1“]
8 8 Inserate für den Deutschen Reichs⸗ und Königl. 3 effentlich er Anze 8 Preuß. Staats⸗Anzeiger und das Central⸗Handels⸗ “
register nimmt an: die Königliche Expedition
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EEE111* *
Inserate nehmen an: die Annoncen⸗Expeditionen des „Invalidendank“, Rudolf Mosse, Haasenstein & Vogler, G. L. Daube & Co., E. Schlotte,
Industrielle Etablissements, Fabriken
2. Subhastationen, Aufgebote, Vorladungen und Grosshandel.
Preußischen Staats-Anzeigers: Berlin SW., Wilhelm⸗Straße Nr. 32.
8*
des Deutschen Reichs-Anzeigers und Königlich
u. dergl.
4. Verloosung, Amortisation, Zinszahlung 88 u. s. w, von öffentlichen Papieren.
1. Steckbriefe und Untersuchungs-Sachen. 5 6
3. Verkäufe, Verpachtungen, Submissionen etc. 7
. Verschiedene Bekanntmachungen. „Literarische Anzeigen.
8. Theater-Anzeigen. In der Börsen- 9. Familien-Nachrichten. beilage.
Büttner & Winter, sowie alle übrigen größeren
Annoncen⸗Bureaux.
Steckbriefe und Untersuchungs⸗Sachen.
Steckbrief. Gegen den unten beschriebenen Eduard Herber von Ulmbach (Kreis Schlüchtern), welcher fluͤchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen lebensgefährlicher Körperverletzung verhängt. Es wird ersucht, denselben zu verhaften und in das Landgerichts⸗Gefängniß zu Hanau abzuliefern. Be⸗ schreibung: Statur kräftig gebaut, Größe über Mittelgröße, Haare hell, Gesichtszüge gewöhnlich, Bart Anflug von Bart. Hanau, den 29. Novem⸗ ber 1881. Der Untersuchungsrichter bei dem König⸗ lichen Landgericht.
Subhastationen, Aufgebote, Vor⸗ ladungen u. dergl.
[442341 Oeffentliche Zustellung.
Die Frau Kreisler, Ernestine Emilie, geb. Tschache, zu Beuthen a. O, vertreten durch den Rechts⸗ anwalt Ilsen hier, klagt gegen ihren Ehemann, den Sattler Carl Ludwig Kreisler, früher gleichfalls hier, jetzt dem Aufenthalte nach unbekannt,
wegen Versagung des Unterhaltes, Trunkenheit und unordentlicher Wirthschaft, Ekel und Ab⸗ scheu erregender Krankheiten, sowie böslicher Verlassung 1 mit dem Antrage auf Ehescheidung: das Band der Ehe zu trennen, den Beklagten für den allein schuldigen Theil zu erklären, ihm
auch die Kosten des Rechtsstreites zur Last zu
legen, und ladet den Beklagten zur mündlichen Verhand⸗ lung des Rechtsstreits vor die 13. Civilkammer des Königlichen Landgerichts I. zu Berlin auf den 30. Mürz 1882, Vormittags 10 ¾ Uhr, mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten Gerichte zugelassenen Anwalt zu bestellen.
Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung dieser Auszug der Klage bekannt gemacht.
Berlin, den 26. November 1881. “
. Buchwald, 8
Gerichtsschreiber des Königlichen Landgerichts I
Civilkammer 13- [44236] Oeffentliche Zustellung. Die Arbeiterfrau Rosalie Stolze, geborene Geb⸗ hard, zu Rawitsch, vertreten durch den Rechtsanwalt Schatz in Lissa in Posen, klagt gegen ihren Ehe⸗ mann, Arbeiter Carl Stolze, zuletzt in Rawitsch, jetzt unbekannten Aufenthalts, wegen böslicher Ver⸗ lassung auf Ehescheidung mit dem Antrage: 1) das zwischen ihr und dem Beklagten be⸗ stehende Band der Ehe zu trennen und den Fa sür den allein schuldigen Theil zu erklären,
2) dem Beklagten die Prozeßkosten aufzulegen, und ladet den Beklagten zur mündlichen Verhand⸗ lung des Rechtsstreits vor die Erste Civilkammer des Königlichen Landgerichts zu Lissa in Posen auf
den 14. April 1882, Vormittags 9 Uhr, mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten Ge⸗ richte zugelassenen Anwalt zu bestellen.
Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht. 8s8 Lissa, den 24. November 1881. 8 G sar11616 Gerichtsschreiber des Königlichen Landgerichts.
144218] Oeffentliche Zustellung.
Der Rentner Johann Friedrich Rost zu Bessun⸗ een klagt gegen Louis von Schauroth und dessen Fhefrau Anna, geb. Gerhard, früher zu Bessungen, jetzt unbekannt wo, aus zu fünf Prozent verzins⸗ lichem Darlehen von ℳ 3000, laut Hypothekurkunde vom 22./27. Februar 1877, mit dem Antrage auf Verurtheilung der Beklagten durch vorläufig voll⸗ strecbare⸗ Urtheil zur Zahlung von 187,50 ℳ Zin⸗ en (für die Zeit vom 27. August 1880 bis 27. No⸗ vember 1881) und ladet die Beklagten zur münd⸗ lichen Verhandlung des Rechtsstreits vor das v7 behvgl. Amtsgericht Darmstadt I. (Zimmer Nr. 16) au e den 24. Februar 1882, ormittags 9 Uhr. Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht. Kümmel, Gerichtsschreiber des Großherzoglichen Amtsgerichts.
8842171 Oeffentliche Zustellung.
Nr. 14 453. Die Firma Ch. Keller u. Cie. zu Heenen. vertreten durch Rechtsanwalt Kuhn in karlsruhe, klagt gegen den Apotheker J. Berlin von Odenheim, zur 2 an unbekannten Orten ab⸗ wesend, aus Waarenkauf von den Jahren 1877/79, woran, nach geleisteten Abschlagszahlungen, noch 1657 ℳ 43 ₰ ausstehen, mit dem we-gn auf Verurtheilung zur Zahlung der restlichen 1657 ℳ 13 ₰ nebst 5 % Zins aus 1624 ℳ 58 ₰ vom 1. Juli d. J. und 5 % aus 32 ℳ 85 ₰ vom Klag⸗ zustellungstag und ladet den Beklagten zur mündli⸗ chen Verhandlung des Segferenn vor die Kammer für Handelssachen des Großherzoglichen Landgerichts zu Karlsruhe auf
Mittwoch, den 25. Januar 1882, Vormittags 9 Uhr,
mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten Gerichte zugelassenen Anwalt zu bestellen.
Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird die⸗ ser Auszug der Klage bekannt gemacht..
Karlsruhe, den 26. November 1881.
Amann, Gerichtsschreiber des Großherzoglichen Landgerichts.
9 2 142191 Oeffentliche Zustellung.
Nr. 14 439. Der Bierbrauer Ludwig Wallraff zu Gernsbach, vertreten durch Rechtsanwalt Süpfle ’8 Karlsruhe, klagt gegen den Bierbrauer Benz von Bermersbach, zur Zeit an unbekannten Orten ab⸗ wesend, aus Abrechnung und bezw. Anerkennung über Waarenkauf⸗Verbindlichkeiten und weiteren gegen⸗
—
seitigen Lieferungen mit dem Antrage auf Verur theilung des Beklagten zur Zahlung des Betrags von 938 ℳ 38 ₰ nebst Zinsen zu 5 % vom Tage der Klagzustellung sowie zur Tragung der Kosten sowohl des Haupt⸗ als des eingeleiteten Arrestver⸗ fahrens und ladet den Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits vor die Kammer für Fen Eesecben des Großherzoglichen Landgerichts zu Karlsruhe auf Mittwoch, den 25. Januar 1882,
. Vormittags 9 Uhr, mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten Ge⸗ richte zugelassenen Anwalt zu bestellen.
Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird die⸗ ser Auszug der Klage bekannt gemacht. .
Karlzruhe, den 26. November 1881. 8
““ Amann, 8
Gerichtsschreiber des Großherzoglichen Landgerichts.
144220] Oeffentliche Zustellung.
Die Helene Ferrari, geb. Uhden, von Buchholz bei Neuenbeken, gegenwärtig in Karlsruhe wohnhaft, Ehefrau des Andreas Ferrari von Paderborn, frühe⸗ ren Glasfabrikanten in Zuffenhausen, Oberamts Ludwigsburg, vertreten durch Rechtsanwalt Sigerist in Ludwigsburg, klagt gegen diesen ihren Ehemann, dessen Aufenthaltsort unbekannt ist, auf Herstellung des ehelichen Lebens, mit dem Antrage: die Civil⸗ kammer wolle erkennen, der Beklagte sei schuldig, das eheliche Leben mit der Klägerin fortzusetzen, und ladet den Beklagten zur mündlichen Verhand⸗ lung des Rechtsstreits vor die zweite Civilkammer des Königlichen Landgerichts zu Stuttgart auf
Freitag, den 21. April 1882, Vormittags 9 Uhr,
mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten Ge⸗ richte zugelassenen Anwalt zu bestellen.
Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht.
Stuttgart, 24. November 1881.
8 Stieglitz, Gerichtsschreiber des Königlichen Landgerichts. Landgericht Hamburg.
[44235] Oeffentliche Zustellung.
C. 3213/81. Die Ehefrau Maria Sophia Augusta Schlömer, geb. Schauer, zu Hamburg, vertreten durch die Rechtsanwälte Dres. Joseph und her. mann, klagt gegen Marquard Heinrich Christian Schlömer, unbekannten Aufenthalts, wegen Ehe⸗ scheicdung, und ladet den Beklagten zur Eides⸗ leistung und weiteren mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits vor die dritte Civilkammer des Land⸗ gerichts zu Hamburg auf den 1. Februar 1882, Vormittags 9 ½ Uhr, mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten Ge⸗ richte zugelassenen Anwalt zu bestellen.
Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird diese Ladung bekannt gemacht. 1“
Hamburg, den 29. November 1881. 1
Gerichtsschreiber des Landgerichts zu Hamburg,
Civilkammer III.
[442077 “ “ Verkaufs⸗Anzeige und Aufgebot In Sachen des Oekonomen J. F. Söhlke zu
Glinde, Gläubigers, wider den Anbauer Harm
Heinsohn in Glinde, Schuldners, sollen die dem
8eßnen abgepfändeten Immobilien, als:
1) die sub Hs. Nr. 80 zu Glinde belegene An⸗ baustelle, ein aus Steinfachwerk unter Stroh⸗ dach erbautes, 16,87 m langes, 11,88 m breites, zwei Wohnstuben mit je 2 Schlafbutzen, eine Kammer, Diele, Vieh⸗ und Bodenraum ent⸗ haltendes, zu 3300 ℳ gegen Feuer versichertes Wohnhaus, nebst Hofraum,
2) folgende unter Artikel Nr. 16 der Grundsteuer⸗ mutterrolle von Glinde aufgeführten Parzellen des ersten Kartenblatts:
197/41 Weide (76 a 55 qm) auf der „Pferde⸗ weide“, 219/54 Acker (1 ha 82 a 54 qm) auf dem „Seekamp“, 220/41 Weide (31 a 95 qm) auf der „Pferde⸗ weide“,
1 226/139 Weide (1 ha 57 aàa 24 qm) im „Timmermoor“
öffentlich auf Meistgebot am
Mittwoch, den 18. Januar 1882, Morgens 10 Uhr, 8
im hiesigen Gerichtslokale verkauft werden.
Alle, welche an den vorbezeichneten Immobilien Eigenthums⸗, Näher⸗, lehnrechtliche, fideikommissa⸗ rische, Pfand⸗ und andere dingliche Rechte, ins⸗ besondere auch Servituten und Realberechtigungen zu haben vermeinen, werden aufgefordert, solche in dem obigen Termine dem unterzeichneten Gerichte so gewiß anzumelden, als sonst für die sich Nicht⸗ meldenden die Rechte und Ansprüche im Verhält⸗ nisse zum neuen Erwerber verloren gehen.
Bremervörde, den 16. November 1881.
Königliches Amtsgericht. II. 1 8 “ v. GAIh.
