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aller Etats beruht, sind
Jahres 1888/89 zum großen
3lül No. 259.
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Parlamentarische Nachrichten.
Im weiteren Verlauf der gestrigen (4.) Sitzung des Reichstages hielt der Staatssekretär des eichsschatzamts, Freiherr von Maltzahn, über den Etat fäca, dn V e
Meine Herren! Der Etat, der Ihnen vorgelegt ist, wird, wie Eö bberr von Ihnen in seinen Zahlen überraschend gewesen sein. In der That sind die Abschlußzahlen dieses gegenwärtigen Etats sehr erbeblich höher, als diejenigen des Etats des vorigen Jahres. Es richtet sich das Gesammtbild eines Etats ja zunächst 8— den rechtlich oder erfahrungsmäßig feststehenden Ausgaben, es wird beein⸗ flußt aber außerdem von denjenigen Ansätzen, welche auf Grund von Schätzungen erfolgen und der Natur der Dinge nach veränderlich sind. Es wird beeinflußt außerdem von den Forderungen neuer Ausgaben.
in dem gegenwärtigen Etat nimmt 95 letztere Kategorie einen ver⸗ hältnißmäßig großen Raum ein; die Neuforderungen sind sehr viel erheblicher, als man vor einem Jabre voraussehen konnte. Die Prüfung dieser Forderungen wird bei der Spezialberathung erfolgen; auf ein⸗ zelne derselben werde ich mir gestatten, im weiteren Verlaufe meiner Ausführungen einzugehen. I“ Fahf Punkt aber möchte ich gleich im Anfange meiner Aus⸗ führungen hier berühren. Man begegnet in der Oeffentlichkeit, namentlich in der Presse, oft einer Ausführung, welche für jeden denkenden Menschen vollständig sinnlos ist, nichtsdestoweniger aber doch auf einen großen Theil derjenigen Leute, welche seinem so langweiligen Gegenstande, wie ein Etat es ist, nur ein gelegentliches vorübergehendes Interesse zuwenden, einen gewissen Eindruck nicht verfehlt. Ich meine nämlich diejenige Darstellung, als ob es den verbündeten Regierungen ein gewisses Vergnügen gewähre, im Golde zu wühlen, starke Forde⸗ rungen an die Steuerkraft des Landes zu stellen, und als ob es die Aufgabe des Reichstages sei, diesen Gelüsten der verbündeten Regie⸗ rungen bei der Etatsprüfung entgegenzutreten. Diese Auffassung ist — darin weiß ich mich mit Ihnen wohl ausnahmslos einig — voll⸗ ständig irrig und falsch. Die verbündeten Regierungen haben genau dasselbe Interesse wie die Abgeordneten, die Anforderungen, welche sie an die Kräfte des Landes und seiner Bewohner, welche sie insbesondere an die Steuerkraft des Landes stellen, nicht höher an⸗ zuspannen, als ihrer gewissenhaften Ueberzeugung nach nothwendig ist. Wir haben keine Ausgabe in den Etat eingestellt, von der wir im Kreise der verbündeten Regierungen nicht die Meinung gehabt haben, sie sei nothwendig und unaufschieblich. Es wird Ihre Sache sein, von diesem selben Gesichtspunkte aus die einzelnen Ansätze zu prüfen und mit den Vertretern der verbündeten Regierungen zu diskutiren. Was Sie aber demnächst als nothwendig erkennen, das werden Sie in der Ausgabe bewilligen müssen, wie ja der Reichstag in früheren Sessionen sich dieser patriotischen Pflicht auch nicht entzogen hat, wie er namentlich im Laufe der letzten Jahre sehr erhebliche Ausgaben für die LEEE11“ Wehrkraft zu unserer großen Freude fast einstimmig bewilligt hat.
