1882 / 9 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 11 Jan 1882 18:00:01 GMT) scan diff

w

.

1880, aber 33 526 609 f mehr als in 1879. Der Ausfuhrwerth im Dezember 1881 bezifferte sich auf 20 182 052 nahme von 1 967 263 gegen Dezember 1880, und von 3 594 432 £ gegen 1879 darstellt. Der Gesammtausfuhrwerth des Jahres 1881

betrug 233 938 919 oder 10 878473 mehr als in 1880 und

terhalten, über welches monatlich ein ——,7 Anzeiger und von eit zu Zeit Fachkataloge erscheinen, haben soeben wiederum 2 Lager⸗ x enthält ein Ver. zeichniß von 914 Schriften über Botanik unter folgenden 6 Rubriken: Zeitschriften, Geschichte und Bibliographie

der Botanik, Biographien, Systematik und Terminologie; Anatomie und Physiologie der Pflanzen; Pflanzengeographie, Floren, Herbarien; In; Kryptogamen. Nr. 103 bringt

ein Verzeichniß von 516 Schriften, von denen 270 sich auf Württem⸗ 1. seine Geschichte und

seine sonstigen Verhältnisse, wie Staatsrecht, nhendrecht, Statistik, eils au

Ortschaften, einzelne Herzöge, sowie einzelne Ereignisse im Besonderen), 235 auf das Großherzogthum Baden (theils auf das Land im All⸗

taloge, Nr. 102 und 103, ausgegeben. Nr. 102

Botanik im Allgemeinen,

fossile Pflanzen; Phanerogamen; berg (theils auf Württemberg im Allgemeinen, ünzwesen u.

s. w. im Allgemeinen,

gemeinen, theils auf einzelne Ortschaften, auf Geschichte, Geographie, aber auf Hohenzollern beziehen.

Statistik u. s. w. des Landes), 12

Unter den aufgeführten Werken befinden sich viele wichtige Schriften.

Karlsruhe im verflossenen Jahre

Herren, die das Constanzer Konzil besuchten, enthält. Gewerbe und Handel.

☛. London, 9. Januar. (Allg. Corr.) Den Ausweisen des bri⸗ tischen Handelsamtes für Dezember sowie für das ganze Jahr 1881 zufolge beträgt der Einfuhwerth des vergangenen Monats

d. i. eine Zunahme von 18 408 im Vergleich mit

- Abnahme von 2 104 704 £ gegen Dezember 1879. Der Einfuhrwerth für das ganze Jahr 1879

33 235 260 f.,

dem Monat Dezember 1880 und eine

belief sich auf 395 656 350 9, d. i. 15 553 706 £

42 407 161 f mehr als in 1879.

boten 1853 Ballen, verkauft 867 B.

Havre, 10. Januar.

Wollen alter Schur 5 bis 10 Centimes billiger.

85 000 QOrtrs.

New⸗York, 9. Januar. (W. T. B.)

nent 30 000, do. von Kalifornien und Oregon Verkehrs⸗Anstalten. New⸗York, 10. Januar. 1 Erin“ von der National⸗Dampfschiffs C. Messingsche Linie) ist hier eingetroffen.

r b- Wir beschränken uns darauf, auf die photo⸗ lithographische Ausgabe der Originalhandschrift von Ulrich Richendals berühmter Chronik des Constanzer Konzils, die von Prof. Sevin in

1 besorgt und nur in 40 Exemplaren für Subskribenten hergestellt worden ist, aufmerksam zu machen. Das Werk ist bekanntlich von großem Werthe für das Studium der Sitten und Trachten der Zeit und zugleich als Wappenbuch von Wichtigkeit, da es die Wappen aller inländischen und ausländischen Fürsten und

, was eine Zu⸗

(W. T. B.) Wollauktion. Ange⸗ Bei wenig belebtem Geschaft

—.) Weizenverschif⸗ fungen der letzten Woche von den atlantischen Häfen der Ver⸗ einigten Staaten nach England 62 000, do. nach dem Konti⸗

(. T. B) Der

einzelne

interessante und

weniger als in

nach England

Dampfer „Company

Nationalgalerie ist dem Blechens, August Bromeis' und Marie von Parmentier's gewidmet. b Die ersten Säle enthalten die Arbeiten der letztgenannten Künstlerin

Berlin, 11. Januar 1882. Die gegenwärtige XIV.

Andenken

(geb. 1846 zu Wien, gest. 1879 zu Florenz), bestehend

Landschaftsstudien, welche eine feinsinnige Beobachtung und ausgeprägt In zwei großen Oelgemälden, welche

seinem Hafen zeigen, wird das Streben Luftstimmung fast verhängnißvoll für den Ge⸗ Außer von der französischen Nordküste hat die Künst⸗ „Veduten und Studien aus der

Tirol und Steyermark, aus Ihre Oelstudien

und ausgeführten Bilder sind breit und kühn behandelt, während die quarellen, namentlich ein Hof in Mödling und ein Kreuzgang in

malerische Auffassung bekunden. Ansichten von Dieppe und nach naturwahrer sammteindruck. Ferin auf ihren zahlreichen Reisen Umgegend von Paris, aus Oberbayern,

A

ien und Umgegend und aus Italien gesammelt.

Sonder⸗Ausstellung in der Adolf Schrödters,

Karl

in zahlreichen

romantisirende Erfindungsgabe und andererseits feinen Sinn für die verschiedenen Stylarten der Architektur bekunden, die er offenbar sehr sorgfältig studirt, dann aber phantastisch idealisirt hat.