[44208]
Verkaufs⸗Anzeige und In Sachen des Auctionators L. Klute zu Bremer⸗
vörde, Gläubigers, wider den Anbauer Johann Lührs
in Glinde, Schuldner, follen die dem Letztern abge⸗ pfändeten Immobilien, als:
1) das sub Hs. Nr. 85 zu Glinde belegene, theils massiv und theils aus Steinfachwerk erbaute, 15,93 m lange und 11,56 m breite, mit Stroh gedeckte Wohnbhaus, welches 2 Stuben, 1 Kam⸗ mer, Keller, Diele, Vieh⸗ und Bodenraum ent⸗ hält und mit 3000 ℳ gegen Brand versichert ist, die unter Artikel Nr. 21 der Grundsteuermutter⸗ rolle von Glinde aufgeführten Grundstücke von einem Gesammtflächeninhalte von 4 ha 64 a 75 qm am
S16
Mittwoch, den 18. Januar 1882, “ Morgens 11 Uhr, im hiesigen Gerichtslocale öffentlich auf Meistgebot verkauft werden.
Alle, welche an den vorbezeichneten Immobilien Eigenthums⸗, Näher⸗, lehnrechtliche, fideikommissa⸗ rische, Pfand⸗ und andere dingliche Rechte zu haben vermeinen, werden aufgefordert, solche in dem vorge⸗ dachten Termine dem unterzeichneten Amtsgerichte anzumelden. Für den sich nicht Meldenden gehen solche Rechte und Ansprüche im Verhältnisse zu dem S Erwerber der Lührs'schen Immobilien ver⸗ oren.
Bremervörde, den 17. November 1881.
Königliches Amtsgericht. II. v. Cölln.
[44132]1 Aufgebot.
Der Zieglerknecht Josef Wucher von Babenhausen hat den Antrag auf Todeserklärung seines seit 1853 verschollenen Bruders, des am 5. Oktober 1821 ge⸗ borenen Zieglersohnes Michael Wucher von Baben⸗ hausen, gestellt, und hat das K. bayer. Amtsgericht Babenhausen diesem Antrag mit Beschluß von heute stattgegeben.
Demgemäß ergeht die Aufforderung:
1) an den Verschollenen, sich spätestens in dem
auf
Dienstag, den 26. September 1882,
“ Vormittags 9 Uhr.
bei dem Kgl. bayer. Amtsgericht Baben⸗ hausen angesetzten Aufgebotstermine persön⸗ lich oder schriftlich anzumelden, widrigenfalls er für todt erklärt würde;
2) an die Erbbetheiligten, ihre Interessen im Aufgebotsverfahren wahrzunehmen;
3) an alle Diejenigen, welche über das Leben des Verschollenen Kunde geben können, Mitthei⸗ lung hierüber bei Gericht zu machen.
Babenhausen, den 26. November 1881.
b Der Kgl. Gerichtsschreiber: Nagengast. .
[10373. Edictalladung.
Der am 5. November 1832 zu Hermsdorf in Ostpreußen geborene Musikus Carl Heßke, zuletzt hier als Trompeter beim 4. Kürassier⸗Regimente stationirt, ist seit ungefähr 20 Jahren verschollen.
Auf Antrag des Justizraths Niedt in Heiligenbeil, Namens der Wirthsfrau Louise Hülse, geb. Heßke, und des Wirthssohnes August Heßke, werden der Musikus Carl Heßke und dessen von ihm etwa zurückgelassenen, unbekannten Erben hierdurch auf⸗ gefordert, sich vor, oder in dem dazu auf
den 1. Februar 1882, Vormittags 11 Uhr, an hiesiger Gerichtsstelle, Zimmer Nr. 39, anbe⸗ raumten Termine schriftlich oder persönlich zu melden und daselbst weitere Anweisung zu erwarten, widrigenfalls der Musikus Carl Heßke aus Herms⸗ dorf für todt erklärt wird.
Münster, den 28. März 1881.
Königliches Amtsgericht. Abth⸗
[44112] S8
In Zwangsvollstreckungssachen des Altentheilers Christoph Hiestermann zu Stadensen, Gläubigers, gegen die Ehefrau des früheren Hof⸗ und Mühlen⸗ besitzers Georg Heinrich Christoph Rautenkranz, Louise, geb. Hiestermann, früher zu Gr. Bollensen, jetzt zu Stadensen, Schuldnerin, wegen Forderung, wird auf Antrag des Gläubigers zum öffentlich meist⸗ bietenden Verkaufe des gepfändeten Vollhofs der Schuldnerin, Haus⸗Nr. 2 zu Stadensen, in der Ge⸗ sammtgröße von 97 ha 84 a 7 qm mit 310,81 Thlr. Reinertrag von den Grundstücken, Termin auf
Dienstag, den 28. Februar 1882, 11 Uhr Morgens,
an gewöhnlicher Gerichtsstelle anberaumt.
Die Verkaufsbedingungen liegen auf der Gerichts⸗ schreiberei zur beliebigen Einsicht aus.
In diesem Termine haben auch Alle, welche an
dem obigen Vollhof Eigenthums⸗, Näher⸗, lehnrecht⸗ liche, fideikommissarische, Pfand⸗ und andere ding⸗ liche Rechte, insbesondere auch Servituten und Realberechtigungen zu haben vermeinen, unter Vor⸗ legung der desfallsigen Urkunden das dingliche Recht anzumelden, widrigenfalls dasselbe für den sich nicht Meldenden im Verhältnisse zum neuen Erwerber der beiden Höfe verloren geht. Das Ausschlußurtheil wird nur im hiesigen Kreisblatt und an der hiesigen Gerichtstafel veröffentlicht werden.