Die Schätzungen, auf denen ein Theil der Ansätze dieses, wie 1 in ihren Resultaten in diesem Jahre noch unsicherer, als sie es in anderen Jahren zu sein pflegen; sie sind noch unsicherer, weil die Aufstellung des Etats zu einem früheren Zeit⸗ punkte vollendet sein mußte, wenn der gegenwärtige Reichstag noch ausreichende Zeit haben sollte, ihn zu berathen, als dies in anderen Jahren der Fall gewesen ist. Es ist die Aufstellung des Etats im Kreise der Reichsbeharden um volle vier Wochen Sghe worden. Sie werden selbst ermessen können, daß die Grundlagen einer jeden
Schätzung dadurch um einen vollen Monat in ihrer Sicherheit ver⸗ mindert sind, und daß also auch die Wahrscheinlichkeit, daß die auf⸗ gemachte Schätzung mit dem wirklichen Resultat übereinstimmen werde, sich entsprechend für diesen Etat vermindert.
Bevor ich mich zum Etat des Jahres 1890/91 wende, streife ich, wie in früheren Jahren, mit einigen Worten die Finanzverhältnisse derjenigen beiden Jahre, die auf das jetzige Etatsfahr von Einfluß sind, der Jahre 1888/89 und 1889/90.
Ueber die Verhältnisse des Jahres 1888/89 habe ich mich bei der Etatsberathung des vorigen Jahres am 27. November ausgesprochen. die Schätzungen, welche ich damals Ihnen vorzutragen die Ehre hatte, Die surch die Ereignisse anscheinend nicht, in der Wirklichkeit doch neahernd bestätigt worden. Ich habe damals geglaubt, daß das 1S 1888/89 mit einem Fehlbetrage von etwa 13 ½ Millionen Cötliezen würde. Der Fehlbetrag, wie Sie ihn in dem Etats⸗ ns bhlage für 1890/91 finden, hat thatsächlich nach der Uebersicht, vorsghnen ebenfalls bereits vorgelegt ist, 20 383 738 ℳ 53 ₰ be⸗ die also rund 20 Millionen. Dieser erhebliche Unterschied trageen derjenigen Zabl, die ich vor einem Jahre durch Schätzung zwischen halte, und zwischen derjenigen Zahl, welche der I 5 des Jahres ergeben hat, beruht indessen zum größten 1 dem Resultat der Verbrauchsabgabe für Zucker, welche “ 1 59 deEtatzansatze um 6017 750 ℳ zurückgeblieben ist. 8 dem, Sdie Berechnungen, die wir damals zu Grunde gelegt waren ere so angesetzt, daß unter Berücksichtigung dieser hatten, bes nur auf 13 ½ Millionen beziffert haben
Zäühle L Etatsjahre 1888/89 angeschrieben für Zucker⸗
V ’ 4., etwa 1 ½ Millionen mehr, als im verbrauchästener 8 de Oech att bei meiner Schätzung im vorigen tat eshe 9 men, daß der Etatsansatz um etwa 217 000 ℳ über⸗ Fahre angenem dürfte. Wäre die angeschriebene Summe. dem Zabre stiegen 6 im Wege der Kreditnahme der Steuerpflich Beens s bbce worden, so würde die von mir gorgan de sch deß er⸗ 88 F cge es zutreffender gewesen sein; 8 M Es sind indessen bentae 18 och günstiger gestaltet haben Wähaüia Jemand voraus⸗ bbie Jahre bei dieser neuen Steuer über 20 Millionen kre⸗ sehen ko näree von diesen rund 23 Millionen i r jahre 1889,90 zu ditirt voebe sodaß sie erst dem laufenden ist das höhere Defizit
ute deeir es und hierdurch im Wesentlichen i des Jahres 1888/89 entstanden. Als zuerst 865 Zahlen bekannt hnheg Presse dieses Verhältniß dictig dfkanufz den er Presse die ganz richtige Eüeile einen
an auch in der bat. damals bereits in daß dieses Defizit des rechnerischen, nicht einen
1 C der Einzel⸗ Zölle und Verbrauchs⸗
effektiven Charakter trage.