Strebens doch eigentlich nicht zur Vollendung gelangt und darüber in Verbitterung gestorben, so bieten uns die nächsten Räume das Bild einer völlig ausgereiften, scheinung von sinnigem Schrödter (geboren 1805 zu Schwedt, war es vergönnt, in einem langen Leben alle Schätze seiner viel⸗

Berchtesgaden, in eigenthümlichem Kontrast zu jenen große, Gewissen

ohne dabei auf wirksame Lichteffekte zu verzichten.

und figürlicher Art, nach Salvator

Bilder und Studien und sind verkäuflich. 1

der Grenze zwischen der romantischen und der modernen der Naturbetrachtung steht. Karl Blechen (geb. 1798 zu Kottbus, gest. 1840) wandte sich erst ziemlich spät (im Alter von 25 Jahren) der Kunst zu, der zu Liebe er eine sichere Stellung als Kassierer in einem Berliner Bankhause verließ, und dieser Umstand hat ihn, da die nachträgliche Aneignung des He ee. zuviel von seiner ursprünglichen Kraft und Begabung absorbirte, nie zu rechten Er⸗ folgen bei der großen Masse seiner Zeitgenossen gelangen lassen. Um so gerechtere Anerkennung schuldet ihm daher die Nachwelt, deren Ziele er in seiner Kunstbethätigung vorgeahnt hat, ohne jedoch frei⸗ lich meistens über den Versuch hinauszugelangen. Einen großen Vor⸗ zug vor der Art der modernen Landschaftsmaler, denen er an Ge⸗ wissenhaftigkeit der Beobachtung nur so viel nachsteht, als die Technik im Allgemeinen inzwischen vorgeschritten ist, bildet seine fein poetische, verinnerlichte Auffassung, die ihn von der häufig nur allzuleeren Aeußer⸗ lichkeit der modernen vortheilhaft unterscheidet. Nur selten artet seine Kunst ins Phantastische aus; im Algemeinen geht ein romantisch⸗ sentimentaler Zug durch dieselbe, der sich auch in einer gewissen lichten Zartheit der Farbe und in überschlanken Formen bemerkbar macht. Einzelne Blätter und Oelgemälde zeugen von gemüth⸗ reichem Humor und Begabung für das Genre und die Charakter⸗ studie. Die meisten der ausgestellten Skizzen und Studien sind auf des Künstlers Reise über den Gotthard nach Italien, in den Jahren 18288und 1829, entstanden. Von den wenigen ausgeführten Oel⸗ gemälden sind wohl die ebenfalls der Nationalgalerie angehörigen: „Schlucht bei Amalfi“ und „Castel Gandolfo“ die bekanntesten und besonders charakteristisch für seine Art zu sehen und zu schaffen. Eine Anzahl der besten und ausgeführtesten Oelgemälde befindet sich im Besitze Sr. Majestät des Kaisers; dazu gehören namentlich An⸗ sichten der Villa d'Este, des Golfs von Spezzia und des Innern des leider vor zwei Jahren ein Raub der Flammen gewordenen Palmen⸗ hauses auf der Pfaueninsel. Eine Gebirgslandschaft mit Vampyr⸗ Jagd ist als Konzession an die hyperromantischen Neigungen seiner Zeit zu betrachten; die düstere Landschaft ist schauerlich stimmungsvoll, die Staffage aber eher komisch als, wie sie beabsichtigt, fürchterlich. Daß der Künstler übrigens von dem Schwierigsten, ja Unerreichbaren sich nicht abschrecken ließ, beweift ein Gemälde, auf welchem er die momentanen Wirkungen des Blitzschlages auf ein Gefährt im Hoch⸗

gebirge festzuhalten unternvommen hat. Das großartig behandelte

Gemälde ist jedoch leider unvollendet geblieben. Unter den sonstigen

verschiedenartigen Versuchen auf anderen Gebieten der Kunst befinden

sich, wie schon angedeutet, einzelne treffliche Charakter⸗ und Genre⸗

bilder, unter denen eine Oelstudie: „Jude im Kaftan“, die Oelgemälde:

„Tarantella“, „Neapolitanische Fischer“, und die Genre⸗Studien:

„Est Est“, „der Schulgang“, bemerkenswerth erscheinen. Die National⸗

Galerie, welche außer den schon angeführten Gemälden auch eine große

Anzahl der landschaftlichen und figürlichen Studien Blechens in ihrem

Besitz hat, zählt darunter ferner eine Tafel mit 18 Entwürfen (in

haftigkeit in der Zeichnung und fast zaghafte Farbe zur Schau tragen,

1 8 rz Ferner ist auch eine Reihe von sorgfältigen Copien (aus dem Belvedere und der Galerie

Liechtenstein in Wien sowie der Galerie Doria in Rom) landschaftlicher

Rosa, Ruysdael, Wouverman, Paul Potter, Scorel, Mengs, Kobell u. A. ausgestellt. Sämmtliche

gehören übrigens zum Nachlaß der Künstlerin

Der erste große Oberlichtsaal und die folgenden Räume machen uns mit dem Schaffen eines Landschaftsmalers bekannt, welcher auf

Art

Stimmung

chlemihls Eine kecke,

stischen Per

des Meisters

erhebenden

kirchhofe in

Wasserfarben) zu Theaterdekorationen, welche einerseits eine poetische,

War die eben besprochene Künstlerindividualität trotz ernstesten

heiteren, selbstzufriedenen künstlerischen Er⸗ Gemüth und kernigem Humor. Adolf gestorben 1875 zu Karlsruhe),

seitigen Begabung zu heben, die er denn auch auf den verschiedensten technischen Gebieten: in der Malerei in Oel⸗ und Wasserfarben, dem

AHenHGeiuEUITAn.

positionen in Oel, A liguren Don Quijote's,

Ilustrationen zu Uhlands Gedichten und

Römer, seine Erdbeerbowle, . und des „Weines Hofstaat“? In keinem anderen seiner Werke tritt

und so lange der Wein des dieser Apotheose ihr Recht lassen müssen. 8 Die Ausstellung beschließt in der letzten langen Galerie eine Kollektion landschaftlicher Kohlenzeichnungen

(geb. 1813 zu Cassel, gest. als Lehrer der dortigen Akademie am 12. Januar 1881).

stammenden Blätter zeigen, klassischen Styl der älteren Landschaftsmalerei, moderne Richtung derselben in einem kleinlichen, auf billige malerische Effekte abzielenden Naturalismus gefiel, sondern die schönen Umrisse und Formen der Landschaft betonte und sie stylvoll zu erhabenen und Kunstwerken zu Blätter herrliche Meisterwerke ihrer Art sind, harren sie noch der kunstliebenden Käufer. 1 Die interessante Ausstellung ist noch bis zum 20. Januar geöffnet