Der obige Vollhof besteht an Gebäuden aus Wohnhaus, Scheune, doppeltem Schafstall, Speicher, Backhaus, Schweinestall und Feldschafstall, sowie an Grundstücken aus folgenden in der Grundsteuer⸗ Mutterrolle für Stadensen unter Artikel Nr. 2 ein⸗ getragenen Grundgütern:
Kartenblatt 1 Parzellen Nr. 40, 41 und 42. Die neuen Wiesen, Wiese 43 a 82 qm, Weide 33 a 26 qm und Wiese 43 a 5 qm groß, Kartenblatt 1 Parzelle Nr. 133 vor den neuen Wiesen, Holzung 6 ha 28 a 39 qm groß, Kartenblatt 3 Parzelle Nr. 1, 2, 3, 4 und 5 das Sieksfeld, doppelter Acker 30 a 76 qm und 17 ha 31 a 19 qm, Weide 56 a 66 qm, Holdhüng 68 a 87 qm und Hofraum 96 qm groß, Kartenblatt 3 Parzelle Nr. 13, 14 und 15 Siechs Rieke, Acker 1 ha 87 a 39 am, Weide 2 ha 40 a 24 qkm und Acker 2 ha 27 a 84 qm gro Karten⸗ blatt 3 Parzelle Nr. 26 im Mertzerfelde, Acker 14 ha 33 a 90 qm groß, Kartenblatt 4 Parzelle Nr. 5 und 6 hinterm Dorfe, Acker 20 a 14 qm und Wiese 30 a 10 qm groß, Kartenblatt 4 Parzelle Nr. 168/7, 169/8, 170/8 und 171/8 im Dorfe, Garten 19 a 38 qm, Hofraum 45 a 57 qm, Weide 17 a 68 qm und Hausgarten 1 a 90 qm groß, Kartenblatt 4 Parzelle Nr. 99 Lage Feld, Acker 6 ha 20 a 52 qm groß, Kartenblatt 4 Parzelle Nr. 122, 123, 124 und 125 die Raumen Wiesen, Acker 64 a 23 qm, doppelte Wiese 71 a- 23 qm und 71 a 1 qm, auch Acker 76 a 60 qm groß, Kartenblatt 4 Parzelle Nr. 136, 137 und 138 in den Uhlenbrüchen, Acker 1 ha 98 a 25 qm, doppelte Wiesen 1 ha 42 a 78 qm und 1 ha 59 a 26 qm groß, Kartenblatt 6 Parzelle Nr. 1 und 2 auf dem Schöneblecksen Berge, Holzung 1 ha 79 a 30 am und Weide 10 ha 81 a 84 am groß, Kartenblatt 6 Parzelle Nr. 13 und 14 im Baren⸗ bruch, Holzung 3 ha 13 a 8 qm und Weide 80 a 94 qm groß, Kartenblatt 6 Parzelle Nr. 28 und 29 am Bornbach, Holzung 2 ha 76 a 20 qlm und Weide 1 ha 94 a 66 qm groß, Kartenblatt 7 Par⸗ zelle Nr. 9 und 10 hinterm Schönblecksen Berge, Wiese 47 a 26 qm und Holzung 52 a 12 qm groß, Kartenblatt 8 Parzelle Nr. 4 auf dem Schönebleck⸗ sen Berge, Holzung 3 ha 1 a 42 am groß, Karten⸗ blatt 11 Parzelle Nr. 9 auf den Fastenbergen, Hol⸗ zung 4 ha 82 a 27 qm groß und Kartenblatt 12 Nr. 39 am Escheder Wege, Acker 5 ha 10 a groß.
Uelzen, den 27. November 1881.
Königliches Amtsgericht II. O. Guttermann.
184210 Bekanntmachung.
Durch Ausschlußurtheil des unterzeichneten Gerichts vom 16. November 1881 sind die Dokumente über die auf dem dem Eigenthümer Hermann Heese zu Borkow gehörigen, im Grundbuche von Borkow Blatt Nr. 24 in rubr. III. für Christian Ludwig Bumke eingetragenen Posten, nämlich: 8
a. Nr. 5a.: 169 Thlr. 14 Sgr. Vatererbe nebst
“ Finsen, ein Stier oder 10 Thaler, ein
hocht⸗ tskleid oder 6 Thaler, zwei Scheffel
Roggen zur Ausstattung,
b. Nr. 5b.: 74 Thaler 16 g. Gr. nebst 5 % Zinsen,
c. Nr. 6: 25 Thaler unverzinsliches Schwester⸗
erbe, für kraftlos erklärt worden. G Landsberg a. W., den 16. November 1881. Königliches Amtsgericht.
Abhanden gekommen
b nh. 4000 Rumänische 6 pCt. Rente 1
Vor
5* Berlin, 30. November 1881.
No. 402,071 bis 402,080. Ankauf wird gewarnt!
[44246]
Kunstgewerbe-Huseum.
die Sammlung stt geöffnet: Sonntag 12 — 3, Mittwoch und Sonnabend 10—3, un⸗ entgeltlich. Dienstag, Donnerstag und Freitag 10—8 für die Inhaber von Mitglieds⸗ oder Stu⸗ dien⸗Karten unentgeltlich, für andere Besucher gegen
50 ₰ Eintrittsgelv. — Die Bibliothek it eöffnet: an allen Wochentagen von 10—3 und am ontag, Dienstag, Freitag und Sonnabend Abend von 7 ½ — 9 ½ Uhr Abends. Berlin, November 1881. Grunow, I. Direktor. [142450]
Renten⸗Versicherungs⸗
Zur statutenmäßigen Wahl Eb1“ 1 Mitgliedes des Kuratoriumag, 1 Stellvertreters desselben innd— 1 stellvertretenden Revisions⸗Kommissarius ist eine Generalversammlung der Interessenten
der Preuß. Renten⸗Versicherungs⸗Anstalt auf
u
Vormittags
den 21. Dezember d. d. 18 Anstalt,
10 - Uhr, im Geschäftslokale der Kaiserhofstraße Nr. 2, hierselbst, anberaumt, zu welcher die Stimmberechtigten unter Hinweis auf die Bestimmungen im §. 56 und 57 des Statuts mit dem Bemerken hierdurch einge⸗ laden werden, daß die Kandidatenlisten vom 8. De⸗ zember d. J. ab in dem gedachten eingesehen werden können. Berlin, den 28. November 1881. Kuratorium 8 der Preuß. nene erscherunoe-las v. Kehler.
Druck: W. Elsner.
Vier Beilagen
(osücblieglich Berser Beloe„.
außerdem eine Bekanntmachung. betreffend die Niederlegung der im — 1880/81 durch die Tilgungsfonds eingelösten Staatsschuldendokumente. 9
Gefällige Mittheilungen werden erbeten an die 8 Fereinsbank.
ö“ bat, daß ihm und seiner Partei der Name „Stzessionist“ beigelegt
No. 281.
chen Reichs⸗
zum Deut
1881.
ats⸗Anzeig
Nichtamtliches.
