“ 2
Amerika. 1 8 Nach einer Meldung des „W. T. B.“ hat der amerikanische Kreuzer „Albany“ Befehl erhalten, am Montag von Panama nach Amapala und Honduras zu fahren, um die dortigen amerikanischen Interessen zu schützen. Die Revolutionäre sollen in der Nachbarschaft von Amapala tätig sein.
Asfien. 8 Der persische Minister des Aeußern hat dem diplo⸗ matischen Vertreter Großbritanniens in Teheran vor⸗ gestern formell das Bedauern des Schahs darüber aus⸗ gesprochen, daß die englische Gesandtschaft nach den Er⸗ eignissen vom 23. Juni unter militärische Bewachung gestellt worden war.
85 “
Afrika. 8
Wie das „W. T. B.“ meldet, hat nach Angaben des spanischen Konsuls in Ceuta die Hafidische Mahalla vor der Stadt Tetuan ein 9 aufgeschlagen. Abd el Salen zog in Begleitung von 60 Reitern in die Stadt ein, begab 1ch in die Moschee, wo er einen Brief Hafids verlesen ließ, durchzog die Straßen der Stadt und nahm von den Bewohnern Geschenke entgegen. Die Stadt ist ruhig. Spanische Artillerie sichert die beständige Verbindung zwischen Ceuta und Tetuan.
Einer Nachricht aus Rabat zufolge ist Abdul Asis gestern mit dem Machsen nach Tmara, einem südlich von Rabat gelegenen Orte, abgereist. Sein Ziel ist Marrakesch.
. ände auf Grund der Bestimmungen der Lan
Statistik und Volkswirtschaft.
ungen in der Anzahl der Stadtgemeinden, Landgemeinden und Guts
bezirke 1.
dgemeindeordnung vom 3. Juli 189
(Feststellungen der gemeinderechtlichen Eigenschaft von Ortschaften (§ 4 der L.⸗G.⸗O.) sind in dieser Nachweisung nicht berücksichtigt.)
Die Bestimmungen der §§ 1 und 2 der Landgemeindeordnung für die sieben östlichen Frod nzen des Königreichs Preußen vom 3. Juli 1891 haben Veränderungen in der Anzahl der Stadtgemeinden, Land⸗ gemeinden und Gutsbezirke herbeigeführt, die in den einzelnen Pro⸗ vinzen bezw. Regierungsbezirken sehr verschieden waren. Die oben⸗ stebende Uebersicht läßt erkennen, daß mit Ausnahme von Westpreußen, dessen Gemeindezahl keine Veränderung zeigt, sämtliche östlichen Pro⸗ vinzen des Königreichs, in denen die Landgemeindeordnung g hat, seit dem 1. April 1892 bis zum Jahresschlusse 1907 durch Ver⸗ änderungen auf Grund der betreffenden Bestimmungen einen Rückgang der Gemeindezahl zu verzeichnen haben. Am größten war dieser mit 403, 251 und 237 Gemeindeeinheiten in den Provinzen Schlesien, Posen und Ostpreußen, sodaß auf diese drei zusammen 73,58 v. H. des gesamten Verlustes entfielen.
Während den fünf in Abgang gekommenen Stadtgemeinden in den Regierungsbezirken Marienwerder (1), Stettin (1), Posen (2) und Bromberg (I1) sechs neu hinzu gekommene Städte den Regierungsbezirken Danzig (1), Potsdam (4) und Liegnitz (1) gegen⸗ über standen, war dei den Landgemeinden und Gutsbezirken in der Regel der Zuwachs kleiner als der Verlust. Bei den Landgemeinden S in dieser Beziehung die Regierungsbezirke Marienwerder und
ralsund, bei den Gutsbezirken die Regierunzaberirke Königsberg und
.“ eine Ausnahme.
