Budget des Kriegs⸗Ministeriums und die Okkupationskosten statt. b
Prag, 13 November. Der Kronprinz Rudolf und
Kronprinzessin Stephanie sowie der Herzog von Coburg sammt Gemahlin sind heute mit dem Eilzuge der Staatsbahn nach Siebenbürgen abgereist.
Niederlande. Haag, 14. November. (W. T. B.) Auf
evision des Wahlgesetzes vorzulegen, so daß
Belgien. Brüssel, 11. November. (Cöln. Ztg.) Unter
den Gesetzvorlagen und Anträgen, mit welchen sich die Kammer außer den Budgets zu beschäftigen haben wird befinden sich 25, die aus den früheren Sessionen herüber⸗ genommen sind und über welche der Bericht aus den Kom⸗ missionsarbeiten fertig gestellt ist. Zur sofortigen Debatte im Plenum reif sind: die Frage über obligatorischen Unterricht, die Frage über Schadloshaltung bei einem durch die Presse begangenen Vergehen, Flußfischerei und Jagd, die Beurtheilung der falschen Bilanz der Gesellschaften, mehrere Kreditforderungen für öffentliche Arbeiten, z. B. zur Verbesserung des Kasernenwesens und zur Er⸗ — bauung eines Forts zu Rupelmonde. Der Centralsektion liegen vor die Vorlagen, betreffend die Bürgerwehr, der An⸗ 9 trag zu Gunsten der Gemeinde⸗Sekretäre, der Antrag auf vollständige Gehaltsentziehung, wenn die Kultusdiener gewisse Verurtheilungen Seitens der Gerichte erfahren haben. An die Kommissionen 2q sind die Vorlagen, betref⸗ send die Erhöhung der Min
Gesetzgebung von 1844 über die bürgerlichen Pensionen, die Revision mehrerer Theile der Strafge etze u. s. w. 1
Großbritannien und Irland. London, 12. November. 8 (Allg. Corr.) Es wird halbamtlich mitgetheilt, daß die Mia⸗ litärbehörden in Dublin sich mit Bestimmtheit dahin ausgesprochen haben, daß keine weitere Hülfstruppen⸗ sendungen nach Irland erso ben der gegenwärtig von Natal nach England zurückkehrenden 8 egimenter in Irland landen werden und noch eines von Eng⸗ land sich dahin begeben wird, so werden diese Truppen nur als Ersatz für andere Regimenter dienen, welche jetzt von dort zurückgezogen werden. — 14. November. (W. T. B.) Bei der heute in Tiver⸗ ton stattgehabten Ersatzwahl zum Unterhause wurde Lord Ebrington (liberal) mit 705 Stimmen gewählt. Der
stergehälter, die Ruückkehr zur
Gegenkandidat, Loosem ore (konservativ) erhielt 453 Stimmen. — Der Premier Gladstone hat sich heute nach Hawarden
Frankreich. aris, 15. November. (W. T. B.) pa . offictar⸗ veröffentlicht die Ernennung des neuen Ministeriumsin folgender Zusammensetzung : Gam⸗ betta Präsident und Minister des Auswärtigen mit Spuller als Unter⸗Staatssekretär; Waldek⸗Rousseau Inneres; Campenon Krieg;
Arbeiten;
Allain Targé Finanzen; Cochéry Posten; ö Cazot Justiz; Goujeard
; Proust Künste und
Unterricht; Ca Raynal öffentliche j Handel, Kolonien und Handelsmarine Kriegsmarine; Devès Landwirthscha
“
1881. — Cirkular, die Erweiterung der Befugnisse zu freihändigen lzverkäufen aus Königlichen Forsten betreffend, vom 16. August 881. — Cirkular, die Verrechnung der Kosten für Verwaltung der Forstkassen betreffend, vom 31. August 1881. — Cirkular, Notirung von forstversorgungsberechtigten Jägern der Klasse AI. betreffend, vom 3. September 1881. — Cirkular, die Anlegung von Stein⸗ brüchen ꝛc., Umwandlung zur Holzzucht bestimmter Flächen in land⸗ wirthschaftlich benutzte ꝛc. betreffend, vom 15. September 1881. — Cirkular, die Beurlaubung im 4. Dienstjahre stehender Jäger der Klasse A. zum Forstdienste betreffend, vom 18. September 1881. — Cirkular, die Erstattnng von, durch den Ausbruch der Rinderpest entstandenen Desinfektionskosten aus der Reichskasse betreffend, vom
tember 1881. — Cirkular, Gebühren für Vermessungsarbei⸗ e“ betreffend, vom 12. Oktober 1881.