Preußen. Berlin, 30. November. In der gestri⸗ gen (5.) Sitzung trat der Reichstag in die zweite Be⸗ rathung des Entwurfs eines Gesetzes ein, betreffend die Fest⸗ stellung des Reichshaushalts⸗Etats für das Etatsjahr 1882/83 mit der Diskussion über den Etat des Reichstags. Der Abg. Rickert bemerkte, über den Ausfall der Reichstags⸗ wahlen sei von der offiziösen Presse und gestern von dem Reichskanzler eine Statistik mitgetheilt worden, die das wunderbare Ergebniß habe, daß aus der Wahlschlacht siegreich und mit dem erhabenen Gefühl der Anerkennung der
Nation einzig und allein die Deutschkonservativen hervorge⸗
Im Drange der Geschäfte habe der Reichs⸗ ffiziösen Zahlen nicht geprüft und über⸗ daß die konservative Partei sich aus zwei Gruppen zu⸗
seien.
ammensetze, während der Kanzler nicht übersehen habe, daß die
iberale sich aus drei zusammensetze. Vorbehaltlich näherer Be⸗ lehrung bestreite er die Authentizität dieser Zahlen, die nach der nachdrücklichen Erklärung des Reichskanzlers einen amt⸗ ichen Charakter haben sollten. Er frage: wer habe diese
Statistik aufgemacht und auf Grund welcher Mittheilungen?
Er bestreite die Richtigkeit derselben.
Allerdings sei selbst das
amtliche Material des „Reichs⸗Anzeigers“ vielfach ungenau;
8
8 liche Statistik im Reichstage,
“ sei in den nächsten Tagen überwiesen werde?
des Reichstags
notorische Mitglieder der Reichspartei oder Nationalliberalen eien dort als Deutschkonservative bezeichnet worden. Der Reichskanzler habe gestern gesagt, daß die Sezessionisten — (beiläufig, dieser Spottname sollte keinen Eingang in die Akten des Hauses finden, seine Partei habe sich als Sezessionisten bezeichnet, er und seine Freunde seien liberale Männer und ägälten in den Akten des Reichstags als Mitglieder der libe⸗ ralen Vereinigung dieser vom Volke wenig verstandene Namen sollte nicht in die Diskussion geworfen werden) — 370 000 Stimmen erhalten hätten. Es seien aber 430 000. oder 450 000. Er (Redner) bezweifle auch, allerdings auf Grund nichtamtlichen Materials, daß die Deutschkonservativen 120 000 Stimmen gewonnen hätten, denn es seien in diese Statistik Mitglieder der Reichspartei oder gar Liberale mit Stehe irgend etwas im Wege, daß diese amt⸗ der dabei wesentlich interessirt Das Bureau würde dann die Möglichkeit einer Kontrole
erhalten. Andernfalls bitte er das Präsidium, daß aus den
Wahlakten des Reichstags, wie es seit Jahren im preußischen
Abgeordnetenhause üblich sei, eine amtliche Statistik aufgestellt
werde, wenn die Herren wollen,
selbst vornehmen und dann in authentischer Form. kboommissare seien
sogar ohne Bezeichnung des Parteicharakters; der Reichstag werde dann diese Statistik Die Wahl⸗ ja gar nicht in der Lage über die Partei⸗ stellung der Gewählten und der Wähler authentische Auskunft
Hierauf nahm der Bevollmächtigte zum Bundesrath Staats⸗Minister von Boetticher das Wort:
Meine Herren! Der Antrag, den der Hr. Abg. Rickert zu stellen beabsichtigt, ist entbehrlich. Wie bisher nach jeder Reichstagswahl, so wird auch gegenwärtig von dem statistischen Amte des Deutschen Reiches eine Wahlstatistik ausgearbeitet und durch die offiziellen Publi⸗ kationen des statistischen Amtes veröffentlicht. Diese Statistik wird gemacht nach den amtlichen Berichten der Wahlkommissarien. In diesem Jahre, wie bei früheren Wahlen, waren die Wahlkommissarien angewiesen, unmittelbar nach der Feststellung des Wahlergebnisses
die Zahlen über die Wahlbetheiligung und die Abgabe der Stimmen
amtlichen Mittheilungen
direkt an das statistische Amt mitzutheilen, und auf Grund dieser sind die Ergebnisse gewonnen, von denen
gestern der Herr Reichskanzler gesprochen hat. Diese Ergebnisse sind
8 also durchaus amtlich, und ich habe nur in der Beziehung einen
sicht nicht haben.
*
haben, was i
Vorbehalt zu machen, daß bei einer ganz verschwindend kleinen An⸗ zahl von Wahlbezirken an dem Tage, an dem die Berechnung auf⸗ gestellt worden ist, die offiziellen Nachrichten, oder vielmehr die offizielle Bestätigung der vorläufigen Nachrichten, die mit⸗ getheilt waren, noch nicht vorlag. Es ist, wenn ich nicht irre, dies der Fall gewesen bei etwa 7 Wahlbezirken. Es ist sehr wohl möglich, daß in geringem Maße sich die Zahlen, die gestern nach den bisher vorliegenden Mittheilungen gegeben worden sind, in etwas korrigiren, einen großen Einfluß werden sie aber auf die Ueber⸗
Nun, meine Herren, sollten sie aber auch einen Einfluß ch — wie gesagt — nicht glaube, so wird sich das binnen kurzem zeigen, denn es ist zu erwarten, daß innerhalb weniger Tage,
hiitcch in der Lage sein werde, dem Reichstage eine Uebersicht zu geben,
die auf Grund der offiziellen zweifelsfreien Mittheilungen gemacht
worden ist. Es wird diese Nachweisung demnächst, wie das auch früher ge⸗
scchehen ist, weiter verarbeitet werden; hierzu gehört einige Zeit, und es wird
namentlich die genauere Angabe darüber, wie sich das Stimmen⸗
verhältniß und der Zu⸗ und Abgang in den einzelnen Wahlkreisen im
Ganzen und prozentual gestellt hat, erst nach Verlauf einiger Wochen publizirt werden können. In der Hauptsache glaube ich behaupten zu dürfen, daß die jetzt gegebenen Zahlen annähernd die richtigen sind. Wenn der Hr. Abg. Rickert gemeint hat, es sei ganz unmöglich für
den Wahlkommissarius, die Parteistellung richtig zu bezeichnen, so habe ich zu bemerken, daß die Bezeichnung der Parteistellung auf den Angaben der Kandidaten beruht. (Widerspruch links.) — Meine Herren,