Besonders erheblich war die Einbuße an der Zahl der Land⸗ gemeinden in den gsbezirken Königsberg und Gumbinnen; einer Zun an Landgemeinden von 10 bezw. 11 stand hier eine
Verminderung um 158 bezw. 186 gegenüber, sodaß der Mehrabgang an Lrndeeeee in diesen beiden Wheaürien sebeh de J als 43,47 v. H. des Ceneh. an Landgemeinden in den sieben östlichen Provinzen ausmachte. Gleichfall⸗ erheblich höher als die Zunahme war der Verlu een drei schlesischen und den beiden posenschen Regierungsbezirken, wo das Mehr der in Abgang gekommenen Land⸗ gemeinden zwischen 88 (Breslau) und 53 (Posen) Feeegene Bei den Regierungsbezirken Köelin, Danzig und eenstein übertraf der Verlust an Landgemeinden den Zugang nur wenig, sodaß sich ein Mehrabgang von nur 5 belw. 2 und 1 Landgemeinde ergab. Beim Bezirke Eefuri kamen während der Berichtszeit solche Veränderungen überhaupt nicht vor, und bei den Regierungsbezirken Stralsund und Marienwerder bbertraf die Zunahme der Landgemeinden den Verlust um 7 bezw. emeindeeinheiten. 2
2 Preheneeghtehenrken Hetuug die Abnahme der Gesomttahl in den sieben Provinzen noch nicht zwei Drittel so viel wie bei den Landgemeinden; während dort den 340 Zugängen 1083 Abgänge gegen⸗ über standen, betrugen hier erstere 347, letztere nur 816. In den einzelnen Regierungsbezirken schwankte die Mehrab⸗ als Zunahme der Batteder Gätakazite zwischer nur 1e 2 in,Alensen, omis DBamg und 95 in Bromberg, während in den Regierungsbezirken Königsberg und Gumbinnen die Zunahme der Zahl der Gutsbezirke den Abgang um 69 bezw. 20 d. Inen 5 —
Am wenigsten Aenderungen haben die bezüglichen Bestimmungen der Landgemeindeordnung in dem Regierungsbezirke Erfurt hervor⸗ seufer. Dort hat sich der Bestand an Stadt, und Landgemeinden eit 1892 gar nicht geändert, und die Babhh 72 kagt unn nur einen Abgang von 18 Gemeindeeinheiten, dem kein Zuwa gegentbersten9 8 e(dStat. Korr.)
gemeinden Landgemeinden Gutsbezirke — 8 8 8 5 8 ½ ½ —⸗— 8 5 — 8 A8IEEöue.“ 88. S “ SIIIIII212 Provinzen SSAIAS881—5 S * S 8 Eöö11 S 3 S=S—, S S8 ZEsͤ8S111 =F,8 S S5 8S 2,5 8= 58 —88 8 tww. DDTFebI Regierungs⸗ 8SSSAEP88ö—2 8 SSSSSa2 * 88-552 8 8185 8e 8 (O-5 S Sess 5 SSSLvSSeAeeeneebebeeeeee 2 bezirke 8 88 8Sö5 — E SaS vZEaS85S sb1=äeaSS.Sa 5 55 * 288.SS 5SLS(2888S Ssbä832285 *528.— eiümaöAIIZIA,.4XA*“ IEIEIIö.“ ₰ S [3 — 2 S8 8 —= 8 — 8 825 he⸗s bkS Sbenbk-.588 S — — ₰ ₰5 ““ EEI 8 e“ S566 2 8510 11 12 13 14 15 1 16]1 17] 18 ] 19 20 21 22 23 24 1 . V — — — — 13 255 50 — 20 9] 11] 358 — 324 7 12 11 12 2 111 155 87 —]F513 — 237 Westpreußen . — 1 1 — 8 51 5 1 1 8 35 109/32 — 1] 45 5 70 2 90] 213. —- 32 323— — Brandenburg. — — — 4 —, 16 12 14 4/ — 4 4 54 — 43 8 41 20 3 11] 15 987=—- 68] 152 —- 107 Pommern .. 