Die neuen Minister traten gestern Abend zu einer Berathung zusammen und ertheilten dabei der Erklä⸗ rung ihre Zustimmung, welche Gambetta bei Beginn der heutigen Sitzung des Senats und der Kammer abgeben wird und welche friedliche Zusicherungen in Bezug auf die auswärtige Politik des neuen Ministeriums enthält, zugleich aber die Nothwendigkeit einer Revision des Wahlmodus für den Senat auseinandersetzt und die Einführung des Listen⸗ skrutiniums fordert. 1 öII11“ behen Die äußerste Linke hat beschlossen, so⸗ gleich nach dem Zustandekommen des neuen Kabinets in der Kammer den Antrag einzubringen, es sollten die beiden Häuser des Parlaments behufs Revision der Verfassung zu einem Kongresse auf den 25. Januar einberufen werden. — Der französische Botschafter am Wiener Hofe, Graf Duchatel, ist heute früh in Paris eingetroffen.
— (Cöln. Ztg.)
7. Wahlkreis. Sensburg. Abgegeben 12 931 St. Dirichlet Forischr 7s81, für von Mirbach (kons.) 5200 St.
Aus Kreider wird u. d. 13. d. M. eine Depesche des Generals Delebecque, vom 8. d. Mts., aus Elhadiminun hierher gemeldet, welche besagt: Der An⸗ griff von den zwei Berglehnen aus auf Benisur hatte den beabsichtigten Erfolg. General Colonieu traf auf die Insur⸗ genten, welche die Kolonne Louis' gegen ihn wieder zurück⸗ warf. Die Aufständischen flohen, Zelte und Vieh zurücklassend. Man fand letzteres allenthalben zerstreut. Balkassen, ein einflußreicher Häuptling vom Stamme der Delebecque bereitet einen Angriff gegen die bei Col Fonnassa vereinigten Aufständischen vor.
Wie die „Republ. fr.“ meldet, rücken die französischen Truppen aus Tunesien ab. Saussier hat am 11. No⸗ vember mit der Division Forgemol das Lager vor Ka⸗ hiruan verlassen und die Znaven und Chasseurs d'Afrique, die er aus Algerien mitbrachte, mitgenommen, desgleichen die zwei Bataillone des 33. und 43. Linien⸗Regiments, die Sa⸗ genommen waren und die dieser jeßt zurückerhält. Saussier wandte sich nach Gafsa, Sabatier rückte am 12. mit 5000 Mann nach Gabes und hat unter sich die Generale Logerot und Saint Jean. Die Brigade Etienne bewacht Kahiruan, Susa und die dazwischen liegende Straße, auf der 17 km Eisenbahn fertig sind, der Weiterbau aber eingestellt ist, angeblich aus Mangel an Zugvieh, da die Schienen aus Frankreich ein⸗ An der Telegraphenlinie zwischen Susa und Kahiruan wird fleißig gearbeitet. Die Strecke von Susa nach Tunis, wo die Telegraphendrähte geraubt waren, ist auch Die nach Gabes rückende Kolonne braucht achtzehn Tage, soll aber schon im Dezember wieder in Susa eintreffen und von dort nach Frankreich heimkehren.
Lissabon, 14. November. An Stelle des bisherigen Ministeriums abend zurückgetreten war, ist folgendes Fontes Präsident, Finanz⸗Minister und inte⸗ rimistischer Kriegs⸗Minister; Thomas Ribeiro Inneres; Uilhena ; Serpa Auswärtiges; Hyntze öffentliche Arbeiten; Mello Gouvea Marine.
Türkei. Konstantinopel, 12. November. Post“ wird gemeldet:
Amurs, ist getödtet.
getroffen sind.
wieder hergestellt.
(W. T. B.) „ welches am Sonn⸗ neue Kabinet ge⸗
Portugal.
bildet worden: 6. Wahlkreis. Ottweiler.
Taeglichsbeck (lib. Gruppe) 11 916, für Frhrn. v. Hertling (Centr.) 10 450 St.
4. Wahlkreis. Kreuznach. Abgegeben wurden 18 127 St., davon erhielt Prof. v. Treitschke (regierungsfreundlich) 10 242, v. Schor⸗ lemer⸗Alst 7885 Stimmen.
