ihm selbst geführten, unverändert m Besitz befindlichen Vhmn selg üchern nachträglich durch Korrekturen, Einschaltungen u. s. w. einen unrichtigen, von dem ursprünglichen abweichenden Inhalt giebt.“
— Der Kaiserliche Gesandte bei den Vereinigten Staaten von Amerika, von Alvensleben, hat einen ihm Allerhöchst bewilligten Urlaub angetreten. Während der Abwesenheit des Herrn von Alvensleben von Washington fungirt der Legations⸗ Rath Freiherr von Zedtwitz als interimistischer Geschäfts⸗ träger.
— Der General der Infanterie von Stie hle, General⸗ Adjutant Sr. Majestät des Kaisers und Königs, Chef des 82 eeng und Pionier⸗Corps und General⸗Inspecteur der
estungen, und der General⸗Lieutenant von Voigts⸗Rhetz,
eneral⸗Inspecteur der Artillerie, haben heute Berlin vesee. um den großen Herbstübungen des XV. Armee⸗Corps bei⸗ zuwohnen.
Sigmaringen, 8. September. (W. T. B.) Der König von Portuga! ist gestern Abend hier eingetroffen und wurde am Bahnhof von dem Fürsten und der Fürstin von Hohenzollern empfangen.
Bayern. Nürnberg, 7. September. (W. T. B.) Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz ist Nachmittags 3 ¼ Uhr von dem Manöverfelde bei Kloster Heilsbronn mittelst Extrazuges hierher zurückgekehrt. Höchst⸗ derselbe machte heute eine Rundfahrt durch die Stadt und nahm die Sehenswürdigkeiten in Augenschein. Am Abend findet ein Diner statt, zu welchem zahlreiche Einladungen ergangen sind.
— 8. September, liche und Königliche bereits heute früh 61 ½ Uhr Großhabersdorf begeben.
Hessen. Darmstadt, 8. September. (W. T. B.) Prinz Ludwig von Battenberg trifft heute hier ein.
Vormittags. (W. T. B.) Se. Kaiser⸗ Hoheit der Kronprinz hat Sich zu den Truppenmanövern bei
SDesterreich⸗Ungarn. Wien, 7. September. (W. T. B.) Die „Polit. Corresp.“ meldet, das englische Kabinet 8 kürzlich ein Rundschreiben an seine Vertreter bei den
ignatarmächten des Berliner Vertrages versandt, in welchem es die Festhaltung des Berliner Vertrages als die beste und sicherste Basis für die Lösung der Schwierigkeiten in Bulgarien und Ost⸗Rumelien empfiehlt und die Ueberzeugung ausspricht, daß die Modifikation des Statuts für Ost⸗Rumelien im Sinne der Wünsche des bulgarischen Volkes einen Eingriff in den Berliner Vertrag nicht bedeuten würde. Schließlich wird die Beschleunigung der bezüglichen türkisch⸗bulgarischen Unterhand⸗ lungen destetg be .
— Die „N. A. Ztg.“ schreibt: Die Worte, mit denen der Chef der zur Revindikationsfeier in Pest entsandten militärischen Deputation, General⸗Lieutenant von Schlichting, beim Festbanket am 2. d. M. den Gruß der brandenburgischen Waffenbrüderschaft ausgedrückt hatte, sind in den vorliegenden Berichten bisher nur sehr ungenau wiedergegeben.
Angesichts der auszeichnenden Aufnahme, mit welcher diese Deputation von Seiten aller betheiligten Autoritäten, vor Allem aber von Sr. Apostolischen Majestät dem Kaiser und Könige Franz Joseph beglückt worden ist, erscheint es als eine Pflicht, die gesprochenen Dankesworte in vollständigerer Fassung mitzutheilen. Vollinhaltlich lauteten dieselben:
Es sei mir gestattet, in meinem Dank und in meinem Trinkspruch die allgemeine militärische Bedeutung des Festes, welches Sie heute begehen, besonders hervorzuheben. Mit denselben Gesinnungen, wie die Brandenburger vor 200 Jahren auf ihres Kurfürsten Befehl durch die Karpathen zogen, um sich bundesbrüderlich neben der großen Kaiserlichen Armee, den ungarischen Schaaren und den kurbayerisch⸗ sächsischen Truppen unter den glorreichen Befehl des Herzogs Karl von Lothringen zum Kampf um Ofen zu stellen — kommen heute deren Nachkommen auf ihres Königs Befehl, um an Ihrer Festfreude Antheil zu nehmen. 8
Unser König hat dafür gesorgt, daß unsere Deputation die echten und denkbar direktesten Nachkommen jener Brandenburger seien. Die beiden Regiments⸗Commandeure bringen Ihnen den Gruß der Fahnen und Standarten, welche durch die Ofener Bresche gezogen sind. Es sind die ältesten der Armee. — Jedes der beiden anderen Mitglieder legt, indem es heute Ihren Jubel theilt, doch gleichzeitig ein Lorbeer⸗ blatt auf das Grab eines Ahnen, welcher hier im Kampfe den Helden⸗ tod fand. — Sie sehen, meine Herren, daß auch in den Blättern unserer Kriegsgeschichte die Thaten fortleben, deren Erfolge Sie heute feiern. In diesem Sinne darf der Soldat von einer Blutsverwandt⸗ schaft reden, welche gemeinsam bestandene blutige Kämpfe verleihen.
Große, mächtige, selbständige Staaten sind aus jenen alten Bundesschaaren im Laufe der Jahrhunderte emporgewachsen — un⸗ vergessen sei auch ihnen die alte Waffenbrüderschaft!
Indem ich Vielseitiges in meinem Trinkspruch vereinigen möchte, erhebe ich das Glas zu ehrerbietiger Huldigung für den erhabenen Herrscher, Fh ser und König dieser mächtigen Reiche! — ich leere es auf das Wohl des Königreichs Ungarn und seiner damals so schwer bedrängten, jetzt reich erblühten Hauptstadt und fordere Sie auf, der alten Waffenbrüderschaft ein Hoch zu bringen. Möge der alte Stamm in Zukunft neue Blüthen treiben. — Die Waffenbrüderschaft jener Tage wirke fort und lebe hoch!
Großbritannien und Irland. London, 6. Sep⸗ tember. (Allg. Corr.) Der Herzog und die Herzogin von Connaught verabschiedeten sich gestern von der Königin in Balmoral anläßlich ihrer bevorstehenden Ab⸗ reise nach Indien, wo Se. Königliche Hoheit das Kommando über die in Rawal Pindi, im Pendschab stationirte Division der bengalischen Armee wieder übernehmen wird. Die Kinder des Herzoglichen Paares bleiben während der Abwesenheit ihrer Eltern bei der Königin.