4 verzeihen Sie mir, die Wahlkommissarien haben nicht die Befugni
8
seinen N
den Kandidaten einzuschätzen, sondern sie nehmen die Mittheilung darüber, zu welcher Partei der Kandidat gehört, entweder aus dem Munde des Kandidaten selbst entgegen oder aus dem seiner Partei⸗ genossen. Wenn der Hr. Abg. Rickert sich endlich darüber heklagt
wird, ja, meine Herren, so glaube ich ihm Fechnzese⸗ zu können aus verschiedenen Publikationen seiner Parteigenossen, daß dieser Name von diesen selbst gebraucht wird. 5 Fan ergriff der Reichskanzler Fürst von Bismarck ort:
„IZch erlaube mir die Aeußerung meines Herrn Nachbarn noch in einem Punkte zu vervollständigen, in Anknüpfung an die wenigen Worte, die ich von der Aeußerung des Herrn Vorredners gehört habe. Derselbe zog die Authentizität des „Reichs⸗Anzeigers“ in Zweifel. Das mag dabhingestellt sein. Es handelt sich hier nicht um die, ondern, wie wir soeben gehört, um die Authentizität der Angaben r Wahlkommissarien, resp. des statistischen Bureaus. Er be⸗
hauptete, daß die Partei, für welche er den Namen „Sezessionisten“ ch habe aber nicht genau vernommen, wie die
vF — n m — en eigentlich künftig genannt zu werden wünschen, ich bin gerne bereit,
seden Namen zu gebrauchen, — also er
uptete, da 42 i zufolge über
Stimmen gehabt hätte und
nicht 370 000. Meine Herren, ich bitte doch, sich zu erinnern, daß ich gestern einmal gesagt habe: in Bezug auf die Details bis in die Einer hinein kann ich nicht einstehen, — ich habe runde Summen überhaupt gegeben, aber daß ich 8 ausdrücklich bevorwortet habe, die Wahlen vom 27. Oktober. Es haben hundert Stich⸗ wahlen stattgefunden. In den Stichwahlen befindet sich aber der Wähler in einer Zwangslage, er kann nicht frei für den Mann seiner Wahl stimmen, er ist genöthigt, für Einen von Zweien zu stimmen, von denen ihm der Eine weniger als der Andere unlieb ist, aber vielleicht Beide unlieb. Die Stichwahlen fälschen deshalb das ur⸗ sprüngliche Bild der Stimmung der Gesammtheit der Wähler; ein solches kann nur entnommen werden aus der Wahl, die am 27. Oktober stattgefunden hat, und über die lautet die amtliche Ziffer, welche auf die Herren von der Partei des Herrn Redners gefallen ist, 370 000. Sie ist nachher durch die Nothlage der Wähler in den Stichwahlen auf 420 000 gewachsen. Auch diese Statistik habe ich hier vollständig. Das ist aber etwas ganz Anderes, da haben eine Menge vielleicht für die Sezessionisten gestimmt, weil diese Partei ihnen noch vorzuziehen schien im Vergleich zu der anderen, für die allein sie die Wahl hatten, aber durchaus nicht, weil sie von Hause aus dieser — freihändlerischen Partei, wie ich sie nach meiner Auffassung einmal nennen will, zugethan wären und für dieselben gestimmt haben würden, wenn sie freie Wahl gehabt hätten.
Ich möchte Sie bitten, solche amtliche Angaben nicht so ohne Weiteres anzuzweifeln und als der Verifikation bedürftig hinzu⸗ stellen. Sie haben es mir im vorigen Jahre hier und in der Presse vorgeworfen, wenn ich die Amtsführung in verschiedenen Städteverwal⸗ tungen kritisirt und angezweifelt habe; aber von Ihnen werden doch auch die amtlichen Wahlkommissäre, die ihrerseits amtliche Berichte erstattet haben, so hingestellt, als ob ihre Nachrichten an und für sich verdächtig wären und nicht so ohne Weiteres ange⸗ nommen werden könnten, als ob das statistische Bureau eine poli⸗ tische Tendenz hätte, die bei der Reichsstatistik nie vorgekommen ist, — bei anderen Statistiken mag dies allerdings der Fall gewesen sein. In die Reichsstatistik hat sich diese Neigung nie ein⸗ geschlichen, und ich bitte daher, bis auf weitere Feststellungen diese Angaben als amtliche anzunehmen und die amtlichen Leistungen bei der Reichsbehörde nicht in dieser Weise in Zweifel zu ziehen, ohne weitere Unterlagen dafür zu haben, als die Verdrießlichkeit über die Resultate. .
Der Abg. Rickert erklärte, der Ausfall der Wahlen habe bei ihm keine Verdrießlichkeiten verursacht, dieselben seien vielmehr für seine Partei so überraschend günstig ausgefallen, daß er am Tage der Wahl an das ihm mitgetheilte Resultat nicht habe glauben wollen. Der Reichskanzler habe seine Partei wieder Sezessionisten, einmal auch Freihandelspartei genannt. Er lehne diesen letzteren Ausdruck nicht ab; es habe eine Zeit gegeben, wo der Neichskanzler in Gemeinschaft mit dem Abg. von Minnigerode Vorkämpfer des Freihandels⸗ prinzips gewesen sei, er und seine politischen Freunde seien nur nicht in der Lage, so schnell und mit der Leichtigkeit ihre Ueberzeugung zu wechseln, wie der Reichskanzler. Seine Partei könne die Prinzipien der Steinschen Gesetzgebung, welche Preußen groß gemacht, nicht so leicht vergessen und mit ande⸗ ren vertauschen. Wenn seine Bitte, seiner Partei gegenüber von dem Ausdruck Sezessionisten abzusehen — seine Partei heiße liberale Vereinigung — keinen Anklang finde, so sei das Sache der rechten Seite dieses Hauses. Was seine (des Redners) Bemängelung der amtlichen Sta⸗ tistik betreffe, so lasse sich ja die Frage ganz einfach dadurch entscheiden, daß dem Hause das statistische Material zur Kontrole vorgelegt werde, es werde sich dann ergeben, daß für die liberale Partei am 27. Oktober 437 000 Stimmen abgegeben seien. Gegen die amtliche Statistik habe er keines⸗ wegs Mißtrauen; er wünsche nur, daß dem Hause die Mög⸗ lichkeit der Kontrole geboten werde.
