2772007 72336 72396 73190 73385 73500 73514 73629 73864 77209 74518 74574 74575 74636 74771 74836 75142 75161 75403 75407 75461 75523 75687 75730 75805 76360 76820 77087 77640 77671 77736 77882 77890 77904 77920 a/b. 78039 78561 78928 79412 79423 79704 79745 80090 80284 80294 81439 81574 81622 31813 82024 82035 82183 82512 82863 b. 82866 b. 82898 82964 83397 83713 84130 84349 84354 84487 84673 84683 84700 84956
84967 85226 85227 85341 85393 b. 85696 85906 86093 86243 86267 86300 86350 86694 86983 87285 87437 87500 87562 87570
87704 88553 88667 89045 89202 90122 90195 90208 90255 90337 90803 90925 91527 91624 91647 91668 91677 91713 91909 92468 92502 92565 92657 92794 93102 93154 93483 93556 93904 94355 94705 95369 95382 95633 95665 95672 95822 96163 96459 96672 96828 96832 97131 97146 97232 97239 97382 97584 97593 97611 97719 98202 98887 98926 98969 99122 99396 99413 99474 99613 99914 100068 100111 100194 100340 100485 100571 100687 100812 101333 101571 101691 101876 102107 102374 102478 102667 102797 102943 103226 103286 103472 103621 103739 103801 104174 104193 104217 104352 104687 106038 106255 106562 107048 107571 107643 1079397 108027 108336 108625 108810 108977 109390 109826 109853 109946 110186 110390 110466 110780 111102 111224 111604 111830 111898 111933 111948 112035 112746 112912 113294 113373 113754 113863 113923 114035 114221 114250 114953 115527 115641 116038 116075 116076 116079 116827 116998 116999 117002 117040 117167 117183.
b. Restanten für zwei Termine:
44397 45078 45787 47069 48441 49745 50801 51139 52396 52596 58249 58464 59705 59792 60277 61417 61819 65446 65852 67251 68357 68688 68970 71153 72111 75214 75347 75393 75439 75710 75994 76285 76291 76839 78063 78362 80452 81706 83041 84371 a./b. 84491 84838 85079 86390 86425 86855 87035 87321 87807 87881 89413 89876 91307 91350 91470 91651 92202 92608 92950 93158 93684 94428 95340 95602 95877 96357 96628 97135 98411 99529 99746 99966 100052 101777 101906 103158 103344 103354 103749 104522 104547 105729 105798 106359 107817 107950 108143 108175 108191 108296 109044 109612 109677 109919 110204 110371 110520 110562 110932 1 111492 111767 111995 112011 112042 112455 112727 115159 115450 115981 115982 116635 116809.
c. Restanten für drei Termine, welche exkludirt worden sind:
37720 64382 65797 71034 73211 79266 82294 83148 85414 86565 86660 88181 88612 89149 89217 93827 95811 97466 97741 98247 99536 99963 101210 101631 101872 102165 102390 102577 103547 103767 104544 105243 105277 106160 107383 108235 108494 109684 110107 111131 111493 112396 114006 114227 114435 114901 114977.
Ministerium der geistlichen, Unterrichts⸗ und Medizinal⸗Angelegenheiten.
Den Oberlehrern Schaeffer am Gymnasium zu Prenzlau, Dr. Kallius am Köntgstädtischen Gymnasium zu Berlin, Levisseur am Leihniz⸗Gymnasium daselbst, Dr. Emsmann am Real⸗Gymnasium zu Frankfurt a. O. und Dr. Scholle am “ zu Berlin ist das Prädikat Professor beigelegt worden.
Der Oberlehrer vom Gymnasium zu Mörs, Johannes Hollenberg, ist in gleicher Eigenschaft an das Gym⸗ nasium zu Bielefeld berufen worden.
Bei dem Friedrichs⸗Gymnasium zu Frankfurt a. O. ist dem ordentlichen Lehrer Max Sonntag der Titel Ober⸗ lehrer verliehen und der ordentliche Lehrer Dr. Theodor Siebert zum Oberlehrer befördert worden.
Der praktische Arzt Dr. med. Emil Stern zu Breslau ist zum Kreis⸗Wundarzt des Stadtkreises Breslau ernannt worden.
Abgereist: Se. Durchlaucht der Reichskanzler und Präsident des Staats⸗Ministeriums Fürst von Bismarck nach Friedrichsruh;
der Direktor im Reichsamt des Innern Bosse nach Kissingen.
Beitanntmachungen auf Grund des Reichsgesetzes vom 21. Oktober 1878.
Die Königliche Kreishauptmannschaft als Landespolizei⸗ behörde hat die nichtperiodischen Druckschriften: 1) „Der Deserteur. Dramatisches Zeitgemälde. Ein Beitrag zur Charakteristik der stehenden Heere. Den Freunden des Friedens und der Freiheit gewidmet von einem ehemaligen Soldaten. Zürich, 1870. Ver⸗ lags⸗Magazin.“ 2) „Die Nihilisten. Festspiel in vier Aufzügen. Nach historischen Quellen für die Bühne bearbeitet von **. Für die Commune⸗Feier in der Nordseite Turnhalle, Chicago, am 18. März 1882 verfaßt und bei dieser Gelegenheit zum ersten Male aufgeführt. Chicago, C 1.“ von der Soc. Publishing Society, 87 5. Ave.“ auf Grund von 88§. 11 und 12 des Reichsgesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 verboten. Leipzig, den 28. Juni 1883. Königliche Kreishauptmannschaft. Graf zu Münster.
Nichtamkliches. Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 3. Juli. Gestern Mittag nahmen Se. Majestät der Kaiser in Ems, wie „W. T. B.“ meldet, den Vortrag des Wirklichen Geheimen Legations⸗ Raths von Bülow entgegen. An dem Diner nahmen Theil: Fürst Dolgoruki, Graf zu Dohna⸗Schlobitten, Ober⸗Landes⸗ gerichtspräsident Heimsöth aus Cöln, Bischof Evert aus Warschau, Konsistorial⸗Rath Korten, Kammerherr Graf Wedel und Graf Keßler. 8
Abends erschienen Se. Majestät im Theater.