- Lupferstich, der Radirung, der Lithographie und Zeichnung, bethätigt hat. Die Sammlung wird eröffnet durch das von seinem Sch

Direktor A.

folgen in bunter Reihe seine theils köstlich humoriftischen, theils naiv

poetischen Schöpfungen, die den Beschauer bald in dieselbe behagliche

wiegersohn,

von Werner gemalte und dann

Bildniß Schrödters,

versetzen, die ihnen ihre Entstehung gab. Humorvolle Kom⸗ quarelle und Zeichnungen, welche die komischen Falstaffs, Till Eulenspiegels und Peter

zum Gegenstande haben, wechseln mit sinnigen Ul b Rückerts „Liebesfrühling“. parodistische Laune waltet in den historisch und zu einem

„geflügelten“ Gleichniß gewordenen „betrübten Lohgerbern“ (Aquarell, im Besitze Sr. öbnit

sehen erregten. verschiedensten Gelegenheitsanlässen Verlobungskarte, das Blatt zur Geradezu schöpferisch war Schrödter in der Erfindung v flanzen⸗Ornamenten, zahlreiche Aquarell⸗Blätter von feinster Farbenwirkung und sorg⸗ lichster Durchführung darlegen, die noch heute Illustratoren und Kunst⸗ gewerbtreibenden eine Fundgrube viel⸗ estaltiger schöner Motive bieten. Köstliche Kompositionen sind ferner lich der Frühlingseinzug, und seine Künstlers Hauptelement aber war der Wein und seine Verherrlich Wer kennte nicht seine Weinproben und Wirthsstuben, seine phanta⸗

ät des Kaisers), welche seiner Zeit großes Auf⸗ Viele andere seiner reizenden Einfälle verdanken den ihre Entstehung, so u. a. seine Hochzeitsreise seiner Tochter ꝛc. on Initialen,

Arabesken, Zierleisten und Stickmustern, wie

eine vier Jahreszeiten, nament humoristische Botanik.

un

sonifizirungen der Weingeister in der Flasche und im

seinen „Triumph des Königs Wein

Originalität und sinnige Phantasie so glänzend zu Tage, Menschen Herz erfreut, wird man

von August Bromei

Die sämmtlich aus dem Nachlaß des Künstlers schon äußerlich umfangreich, den großen die sich nicht wie die

idealisiren wußte. Obgleich einzelne

Morgen Mittag 1 Uhr findet die Beerdigung des verstorbenen General⸗Lieutenants von Morozowicz, Chefs der Landesaufnahme, vom Trauerhause, Herwarthstraße Nr. 2/3 aus

23 aus nach dem Invaliden der Scharnhorststraße mit militärischen Honneurs statt

Die Offiziere der Garnison werden durch Deputationen vertreten sein. Die Trauerparade kommandirt der General⸗Majox von Grolman, Commandeur der 3. Garde⸗Infanterie⸗Brigade, und besteht dieselbe aus einem Bataillon des Garde⸗Füsilier⸗Regiments nebst Fahne, Spiel leuten und der Regimentsmusik, sowie aus je einer Escadron des Garde⸗ Kürassier⸗ und des 2. Garde⸗Ulanen⸗Regiments mit Standarte und Trompetercorps des Garde⸗Kürassier⸗Regiments, und aus 6 Geschützen mit einem Trompetercorps der Artillerie.

werden vom 2.

je 8 Unteroffiziere im Paradeanzuge mit Trauerflor gestellt.

8 Zum Tragen des Sarges Garde⸗Regimentz. F. und dem Garde⸗Füsilier⸗Regiment

Der Leichenkondukt nimmt den Weg am Kronprinzen⸗Ufer ent⸗ lang über die Alsen⸗Brücke, Alexander⸗Ufer, durch die Invaliden⸗ und Scharnhorststraße.

Ein Kommando vom 2.

und 3. Garde⸗Regiment z. F. bildet

unter Führung eines Stabsoffiziers vom 2. Garde⸗Regiment z. F. eine ambulante Chaine.

Stolzes

cher Stenographenverein. Donnerstag, Abends

8—10 Uhr im E111“ Schloßfreiheit 8/9: Lese⸗Abend.

Ca. 80 stenographische die neuesten stenographischen 2 Benutzung für Anhänger aller Systeme aus.

eitungen aller Sprachen und Systeme sowie

Literaturerzeugnisse liegen zur freien

S 5 Inserate für den Deutschen Reichs⸗ und Kenigl.

Preuß. Staats⸗Anzeiger und das Central⸗Handels⸗ register nimmt an: die Königliche Expedition des Deutschen Reichs⸗Anzeigers und Königlich Ureußischen Staats-Anzeigers:

X

Berlin SW., Wilhelm⸗Straße Nr. 32. 2

22

1. Steckbriefe und Untersachungs-Sachen. 2. Subhastationen, Aufgebote, Vorladungen u. dergl. 8 3. Verkänte,verhachtungen, Sndmissionen etc. 4. Verloosung, u. g. w.

5. Indastrielle Etablissements, Fa und Grosshandel.

inger 7. Literarische Anzeigen. mortisation, Zinszahlung 8. Theater-Anzeigen. In der B von öffentlichen Papieren. 9. Familien-Nachrichten.]†

Steckbriefe und Untersuchungs⸗Sachen. [1792] Steckbrief. Tischler Ernst am 26. Juni 1847 in Berlin geboren, welcher flüchtig ist, 1 die Untersuchungshaft wegen intellektueller Urkunden⸗ fälschung verhängt. verhaften Berlin Berlin, den 5. Januar 1882. anwaltschaft beim Landgericht I. Alter; Henre blond, Stirn frei, art, Augenbrauen blond, Augen blau, Nase gewöhn⸗

lich,

rund, Gesicht rund, deutsch.

eine

Gegen den unten beschriebenen Richard Robert Poeschmann,

ist in den Akten J. III. C. 851. 80. vn

Es wird ersucht, denselben zu den

in das Untersuchungsgefängni zu Alt⸗Moabit 11/12, fnügrige Königliche Staats⸗ Beschreibung: 34 Jahre, Größe 1 m 63 cm, Statur mittel. Bart blonder Schnurr⸗

und NW., anf mit

Mund gewöhnlich, Zähne vollständig, Kinn

Gesichtsfarbe roth, Sprache Besondere Kennzeichen: schielt, und große Narbe an der Stirn