112— 1 — 1 6 15 41 — 1 2 17 82 —- 18 2 65 26 30 1] 19 143 — 104 226 — 123 Posen.... — 3 3,— 3 26 167 50 — 2 10 17] 272 — 115 2 67 14 120 — 68 271 — 133 546 — 251 Schl — — — 1 — 48 186 15 1 — 11] 9 270 — 251] 15 74 63 1/ 10 10 173 — 153] 443 — 403 Sachsen. — — — — 13 12 5 — 1 — 5 36 ⸗ — 24] 12 50 9 2 3 9 85 /— 66 121 —- 90 Regie⸗ rungs⸗ bezirke Königsbegg.. — ——- — 12, 96] 35 12 3 5 163 — 148 7 2 8 5 1 80 103/69 — 266 — 79 Gumbinnen. — — — — 1 157 14 — 8 6 6 192 — 175 — 10 1 5 1] 29 46 20 — 238 — 155 Wensftcteieieieieie(Q Z“ E111“*“ 11 15 54 — 2 —- 16 3 22 2 41 84 — 2 138— 3 Marienwerder — 1 1—- 1 3 19 5 — 1 7 20 5534 — 1] 29 2 48 — 49 129 —- 30] 185 3 — otsdam. — — — 4 — 6 10 11 4 — 2 2 35 — 30 3 17 12 1 5 8 46 — 30 81 — 56 — — — — 10 2 3 — — 2 2 19 — 13 5 24 ẽ 8 2 6 7 52 — 38 71 — 51 Stettin... 1 — 1— 1 4 7 19 — 2 8 40—- 200 1 15 4 4 — 9 33, — 15 74 — 36 Köslin — — — — 1 27 22 — 1— 9 40 — 5 1] 43 6 17 1 9 77 —- 58] 117 — 63 Stralsund. — — — — 1 1 — — — — — 27 —— — 7 16 9 — 1 33/⸗ — 31 y35 —- 24 ojein — 2 2 — 2 19 61 30 — 1 5 8 124 — 53 — 23 7 53 — 44 127 — 38] 253 —- 93 romberg.. — 1 1— 1 7 106 20 — 1 5 9 148 — 62 2 44 7 67 — 24 144 — 95 293 — 158 Breslau — — — — 22 56 10 — — 2 2 92 — 88 8 14 13 — 1 1 377 —- 35] 129 — 123 ö— — — 1 — 111] 63 2 1 — 4 1 82 — 80 4 17 33 — 1 3 58 — 52 140 — 131 rnein ...—I—BedPlNenkNü1. 877—ebb8s98eeeeeeeeeeeeeee 66 174 — 145 Magdeburg.. — — — — 6 4 4 — 1 — 3 18/ —- 100 3 12 4 2 — 6 27 — 14 45/ —- 24 Mersebug. — — — — 7 8 1— — — 2 18 —- 14 9 25 2 — 1 3 40 —- 34 58 —- 48 1161616161611616168 2 — 18—- 18 y18—- 18 Zusammen 11 4 51 — 130 698 180 6 25] 44] 98711811 — 723]1 47 354] 148 238] 29 322,1138 — 155 2324 — I211.
Die Durchschnittspreise der wichtigsten Lebens⸗ und Futtermittel im Monat Juni 1908
betrugen in Preußen nach der „Stat. Korr.“ für 1000 kg: Weizen 208 (im Mai d. J. 211, im Juni 1907 206) ℳ, Roggen 184 (190 bezw. 200) ℳ, Gerste 161 (164 bezw. 173) ℳ, Hafer 162 (163 bezw. 197) ℳ, gelbe Erbsen zum Kochen 261 (262 bezw. 251), weiße Speisebohnen 296 (298 bezw. 314) ℳ, Linsen 505 8— bezw. 592) ℳ, Eßkartoffeln 61,5 (61,3 bezw. 79) ℳ, Richt⸗
h 49,9 (51,6 bezw. 52,7) ℳ, Heu 68,8 (75,8 bejw. 59,6) ℳ, Rindfleisch im Großhandel 1229 (1224 beiw. 1280) ℳ; im Kleinhandel für 1 kg: Rindfleisch von der Keule 1,57 (1,58 bezw. 1,60) ℳ, vom Bauche 1,34 (1,33 bezw. 1,36) ℳ, Schweinefleisch 1,48 (1,48 bezw. 1,39 ℳ), Kalbfleisch 1,59 (1,58 bezw. 1,60) ℳ, Hammel⸗ fleisch 1,61 (1,60 bezw. 1,62) ℳ, inländischen geräucherten Speck 1,63 1,63 bezw. 1,61) ℳ, Eßbutter 2,49 (2,57 bezw. 2,38) ℳ, inländisches
weineschmalz 1,61 (1,64 bezw. 1,59) ℳ, Weizenmehl zur Speise⸗ bereitung 36 (36 bezw. 34) ₰, Roggenmehl 32 (32 bezw. 30) ₰; für 1 Schock Eier 3,63 (3,48 bezw. 3,46) ℳ.