Heute Vormittag nahmen der Kaiser nach beendeter Trink⸗ ur und Promenade die Vorträge des Hofmarschalls, Grafen Perponcher, und des Chefs des Militärkabinets, General⸗
Lieutenants von Albedyll, entgegen. 11“
8 “ 8
— Zur Verhütung von Flurbeschädigungen durch das Publikum ꝛc. bei den größeren Truppenübungen ist Allerhöchstenorts unterm 8. Mai d. J. eine Instruktion ge⸗ nehmigt worden, welche das „Armee⸗Verordnungs⸗Blatt“ veröffentlichh. Nach dieser werden zur Unterstützung der Landgensd'armen bei Gelegenheit der größeren Truppen⸗ übungen Unteroffiziere und Gefreite der Kavallerie zur Bildung von Gensd'armerie⸗Patrouillen kommandirt. Der Zweck dieser Patrouillen ist zunächst, das den Truppen⸗ übungen zuschauende Publikum von dem Betreten bestellter Fluren zurückzuhalten, beziehungsweise dem⸗ selben geeignete Aufstellungspunkte anzuweisen. Außerdem liegt den Patrouillen ob, die Ordnung der marschirenden Truppenbagage, der Wagenkolonnen mit Bivouaksbedürfnissen zu kontroliren und sonstige, dem Feldverhältnisse entsprechende Polizeidienste zu verrichten. Diese Patrouillen bestehen in der Regel aus 3 Mann, und zwar aus: 1 berittenen Landgensd'armen als Führer, sowie 1 Unteroffizier und 1 Gefreiten der an den Truppenübungen theilnehmenden Kavallerie⸗Regimenter als Be⸗ gleiter des Ersteren. Als besonderes Dienstabzeichen legen die kom⸗ mandirten Mannschaften zum Waffenrock ꝛc. wie zum Mantel einen Ringkragen von weißem Metall an, auf welchem sich zwei heraldische Adler in Gelb befinden. Die Mannschaften haben, sobald sie zur Wahrnehmung des Polizeidienstes auf⸗ treten, stets im Dienstanzug mit obigem Ringkragen zu erscheinen. Die kommandirten Mannschaften haben diejenigen polizeilichen Anordnungen mit zu befolgen, welche der Landrath den zu diesen Patrouillen kommandirten Gensdearmen innerhalb seiner Kompetenz zu ertheilen für nöthig erachtet. Werden, wie bei den großen Herbstübungen, Gensd'armen aus ver⸗ schiedenen Kreisen kommandirt, und unter Aufsicht von Gensd'armerie⸗Offizieren verwendet, so gehen die den Patrouillen zu ertheilenden Anordnungen von diesen Gensd'armerie⸗Offi⸗ zieren aus; hat aber eine solche Abkommandirung von Gensd'armen für Manbverzwecke nicht stattgefunden, verbleiben letztere vielmehr in den von den Manövern berührten Kreisen zur Verfügung der betreffenden Landräthe, so haben auch die zur Unterstützung dieser Gensd'armen kommandirten Unter⸗ offiziere und Gefreiten den Seitens des betreffenden Land⸗ raths an sie ergehenden Weisungen nachzukommen. Bezüg⸗ lich des Einschreitens gegen Unordnungen der marschirenden Truppenbagagen ꝛc. sind indessen lediglich die mili⸗ tärischerseits gegebenen Weisungen maßgebend. Nach Schluß der täglichen Uebungen freten in der Regel die zur Unterstützung der Gensd'armen kommandirten Mann⸗ schaften unter den direkten Befehl des leitenden Truppen⸗ commandeurs zurück, um erforderlichen Falls noch zu militär⸗ polizeilichen Diensten in den Bivouaks und Kantonnements verwendet zu werden. Eine Verwendung zu Ordonnanz⸗ diensten bleibt indessen ausgeschlossen.
— Der Reichs⸗Stempelabgabe aus Nr. 4a. des Tariss zu dem Gesetz, betreffend die Erhebung von Reichs⸗ Stempelabgaben vom 1. Juli 1881, unterliegen nach einem Urtheil des Reichsgerichts, III. Strafsenats, von 2. Mai Sö.SI auch die Schriftstücke von Geschäftsagenten (Unter⸗ händlern) jeder Art über die im Gesetze bezeichneten Geschäfts⸗ abschlüsse an ihre Auftraggeber, sobald diese Schriftstücke den Beweis des betreffenden Geschästsabschlusses auch nur im Verhältniß zwischen dem Unterhändler und Auftraggeber,
wenn auch nicht dem Gegenkontrahenten gegenüber, liefern
sollen.
— S. M. S. „Nymphe“, 9 Geschütze, Kommandant Korv. Kapt. Dietert, ist am 25. v. Mts. in Port Mahon eingetroffen und an demselben Tage nach Cartagena in See gegangen.
S. M. Kanonenboot „Iltis“, 4 Geschütze, Kommandant Korv. Kapt. Klausa, ist am 8. Mai cr. in Nagasaki ein⸗ getroffen.
— Das „Marine⸗Ver.⸗Bl.“ veröffentlicht folgende Nach⸗ richten über Schiffsbewegungen (das Datum vor dem Orte bedeutet Ankunft daselbst, nach dem Orte Abgang von dort). S. M. Knbt. „Albatroß“ 19./3. Montevideo. — Letzte Nachricht von dort 26./5. (Poststation: Montevideo [Uruguay)]). S. M. S. „Arcona“ 18./6. Kiel. (Poststation Kien) S. M. S. „Carola“ 31./3. Auckland. — Letzte Nachricht von dort vom 12./4.; ist von Auckland nach Apia gegangen und beabsich⸗ tigte Mitte Mai die Heimreise über Matupi, Hermit und event. Batavia anzutreten. (Poststation: Suez.) S. M. Knbt. „Cyclop“ 14/4. Alexandria 31./5. — 9./6. Catania. 10./6. — 11./6, Malta 16./6. — 25/6. Gibraltar 26./6. (Post⸗ station: Plymouth.) S. M. S. „Elisabeth“ 29./4. Castle Rock (behuss Abhaltung der Schießübungen) 29./4 — 8./5. Saigon 9./5. — 13./5. Singapore 16./5. (Poststation: St. Vincent [Kap Verds].) S. M. S. „Freya“ 9./6. Neufahrwasser. (Poststation: Neufahrwasser.) S. M.