[1818]

Der Möbelfabrikant A. Krauthahn zu Li an durch den Rechtsanwalt Röhricht daselbst, ag aus Liegnitz, jetzt seinem Aufenthalt nach unbekannt, wegen Zahlung von 123 35 trage, den Beklagten zu verurtheilen, an den Kläger 123 35 zu zahlen zahlung der in der Arrestsache Krauthahn ca. Hoff⸗ mann durch den Gerichtsvollzieher Schumm hinter⸗ . 123 35 nebst aufgelaufenen Zinsen zu lligen, auch das ÜUrtheil für vorläufig vollstreckbar zu erklären, und ladet den Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits vor das Königliche Amtsgericht zu Liegnitz auf den 14. März 1882, Zimmer 15. Zum Zwecke der öffentlichen esser Auszug der Klage bekannt Liegnitz, den 5. Januar 1882.

di

Subhastationen, Aufgebote, Vor⸗ ladungen u. dergl.

Oeffentliche Zustellung. G

Liegnitz, egen den Kaufmann Julius Ernst Hoffmann mit dem An⸗

und speziell in die Aus⸗

über

haber

Vormittags 9 ½¼ Uhr, Zustellung wird gemacht. eg- vr

Donth, 8* Königlichen Amts erich

ts.

[1822

Rechtsstreits v

lichen Landgerichts zu Essen

den 28. April 1882, Vormittags 11 Uhr,

der Aufforderung, einen bei dem gedachten Ge⸗

ssenen Anwalt zu bestellen.

Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser zug der Klage bekannt gemacht.

Essen, den 30. Dezember 1881.

Gerichtsschreiberei des Königlichen Landgerichts:

richte zugela

Aus

[17971 Die Ottilia, geb. Siebert, als:

Hinkelbezn, 88 ) Petronella Hinkelbein, 8 3) Ehefran des

dem auf

Beklagten zur

Erben der

) 5 Joseph

Oeffentliche Zustellung. Die Ehefrau des Schlossers Carl Borchardt, Wilhelmine, geb. Patras zu Essen, den Rechtsanwalt Dr. Wolff, klagt gegen genannten

„dem gegenwärtigen Aufenthalte nach un⸗ bekannten

Ehemann, wegen böslicher Verlassung, dem Antrage auf Trennung der Ehe, und ladet

or die dritte Civilkammer des König⸗

Aufgebot.

zum Deutschen Reichs⸗An

Berlin, Mittwoch, den 11. Jannar

85

zeiger und Königlich Preußischen Staats⸗Anzeiger.

1882.

6. Verschiedene Bekanntmachungen.

beilage. R

briken

örsen-

Inserate nehmen ant: die Annoncen⸗Expeditionen des „Invalidendank“, Nudolf Mosse, Haasenstein & Vogler, G. L. Daube & Co., E. Schlotte, Büttner & Winter, sowie alle übrigen größeren Annoneen⸗Bureanx.

N.

[1801]

Aufgebot. vertreten durch ihren

zwanzigsten Septem

mündlichen Verhandlung des gestellten Depositenscheines wovon eintausend achthundert Mark sind, beantragt.

Der Inhaber der Urkunde spätestens in dem

Hirsch. 1 kunde erfolgen wird.

Bergheim, den siebenten Januar ei hundert zwei und achtzig.

Königliches Amtsgericht.

Wittwe gez. Wittekop.

des Adam Kalbert,

8

00 8 Heinrich Dickert, Elisabeth Hagemann

Theresia, geb. Hinkelbein, 2 11“

zu Salmünst

4) Wittwe des Georg Klüber, Theresia, geb. Kalbert, zu Romsthal,

haben das Aufgebot der am 6. März 1839 von dem

Wirth Adam Kalbert und Ehefrau Ottilia, geb.

Siebert, von Salmünster, der ledigen Margaretha Hagemann

von da

ein Darlehn von 250 Fl. welche verloren gegangen sei, beantragt.

der Urkunde

gez.

wird aufgefordert, spätestens in

den 2. März 1882, Vormittags 9 Uhr, 2 vor dem unterzeichneten Gerichte anberaumten Auf⸗ 8— gebotstermine seine Rechte anzumelden kunde vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der Urkunde erfolgen wird.

Salmünster, den 7. Januar 1882.

Königliches Amtsgericht.

ter,

9 11822]2 Bekanntmachung. Durch Ausschlußurtheil vom 6. Jan die Hypothekenurkunde vom 10. März 250 Thaler nebst Zinsen,

V1 Wittwe Franke, Johanne, errichteten Hypothekenurkunde

zu 5 % verzinslich,

Band XVIII. Der In⸗

für kraftlos erklärt. Raumburg a./S., den 7. Januar 1 Koönigliches Amtsgericht.

und die Ur⸗ [1812]

Durch Beschluß der Strafkammer wurde das im Deutschen Hoefle.

pflicht angeklagten Wehrpflichtigen: Aloys, 23 Jahre alt, von Altdorf,

Blatt 1056 Abtheilung III. Nr. 8.

Der Wilhelm Robertz, Bauunternehmer in Berg⸗ heim, hat das Aufgebot eines von der Kreis⸗Spar⸗ und Darlehnskasse 9 Bergheim unterm zwei und

er eintausend achthundert und achtzig, auf den Namen des Wilhelm Rob Nummero vier und fünfzig über Zweitausend fünfhun

wird aufgefordert, auf Freitag, den ein und dreißigsten März eintausend achthundert zwei und achtzig, Vormittags eilf Uhr, vor dem unter⸗ zeichneten Gerichte anberaumten Aufgebotstermine seine Rechte anzumelden, und die Urkurnde vorzu⸗ legen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der Ür⸗

ntausend acht

Für gleichlautende Abschrift. lichtsschreiber des Königl. Amtsgerichts.

uar 1882 ist 1813 über

eingetragen für die Frau Fram geb. Starke zu Naum⸗ burg a./S., im Hausgrundbuche von Naumburg a./S

882.

des Kaiser⸗

lichen Landgerichts Zabern vom 31. Dezember 1881.

