speziell aus dessen Hauptstadt mit ihrem regen industriellen Leben nur Erfreuliches zu berichten, soweit die Großindustrie in Betracht kommt. Unsere großen Maschinenfabriken, 4 Schmie⸗ dereien ꝛc. haben ausreichende und gut lohnende Beschäftigung, die Zuckerfabriken rüsten sich zur neuen Campagne. Die durch ihren ausgedehnten Betrieb für die hiesigen Arbeitsverhältnisse wesent⸗ lich in Betracht zu ziehende Jutespinnerei hat abermals ver⸗ schiedene Betriebserweiterungen vornehmen lassen und beschäftigt gegenwärtig etwa 500 — 600 Aebeiter mehr als früher. Auf dem Ge⸗ biete des Baugewerbes herrscht in diesem Sommer ein ungewöhnlich reges Leben. Die Arbeiter haben insofern aus der verhältnißmäßig günstigen Arbeitslage Vortheil zu ziehen versucht, als sie verschiedent⸗ lich auf Lohnerhöhungen drangen, die auch häufig und namentlich im Baugewerbe gewährt sind, ohne daß es dabei zu irgend welchen nennenswerthen Arbeitseinstellungen gekommen wäre.
Im Regierungsbezirk Münster macht sich ein erfreulicher Auf⸗ schwung der Großindustrie bemerkbar. In Ahaus wird mit dem Neubaue einer umfangreichen Jutespinnerei begonnen, die Kalk⸗ und Cementindustrie der Kreise Beckum und Teckienburg, die mechanischen Webereien und Baumwollspinnereien in den Kreisen Borken, Münster, Steinfurt und Warendorf, die Faßbindereien in Telgte, Kreis Münster, die Eisenindustrie in den Kreisen Lüdinghausen und Reckling⸗ hausen, die Drahtseilfabrikation des Kreises Tecklenburg sind in lebhaftem, anscheinend lohnendem Betriebe. 1b 1 16
Nach Berichten rheinischer Blätter ist die Kruppsche Fabrik in Essen in Folge größerer Bestellungen aus Rußland wieder in reger Thätigkeit. 1 8 8 1
Am Kaiserstuhl war, verschiedenen Blättern zu Folge, noch kein Jahr der Arbeitermangel so groß wie diesen Sommer. Größere Rebenbesitzer waren zu außerordentlichen Maßregeln genöthigt, um die nöthigen Arbeitskräfte zu erhalten. Sie fuhren jeden Morgen in solche Ortschaften, in denen kein ausgedehnter Rebbau betrieben wird, um dort die Arbeiter mit Wagen abzuholen und führten sie Abends wieder heim. 1
— Der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung“ schreibt man aus industriellen Kreisen Folgendes:
Ein vor wenigen Tagen in der „Freihandels⸗Correspondenz“ ent⸗ haltener Artikel über die deutschen Jutefabriken, welcher durch alle liberalen Blätter die Runde gemacht zu haben scheint, beweist zur Genüge die Schwäche und Unhaltbarkeit der Mittel, mit welchen man gegen die bestehende Wirthschaftspolitik agitirt. Mangel an Sachkenntniß kann im vorliegenden Falle nicht wohl zur Entstellung von Thatsachen geführt haben; es hat vielmehr den Anschein, als habe man sich dieses Kampfmittels mit Absicht bedient. 8
Der betreffende Artikel behauptet, daß der neue Zolltarif ganz und allein den deutschen Jutefabriken zu Gute gekommen ist. Nun es ist wahr, daß derselbe schnell dahin geführt hat, der durch das frühere laisser faire bis 1879 kränkelnden deutschen Juteindustrie auf die Beine zu helfen und dieselbe derart zu entwickeln, daß sie den heimischen Bedarf zu versorgen binnen kurzer Zeit in der Lage sein wird. Das ist ein Erfolg, auf den die Wirthschaftspolitik stolz sein darf. Statt große Kapitalien für ausländische Waare zu veraus⸗ gaben und ausländischen Arbeitern Beschäftigung zu geben, behalten wir das Geld im Lande und viele deutsche Arbeiter finden dadurch lohnende Beschäftigung. 8
Der Artikel der „Freihandels⸗Correspondenz“ sagt weiter, daß durch eine in Folge des Zollschutzes eingetretene Vertheuerung von Jutewaäaren manchen Geschäften, namentlich Erportgeschäften, eine große Last auferlegt worden sei. Es ist das durchaus nicht zutreffend, denn seit dem Bestehen des Zolltarifs sind Jutegewebe durch billige Preiskonjunkturen durchschnittlich weit wohlfeiler gewesen als vor jener Zeit, und was die Exportgeschäfte betricfft, so verschweigt der Artikel — vermuthlich mit Absicht — daß Säcke, welche für den Waarenexport bestimmt sind, jetzt ebenso wie früher zollfrei, vom Auslande eingeführt werden können, eine Thatsache, die allerdings bei der statthabenden Ausdehnung der deutschen Juteindustrie von dieser in Zukunft nachtheilig empfunden werden vürfte und deren Beseiti⸗ gung man im Interesse derselben nur wünschen kann, sobald eine vermehrte heimische Konkurrenz eingetreten sein wird. Hiernach wird das Exportgeschäft von den Zöllen auf Jutesäcke gar nicht berührt.
Weiter unterschiebt jener Artikel den deutschen Jutefabriken die Absicht, eine von ihnen angeregte Subvention einer projektirten Dampferverbindung zwischen Kalkutta und den deutschen Nordsee⸗ häfen sich voll und ganz zu Nutzen machen zu wollen. Wir begreifen nicht, was zu einer solchen Behauptung herechtigt. In Wirklichkeit wollen die deutschen Juteindustriellen nicht mehr und nicht weniger, als durch eine deutsche Dampferlinie eine Unabhängigkeit von dem englischen Markt für den Bezug ihres Rohmaterialbedarfs erreichen; sie wollen sich deutscher Zwischenhändler⸗Kommissionäre und deutscher Rheder zur Versorgung ihres Bedarfs bedienen, anstatt Kommission und Frachten dem Auslande zuzuwenden.