Der Prinz von Wales kehrt am 12. d. von Homburg nach London zurück. — Der Erzherzog Ludwig Victor von Oesterreich ist in London eingetroffen und im Bristol Hotel abgestiegen.
Um den Frieden in Belfast dauernd zu befestigen, hat die irische Regierung beschlossen, die Polizeimacht der Stadt um 500 Mann permanent zu vergrößern.
Nach langem Krankenlager starb gestern hier Samuel Morley, der bekannte Philanthrop und früheres Unterhaus⸗ mitglied für Bristol, im Alter von 77 Jahren.
— 7. September. (W. T. B.) Salisbury konferirte heute längere Zeit mit Hartington über die irische An⸗ elegenheit und den Antrag Parnell's betreffs der Agrar⸗ rage. Hierauf fand ein Kabinetsrath statt.
— 7. September, Abends. (W. T. B.) Im Unter⸗ hause erklärte Unter⸗Staatssekretär Fergusson, der Regierung sei keine Petrzeich von einer Seitens einer Tripel⸗Alliance angeblich beabsichtigten Theilung Süd⸗Ost⸗
Europas zugegangen.
Der Gedanke einer russischen Okku⸗ pation Bulgariens oder dessen Verwaltung durch einen russischen Gouverneur beruhe auf der Hypothese von der Zulässigkeit einer separaten Aktion Seitens einer einzelnen Macht, welche die Regierung indessen nicht als wahrscheinlich annehmen könne. — Was die Nachricht von dem Aufgeben Port 8— dlgan 85 Sg.9e so habe die Regierung keinen derartigen Beschluß gefaßt. 8 Bei der See. des Kriegsbudgets, dessen sämmt⸗ liche Positionen erledigt wurden, erklärte der Staatssekretär des Kriegs, Smith, es sei die Einsetzung eines Comités be⸗ schlossen, welches den Zustand der während der letzten 5 Jahre elieferten Geschütze und des übrigen Kriegsmaterials unter⸗ suchen solle. — Die Bill, betreffend die über die Unruhen in Belfast anzustellende Untersuchung, wurde in zweiter Lesung angenommen. 8 — 8 8.eSeptember, früh. (W. T. B.) Der „Standard schreibt, die Sache des Fürsten Alexander von Bul⸗ garien sei die Sache einer jeden Macht, welche gegen die Herstellung der Herrschaft Rußlands in Konstantinopel sei. So langsam auch die Prozesse der Diplomatie sich vollziehen möchten, so dürfe Fürst Alexander doch zuversichtlich annehmen, daß er, falls er sich entschäieße, die Geschicke seines Volkes zu theilen, im Kampfe nicht blos auf seine eigenen Hülfsquellen angewiesen sein würde.
Frankreich. Paris, 6. September. (Köln. Ztg.) Die Lage der Dinge auf Madagascar ist wieder so ernst ge⸗ worden, daß die Regierung die Absendung von Verstärkungen beschlossen hat. Die Tünche der t en hche unter welcher man während der Empfangsfeierlichkeiten des französischen Residenten beiderseitig das Mißtrauen versteckt hatte, ist schnell verblaßt, und heute bereits weigern sich die Hovas, einigen Bestimmungen des Friedensvertrages nachzukommen, eine Widersetzlichkeit, die Le Myre de Villers in erster Linie englischem Einflusse zuschreibt. Daß der General⸗ Resident sich nach Tamatave zurückgezogen habe, wird vom Ministerium des Aeußern in Abrede gestellt: es will bis jetzt keine derartige Nachricht erhalten haben. — Die gestern aus Numea eingetroffenen Briefe be⸗ richten von Zwistigkeiten zwischen dem neuen Gouverneur von Neu⸗Caledonien, Nouet, und den Offizieren der dortigen See⸗ station. Der Gouverneur hat die Weisung, die in jenem Theile des Stillen Ozeans gelegenen Inselgruppen, nament⸗ lich die Neuen Hebriden, scharf zu überwachen, konnte aber seiner Aufgabe nicht in vollem Maße gerecht werden, weil seine Befehle unter allerlei Vorwänden umgangen wurden, sodaß der Gouverneur schließlich um seine Entlassung ein⸗ kam. Das Auftreten der See⸗Offiziere erklärt sich dadurch, daß Nouet Civilbeamter ist. — Die Hitze der letzten Tage hat viele Opfer unter den Truppen gefordert. Im Lager von Chalons ist ein Theil der Mannschaft erkrankt und viele Pferde sind umgekommen, was aber nicht wundern darf, da man ungeachtet der tropischen Hitze die Reiterei im Durch⸗ schnitt in zwei Tagen Märsche von 35 Stunden ausführen ließ.
Spanien. Barcelona, 2. September. (Köln. Ztg.) Am 1. September erfolgte hier ein anarchistisches Dynamit-Attentat, worüber Folgendes bekannt wurde. Bereits seit einigen Tagen fand eine Arbeitseinstellung der Maurer statt, hauptsächlich aus dem Grunde, weil die Arbeitszeit auf acht Stunden kähe heabgesett würde. Alsbald jedochtrennte sich ein Theil der Arbener don den Aufständigen; die Letzteren be⸗ gannen gegen die Ersteren Drohungen auszustoßen, und der Gouverneur erklärte, er werde die Arbeiter, welche arbeiten wollten, gegen Bedrohung in Schutz nehmen. Auch die Arbeit⸗ geber vereinigten sich zu gemeinsamen Maßregeln und am 1. September fand in einem öffentlichen Gebäude eine Versammlung von etwa 150 Unternehmern statt, die sich sämmtlich mit Ausnahme von etwa acht schrift⸗ lich über die Bedingungen verständigten, unter welchen sie weiter arbeiten lassen wollten. Während das Schriftstück zur Unterzeichnung umging, erfolgte ein ungeheurer Knall. Eine in einem Rohr enthaltene Dynamit⸗Kartusche war unter einen Tisch geworfen worden und hatte sich dort ent⸗ laden. Fünf Bauunternehmer sind lebensgefährlich, sieben andere weniger schwer verwundet. Die Bestürzung in der Stadt ist groß.
Bulgarien. Sofia, 6. September. (W. T. B.) Bei der Unterredung mit den Offizieren anläßlich seines Besuchs im Lager erklärte Fürst Alexander, er beabsichtige, am 13. d. M. Bulgarien zu verlassen, und richtete zugleich die dringende Bitte an sie, sich seinem Vorhaben nicht zu widersetzen.