Der „Ung. „Auf Grund der neuen Instruktionen, welche die Pforte an ihren Vertreter in Wien erließ, wird als Eisenbahn⸗Haupttrace d Sophia⸗Belgrad⸗Budapest bezeichnet; dieselbe erhielt über allen übrigen Vorschlägen den Vorzug. mit der bereits bestehenden Linie Mitro⸗ vica⸗Salonich sind zwei Punkte beantragt, und zwar
Die Entscheidung bleibt der Conférence obwohl die Pforte sich prinzipiell für
Konstantinopel⸗
in Stambul gegen Als Verbindung
Pristina und Vranje. à quatre überlassen, Pristina entschied.“
Amerika. Washington, 14. November. (W. T. B.) glische Gesandte West überreichte n Arthur sein Beglaubigungsschrei⸗ das Finanz⸗Minister ium über⸗ nommmen und Macveagh das Justiz⸗Ministerium verlassen.
Die Verhandlungen in dem Prozesse gegen Guiteau wurden heute wieder aufgenommen. — theidiger des Angeklagten fungirten sein Schwager und ein anderer Advokat. kusston vertagte der Gerich lungen auf morgen
den von den Sektionen der Zweiten Kammer bezüg⸗ lich des Budgets erstatteten Bericht erwiderte die Regierung, daß sie hoffe, der Kammer zur gelegenen Zeit einen Entwurf über die
bereits die nächsten Wahlen nach dem neuen Modus vollzogen werden könnten. Der gegenwärtige Stand der Finanzen ge⸗ statte es, die Vorbereitung verschiedener finanzieller Re⸗ formen ohne besondere Beschleunigung vorzunehmen.
Der neuernannte en heute dem Präsidente ven. Folger hat heute
erheblichen
htshof die ng der Verhand⸗
Ministerial⸗Blatts 2 e innere Verwaltung inden Königlichpreußischen Staaten, herausgegeben im Bureau des Ministeriums des 1 Verfügung, die Auslegung von Bestimmungen des Gesetzes über das Verwaltungsstreitverfahren betreffend, vom 16. Juli 1881.
— Cirkular, die Berechnung des Werths der Dienstwohnung bei der
Pensionirung betreffend, vom 6. September 1881. — Cirkular, die
Stempelung der bei den Hinterle
1. Oktober d. J. ausgegebenen ausl⸗ .
rom 27. September 1881. — Erlaß, die Behandlung der Aktien⸗ zug auf Gemeindeabgaben⸗Verpflichtung und betreffend, vom 23. Juni 1881. — Cirkular, das Verbot der Ankündigung des Verkaufs von Loosen zu einer fremd⸗ ländischen Geldlotterie betreffend, vom 1. August 1881. — Erkennt⸗ niß des Gerichtshofes zur Entscheidung der Kompetenz⸗Konflikte vom Polizeiverordnungsrecht im Jahde⸗Gebiet. 2 fangen maulkorbloser Hunde. Eine Polizeiverordnung ist, solange sie sichtsbehörde gemißbilligt und aufgehoben worden, end anzuerkennen.
für die gesammte
Innern, hat folgenden
sstellen hinterlegten, vor dem en Werthpapiere betreffend,
Gesellschaften in Be Gemeinde⸗Wahlrecht
9. April 1881
nicht von der Auf als zu Recht beste 1 1 — ist die Erbebund E rfügung, die Erstattung von Anzei nken aus dem Auslande in preußische Irrenanstalten betreffend, een Gewerbebetrieb der Konsum⸗
ie ausführenden e ausgeschlossen. — nahme von Geistes⸗ rderlich seien, und obgleich — dem 8n gnanst 1a81elene gg betreffend, 4 die Königlich Preußischen Navigationsschulen, vom 24. Juni 1881. — eobachtung der Wasserstände an den treffend, vom 9. September 1881. — Cirkular, die von Unterstützungen für Wittwen und Kinder verstor⸗ amten betreffend, vom 9. August 1881. ungen, unter welchen Deputat⸗ gewährt werden darf,
Cirkular, die auptpegeln be⸗ ewilligung und Verrechnung bener Forstbe — Cirkular, 1e Ferf rennholz an Ferstanfseber
betreffend, vom 1
Reichstags⸗Angelegenheiten. e Stichwahlresultate nach Meldung des
Regierungsbezirk rankfurt a. O.