In diesem Bestreben wird sie gerade durch den ihren Arbeiten gewordenen Schutz gestärkt. Daß sie aber einen pekuniären Vortheil von einer deutschen Dampferlinie gegenüber der ihnen täglich zu Ge⸗ bote stehenden direkten Einfuhr mittelst fremdländischer Schifse ziehen können, ist durchaus nicht ersichtlich. Alles was ihnen eine deutsche Dampferlinie bezüglich Fracht und sonstiger Unkosten bieten könnte, sind sie in der Lage, täglich durch englische Schiffe, die ja auch schon in namhaftem Umfange während der letzten Jahre den Transport von Jute von Kalkutta nach Bremen und Hamburg vermittelten, zu genießen. Die beantragte Subventionirung der fraglichen Dampferverbindung würde nur den Unternehmern zu Gute kommen, und ist überhaupt zur Ermöglichung einer solchen unumgänglich nothwendig, da es den Schiffen an Ausfracht fehlen wird, bis sich der deutsche Export nach Ostindien, welcher fast ausschließlich durch England vermittelt wird, von dieser Vermittelung erst emanzipirt haben wird. Die deutschen Jutefabriken legen sich durch die projektirte Dampferverbindung zu⸗ nächst eher Opfer auf, als daß sie Vortheil davon haben, weil sie sich für den Bezug größerer Quantitäten Rohjute von Kalkutta verbind⸗ lich zu machen haben und sich auf diese Weise günstiger Einkaufschancen, wie sie an Stapelplätzen, wie London, so häufig eintreten, begeben würden. Außerdem haben sich die Fabriken zur Zahlung gleicher Fachesäche wie die jeweiligen offiziellen erboten. Die österreichischen Jutefabri⸗ ken stehen schon seit Jahren in einem analogen Verhältniß mit der österreichischen Lloyddampfer⸗Linie, welcher von der österreichisch⸗un⸗ garischen Regierung subventionirt wird. Subventionen dieser Art werden in anderen Ländern von jeher gewährt.
Endlich sagt jener „Freihandels⸗Correspondenz“⸗Artikel, daß die deutschen Jutefabriken eine Export⸗Rückvergütung oder Exportprämie zu erlangen wünschen. Es muß diese Behauptung als unwahr zu⸗ rückgewiesen werden.
Die Kampfweise der „Freihandels⸗Correspondenz“ dürfte durch Vorstehendes hinlänglich charakterisict sein.
Statistische Nachrichten.
Die Ergebnisse der Berufszählung in Preußen. (Stat. Corr.) Da das Alter der Bevölkerung von sehr entscheiden⸗ dem Einflusse auf die größere oder geringere Theilnahme derselben an der Erwerbs⸗ und Berufsthätigkeit ist, so ist es für die Beur⸗ theilung der wirthschaftlichen Kraft und Leistungsfähigkeit eines Volkes wichtig, die Vertheilung der Bevölkerung auf die einzelnen Altersklassen kennen zu lernen.
Der Schwerpunkt der wirthschaftlichen Leistungsfähigkeit des Menschen wird in der Regel in der Altersperiode vom 20. bis 60. Jahre liegen. In dieser Altersperiode standen von den durch die Berufszählung vom 5. Juni 1882 ermittelten 27 287 860 Einwohnern des preußischen Staates 12 783 340 Personen. Ueber 60 Jahre waren 2 086 452, unter 20 Jahre 12 418 068 Individuen, und von diesen standen im Alter unter 15 Jahren 9 765 838 Personen.
„Mit Ausnahme der jüngsten Altersklasse überwiegt allgemein die weibliche Bevölkerung; es wurden nämlich am 5. Juni 1882 Per⸗ sonen gezählt: “ “ ““ 1u“
e Prozent s r zusammen 1882 1880 9 765 838 35,79 36,05 2 652 230 9,72 9,57 4 398 077 16,12 16,13 3 511 509 12,87 12,79 2 817 921 10,33 10,13 2 055 833 7,53 7,75 1 425 573 5,23 5,05 660 879 2,41 2,31
weiblich 4 866 557 1 348 919 2 251 813 1 794 227 1 438 794 1 071 654 60 „ 70 674 0699 751 504 70 und mehr Jahren 300 677 360 202 1 zusammen 13 404 190 13 883 670 27 287 860 100 99,78 1 ohne Altersangabe 0,00 0,22 Wie die Relativzahlen erkennen lassen, war die Vertheilung der Bevölkerung auf die einzelnen Altersklassen im Jahre 1882 an⸗ nähernd die gleiche wie im Jahre 1880. Die geringen Abweichungen, welche vorliegen, lassen sich aus den bei jedem größeren Zählwerke unvermeidlichen Fehlerquellen, sowie durch den Umstand erklären, daß bei der 1880 er Volkszählung 60 600 Personen der verschiedenen Altersklassen Angaben über ihr Alter zu machen unterlassen hatten, während bei der 1882 er Berufszählung alle mangelnden Alters⸗ angaben ergänzt werden konnten. 8 Die nachfolgende tabellarische Uebersicht giebt die Vertheilung der berufsthätigen Bevölkerung und ihrer Angehörigen nach deren Civilstande an. Die prozentualen Angaben lassen die Vertheilung der Angehörigen innerhalb einer Berufsklasse nach ihrem Civilstande er⸗ kennen. Daß sich in den Berufsklassen 5, 7 und 8 die meisten Un⸗ verheiratheten vorfinden, wird durch die Art der bezüglichen Berufs⸗ thätigkeit hinreichend erklärt. Unver⸗ in heirathete
männlich
4 899 281 1 303 311 2 146 264 1 717 282 1 379 127 984 179
im Alter von
unter 15 Jahren 15 bis 20 20 „ 30 30 40 40 50 50 60
Ver⸗ 8
1 ro⸗ heirathete zent
Zer⸗ Pre 8 ro⸗
und Ge⸗ Pro⸗ schiedene zent
Berufsklassen.
1) Landwirthsch., Thierzucht, Gärtnerei, Forst:. wirthsch., Jagd und C. ger. . 2 164 914 46,14 2 122 270
2) Bergbau und 8 Hüttenwesen,
Industrie und Baugewerbe ..
3) Handel und E“
4) Häusl. Dienste und Lohnarbeit wechselnder Art
5) Militär⸗, Hof⸗ bürgerlicher und kirchl. Dienst u. sogen. freie Be⸗ Itbartett . . ..
6) Ohne Beruf u. Berufsangabe.
7) Dienstboten (ausschl. der sub 4 gedachten) ..
