1886 / 220 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 18 Sep 1886 18:00:01 GMT) scan diff

Dr.

Amtsrichter Glimm bei dem Landgericht in Halle a. S., der Gerichts⸗Assessor Lipmann bei dem Landgericht in Königs⸗ berg i. Pr., der Gerichts⸗Assessor Hecht bei dem Amtsgericht in Mayen, der bisherige Bürgermeister, frühere Gerichts⸗ Assessor Dr. phil. Peucker bei dem Amtsgericht in Straus⸗ berg, und der Gerichts⸗Assessor a. D. Karfunkel bei dem Landgericht in Magdeburg.

Witten ist als Notar der Wohnsitz in Hagen angewiesen.

Litt. B. zu 500 Fl. Nr. 213 253 264 266 278 452 = 9 Obligationen

6 Obligationen über 3000 Fl. Zusammen über 6000 Fl. = 10 285 71 ₰.

Dieselben werden den Besitzern mit der Aufforderung ge⸗ kündigt, den Kapitalbetrag vom 31. Dezember 1886 ab bei hierselbst, Taubenstraße Nr. 29, gegen Quittung und Rückgabe der Obligationen nebst den dazu gehörigen, nach dem 31. Dezember 1886 fällig

der Staatsschulden⸗Tilgungskasse

werdenden Zinsscheinen und zwar:

von dem Anlehen von 1844, 33 IV 8 4 bis 1- 8b Nr. 10 bis 2

von dem Anlehen von 1862, Reihe II. nebst Anweisungen zur Reihe III zu erheben.

ie Zahlung erfolgt von 9 Uhr Vormittags bis 1 Uhr Nachmittags, mit Ausschluß der Sonn⸗ und Festtage und der

letzten drei Geschäftstage jeden Monats. Die Einlösung geschieht auch bei der Hauptkasse der König⸗ lichen Eisenbahn⸗Direktion zu Frankfurt a. M., bei der König⸗ lichen Kreiskasse daselbst und bei den Königlichen Regierungs⸗ Hauptkassen. Zu diesem Zwecke können die Effekten einer dieser Kassen schon vom 1. Dezember d. J. ab eingereicht werden, welche sie der Staatsschulden⸗Tilgungskasse zur Prüfung vorzulegen hat und nach erfolgter Feststellung vom 31. Dezember 1886 ab die Auszahlung bewirkt. Der Geldbetrag der etwa fehlenden, unentgeltlich mit abzuliefernden Zinsscheine wird von dem zu zahlenden Kapital⸗ betrage zurückbehalten. Vom 1. Januar 1887 ab hört die Verzinsung dieser Obligationen auf. Formulare sn den Quittungen werden von den gedachten Kassen unentgeltlich verabfolgt. Berlin, den 15. September 1886. Hauptverwaltung der Staatsschulden Sydow.

Ministerium der geistlichen, Unterrichts⸗ und

Medizinal⸗Angelegenheiten.

1 Unterrichts⸗Anstalt des Königlichen Kunstgewerbe⸗Museums zu Berlin W., Königgrätzerstraße 120.

Unterrichtsplan für das Winter⸗Semester vom 4. Oktober 1886 bis 30. März 1887.

Tagesunterricht

(täglich Vorm. 8—12 und Nachm. 1—4 Uhr).

Entwerfen von Möbeln, Geräthen ꝛc. Modelliren. Ciseliren und andere Metalltechnik. Dekorative Malerei. Figürliche Dekoration. Entwerfen von Flachmustern. Kupferstich und Radirung. Kunststickerei. Naturstudien.

Abend⸗Unterricht (von 5 ½ bis 7 ½ bezw. von 7 ½ bis 9 ½ Uhr Abends).

Ornament⸗Zeichnen und Formenlehre. Geometrisches Zeichnen und Projektionslehre. Architektonisches Zeichnen. Gips⸗Zeichnen. Modelliren. Aktzeichnen. Anatomie. Stilgeschichte. Fachzeichnen, Entwerfen kunstgewerblicher Gegenstände. Schriftzeichnen.

Die Unterrichtskarten werden im Bureau der Unterrichts⸗ Anstalt ausgegeben an die bisherigen Schüler am 20., 21., 22. September, an neu eintretende am 23., 24., 25. Sep⸗ tember. Die übrigen bisher im Kunstgewerbe⸗Museum befind⸗ lichen Klassen sind nach der Königlichen Kunstschule (Kloster⸗ straße 75) verlegt, woselbst auch die Aufnahme in dieselben stattfindet. 8 v““

er

Direktor der Unterrichts E. Ewald.

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Justiz⸗Ministerium.

Versetzt sind: der Amtsrichter Landsberg in Kosel als Landrichter an das Landgericht in Brieg, und der Amtsrichter Maaß in Birnbaum an das Amtsgericht in Sprottau.

Dem Landgerichts⸗Rath Hoffmann in Danzig ist die F gelüchte Entlassung aus dem Justizdienst mit Pension er⸗

eilt.

Der Staatsanwalt Schütze in Danzig ist an die Staats⸗ anwaltschaft des Ober⸗Landesgerichts zu Marienwerder, und der Staatsanwalt Husfeld in Strasburg Westpr. an das Landgericht zu Danzig versetzt.