Knbt. „Hyäne“ 22./3. Auckland. — Letzte Nachricht von dort 24./4.
(Poststation: Sidney [Australien].) S. M. Knbt. „Iltis“ 16./4. Hongkong 26./4. — über Swatow und Amoy nach Nagasaki. (Poststation: Hongkong.) S. M. S. „Leipzig“ 22./5. Yokohama. (Poststation: Hongkong.) S. M. Av. „Loreley“ 25./5. Buyukdere. 18./6 — Lwöchent⸗ liche Uebungsfahrt behufs Abholtung der Schießübungen an⸗ getreten. (Poststation: Konstantinopel.) S. M. S. „Marie“ 3./6. Funchal (Madeira.) — Beabsichtigte am 4/6. die Reise nach Rio de Janeiro fortzusetzen. (Poststation: Montevideo [Uruguay]j.) S. M. . „ Moltke“ 24./4. Callao. — Letzte Nachricht von dort 12./5. (Poststation: Plymouth [England].) S. M. Brigg „Musquito“ Kiel 23./6. — 27./6. Swinemünde (Poststation: Swine⸗ münde). S. M. S. „Niobe“ 5./6. Edinburgh. 13./6. — 23./6. Dartmouth. (Poststation Dartmouth [England].) S. M. S. „Nymphe“ 5./6. Palermo 18./6. — nach Port Mahon (Post⸗ station: Cartagena [Spanien].) S. M. S. „Olga“ 30./4. Pernambuco. — Letzte Nachricht von dort 8./6. (Poststation: Bahia ([Brasilien].) S. M. Brigg „Rover“ Kiel 23./6. — 24./6. Swinemünde. (Poststation: Swinemünde.) S. M. S. „Stosch“ 30./4. Amoy 1/5. — 6./5. Shanghai. — Letzte Nach⸗ richt von dort 10./5. (Poststation: Hongkong.) S. M. Knbt. „Wolf“ 10./4. Hongkong 26./4. nach den Suluinseln. (Post⸗ station: Hongkong.) Uebungsgeschwader 18./6. Kiel 25./6. — zu Kreuzfahrten in der Nordsee. (Poststation: Cuxhaven.)
Hessen. Darmstadt, 1. Juli. Die „Darmst. Ztg.“ meldet: Wir befinden uns in der erfreulichen Lage, die Nach⸗
richt von der Verlobung Ihrer Großherzoglichen Hoheit
der Prinzessin Victoria von Hessen und bei Rhein, ältesten Tochter Sr. Königlichen Hoheit des Groß⸗ herzogs, mit Sr. Durchlaucht dem Prinzen Ludwig von Battenbe 1 kö
AUAhnhalt.
“
Dessau, 30. Juni. (Leipz. Ztg.) Der Herzogliche Hof verweilt gegenwärtig in seiner Sommer⸗ residenz zu Wörlitz. — Se. Hoheit der Erbp rinz hat vor⸗ gestern Wörlitz verlassen, um sich zur Kur nach Karlsbad zu begeben.
Lübeck, 29. Juni. (Wes. Ztg.) Die Bürgerschafts⸗ wahlen sind vorgestern beendet und nunmehr sind sämmt⸗ liche 42 Kandidaten des vaterstädtischen Vereins als Sieger über diejenigen der Fortschrittspartei hervorgegangen. In den vorgestrigen Wahlen hatte die Fortschrittspartei, um sich wei⸗ tere Niederlagen zu ersparen, Wahlenthaltung proklamirt; daher wurde bei eingeschriebenen 7799 Wählern mit 492 gegen 5 Stimmen der letzte Sieg errungen. Den Versuch, in unsere Bürgerschaft einzubrechen, dürfte die Fortschrittspartei sobald nicht Lust tragen zu wiederholen, hoffentlich ermannen sich, durch diesen Sieg gestärkt, nun auch unsere gemäßigten Ele⸗ mente bei den nächsten Reichstagswahlen und erobern den ihnen entrissenen Sitz zurück. 11“
Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 2. Juli. (W. T. B.) Das „Fremdenblatt“ erklärt das Communiqué des rumä nischen Amtsblattes, welches den Toast Gradisteanu’s auf dem Bankett in Jassy verurtheilt, für vollkommen unzureichend. Die rumänische Regierung müsse sich offen und unumwunden zu der Verpflichtung bekennen, Tendenzen, welche die Sicherheit und den Frieden des Nachbarreiches ge fährden, offen entgegenzutreten und dieselben auszurotten. Eine solche bündige und unzweideutige Erklärung scheine un erläßlich, damit die Schatten, welche die unqualifizirbaren Aeußerungen Gradisteanu's auf Rumäniens Beziehungen zu Oesterreich geworfen, wirklich wieder verschwinden. Ei, 2. Iul ( B.) Der Statthalter ver⸗ fügte wirks ame prophylaktische Maßregeln gegen die Cholera. Der letzte aus Alexandrien mit 89 Passa gieren angekommene Dampser wird einer siebentägigen Qua⸗ rantäne unterzogen.
Graz, 2. Juli. (W. T. B.) Der Kaiser empfing heute verschiedene Deputationen und besichtigte die anläßlich der Feier der 600 jährigen Regierung des Hauses Habsburg veranstaltete kulturhistorische Ausstellung, überall von der Volksmenge enthusiastisch begrüßt.
Belgien. Brüssel, 2. Juli. (W. T. B.) Heute Abend fand bier eine ziemlich lebhafte von verschiedenen fortschrittlichen Vereinen Brüssels und der Provinz veranstaltete Kundgebung der Bevölkerung zu Gunsten der Revision des Art. 47 der Verfassung (Ausdehnung des Stimmrechtes) statt. Dem Präsidenten der Kammer wurde eine Petition zugestellt und dem Deputirten Janson, welcher eine beifällig aufgenommene Rede hielt, eine Adresse. Nach einer Demonstration vor den Ministererien zerstreute sich die Menge wieder. Irgend welche Ruhestörungen fanden nicht statt.