Hierauf nahm der Reichskanzler Fürst von Bismarck
wie folgt das Wort: 8 Ich kann nur die Versicherung wiederholen, daß dieses Material dem Reichstag vorgelegt werden und Alles darüber mitgetheilt werden wird, was wir haben. Ich ergreife nur nochmals das Wort, um den Herrn Vorredner und den Reichstag darauf aufmerksam zu machen, daß selbst diese kurze inzidentielle Debatte nicht vorübergehen kann, ohne daß sie benutzt wird, um gegen mich persönlich und gegen meinen politischen Charakter Insimuationen zu richten. Sie haben eben gehört, der Herr Vorredner hat mir vorgehalten, er gehöre im Vergleich mit mir nicht zu den Leuten, die ihre Ueberzeugung rasch wechseln. Er hat gesagt, ich sei früher Freihändler 228g ; er macht mir den Vorwurf, daß ich meine Ueberzeugung mit leichtfertiger Schnelligkeit wechselte; ist das etwa kein persönlicher Vorwurf? Weshalb also diese unartikulirten Töne, mit denen Sie meine Be⸗ chwerden darüber soeben begrüßten? Der Vorwurf ist höchst per⸗ shnc und sachlich vollständig überflüssig. Es kommt nicht darauf Sorte Mensch ich bin, ob ich leicht⸗ fertig oder zuverlässig bin: es kommt darauf an, ob meine Vor⸗ lagen gute und richtige sind; die haben Sie zu prüfen. Ich muß aber seit zwanzig Jahren immer hören: „Der Herr Minister⸗Präsident hat gesagt.“ — Nun, mag er Unsinn geredet haben, es fragt ich immer nur, ob seine Vorlage aut ist; sachliche Diskussion ist bei⸗ nahe nie gewesen. Es ist immer bei der Kritik meiner Person verblieben, bei dem Versuch, mich in Widerspruch zu bringen mit meiner Vergangenheit. Ich könnte dem Herrn Vorredner darauf antworten: delicta juventutis meae ne memineris! denn es ist schon lange her. Aber sch will lieber wiederholen, — was ich in Bezug auf diesen Punkt schon öfter gesagt habe, und was damit endlich ab⸗ gethan sein könnte, so daß ich bitten darf, doch der Versuchung zu widerstehen, die Debatte immer wieder auf das persönliche Gebiet zu lenken und an mir selbst herumzumäkeln und herumzunörgeln. Ich habe schon gestern wiederholt, ich habe schon oft gesagt: ich bin die ersten 15 Jahre meiner ministeriellen Thätigkeit von der auswärtigen Politik absorbirt gewesen und habe es gar nicht für meinen Beruf gehalten, mich um die innere Politik des Reichs wesentlich zu be⸗ kümmern, auch nicht die Zeit dazu gehabt; ich habe angenommen, daß das Innere in guten Händen wäre. Nachher bin ich, da mir die Hände, die ich für gut hielt, abhanden kamen, ge⸗ nöthigt gewesen, mir die Sache selbst anzusehen, und habe gefunden, daß, wenn ich bis dahin in verba wagistri geschworen hatte, die thaisächlichen Resultate den Voraussetzungen nicht entsprachen, die unserer Geseygebung zu Grunde gelegen hatten. Ich habe den Ein⸗ druck gehabt, daß wir unter dem seit 1865 eingeführten Freihandels⸗ vstem der Auszehrung verfielen, die durch den Blutzufluß der 5 illiarden⸗Kontribution einige Zeit aufgehalten wurde, und daß es nothwendig sei, hier eine Remedur eintreten zu lassen. Meine Herren, ich will Ihnen wünschen — Sie werden vielleicht einmal eine fortschrittliche Regierung haben —, daß Sie dann Staatsmänner finden, die nie mit sich selbst in Widerspruch getreten sind, auch wenn Sie zwanzig Jahre weit zurückgreifen, und die mit einer übermenschlichen Sicherheit und Weisheit von Haus aus vor 446‿—ꝙꝙꝙ 5 erkannt haben, wie sie nach zwanzig Jahren über die Dinge, wie sie
an, was für eine
dann liegen, denken würden. Das würden aber eben Leute sein, die mit ihrer Zeit nicht fortgeschritten sind, die aus ihrer Zeit nichts ge⸗ lernt haben, wie ich überhaupt den Eindruck habe, daß die Fort⸗ schrittspartei — und die ihr nahe verwandte, für die ich immer die richtige Bezeichnung vergesse — ihren Namen des Fortschritts mit Unrecht trägt; die Reichspolitik schreitet fort, geht mit ihrer Zeit; die Fortschrittspartei würde eher den Namen Hemmschuhpartei ver⸗ dienen, sie negirt, was die Regierung bringt, und bringt ihrerseits nichts, weil sie nichts weiß.
Der Abg. Richter (Hagen) erklärte, ohne die Inter⸗ vention des Reichskanzlers wäre diese ganze Frage beim sta⸗ tistischen Bureau in aller Ruhe geschäftsmäßig diskutirt wor⸗ den. Der Reichskanzler gebe selber zu, sich mit dieser Frage früher nicht beschäftigt zu haben. Wäre dies auch der Fall gewesen, als derselbe 1875 den Reichstag feierlich aufgefordert habe, mit ihm zu gehen, um den Zolltarif auf wenige Artikel zurückzuführen und den Freihandel radikal zur Durchführung zu bringen? Habe der Kanzler damals in dieser Sache auch noch nichts gelernt gehabt? Habe derselbe die Frage erst nach 1875 zu studiren angefangen? (Fürst Bismarck: Ja.) Nun, nach⸗ dem der Kanzler nach so kurzem Studium zu so überraschend entgegengesetzten Ansichten gekommen sei, werde derselbe viel⸗ leicht, wenn er weiter studire, doch noch zu besseren Ansichten gelangen, und es scheine demnach nicht aussichtslos, von dem weniger gut informirten an den in der Zukunft besser zu in⸗ formirenden Reichskanzler zu appelliren. Was die von dem Reichskanzler gestern verlesenen Wahlziffern betreffe, so in⸗ teressirten hauptsächlich die daraus gezogenen Schlüsse. Das gebe er zu, daß nicht die Stichwahl, sondern der erste Wahlgang maßgebend sein müsse. Wenn man die Stich⸗ wahl gelten lassen würde, so würden viele tausend Konservative als Sozialisten eingerechnet werden, die bekanntlich für diese gestimmt hätten, als die dem Reichskanzler näher stehende Partei. Der eigentliche Fehler in der Rechnung des Reichs⸗ kanzlers liege darin, daß derselbe seiner besten Truppen, der Freikonservativen, nicht gedacht habe. Derselbe habe die Ver⸗ wandtschaft beider Fraktionen einst selber betont, indem er ge⸗ sagt habe, dieselben unterschieden sich wie Füsiliere und Mus⸗ ketiere nur durch das Lederzeug. Was würde man nun von einem General sagen, welcher sich freuen würde, daß seine Musketiere so wenig Verluste gehabt hätten, während seine Füsiliere fast ganz drauf gegangen seien. Da der Reichskanzler augenscheinlich seine Akten vor sich habe, so würde derselbe seine (des Redners) Partei verbinden, wenn er die Verlust⸗ ziffern der Freikonservativen dem Reichstage mittheilen würde.