zeWas denjenigen Theil des Haushaltsergebn trifft, welcher nicht dem Reichs⸗Etat, sondern staaten angehört — also denjenigen Theil der Ze sen werden muß —, steuern, welcher gesetzlich den Einzelstaaten überwiese⸗ abgegeben, daß so habe ich vor einem Jahre meine Schätzung ’ Eerzelstaaten ich glaubte, es würden Im Laufe des Jahres 1888/9 den fstellung an⸗ etwa 3 Millionen Mark weniger, als man bei der Etatäae ch sind den genommen hatte, überwiesen werden können. Thatsä angenommen Cinzelstgaten 11 Millionen Mark mehr, als man ohl die Ver⸗ hatte, überwiesen worden, und es ist dies geschehen, onwoerselben um brauchsabgabe vom Branntwein und der Zuschlag zu bliebeu waren. volle 35 Millionen Mark hinter dem Anschlage zurüchge hrertrage der Dieses günstige Resultat ist im Wesentlichen dem welche
Zölle zu verdanken. Die Zölle haben die Schäͤtzunge Schätzungen,
tatsaufstellung zu Grunde lagen, sie haben auch Grunde legen
welche ich vor einem Jahre de Berechnungen zu
ür Zölle konnte, sehr wesentlich überstiegen: es sind 37 ½ Mülenen sür Zans bie r eingekommen, als der Etat vorhersah, und wähnen daß der ier — 89 komme auf den Punkt noch zurück — er .
in Deutschen Reichs⸗Anzeiger und Königlich Preußi
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Berlin, Mittwoch, den 30. Oktober
Hauptantheil an diesen 37 ½ Millionen Mark denjenigen Zöllen
zufällt, welche die Position 9 unseres Zolltarifs ausmachen, das heißt den Getreidezöllen. Es ist hieraus schon zu ersehen, daß für die Finanzwirthschaft des Reichs, beziehungs⸗ weise der Bundesstaaten, die Kornzölle ein sehr gutes
Resultat ergeben haben. Ich verzichte darauf, auf die Einzelheiten der Rechnungsabschlüsse des Jahres 1888/89 näher einzugehen. Die Uebersicht liegt Ihnen vor, und an der Hand dieser Uebersicht wergen Sie in der Lage sein, die Einzelheiten kennen zu lernen, soweit Sie es wünschen. 1
Ich wende mich zu den Verhältnissen des Jahres 1889/90, des laufenden Etatsjahres. Ich muß aber hier, ehe ich Zahlen, und zwar heute nur runde Zahlen, gebe, nochmals scharf hervorheben, beß die Schätzungen, wie sie bereits im vorigen Jahre sich als nicht sicher herausgestellt haben, wenn sie ihrer Natur nach stets unsicher sein müssen, es, wie ich bereits erwähnt habe, in diesem Jahre weit mehr als sonst noch sein werden. Es stehen mir die Oktoberzahlen noch nicht zur Verfügung, die Septemberzahlen noch nicht voll; ich kann also sicher rechnen bisher nur mit den Zahlen vom April bis zum August. Das influirt natürlich auf die Schätzung der Ein⸗ nahmen des Reichs; es influirt aber auch auf die Schätzung der Ausgaben und der Verwaltungsresultate, welche die einzelnen Ver⸗ waltungsressorts aufstellen. Man kann innerhalb des einzelnen Verwaltungsjahres im Monat September, im Monat Oktober auch nicht mit annähernder Genauigkeit sagen: voraussichtlich wird gegen die Etatsforderung aus diesem oder jenem Titel so und so viel mehr verbraucht werden. Man kann noch weniger sagen: es wird bei den übertragbaren Titeln so und so viel als Bestand in das nächste Jahr übergehen. Das ist schon bei der Etatsberathung Ende November, Anfang Dezember, eine sehr unsichere Schätzung; sie ist es umsomehr heute. „Ich bitte also, Alles, was ich vHnng; an Zahlenmaterial heute für das laufende Jahr gebe, mit diesem Vorbehalt aufzunehmen. Auf Grund der von den einzelnen Verwaltungsressorts mir gemachten Mittheilungen nehme ich heute an, daß die eigene Verwaltung der Reichskasse, also abgesehen von den Ueberweisungsposten, wie ich sie wohl kurz nennen darf, im laufenden Jahre ungefähr in Einnahme und Ausgabe balanzirend abschließt. Ich glaube kaum, daß wir ein Defizit zu erwarten haben, ich glaube eher, daß man nach dem, was bis heute bekannt und feststehend ist, auf einen Ueberschuß von zwei bis drei Millionen rechnen darf.