8. Wahlkreis. Sorau. Abgegeben 13 931 St., davon für Lüders (Sezess.) 7716, für Schön (deutsche Reichspartei) 6215 St.
Regierungsbezirk Königsberg i. Pr.
10. Wahlkreis. Friedland. Abgegeben 19 161 St., davon für Behrend (Fortschr) 10 359, für Graf Udo Stolberg (kons.) 8802 St.
Regierungsbezirk Gumbinnen. B davon für
egierungsbezirk Danzig.
1. Wahlkreis. Elbing. Abgegeben 13 691 St., davon für Frhrn. von Minnigerode (kons.) 8165, für Horn (Sezess.) 5526 St.
3. Wahlkreis. Bromberg. Abgegeben 10 816 St., davon für Stadtrath Hempel (Fortschr.) 6402, für von Schenk (kons.) 4545 Stimmen.
Regierungsbezirk Bromberg.
Regierungsbezirk Breslau.
1. Wahlkreis. Guhrau. Abgegeben 13 286 St., davon für von Kessel (deutschkons.) 9230, für von Köller (Centr.) 4056 St.
3. Wahlkreis. Oels. Abgegeben 14 077 St., davon für v. Forcken⸗ beck (Sezess.) 7111, für v. Kardorff deutsche Reichspart.) 6966 St. 9. Wahlkreis. Striegau. von Kulmitz (kons.) 9877, Simon (Centr.) 6868 Stimmen.
Regierungsbezirk Liegnitz.
9. Wahlkreis. Görlitz. Abgegeben 22 154 St., davon für ders (Sezess.) 13 544, für v. Seydewitz (kons.) 8518 St.
Regierungsbezirk Magdeburg.
8 8. Wahlkreis. Aschersleben. Abgegeben 13 737 St., davon für Bernuth (natlib.) 9064, für Meyer Gn-) 4673 St.
Regierungsbezirk Merseburg.
3. Wahlkreis. Bitterfeld. Abgegeben 17 370 St., davon für Wölfel (Sezess.) 10 356, für Landrath von Rauchhaupt (kons.) 7014 St.
8. Wahlkreis. Hannover. Abgegeben sind im Ganzen 16 095 St., davon für Geh. Reg. Rath Dr. Brüel (deutsch⸗hannov.) 10 205, für Cigarrenarbeiter Meister (Soz.) 5890 Stimmen.
Hannover.
Regierungsbezirk Cassel.
2. Wahlkreis. Cassel. Abgegeben 14 313 St., davon für Schwarzenberg (Fortschr.) 9512, für von Krauß (kons.) 4801. Stimmen.
Regierungsbezirk Wiesbaden.
4. Wahlkreis. Dietz. Abgegeben 16 645 St., davon für Münch (Fortschr.) 9660, für Tripp (Centr.) 6985 St.
Regierungsbezirk Arnsberg.
1. Wahlkreis. Siegen. Abgegeben 16 706 St., davon für Hof⸗ prediger Stöcker (kons.) 9028, für Kreutz (lib.) 7678 St.
Regierungsbezirk Trier. 2 Peoeeben 22 435 St., davon für
Regierungsbezirk Coblenz.
Bayern. Oberfranken.
1. Wahlkreis. Hof. Abgegeben 15 422 St., davon für Pa⸗ pellier (Fortschr.) 9994, für v. Schauß (natlib.) 5428 St. 82
3. Wahlkreis. Forchheim. Abgegeben 13 812 St., davon für Herz (Fortschr.) 9063 St., für Fürft Hohenlohe (deutsche Reichspar⸗ tei) 4728 St.
6. Wahlkreis. Würzburg. Abgegeben 13 306 St., davon für Köhl (Volkspartei) 6714, für Frhr. Zu⸗Rhein (Centr.) 6569 St.
Unterfranken.
Sachsen.
5. Wahlkreis. Dresden links der Elbe. Abgegeben 25 239 St., davon für Dr. Stübel 14 139, für Bebel (Soz.) 10 827 St. 8
9. Wahlkreis. Freiberg. Abgegeben 15 339 St., davon für Kayser (Soz.) 7957, für Oelschläger (kons.) 7382 St.
15. Wahlkreis. Mittweida. Abgegeben 15 035 St., davon für
von Vollmar (Sozialdem.) 7603, für Voigtländer (kons.) 7330 St.