— 7. September. (W. T. B.) In Folge eines Seitens der Minister und der hervorragenden Parteiführer geäußerten Wunsches soll der russische Konsul sich bereit erklärt htec. eine Abschrift der ihm Fecfeh zugegangenen und münd⸗ ich mitgetheilten Dep elche über die bezüglich Bulgariens zu beobachtende Politik Rußlands der Regierung zu geben.
— 7. September, Mittags. (W. T. B.) Es ist nunmehr
Regentschaft gebildet worden, bestehend aus Stambuloff, Mutkuroff und Karaweloff. Das Ministerium ist wie folgt zusammengesetzt: Rodoslawoff Präsident, Stoiloff Justiz, Natchevitsch auswärtige An⸗ gelegenheiten, Geschoff Finanzen, Ivantchoff Unterricht, Nicolajeff Krieg. — Der Fürst empfing heute Vormittag die Mitglieder der neuen Regierung, sowie die Vertreter der Mächte. Der Fürst beabsichtigt, bereits heute um 2 ½ Uhr abzureisen; der Regentschaftsrath, mehrere Minister, sowie Offiziere werden den Fürsten bis nach Lompalanka begleiten. Von hier aus wird der Fürst voraussichtlich eine Proklamation
erlassen.
— 7. September, Abends. (W. T. B.) Ein Telegramm der „Agence Havas“ meldet: Der Fürst empfing heute Vor⸗ mittag die Vertreter der fremden Mächte, dankte den⸗ selben für die moralische Unterstützung und für die Rathschläge, die sie ihm in einem schwierigen Zeitpunkte gegeben hätten, und be⸗ zeichnete das Konstantinopeler Protokoll als eine der Haupt⸗ ursachen für seine Abdankung, weil dasselbe seinen gestattet habe zu sagen, daß er einfacher Beamter Rußlands sei. Er
eine
habe in das Land zurückkehren wollen, um 2g an hellem Tage mit seiner eigenen freien Zustimmung, und nicht wie ein Uebelthäter verlassen zu können. wie schwierig es sei, das Land unter den gegenwärtigen Um⸗
Der Fürst betonte besonders, ständen zu regieren. Er wünsche dem Lande einen gleich er⸗ gebenen Regierungsnachfolger und hoffe, daß dessen Bemühungen von Erfolg gekrönt sein möchten.
Der Fürst hat seiner Abdankung eine Pro⸗ klamation erlassen, welche also lautet: „Nachdem wir uns von der schmerzlichen Wahrheit überzeugt haben, daß unsere Abreise aus Bulgarien die Wie erherstellung guter Be⸗
8 b
zi en zwischen Bulgarien und Rußland erleichtern wird, ee 8 von der Regierung des Kaisers von Ruß⸗ land die Zusicherung erhalten haben, daß die Unabhängigkeit, die Freiheit und das Recht unseres Staates unangerührt bleiben werden und daß sich Niemand in die inneren Landes⸗ angelegenheiten einmischen wird, erklären wir unserem viel⸗ geliebten Volke, daß wir auf den bulgarischen Thron ver⸗ en. b
uns die Interessen des Vaterlandes sind und daß wir bereit sind, für seine Unabhängigkeit Alles zu opfern, selbst das, was uns noch theurer wie das Leben ist. Indem wir unseren aufrichtigen Dank aussprechen für die Ergebenheit, die uns das Volk in den gluͤcklichen wie in den trüben Tagen bewahrt hat, welche das Volk und der Thron seit unserer An⸗ kunft in Bulgarien zu bestehen hatten, verlassen wir das Fürstenthum, indem wir Gott bitten und bis an das Ende unserer Tage bitten werden, daß er Bulgarien erhalten und beistehen und daß er dasselbe groß, stark, einig und vng machen möge. Wir ernennen zu Regenten Stambuloff, Karaweloff und Mutkuroff, wir befehlen ehöri Befehlen und Anordnungen der von uns eingesetzten Regent⸗ schaft zu unterwerfen und die Ruhe im Lande zu erhalten, damit bei der ohnehin schwierigen Lage des Vaterlandes jede Verwickelung vermieden werde. Gott beschütze Bulgarien!
ber 1886. Alexander.“ Fürst Alexander ist heute Nachmittag nach Lom⸗ palanka abgereist, wo er morgen Nachmittag wird. Der Fürst verließ seine Zimmer im Palais um 4 Uhr, begab sich, von den Konsuln der Mächte, auch demjenigen Rußlands, gefolgt, in das Vestibule und verabschiedete sich dort mit kurzen Abschiedsworten von den Beamten und anderen Ferhh ragenden Persönlichkeiten, die sich daselbst eingefunden hatten. Nach Begrüßung der Offiziere, welche im Hofe des Palais Aufstellung genommen hatten, bestieg der Fürst mit Stambu⸗ loff den Wagen; die Minister, die Mitglieder des Regentschafts⸗ raths und eine Anzahl anderer Personen gaben dem Fürsten in mehreren anderen Wagen das Geleit. Die Bevölkerung brachte dem Fürsten, als er das Palais verließ und bei der Fahrt durch die Stadt, sowie am Ausgang derselben unaus⸗ gesetzt enthusiastische Ovationen dar. In der Stadt hatten die Truppen der Garnison ohne Waffen Spalier gebildet. — 7. September, Abends. (W. T. B.) Die diesseitige
Bitte um Unterstützung gegen etwaige fremde Okkupation. Nach den in den letzten Tagen hier von St. Petersburg aus gegebenen amtlichen Erklärungen glaukt man indeß nicht mehr, daß eine Okkupation zu erwarten wäre.
Rußland und Polen. St. Petersburg, 8. September. (W. T. B.) Der Kaiser und die Kaiserin sind gestern Abend auf der Station Wyssoko⸗Litowsk (Brest⸗Grajewobahn) eingetroffen und daselbst von den Großfürsten Nikolaus demn Aelteren und Jüngeren, dem Großfürsten Michael Nike⸗ lajewitsch, dem Prinzen Alexander von Oldenburg, dem Chef des Generalstabs, Obrutscheff, den General⸗Gouverneuren von Warschau und Wilna, sowie von den Spitzen der Civil⸗ und Militärbehörden empfangen worden. Eine Depu⸗ tation der Bauernschaft von Wyssoko⸗Litowsk reichte dem Kaiserpaare Salz und Brod dar. Von der Bahnstation Wyssoko⸗Litowsk begaben sich der Kaiser und die Kaiserin auf ein der Gräfin Potocki gehöriges Landgut gleichen Namens⸗⸗ wo dieselben ihr Absteigequartier nahmen.
Zeitungsstimmen.
