““ 8 “ 8 8 1.“ “ S8 In der gleichen Zeit hat Oesterreich⸗Ungarn vermocht, seine Aus⸗
fuhr zu verdoppeln, Deutschland hat dieselbe um eine Milliarde Mark
vermehrt, und die Vereinigten Staaten von Nord⸗Amerika haben die
ihrige von 442 Millionen Dollar im Jahre 1871 auf 742 Millionen
im letzten Jahre gebracht. Gleichzeitig befreiten sie sich derart von
der britischen Bevormundung, daß der Antheil Großbritanniens an
der Einfuhr der Vereinigten Staaten 1885 nur noch 25 vom Hundert
der Gesammteinfuhr betrug, während dieser Antheil 1880 noch 31.
vom Hundert ausmachte. Ueberdies ist es den Vereinigten Staaten
gelungen, einen immer größeren Theil ihrer steigenden Ausfuhr an
Großbritannien abzugeben, so daß dieses letztere jetzt über die Hälfte
der amerikanischen Erzeugnisse aufnimmt.
Solche Ergebnisse lassen es nicht zweifelhaft erscheinen, welche
Richtung die Handelspolitik der Festlandsstaaten auch in Zukunft be⸗
haupten wird und wie wenig begründet die Hoffnungen sind, welche
die unverbesserlichen Freihändler sowie die an einem übermäßigen
Ausfuhrbedürfniß krankenden britischen und schweizerischen Industrien
an das Rundschreiben des österreichischen Handels⸗Ministers knüpfen.
Offenbar stützen sich dieselben auch auf die Thatsache, daß in den aller⸗
letzten Jahren der internationale Güteraustausch nicht nur der frei⸗ händlerischen, sondern auch der schutzzöllnerischen Länder abgenommen hat. In der That läßt sich diese ruüͤckläufige Bewegung nicht leugnen. Sie begann in Frankreich und den Vereinigten Staaten bereits 1882, in Oesterreich⸗Ungarn 1883, in Oeutschland 1884, während Rußland schon seit mehreren Jahren, namentlich in der Einfuhr rasch abnehmende Ziffern zeigt. Aber es ist bezeichnend für die neuzeitlichen wirthschaftlichen Anschauungen, daß in keinem dieser Länder die Abnahme der Einfuhr ungern gesehen ist, daß sie vielmehr als das angestrebte Ziel bezeichnet wird. Die Verminderung der Einfuhr entspricht den auf den Schutz des einheimischen Absatzfeldes gerichteten Wünschen
Die Vertheidiger des Schutzzolles, welche die Verminderung der Einfuhr anstreben, sollten sich deshalb bewußt sein, daß damit eine Abnahme der Ausfuhr unvermeidlich verbunden ist
Das hat viele der Anhänger des Schutzzolls irre gemacht und aus diesen Erscheinungen leiten seine Gegner die Gründe gegen ihn ab. Würde die Sozialpolitik hier stehen bleiben und wäre der Schutzzoll ihr einziges und letztes Hülfsmittel zur Hebung und Sicher⸗ stellung der Gütererzeugung, so müßten wir allerdings bekennen, daß ihr Gebäude auf einem sehr lockeren Boden ruht. Aber der Schutz⸗ zoll ist nur die erste Stufe der Sozialreform, aber auch deren Vor⸗ bedingung. Er hat die nationalen Wirthschaftskörper, die nationale Ordnung geschaffen, die Weltwirthschaft in nationale, möglichst hoch⸗ entwickelte Gruppen gegliedert; und es ist nun die Aufgabe der Zukunft, auf diesem Grunde weiter zu bauen Die Sozialpolitik steht damit vor dem zweiten Theile ihres Aufgabenkreises
8
146“ 1“ . 11“ — “ ““
zu erwähnen. Sie ist un 8 ; 8 8 “ 8
h Sie ist unstreitig in das Handelsregister v herzlichsten Kundgebungen der Bevölkerung entgegengenommen b Ir ten Rüst Zööö“
. je einem vervollkommneten üstzeug füur die in en na en jeda bevorstehenden Vertragsunterhandlungen. . . ..
eingetragen; es ist mithin der Vorschrift des Art. 210 H.⸗G.⸗ in Betreff dieses Theils des Gesellschaftsvertages nicht e⸗ nb die „P. C.“ meldet, werden die Kosten für die — Nach der im Reichs⸗Eise ; Neu⸗Einführun S ; 5 Es ist nicht zu vermeiden, daß eine solche Lage der handels⸗ m ver Crges Felum desshecchile hahnesean ülennem, angeführ io üülcnen Cubden kelanen anr darsten van bercchen Bensühmmsnactadordee wammezang der Vinar dnd Monat Juli d. J. auf deutschen Bahnen lausschließ⸗ diesem Betrage in das Budget pro 1887 als erste Rate circa wieshjchaztlichen v lich der bayerischen) beförderten Züge und deren Ver⸗ 2,5 Millionen Gulden eingestellt werden. A“ bevr beilt werden Seen wels. . spätungen wurden auf 39 größeren Bahnen bezw. Bahn⸗ Prag, 15. September. Nach dem „Prager Tageblatt“ die Mehrzahl e Gewerbetreibenden, vermöge ihrer berie In⸗ komplexen mit einer Gesammtbetriebslänge von 32 070,69 km. wird der böhmische Landtag erst im Dezember zusammen⸗ anfpruchnahme, heute nicht mehr in der Lage ist. Daher mng befördert: An fahrplanmäßigen Zügen: 15 390 Courier⸗ treten und bis in den Januar tagen. Die Session soll von 8EEPE q““ und Schnellzüge, 138 014 Personenzüge, 62 897 gemischte Züge kurzer Dauer sein und sollen nur das Budget und die drin⸗ EEE“ und 115 005 Güterzüge; an außerfahrplanmäßigen gendsten Vorlagen erledigt werden. “ Zügen: 4255 Courier⸗, Schnell⸗ erfahnn und gemischt Mangel an Urtheilsvermögen benutzen dann die durch den Schutz der b 8 „ gemischte nationalen Arbeit benachtheiligten oder sich benachtheiligt glaubenden
31 — Großbritannien und Irl L üge und 24 149 Güter⸗ ialien⸗ evwask nd Irland. London, 14. Sep⸗ s 8 EE 7 Lvr. 7cMarerialien⸗ “ Im tember. Die durch den Telegraäph bereits “ an Frentenun annenceenccscde vürolgher aege,
B“ Achskilometer 8 ge fayroien vewegt, von denen Parnell'sche Land⸗Bill hat nach der „Allg. Corr.“ fol⸗ Für Hoffnungen auf eine bevorstehende zollpolitische Umkehr ist Personenbeförderun entfalle 11“ Züge mit genden Wortlaut: aber der gegenwärtige Zeitpunkt so ungeeignet als nur möglich. .