. Reiche. befindliche Vermögen nachgenannter, der Verletzung der Wehr⸗

1) Klein, 2) Engel,

ertz aus⸗ einhundert dert Mark, schon erhoben

mann, Emil, 23 Jahre alt,

5) Denier, Joseph Johann von Dinsheim, 6) Eckert, von

alt, von Oberhaslach, 11) Heß, Markus 22 Jahre alt, von Bischofsheim,

adam, Johann Baptist rembach,

Labroque, 16) Colnet, Augustin,

nuar 1882. Kaiserliche Staatsanwaltschaft.

EZW Auszug. Durch Urtheil des Kaiserlichen Landgerichts Mül⸗ hausen vom 3. Januar 1882

Ernst, zu Mül

und Aufenthaltsort abwesend, ausgesprochen worden.

Mülhausen i. E., den 9. Januar 1882. It Der Landgerichts⸗Sekretäkä

Stahl.

Simon, 23 Jahre alt, von Dinsheim, 3) Christ⸗ 1 1, von Wasselnheim,

4) Jacob, Ludwig, 22 Jahre alt, von Avolsheim, Anton, 22 Jahre alt, Simon, 22 Jahre alt, Dinsheim, 7) Schell, Aloys Alphons, 22 Jahre alt, von Greßweiler, 8) Lidy, Xaver, 22 Jahre alt, von Molsheim, 9) Lutz, Hipolyt Ludwig, 22 Jahre alt, von Molsheim, 10) Meyer, Alphons, 22 Jahre Isidor,

12) Stoehr, Georg, 22 Jahre alt, von Grendelbruch, 13) Martin,

Ludwig, 22 Jahre alt, von Mollkirch, 14) Grand⸗ : 22 Jahre alt, von Ba⸗ 15) Janel, Eugen, 22 Jahre alt, von 1 22 Jahre alt, von Schirmeck, mit Beschlag belegt, was mit dem Bemerken öffentlich bekannt gemacht wird, daß Ver⸗ fügungen derselben über das Vermögen der Staats⸗ kasse gegenüber nichtig sind. Zabern, den 7. Ja⸗

22 ist zwischen Julie Großmann, ihelrar⸗ des Geschäftsreisenden Jacob

hausen wohnend, und deren Ehemann, dem genannten Jacob Fenst. ohne bekannten Wohn⸗

die Gütertrennung

8 2 8 5 K.

8

Redacteur: Riedel.

Verlag der Expedition (Kessel). 2 HPruck: W. Elsner.

Fünf Beilagen (einschließlich Börsen⸗Beilage).

rEIemnanmn 2

Aichtamtliches.

Preußen. Berlin, 11. Januar. Im weiteren der gestrigen (21.) Sitzung setzte 88 Reichstag die Berathung der Interpellation des Abg. Dr. Frhr. von Hertling, betreffend die weitere B der bestehenden Fabrikgesetzgebung, fort. Der g. Ebert entwickelte die Stellung der konservativen Partei zu den vom Interpellanten angeregten Fragen. Die öuue. Interpellation sei seiner Partei⸗ sympathisch, auch im Einze 98 stimme sie mit den Wünschen des Abg. von Hertling wesentlich überein. Selbst Industrieller, halte er die generelle 8 richtung eines Normalarbeitstages, das Verbot der Sonntags⸗ arbeit mit den durch die Betriebsart bedingten Ausnahmen und das Verbot der Frauenarbeit für durchführbar, doch warne er vor zu weitgehender Schablonisirung und möchte den Fabrikinspektoren, deren Kompetenzen ispheghen⸗ zu erweitern wären, die Aufgabe zuweisen, auf eine den Fesgngeren Verhältnissen 1hcg.d Regelung der in Betrach

en Fragen hinzuwirken.