Der „Norddeutschen Allgemeinen schreibt ihr Korrespondent in der Eidgenossenschaft:
Dieser Tage hat der Chef des Departements des Innern, Bundes⸗
Zeitung
Memorial überreicht, in welchem die Einführung eines beschränkte Verkaufsmonopols vorgeschlagen wird. Nachdem sowohl die Prefe als auch die Brenner und die an der Brennerei interee sirten Landwirthe sich entschieden für das Monopol ausge sprochen hatten, war zu erwarten, daß die Bundesverwaltung wenigstens einer limitirten Monopolisirung des Branntweinverkauf nicht abgeneigt sein werde. Es ist unzweifelhaft, daß der Bunden⸗ ratb, wenn auch nicht einstimmig, so doch in seiner Mehrheit, dar vorgeschlagene System annehmen wird. Dagegen fragt es sich, dh die Kommissionen und hernach die im Dezember zusammentretender eidgenössischen Räthe das Verkaufsmonopol annehmen werden. Offer⸗ bar dürfte sich ein Theil der Räthe damit nicht begnügen und die vollkommene Monopolisirung von Fabrikation und Verkauf verlangen
Gemäß dem vom Departement des Innern vorgeschlagene System haben die vom Bund konzedirten Brennereien allen Rob⸗ spiritus ausschließlich dem Bund abzugeben. Der Bund bezahlt fit den Hektoliter Rohspiritus 60 — 70 Fr., wenn derselbe zu Trinkbrannt⸗ wein verarbeitet werden kann, andernfalls nur 40 — 50 Fr. Die Rer⸗ nigung des Spiritus ist der Privatindustrie überlassen. Die Reinigungs⸗ anstalten beziehen den Rohspiritus ausschließlich vom Bund. Ei⸗ müssen dafür der Eidgenossenschaft per Hektoliter absoluten Alkohel⸗ “ bezahlen. Die Einfuhr von Spiritus, Sprit und 9. brannten Wassern jeder Art steht nur dem Bunde zu.
Bei diesem System fällt für den Staat die Steuererhebung urd Alles, was damit zusammenhängt, vollständig weg, und es tritt n⸗ deren Stelle der Kauf des Rohspiritus von den Brennereien und de Verkauf desselben an die Rektifikationsanstalten. Das Wichtigt dabei ist die Bestimmung des jeweiligen Kauf⸗ und Verkaufpreises welche nicht eben große Schwierigkeiten bietet. . . . ..
Sehr wichtig ist das finanzielle Ergebniß, welches man vor Branntweingesetz erwartet. Da bei Einführung des Gesetzes di Kantone kein Ohmgeld mehr beziehen dürfen, bedarf es hiere einer Entschädigung von 4 500 000 Fr. Soviel muß also di EWE11 abwerfen. Damit aber auch die übrigen Kanton⸗ die kein Ohmgeld erheben, die ihnen in Aussicht gestellten Geld quoten erhalten, muß die Branntweinsteuer mindestens 7 000 000 R. abwerfen. „Dazu kommt, daß der Bund, welcher an Zöllen an 1 150 000 Fr. verlieren wird. Die en V E bseten das Sr. 1 vird. Diesen Verlust muß ebenfalls de Bran gesetz wieder einbringen, ebenso die auf 500 000 Fr. bere neten Verwaltungskosten. Demnach muß das Gesetz 8 650 000 . abtragen, was eine Summe von 3 Fr. auf den Kopf macht.
— Der (Leipziger) „Monatsschrift für Tertil Industrie“ wird aus Berlin, 5. September, geschrieben:
Die Wollenwaarenfabrikation hat in Bouclés, Soleil⸗Diagonae sehr viel zu thun; Alles, was in diesen Stoffen in den nächst⸗ Wochen Produzirt werden wird, ist bereits im Voraus vergeben; ah eren Qualitäten sind weniger gefragt und deshalb in ziemliche v am Lager. Noppé⸗Stoffe, von denen man sich nfang der Saison so viel versprach, wollen gar nicht gieher wie überhaupt der ganze Bedarf sich auf die obengenannte
Qualitäten, zu denen höchstens Soleils m in kleine⸗ ai zu „ und in klei Maße Chevrons kommen „ zugespitzt hat. Die
Wir wünschen damit vor aller Welt zu beweisen, wie
glücklich,
allen bulgarischen Staatsangehörigen, sich den
Gegeben in unserer Residenz in Sofia, am 7. Septem⸗
Regierung g sich an die Pforte gewandt mit der
rath Schenk, dem Bundesrath über das zu erlassende Alkoholgesetz ei
Aufseher 1411 813,13 ℳ gegen 1 555 837,86 ℳ im Jahre 1883.
waarenfabrikation ist vollauf beschäftigt, gespitzte Plüsche, sowie Krimmer finden vorzüglichen Absatz; auch für Plüsche mit Wolffutter, für Mäntel bestimmt, macht sich reger Begehr bemerkbar. Für den Sommer wird in Berliner Waare noch wenig gethan, doch empfangen Gera und Greiz in Stapelwaare, und zwar hauptsächlich in Soleils und Soleil⸗Diagonals, fortgesetzt für nächsten Sommer recht beträchtliche Auf⸗ träge und zwar zu Preisen, die sich auf 75 ₰ bis 1 ℳ per Meter gegen höchste Preise des Vorjahres höher kalkuliren. In der Trikottaillen⸗ fabrikation arbeitet man weiter mit voller Kraft, neue Ordres sind zwar in letzter Woche nur wenige eingegangen, doch genügen die vor⸗ liegenden noch vollständig, um auf Wochen hinaus die Beschäftigung in regester Thätigkeit zu halten. Große Exportfirmen suchen bereits in den billigen Sorten Taillen Ordres für nächstes Frühjahr unter⸗ zubringen; da sie aber höhere Preise als die bis jetzt gegebenen nicht anlegen wollen, werden die Ordres nicht acceptirt, da Fabrikanten jetzt endlich damit vorgehen, auch für das fertige Fabrikat höhere Preise zu verlangen, auf welchen sie bestehen müssen, in Folge der immer noch steigenden Rohstoffpreise.