B fahrpanmeͤßj 8 “ Saverpäteten von den 2 Temporäre Hülfs⸗Bill (Irland 1886). Eine Bill zur temporären 3 . Z.“ 8 “ , emischt ] ger 8 88 2. Schnell⸗ Personen⸗ und ülfe der Pächter in Irland und zur Zulassung gewisser langjähriger Fernh nan 0 t8 8 Ir deeg,r 88 1 9 en Zügen im Ganzen 2607 oder 1,21 Proz. (gegen ächter (leaseholders) zur Landakte von 1881 und zu anderen si. hr din aie Feögegech, Bünaie chsraf 1,01 Proz. in demselben Monat des Vorjahres und 1,38 Proz. 1 wird. Für den englischen Freihandel war neben den überschweng⸗
wecken. b
im Vormonat). Von diesen Verspätungen wu je 222* In Anbetracht des großen Rück V W lichen Vorstellungen über Weltbürgerthum und Brüderlichkeit die —.2 2 G rden jedoch 1222 In 2 es großen Rückgangs der Preise der ländlichen F o M. Fees eeiirs 3 ;5 ess
durch das Abwarten verspäteter Anschlußzüge hervorgerufen, Absicht maßgebend, die Welt mit britischen Erzeugnissen zu ver
Wirthschaftspolitik im Begriffe steht, wankend zu werden, Jahren
wäͤhrend andererseits die alte freihändlerische Schule zu hoffen beginnt, breche für sie ein neues Morgenroth herein. Man braucht mit Bekenntniß nicht hinter dem Berg zu halten, daß es allerdings In⸗ dustrielle giebt, welche — nachdem sie die Früchte des Schutzzolles ge⸗ nossen haben — nun die Neigung verspüren, es wieder einmal mit dem Freihandel zu versuchen, da der Schutzzoll die Nothlage der Greoßgewerbe nicht habe verhindern können. Vielleicht helfe nun doch der Freihandel über dieselbe hinweg. Die deutsche Industrie, so hört man von diesen Versuchspolitikern äußern, wäre unter der früheren errschaft liberaler Anschauungen noch nicht reif gewesen für den ampf auf dem Weltmarkte; der Schutzzoll habe aber in solchem Maße erzieherisch gewirkt, daß die Reife nun, eingetreten sei und die deutsche Industrie sich an die allmähliche Beseitigung der Zollschranken u gewöhnen vermöge. Man beruft sich dabei gelegentlich auf das englische Vorbild und weist der deutschen. Industrie die Aufgabe zu, wie jene unter freihändlerischer Flagge die Welt zu erobern. u“ Freilich wagten sich solche Anschauungen, soweit sie von bisherigen Nutznießern der getragen werden, bisher nicht in be⸗ fimmter Form in die Heffentlichkeit; es waren Augenblickseingebun⸗ gen, Gedankenblitze, die in die Unterhaltung in engerem Kreise hinein⸗ geworfen wurden; aber sie kehren in jüngster Zeit öfter wieder und kennzeichnen die Unsichern, die sich durch die Einzelerscheinungen der beweglichen Zeit verwirren lassen. 1 Seit die Ergebnisse des Handelsverkehrs des letzten Jahres be⸗ kannt geworden sind, haben diese Zweifel neue Nahrung erhalten; die zahl der Zweifler ist gestiegen. Wozu die Schutzzölle, wenn sie zwar zie Einfuhr abwehren, aber auch die Ausfuhr erschweren? Die durch Schutzzölle zu kräftiger Ausdehnung sich entwickelnde Industrie bedarf eines großen auswärtigen Absatzfeldes; sie ist ausfuhrbedürftiger ge⸗ worden. Nur die Steigerung und Förderung der Ausfuhr kann uns retten. Dem Ueberschuß der Gütererzeugung muß Raum geschaffen werden. Dieser Gedankengang hat in jüngster Zeit durch das Rund⸗ schreben, welches der österreichische Handels⸗Minister Bacquehem an die Handelskammern gerichtet, eine scheinbar eifrige Unterstützung ge⸗ funden; denn derselbe bezeichnet die Förderung der Ausfuhr und den zu diesem Zweck erforderlichen Abschluß von Handelsverträgen mit Vertragstarifen als das Ziel der Bemühungen der K. K. Regierung. Es ist unglaublich, welche üppigen Hoffnungen dieses Rund⸗ schreiben auf dem allezeit aufnahmefähigen Boden des Manchester⸗ thums getrieben hat. Das Schreiben wurde der Anfang der Ein⸗ und Umkehr genannt; bereits preist man die unbezwingliche Macht der Wahrheit, welche sich durch alle Irrungen einen sicheren Weg bahne; die Wahrheit sei die Cobden'sche frohe Botschaft, ihr Gegenbild die schutzzöllnerische Verirrung. Am bedenklichsten benehmen sich die Schutzzöllner wider Willen, diejenigen, welche innerlich dem wirthschaftlichen Liberalismus an sind, aber aus Zweckmäßigkeitsgründen sich dem Erfolg ge⸗
Grenze angeordr ß die T . ; z geordnet, daß die Truppenabtheilung eines scenden
Forts erster Linie zum wenigsten einen Soldaten oder Unter Nachbarlande
offizier besitzen müsse, welcher die S d geläufig spricht. 11“
Portugal. Lissabon, 16. September. (W. T. B.) 9., Meldungen belgischer und französischer Journale benref dd “ Sbetvestrag⸗⸗ zwischen Pon
nd dem Kongostaate werden in Regie isc als unbegründet bezeichnet. kegierungstrese
Italien. Rom, 16. September. Kardinal Gori Merosi ist gestorben.