Großbritannien und Irland. London, 30. Juni. (Allg. Corr.) Windsor den serbischen Gesandten, Monarchin den ihr von seinem Souverän Weißen Adler⸗Orden überreichte. Hierauf hatten Lord Ampthill, und Lord Dufferin Audienzen bei Ihrer Majestät.
Die ministerielle Partei hat einen wichtigen Wahl⸗ sieg in Hastings errungen, wo gestern an Stelle des zurück⸗ getretenen bisherigen konservativen Vertreters Mr. Murray der liberale Kandidat Mr. Ince (ein Jurist) in das Unter⸗ haus gewählt wurde. Der siegreiche Kandidat erhielt 2138 Stimmen oder 37 mehr als der von der konservativen Partei aufgestellte Kandidat Mr. Warner. Die liberale Partei hat somit den Sitz wieder eingenommen, den sie bei der letzten allgemeinen Parlamentswahl eingebüßt hatte.
Der zur Prüfung des Kanaltunnelprojekts ein⸗ gesetzte Ausschuß der beiden Häuser des Parlaments wird, wie es heißt, seinen Bericht gegen Ende Juli zur Vor⸗ lage bringen. Die Majorität des Ausschusses ist entschieden gegen den Bau des Tunnels und wird, wenn man sich im Ausschusse nicht einigen würde, einen eigenen Bericht abfassen und dem Parlament vorlegen. Es ist jedoch keinem Zweifel mehr unterworfen, daß die nachgesuchten Konzessionen (eine durch Sir Edward Watkins, die andere durch Lord Richard Grosvenor) in diesem Jahre nicht mehr zur Berathung kommen werden.
In Folge der Verwerfung der Schwägerehe⸗Bill durch das Oberhaus wird im Hause der Gemeinen so bald als möglich eine Resolution zu Gunsten der Legalisirung der Schwägerehe eingebracht werden. 1.“
Die Einzelnheiten des Planes für die Verthei⸗ digung von British⸗Beludschistan sind, wie ein Tele⸗ gramm aus Calcutta meldet, nunmehr endgültig festgestellt worden. Die äußerste Grenze wird von eingeborenen Mann⸗ schaften, in kleine Forts postirt, besetzt werden. Diesen Sta⸗ tionen werden centrale Militärposten von beträchtlicher Stärke als Stütze dienen. Die Garnison von Quetta wird eine
welcher der
europäische Bergbatterie, eine europäische Garnisonsbatterie,
zwei Schwadronen eingeborener Kavallerie, ein Bataillon britischer Infanterie und zwei Regimenter eingeborener I fanterie umfassen. Die übrigen Garnisonen werden in New⸗ Bazaar, Sharigh, Thall⸗Chotiali, Sibb und Sai placirt werden. Die Verstärkungen werden nicht vor nächsten Winter vorgeschoben werden.
— 2. Juli. (W. T. B.) Unterhaus. mier Gladstone theilte mit, die Regierung habe eine Note nach Queensland gesandt, in welcher erklärt wird, daß die Annexion von Neu⸗Guinea vom Rechtsstandpunkte aus nicht zu rechtfertigen sei. Die Regierung könne diesen Akt nicht bestätigen; jedenfalls müßte ein solcher Schritt von⸗ der englischen Regierung ausgehen. Die Regierung fürchte nicht die Absicht einer fremden Macht, Neu⸗Guinea zu besetzen, indessen würde ein solches Vorgehen einer fremden Macht nicht außerhalb der Interessensphäre Englands liegen. Gladstone fügte hinzu, dem Staatssekretär der Kolonien seien andere Vorschläge wegen Annexionen in jenen Gegenden mündlich gemacht worden, er habe aber vor Beantwortung derselben schriftliche Vorschläge erbeten. Unter⸗Staatssekretär Fitzmaurice erwiderte auf eine Anfrage, der Han dels⸗ vertrag mit Italien sei am Sonnabend ratifizirt worden.
Das Oberhaus nahm in dritter Lesung die Billübern die Seefischerei an.
Die Königin empfing gestern im Schloß
verliehenen
Der Pre⸗-⸗
Dem „Standard“ wird aus Tamatave vom 14. Juni berichtet, daß eine Abtheilung Franzosen in Stärke von 500 Mann als Garnison in Tamatave zurückgelassen wurde und daß die übrigen Truppen auf dem Vormarsch in das Innere begriffen sind. Die Hovas hätten sich in die Gebirge zurückgezogen, wo sie Verstärkungen von Antanana⸗ rivo erwarteten. Ein Zusammenstoß stehe bevor.
Frankreich. Paris, 1. Juli. (Köln. Ztg.) Nach den letzten Nachrichten aus Alexandrien scheint es gelungen zu sein, die Cholera örtlich zu beschränken, da bis jetzt nur die Gebiete von Damietta, Rosette, Port Said und Mansurah von der Seuche ergriffen sind; in Damietta sind fast nur Eingeborene gestorben, zu Mansurah starb der italie⸗ nische Vizekonsul und eine europäische Dame. In Alexan⸗ drien ist indeß die Panik noch immer groß; 2000 Europäer haben die Stadt bereits verlassen. 8
— 2. Juli. (W. T. B.) Die Deputirtenkammer setzte die Berathung der Interpellation wegen der Tonkin⸗ Angelegenheit auf den 10. d. M. fest. —. Der „Temps“ meint, die Pourparlers zwischen Tricou und Li⸗Hung⸗Chang hätten nur den Charakter eines Austausches der Ansichten gehabt, nicht den wirklicher Unterhandlungen. — Der Marine⸗ Minister wird demnächst aus Gesundheitsrücksichten Paris auf einige Zeit verlassen. — Der Graf von Paris ist heute Morgen angekommen, alle Prinzen von Orleans sind zum Familienrath zusammengetreten. Abends reiste der Graf mit den Herzögen von Nemours und Alençon nach Frohsdorf ab. — Nach einer Depesche aus Frohsdorf von 11 ½ Uhr Vormittags, war das Befinden des Grafen Chambord am Ende des gestrigen Tages schlecht, heute Morgen ruhiger, wenig Veränderung im Allgemeinzustande bemerkbar. — Die Krankheit desselben besteht in einem sehr ernsten Magenleiden, doch soll eine unmittelbare Gefahr für das Leben desselben nach den Versicherungen der Aerzte ausgeschlossen sein.