Württemberg. 1 1. Wahlkreis. Stuttgart. Abgegeben 19 624 St., davon für
Schott (Volkspartei) 12 529 St., für Dr. Goez (deutsche Reichs⸗ partei) 7095 St.
Sachsen⸗Weimar. 2 2. Wahlkreis. Eisenach. Abgegeben 12 300 St., davon für
Parisius (Fortschr.) 8004, für von Gustedt (natlib.) 4206 Stimmen.
Mecklenburg⸗Schwerin. 1 2. Wahlkreis. Schwerin⸗Wismar. Abgegeben wurden 17 077 St.,
davon für Bankdirektor Büsing (natlib.) 9870, Gutsbesitzer Bock bea; 7207 Stimmen. 2
. Wahlkreis. Güstrow. Abgegeben 14 062 St., davon für
Heydemann (natlib.) 7631, für Graf von Schlieffen (kons.)
31 Stimmen.
Ferner liegen über vorläufige Resultate folgende Telegramme vor:
„ Stettin, 15. November. Bei der Stichwahl im Wahlkreise Usedom⸗Uckermünde wurde Dr. Dohrn (Sezess.) mit 2400 St. Ma⸗ jorität gewählt.
raustadt, 15. November. Bei der heutigen Stichwahl wurde hlapowsky (Pole) gegen von Puttkamer (kons.) gewählt.
Oels, 14. November. Nach den jetzt vollständig vorliegenden Resultaten ist in der Stichwahl v. Forckenbeck (Sezess.) gewählt . 14. November. In der Stichwahl wurde Prinz Solms (kons.) gewählt. b 8 r November. Dr. Greve (Fortschr.) wurde in der Stichwahl mit ca. 12 000 St. gewählt; von Plotho (kons.) er⸗ ielt circa 6 St. 1 i F-’. November. Bei der hier stattgehabten Stich⸗ wahl erhielten v. Reden (natlib.) 7559 St., v. Lenthe (Welfe) 7540 St. 11“
22t. 0, 15. November. Stichwahl. Bis jetzt sind für von Freeden (natlib.) 2056, für Ahlhorn (Fortschr.) 4769 St. ge⸗ zählt. Aus etwa 70 Bezirken fehlen die Resutate noch, trotzdem kann aber die Wahl Ahlhorns als gesichert angesehen werden. 88.
Elmshorn, 15. November. Im 6. schleswigeholsteinischen Wahlkreise sind bei der Stichwahl bis jetzt für Beseler Lec. 3167, für Dr. Gieschen (Fortschr.) 6805 St. gezählt. Die Wah
letzteren scheint gesichert. — 18 8 Fwicau 15. November. Stichwahl im 18. sächsischen Wahl⸗
kreise. Bis jetzt sind für Srolle (Soz.) 11 683 und für Kürzel Sg. 7286 St. gezählt; der erstere ist unzweifelhaft gewählt.
hemnitz, 14. November. Stichwahl. Geiser (Soziald.)
erhielt 14 566 St., Hecker (liberal) 11 419 St.
Zschopau, 14. November. Bei der Stichwahl zwischen Kutsch⸗
bach (Seaesh⸗ und Schüller (kons.) wurde Kutschbach mit über 2000 St. 2
ajorität gewählt. 11 Gera, 15. November. Bis jetzt sind für Dr. Max Hirsch
(Fortschritt) 5285, für Marquardsen (natlib.) 3060 St. gezählt. Die Wahl Hirschs gilt für gesichert.
Bückeburg, 15. November. Stichwahl. Hamspohn (liberal)
mit erheblicher Majorität gewählt.