Ab5 Ie.er erklärte zunächst im Namen seiner politischen Freunde, daß die Zeitungsnotiz, es habe jüngst zu Dresden eine Konferenz der sozialdemokratischen Feh Vrschete stattgefunden, auf welcher die Ablehnung der s he cke chsg Vorlagen des Reichskanzlers beschlossen worden wäre, unrich 18 sei. Seine Partei wolle im Gegentheil diese. Vorlagen ab⸗ warten, sie prüfen und ihnen, wenn sie gut Pd, züstirüfhe. Seine Partei erkläre sich entschieden für ein Verbo der Sonntagsarbeit, nicht vom religiösen, sondern 1b sozialen Standpunkte aus. Der Tag der Ruhe müsse unter allen Umständen strikte innecgehalten werden. Die gegen⸗ wärtigen Bestimmungen der Gewerbeordnung seien in Hinsicht ungenügend. Wenn die Sonntagsarbeit ein für . Mal verboten werde, dann könnten solche Fälle nicht me 1 vorkommen, wie sie der Abg. von Hertling gestern eahhf habe. Weiter trete seine Partei für Einführung des arbeitstages und den Schutz der Frauenarbeit 9 Abg. Ebert habe bedauert, daß die Frauenarbeit über haupt noch bestehe: warum schaffe derselbe sie nicht selbst in 8g Gruben ab? Nichts könne unmoralischer wirken g ; e die Frauenarbeit in Gruben; hier müsse eine E len⸗ derung geschaffen werden. Es müsse im Interesse der In⸗ dustrie sowie der Wehrsähigkeit nicht blos die sondern auch die Kinderarbeit abgeschafft oder 1bG e⸗ deutend beschränkt werden. Denn wenn sich die tettet 8 häuslichen Pflichten mehr hingeben könnten, würden vnroc Männer mehr verdienen. Ferner würde das Familienleben, das durch das Fabrikwesen im Allgemeinen und die Frauen⸗ und Kinderarbeit im Besonderen leide, E11 .“ gesagt werde, daß die Kinderarbeit von sitt ichem Wer ) sei, indem dadurch die Kinder den Lastern des Müßiggangs entzogen würden, so frage er, warum gerade nur die Füsh des Arbeiterstandes einen solchen moralischen Fedhs n hätten? Der Abg. von Hertling wolle wohl die Fühtet 8 Allgemeinen herabmindern, aber zu EE arbeitstag für Erwachsene könne derselbe sich nicht auff W“ Allein die Freiheit der Fabrikanten dürfe beg e⸗ schränkte sein, daß ganze Klassen der erung in ihren Interessen bedroht würden. Durch den 1 arbeitstag richtiger wäre die Bezeichnung Maxima arbel s⸗ tag welcher in Deutschland etwa eine zehnstündige Dauer haben könne, würde auch die industrielle Reservearmee, näm⸗ lich die sich im Lande herumtreibenden ö“ Arbeit herangezogen wer en. Die Behauptung der partei, die Arbeiter seien seldst gegen Beschränkung b 2 zeit, sie könnten dasselbe auf dem Koalitionswege 1 falsch. Denn einmal fehle hierzu den Arbeitern das Kapi 9. sodann aber hätten sie in Deutschland überhaupt kein Koa 5 tionsrecht. Es würden ja alle Versammlungen, die sich 68 Arbeiterfragen beschäftigen, verboten. Waͤhrend man 88 Berlin Sammlungen unter den Arbeitern sich In widersetzt habe, habe gerade der fortschrittli 8 gistrat in Nürnberg im Verbieten auch solcher am 1 lungen Großes geleistet. Eine an den Reichskanz er Fe⸗ langte Petition der Arbeiter weise darauf hin, daß eine 88 duktion der Arbeitszeit z. Z. inopportun sei, und das sche e⸗ zeichnend für die Wünsche der arbeitenden Klasse im? ge. meinen. Mit dem Normalarbeitstag müsse nothwendig auch ein Normalarbeitslohn eingesührt werden. Sollte dies ein Minimallohn sein, so würde er entschieden dafür sein. Jeder Arbeiter müsse sich alsdann anstrengen, diesen Lohn zu ver— dienen, um in Arbeit zu bleiben. Die sozialdemokratischen Wahlen seien allerdings oppositionell ausgefallen, theils wegen des Ausnahmegesetzes selbst, theils wegen seiner veesoen Handhabung desselben; man habe aber andererseits Wahl solcher Abgeordneten, welche die Pläne des .agh prüfen wollten, bewiesen, daß man der negativen Politi br⸗ liberalen Parteien ebenso abgeneigt sei. Man habe 1 r⸗ beitern sogar die Krankenkassen weggenommen, da 4* man sich über Opposition doch nicht wundern! Vielfach 51-F die Reformpläne auch nur als Wahlköder betrachtet, man sehe daraus, wie weit das Mißtrauen gegen die Regierung gestiegen sei. Was seine Partei also verlange, sei: Verbot der vee arbeit vorläufig wäre seine Partei auch Knits et 88 kürzung derselben zufrieden Kinderarbeitstag 29. Napeme . arbeitstag für Männer; gegen einen Minima 1eecee hätten die Sozialdemokraten nichts einzuwenden. 25. Industriellen zu Gunsten der Arbeiter Opfer so sei das der Beweis dasür, daß die Industrie 1rn e sei die Arbeitszeit kürzen zu lassen. Wenn semn. *n g Lohn beschnitten würde, so müßte derselbe sich s 1ot6e wendigen Bedürfnissen Abbruch thun, dies sei L beim Fabrikanten der Fall. Seine 8 ang; e. internationale Arbeiterschutzgesetzgebung. Dieselbe 58 8 der Schweiz wohl angeregt worden, 85 her beim Deutschen 1“ Heluncen. 8

zu kriegerischen Zwecken di e ge⸗ . so Sn. man dies auch bei S ußma egann 8— Arbeiter thun. Weiter wolle seine Partei die Einführung