Türkei. Konstantinopel, 3. Juli. (W. T. B.) Die Pforte hat ein Rundschreiben versandt, in welchem für alle nach der Türkei kommenden Schiffe die Visirung ihrer Papiere durch die türkischen Konsuln verlangt wird Ein Reglement, welches für Zuwiderhandelnde verhältnißmäßige Geldstrafen festsetzt, liegt dem Rundschreiben bei.
Amerika. Washington, 3. Juli. (W. T. B.) Die Schuld der Vereinigten Staaten hat im Monat Juni um 18 100 000 Doll. abgenommen. Bis ultimo Juni befanden sich in der Staatskasse 345 390 000 Doll.
Afrika. Egypten. Alexandrien, 2. Juli. (W. T. B.) In Port Said starben gestern 5 Personen an der Cholera. — Auch hier ist ein Todesfall vorgekommen, den man der Cholera zuschreibt. — Der Sanitätskordon wurde unter die Kontrole des Obersten Clarke und anderer englischer Offiziere gestellt. 8
8 Zeirtungsstimmen. Die „Germania“ schreibt:
In das Gefühl der Befriedigung, mit welcher wir den Schluß dieser arbeits⸗ und erfolgreichen Session zu begehen gedachten, hat das Herrenhaus einen bitteren Tropfen fallen lassen. Die Kanalvor⸗ lage ist mit fünf Stimmen in der Minderheit geblieben Wir be⸗ dauern das im Interesse des Landestheils, dem die erste Kanalstrecke zugedacht war — im Interesse der andern Landestheile, welche auf die ferneren Routen hofften — und im Interesse des Herrenhauses selbst. Der Kanalbau ist mindestens auf ein Jahr verschoben worden, vielleicht aufgehoben. Die erstere Eventualität würde voraussetzen, daß die Regierung an die Resolution, des Herrenhauses, welche die be⸗ kannte unmögliche Forderung der baldigen Proponirung eines allum⸗ fassenden Kanalnetzes stellt, sich nicht kehrt, sondern nächstes Jahr die jetzige Vorlage wiederholt; anderenfalls ist gar nicht abzu⸗ sehen, wann wir zum ersten Spatenstiche kommen sollen. Wir würden es für verständlicher halten, wenn die Mehrheit, welche die jetzige Vorlage zu Fall gebracht, sich auf den Standpunkt Stumm stellte: Keine Wasserstraßen — nur Schienenwege! Das ist ein Grundsatz, der wenigstens Hand und Fuß hat. Aber diesen Kanal, der unbedingt der erste sein muß, zu Falle zu bringen und dabei durch die Forderung eines gewaltigen allgemeinen Kanalnetzes sich zugleich für die Nützlichkeit der Kanäle in ausgedehntester Weise zu engagiren
das will uns nicht als ein reiner Reim erscheinen!
Das Herrenhaus hat gewiß das Recht, als Bremse am Wagen der Regierung zu wirken. Aber wenn das Haus in so vielen Fragen, welche Dinge von ungleich größerem Werthe, als das Risiko dieses Baues, betrafen, auf die Autorität und die Verantwortlichkeit der Regierung hin das Experiment gestattete, dann hätte es nach unserer Ansicht hier erst recht dem Wunsche der Regierung folgen sollen. Es handelte sich um ein bedeutendes Interesse und einen lebhaften Wunsch des Westens der Monarchie. Die Enttäuschung wird nicht ohne allgemeine politische Konsequenzen sein, und gerade das Herrenhaus sollte am wenigsten Neigung haben, die unmuthige Kritik des Westens herauszufordern. Wenn die Kanalfrage nicht nach dem Stummschen Prinzip behandelt
ird, sondern die Priorität und damit die Rivalität der verschiedenen andestheile in den Vordergrund tritt, dann wird sich nicht ver⸗ meiden lassen, daß man die Frage aufwirft, ob denn auch die Zu⸗ sammensetzung des Herrenhauses eine derartige ist, daß es als gerechter Richter zwischen den einzelnen Theilen des Staates gelten kann. Wir sind keineswegs gewillt, die folgenreiche Frage der rationellen Zusammensetzung der Ersten Kammer auf die Tagesordnung zu setzen und gegen das sehr bedeutende Uebergewicht der östlichen Provinzen den Kampf zu eröffnen. Aber es wird diese Frage naturgemäß brennend werden müssen, wenn das Uebergewicht nicht in diskreter Weise sich selbst zu beschränken weiß. Denn die Thatsache wird sich icht bestreiten lassen, daß die fünf Stimmen, welche den Kanal zu Fall brachten, blos dem Mißverhältniß in der Vertretung der öst⸗
lichen und westlichen Provinzen ihr Dasein verdanken. „Weser⸗
Ueber dieselbe Angelegenheit bemerkt die Zeitung“: Die Entscheidung des ist in hohem Grade zu be⸗ dauern. Sie stellt das Zustandekommen des Kanals aufs Neue einer ungewissen Zukunft anheim. Die eben erreichte Billigung der Vor⸗ lage durch Zweidrittelmehrheit des Abgeordnetenhauses ist wieder hin⸗ fällig geworden. Das ganze Spiel der lokalen Interessen an der Route des Kanals beginnt aufs Neue; wer weiß, wie es endet und ob es nicht mit einer unentwirrbaren Verschlingung endet. Ganz be⸗ sonders hedauern wir die Entscheidung im Interesse der Emshäfen, die sich schon großer Freude über das Zustandekommen hingegeben hatten, die allerdings auf eins nicht gerechnet hatten: die Macht und . b. Interessenvertretung des verkehrsfeindlichen Agrarier⸗ thums. Ferner der Hamburgische Correspondent“:
„ Es ist sehr bedauerlich, daß ein Werk, welches von der Natur
elber vorgezeichnet ist, und dessen Ausführung deshalb, wie wir dies kürzlich authentisch mittheilen konnten, schon alsbald vom ersten Napoleon ins Auge gefaßt war, nachdem er Hamburg in seine Ge⸗ walt genommen hatte, wieder hinausgeschoben wird. Für weitere wichtige Kanalvorlagen wäre die Annahme der Vorlage außerdem ein wichtiges prinzipielles Präjudiz gewesen.