Ich will aber bei dieser Gelegenheit nicht verschweigen, daß ich die Möglichkeit voraussehe, daß dieser Ueberschuß sich doch im Laufe der nächsten Monate noch vermindern wird. Ich darf Sie nur daran erinnern, daß, wie schon in der Oeffentlichkeit ziemlich bekannt ist, die Kosten unserer ostafrikanischen Expedition, welche ja auf diesen Theil unseres Etats von Einfluß sind, größere Mittel in Anspruch nehmen werden, als man der Natur der Sache nach im vorigen Jahr voraus⸗
chen Staats⸗Anzeiger. 8 G 1889.
waltung der Zölle, der Tabacksteuer, der Branntwein⸗Verbrauchsabgabe, der Stempelabgabe für Werthpapiere, welche auf den Abschluß des Er⸗ gebnisses des Reichshaushalts keinen Einfluß haben, sondern den Einzelstaaten — bei den Zöllen in dem über ein gesetzliches Maß hinausgehenden Betrage — zufließen. 8
Ehe ich auf die Einzelheiten dieses Haushaltszweiges eingehe, möchte ich mich jedoch noch mit einem Worte mit der Zuckersteuer beschäftigen. Die Erträge der Zuckersteuer des laufenden Jahres haben wir in folgender Weise veranschlagt. Wir haben genommen die Ist⸗ einnahme im ersten Semester des laufenden Etatsjahres, also in den Monaten April bis September. Wir haben dann für die zweite Hälfte des Jahres die Isteinnahme des zweiten Semesters des vorigen Etatsjahres genommen, weil wir eine bessere Grundlage für die Schätzung nicht hatten. 1 2
Diese beiden Summen haben wir addirt; wir haben aber dann hier wie bei den übrigen Steuern und den Zöllen, bei denen dasselbe Verfahren beobachtet ist, die so gefundene Zahl auf Grund verschie⸗ dener Rücksichten berichtigt und sind so zu der Zahl gekommen, die wir als voraussichtliches Endergebniß angenommen haben.
Die Isteinnahme des ersten Semesters dieses Jahres hat bei der Zuckersteuer betragen: bei der Materialsteuer rund 11 ½ Millionen, bei der Verbrauchsabgabe 20 770 000 ℳ rund. Ich komme durch eine längere Rechnung, die ich bei der Spezialberathung der Steuer bereit bin Ihnen vorzulegen, die ich auch heute bereit bin Ihnen vor⸗ zulegen, wenn es gefordert wird, zu dem Resultate, daß ich glauben mschte, daß die Zucker⸗Materialsteuer und die Zucker⸗Verbrauchs⸗ abgabe in dem laufenden Jahre sich in der Weise dem Etat gegen⸗ über kompensiren werden, daß eine bei der Materialsteuer zu erwar⸗ tende geringe Mehreinnahme die bei der Verbrauchsabgabe dem Etat gegenüber zu erwartende Mindereinnahme mindestens decken, vielleicht noch etwas überschreiten wird. 1.“