8) Haushaltungs⸗
angehörige, welche gar nicht oder nur neben⸗ erwerblich thätig 8 sind. 10 668 299 68,49 4 416 682 490 394 3,1 zusammen 16 410 781 60,14/9 310 292 34,12, 1 566 787 5,74 Der Antheil des weiblichen Geschlechts an der Berufs⸗ und Er⸗ werbsthätigkeit des gesammten Volkes ist sehr beträchtlich und macht sich insbesondere in den Altersklassen von 15— 30 Jahren sehr be⸗
merkbar. In Wirklichkeit ist er indessen ungleich bedeutender, als im
vorliegenden Falle nachgewiesen zu werden vermag, da zu der berufs⸗
thätigen Bevölkerung viele Ehefrauen nicht gezählt werden konnten, obwohl sie durch ihre im Interesse der Familie aufgewandte wirth⸗ schaftliche Fürsorge einen hervorragenden Einfluß auf die gesammte ökonomische Gestaltung des Volkslebens gewinnen. „Die Zahl der in irgend einem Berufe als dem Haupterwerbe thätigen Personen betrug in den einzelnen Altersklassen: Alter Erwerbs⸗ und dn e I männ⸗ in weib⸗ in Jahr liche Proz. liche Proz.
unter 15 189 800 1,94 69 014 0,71
15 — 20 1 143 204 43,10 516 079
20 — 30 2 056 801 46,77 600 674
30 — 40 1 671 179 47,59 266 531
40 — 50 1 334 327 47,35 264 164
50 — 60 917 745 44,64 236 570
60 — 70 532 348 37,34 146 020
70 und mehr 135 398 20,49 40 953
usam⸗ 7 980 802 29,25 2 140 011 7,84 30 752 0,11 855 425 3,13 Die hier verzeichneten Prozentzahlen beziehen sich auf die Ge⸗ sammtheit der den betreffenden Altersklassen Angehörigen. — Nach Mittheilung des Statistischen Amts der Stadt Berlin sind bei den hiesigen Standesämtern in der Woche vom 12. August bis inkl. 18. August cr. zur Anmeldung gekommen: 184 Ehe⸗ schließungen, 853 Lebendgeborene, 23 Todtgeborene, 627 Sterbefälle. — Nach den statistischen Ermittelungen des Vereins deutscher Eisen⸗ und Stahlindustrieller belief sich die Roheisen⸗
405 164
188 246 73 084
46,94 ,1 748 806 37,02 501 145
5,16
8,02
135 170 58 1394 20,86
20 465 306 729
139 391 178 966
373 354 219 800 31,16
32,93
25,37
847 804 95,67 13 862 24 511
Dienstboten zur Bedienung männ⸗ in weib⸗ in
liche Proz. liche Proz.
1 946 0,02 38 944 0,40
8 500 0,32 326 563 12,31
13 165 0,30 366 179 8,35
3 588 0,10 60 122 1,71
1 449 0,05 28 724 1,02
985 0,05 19 755 0,96
449 0,05 11 682 0,82
370 0,06 3 456 0,52
produktion des Deutschen Reichs (einschließlich Luxemburgs)
im Monat Juli 1883 auf 281 960 t, darunter 173 704 t Puddel⸗ roheisen, 7924 t Spiegeleisen, 38 844 t Bessemer⸗, 34 069 t Thomas⸗ roheisen und 24 919 t Gießereiroheisen. Die Produktion im Juli 1882 betrug 267 133 t. Vom 1. Januar bis 31. Juli 1883 wur⸗ den produzirt 1 952 314 t gegen 1 782 313 t im Vorjahre.
Kunst, Wissenschaft und Literatur. “
Als 72. Ergänzungsheft zu Petermanns Mitthei⸗ lungen aus Justus Perthes' Geographischer Anstalt in Gotha ist kürzlich ausgegeben worden: „Reisen im oberen Nilgebiet, Erlebnisse und Beobachtungen auf der Wasserscheide zwischen Blauem und Weißem Nil und in den egyptisch⸗abessinischen Grenzländern, 1881 und 1882, von Juan Maria Schuver. Dieser Forscher hat bei dem erfolgreichen Unternehmen, welches er schildert, eine Kombination zwoischen Stationsarbeit und Reisen ge⸗ wählt. Als er Anfangs Dezember 1882 aus dem Sudan nach Char⸗ tum zurückkehrte, hatte er nicht weniger als 20 Monate am Blauen Nil und seinen südlichen Zuflüssen zugebracht, indem er Fadasi und Famaka zu Standquartieren wählte und von ihnen aus die Ge⸗ biete der Berta, Amam, Lega, Koma sowie am rechten Ufer des Blauen Flusses die Grenzländer zwischen Egypten und Abessinien auf zahlreichen Kreuz⸗ und Querzügen erforschte. Diese Grenzländer waren, ebenso wie die südlich von Fadasi liegenden Gebiete bis zum Baro, vorher gänzlich unbekannt und versprachen daher viele Ergebnisse. Da der Reisende seine Kräfte vorzugsweise topographischen Aufnahmen widmete, so sammelte er zunächst die Daten für zwei Karten, von denen die eine, welche die von Fadasi aus erforschten Quellgebiete des Tu⸗ mat, Jabus und Jäl zum Gegenstande hat, bereits im 3. Heft des laufen⸗ den Jahrgangs von „Petermanns Mittheilungen“ veröffentlicht worden, während die andere dem vorliegenden Ergänzungsheft beigegeben ist. Sie umfaßt die nördlich vom mittleren Lauf des Blauen Nil gelege⸗ nen Grenzländer östlich von Famaka und ist von letzterem Ort aus auf verschiedenen Exkursionen aufgenommen worden. Die in dem Er⸗ gänzungsheft mitgetheilten, den Tagebüchern des Reisenden entnom⸗ menen Aufzeichnungen enthalten eine Fülle von interessanten Nach⸗ richten über die durchforschten Gegenden sowie die Völker, welche sie bewohnen, und die man bisher kaum dem Namen nach kannte. Schuver schildert zunächst die Reise von Famaka nach Beni⸗Schongul
stellung.
und knüpft daran eine umfassende Beschreibung des egyptischen Berta-
Landes. Dann folgt eine Schilderung der von Fadasi aus unternom⸗ menen Reisen sowie der auf diesen von ihm besuchten Neger⸗ und Galla⸗Stämme. Exkursionen von Famaka am Blauen Nil nach Nordosten und Osten. Seine Darstellung erhält durch Anschaulichkeit und cinen oft zu Tage tretenden Humor einen ungewöhnlichen Reiz, wozu stand nicht wenig beigetragen hat, daß der durch vorausgegangene langjährige Reisen in 8
Bei der Uebersetzung der theils französisch, theils englisch geschriebenen Tagebüchernotizen hat die Redaktion übrigens den des Originals möglichst gewahrt, Frische der Aufzeichnungen nicht Einbuße bietet denn dieser Reisebericht in seltener werthvolle Ergebnisse zugleich in fesselnder,
erlitte, und so
(astronomische Breitenbestimmungen, Variation des Konmnpasses,
Peilungen, Notizen über die Reise von Famaka nach Rosaires und Nachrichten über entferntere, nicht besuchte Landschaften), sowie die
Itinerare der Wüstenreise von Korosko nach Abu⸗Hamed über die Süß⸗ wasserhöhle Teneba im Februar 1881, und der inneren Karawanen⸗ straße von Chartum nach Sennaar, nach der im April 1881 aus⸗ geführten Reise.