Rumänien. Bukarest, 17. September. Als der Minister⸗Präsident ES be temn Abandd. 2 1 . Sitzung des Ministerraths zurückkehrte und auf 8 I ege nach seiner Wohnung, in Begleitung des Deputirte Robescu, eine Straße passirte, wurde ein Schuß auf den selben abgefeuert. Der Begleiter Bratiano's, Robeser wurde von dem Schuß in der Nierengegend leicht 8 letzt. Die Polizei ergriff den Attentäter in dem Augenblic⸗ als er einen zweiten Schuß abfeuern wollte; derselbe heit Stoica Alexandrescu und ist Schankwirth in Rimnicu⸗Sarats im Bezirk Rimnicu. Die Untersuchung ist im Gange. 8
„Bulgarien. Sofia, 15. September. (W. T Ve spätet eingetroffen.) Die Sobranje hat 8 1-9⸗ 8 2 den Kaiser von Rußland angenommen, in welcher 8 heißt: Die Vertreter der Nation richten ihre heißen Geban für ein langes und glückliches Leben des Kaisers an Gont sie bringen dem Kaiser ihre aufrichtigen Glückwünsche, den Ausdruck ihrer Anhänglichkeit und tiefen Ergebenheit dar sind überzeugt, daß nach Allem, was geschehen, die Spannun
und Bulgarie
in den Beziehungen zwischen Rußland wie früher, das bulgarische seinen hohen Schut
aufhören und der Kaiser, Volk und das nationale Werk unter s Bulgaren, ihre Selbstä der Bulg ¹ e Selbstän⸗ Die Adresse wurde durch eine
nehmen wird für die Einigung der Konsulat überreicht. — Die Sobranje
digkeit und Unabhängigkeit. Deputation im russischen beschäftigte sich weiterhin mit Finanzvorlagen und wird morgen über die auf die Eröffnungsrede der Regentschaft; erlassende Antwort berathen. — Die rumelischen † gimenter sind, mit Ausnahme eines einzigen, das in Sofa verbleibt, nach Philippopel zurückgekehrt. 8 l ugeth — S 9 9 8J-1S 1 ; ß si 11“ . B.) Die So branje nahm Haügt hatten Sie gestehen ganz unverhohlen zu, daß sie von dem nach G nder Vor erathung in der Kommission durt Nutzen der Schutzzölle nie überzeugt gewesen wären, sich vielmehr dem Akkle nation folgende Antwort auf die Eröffnungsrede der Draͤngen der öffentlichen Meinung gefügt hätten in der Zuversicht, Regentschaft an: „Die Vertreter der Nation welche hn die daß ja die Zukunft doch ihnen gehöre. Diese biederen Doppel⸗ für das Vaterland kritischen Zeit zu einer Laußero d lüche gesichter werden, wenn die Umkehr nun doch nicht eintritt, dem Erfolg Session einberufen sind, I “ t entlichen auf alle Fälle ihr freundliches Lächeln zuwenden. Shüten. 2 sind, halten es für ihre Pflicht, für eine Aber auch die überzeugungstreuen Anhänger der heute vor⸗ hande und Nichtswürdigkeit den Staatsstreich vom 21. Auguß schenden Richtung sind unsicher geworden. Nicht daß sie bereit zü 1“ Werk einer Handvoll übelgesinnter Indivi⸗ Feld zu räumen, um dasselbe in ein Versuchsfeld umwan⸗ duen, — we cher die bulgarische Bevölkerung erregt hat und sie deln zu lassen; aber auch auf sie hat die Abnahme des internationalen zwang, sich mit der Armee zu erheben, um die Ehre und die Güteraustausches, vor Allem der Rückgang der deutschen Aus⸗ und Unabhängigkeit der Krone Bulgariens zu vertheidigen, die Einfuhr beunruhigend, ja verwirrend gewirkt. Sie vergleichen den gesetzmäßige Ordnung wieder herzustellen und gleichzeitig p 1 Zeitabschnitt unter der Herrschaft der ersten Handelsverträge mit den der Regierung strengste Bestrafung der Urheber h1s 87 zandelspolitischen Begebenheiten der letzten Jahre und den wahrschein⸗ brecherischen Handstreiches zu ver igen Die bul rrisch Fe lich bevorstehenden Ereignissen. Jene ersten Verträge waren für eine “ 19 Bie 1Car⸗ che Be⸗ größere Reihe von Jahren abgeschlossen; die äußere Ruhe der wirth⸗ die ohe . ewunderung über schaftlichen Verhältnisse schien gesichert und war nicht den Störungen des Fürsten A; e 2 26 8 ische Selbstverleugnung ausgesetzt, welche heute von den verschiedensten Seiten und in unbe⸗ de 9 lerau e usdru zu geben, welcher rcchenbaren Zwischenräumen, ja fast ohne Unterbrechung, die heutige dem Thron entsagte, um die Unabhängigkeit, Freiheit wirthschaftliche Welt belästigen. Die Verträge waren auf Jahrzehnte und die Rechte unseres Staates zu gewährleisten und die guten Beziehungen zwischen Rußland di
abgeschlossen und während ihrer Dauer blieben die Zolltarife der ein⸗ 111A“ 1 1 8 behee unverändert (ä Bullgarie. nederherzustellen. Die Volks vtor hf varen daher in der Lage, die Beziehungen z Auslande leicht z feste Hoffnung, daß diesem 1 shar dit überblicken; sie hatten die Gewähr, daß die Wirthschaftspolitik der guten Beziehungen voll und ganz 6 .h diese einzelnen Länder die geschäftlächen Berechnungen nicht, durchkreuzen werden. Wir sind vollkommen übe 5 wiederhergestellt werde. Seit der Kündigung der Verträge der sechziger Jahre ist dies Bürger i A“ berzeugt, daß alle bulgarischen alles anders geworden. Die neuen Verträge haben ein durchaus Bürger im Hinblick auf die große Gefahr, welche dem Vater⸗ lande droht, sich um die Regierung schaaren und ihr den Bei⸗ stand leihen werden, welcher nöthig ist, um dem Vaterlande Ruhe,
— STri 5Sg = ap ;zt; 8 Frieden und Sicherheit im Innern zu bewahren, damit unser Staat
verändertes Aussehen; sie sind auch auf ganz andere Weise zu Stande gekommen. Der Vertrag, welchen Napoleon III. mit Großbritannien intakt die gegenwärtige Krisis überst gel ge 6 überstehe. Die National⸗ vertretung steh Die National
(W. T. B.) Da
gung der Welt theilnehmen zu können. Um auf dieser Grundlage dauernde Erfolge zu erzielen, hätte es nur des Einverständnisses der anderen Länder bedurft, eines Einverständnisses, das freilich gleich⸗ bedeutend gewesen wäre mit dem Verzicht auf die Hoffnung einer eigenen Gewerbthätigkeit. Wäre es gekommen, wie man jenseit des Kanals gehofft hat, so wäre heute schon die Menschheit in zwei sehr ungleiche Theile gegliedert. Den einen Theil bildete ein räumlich be⸗ schränktes, aber dicht bevölkertes und mit Großbetrieben reich ausgestattetes, vom Meere umspültes Inselreich, das mit mächtiger Handelsflotte die Erzeugnisse seines Gewerbefleißes über den Erdball verbreitete. Der andere Theil würde die übrigen Länder um⸗ fassen, Länder mit überwiegendem Ackerbau, mit Viehzucht, dünner Bevölkerung und spärlichem Gewerbebetrieb. Sie wären die Ver⸗ brauchsländer, die ihren Bedarf an Bekleidungsstoffen und Haus⸗ einrichtungen, an Werkzeugen, Maschinen und Verkehrsmitteln ein⸗ tauschten gegen Früchte des Bodens und die Ueberschüsse der Viehwirthschaft. Ihr kümmerliches Gewerbe beschränkte sich auf die Ausbesserung und Ergänzung der britischen Einfuhrwaaren und auf die Deckung des von dem britischen Großgewerbe verschmähten Bedarfes.