Veröffentlichungen des Kaiserlichen Gesundheits⸗ amts. Nr. 36. — Inhalt: Gesundheitszustand und Gang der Volks⸗ krankheiten. — Witterung. Volkskrankheiten in der Berichtswoche. — Volkskrankheiten und Gesammtsterblichkeit im Berichtsmonat. — Statistische Nachweisung über Sterblichkeitsvorgänge in deutschen Städten von 40 000 und mehr Einwohnern. — Statistische Nach⸗ weisung über Sterblichkeitsvorgänge in einer Anzahl größerer Städte des Auslandes. — Nachweisung der aus Berliner Krankenhäusern gemeldeten Erkrankungen. — Nachweisung der aus deutschen Stadt⸗ und Landbezirken gemeldeten Erkrankungen — Witterungs⸗Nachweis. — Cholera⸗Nachrichten. — Uebersicht der Erkrankungen und Todesfälle an Pocken in Bayern im Jahre 1885. — Kindersterblichkeit im sächsischen Bergmannsstande. — Gesundheits⸗ und Sterblichkeitsver⸗ hältnisse in Darmstadt⸗Bessungen. — Dipbtherie und Scharlach in Gotha. — Zeitweilige Maßregeln zur Abwehr und Unterdrückung von Volkskrankheiten. — Stand der Thierseuchen. Veterinärbericht über das Königreich der Niederlande für das Jahr 1885. — Medizinalgesetz⸗ gebung ꝛc. Mecklenburg⸗Schwerinsches Cirkular an die Kreisphysiker, betr. die nicht amtlichen Atteste, die außer Landes wohnenden Hebammen und an Rektor und Konzil der Universität zu Rostock, betr. Vivi⸗ fektion. — Reuß⸗Plauische Verordnung, betr. die Beerdigung der Leichen der an ansteckenden Krankheiten gestorbenen Personen. — Britische Verordnung, betr. die Vieheinfuhr aus dem Auslande. Recht⸗ sprechung. Erkenntniß des preußischen Ober⸗Landesgerichts zu Naum⸗ burg, betr. Impfgesetz. — Einrichtungen zur Förderung der öffent⸗ lichen Gesundheitspflege. Bekanntmachung des Berliner Polizei⸗ Präsidiums, betr. Harzer Gebirgsthee. — Provisorische Instruktion des Statthalters von Mähren, betr. die sanitätspolizeiliche Unter⸗ suchung der gebrannten geistigen Getränke. (Schluß.) — Kongresse, Verhandlungen gesetzgebender Körperschaften ꝛc. 13. Versammlung des Deutschen Vereins für öffentliche Gesundheitspflege in Breslau. (Schluß.) — Generalversammlung für Gesundheitstechnik in Hannover. — 59. Versammlung deutscher Naturforscher in Berlin. — Ver⸗ zeichniß der für die Bibliothek des Kaiserlichen Gesundheits⸗Amts eingegangenen Geschenke. — Sterblichkeitsvorgänge in deutschen Städten mit 15 000 und mehr Einwohnern für den Monat Juli 1886. — Statistische Nachweisung über Sterblichkeitsvorgänge in einer Anzahl größerer Städte des Auslandes.
Centralblatt der Abgaben⸗Gesetzgebung und Ver⸗ waltung in den Königlich preußischen Staaten. Nr. 18. — Inhalt: Anzeige der im Reichsgesetzblatt erschienenen Gesetze und Verordnungen. — I. Allgemeine Verwaltungsgegenstände: Verände⸗ rungen in dem Stande und in den Befugnissen der Zoll⸗ und Steuer⸗ stellen.; — Annahme von Eisenbahn⸗Prioritäts⸗Obligationen zur Bestel⸗ lung von Amtskautionen. — III. Indirekte Steuern: Erkenntniß des Königlichen Gerichtshofes zur Entscheidung der Kompetenzkonflikte. — VI. Personalnachrichten.
Landtags⸗Angelegenheiten.
Der Landtags⸗Abgeordnete Amtsgerichts⸗Rath Rübsam ist, der „Frankf. Ztg.“ zufolge, in seinem Wohnorte Hanau gestorben. Herr Rübsam gehörte dem Centrum an und vertrat im Abgeordnetenhause
den hessischen Wahlkreis Hünfeld⸗Gersfeld.
Statistische Nachrichten.
Nach der Statistik des Deutschen Reichs hatten die Ernte⸗ flächen und Erntemengen der wichtigsten Nährfrüchte für Menschen und Vieh im Jahre 1885 in Deutschland folgende Größe: Erntefläche Erntemenge
Hektar Tonnen (zu 1000 kg) 5 826 618 5 820 005 1 1 913 821 599 271 374 553 466 447
Gerste 1 1 739 524 2 260 645
Kartoffeln. 2 916 333 27 953 64:
1““ 4 342 357 eeeeeeeT“ 15 884 187.
— Die „Zeitschrift des Königlich Statistischen Bureaus“ (XXI. Jahrgang 1885, Heft III. und IV.) giebt folgende Erträg⸗ nisse des Erzbergbaus, des fiskalischen Berg⸗ und Hüttenwesens, der Porzellanmanufaktur für 18384 an.
Beim Erzbergbau waren von 238 Gruben 144 mit 8601 Ar⸗ beitern (gegen 150 mit 8615 Arbeitern in 1883) in Betrieb. Das Gesammtausbringen an Silber⸗, Blei⸗ und Kupfererzen, Kiesen, Zinn⸗ stein, Wolfram, Kobalt, Wismuth, Eisenstein ꝛc. betrug 6 172 679 ℳ 32 ₰ an Rohwerth gegen 5 764 006,22 ℳ im Vor⸗ jahre. Im Königlichen Steinkohlenwerk zu Zauckerode wurden 2 795 906 hl Steinkohlen gefördert bei einer Belegung von 1132 Of⸗ fizianten und Arbeitern (worunter 30 Frauen); der Absatz an Stein⸗ kohlen, Koks ꝛc. brachte Netto 1 800 457,10 ℳ gegen 1 894 372,49 ℳ in 1883. Vom fiskalischen Braunkohlenwerk zu Kaditzsch wurden bei einer Belegung von 136 Mann 659 887 hl Kohlen für 148 605,40 ℳ Netto verkauft (gegen 157 162,00 ℳ im Vorjahre). Bei den fiskalischen Hüttenwerken zu Freiberg wurden 678 253 Ctr. Erze und Gekrätze für 9 323 080,26 ℳ eingekauft und an Gold (789 Pfd.), Silber (120,619 Pfd.), Wismuth, Bleiprodukten, Kupfervitriol, Eisenvitriol, Arsenikalien, Zink, diverser Schwefelsäure, Schrotwaaren, Bleiwaaren u. s. w. zusammen für 13 471 620,38 ℳ (gegen 13 255 307,85 ℳ in 1883) verkauft. Das Aufseher⸗ und Arbeiterpersonal bestand aus 1352 Männern und 42 Frauen. Das Königliche Blaufarbenwerk zu Oberschlema erzielte eine Verkaufseinnahme von 753 003,87 ℳ für Blaufarbenprodukte, Nickel, Wismuth und verschiedene andere Produkte. Das Beamten⸗, Auf⸗ seher⸗ und Arbeiterpersonal bestand aus 96 Personen.