— Die zuletzt ausgegebenen Hefte 7 und 8 von Schorers
Familienblatt enthalten unter anderen folgende Erzählungen und interessante Beiträge: Memento mori. — Prusias. Roman aus dem letzten Jahrhundert der römischen Republik. Von Ernst Eckstein. (Schluß.) — Aus dem Kinderleben. Von S. Hutzler: I. Gesiegt. II. Des Nachbars Junge. — Beim Schluß der Konkurrenz für bemaltes Geschirr. — Stadt und Land. Von Julius Stinde. — Briefe an eine Dame über Handschriftendeutung. Schwiedland. — Wie alt sie werden. Von Friedrich Knauer. — Allerlei von alten Büchern. Von Heinrich Seidel. — Fernsprecher und Fernhörer. Von Friedrich Randow. — Die Deutschen in der Fremde: 3) Im Staate Wisconsin. Von E. O. Hopp. — 4) Am Themsestrand. Von L. Kölle. — Im Theater. Von Paul von Schönthan. — „Lehn' Deine Wang’ an meine Wang’“ (H. Heine). Lied von Adolf Jensen. Für Pianoforte über⸗ tragen von Th. Kirchner. — Liebesglaube. Gedicht von Her⸗
Graphologisches.
mine von Hillern. — Die beiden Schimmelreiter. Novelle von Viktor
Blüthgen. — Gedanken über die Mädchenwelt unserer Tage. Von Sett⸗e-sa. II. Die unverheirathete Tochter Moderne Quacksalber. Von Julius Stinde. — Historische Anekdoten. VIII. Peter der Große. — Napoleon. — Die Bürger von Geisa. — Wiedersehn. Von Karl Stieler. — In der Plauderecke: Das Ge⸗ dankenerrathen. — Die Gifte des Branntweins. — Der Mann im Monde. — Auswandernde Pflanzen. — Boshafte Rache. Von S. Hutzler. — Ein Zirkusfreund. — Zur Erinnerung an ein Wunder⸗ mädchen. — Ein Pianoforte mit kreisbogenförmiger Klaviatur. — Flamingos am Ufer des Nils. — Räthsel. — Von der Hygieneaus⸗ II. Von Heinrich Seidel. — Wieder einmal auf der Schulbank sitzen. — Beschränkte Frauen. Von Marx Kretzer. — Die Meerkrabbe und der Kribor. — Eine Spielhölle auf Rädern. — Reisegeschwindigkeit. — Was eine verheirathete Frau denkt. — Ein anonymer Brief. — In den Beilagen: Sprechsaal. — Kleine Mit⸗ theilungen. — Briefkasten. — Scherzaufgaben. — Schach u. s. w. Land⸗ und Forstwirthschaft.
Weimar, 23. August. (Th. Corr.) Das schönste Wetter be⸗ günstigt seit nahezu 14 Tagen die Ernte in Thüringen, die rüstig vorschreitet. Ihre Ergebnisse gestalten sich recht befriedigend, jedenfalls sehr viel besser, als noch vor 3 Wochen angenommen wer⸗ den konnte. Unsere Landwirthe wenden ihre Aufmerksamkeit jetzt der Rübenkultur zu. Die Anlegung verschiedener Zuckerfabriken im Großherzogthum Sachsen ist in Aussicht genommen.
Gewerbe und Handel.
Nürnberg, 22. August. (Hopfenmarktbericht von Leopold Held.)
In der ersten Hälfte dieser Woche sind die Preise der Frühhopfen raxpide gesunken. Während Samstag die Käufer für nasse Waare noch 370 ℳ bezahlten, war Montag bereits 50 ℳ billiger anzu⸗ kommen und heute kosteten Steiermärker nur 290 — 310 ℳ, Württem⸗ berger und Badische je nach Trockenheit 220 — 280 ℳ Verkauft wurden Montag, Dienstag und Mittwoch ca. 50 Centner. In dem Preisstand der vorjährtgen Waare ist keine Veränderung eingetreten und notirt solche wie bisher sehr fest, wobei das eigenthümliche Ver⸗ hältniß vorliegt, daß gute vorjährige Hopfen wesentlich theurer — bis zu 360 ℳ — bezahlt werden, als beste trockene neue Waare. Der Umsatz in 82er beträgt seit Samstag ca. 100 Ballen.
Gera, 23. August. (W. T. B.) Die Semestral⸗Bilanz der Geraer Bank ergiebt nach Absetzung der Depositenzinsen und Un⸗ kosten, ohne Berücksichtigung der Tantiémen, Reserven und Abschrei⸗ bungen, 308 697 ℳ Gewinn, gleich 4 ½ % des Aktienkapitals oder 9 ½ % pro anno.
London, 23. August. (W. T. B.) Bei der gestrigen Woll⸗ auktion blieben Preise unverändert.
Bradford, 23. August. (W. T. B.) Wolle stetig, ruhiger, in wollenen Garnen mehr Geschäͤft.
Verkehrs⸗Anstalten.
Triest, 23. August. (W. T. B.) Der Lloyddampfer
„Aglaja; ist heute früh aus Konstantinopel hier eingetroffen. Sanitätswesen und Quarantänewesen.
Die in den Häfen der Argentinischen Republik und der Republik Uruguay im Frühjahr eingeführten Quarantäne⸗ Maßregeln gegen Schiffe aus Rio de Janeiro sind nach Abnahme des gelben Fiebers in Brasilien unter dem 15. v. M. wieder auf⸗ gehoben worden.
Berlin, 24. August 1883.