Es ist aber nicht so gekommen, weil die Voraussetzung — das Einverständniß der nichtbritischen Welt — fehlte. Die Zeit der ersten
Die Handelsverträge gab einen sehr verrätherischen Vorgeschmack von dem, was den Festlandsstaaten der volle Freihandel gebracht hätte.
Amtsblatt des Reichs⸗Postamts. Nr. 47. — Inhalt: Verfügungen: vom 11. September 1886. Verwendung der Postkarten als Formulare zu Druckfachen.
Archiv für Post und Telegraphie. Nr. 16. — Inhalt: Aktenstücke und Aufsätze: Zur Geschichte des schleswig⸗holsteinischen Postwesens zu Anfang des XVIII Jahrhunderts. — Emden und seine Telegraphenanstalten. — Die französische Postsparkasse im Jahre 1884. — Kleine Mittheilungen: Das Gas⸗Glühlicht. — Das Binden der Bücher in römischer Zeit. — Eisenbahnen in Baden. — Schiff⸗ barkeit der Hudsons⸗Bay. — Verkehrsverhältnisse auf Java. — Das Postwesen in den Straits⸗Settlements. — Zeitschriften⸗Ueberschau.
Selbst Frankreich war wenig erbaut über die Ergebnisse des Vertrages von 1860 und überzeugte sich bald, daß derselbe der natürlichen Ueber⸗ legenheit der britischen Industrie Vortheile brachte, die für das französische Großgewerbe ebenso viele Nachtheile waren. Mit dem zunehmenden wirthschaftlichen Verständniß erkannten auch die übrigen Staaten, daß die alleinige Rücksicht auf die Verbraucher eigentlich sich einem kaum greifbaren Gegenstand zugewendet hatte, während die große Masse der Staatsangehörigen, welche in erster Linie bei der Gütererzeugung betheiligt ist, leer ausging. Nun wurde die gleichmäßige Ausbildung und eine kraftvolle Entfaltung möglichst vieler Zweige des Gewerbefleißes als die Grundbedingung der Lebens⸗ fähigkeit jedes einzelnen Staatswesens ins Auge gefaßt, da sich immer mehr zeigte, wie die Vernachlässigung der großgewerb⸗ lichen und handwerklichen Thätigkeit ein verhängnißvoller Fehler war, verhängnißvoll nicht nur für die dabei zunächst betheiligten Volkstheile, sondern namentlich auch für die Landwirth⸗ schaft. Nicht nur die Lehrmeinung ging von der Vertheidigung der internationalen Arbeitstheilung über zur Befürwortung der selbständigen gewerblichen Gliederung des einzelnen Volkskörpers, sondern guch die Staatsweisheit verließ das freihändlerische Versuchsfeld und bekannte sich zur nationalen Wirthschaftspolitik. Schutzzölle sind aber die erste Forderung derselben, da thatsächlich kein anderes Mittel vorhanden ist, welches die einheimische Gütererzeugung vor dem mit reicheren Mitteln ausgestatteten fremden Wettbewerb zu schützen im Stande wäre. Die Erfahrung und die auf dieselbe gegründete wissenschaftliche Forschung haben dies dargethan, so daß man wohl sagen kann, die heute herrschende Auffassung erkennt die Nothwendigkeit der Schutzzölle an. Man darf nicht übersehen, daß gleichzeitig, wie das schutz⸗ zöllnerische Dogma ausgebildet worden ist, sich eine große Umgestal⸗ tung auch in Bezug auf die übrigen sozialpolitischen Anschauungen
vollzogen hat und daß diese Wandlungen innig zusammenhängen.
Reichstags⸗Angelegenheiten.
Die Vorlage, enthaltend die Rechenschaft, welche dem Reichstage zufolge der Bestimmung im §. 28 Absatz 2 Gesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen d Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 (Reichs⸗Gesetz⸗ blatt S. 351) über die Anordnungen zu geben i die von der Königlich sächsischen Regierung auf Grund des jenes Gesetzes unter dem 25. Juni d. J. mit Genehmigung 8 rathes getroffen sind, hat folgenden Wortlaut:
Das König ich sächsische Gesammt⸗Ministerium hat auf Grund des §. 28 des Gesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 mit Genehmigung des Bundesraths für die Stadt Leipzig und den Bezirk der Amtshaup mannschaft Leipzig dieselben Anordnungen, welche zuletzt am 22. Juni 1885 getroffen worden sind, mittelst des in der Anlaͤge beigefügten Beschlusses vom 25. Juni 1886 auf die Dauer eines Jahres von Neuem erlassen.