Wenn ich mich nun zu den Zöllen wende, so schätze ich, daß die Zölle etwa dreißig bis vierzig Millionen den Einzelstaaten mehr zu⸗ führen können, als bei der Abschätzung des Etats angenommen worden ist. Die Isteinnahme im ersten Semester des laufenden Etatsjahres hat 158 Millionen rund betragen; ich bin aber sehr zweifelhaft, ob man für das zweite Semester des laufenden Jahres hier auf eine salch Einnahme wird rechnen können, wie sie im vorigen Jahre that⸗ ächlich stattgefunden hat. Denn, wie ich bereits erwähnt habe, ist diese Mehreinnahme bei den Zöllen wesentlich verursacht durch die Einnahmen aus den sogenannten Kornzöllen. Die Einnahme an Zöllen aus den Hauptartikeln der Position 9 des Zolltarifs hat im ersten Semester des Etatsjahres 1889/90 ein Plus von 23 Mil⸗ lionen Mark gegen das Vorjahr ergeben. Ich glaube aber, daß man für den Winter kaum eine gleich starke Einfuhr von Korn wird mit Sicherheit erwarten können, wie sie im Vorjahre statt⸗ gefunden hat, und zwar aus zwei Gründen: die Ernte des Jahres 1888 blieb im weitaus größten Theile von Deutschland hinter einer
sehen konnte. Sollte auf Grund dieser oder auf Grund anderer zur Zeit noch nicht vorberzusehender Umstände eine Steigerung der Aus⸗ gaben in einer oder der anderen Form eintreten, so würde sich dadurch dieser Ueberschuß, der, wie ich Ihnen gesagt habe, auf 2 bis 3 Millio⸗ nen geschätzt wird, vermindern. 8 8
Gehe ich nun auf die einzelnen Zahlen ein, so nehme ich an, daß eine Mehrausgabe im Auswärtigen Amt von etwa 300 000 ℳ in Aussicht steht; das Reichsamt des Innern wird unter Gegenrech⸗ nung seiner Ersparnisse ungefähr mit dem Etatssoll abschließen; viel⸗ leicht wird eine kleine Mehrausgabe von etwa 50 000 ℳ noch nöthig sein. Ziemlich erhebliche Mehrausgaben werden dagegen voraussicht⸗ lich im Gebiet der Verwaltung des Reichsheeres erforderlich werden; sie sind mir beziffert auf eine Zahl von etwa 7 bis 8 Millionen, einschließlich der Mehrausgaben bei den Ansätzen im Etat des Allge⸗ Füee Pensionsfonds, soweit sie sich auf militärische Verhältnisse
seziehen.
Unter den einzelnen Ansätzen, aus denen diese Zahl resultirt, greife ich nur wenige heraus. Die Brot⸗ und Fourageverpflegung wird etwa 2 bis 3 Millionen mehr (hört! hört! links) als man im vorigen Jahre annehmen konnte, in Anspruch nehmen, weil die Preise gestiegen Rickert, ich
Hr. Abg. Rickert, ich werde auf diesen Punkt in einem spä Moment meiner Ausführungen noch näher “ da ich Zwischenruf sehe, daß er Sie besonders interessirt und ich deswegen annehme, daß es Ihnen erwünscht ist, wenn der Punkt etwas genauer erörtert wird.