Man bemerkt seit einigen Tagen in der Ausstellung, daß das elektrische Bogenlicht platze, welches früher hin und wieder etwas unruhig brannte, nunmehr an Stetigkeit und Ruhe gewonnen hat. Es ist dies die Folge eines in neuerer Zeit auf Veranlassung des Ausschusses eingerichteten rascheren Ganges der Arbeitsmaschine. Nachdem dies geschehen, wird die Firma Siemens & Halske jetzt auch die Laterne auf der Kuppel Abends elektrisch beleuchten und wird letztere sich in diesen Tagen in dem neuen Schmuck darbieten. — Der Ausschuß hat übrigens den Preis der Abonnements⸗ (Dauer⸗) Karten seit dem 15. August herabgesetzt, und zwar kostet ein Abonnement bis zum Schluß der Ausstellung für eine Person 12 ℳ, für die zweite Person 10 ℳ, für eine Familie bis zu fünf Personen 25 ℳ, für jede folgende Person 2 ℳ
Bereits im vorigen Jahre wurde zu Gunsten des in Gr. Schönebeck zu errichtenden Deutschen Forstwaisenhauses für Söhne staatlicher, kommunaler und privater Forstbeamten ‚eine ansehnliche Summe dadurch erzielr, daß Hr. Hauptmann von Bünau zu Johannisberg a. Rhein das Bestrafen der Fehlschüsse und anderer waidmannischer Verstöße auf Jagden jeglicher Art anregte. Da vor⸗ aussichlich dieser höchst praktische Vorschlag bei der diesjährigen Jagd⸗ saison von der gesammten deutschen Jägerwelt beobachtet werden wird, so dürfte sich der bis jetzt bei der Centralsammelstelle im Ministerium für Landwirthschaft, Domänen und Forsten hierselbst (W., Leipzigerplatz 7) zu Händen des Geheimen Rechnungs⸗Raths Nitschke eingegangene Fonds von ca. 20 000 ℳ bedeutend vergrößern.
Hygiene⸗ auf dem Vor⸗
Redacteur: J. V.: Siemenroth.
Verlag der Erpedition (Kessel). Druck: W. Elsner. Vier Beilagen (einschließlich Börsen⸗Beilage).
Berlin:
In dem dritten Abschnitt beschreibt er endlich seine
der Um⸗-⸗ Verfasser Europa und dem Orient eine Menge von Broobachtungen zum Vergleich bereit hielt.
Charakter damit die Eigenartigkeit und
Weise geographisch unterhaltender Form. Die angefügten 3 Anhänge enthalten Bemerkungen zu der Karte
Novelle von Ossip Schubin.
Von Julius Lessing. Von Eugen
im Elternhaus.
.““
zum Deutschen Reich
Nℳ) 198.
Zweite
Beilag
s⸗Anzeiger und Königlich Preuf
Berlin, Freitag, den 24. August
“
s⸗Anzeiger. e,;
Inserate für den Deutschen Reichs⸗ und Kö
des Deutschen Reichs-Anzeigers und Königl Preußischen Staats-Anzeigers: Berlin SW., Wilhelm⸗Straße Nr. 32.
Preuß. Staats⸗Anzeiger und das Central⸗Handels⸗ register nimmt an: die Königliche Expedition 1.
ah; nigl.
Steckbriefe und Untersuchungs-Sachen. ich 2. Subhastationen, Aufgebote, Vorladungen
1 u. dergl. 3. Verkäufe, Verpachtungen, Submissionen etc. 4. Verloosung, Amortisation, Zinszahlung
Subhastationen, Aufgebote, Vor⸗ ladungen u. dergl.
[368300 QOeffentliche Zustellung. Die verehelichte Kolonist Theophila Nickel, ge
borene Werk, zu Romanshof O./G., vertreten durch
den Rechtsanwalt Dr. Glaß in Schneidemühl, klag egen ihren Ehemann, den
trennen, den Beklagten Theil zu erklären streits aufzuerlegen,
Schneidemühl auf
den 28. November 1883, Vormittags 10 Uhr, mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten Ge⸗
richte zugelassenen Anwalt zu bestellen.
Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser
Auszug der Klage bekannt gemacht. Schneidemühl, den 16. August 1883. 1I1“ Gerichtsschreiber des Königlichen Landgerichts.
(asszsl Oeffentliche Zustellung.
Die Landwirthe Benedict Dägele und Christian 1 Scherer von Achkarren, Letzterer vertreten durch Ersteren, klagen gegen den an unbekannten Orten abwesenden Landwirth Michael Meyer von Achkarren auf Schadloshaltung aus Bürgschaft für ein Dar⸗ lehen, mit dem Antrage auf Verurtheilung dessel⸗ ben zur Zahlung von 300 ℳ — und laden den Be⸗ lagten zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits vor das Großherzogl. Amtsgericht zu Breisach auf Freitag, den 26. Oktober 1883, Vormittags 9 Uhr. Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht. Breisach, den 17. August 1883. Der Gerichts⸗ schreiber des Großherzogl. Amtsgerichts: Weiser. [36837] Oeffentliche Zustellung.
Der Administrator der Pfarrerwittwenkasse Stadt⸗ kämmerer Schueßler zu Rotenburg a. F. klagt gegen den Caspar Ziehn, mit unbekanntem Aufenthaltsort u. Gen. wegen Zwangsverkauf mit dem Antrage auf Erkennung des Verkaufs der Grundstücke: Bl. 290 Nr. 394 2,51 Are) Wohnhaus Nr. 85
mit „ 395 0,55 „ [Hofraum und Haus⸗ ¹ garten und ladet den Mitbeklagten Caspar Ziehn zur münd⸗ lichen Verhandlung des Rechtsstreits vor das König⸗ liche Amtsgericht zu Nentershausen auf den 2. Oktober 1883, Vormittags 11 Uhr. Zam Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht. Schmelz, Gerichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichts.
136sz5] Oeffentliche Zustellung.
Der Glaser Simon Blozheimer von Breisach, vertreten durch Kommissionär Philipp Mock von da, klagt gegen den an unbekannten Orten abwesenden Landwirth Michael Meyer von Achkarren, aus Dar⸗ lehn, mit dem Antrage auf Verurtheilung desselben zur Zahlung von a. 142 ℳ nebst 5 % Zins vom 13. November 1881, b. 25 ℳ nebst 5 % Zins vom 21. Mai 1882, und ladet den Beklagten zur münd⸗ lichen Verhandlung des Rechtsstreits vor das Großh. Amtsgericht Breisach auf Freitag, den 26. Oktober 1883, Vormittags 9 Uhr. Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekonnt gemacht. Breisach, den 17. August 1883. Der Gerichtsschreiber des Gr. Amtsgerichts. Weiser.