Diese Anordnungen, welche in Nr. 149 des „Reichs⸗Anzeigers“ und auf die für landespolizeiliche Verfügungen vorgeschriebene Weise
des
8 Ausnahme⸗ Landesgesetz⸗ (Irland) Akte
1860 abschloß und der den Reigen der liberalen Verträge eröffnete, hatte den Zweck, die Sätze des allgemeinen französischen Zolltarifes herabzusetzen, um allmählich weitere Ermäßigungen derselben folgen zu lassen. Die freihändlerische Anwandelung bemächtigte sich auch der
Produkte seit der Zeit, wo die Mehrzah ichterlich festges b w eit, wo — zahl der richterlich festgesetzten 8 ghanceservofaitaiote so daß den aufgeführten Bahnen nur 1385 Verspätungen Pachten der Pächter, den Statuten unterworfen, abgeschätzt wurden, üiha 3 weier ngs dcg⸗ 3 (s= 0,64 Proz.) zur L “ 5 1 g ist es nützlich, temporäre Vorkehrungen zur Unterstützun Pächte 8, Sfenh “ üss “ salros. zur Last fallen (gegen 0,82 Proz. im Vormonat). solcher Stellen in gewissen Fällen zu treffen und baocg ger pächrer ie ccen ate,üieenr düfrintig ie 2 eng 8 hr ea 8 “ —— 8. öö Frankreich, indem es dieser Führung folgte, hoffte an dieser Versor⸗ eigenen Strecken der in Vergleich zu ziehenden Bahnen von zuwenden. 8 204 969 beförderten fahrplanmäßigen Zügen mit Personen⸗ Sei es daher gesetzlich versügt von Ihrer erhabenen Maiestät beförderun 1174, oder 0,57 Proz., mithin 0,07 Proz. weniger. der Königin und den im gegenwärtigen Parlament versammelten n Folge er Verspätungen wurden 912 Anschlüsse versäumt e und weltlichen Lords und Gemeinen und vermöge ihrer (gegen 60 22 in demselben Monat des Vorjahres und 1003 im nae “ Vormonat). Wird eine Gruppirung der Eisenbahnen nach di Fhe. aue kbhbi eeäexböäö. den auf je eine Anschlußversäumniß entfallenden Zugver⸗ Pn tehch h. he. “ spätungen vorgenommen, so kommen in erster Rei t 8 11““ ätung genomme 1t eihe die 1884, auf Gesuch des Pächters Stelle, es zenüge der EE1A“ A11131““ düische nf hesuch des bbö selche Stelle, es zur Genüge der Seüsmnan. Eisenbahn hlußr ii f ischen L on, welche hier der Gerichtshof genannt ist, be⸗ 8 erspätungen) mit 0,27, die Dortmund⸗Enscheder Eisenbahn wiesen wird, daß 88 1. Anschlufwersäummniß auf 1 Verspätung) mit 1,00, die a. die halbe Pacht, die im Jahre 1886 wegen solcher Stelle Ne lenburgische Friedrich Franz⸗Eisenbahn (11 Anschlußver⸗ ordnungsgemäß zu entrichten ist, und ebenso die Hälfte der Rückstände säumnisse auf 13 Verspätungen) mit 1,18, während die Saal⸗ bezahlt ist n 1t 8 s V bahn LEC111“ auf 13 Verspätungen) mit 13,00, Rü⸗ tn 16 vbbeeeee het selehere hagh gder die Württembergis hen Staats⸗Eisenbahnen (5 Anschlußver⸗ ve dhne 11“] säumnisse auf 110 Verspätungen) mit 22,00, die Werrabah So 18 Fes ehc.n. (1 Anschlußversä 15 98 9 1 Werrabahn So darf der Gerichtshof einen solchen Nachlaß der Pacht jener (1 Anschlußversäumniß auf 26 Verspätungen) mit 26,00 die Stelle gewähren, wie ihm gerecht und nützlich erscheint “ lette Stelle einnehmen und auf 7 Eisenbahnen 31 Verspä⸗ Dieser Nachlaß soll sich auf die ordnungsgemäß im Jahre 1886 ungen ohne Anschlußversäumnisse, und auf 4 Eisenbahnen zu zahlende Pacht, auf die vorhergehenden Ruckstände und auf die für weder Verspätungen noch Anschlußversäumnisse vorgekommen find das In . du ehlendeggacht bteh “ 88 1 §. 2. er langjährige Pächter (lessee) einer Stelle, welcher “ S. A. Kreuzer⸗Fregatte „Bismarck“, Kommandant nach Ablauf der Pacht (lease), welche zur Zeit der Genehmigung 8 apitän zur See Kuhn, und S. M. Kreuzer⸗Korvelte „Carola“, Landgesetz⸗ (Irland) Akte 1881 existirte, als ein gewöhnlicher Pächter “ CCC Aschmann, sind am 15. Sep⸗ 11“ zu Füßg z8 Fe Pacht nach den Be⸗ cr. hefoo eingetroffen. ngungen d ngjährigen Pa betrachtet würde, soll nach Geneh⸗ f migung dieser Akte, selbst wenn solche langjährigen Pach b 1 gjährigen Pachten (leases) Elsaß⸗Lothringen. Straßburg, 16. September. nicht abgelaufen sind, als gewöhnlicher Pächter eines Pachtgutes mit (W. T. B.) Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Pacht wie sie in dem langjährigen Pachtvertrag (sease) erwähnt der Kronprinz, welcher Sich heute zum Festakt in die iste vtrachtet werden und auf seine Stelle sollen alle Bestimmungen eecejfäts begab, wurde am Hauptportale des Kollegien⸗ edeg socen bbebeebe he ig ten Anwenzuns gebäudes vom Rektor, vom Senat und von den Vertret 8 r langjähriger Pa 1 V ern Jedo he bächte der Studentenverbindungen empfangen. Im Lichthofe hielt dc licher denganftsee etn grgencte Rektor Reye eine Ansprache, in welcher er hervorhob, die a. wo solcher langjähriger Pächter für besagte sangiährige Pacht Kaiser⸗Wilhelms⸗Universität werde sich, eingedenk der Worte bedeutende Zahlung geleistet und er nicht als einfacher Pächter be⸗ des Kaisers in der Stiftungsurkunde, durch ernste Arbeit die trachtet zu werden wünscht; Huld des Kaisers und die Achtung des deutschen Volks, zumal witt. ,wo solch ein langjähriger Pächter nicht die Stelle selbst un⸗ der Elsaß⸗Lothringer, zu verdienen suchen. Die Ansprache C 3““ ig is Eloß mit einem Hoch auf Se. Majestät den Kärser Fefthe ““ 1 ö. 89 mit och au Majeste en Ka b mungen des 58. Paragraphen der „Ind — 9 Da “ orte ausspreche, §. 3. Wo ein Prozeß zur Erlangung der Pacht für eine Stelle welche Sie an Mich richteten, habe Ich Ihnen gleichzeitig das Be⸗ auf welche sich diese Akte bezieht, oder zur 111““ dauern Sr. Majestät des Kaisers auszudrücken, daß es Allerhöchst⸗ becen llichtiahlung 11A144“ demselben abermals versagt ist, unter Ihnen zu erscheinen, wie es Gefuch unah ö Hhee beg Gefuch dieher eie egfgfhchta Sein persönlicher Wunsch war. Dankbar, daß Se. Majestäͤt Mich Gericht, vor dem ein solcher 1114“ Han- mit Seiner Vertretung beauftragte, spreche Ich es gerne aus, wie - Pacht gezahlt wird, den Prozeß suspendiren oder hinaus⸗ Ich stets die Tage als frohe, festliche für Mich betrachte, an denen Iis ber Nis 11164“ Ich unter Männern der Wissenschaft und nicht minder in den Dillon S'C 1 etafeze fhe 8 den 1““ Räͤumen der Hochschule weile. Denn immer wieder von Neuem 6 1“ ühle Ich Mich dann von dem Geist der Zeiten angeweht wo Ich selbst als Student auf der Universität weilte. Wenn schon damals die Aufgabe unserer akademischen Lehrer eine bedeutungsvolle war, so sage Ich, daß, nachdem der gewaltige Zeitabschnitt der nationalen Wiedergeburt Deutschlands hinter uns liegt, mit Recht das Ziel, welches Ihnen heute vorschwebt, unsere Jugend zu thatkräftigen Stützen des Reichs zu erziehen, ein be⸗ sonders erhabenes und erfreuliches genannt