— Die „Karlsruher Zeitung“ theilt aus dem Je. desnenn: der Handelskammer des Kreises Freiburg für das Jahr 1882 Folgendes mit:
Zur allgemeinen Geschäftslage wird bezüglich der Industrie kon⸗ statirt, daß bei vielen Zweigen derselben, besonders denjenigen in welchen theilweise für den Erport gearbeitet wird, eine fortschreitende Besserung sich zeigt, wogegen beim Handel, der mehr von den lokalen Verhältnissen abhängig ist, leider nicht dasselbe gesagt werden kann. Diese Besserung bei der Industrie besteht hauptsächlich in der stärkeren Beschäftigung, was sich auch aus der größeren Zahl von Arbeitern ergiebt, dagegen wird mit wenig Ausnahmen geklagt, daß die Preise gedrückt seien und daher wenig verdient werde. Der Handel leidet hauptsächlich an den Folgen der seit einigen Jahren ungünstigen Erträge der Landwirthschaft und haben sich hier die Ver⸗ hältnisse gegen das Vorjahr in vielen Geschäftszweigen eher noch ver⸗ schlimmert. Auch eine Reihe anderer Ursachen werden in dieser Hinsicht geltend gemacht. 3
— Das „Centralblatt für den deutschen Holz⸗ handel“ (Stuttgart) veröffentlicht einen dem „Forstwissenschaft⸗ lichen Centralblatt“ entnommenen Aufsatz über die Bedeutung der Holz verarbeitenden Industriezweige, von dem Oberförster und Dozenten Dr. R. Weber in Aschaffenburg. In diesem Aufsatz heißt es:
Alle Forstleute sind zur Zeit darüber einig, daß es mit der reinen Brennholzwirthschaft in unseren Waldungen wohl für immer vorbei ist. Aber mit der Kohlenförderung hielt auch der Aufschwung der Eisenindustrie fast gleichen Schritt. Obgleich nun dieser Industrie⸗ zweig für den Betrieb der Bergwerke, für Bau und Unterhaltung der Hüttenwerke erhebliche Quantitäten Nutzholz konsumirt, so erwies er sich doch mit der Zeit als ein gefährlicher Konkurrent der Holzproduzenten, indem Eisen das Holz bald von bedeutenden Absatzgebieten, z. B. Schiffsbau, Brückenbau, Hochbau u. s. w. verdrängte. So lange jedoch der Eisenbahnbau für Schwellen alljährlich beträchtliche Massen Nutzholz absorbirte, glich sich obiger Verlust an Nachfrage aus, seit⸗ dem aber die Bahnverwaltungen auf den eisernen Oberbau und die Verwendung eiserner Längsschwellen überzugehen beginnen, wird das für unsere Nutzholzwirthschaft gleichfalls verhängnißvoll. Hierzu kommt nun noch die großartige Zufuhr von Nutzhölzern vom Auslande her, welche in steigender Progression unsern Markt über⸗ fluthen. Dieser durch Differentialtarife und Refaktien theilweise großgezogene Holzimport überwiegt unsere Ausfuhr gegenwärtig um rund 2 ½ Mill. Festmeter pro Jahr, repräsentirt mithin den Ertrag von ca. 400 000 ha Nadelholzwald oder annähernd der halben Flächen⸗ größe der Staatsforste Bayerns und besteht vorwiegend aus Nutz⸗ hölzern verschiedenster Gattungen. Fassen wir das Gesagte zusammen, so muß uns das rapide Sinken der Waldrente als nothwendige Folge dieser Umstände erscheinen. In der That weisen die Budgets sämmtlicher deutschen Staaten seit 1876 einen Rückgang der jähr⸗ lichen Einnahmen aue Forsten auf, welcher für das ganze Reich gegen⸗ wärtig auf ca. 28 Millionen Mark pro Jahr taxirt wird und der im Einzelnen um so stärker war, je näher die betreffenden Gebiete an den Kohlenbecken ligen.. 3
— Die „Berliner Börsen⸗Zeitung“ schreibt:
Das Königreich Sachsen ist wohl derjenige deutsche Staat, welcher in Bezug auf seine Finanzlage am meisten von der Situation berührt wird, in welcher sich die industriellen und gewerblichen Betriebe befinden, da entgegen anderen Staaten die industrielle und die landwirthschaftliche Thätigkeit in ziemlich gleicher Vertheilung sich über das ganze Land verbreiten. Die soeben bekannt gewordenen Ergebnisse der sächsischen Finanzverwaltung für die zweijährige Etatsperiode 1880 —1881 gewähren daher einen Anhalt für die Lage der gewerblichen Thätigkeit im Vergleich mit der vorhergehenden Periode. Der Ertrag der Ueberschußverwaltungen war abgeschätzt nach den Grundsätzen der Etatsveranlagung auf 127 519 174 ℳ, derselbe belief sich jedoch auf 140 413 848 ℳ, also ein Mehr von 12 894 674 ℳ Von diesem Mehrergebnisse entfielen auf Forsten 308 487 ℳ, Porzellanmanufaktur 456 254 ℳ, Stein⸗ kohlenbergwerk 501 087 ℳ, fiskalische Hüttenwerke 659 228 ℳ, Blau⸗ farbenwerk 114 665 ℳ, Staatseisenbahnen 7 594 075 ℳ, direkte Steuern 1 939 702 ℳ, zusammen ca. 11 ½ Millionen Mark. Diese Zahlen ergeben sehr deutlich, daß dies gegen die Vorperiode günstige Abschlußresultat ganz wesentlich auf der eingetre⸗ tenen Besserung der wirthschaftlichen und namentlich industriellen Verhältnisse beruht. Besonders hervortretend ist das Mehrergebniß der Staatseisenbahnverwaltung; dasselbe hatte 1880 schon 3 289 712 ℳ betragen und stieg 1881 auf 4 304 363 ℳ, damit stieg zugleich die Gesammtverzinsung des Staatsbahnnetzes von 4,438 % auf 4,571 %, während dieselbe 1878 nur 3,870 %, 1879 nur 3,950 % betragen hatte. Diese steigenden Eisenbahnüberschüsse sprechen gerade am deut⸗ lichsten für die seit 1879 eingetretene und seitdem langsam aber stetig fortschreitende Gesundung der wirthschaftlichen Verhältnisse im König⸗ reich Sachsen.