[36868] Oeffentliche Zustellung. 3
Die Chefrau des Försters Gottfried Lehmann, Auguste, geb. Bewer, zu Klein⸗Wulkow, vertreten durch den Rechtsanwalt Draeger zu Genthin, klagt gegen ihren genannten Ehemann, zuletzt wohnhaft in Klein⸗Wulkow, jetzt unbekannten Aufenthalts, wegen Hypothekenbestellung für ihre Illatenforderung von 4200 ℳ, mit dem Antrage, den Beklagten zu verurtheilen, mit seinen im Grundbuche von Klein⸗ Wulkow Bd. II. Bl. Nr. 46 verzeichneten Liegen⸗ schaften für die Illatenforderung der Klägerin im Betrage von 4200 ℳ Hypothek zu bestellen., und ladet den Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits vor die I. Civilkammer des König⸗ lichen Landgerichts zu Stendal auf den 20. Dezember 1883, Vormittags 9 Uhr, mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten Ge⸗ richte zugelassenen Anwalt zu bestellen.
Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht.
8 Steudal, den 20. August 1883. .Schreckenberger, Secretair, Gerichtsschreiber des Königlichen Landgerichts.
[36840] Oeffentliche Zustellung.
Die unverehelichte Dienstmagd Fütderike Hundt zu Mazgdeburg, Knochenhauerufer 80, vertreten durch den Rechtsanwalt Dr. Fleichauer daselbst, klagt gegen den Musikus Friedrich Hederich, früher zu Magdeburg, Kameelsstraße Nr. 5, jetzt in un⸗ bekannter Abwesenheit, aus dem Anerkenntniß⸗ Protokoll vom 15. November 1882, mit dem An⸗ trage, den Beklagten zu verurtheilen, an Klägerin
2 2
gen Kolonisten Friedrich
Nickel, unbekannten Aufenthalts, wegen Trunkenheit,
Mißhandlung, Ehebruchs und böslichen Verlassens
auf Trennung der Ehe, mit dem Antrage, das „Zum zwischen den Parteien bestehende Band der Ehe zu ‚für den allein schuldigen und ihm die Kosten des Rechts⸗ eits und ladet den Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreites vor die erste Civilkammer des Königlichen Landgerichts zu
[36826]
oder Eigenthümer eines im Monat Juni 1883 in der Stadt Königsberg gefundenen länderhundes aufgefordert, spätestens im Aufgebots⸗ termine a
5 u. s. w. von öffentlichen Papieren.
1882 zu zahlen und die Kosten des Prozesses zu tragen, sowie das Urtheil für vorläufig vollstreckbar zu erklären, und ladet den Beklagten zur münd⸗ lichen Verhandlung des Rechtsstreites vor die dritte Civilkammer des Königlichen Landgerichts zu t Magdeburg auf den 17. Dezember 1883, Vormittags 9 Uhr, mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten Ge⸗ richte zugelassenen Anwalt zu bestellen. Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht. Magdeburg, den 13. August 1883. „Szlatohlaweck, Gerichtsschreiber des Königlichen Landgerichts.
[36870] Oeffentliche Zustellung. Der Kaufmann August Dinslage zu Warstein klagt gegen den Franz Humpert, früher zu Hirsch⸗ berg, dessen Aufenthaltsort unbekannt ist, mit dem An⸗ trage auf Zahlung seiner Waarenforderung acl 1 103 ℳ 12 einer ihm von Adolph Bräutigam zu Hirschberg cedirten Waarenforde⸗ Z1AAAAA“;; ferner einer ihm von Peter Struif zu Warstein cedirten, im Grundbuche vormerklich eingetragenen Forderung
. 60 50 Sa. 170 ℳ 54 ₰, und ladet den Beklagten zur mündlichen Verhand⸗ lung dee Rechtsstreits vor das Königliche Amtsgericht zu Warstein auf den 18. Oktober 1883, Vormittags 10 Uhr. Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht. ö1“ Gerichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichts.
[36839] Oeffentliche Zustellung. In der beim hiesigen Großherzoglichen Amts⸗ gerichte, Abtheilung II. anhängigen Klagesache: in Sachen des Heuermanns Diedrich Christopher von Minden zu Neustadt als Vormund über die unehe⸗ liche Tochter der Johanne Catharine Hinrike
Colmar, Beklagten, betr. Zahlung von Alimenten, hat der Kläger vorgestellt: Nachdem das Erkenntniß des Großherzoglichen Amtsgerichts, Abth. II., vom 23. November v. F. rechtskräftig geworden ist, bin ich nunmehr bereit, den mir auferlegten Eid abzuleisten. Ich lade den Beklagten zu dem hierzu vom Groß⸗ herzoglichen Amtsgerichte anzuberaumenden Termine Dieser Vorstellung zufolge ist Termin zur Fort⸗ setzung der Verhandlung und zur Eidesleistung auf den 11. Oktober d. J., Vorm. 10 Uhr, vor dem Großherzoglichen Amtsgerichte, Abth. II., hieselbst bestimmt und wird dieser Auszug dem Be⸗ klagten, da er abwesend, hiemittelst öffentlich zu⸗ gestellt. Brake, 1883, August 18.
Wingbermühle, Gerichtsschreibergeh. [36866] Oeffentliche Zustellung. Die Ehefrau Bergarbeiters Adam Blackert, Jo⸗ hanna, geb. Martgenstedt, zu Langendreer, vertreten durch den Rechtsanwalt Köchling in Bochum, klagt gegen ihren genannten, seinem gegenwärtigen Auf⸗ enthalte nach unbekannten Ehemann, wegen bösli⸗ cher Verlassung mit dem Antrage auf Trennung der Ehe und ladet den Beklagten zur mündlichen Ver⸗ handlung des Rechtsstreits vor die III. Civilkammer des Königlichen Landgerichts zu Essen auf den 30. November 1883, Vormittags 9 Uhr, mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten Ge⸗ richte zugelassenen Anwalt zu bestellen. Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht. ““ Essen, den 11. August 1883. 8
31A1A1“ Gerichtsschreiber des Königlichen Landgerichts. [36867] Oeffentliche Zustellung. In Sachen der Ehefrau Bergmann Ewald Franke, Auguste, geb. Gittner, früher zu Steele, jetzt zu Stoppenberg, vertreten durch den Rechts⸗ anwalt Hutmacher zu Hattingen, gegen ihren genannten Ehemann, wegen Ehescheidung ist, da im Termine am 28. April 1882 Niemand erschienen, Ce Termin zur mündlichen Verhandlung auf den 30. November 1883, Vormittags 9 Uhr, vor der III. Civilkammer des Königlichen Land⸗ gerichts hierselbst anberaumt, wozu der seinem Auf⸗ enthalte nach unbekannte Beklagte mit der Auf⸗ forderung geladen wird, einen bei dem gedachten
Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird diese Vorladung bekannt gemacht.