werden muß. Blickten amals Meine Zeitgenossen und Ich in eine unbestimmte Zukunft 0 sehen wir heute im reiferen Alter unsere Hoffnungen und Wünsche hatkräftig durchgeführt. Die Stätte, auf welcher wir hier stehen, ist der schönste Beweis dafür! Möge diese jüngste Pflanz⸗ schule der Wissenschaften in keiner Weise den älteren Schwestern nachstehen, von denen Ich vor Jahresfrist an der Ost⸗ grenze des Reichs eine seit Jahrhunderten bestehende besuchte, vor wenigen Wochen aber das halbtausendjährige Bestehen der aller⸗ Fltesten im Deutschen Reiche feierlich beging. Eine Mahnung aber richte Ich dabei an Sie Alle, daß ein Jeder in seinem Berufe be⸗ strebt sei, im Sinne unserer Vorfahren weiter zu wirken, sich dabei jedoch vor Ueberhebung hüten möge. Denn gerade hier an dieser Stelle und seitdem diese Gauen mit dem Mutterlande wieder ver— bunden sind, gilt es für uns Deutsche, zu zeigen, daß der Sinn für Erhaltung des Friedens und das Streben, Uns in Friedfertigkeiten zu bewegen, Uns erfüllt. So hoffe Ich, daß die Hochschule sich dieser schönen Aufgabe gewachsen zeigen wird, zu reichem, verheißungsvollen Segen der Zukunft. Das walte Gott!“ Hierauf ließ der Kronprinz Sich sämmtli ssor - der iche Professoren en „und die Vertreter der Studentenverbindungen vor⸗ 8 en. Nach Besichtigung der Räume des Kollegiengebäudes 5 Sich der Kronprinz in die Kupferstichsammlung in der Pher Akademie und alsdann in die Ausstellung in der alten omie.
“
Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 15. September. Die „Presse“ schreibt: Die großen Manöver 68 Galizien vaben mit dem gestrigen Tage ihren Abschluß gefunden. Es bewährte sich auch bei diesem Anlasse die Tüchtigkeit aller Theile der Armee in vollstem Maße und fand dieselbe in dem Handschreiben des Kaiserlichen Kriegsherrn an den Feld⸗ marschall Erzherzog Albrecht warme Anerkennung. Der Monarch verläßt nun Galizien, nicht, ohne noch vorher die
— 15. September. (Allg. Corr.) In irisch⸗nationa⸗ listischen Kreisen in London heißt es, das 1 Füll P werfung der Parnell'schen Land-⸗Bill nicht nur die irischen Bewohner Londons, sondern die aller größeren Städte Großbritanniens, abgesehen von dem, was in Irland passiren kann, eine kräftige Homerule⸗ und Anti⸗Exmissions⸗ Agitation ins Werk setzen werden. Die Agitation wird von der irischen Nationalliga Großbritanniens geleitet werden und machen die Beamten und reisenden Agenten der Organi⸗ sation gegenwärtig große Anstrengungen, die Zahl der Zweig⸗ vereine in England und Schottland zu vermehren. Die französische Regierung hat die 11 beschlagnahmten englischen Fischerboote, welche seit dem 5. d. M. in Havre festgehalten wurden, wieder freigegeben. — Der Ehren⸗ sekretär der schottisch⸗protestantischen Allianz charak⸗ terisirt in einer Entgegnung auf das Schreiben Lord Randolph Churchill's, anläßlich des von der Allianz erhobenen Protestes gegen die Ernennung eines Katholiken zum Kabinetsminister die Bemerkung Lord Randolph's als einen indirekten Angrif auf den Protestantismus des Throns. t Dublin, 16. September. (W. T. B.) „United Ireland“, das Organ Parnell's, auf die wahrscheinliche Ablehnung der Parnell'schen Agrarvorlage, den Vorschlag, daß alle aus dem Wsitz gesetzten Pächter in Masse sich in die Asyle für Nothleidende begeben sollen.é Das Blatt hebt hervor, daß man in solchen Distrikten, wo die Mehrheit des Munizipalraths aus Nationa⸗ listen bestehe, solchen Pächtern in Bezug auf die Freiheit, in die Asyle einzutreten und dieselben wieder zu verlassen sowie bezüglich ihres Unterhalts besondere Privilegien zugestehen
Frankreich. Paris, 15. September Köln. Zto
Der Kriegs⸗Minister ist heute zu den Ph 18 1a 18. Corps abgereist, begiebt sich dann zu denen des 12. Corps und wird am Sonntag nach Paris zurückkehren. In einer Note an die Zeitungen wird heute der Behauptung wider⸗ sprochen, daß die Reiterei bei den Manövern um das Lager von Chalons bedeutende Verluste an Pferden und Mann⸗ schaften gehabt hätte. Nur drei Offiziere und einige Reiter seien an Sonnenstich ohne ernste Folgen erkrankt und der Pferdeverlust der 12 Reiter⸗Regimenter zusammen beziffere sich auf 14, was bei der furchtbaren Hitze allgemeines Erstaunen erregt habe. General Boulanger hat den Kom⸗ mandanten des 6. Armee⸗Corps (Chalons sur Marne) des 7. (Besangon), des 14. (Lyon), des 15. (Marseille), des 16. (Montpellier), des 17. (Toulouse) und des 18. (Bordeaux)
Das Journal macht mit Rücksicht
spricht den Regenten und der Regier h Anerkennung aus für die von ihnen zur Er. Negierung Fir dens und der Ruhe des Landes ergriffenen Maßregeln sowie für die in kurzer Frist in Aussicht genommene Einberufung der Nationalversammlung, welche verfassungsgemäß einen Fürsten für den erledigten Thron zu wählen hat. Die Kammer wird mit Aufmerksamkeit die von der Ro⸗ gierung vorgelegten Gesetzentwürse prüfen und be⸗ rathen. Es jist uns angenehm, erklären zu können, daß wir volles Vertrauen zu der Regierung haben, und wir hoffen, daß sie durch ihre Weisheit, Einsicht und Energie die Interessen des Vaterlandes zu sichern und zu schützen wissen wird. Es lebe Bulgarien!“ — Nach Votirung der Adresse begann die Sobranje die Berathung des Geset⸗ entwurfs, betreffend die Aufnahme einer Anleihe von 15 Millionen, sei es in Schatzbonds oder unter anderer Form; die Berathung wurde schließlich vertagt. Die ntwurf ein betreffend den
“ brachte den Gesetze nkauf der Immobilien des Fürsten Alex e der daufpreis ; - Fl Alexanderv; der Pgv;x xö;- venc 8 Millionen Francs belaufen, 1 b Fr. e der Fürst der s Abzug kommen. Fürst der Bank schuldete, in
h und Polen. St. Petersburg, 17. Sey⸗ 88 5. T. B.) Der „Regierungsanzeiger“
rei t: Wegen der in letzter Zeit gespannten Beziehungen zwischen Rußland und Bulgarien war der Posten eines nhstschen diplomatischen Agenten in Sofia unkbesetzt ge⸗ de 5 aber die jüngsten Ereignisse in Bulgarien die besen heit eines Vertreters Rußlands erheischten, welcher 114“ Autorttät genießt, wurde die zeitweilige Ver⸗ hhgg 8 wiplomatischen Agentie in Sofia dem bisherigen 1““ der diesseitigen Botschaft in Wien, Derselle ss he Baron von Kaulbars, übertragen. 1“ berei z mehrfach in verschiedene Länder der
a 1 18 binsel kommandirt gewesen. Die Aufgabe des Baron “ wird es sein, die Lage der Dinge in Bulgarien Bn id kennen zu lernen und durch seine Rathschläge den Bulgaren einen regulären Ausgang aus der Krise, in welcher sich das Land befindet, zu erleichtern.