Aus dem Wolffschen Telegraphen⸗Bureau.
Alexandrien, 3. Juli. (Telegramm des „Reuterschen Bureaus“.) Gestern sind in Damiette 130, in Mansurah 12 und in Samanud 4 Personen an der Cholera gestorben.
Reichstags⸗Angelegenheiten.
Marburg, 3. Juli. (W. T. B.) Der Reichstagsabgeordnete Hrof. Dr. Arnold ist plötzlich gestorben.
Landtags⸗Angelegenheiten.
Die durch Königliche Verordnung vom 2. November 1882 zum 14. November desselben Jahres einberufenen beiden Häufer des Landtags sind gestern auf Grund der Allerhöchsten Botschaft vom 27. Juni geschlossen worden. Während dieser Zeit haben im Herren⸗ hause 19 Plenarsitzungen, 21 Sitzungen der Abtheilungen und 64 Kommissionssitzungen, im Hause der Abgeordneten 91 Plenar⸗ sitzungen, 19 Sitzungen der Abtheilungen und 244 Sitzungen der verschiedenen Kommissionen stattgefunden.
Den beiden Häuser des Landtags gingen Seitens der Königl. Staatsregierung zu, und zwar:
G 8. zunächst dem Herrenhause. .1) Ges.⸗Entw., betr. die Kirchenverfassung der evangelisch⸗refor⸗ mirten Kirche der Provinz Hannover.
2) Ges.⸗Entw., betr. die Behandlung der Schulversäumnisse.
3) Entwurf einer Landgüterordnung für die Provinz Brandenburg.
4) Ges.⸗Entw., betr. die Zwangsvollstreckung in das unbewegliche Vermögen.
5) Ges.⸗Entw., betr. die nochmalige Verlängerung des in den §§. 9 und 12 des Gesetzes über die Auflösung des Lehnsverbandes der dem sächsischen Lehnrechte, der Magdeburger Polizeiordnung und dem longobardischen Lehnrechte, sowie dem allgemeinen preußischen Landrechte unterworfenen Lehen in den Provinzen Sachsen und Brandenburg vom 28. März 1877 (Ges.⸗S. 1877 S. 111 ff.) den Lehnsbesitzern gestatteten vierjährigen, durch das Gesetz vom 10. März 1880 (Ges.⸗S. 1880 S. 215) um zwei Jahre verlängerten Wahl⸗ rechts um fernere zwei Jahre.
-6) Verordnung, betr. die Vertretung des Lauenburgischen Landes⸗ Kommunalverbandes vom 24. August 1882.
b. Zunächst dem Hause der Abgeordneten. „2) Ges.⸗Entw., betr. die Feststellung des Staatshaushalts⸗Etats für das Jahr vom 1. April 1883/84.
8) Ges.⸗Entw., betr. die Ergänzung der Einnahmen in dem Staatshaushalts⸗Etat für das Jahr vom 1. April 1883/84.
—
9) Ges.⸗Entw., betr. die Aufhebung der beiden untersten Stufen der Klassensteuer.
10) Ges.⸗Entw., betr. die Erhebung einer Hundesteuer.
11) Ges.⸗Entwürfe,
a. betr. die Beschaffung von Mitteln für die Erweiterung, Vervollständigung und bessere Ausrüstung des Staats⸗Cisen⸗ bahnnetzes und die Betheiligung des Staates bei dem Bau einer Eisenbahn von Zaionskowo nach Löbau.
b. betr. die Umgestaltung der Bahnanlagen 225b der Stadt Cöln.
. betr. Abänderungen des Gesetzes über die Erweiterung, Ver⸗ vollständigung und Besserausrichtung des Staats⸗Eisenbahn⸗ netzes vom 15. Mai 1882 (Ges.⸗Samml. S. 280),
aus den Berathungen und der Beschlußfassung beider Häuser des Landtags hervorgegangen als:
Ges.⸗Entw., betr. die Beschaffung von Mitteln für die Erweite⸗ rung, Vervollständigung und bessere Ausrüstung des Staats⸗Eisen⸗ bahnnetzes und die Betheiligung des Staates bei dem Bau einer Eisenbahn von Zajonskowo nach Löbau.
12) Ges.⸗Entw., betr. den Erlaß polizeilicher Strafverfügungen wegen Uebertretungen.
13) Ges.⸗Entw., betr. die Abänderung des hannoverschen Gesetzes vom 30. Juni 1842 über das Verfahren in Gemeinheitstheilungs⸗ und Verkoppelungssachen.