Die Preise der vier Getreidearten zeigen im Juni d. J. eine rückläufige Bewegung. Die gegen den Vormonat be⸗ tragen beim Weinen: in Stettin, Neuß und Aachen 9, in Posen 6, in Berlin, Hannover und Koblenz 5, in Breslau, Görlitz, Osnabrück und Hanau 4, in Bromberg, Gleiwitz, Stralsund, Magdeburg, Kiel und Cassel 3, in Königsberg i. Pr. und Frankfurt a. O. 2, in Danzig, Halle a. S. und Paderborn 1 ℳ; beim Roggen: in Stettin 11, in Frankfurt a. O. 10, in Posen, Gleiwitz, Görlitz und Stralsund 9, in Bromberg, Breslau und Berlin 8, in Danzig und Hannover 7, in Königsberg i. Pr., Halle a. S., Kiel und Aachen 6, in Magdeburg, Paderborn und Neuß 4, in Koblenz 3, in Osnabrück 2, in Köslin, vrnan und Trier 1 ℳ.
Im Anschluß hieran bringen wir noch eine Uebersicht der Ge⸗
treidepreisbewegung im verflossenen Halbjahre. Es 2S Mhark im Durchschnitt der 23 bedeutendsten preußi⸗ är
Zamurt Fehrmar Miri hüem Mei Immm
1000 k. anuar Februar r; a un Weizen 8 216 208 205 2⁰3 211 208 Roggen. . 201 194 188 185 190 184 Gerste. 170 167 165 163 164 161 Hafer 166 162 159 159 163 162.
Die Krankenhausstatistik für Preußen 1906.
Die Nachrichten über die Morbiditätsstatistik in den Heilanstalten Preußens werden vom Königlichen Statistischen Landesamt in der „Preußischen Statistik; seit 1877 veröffentlicht. Die Zahl der an dieser Statistik beteiligten Anstalten betrug 888 im Jahre 1877, stieg auf 1155 im Jahre 1884 und erreichte seitdem infolge der Durch⸗ führung der segensreichen Krankenveersicherungsgesetze im Jahre 1906 die Höhe von 2411; hierbei sind die Anstalten mit 10 und weniger Betten sowie die Abteilungen für allgemeine Krankheiten in den Entbindungs,, Augenheil⸗ Se. Irrenanstalten mitgerechnet. Demnach hat seit 1884 eine Vermehrung der allgemeinen Heilanstalten um 1256 = 108,74 vom Hundert stattgefunden. In diesen Anstalten standen im Jahre 1906 138 016 Betten = 36,96 auf 10 000 Ein⸗ wohner den Kranken zur Verfügung; die Zahl der Verpflegten
betrug 1 036 161 (636 149 männl., 400 012 weibl.) = 277,47 auf die
leiche Zahl der Bewohner des Staates. Ueber diesem Durchschnitt genen ie Zahlen für 13 Regierungsbezirke. Die erste Stelle nahm der Regierungsbezirk Cöln mit einer Verhältniszahl von 548,45 ein; dann olgen der Stadtkreis Berlin mit 519,00, die Regierungsbezirke Plaeger mit 419,00, Arnsberg mit 405,51, Düsseldorf mit 377,98, Breslau mit 377,92, Wiesbaden mit 368,14, Stralsund mit 356,62, Hildesheim mit 336,79, Trier mit 291,53, Königsberg mit 289,68, Osnabrück mit 281,49, Hannover mit 278,64. Von den übrigen 24 Regierungsbezirken betrug für 11 diese Verhältniszahl 269,14 bis 215,21, für 12 nur 199,50 bis 108,95 und für den Regierungsbezirk Stade sogar unter 100, nämlich 89,96.
Das Verhältnis zwischen der Zahl der Verpflegten und der
—— der Betten hat für die Verwaltung der Krankenhäͤuser eine ervorragende Bedeutung. Es ist daher die Berechnung, wieviel Verpflegte auf ein Bett kommen, von besonderem Interesse für die Frage, ob zu wenig Betten in einer Anstalt vorhanden sind, oder ob die Betten zu oft benutzt werden. Im Jahre 1906 wurden für sämtliche Anstalten im Staate auf 1 Bett 7,51 Verpflegte berechnet; in den Jahren 1879 bis 1905 schwankte diese Zahl zwischen 5,7 und 7,6. Für 15 Regierungsbezirke hat sich heraus⸗ estellt, daß ein Beit oöfter als nach dem Jahresdurchschnitt 1906 enutzt worden ist. Im Regierungsbezirk Stralsund kamen 12,73, im Stadtkreise Berlin 10,43, in den Regierungsbezirken Merseburg 9,33, Königsberg 9,10, Hannover 9,01, Gumbinnen 8,42, Wiesbaden 8,31, Danzig 8,13, Lüneburg 7,99, Schleswig 7,95, Arnsberg 7,87, Düsseldorf 7,85, Cöln 7,69, Oppeln 7,58 und Cassel 7,56, in 22 Be⸗ zirken hingegen weniger als 7,51 Verpflegte auf ein Bett. Im inneren Zusammenhange mit der Frage nach der Benußun der Betten steht die Frage nach der Verpflegungsdauer der Kranken 2 den allgemeinen L“ sie betrug 30,84 Tage im Staatsdurchschnitt, im Jahre 905 Heheen etwas mehr, nämlich 31,15 Tage. Innerhalb der Re⸗ ierungsbezirke schwankte die Aufenthaltsdauer zwischen 23,96 in Stral⸗ sund (25,63 in verlhnh und 45,29 Tagen in Sigmaringen.