Die Porzellanmanufaktur zu Meißen beschäftigte 737 Beamte, und Arbeiter und erlangte eine N etto⸗Einnabme von
— Die Nr. 367 der „Mittheilungen der Groß⸗ herzoglich hessischen Centralstelle für die Landes⸗ statistik“ hat folgenden Inhalt: Frequenz der Großh. Technischen Hochschule zu Darmstadt 1885 —86. — Erwerbung und Verlust der Staatsangehörigkeit im Großh. Hessen durch Aufnahme, Wiederauf⸗ nahme, Naturalisation und Entlassung 1885. — Meteorolog. Beob⸗ achtungen zu Darmstadt Juli 1886. — Meteorolog. Beobachtungen
Roggen. Weizen. Spelz
zu Schweinsberg Juli 1886. — Korrigenden im Arbeitshaus zu Die⸗ burg 1881 — 1885. — Prozesse in Bezug auf die Zölle und Steuern des Reichs, sowie die privativen inneren indirekten Steuern und Ab⸗
aben 1885 — 86. — Preise der gewöhnlichen Verbrauchsgegenstände
Juli 1886. — Vorläufige Ergebnisse des Betriebs der Eisenbahnen
Juni 1886. — Anzeigen.
.“ AKaunst, Wissenschaft und Literatur.
„Leitfaden für Polizeibeamte bei Vernehmungen über Sittlichkeits⸗Verbrechen und Vergehen ꝛc. von Carl von Raumer, Königlicher Kriminal⸗Kommissar. Preis kart. 1 ℳ. R. von Decker's Verlag, G. Schenck in Berlin. — Der vor⸗ liegende Leitfaden, dem noch weitere Theile über die einzelnen Ab⸗ schnitte des Strafgesetzbuchs für das Deutsche Reich folgen sollen, 2 eine gedrungene, auf richterlichen Entscheidungen, Präjudizien ꝛc. eruhende Darstellung derjenigen Punkte, auf welche es bei einer protokollarischen Vernehmung vor Allem ankommt, und zwar in der übersichtlichen Form, daß jeder Paragraph des Strafgesetzbuchs für sich behandelt ist. Diese Leitfäden bilden eine hochwichtige Unterlage für die spätere richterliche Entscheidung und sind deshalb den Polizei⸗ Organen zu empfehlen.
— Poleographie der cimbrischen Halbinsel. Ein Versuch, die Ansiedlungen Nord⸗Albingiens in ihrer Bedingtheit durch Natur und Geschichte nachzuweisen, von Prof. Dr. ph. K. Jansen. Stuttgart. Verlag von J. Engel⸗ horn. 1886. (8. Heft der „Forschungen zur deutschen Landes⸗ und Volkskunde“; 79 S. Preis 2 ℳ). — Um darzuthun, daß die An⸗ siedlungen Nord⸗Albingiens durch Natur und Geschichte bedingt seien, beschreibt der Verfasser der vorliegenden Schrift auf einigen 20 Seiten zunächst die Lage und Bodengestalt der cimbrischen Halbinsel nach allen Beziehungen (die Begrenzung und Gestalt derselben, ihren Boden im Allgemeinen, ihre Niederungen und Erhebungen, ihre Gewässer, die Zerschnittenheit ihres Bodens und ihr Wegenetz) und geht sodann, nach⸗ dem er so in knapper Form die Natur und Lage der cimbrischen Halbinsel gezeichnet, zur Bevölkerung derselben und ihrer Ge⸗ schichte, (der Geschichte der Bevölkerung im Allgemeinen, ihrer Städte und Staaten) von der Urzeit bis zur Gegenwart, über, indem er zunächst Urgeschichtliches brinat, sodann die griechisch⸗römi⸗ schen Nachrichten über die Halbinsel mittheilt, hierauf über die Aus⸗ und Einwanderung in dieselbe berichtet, sodann die Geschichte der⸗ selben in der fränkischen Fei⸗ unter den sächsisch⸗salischen Kaisern, sowie in der staufischen Zeit in knapper Form darstellt, alsdann die Zeiten der Reformation, endlich die neue Zeit (seit dem Jahre der Julirevolution) auf 6 Seiten schildert. In einem besonderen Abschnitt stellt sodann der Verfasser die Ergebnisse und Folgen der geographischen Verhältnisse sowie der geschichtlichen Entwickelung der cimbrischen Halbinsel zusammen, indem er 1) von den verschiedenen Perioden ihrer Besiedlung, 2) von der Vertheilung ihrer Bewohner und 3) von der Steigerung des Verkehrs handelt. Den Schluß der gründlichen und gediegenen Schrift bildet eine kurze Besprechung der Deutung und Rechtschreibung mehrerer geographischer Benennungen.
— Von der 13., vollständig umgearbeiteten und mit Abbildungen und Karten versehenen Auflage des Brockhaus'schen Kon⸗ versations⸗Lexikons, die in 240 Heften à 50 ₰ oder 16 Bänden erscheint, sind wiederum 6 Hefte, Heft 211 — 216, zur Ausgabe gelangt. Dieselben führen den Text von „Spaichingen“ bis „Süß⸗Oppenheimer“ fort, enthalten, ebenso wie die voraufgegangenen Hefte, eine Menge theils längerer, theils kürzerer, gut gearbeiteter und interessanter Artikel aus den verschiedensten Wissensgebieten und sind außerdem mit 5 Tafeln Abbildungen (Spechte, Stick⸗, Strick⸗ und Wirkmaschinen, Stelzvögel I, Stärkefabrikation, Spinnenthiere und Tausendfüßer) und einer illuminirten Karte (Spanien und Portugal) ausgestattet.