Essen, den 16. August 1883.
Gerichtsschreiberei des Königlichen Landgerichts. aurer.
Aufgebot.
Auf den Antrag des Finders wird der Verlierer
schwarzen Neufund⸗
Oeffentlicher Anzeiger.
v. Minden zu Neustadt, Klägers gegen den Dienst⸗ knecht Hinrich Böning bei Diedrich Oltmann zu
[36879]
L. Denecke in Altenhagen, Gläubigers,
gegen
den Tischler Wilhelm Wente Schuldners, wegen Forderung, soll die dem Schuldner unterm 6. August 1883 abgepfändete Anbauerstelle Nr. 12 in Luttringhausen, 2stöckigen Wohnhause aus Fachwerk . hörigem Hofraum von 2 a 65 qm Größe, eingetragen Gerichte zugelassenen Anwalt zu bestellen. im Grundbuch 8 29 Antrag des Gläubigers zwangsweise in dem azu auf
dahier angesetzten Termine öffentlich versteigert werden.
auf der Gerichtsschreiberei einzusehen. Näher⸗,
und sonstige dingliche Rechte, insbesondere Servituten und Realberechtigungen zu haben vermeinen, werden
-
.Inqdustrielle Etablissements, Fabriken und Grosshandel. Verschiedene Bekanntmachungen. 8 .Literarische Anzeigen. 1 Theater-Anzeigen. 1 In der Börsen-
Inserate nehmen an: die Annoncen⸗Expeditionen des „Juvalidendank“, Rudolf Mosse, Haasenstein & Bogler, G. L. Daube & Co., E. Schlotte, Büttner & Winter, sowie alle übrigen größeren
NR
Annoncen⸗Bureaux.
Familien-Nachrichten. ] beilage. R
bei dem unterzeichneten Gerichte (Zimmer 33) sein
nur der Anspruch Fund erlangten und zur Zeit der Erhebung des An spruchs noch jedes weitere Recht aber ausgeschlossen werden wird Königsberg, den 18. August 1883. Königliches Amtsgericht. X. gez. Holtzheimer. Ausgefertigt: Königsberg, den 18. August 1883. ““ Gerichtsschreiber des Königl. Landgerichts. X.
[36733] Zwangsversteigerungsproclam.
kloster ist wegen
rolle und Nr. 119 der
von 3 a 9
vom heutigen Tage verfügt. Demnach werden Alle, welche an die vorgedachten Immobilien nicht protokollirte dingliche An⸗ sprüche irgend welcher Art, insbesondere dinglich privilegirte Ansprüche geltend machen wollen, hierdurch aufgefordert, solche bei Vermeidung des anspruchsfreien Verkaufs und des Ausschlusses bei der Vertheilung des Erlöses binnen 6 Wochen vom Tage der letzten Bekanntmachung dieses Proklams an gerechnet, hierselbst anzumelden. Zugleich wird Termin zum Zwangsverkauf der Immobilien auf Dienstag, den 23. Oktober 1883, Vormittags 10 Uhr, im Geschäftslokal des unterzeichneten Amtsgerichts anberaumt. Die Verkaufsbedingungen können 14 Tage vor dem Verkaufstermin auf der hiesigen Gerichts⸗ schreiberei eingesehen werden. Lügumkloster, den 16. August 1883. Königliches Amtsgericht.
—
Sarauw.
Verkaufs⸗Anzeige nebst Ediktalladung. In Sachen, betreffend den Konkurs über das Ver⸗ mögen des Buchbinders und Kaufmanns Lüder Oltmanns in Berverstedt, soll auf Antrag des Konkursverwalters, Rechtsannwalt Dr. Brüel in Geestemünde, der zur Konkursmasse gehörige Grund⸗
besitz:
die Bürgerstelle Hs. Nr. 6 in Beverstedt
(Wohnhaus mit Scheune und Stallung) und
die Bürgerstelle Hs. Nr. 24 daselbst (Wohn⸗
haus mit Scheune und Stallung) nebst den
dazu gehörigen Grundstücken, eingetragen unter Art. Nr. 6 der Grundsteuermutterrolle von
Beverstedt, vermessen zu 4 ha 67 a 70 qm zwangsweise in dem dazu auf “
Montag, den 8. Oktober d. J., Mporgens 10 Uhr, in Beverstedt im Seedorff'schen Gasthause raumten Termine öffentlich versteigert werden. Kaufliebhaber werden damit geladen. Alle, welche daran Eigenthums⸗, Näher⸗, lehnrecht⸗ liche, fideikommissarische, Pfand⸗ und sonstige dingliche Rechte, insbesondere Servituten und Realberechtigungen zu haben vermeinen, werden aufgefordert, selbige im obigen Termine anzumelden und die darüber lauten⸗ den Urkunden vorzulegen, unter dem Verwarnen, da im Nichtanmeldungsfalle das Recht im Verhgrtdan zum neuen Erwerber des Grundstücks verloren gehe. Geestemünde, den 4. August 1883.
Königliches Amtsgericht. Abtheilung II.
gez. v. d. Wense. Ausgefertigt und veröffentlicht: Jürgensmeyer, Justizanwärter, als Gerichtsschreiber Königlichen Amtsgerichts Geestemünde. 8
anbe⸗
Zwangsversteigerung
und Aufgebot.