Gegen das Vorjahr ist die Zahl der behandelten Personen von 981 083 auf 1 021 240, die der Krankheitsfälle von 1 021 140 auf 1 059 134 gestiegen. Von je 1000 der letzteren waren Infektions⸗ und parasitäre Krankheiten 194,07 (im Vorjahre 201,10), solche in⸗ folge von Verletzungen 137,58 (132,48), die des Verdauungsapparates 115,19 (109,87), solche der äußeren Bedeckungen 99,94 (100,43), der Atmungsorgane 79,51 (80,13), sonstige allgemeine Krankheiten 76,27 (75,50), solche der Bewegungsorgane 73,72 (79,16), der Harn⸗ und Geschlechtsorgane 60,90 (59,56), des Nervensystems 55,79 (54,58), der Kreislauforgane 36,33 (36,34), EEEE1“ 26,67 (25,47), Krankheiten der Augen 21,95 (22,97), des Ohres 10,92 (11,41), andere und nicht bestimmt angegebene Krankheiten 11,16 (11,00).
Eine andere Reihenfolge zeigt für die gleichen Krankheiten die Sterblichkeit. Von je 1000 der behandelten Fälle nahmen einen tödlichen Ausgang überhaupt 61,98 (63,83), an Infektions⸗ und para⸗ 5 Krankheiten 19,64 (20,95), an sonstigen allgemeinen Krank⸗
eiten 8,33 (8,17), an solchen der Verdauungsorgane 6,89 (6,90), der Atmungsorgane 6,69 (7,23), der Kreislauforgane 5,03 (4,92), des Nervensystems 4,54 (4,42), infolge von Verletzungen 3,36 (3,17), an Entwicklungskrankheiten 3,16 (3,50), an Krankheiten der Harn⸗ und Geschlechtsorgane 2,43 (2,56), der Bewegungsorgane 0,55 (0,58), der äußeren Bedeckungen 0,40 (0,43), des Ohres 0,13 (0,14), der Augen 0,01 (0,01), an anderen und unbestimmt angegebenen Krank⸗ heiten 0,82 (0,85). Im ganzen starben 65 642 (65 184) oder 64,28 (66,44) von 1000 der Behandelten. Von 1000 Todesfällen innerhalb des Staatsgebietes entfielen auf die allgemeinen Heilanstalten 97,44 (89,70). Von je 10 000 der Zivilbevölkerung wurden 264,64 (258,13) in jene Anstalten aufgenommen; 17,76 (17,92) sind daselbst estorben. — In Klammern stehen die Vergleichungszahlen aus dem Jahre 1905. “ (Stat. Korr.)
— Zur Arbeiterbewegung. In Stettin sind, wie die „Köln. Ztg.“ erfährt, die Erd⸗ und Bauarbeiter in den Ausstand getreten. Beonders sind die städtischen Arbeiten davon betroffen; beim Museumsbau, beim Regierungébau und bei der Kanalisation ruhen die Arbeiten. Die Einigungsverhand⸗ lungen hatten kein Ergebnis.
Der Ausstand bei der Firma Brinkhaus in Warendorf [gl. Nr. 153 d. Bl.), der beinahe eine Textilarbeiteraus⸗ sperrung in ganz Westfalen herbeigeführt hätte, wurde, wie der „Frkf. Ztg.“ gemeldet wird, dadurch beigelegt, daß die Arbeiter die Bedingungen der Firma angenommen haben. Die Arbeit sollte am heutigen Montag wieder aufgenommen werden.