— „Kunst und Gewerbe“, Zeitschrift zur Förd erung deutscher Kunst⸗Industrie, herausgegeben vom Bayerischen Gewerbe⸗ Museum in Nürnberg, redigirt von J. Stockbauer. Zwanzigster Jahrgang. Nürnberg. Verlagsanstalt des Bayerischen Gewerbe⸗ Museums (C. Schrag). IX. Heft. — Inhalt: Die Dekorativ⸗Kunst auf der Jubiläums⸗Kunstausstellung zu Berlin. Von Hermann Billung. — Einiges über die alten Glashütten im bayerischen Walde. Von Carl Friedrich. — Studien über portugiesische Keramik. Nach Joaqguim de Vasconcellos. Von F. Jaennicke. (Fortsetzung.) — Museen, Vereine, Schulen, Ausstellungen ꝛc. — Nürnberg. Bayerisches Gewerbe⸗Museum. — Nürnberg. Die Ausstellung von Schülerarbeiten in der Königlichen Kunstgewerbeschule. — Augsburg. Schwäbische Kreis⸗Ausstellung. — Dresden. Zweiter Delegirtentag des Verbandes der deutschen Kunstgewerbevereine. — Mittheilungen aus dem Kunst⸗ handel. — Aus dem Buchhandel. — Die periodische Literatur der Kunst und des Kunstgewerbes. — Kleine Nachrichten. — Erklärung der Beilagen. — Illustrationen. — Merkbüchlein. Entworfen von L. Hellmuth. — Zinnmontirte Glaskanne. Entworfen von L. Hell⸗ muth. — Salzburger Fayencetopf. Aufgen. von C. Mell. — Wasser⸗ speier von Sandstein. Von einem Brunnen an der Balustrade vor dem Pal. Borghese in Rom. Aufgen. von R. Gehring. — Italienischer Holz⸗Kandelaber. Blau bemalt und theilweise vergoldet. Aufgen. von R. Gering. Fußbodenplatten aus Fayence in San Sebastiano in Venedig. Gez. von F. O. Schulze. — Geometrischer Aufriß des auf Beilage 27 gegebenen altindischen Siedekessels. — Detail zur Beilage 27. — Haus zum Ritter in Schaffhausen. — Altar des hl. Aloisius in der Jesukirche in Rom. — Loggia in der Villa Farnesina. — Kunstbeilagen. — Einlagen von einer italienischen Truhe. — Schmuckkästchen mit Limoges⸗Emailmalerei. — Altindischer Siedekessel.
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Der Verwaltungsrath der Deutschen Bank in Berlin hat die Errichtung einer Filiale in Frankfurt a. M. beschlossen. Außerdem wurde beschlossen, zur Beförderung der überseeischen Beziehungen und in Ausführung des ursprünglichen Programms, sowie der statutarischen Bestimmung der Gesellschaft, in Form einer eigens zu diesem Zweck zu begründenden Bank, Zweigetablissements zunächst in dem Laplata⸗ Staat zu errichten.
— Die „New⸗Yorker Hdls⸗Ztg.“ schreibt in ihrem vom 27. v. M. datirten Wochenbericht: Das inländische Geschäft entwickelt sich in durchaus gesunder Weise. Ohne sich mit allzugroßen Lägern zu überbürden, bereiten sich die Kaufleute in den kleinen Plätzen hinreichend für den von ihnen erwarteten lebhaften Herbst⸗ absatz vor, und dies wirkt auf die Großhändler und durch diese wiederum auf die Fabrikanten zurück, welche sich dadurch zum Bezuge größerer Posten von Rohmaterialien und Halbfabrikaten, wie sie solche zur Herstellung ihrer Artikel gebrauchen, veranlaßt sehen. — Das Geschäft am Waaren⸗ und Produkten⸗ markt kann, wenn auch nicht als lebhaft, im Ganzen genommen doch als ziemlich befriedigend bezeichnet werden. Weizen hat kaum so viel Exportbegehr wie in der Vorwoche ge⸗ habt und sich im Werthe nicht behaupten können. Mais stellte sich für Termine im Preise ebenfalls niedriger, während effektive Waare bei etwas besserer Frage in stetiger Tendenz verkehrte. Hafer erlitt eine sehr erhebliche Einbuße, Weizenmehl hat dagegen für einzelne Sorten eine kleine Avanz aufzuweisen. Am Frachtenmarkt ist das Geschäft im Laufe dieser Woche ohne besondere Regsamkeit verlaufen. Für Baumwolle sind nach Empfang der Nachrichten aus Bul⸗ garien und unter dem Einfluß der willigeren Haltung des Liverpool⸗ Marktes niedrigere Preise etablirt worden. Brasil⸗Kaffees behielten bei sehr bedeutenden Umsätzen entschieden steigende Tendenz, an der auch reinschmeckende Sorten partizipirt haben. Rohzucker fand mehr Be⸗ achtung und stellte sich im Werthe eine Kleinigkeit höher. Am Theemarkt herrschte ein stetiger Ton. Provisionen verkehrten bis zum Schluß der Mittwochsbörse fast durchgehends in fester und auf einzelnen Gebieten in steigender Tendenz, sind aber am nächsten Tage neuerdings williger gewesen. Terpentinöl wurde höher gehalten und hat mäßige Nach⸗ frage gehabt, Harz war flau, ohne im Werthe wesentliche Verände⸗ rungen erfahren zu haben. Raff. Petroleum ist unverändert. In Pipe line Certificates bleibt die Spekulation vorwiegend bearish. Schlußpreis 61 ½ /o. G. Metalle standen in ruhigem Verkehr und sind keinen Fluktuationen von Bedeutung unterworfen gewesen. Mit fremden und einheimischen Manufakturwaaren ist es etwas stiller gewesen. Der Import fremder Webstoffe für die heute be⸗ endete Woche beträgt 2 857 789 Doll. gegen 2 285 146 Doll. in der Parallelw orjahres.
Breslau, 7. September. (W. T. B.) In der heutigen ordentlichen Generalversammlung der vereinigten Breslauer Oel⸗ fabriken wurden sämmtliche Vorlagen des Aufsichtsrathes und des Vorstandes genehmigt. Die Dividende wurde auf 3 ½ % festgesetzt. Die Auszahlung erfolgt von morgen ab hier bei der Kasse der Gesell⸗ schaft und in Berlin bei Jakob Landau. Die ausscheidenden Mit⸗ glieder des Aufsichtsraths wurden einstimmig wiedergewählt.
London, 6. September. (Allg. Corr.) Dem Ausweise des Ver⸗ bandes der Hüttenbesitzer von Cleveland für August zufolge wurden in genanntem Monat 140 000 t Clevelander und 67 000 t Eisen anderer Gattungen fabrizirt, im Ganzen 207 000 t oder 1000 mehr als im Juli. Es sind 92 Hochöfen im Betriebe, von denen 74 Clevelander Eisen fabriziren. Die Vorräthe vermehrten sich im August um 21 300 t. London, 7. September. (W. T. B.) Wollauktion⸗ Eröffnung. Das Totalangebot beträgt 225 000 B. australische und 40 000 B. Kapwolle. Heute waren 13 082 B. ausgeboten. Die Auktion ist sehr gut besucht; lebhafte Konkurrenz, hauptsächlich für England. Australische grease 1— 1 ½, scoured 2, grobe grease croß⸗ bred 3—1, feine 1— 1 ½, Kapwolle, grease und fleece 1 ½ —2, scoured snowhite 3 d. theurer als zum Schluß der letzten Auktion.