welche dazu bestimmt sind, die Erlernung des 2— durch Selbstunterricht in vier Stunden zu ermöglichen. Beide — Briefe, zusammen bestellt, werden für den Preis von 75 ₰ vom Verfasser franko versandt, jeder Brief einzeln für 50 —o. Die
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Statistische Nachrichten. Gemäß den Veröffentlichungen des Kaiserlichen Gesundheits⸗
amts sind in der 44. Jahreswoche von je 1000 Bewohnern auf den Jahresdurchschnitt berechnet als gestorben gemeldet: in Berlin 23,6, in Breslau 25,0, in Königsberg 22,5, in Cöln 25,5, in Frankfurt a. M. 16,0, in Hannover 22,9, in Cassel 26,8, in Magdeburg 18,7, in Stettin 25,5, in Altona 30,8, in Straßburg 22,7, in Metz 23,6, in München 30,1, in Nürnberg 26,4, in Augsburg 20,0, in Dres⸗ den 26,7, in Leipzig 23,0, in Stuttgart 13,2, in Braunschweig 19,3, in Karlsruhe 14,6, in Hamburg 21,5, in Wien 24,0, in Budapest 28,3, in Prag 27,3, in Triest 37,9, in Krakau 21,8, in Basel 13,4, in Brüssel 22,3,U, in Paris 23,3, in Amsterdam 22,8, in Kopen⸗ hagen 21,2, in Stockholm 18,5, in Christiania 14,3, in St. Peters⸗ burg 38,6, in Warschau —, in Odessa 34,9, in Rom 22,5, in Turin 22,3, in Bukarest 20,3, in Madrid 33,6, in London 22,4, in Glas⸗ gow 24,9, in Liverpool 28,4, in Dublin 30,5, in Edinburg 18,7, in Alexandria (Egypten) 46,4. — Ferner aus früheren Wochen: in New⸗York 33,6, in Philadelphia 24,7, in Chicago 27,2, in St. Louis 22,4, in Cincinnati 19,4, in San Franzisko 16,9, in Kalkutta 23,4, in Bombay 29,1, in Madras 35,7.
Beim Beginn und während des größten Theiles der Berichts⸗
woche herrschten an den deutschen Beobachtungsstationen östliche und nordöstliche, in Berlin, Breslau, Bremen vorübergehend mit nörd⸗ lichen wechselnde Luftströmungen, die in den letzten Tagen der Woche (in Berlin, München, Bremen und Cöln schon etwas früher) nach Südost, und am Schluß der Woche allgemein nach Süd und Süd⸗ west umgingen. Die für die Jahreszeit ungewöhnlich kalte Tempe⸗ ratur der Luft (in Konitz sank das Thermometer am 4. November
s unter — 11 Gr. C.) lag mehrere Grade Celsius unter der nor⸗
malen, nahn aber mit dem Umgange des Windes nach Süd wieder erheblich zu, so daß in Cöln das Thermometer am 5. November 16,0 Gr. C. zeigte. Niederschläge, meist Schnee, waren nicht selten, aber nicht sehr ergiebig. Der beim Wochenbeginn mäßig hohe Luft⸗ druck erreichte im Laufe der Woche einen hohen Standpunkt, behaup⸗ tete denselben aber nur an den west⸗ und süddeutschen Stationen bis zum Schluß der Woche.
Die Sterblichkeitsverhältnisse blieben auch in der Berichtswoche
in den meisten Großstädten günstige, wenn auch aus mehreren Städ⸗ ten etwas größere Sterblichkeitsverhältnißzahlen gemeldet werden als in der vorangegangenen Woche. Für die deutschen Städte stieg die allgemeine Sterblichkeitsverhältnißzahl auf 22,9 von 22,3 pro Mille und Jahr. Wesentlich gesteigert erscheint die Sterblichkeit in den höheren Altersklassen, besonders in der von 40— 60 Jahren, während die Theilnahme des Säuglingsalters eine geringere geworden und von 10 000 Lebenden nur 68 Kinder unter 1 Jahr starben gegen 71 der Vorwoche, in Berlin 73 gegen 75.