Zeitungsstimmen. (¶△ 8 — Das „Deutsche Tageblatt“ schrei 8 8 6 V. Tag att 2 3 dels⸗ politische Verwirrung“: b schreibt über „han Unverkennbar macht sich seit geraumer Zeit in der Beurtheilung
brieflich mitgetheilt, er habe zur besseren Ueberwachung der
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der handelspolitischen W si 8 ch
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anderen Staaten, und sie alle wurden von dem gleichen Streben ge⸗ tragen, den eigenen Tarif zu ermäßigen. damals nicht mit den Waffen aus, die heute beliebt sind; man be⸗ gnügte sich vielmehr mit dem Markten um die Sätze der alten Tarife.
Als das Ende der Vertragsdauer heranrückte, war die Lage eine Auf dem europäischen Festlande hatte sich sowohl unter den Gewerbetreibenden, als bei den Staatsregierungen die Ueber⸗ zeugung gebildet, daß die liberalen Handelsverträge eigentlich nur dem britischen Inselreiche von unzweifelhaftem Nutzen wären, daß dieselben
andere geworden.
die industrielle Uebermacht des letzteren gesteigert, dagegen die kontinen talen Industrien in der Entwickelung gehemmt hätten. Verträge
Ende der
sich dem
Schaffung eines Kampftarifes, der als dienen sollte. Man war nicht mel si Ermäßigungen zu gewähren, jedenfalls dachte Niemand
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näherte,
Man rüstete sich
um
handel überzugehen. Die neuen Handelsverträge unterscheiden
halb von denjenigen der älteren Zeit durch die Spärlichkeit der Ver⸗ einbarungen über die Zollsätze, während die alten Verträge nicht selten förmliche Vertragstarife enthielten. Die Autonomie ist daher den einzelnen Staaten wieder zurückgegeben worden und an die Stelle der liberalen sind meist erhöhte, theilweise hochschutzzöllnerische Tarife getreten. Auch in Bezug auf die Dauer der Verträge ist eine Während nämlich die ersten Vert
vorzuheben.
Aende
ja auf eine noch längere Dauer abgeschlossen wurden, und
Abmachungen, welche lediglich die Meistbegünstigung betrafen, noch heute in Kraft sind, beschränkt man die Vertrags
Zeit auf wenige Jahre,
um die F
dauer i
Freiheit der Bewegung
bald wieder zurückzuerhalten und die gewonnenen Erfahrun wieder verwerthen zu können.
So kam es, daß die meisten Sta
ihrer Zollautonomie gelangt sind, und
Ie ihre ganze Beweglichkeit. Italien 1878 einen neuen Tarif ein mit einer großen J Erhöhungen; Deutschland folgte 1 nationalen Arbeit; Frankreich 1881 Werth⸗ in Gewichtszölle, welche ja nur eine verdec Zölle war; Oesterreich⸗Ungarn folgte 1882; in der Anfangs 1885 diesem
ein erhöhter Tarif der allgemeine Tarif tungen entsprechen Lage Geiste
Italien in Sicht.
und Großbritannien sind
wegung nicht verschont 6“ 1““
aber der Zollgesetzgebung. der neuen Zeit einen ja ganze Gruppen derselben nochmals zum . erhöht worden sind, und augenblicklich werden nicht nur in land und Frankreich weitere „Tarifnovellen“ vorbereitet, vollständig umgearbeitete Tarife stehen in 3 Selbst die freihändlerischen Länder,
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von der wachsenden schutzzöllner
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Je mehr man so lebhafter lauter wurde das Begehren nach höheren Zöllen, und die wieder⸗ holte Verlängerung der Vertragsdauer sollte nur dazu dienen, Zeit für die Vorarbeiten zu den neuen Unterhandlungen zu gewinnen.
Vorbereitungen hatten aber durchweg das eine Ziel im Auge: die Waffe bei den Unterhandlungen
ör von der Absicht getragen, weitere mehr daran,
im Sinne der Napoleonischen Handelspolitik schrittweise zum Frei⸗
räge auf ein Jahrzehnt,
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Man kann heute nicht mehr den Schutz der nationalen Arbeit auf⸗ geben, ohne gleichzeitig das ganze Lehrgebäude umzustoßen, welches sich aus den neuen staatspolitischen Lehrsätzen zusammensetzt. Wer also von einer Ein⸗ und Umkehr spricht, die in Bezug auf die Handelspolitik einzutreten scheine, der muß auch an die Möglich⸗ keit einer Umkehr auf sozialpolitischem Gebiet glauben. Aber hierfür liegen keine Anhaltspunkte vor, ja wer aufmerksam beobachtet, muß sich vom Gegentheil überzeugen. Das Gebiet der Sozialgesetzgebung dehnt sich aus; täglich werden derselben neue Aufgaben gestellt und bereitwillig sucht sie sich neue Felder ihrer Thätigkeit auf. Die Einmischung des Staats in die gewerblichen Verhältnisse, seine Fürsorge für das wirthschaftliche Gedeihen seiner Angehörigen verbreitert sich und dringt zugleich in die Tiefen. Und gerade die auf die Vervoll⸗ kommnung und Ausbildung der Gewerbe gerichtete schaffende Kraft der Staaten wendet sich immer neuen Hülfsmitteln zu, die nichts weniger als eine Umkehr vermuthen lassen. Der Schutzzoll ist bereits nicht mehr die einzige Triebkraft. Der Staat trifft Veranstaltungen, um neu entstehenden Gewerben unmittelbare Vortheile zu bieten, und in diesem Bestreben zeichnen sich gerade diejenigen Staaten aus, welche bisher in ihrer gewerblichen Entwickelung noch zurückgeblieben waren, wie namentlich diejenigen an der unteren Donau.