von Arbeiterkammern statt des Volkswirthschastsraths. Es gebe Anwalts⸗ und Gewerbekammern warum nicht auch Arbeiterkammern? Wenn solche aus allgemeinen Wahlen hervorgehen würden, würden sie größeres Vertrauen genießen, als der Volkswirthschaftsrath, in welchem keine Arbeiter säßen. Derselbe habe wohl ein Mitglied, das sich Webermeister nennen lasse, thatsächlich aber Fabrikant sei. Den Fabrik⸗ inspektoren müßten größere Besugnisse gegeben werden, es wäre besser, dieselben wären nicht Freunde und Berather der Fabrikanten, sondern Polizeiorgane. In das heee. rungsgesetz müsse die Karenzzeit hereingebracht werden, weil sonst die Krankenkassen sehr geschädigt würden. Der liberale Entwurf eines Haftpflichtgesetzes streife ziemlich nahe an das Unfallversicherungsgesetz. Er habe den Abg. Lasker in einer Versammlung bezüglich der Karenzzeit interpellirt und der⸗ selbe habe Jeden als Friedensbrecher erklärt, der ihm fine Schädigung der Krankenkassen habe zur Last legen wollen. Wenn sich die Liberalen gegen den Vorwurf, das Manchester⸗ thum thue nichts für die Arbeiter, mit dem Hinweis auf die musterhafte englische Fabrikgesetzgebung vertheidigten, so müsse er erwähnen, daß dieses Gesetz dem englischen Parlament von den Arbeitern abgenöthigt sei. Er habe mit seinen Ausfüh⸗ rungen nachweisen wollen, daß die Sozialdemokraten 1u“ praktisch seien, wie die anderen Parteien und daß sie sich Abschlagszahlungen vorläufig wohl zufrieden ö trotzdem aber an ihren Geundsätzen unverrückt festhalten Abg. Stöcker erklärte, die Forderung des Vorredners, eine internationale Arbeitergesetzgebung herbeizuführen, begegne in den konservativen Reihen der allergrößten Sympathie. Er glaube in der That, daß die Zeit der Handelsverträge sei, und daß es viel nöthiger und nützlicher sein werde, Verhältnisse international zu gestalten, wie es ein tüchtiger e säs⸗ sischer Industrieller, Legrand aus dem Steinthal, schon vor 40 Jahren vorausschauend gefordert habe. hatg. fordert: Internationale Gesetze über die industrie sanktionirt durch das Siegel des Christenthums und er Fa⸗ milie. Der Vorredner stelle ein System Bismarck I System Richter als ziemlich gleichwerthig für seine 1.“ Dem müsse er widersprechen. Ein System des fast Sich⸗gehen⸗lassens auf dem gewerblichen Gebiete L mit einem System nicht gleichstellen, welches dem Arbeiter in seiner Bedrängniß Anspruch auf die Staatsfürsorge au⸗ schreibe, welches die christliche Staatsidee adoptire. 929 erstere Anschauung habe der Abg. Richter gestern wie er vertreten. Der Abg. Richter wundere sich über die Fetit n des Kanzlers auf die Autorität des Kaisers; er ö halte das für ganz natürlich. Wenn der Kaiser si h Jahrzehnt falscher Gesetzgebung an die Spitze sozialer Reform stelle, so sei es ganz begreiflich, daß derselbe als F gerade dieser Reform dem Volke vor Augen gestellt u Der Kaiser habe dies betont, und man könne dem in keiner Weise daraus einen Vorwurf machen. ö Berusung auf Stein⸗Hardenberg möchte er einmal ausdrü ich protestiren. Es gebe gar nichts Entgegengesetzteres als Steinsche und Richtersche Gedanken. Der Freiherr von Stein sei gäh Mann der ständischen Vertretung, nicht des Eö“ gewesen; derselbe habe den Staat als „keine lasset afchft. liche oder industrielle Anstalt“ erklärt, sondern nach seiner An⸗ sicht habe der Staat den Zweck religiöser, moralischer, Feisher und körperlicher Entwicklung seiner Angehörigen. Das sei etwas ganz anderes, als was man auf wolle. Auf dem gewerblichen Leben habe der Freiherr von tein allerdings Hardenberg nachgegeben, indeß leise 2 der Niederreißung der Zünfte. Das Bannrecht möge be he worden sein, aber gewiß nicht von Stein das korporative Element, für welches derselbe im Gegentheil höchst energisch eingetreten sei. Meisterehre und Zugendzucht habe ö das gewerbliche Leben und ebenso in die Agrarverhä tnisse hineinarbeiten wollen und habe sich der Neuerungssucht e denbergs energisch widersetzt. Derselbe habe die gen dieser Sucht vorausgesehen, die Bauern würden zu Tage hnern werden und statt der bisherigen Hörigkeit eine viel sleeatre entstehen. Auch die liberale Gesetzmacherei habe man üee schon gekannt und Stein habe von ihr behauptet, 8 8 Bürger zu Pfuschern und aus dem Staat ein ggrega von Gesindel, Juden, neuen Reichen und phantastischen Gelehrten mache. Das seien Steinsche Ideen, ö Ideen, die auch seine Partei vertrete. Daß diese en dbei einem Wechsel der Politik nicht sofort düxchbrangen, setze seine Partei nicht in Erstaunen, und auch 4. Reichskanzler hätte sich das entsprechende 8 Wahl nicht so zur Entmuthigung dienen en 2 denn durch die Verdunkelung des sozialen Reformproje ts b2 Regierung während des Wahlkampfes sei dieser tgroßg 5 danke nicht zur Geltung gekommen, und der Abg. Gri 8 berger habe ja zugegeben, daß in weiten Arbeiterkreisen ü die Resorm gegen den Individualismus entschieden nge. sei. Nach einigen wenigen Jahren würden die Arbeiter sg pon viel besser wissen, wo ihr Vortheil liege. Wenn sich der 83 Richter über die Entschlossenheit des Neichskanzlers vefee sein Programm weiterzzu verfolgen, so finde er es im Gegent g ungemein werthvoll. Wenn diese Aera der Reform durch e oppositionelle Haltung der Linken einfach zu Nichts 2, dann werde dies eine furchtbare Kritik der LHeens der Linken sein. Wenn man das gewerbliche Elen noch einige Jahre dauern lasse, werde zuletzt ein Fece etanf kommen, und die Fortschrittspartei werde verschwinden, wie Spreu vor dem Winde. Die Linke wolle die Rechave eerne durch obligatorische Genossenschastsversicherung 1Q 8 verkenne nicht, daß auf der linken Seite auf dem g⸗ de freien Genossenschaftswesens viel gethan sei und er 8 e sar die Arbeiten Schulze’s und Hirschs volles Verständniß. A 8 we 1. Fülle sozialen Elends habe nicht der Zusammenbruch deseiene. weise von Vorschußgenossenschaften oft in die vn2 21 6 getragen! Wo sei da eine Spur von Sicherheit? Da 8 geradezu die Unsicherheit des Arbeiterlebens. Ch L.- gezeichnete englische Fabrikgesetzgebung sei kein Produ