Unter den Todesursachen zeigten von den Infektionskrankheiten nur typhöse Fieber einen erheblicheren Nachlaß, Masern und Pocken, letztere nur in außerdeutschen Städten eine Zunahme. Die Masern haben in Berlin, München, London, Liverpool und Christiania große Ausdehnung gefunden. Das Scharlachfieber forderte gleichwie die Diphtherie in den meisten Großstädten zahlreiche Opfer. Ersteres erscheint in Kiel, Berlin, Crefeld, Barmen, Dortmund, Bochum, Trier, Frankfurt a./M., Königshütte, Nürnberg, Fürth, ferner in Pest und London sehr häufig, letztere in Berlin, Dresden, München, Hamburg, Hannover, Elbing, Leipzig, Wien, Krakau, Paris, London, St. Petersburg, Glasgow, Granada u. a. in großer Zahl als Todes⸗ veranlassung. — Typhöse Fieber wurden in Wien, Turin, London häufiger, in deutschen Städten seltener. — Todesfälle an Fleck⸗ typhus kamen aus Prag, Amsterdam, Malaga, ranada je 1, aus Saragossa 2, aus London 5, aus St. Petersburg 8 zur Meldung. Aus deutschen Städten wurde kein einziger zur Anzeige gebrachk. Darmkatarrhe der Kinder haben allgemein, namentlich in München abgenommen. In Alexandria erlagen der Ruhrepidemie wieder mehr Opfer. — Die Zahl der Todesfälle an Keuchhusten war in Posen, München, Dresden, Berlin, Frankfurt a. M. vermehrt, wie überhaupt entzündliche Erkrankungen der Athmungsorgane häufiger zum Tode führten. — Die Pockenepidemie in Wien Pest, London zeigt in der Berichtswoche keine Abnahme, in Wien stieg die Zahl der Todesfälle auf 26, in Saragossa auf 19. In Paris nehmen Pocken ab, in Krakau zu. In beschränkter Zahl kamen Pocken in Prag, Liverpool, Malaga und Granada zum Vorschein. Aus Deutschland werden 3 Pockentodesfälle, sämmtlich aus Aachen, gemeldet.
— Dem vom K. K. österreichischen Handels⸗Ministerium ver⸗ öffentlichen Berichte über das Telegraphenwesen Oesterreichs im abgelaufenen Jahre entnehmen wir die nachstehenden Daten: Die Gesammtlänge aller Linien betrug mit Ende 1880: 35 056,70, der Drähte 91 712,39 km, was gegen das Jahr 1879 eine Zunahme von 753,07 km bedeutet. Von den Staatslinien waren 41 % mit einem Draht, 5,56 % mit 5 Drähten, 2,44 % mit 8 Drähten, 0,68 % mit 10 Drähten und 0,34 % mit mehr als 12 Drähten ver⸗ sehen. Land⸗ und Seekabel hatten eine Länge von 629,24 km. Telegraphenstationen waren 1147 Staats⸗, 1310 Eisenbahn⸗ und 97 Privat⸗, also im Ganzen 2554 Telegraphen⸗ Stationen im Betriebe. Das Personal betrug im Ganzen 2499, darunter 370 Telegraphistinnen. Bei den Staatstelegraphen waren 1830 Morse⸗, 64 Hughes⸗ und 5 Multiplerapparate im Betriebe, gegen das Jahr 1879 eine Vermehrung von 42 Morse⸗Apparaten. Die Eisenbahntelegraphen arbeiteten mit 1650, die Privattelegraphen in Wien mit 143 Morse⸗Apparaten. Auf den Staatslinien wurden im Jahre 1880 aufgegeben: interne Telegramme 3 296 943, inter⸗ nationale 772 924; vom Auslande kamen 848 124, und Oesterreich pafsirten 378 324, so daß die Gesammtzahl der Telegramme 5 296 315 betrug, was gegen das Vorsahr eine Zunahme 275 950 bedeutet. Auf den Eisenbahnlinien wurden 494 310, auf den Privatlinien 699 762 Telegramme befördert. Letz tere haben gegen das Vorjahr um 3077 abgenom men. Die Gesammteinnahmen der Staatstelegraphen betrugen 3 620 411 Fl., Zunahme gegen 18790 um 517 243 Fl. Die Privat telegraphen nahmen 484 828 Fl. ein. Der stärkste Monat war der August. Die Ausgaben der Staatstelegraphen betrugen 3 343 187 * haben daher gegen das Jahr 1879 um 54 815 Fl. abgenommen. Die pneumatische Post beförderte im Ganzen 12 884 Briefe und 67 816 Karten (im Vorjahre nur 10 731 Karten) und 894 616 Telegramme und hat in jeder Richtung zugenommen. — e eine Telegraphe station entfällt in Deutschland auf 4480, in England auf 6430, in Rußland auf 37 860, in Frankreich auf 5000, in Spanien auf 45 840, in Italien auf 12 240, in den österreichischen Kronländern auf 8670, in den ungarischen auf 15 790 Einwohner.
Kunst, Wissenschaft und Literatur.
im Selbstverlage des Lehrers P. Ehrenberg, (Berlin, Gipsstr. 19 a.,) sind soeben 2 Unterrichtsbriefe erschienen, raphirens
„Unterrichtsbriefe“ enthalten, in kurzer, präziser Fassung das Steno⸗
graphiesystem —