Es ist dann bei dem Garnisonverwaltungs⸗ Mehrausgabe von etwa 800 000 ℳ zu erwarten. sich eine Ausgabe von 470 000 ℳ wegen höherer Manöverkosten nach den Erfahrungen der letzten Jahre. Der Ankauf der Remonten wird höhere Mittel in Anspruch nehmen, etwa 800 — 900 000 ℳ; mit dem früheren Durchschnittssatz für das einzelne Remontepferd ist zur Zeit nicht mehr auszukommen, man hat höhere Preise zahlen müssen. Diese höheren Preise sind der inländischen Pferdezucht, der inländischen Landwirthschaft, und zwar der Landwirthschaft gerade eines Theiles von Deutschland wesentlich zu Nutze gekommen, der sonst nach Be⸗ hauptungen, denen man in der Oeffentlichkeit vielfach begegnet, unter der augenblicklichen Wirthschaftspolitik leiden soll, nämlich Ost⸗
preußen. 1 1
nd etwa 500 000 ℳ Mehrkosten für Reisekosten und Tage⸗ 111“ wesentlich um deswillen, weil im dienstlichen In⸗ teresse der Truppentransport zu den Uebungen mehr als früher auf den Eisenbahnen erfolgt ist, ein Verfahren, welches im Interesse der Verminderung der Einquartierungslasten des Landes, auce so est e⸗ sich auf Kavallerie und Artillerie bezieht, im Interesse der Verminde⸗ rung der Gefahr der Verschleppung von Seuchen nur erwünscht sein kann. Ich beschränke mich auf diese einzelnen Zahlen. Sollten Sie nähere Auskunft über 8 Hüch⸗ Eünschre so bin ich bereit, diese
it ich sie heute geben kann. 8 3
9 geben sühe 11“ erwarte ich ein wesentliches Ab⸗ weichen von den Ansätzen des Etats nicht, ebensowenig beim Rech⸗
nungshof. 1 i d ichen Mehrausgaben hier handelt es sich nur Beneen FBara e . ihrem verhältnißmäßig unbedeutenden
nm slin⸗ Einfluß nicht nennen 8 3. bei der Reichs⸗Justizverwaltung Minderausgaben sind zu 18 S neche,dn “
1 von etwa 50 000 3 e “ über 2 Millionen Mark, sodaß, wenn man die I und Minderausgaben gegen einander aufrechnet, Pah f Mehrausgabe von rund bis 6, häne kommen werden. Dieser Mehrausgabe steht bei ens escmen dem Reich L11“ Hx E“
eehreinnahme von 5 ½ Millionen, 1 Fhhn Mesgege von 1 ⅞ Millionen bei der Eisenbahnverwaltung,9 8.
1 bei der Banknotensteuer von etwa 10070 E“ Verwaltungseinnahmen auch e-ect bwns über 1 Million an Mehreinnahmen ergeben. 88* Ran Fh dehe Erträgen der dem Reich verbleibenden Steuern und Stemp
büäehe bei welchen sich das zu er⸗
und Serviswesen eine Darunter befindet
abgaben, Zuckersteuer u. s., w. a lehchen wird, und die wartende — und Wencer ainn ernd ausgle 85
übri innahmen des egen die ehan 29 Se 89 wie ich im Anscng sagte 2—3 Millionen auf Grund der jetzt bekannten
sühe lasen h anders wird sich das Verhältniß gestalten bei der Ver⸗
ein Ueberschuß von Thatsachen voraus⸗
Wesen.
Mittelernte zurück, und aus diesem Grunde mußte die Einfuhr eine verstärkte sein. Auch in diesem Jahre ist allerdings die Ernte nicht als eine besonders gute anzusehen; nach demjenigen, was wir bisher darüber aber wissen, wage ich heute noch nicht auszusprechen, daß wir in Deutschland im Durchschnitt eine ebenso schlechte Ernte wie im vorigen Jahre haben. Ich weiß zwar Pro⸗ vinzen, zu denen meines Wissens namentlich die östlichsten gehören, welche die Ernte dieses Jahres für noch schlechter als die Ernte des ceigee⸗ ansehen; ich weiß aber auch Theile Deutschlands, welche in diesem Jahre eine sehr gute Ernte haben. Ich glaube also schon deshalb, daß man auf einen ebenso starken Bedarf von ausländischem Korn für den inländischen Konsum wie im vorigen Jahre mit Sicher⸗ heit heute noch nicht rechnen kann.