New⸗York, 6. September. (W. T. B.) Weizen⸗Ver⸗ schiffungen der letzten Woche von den atlantischen Häfen der Ver⸗ einigten Staaten nach Großbritannien 131 000, do. nach Frank⸗ reich 72 000, do. nach anderen Häfen des Kontinents 46 000, do. von Kalifornien und Oregon nach Großbritannien 50 000, do. nach anderen Häfen des Kontinents 20 000 Qrts.
— 7. September. (W. T. B.) Der Werth der in der ver⸗ gangenen Woche ausgeführten Produkte betrug 6 365 586 Doll. gegen 6 556 509 Doll. in der Vorwoche.
Submissionen im Auslande.
Niederlande. 8 Verdingungen.
1) 17. September 1886, Nachmittags 1 Uhr.
Waterstaat, Handel en Nyverheid im Haag: Lieferung des während der Jahre 1887 und 1888 zur An⸗ fertigung von Briefmarken, Postkarten, Postanweisungen und anderen Formularen erforderlichen Papiers.
Näheres an Ort und Stelle. Bedingungen käuflich bei den Buchhändlern Gebr. van Cleef im Haag, Spui.
2) 23. September 1886. Nachmittags 2 Uhr. Königlich Nieder⸗ ländische Lokal⸗Eisenbahn⸗Gesellschaft zu Apeldoorn, Provinz Gelderland:
Vergebung der für die Strecke Deventer — Wierden der De⸗ venter⸗Almelo'schen Lokal⸗Eisenbahn nothwendig werdenden Erd⸗ und anderen Arbeiten.
Taxwerth 284 600 Fl.
Auskungft an Ort und Stelle und beim Haupt⸗Ingenieur K. H. van Brederode in Apeldoorn.
Ministerie vom
Italien.
11. September. Mittags. Neapel. Baudirektion des See⸗ Departements. Lieferung von Kupfer. Voranschlag 55 290, Kaution 5530 Fr. und 700 Fr. Kosten.
Näheres an Ort und Stelle.
Birma.
Zeitungsnachrichten zufolge wird nächstens mit dem Bau eines Eisenbahnnetzes in Birma begonnen werden, dessen Kosten auf 40 Millionen Mark veranschlagt werden. 5
Verkehrs⸗Anstalten.
Hamburg, 7. September. (W. T. B.) Der Postdampfer „Francia“ der Hamburg⸗Amerikanischen Packetfahrt CCT hat, von Westindien kommend, heute Lizard passirt.
— 8. September. (W. T. B.) Der Postdampfer „Rugia“ der Hamburg⸗Amerikanischen Packetfahrt⸗Aktiengesell⸗ schaft ist, von New⸗York kommend, gestern Abend 9 Uhr auf der Elbe eingetroffen
Wien, 7. September, Abends. (W. T. B.) Der „Presse“ zufolge hat die Regierung aus ökonomischen Rücksichten beschlossen, nur zwei Betriebsdirektionen derösterreichischen Staatsbahnen, und zwar eine in Budweis und eine in Spalato zu bilden.
Berlin, 8. September 1886
Die Feierlichkeiten aus Anlaß des 50 jährigen Bestehens der Organisation des Feuerwerkswesens haben gestern Abend im großen Festsaal des Grand Hôötel am Alexanderplatz mit der Be⸗ grüßung der Gäste ihren Anfang genommen. Der Saal war prächtig mit Fahnen und Guirlanden geschmückt. Auf der Estrade gegenüber dem Haupteingange standen auf hohem mit Kanonenrohren bekleideten Sockel die lorbeergeschmückten Büsten des Kaisers und des Kron⸗ prinzen. Darüber prangte, von einem Flaggenwald umgeben, eine große goldene 50, mit der ein rothes F verschlungen war. Etwa 400 alte Herren aller Jahrgänge und viele aktive Feuerwerker der Landarmee und der Marine waren aus allen Theilen Deutschlands eingetroffen. Im Namen der in Berlin bestehenden Vereinigung der alten Herren des Feuerwerkspersonals rief der Rechnungs⸗Rath Hobe den Gästen ein herzliches Willkommen zu. Sr. Majestät des Kaisers gedachte in patrio⸗ tischer Rede Rechnungs⸗Rath Rothe. Dann gab man sich in ungezwungener Unterhaltung dem Austausch alter Erinnerungen hin. Aus Anlaß der Feier hat Oberst Witte eine Festschrift verfaßt, die unter dem Titel „Geschichte des Feuermwerkewesens in den letzten 50 Jahren“ in der Mittler'schen Buchhandlung erschienen ist. Außer in Berlin wird der Tag auch in Spandau, Stettin, Köln und Straßburg festlich begangen.
Amtliche Unterrichtskurse in der vereinfachten Stolze'schen Stenographie werden im Abgoeordnetenhause wegen der daselbst zur Zeit stattfindenden umfangreichen Umbauten in diesem Jahre voraussichtlich nicht stattfinden können. Dagegen wird bereits am Dienstag, den 14. d. M., in dem Hörsaal der Akademie der Künste (Schinkelplatz 6, Bau⸗Akademie) ein öffentlicher theoretischer Unterrichtskursus in dieser Kurzschrift eröffnet, welcher, zwölf Lektionen umfassend, Dienstag und Freitag Abends von 8 ⅛ bis 9 ½ Uhr stattfinden wird. Der einleitende Vortrag behandelt das Wesen und die Geschichte der Stenographie und steht der Eintritt zu demselben unentgeltlich frei. Für die Theilnahme am Kursus sind pränuwerando 6 ℳ zu entrichten. Ausführliche Prospekte versendet auf Verlangen gratis und franko der Leiter des Kursus, Hr. L. Loepert, SW. Blücher⸗ straße 14; auch sind Eintrittskarten vorher beim Hauswart der Bau⸗ Akademie erhältlich. 8
Düsseldorf, 7. September. (W. T. B.) Die vierzigste Hauptversammlung des Gustav Adolf⸗Vereins, zu der schon heute ca. 800 Theilnehmer hier eingetroffen sind, wurde heute Nachmittag durch eine Begrüßungsansprache des Vorsitzenden des Rheinischen Hauptvereins, Konsistorial⸗Raths Natorp, eröffnet.
New⸗York, 7. September. (W. T. B.) Nach Meldungen aus Charleston beträgt die Zahl der durch das Erdbeben um⸗ gekommenen Personen im Ganzen 96.
In Kroll's Theater wiederholt Josephine von Maleczky morgen zum letzten Male die „Gilda“ in Verdi's „Rigoletto“, die Titelpartie wird von Hrn. Dr. Basch gesungen; in der Rolle des „Herzog“ stellt sich dem Berliner Publikum ein neuer Tenor, Hr. 8 vor, während di „Maddalena“ durch Fr. Garsö⸗Dély ver treten ist. 8