Manchesterweisheit, sondern sie sei derselben in schweren Kämpfen

gerungen worden. Die Befürchtungen, sie werde den Auf⸗ Industrie verhindern, hätten sich nicht realisirt. Es komme in diesen Fragen doch zuletzt auf den Menschen selber an, auf den inneren Kern der Persönlichkeit. Gerade für die lebhafte Betonung des persönlichen Elements danke er dem Abg. von Hertling besonders. Die von diesem angeregten Punkte ständen in engem Zusammenhang mit einander. Das Verbot der Sonntagsarbeit und die Sonntagsruhe, die s eine Partei aus religiösen Gesichtspunkten für das deutsche Volk erstrebe,ließen sich auf dem Wege der Koalitionsfreiheit nicht erreichen. Auch entspräche dieser Weg nicht der Würde des Christenthums. Eine internationale Regelung dieser Frage würde die augen⸗ blicklichen Nachtheile, die eine dadurch entstehende Verminde⸗ rung des Arbeitsverdienstes etwa habe, wieder ausgleichen. Für die möglichste Einschränkung der Frauenarbeit spreche bie Pflicht der Reinerhaltung des Familienlebens. Mindestens verlange er für die verheiratheten Frauen ein Verbot der Arbeit in den Fabriken. Die Frage des Normalarbeitstages, der auch im Interesse des Arbeitgebers liege, möchte er inner⸗ halb der korporativen Genossenschaften gelöst wissen. Ein Zwang zur Einführung eines Normalarbeitslohnes sei damit nicht gegeben. Die Deutschen, im Centrum Europas wohnend, seien den sozialen Kämpfen am meisten ausgesetzt. Die Auf⸗ gabe aller Deutschen sei es daher auch, im Sinne des Christenthums diese Fragen zuerst zur Lösung zu bringen. Der Abg. Dr. Lasker bemerkte, der Vorredner habe damit Kaiserlich zu sein und wie ein Konservativer zu sprechen ge⸗ glaubt, wenn derselbe gesagt habe, man solle es loben und nicht tadeln, wenn der Kaiser nach zehnjähriger verfehlter Gesetzgebung sich an die Spitze der Umkehr stelle. Der Vor⸗ redner erweise damit dem Kaiser wenig Ehre, denn die getadelten Gesetze beständen noch und seien vom Kaiser sanktionirt. Sodann habe der Vorredner die Stein⸗Harden⸗ bergsche Gesetzgebung als für seine Partei vorbildlich in An⸗ spruch genommen. Nun wisse jeder gebildete Mensch, daß Stein zwei Perioden gehabt habe, eine reformatorische und eine unfruchtbare reaktionäre Periode, in welcher derselbe gegen seine eigene Schöpfung Opposition gemacht habe. Aus dieser Periode habe der Abg. Stöcker sehr geschickt die ganze Stein⸗Hardenbergsche Gesetzgebung charakterisirt. Man habe ja auch jetzt in Deutschland einen Staatsmann, in zwei Abschnitte zerfalle, in eine produktive, liberale Periode, dies sei ja die Zeit gewesen, wo die Abgg. Stöcker und Genossen den Reichskanzler angegriffen hätten als einen Liberalen, und in die Periode, wo der⸗ selbe das getadelt habe, was er früher gethan habe. Könne man da etwa die ganze Thätigkeit des Kanzlers nach dieser letzten Periode charakterisiren? Oder glaube man, daß, wenn man von dem großen Heros Stein spreche, man an jene Periode denke, in welcher derselbe in der verbittertsten Kritik gegen die wieder aufgerichteten Zustände Preußens sich ausgesprochen habe? Derselbe sei ja damals auch gar nicht mehr im Amte gewesen und habe zur Opposition der damaligen Zeit gehört. Die Vorgänger des Abg. Stöcker hätten jene große Erhebungs⸗ gesetzgebung auf das Bitterste bekämpft, während Vorgänger seiner (des Redners) Partei sie unterstützt hätten, wie auch 5 stets das Wohl der Massen zu heben bestrebt sei. Es scheine ihm darum, daß der Rückblick auf die geschichtliche Vergangenheit, wenn die Geschichte in Wahrheit werde und man nicht nur Anekdoten aufzähle, um sie als Geschichte darzustellen, dafür spreche, daß die liberale vrn mit denen in Zusammenhang sei, die von jeher den kn 2 schritt begünstigt hätten nach Maßgabe ihrer Einsicht. go 2 seine Partei sich also Bewegungen entgegenstellen, die G eiches zum Ziele hätten, so würden die Liberalen die entarteten Kinder ihrer Vorgänger sein. Dies falle seiner Partei ger nicht zur Last, wenn sie Vorschlägen Widerstand leiste, die sich mit großen Namen und schönem Tenor einführten, denn seine Partei erkenne, daß dieselben praktisch undurchführbar seien. Könne es ein unbefangeneres Zeugniß geben für die produktive Thätigkeit der Opposition gegen das Ieer e,re 1 rungsgesetz, als es gestern der nfichstamle⸗ selbst abgeleg habe? Bei der Berathung dieses Gesetzes im vorigen Jahre habe er (Redner) es ausgesprochen, daß die Regierung in die äußerste Verlegenheit kommen würde, wenn das Gesetz in einer Form angenommen werden sollte, dem die Regierung häkte beitreten müssen. Sie würde ein Auskunftsmittel nur darin gehabt haben, daß * ohne eine Anzahl andrer Gesetze gar nicht hätte ins Leben treten können. Hätte aber das Gesetz unglücklicherweise andere neue Gesetze nicht zur Voraussetzung gehabt, so würde namenloses Ungluͤck über Deutschland gebracht Reichskanzler habe ja jetzt selbst zugegeben, daß er üͦ er 8 Inhalt jenes Gesetzes schlecht belehrt gewesen sei. Wenn die Liberalen also damals so loyale 1-2 gewesen wären, wie die Konservativen heute, un auf jenen Gesetzesvorschlag hineingefallen wären, s würde dem Reichstage der Kanzler den Vorwurf. nes macht haben, daß ein solcher Irrthum für Einen Seeh * sei daß es aber den Vertretern der Nation übel. ansteg., 2 1 setze zu sanktioniren, die nicht ausführbar seien. 8 Klugheit des Reichskanzlers sei er ganz licher gen⸗ deß derselbe bei irgend einem Punkte Widerstand leisten h8n d Gesetz nicht annehmen würde, weil derselbe diesen * h ag üiar einen kolossalen Fehler gehalten habe. Hierdurch ac Fg erklärlich, daß die kleine Differenz, wer Sb Arbeiterversicherung zahlen solle, für den Reichs ang 8 g habe, die Beschlüsse des Reichstags vom Bundesrathe ablehnen zu läͤssen. Denn materiell wäre dieser Einwand hinfällig ge⸗ wesen, da die meisten Vertreter der Industrie im See schaftsrathe und sogar der Ab Stumm hier im ause Ansicht gewesen seien, die ganze eitragspflicht könne die In u⸗ strie tragen und würde sich eine Ehre daraus machen, es zu thun. Dennoch habe der Reichskanzler nicht auf diese sachverständige Stimme gehört: es sei dem Kanzler eine sehr günstige —2 legenheit gewesen, sich der Verlegenheit seines eigenen irr⸗ thümlichen Vorschlags zu entziehen. Seit dem Naßre 1878 habe die liberale Partei mehr Positives geleiste

die konservati auch aus ihrer Initiative