Vergegenwärtigt man sich den Stand der Volkswirthschaft in den einzelnen Ländern, so wird man erkennen, daß unter der Herrschaft des Schutzzolles ungeheure Fortschritte erzielt worden sind. Die Gewerbe haben sich überall vermehrt; die Gütererzeugung hat in mehreren Ländern eine Ausdehnung angenommen, welche den Inlandbedarf über⸗ steigt, ja weit hinter sich läßt; in diesen Ländern sind so ziemlich alle Erwerbszweige vertreten und sie wären wohl in der Lage, auf die Einfuhr fremder Erzeugnisse des Gewerbefleißes zu verzichten; es sind voll⸗ kommen ausgerüstete Wirthschaftsgebiete ohne wesentliche Lücken in der Gütererzeugung. Andere Länder stehen im Begriffe, auf dieselbe Stufe der Vollständigkeit des Gewerbebetriebes vorzurücken. Nur ein verhältnißmäßig kleiner Theil von Staaten ist erst im Anfange dieser gewerblichen Entwickelung; aber überall ist dieser Anfang gemacht und zwar mit Ernst und eisernem Willen, der keine Aussicht auf Umkehr zuläßt.
Während dieser Art die Mehrzahl der Festlandstaaten Europas an Kraft und Selbständigkeit gewonnen hat und der amerikanische ördliche Staatenverein zu einem Riesen herangewachsen ist, bietet uns Großbritannien mit seiner falschen Menschenfreundlichkeit das Bild eines langsamen unaufhaltsamen Rückganges; es wird schritt⸗ weise aus seiner leitenden Stellung im Weltverkehr verdrängt und zwar nicht allein auf dem Gebiete der großgewerblichen Erzeugung, sondern auch anf demjenigen des Handels. Am deutlichsten geht dies hervor aus einer Betrachtung der Ausfuhrverhältnisse der letzten 15 Jahre. Die britische Ausfuhr hat nämlich in den ersten dieser Jahre dem Werthe nach bereits so viel betragen, wie am Schlusse dieser Zeit, und wenn man diesen Stillstand auch theilweise auf den Niedergang der Preise zurückführen muß, so bleibt es immerhin eine bedenkliche Erscheinung, daß mit dem Anwachsen der Bevölkerung der Entwicklung des Verkehrs und dem Steigen des Wohlstandes der meisten übrigen Länder. Großbritannien nicht vermocht hat, seine Aus⸗
bekannt gemacht worden sind, erwiesen sich aus folgenden Gründen als nothwendig.
Der seit der letzten Verlängerung des sogenannten kleinen Be⸗ lagerungszustandes über die Stadt und den Bezirk der Amtshauptmann⸗ schaft Leipzig verflossene Zeitraum ist durch den außerordentlichen Aufschwung bemerkenswerth, welchen das Fachvereinswesen in diesem Landestheile genommen hat. In der Stadt Leipzig allein ist die An⸗ zahl der Fachvereine von 21 auf 35 gestiegen.
Neben dieser numerischen Ausbreitung macht sich eine Steigerung des früher mehr sporadisch zum Ausdruck gekommenen ordnungsfeind⸗ lichen und pessimistischen Geistes in diesen Vereinen bemerkbar, der hinter weiter gesteckten Zielen die nrsprünglichen gewerblichen Zwecke in den Hintergrund treten und destruktive Tendenzen die Oberhand gewinnen läßt.
Theilweise ist der Zusammenhang mit unmittelbaren Interessen des Gewerbes kaum noch erkennbar.
Dabei vermeiden es die Statuten, die ins Auge gefaßten sozialen und politischen Ziele irgendwie sichtbar werden zu lassen. Meist geben dieselben „die Förderung der gewerblichen Interessen der Vereins⸗ mitglieder“ als Zweck an und spezialisiren dieses allgemeine Programm durch Angabe einiger völlig unbedenklicher Unternehmungen, die der Verein ins Leben rufen und unterhalten soll. Das eigentliche Wesen der Vereine würde daher gar nicht erkennbar sein, wenn nicht aus ge⸗ legentlichen Aeußerungen und beiläufigen Erscheinungen und Anzeichen mit voller Bestimmtheit die Thatsache hervorträte, daß die Fach⸗ vereine im engsten Zusammenhange mit der sozialdemokratischen Partei stehen, zum Theil geradezu Schöpfungen und Organe der⸗ selben sind.
Da in der sozialdemokratischen Partei die anarchistischen und revolutionären Tendenzen und andere, noch auf dem Boden der beste⸗ henden Staats⸗ und Gesellschaftsordnung sich verhaltende Bestrebun⸗ gen ungetrennt und unterschiedslos nebeneinander bestehen und be⸗ trieben werden, so muß die extensive und intensive Weiterentwickelung der Fachvereine schon an und für sich als ein die öffentliche Sicher⸗ heit und Ordnung bedrohender Umstand so lange angesehen werden, als der nachgewiesene Zusammenhang mit der sozialdemokratischen Partei besteht. 8 8
Außer den geschilderten Verhältnissen der Fachvereine kommt die Lohnbewegung in Betracht, welche, theils aus den letzteren selbst her⸗ vorgehend, theils ohne diese Vermittelung, die gewerblichen und Ar⸗ beiterkreise auch in Deutschland zur Zeit erfüllt.
Zwar lassen die sozialdemokratischen Stimmführer keine Gelegen⸗ heit dhne den Versuch vorübergehen, die Verantwortlichkeit von ihrer Partei abzuwenden, welche aus den Strikes nach der Richtung der Arbeiter selbst erwächst. Allein es ist in die Augen fallend, daß jede Arbeitseinstellung von den sozialdemokratischen Agitatoren im Hin⸗ blick darauf mit gespannter Aufmerksamkeit überwacht wird, daß Mo⸗ mente, in denen das den Strikes zwar nicht immer. aber jedenfalls sehr oft zum Grunde liegende Gefühl des Neides und der Begehrlichkeit durch erfahrene Mißerfolge zu heftiger Leidenschaft entflammt ist, eine Gelegenheit wie keine andere darbieten, um den angestrebten Um
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sich mit
fuhr in gleichem Verhältnisse zu steigern.
sturz der bestehenden Staats⸗ und Gesellschaftsordnung anzubahnen.