14) und 15) die Gesetzentwürfe
a. zur Abänderung des Gesetzes über die Organisation der allge⸗ meinen Landesverwaltung vom 26. Juli 1880 (Ges.⸗S. S. 291),
zur Abänderung des Gesetzes, betr. die Verfassung der Verwal⸗ tungsgerichte und des Verwaltungsstreitverfahrens vom 23 Juli 1875/2. August 1880 (Ges.⸗S. 1880 S. 328),
. zur Abänderung des Gesetzes über die Zuständigkeit der Ver⸗ waltungs⸗ und Verwaltungsgerichtsbehoͤrden,
hervorgegangen aus den Berathungen und der Beschluß⸗ fassung heider Häuser des Landtags als: Ges.⸗Entw. über die allgemeine Landesverwaltung, und Ges.⸗Entw. über die Zuständigkeit der Verwaltungs⸗ und Ver waltungsgerichtsbehörden. 16) Ges.⸗Entw. betr. die Verlängerung der im §. 16 Absatz 3 des Gesetzes über die Befähigung für den höheren Verwaltungsdienst vom 11. März 1879 (Ges.⸗S. S. 160) festgesetzten Frist. 17) Ges.⸗Entw., betr. die Gerichtskosten bei Zwangsversteigerungen und Zwangsverwaltungen von Gegenständen des unbeweglichen Ver⸗ mögens. 18) Ges.⸗Entw. zur Abänderung des Gesetzes, betr. die Landes⸗ bank in Wiesbaden vom 25. Dezember 1869. 19) Ges.⸗Entw., betr das Staatsschuldbuch. 20) Ges.⸗Entw., betr. den Bau eines Schiffahrtskanals von Dortmund über Henrichenburg, Münster, Bevergern, Neudörpen nach der untern Ems. 21) Ges.⸗Entw., betr. die Befugnisse der Strombauverwaltung gegenüber den Uferbesitzern an öffentlichen Flüssen. 22) Ges.⸗Entw., betr. die Aufhebung der Ufer⸗Ward⸗ und Hegungsordnung für das Herzogthum Schlesien und die Grafschaft Glatz vom 12. September 1763. 23) Ges.⸗Entw., betr. Abänderung der kirchenpolitischen Gesetze. 24) Ges.⸗Entw., betr. die Ausübung des dem Staate zustehenden Stimmrechts bei dem Antrage auf Ausdehnung des Unternehmens der westholsteinschen Eisenbahngesellschaft auf den Bau und Betrieb einer Eisenbahn von Wesselburen nach Büsum. Außerdem ist dem Hause der Abgeordneten und gleichzeitig dem Herrenhause die unter Nr. 6 erwähnte Königliche Verordnung betr. die Vertretung des Lauenburgischen Landes⸗Kommunalverbandes vom 24. August 1882, zugesandt worden. Von diesen 24 Vorlagen haben die vorgedachte Königl. Verordn. vom 24. August 1882, sowie 20 Gesetzentwürfe die Zustimmung beider Häuser des Landtags erhalten. In Betreff derjenigen, welche eine solche nicht erlangten, ist zu bemerken, daß der Ges.⸗Entw., betr. den Bau eines Schiffahrtskanals von Dortmund über Henrichenburg, Münster, Bevergern, Neudörpen nach der unteren Ems bezw. zur Ver⸗ bindung des Rheins mit der Ems, Weser und Elbe, zwar vom Hause der Abgeordneten angenommen, aber von dem Herrenhause abge⸗ lehnt wurde, — der Ges.⸗Entw., betr. die Behandlung der Schul⸗ versäumnisse, vom Herrenhause berathen aber im Hause der Abge⸗ ordneten nicht erledigt worden, und der Ges.⸗Entw., betr. die Erhebung einer Hundesteuer, vom Hause der Abgeordneten berathen, aber im Herrenhause unerledigt geblieben ist. Außer diesen von der Königl. Staatsregierung vorgelegten Gesetz⸗ entwürfen ist aus der Initiative des Abgeordnetenhauses der Ges.⸗Entw., betr. die Ausdehnung der Wirksamkeit des nassauischen evangelischen Central⸗Kirchenfonds und der nassauischen evangelischen Pfarr⸗ Wittwen⸗ und Waisenkasse auf die vormals hessischen Theile des Konsistorialbezirks Wiesbaden,
hervorgegangen und hat die Zustimmung des Herrenhauses erhalten.
Neben den vorangeführten Gesetzentwürfen haben die beiden Häuser des Landtags, abgesehen von Legitimations⸗ und Wahlprüfun⸗ gen, zu erledigen gehabt:
1) Uebersicht der von der Königl. Staatsregierung auf Anträge und Resolutionen des Herrenhauses bezw. des Hauses der Abgeord⸗ neten aus der Session 1882 gefaßten Entschließungen.
2) Vierunddreißigster Bericht der Staatsschulden⸗Kommission über die Verwaltung des Staatsschuldenwesens im Rechnungsjahre vom 1. April 1881/82.
3) Rechenschaftsbericht über die weitere Ausführung des Gesetzes erh Dezember 1869, betr. die Konsolidation preußischer Staats⸗ anleihen.
4) Uebersicht von den Staats⸗Einnahmen und Ausgaben des Jahres vom 1. April 1881/82.
5) Bericht über die bisherige Ausführung des §. 4ü im Gesetze
innerhalb des
vom 20. Dezember 1879, betr. den Erwerb mehrerer Privateisenbah⸗
nen für den Staat (Ges. S. S. 635) — des §. 5 im Gesetze vom 14. Februar 1880, betr. den Erwerb des Rheinischen und des Berlin⸗ Potsdam⸗Magdeburger Eisenbahnunternehmens für den Staar (Ges. S. S. 20) — des §. 5 im Gefetze vom 28 März 1882, betr. den weiteren Erwerb von Privateisenbahnen für den Staat (Ges. S. S. 21) und des §. 3 im Gesetze vom 13. Mai 1882, betr. den Er⸗ werb des Berlin⸗Anhaltischen Eisenbahnunternehmens für den Staat (Ges. S. S. 269).
.6) Denkschrift, betr. die Bestreitung der Ausgaben der Kom⸗ missionen für die praktische Prüfung der Kandidaten des höheren Lehramts. 3
7) Bericht über die Verwendung des Erlöses für zum Abbruch verkaufte Baulichkeiten einer Berliner Stadtbahnparzelle.
8) Uebersicht über die Verwaltung der fiskalischen Bergwerke,
Hütten und Salinen im preußischen Staate während des Etatsjahres 1881/82.
9) Bericht über die Ergebnisse des Betriebes der für Rechnung
des Staats verwalteten Eisenbahnen im Jahre 1881/82 und Nach. trag zu diesem Bericht.
10) Bericht über die Bauausführungen und Beschaffungen der Eisenbahnverwaltung während des Zeitraums vom 1. Oktober 1881 bis dahin 1882.
11) Allgemeine Rechnung über den Staatshaushalt des Jahres vom 1. April 1879/80, sowie die Rechnung von den Fonds des che⸗ maligen Staatsschatzes für 1. April 1879/80.
12) Rechenschaftsbericht über die Verwendung der flüssig ge⸗ machten Bestände der im §. 94 der Hinterlegungsordnung vom 14. März 1879 (Ges. S. S. 249) bezeichneten Fonds und der im §. 95 Abs. 3 daselbst erwähnten Gelder für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 1882.
123) Beglaubigte Abschrift der unter dem 1. Februar abge⸗ schlossenen und unter dem 19. Mai l. J. ratifizirten Uebereinkunft
der Regierungen der Mainuferstaaten über die Kanalisirung des
unteren Mains.