In Zwangsvollstreckungssachen des Kaufmanns
in Hachmühlen,
bestehend aus einem
und dazu ge⸗ von Luttringhausen Bd. I. Bl. 9 Freitag, 19. Oktober 1883, Morgens 10 Uhr, meistbietend
Kaufbedingungen sind 14 Tage vor dem Termine
Alle, welche an dem Kaufobjekte Eigenthums⸗, lehnrechtliche, fideikommissarische, Pfand⸗
200 ℳ nebst 8 % Zinsen davon seit dem 29. Juni
den 11. Oktober 1883, Vormittags 12 Uhr, Ua
Ansprüche und Rechte anzumelden, widrigenfalls ihm auf Herausgabe des durch den
vorhandenen Vortheils vorbehalten,
Auf Antrag des Fleckenvorsteheramts zu Lügum⸗ Hrückständiger Kommunalsteuern zum Betrage von 24 ℳ 91 ₰ die Zwangsversteige⸗ rung der dem Häusler und Arbeiter Lorenz Hansen zu Lügumkloster gehörigen Immobilien, bestehend in dem unter Artikel Nr. 177 der Grundsteuermutter⸗ 28 8 Gebäudesteuerrolle von Lügumkloster aufgeführten Wohnhause mit Stall, Scheune, Hofraum und Hausgarten, in einer Größe dqm, zum jährlichen Nutzungswerth von 8 45 ℳ durch Beschluß des unterzeichneten Gerichts
e widrigenfalls ihre Rechte im Verhältniß zum neuen
Erwerber des Grundstücks verloren gehen. Münder, den 16. August 1883.
. Königliches Amtsgericht.
Gericke.
18e Aufgebot.
8 öEbö Lehnsvettern, vertreten durch den Justiz⸗Rath Gericke zu Lüneburg, haben sich mit dem Kothsassen Peter Heinrich Christoph Inzelmann zu Meningen über Ablösung der ihnen zu entrich⸗ tenden Lehnsgefälle gegen ein Ablösungskapital von 1391 ℳ 40 ₰ geeinigt.
Auf Antrag beider Theile werden Diejenigen, welche Ansprüche auf die abgelösten Rechte oder das Ablösungskapital machen zu können vermeinen, auf⸗ gefordert, solche spätestens in dem auf
Sonnabend, den 13. Oktober d. J.,
1 Morgeus 11 Uhr, auf dem Geschäftszimmer des Unterzeichneten an⸗ gesetzten Termine bei Strafe des Ausschlusses anzu⸗ melden
Winsen a. d. Luhe, den 20. August 1883. Königliche Ablösungs⸗Kommission.
Schulze.
[36853] Alufgebot.
Das Sparkassen⸗Einlagebuch der Sparkasse des Kreises Calbe Nr. 16 244 über 180 ℳ 41 ₰, aus⸗ gefertigt für Friedrich Zehle in Barby, ist angeblich abhanden gekommen und soll auf Antrag des Eigen⸗ thümers zum Zwecke der neuen Ausfertigung amor⸗ tisirt werden.
Es wird daher der Inhaber des Sparkassen⸗ Einlagebuchs aufgefordert, spätestens im Aufgebots⸗ ter mine am Sonnabend, den 26. April 1884, . Vormittags 11 Uhr, bei dem unterzeichneten Gerichte seine Rechte anzu⸗ melden und das Sparkassen⸗Einlagbuch vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung desselben erfol⸗ gen wird. Barby, den 16. August 1883.
Königliches Amtsgericht.
[368711 Aufgebot. Die Wittwe Neubauers Friedrich Kammeyer, Sophie, geb. Ehlerding, Nr. 120 Windheim hat be- antragt, die ihr gehörige Parzelle Flur 23 Nr. 300/105 der Gemeinde Windheim behufs Umschreibung auf ihren Namen im Grundbuch öffentlich aufzubieten Das Grundstück steht dort auf den Namen des ver⸗ storbenen Aktuars Stammelbach hierselbst eingetra⸗ gen, welcher es urkundlich an den Heuerling Christoph Conradi zu Windheim verkauft hat. Von diesem soll es an den Heuerling Wilhelm Wittenborn zu Leteln übergegangen sein, von dem es Kammeyer durch Vertrag vom 30. April 1864 angekauft hat. Der Vertrag zwischen Conradi und Wittenborn ist nicht beizubringen. Es werden daher alle Diejenigen, welche Ansprüche auf obiges Grundstück und gegen die gewünschte Um⸗ schreibung desselben Widerspruch erheben können, be⸗ sonders die Erben und sonstigen Rechtsnachfolger des Aktuars Stammelbach und des Heuerlings Conradi hiermit aufgefordert, ihre Rechte spätestens im Auf⸗ gebotstermine den 19. Dezember 1883, Morgens 11 Uhr, bei uns anzumelden, widrigenfalls sie ausgeschlossen werden und das Grundstück auf den Namen der Wittwe Kammeyer umgeschrieben wird. Petershagen, den 21. August 1883. Königliches Amtsgericht. 8 Mensing. [36876] In Sachen, betreffend die Zwangsversteigerung der dem Hof⸗ besitzer Allrich Becken jun. in Fleeste gehörigen Im⸗ mobilien, wird auf Antrag der Gläubiger ein zweiter Verkaufstermin auf 8 Nittwoch, den 19. September 1883, 1] BVpormittags 10 Uhr, in Fleeste im Hause des Ortsvorstehers Stahmer angesetzt. Kaufliebhaber werden dazu geladen. Ein dritter Verkaufstermin findet nicht statt. eestemünde, 27. Juli 1883. Königliches Amtsgericht. I Baemeister.
[36878] der Wittwe des weiland Bürstenfabrikanten Fried⸗ rich Voß, Auguste, geb. Hauptmeyer, in Hildesheim, Gläubigerin,
gegen
die Vormünder der minderjährigen Kinder des weiland Maurermeisters Andreas Bagyer daselbst, Wittwe Bayer und Kohlenhändler Böker in Hildes⸗ heim, Schuldner,
gesetzlich
1 „ Znegen Forderung, wird, nachdem Gläubigerin den Antrag auf Zwangs⸗ vollstreckung ir das Haus der Schuldner Nr. 723 c.
der Annenstraße hieselbst zurückgenommen hat, der
durch die öffentliche Bekanntmachung vom 19. Juni
d. Is. auf den 11. Oktober d. Is., Morgens 11 Uhr, anberaumte Termine zum öffentlich meist⸗ bietenden Verkauf des gedachten Hauses und zur An⸗ meldung von Ansprüchen daran damit aufgehoben.
Hildesheim, den 16. August 1883. Königliches Amtsgericht, I.
ufgefordert, selbige spätestens im obigen Termine nzumelden und die Beweisurkunden vorzulegen,
Börner.