Nun kommt aber ein zweites Moment hinzu. Wie Ihnen Allen, wenigstens Denjenigen, welche mit den ländlichen Ver⸗ hältnissen bekannt sind, gegenwärtig sein wird, ist die Vegetation in dem vergangenen Sommer eine ungewöhnlich schnelle ge⸗ wesen, die Ernte ist in allen Theilen von Deutschland, über die ich orientirt bin, bis zu vier Wochen früher erfolgt als gewöhn⸗ lich, wenigstens bis zu vier Wochen früher als im vorigen Jahre. Es hat demgemäß auch der Kornhandel in diesem Jahre früher als in anderen Jahren übersehen können, wie hoch das Resultat der dies⸗ jährigen Ernte in Deutschland zu schätzen sein werde, und deshalb vermuthe ich — mehr als eine Vermuthung kann ich ja hier nicht aussprechen —, daß in den Importzahlen des Septembers des Jahres 1889 ein Theil von Einfuhren mitenthalten ist, welche vorjährigen Einfuhren entsprechen, deren Einfluß auf die Zolleinnahmen sich im vorigen Jahre erst einen Monat später, im Dktober ezeigt hat Ist dies richtig, so würden wir, wenn wir für die B 85 2es Gesammtresultats der Kornzölle des laufenden Jahres die Erne ven der zweiten Hälfte des Vorjahres einstellen wollke 9. J hiif. Hüeras inen. n Eg ges de. Abzug machen müssen.. n 115
zus diesem hohen Ertra⸗ 5 ergi
Standpunkte der “ z80e neehieht fi 55 8 fogn viel angefeindet worden sind, für die eichskasse — denn ob sis hr der Reichskasse direkt verbleiben oder durch Hinüberleitung in die Kassen der Einzelstaaten, denen die Uebernahme der Reichslasten er⸗ S 8 1r ecrehet meines Erachtens gleichgültig — ein sehr Zahlen, wie sie uns hier vorliegen, also eine Einnahme von etwa 70 — 80 Millionen, sind solche, die in dem Budget eines Gemeinwesens, wie das Deutsche Reich ist, einen erheblichen Posten ausmachen. Sie würden bedenklich sein, wenn diesen Einnahmen der öffentlichen Kassen auf der anderen Seite eine Belastung der Angehörigen des Deutschen Reichs gegenüberstände. 1
8 vnchs. süche gfs daß dies vielfach behauptet wird. Ich habe vielfach die Aeußerung gefunden, auch mit Bezug auf die Kornzölle, daß wir in einer Periode der Theuerung leben. Ich kann demgegen⸗ über nicht unterlassen, auch heute wieder, wie ich es im vorigen gethan habe, darauf hinzuweisen, daß diejenigen Preise, welche heute für Korn gezahlt werden, sehr erheblich hinter denjenigen vrle zurückstehen, welche in Deutschland früher und zwar in guten 9 5. jahren, wie im Jahre 1880 beispielsweise gezahlt wurden, zu
Zeit, wo wir niedrigere oder gar keine Kornzölle hatten. . lstaaten
Wenn ich annehme, daß aus den Zöllen an die fo etwa 30 — 40 Millionen werden mehr überwiesen werden Te wird die Tabacksteuer 888 1“ 5
illion abwerfen. iir werden ferner zu süesttbihe Risefra esen gicha ähihecssas
aterialien, die mir vorliegen, 2 4 Fer gchütene, eramse Sch lie igtziazeiin ich an diesen Mehrertrag vom vo rthschaftliceve ennen, daß die höheren ungetrübt freuen kann; denn es ist nicht zu ben Tbelle zarin ihren Einnahmen aus diesen Steuern zum große dieser Steuer unter⸗ en, daß gewisse Kategorien der dieser Ste vrund. Igeschafte s einem ungesunden Maße ausgedehnt FE ind. Was die Branntweinsteuer betrifft, so wird im laufenden ahre bei der Verbrauchsabgabe und dem Zuschlag der Etatzansatz nicht erreicht werden. Die Schätzungen nehmen an, daß das Schluß⸗ refultat um etwa 6—7 Millionen dahinter zurückbleiben könne. Ebenso wird bei der Malschbottich, und Branntweinmaterialsteuer auch eine Mindereinnahme von 4—4½ Millionen etwa zu er⸗
“ glaube ich das Jahr 1889/90 verla
ich wende mich jetzt iu demjenigen Jahre, wel
en zu können, und es uns eigentlich be⸗