Demnächst ergriff der Reichskanzler Fürst von Bismarck das Wort:
Ich möchte zuvörderst, um auf meine Beschwerde von vorher zurückzukommen, an den Reichstag appelliren, ob in der eben gehörten Rede vom Anfang bis zum Ende — mit Ausnahme des Schlusses allenfalls — etwas Anderes als eine Kritik meiner Person und aus⸗ drückliche Absehung von dem Sachlichen, von dem wir reden, vor⸗ handen war. Ich weiß wirklich gar nicht, wovon Sie reden werden, wenn ich plötzlich in einer Versenkung verschwinde, dann bietet die Diskussion kein Objekt; der Kugelfang, zu dem ich gewissermaßen diene, an dem Jeder seine üble Laune ablagert in persönlicher Kritik gegen mich, fällt dann fort, und die Herren werden dann genöthigt sein, auf einander Feuer zu geben, wenn Niemand mehr zwischen ihnen steht, während sie sich jetzt an die Person des Reichskanzlers halten dafür, daß er nicht gerade bei der Fraktion des Redners Dienste nimmt. Die Vertretung sachlicher Vorlagen, die sachliche Vertretung der eigenen Ansicht, der eigenen
läne, der eigenen Ziele, kommt dabei ganz zu kurz. Man at über die positiven Ziele, zu denen die Fortschrittspartei schließ⸗ lich hinauskommen will, bei dieser Art zu verfahren niemals etwas erfahren; sie hat von Hause aus, wie es scheint, über keine Sache eine feste positive Meinung, über kein Ziel, das sie verfolgt, sondern sie bildet sich eine Meinung erst im Widerspruch gegen die der Re⸗ gierung, es ist immer die entgegengesetzte; wenn die Regierung ihre Meinung verschweigt, dann werden die Herren in einiger Verlegenheit sein, was für eine Meinung sie ihrerseits haben. Ich will nur kon⸗ statiren, daß auch diese Rede wieder von Anfang bis zum Ende sich mit meiner Person und nicht mit der Sache beschäftigt, und werde Gelegenheit nehmen, das noch öfter zu konstatiren, wo ich es wieder finde, daß die Aufgabe der Redner hier darin besteht, blos weiter zu verfahren auf der Basis, die mir seit 18 Jahren in der Stimme des Hmn. Professor Virchow vor den Ohren gegenwärtig ist: „Der Herr inister⸗Präsident hat gesagt!“ Darauf basirt dann die ganze Rede. Nun gut! Sie werden unter Umständen einen Minister⸗Präsidenten oder einen Reichskanzler haben, der gar nichts sagt, und das wird Felleich günstig sein, damit Sie sich weniger mit der Person be⸗ äftigen. 2 Ich habe ausdrücklich gesagt: 15 Jahre hat mich die auswärtige olitik absorbirt; die Ziffer des Jahres 1877, die ich genannt habe, abe ich aus Gründen, die mir bekannt sind, ausdrücklich als eine entscheidende, einen Abschnitt bildende betrachtet für meine diploma⸗ tischen Aufgaben, aber zugleich als eine solche, wo mir die Noth⸗ des Landes, das Ausblasen aller Hochöfen, das Zurückgehen des Le⸗ bensstandes, der Industrie, der Arbeiter, das Darniederliegen aller Geschäfte ausschließlich so nabe trat, daß ich mich um diese Dinge bekümmern mußte. Wenn der Herr Vorredner meint, daß ich seit der Zeit, also in 4 Jahren, darüber nicht so sehr viel gelernt haben könnte, so muß ich ja in meiner Bescheidenheit das sugeben⸗ ibm gegenüber eben so gut wie gestern dem Hrn. Abg. Lasker gegenüter, daß ich nicht die angeborene Sicherbeit habe, Alles von Hause aus zu wissen; aber mit vieljähriger ehrlicher Arbeit kann man, wenn man an der Spitze der Geschäfte steht, sich immer einige zutreffende Ansichten bilden, namentlich wenn man vorher fast lebenslang auch in der Mitte des praktischen Lebens gestanden hat, was von den Herren nicht gesagt werden kann, deren Lebensaufgabe es ist, ihre Meinung in Schrift und in der Presse und auf der Tribüne zwar zu vertreten, aber sie nicht dadurch zu berichtigen, daß sie selbst im Volke leben, — ich verstehe darunter, daß sie selbst produzirend mit⸗ zuwirken, daß sie die Leiden und Freuden des arbeiteden und produ⸗ zirenden Volkes an sich selbst mitempfunden haben — dabei erkennt man mehr als aus der bloßen Büchergelehrsamkeit, was dem Volke fehlt.
Der Herr Vorredner hat ferner den Wunsch ausgesprochen, die Wahlliffer der Freikonservativen zu kennen. Ich werde diesen Wunsch sofont erfüllen, berichtige aber doch zuerst die Tendenz meiner ganzen hsstrigen Acußerung. beß die Deutschkonservativen gewonnen haben,
as war ja nur eine beiläufige Bemerkung von mir; meine Haupt⸗ absicht war nur, dem Selbstgefühl, welches bei den Liberalen den Ausdruck fand in der Rede des Hrn. Abg. Lasker: wir sprechen hier im Namen der Nation, wir vertreten die Nation, wir wissen, was die Nation will. ihr Uebrigen habt stille zu sein, die Nation will dies und das — einen kleinen Dämpfer aufzusetzen, indem ich den Libe⸗