Sämtliche Bielefelder Wäschefabriken verkürzten, der „Rh.⸗Westf. Ztg.“ zufolge, die tägliche Arbeitszeit von 9 ½ auf
18 Ermndeg. s ischen dem Vorstand des J ne Aussprache zwischen dem Vorstand des Industriellen⸗ verbandes und Vertretern des Deutschen Miohftrtellen. verbandes über die Möglichkeit der Beilegung des seit nunmehr 5 Wochen bestehenden Ausstandes bei der Firma Boveri u. Co. in Mannheim bat, wie die „Köln. Ztg.“ meldet, kein end⸗ gültiges Ergebnis gehabt. Von weiteren Verhandlungen erwartet man die Erzielung einer Einigung. schiffahrts⸗
Sämtliche Bedienstete der Pariser Lokal
gesellschaft sind, wie dem „W. T. B.“ telegraphiert wird, in den Ausstand getreten.
Wohlfahrtspflege.
8
Kinderfürsorge. Daß es noch ganze Gebiete ohne eigentliche unterrichtliche Kinder⸗ fersan⸗ gibt, beweisen die Feststellungen der „Vereinigung zur Für⸗ sorge für die lußß und Kanalschiffer“, nach denen allein in dem einen Regierungsbezirk Potsdam 1364 oder 34 % aller Schifferkinder die meiste Zeit des Jahres einer erziehlichen Einwirkung entbehren und auch für die Schulentlassenen so gut wie gar nichts geschieht. Die Vereinigung hat beachtenswerte „Vorschläge“ zur Beseitigung dieses Uebelstandes herausgegeben. — Die Kommanditgesellschaft Ferd. Fuesers, AöI usw., in Dülken stiftete anläßlich ihres 50jährigen Bestehens 20 000 ℳ als Fonds für Erziehungsbeihilfen an talentierte Kinder von Angestellten und Arbeitern der Firma. — Der Frankfurter Verein für Kinderhorte unterhielt im Jahre 1907 21 Horte, von denen jeder einen Vorsitzenden und einen Rechnungs⸗ führer hat. Zur Durchführung der Aufgaben stehen jedem Hort ein Damenausschuß und ein bis drei Erzieher bezw. Erzieherinnen zur Ver⸗ fägung. Die Anzahl der Hortzöglinge betrug am 1. März 1907 1231. 460 dleser Zöglinge besitzen Spareinlagen, die im Laufe des Jahres 1907 um 1388 ℳ Ehllasen erhöht wurden und dadurch zu einem Gesamtbetrag am Jahresschlusse in Höhe von 3111 ℳ anwuchsen. Der Verein hat auch 5 Suppenanstalten im Betriebe, in denen im ver⸗ flossenen Jahre 131 155 Portionen zur Ausgabe gelangten. Die Be⸗ triebskosten der Horte beliefen sich 1907 auf 56 013 ℳ, worunter sich 24 000 ℳ städtische und 6000 ℳ Subvention der Polytechnischen Gesellschaft befinden. Die Gesamtausgaben des Vereins betrugen 1907 75 939 ℳ., und zwar mußten hiervon 2806 ℳ dem Kapitalvermögen (13 516 ℳ) entnommen werden. Der Cölner Verein für Ferienkolonien konnte im Jahre 1907 1580 Kinder in 14 Kolonten von je 21 Tagen Dauer verpflegen. Die Kinderzahl stieg fast um 100 gegen das Vorjahr, in dem sie 1483 betrug; im Sommer 1905 waren 1404 Kinder beteiligt. Der Cölner Ferienverein wird aber auch von den städtischen Einwohnern reichlich bedacht, denn es konnte das Defizit von 3000 ℳ im Voranschlag durch Spenden von Vereinsfreunden gedeckt werden, und Frau Emil Oelbermann wendete dem Verein einen Betrag von 10 000 ℳ zu. Für das laufende Jahr sind 14 Ferienkolonien und 15 Milchstationen vorgesehen, die einen Aufwand von 20 266 ℳ beanspruchen. Das Vereinsvermögen beläuft au 500 ℳ. — Für die Kinderhorte des Frauenvereins in Düsseldorf brachte ein im Dezember v. J. veranstalter Puppen⸗
basar einen Reingewinn von 43 000 ℳ. — Die Stadt D errichtet mit einem Kostenaufwande von 19 700 ℳ im stidkschane