In der Liste der Rechtsanwälte sind gelöscht: der Rechts⸗ anwalt, Justiz⸗Rath Götz, bei dem Ober⸗Landesgericht und bei dem Landgericht in Naumburg, und der Rechtsanwalt ink bei dem Landgericht I in Berlin.

n die Liste der Rechtsanwälte sind eingetragen: der

Dem Rechtsanwalt und Notar, Justiz⸗Rath Gerstein in

Der Amtsgerichts⸗Rath Rübsam in Hanau ist gestorben.

Ministerium der öffentlichen Arbeiten.

Der Regierungs⸗ und Baurath Schattauer ist der

Staaten

achtet, da die Wirkungen des Handelsvertrages von 1883, um

in das Reitende Feldjäger⸗Corps versetzt. XIII. (Königlich Württembergisches) Armee⸗Corps.

tember.

leihung des Charakters als Pr. Lt., der Abschied bewilligt. Im Beurlaubtenstande. 9. September.

der Abschied bewilligt. Kaiserliche Marine.

Bef örderungen, 24

232.

Versetzungen

Ernennungen, tu 8 August. v. Kall, Kapitän zur See,

Schloß Babelsberg, Kapitän zur See, von der Stellung als Chef des Schulgeschwaders,

S. M. Panzerschiffes „Sachsen“, Frhr. v. Hollen, Kapitän zur See, von der Stellung als Inspecteur der Marine⸗Artillerie, v. Kyckbusch, Kapitän zur See, von der Stellung als Kommandant S. M. Kreuzerfregatte „Stein“, Schwarzlose, Korv. Kapitän, von der Stellung als Kommandant S M. Kreuzer⸗Korvette „Sophie“, mit Beendigung der diesjährigen Uebungen des Manövergeschwaders entbunden. v. Kall, Kapitän zur See, zum Chef des Schul⸗ geschwaders, mit der Bestimmung, daß derselbe für die Dauer dieser Befehlsführung den Kommodorestander im Großtopp zu heißen hat. Stenzel, Kapitän zur See, zum Inspecteur der Marine⸗Artillerie, Valois, Kapitän zur See, zum Inspecteur der 2. Marine⸗Insp., Frhr. v. Hollen, Kapitän zur See, zum Kommandanten S. M. Kreuzerfregatte „Stein“, v. Kyckbusch, Kapitän zur See, zum Kommandanten S. M. Panzerschiffes „Sachsen“, Cochius, Korv. Kapitän, zum Kommandanten S. M. Kreuzerkorvette „Sophie“, mit demselben Zeitpunkte ernannt. Junge, Korv Kapitän, zum Kom⸗ mandanten S. M. Kreuzerkorvette „Luise“, an Stelle des Korv. Kapitäns Grafen v. Haugwitz, Koch, Korv. Kapitän, zum Kom⸗ mandanten S. M. Kreuzers Srbicht⸗ an Stelle des Korv. Kapitäns v. Schuckmann I., Galster II., Kaäpitän⸗Lt., zum Kommandanten S. M. Kanonenboots „Hyäne“ an Stelle des Korv. Kapitäns Langemak, v. Halfern, Kapitän⸗Lt., zum Kommandanten S. M. Kanonenboots „Cyclop“, an Stelle des Kapitän⸗Lts. Stubenrauch, ernannt. Der Wechsel im Kommando der letztgenannten vier Schiffe und Fahrzeuge hat demnächst an den von dem Chef der Admiralität noch näher zu bestimmenden Terminen zu erfolgen. Hoffmann, Kapitän zur See, Ihn, Credner, Breusing, Siegel, Thiele II., Kapitän⸗Lts., zur Dienstleistung in der Admiralität kommandirt. Berlin, 7. September. Frhr. v. Reibnitz, Contre⸗Admiral, von der Stellung als Direktor des Bildungswesens der Marine ent⸗ bunden. Schering, Kapitän zur See, zum Direktor des Bildungs⸗ wesens der Marine ernannt.

Nichtamtliches. Deutsches Reich.

Breufzen. Berlin, 18. September. Se. Majestät der Kaiser begaben Sich, wie „W. T. B.“ meldet, heute Vormittag 10 Uhr zu den Manövern bei Mommenheim. Heute Nachmittag empfanzen Se. Majestät die Deputation des Metzer Gemeinderaths, welche auch zur Kaiserlichen Tafel geladen ist. Für heute Abend 8 ½ Uhr ist ein Festzug der Straßburger Vereine in Aussicht genommen.

In der heutigen (2.) Sitzung des Reichstages, welcher der Staatssekretär des Reichsamts des Innern, von Boetticher, der Staatssekretär des Auswärtigen Amts, Graf von Bismarck, der Finanz⸗Minister Dr. von Scholz sowie mehrere Be⸗ vollmächtigte zum Bundesrath nebst Kommissarien desselben bei⸗ wohnten, stand auf der Tagesordnung die erste und event. zweite Berathung des in Madrid am 28. August d. J. unterzeichneten Vertrages, die Verlängerung des deutsch⸗spanischen Handels⸗ und Schiffahrts⸗ vertrages betreffend.

Der Abg. Brömel erklärte, daß die freisinnige Partei keine Gegnerin des mit Spanien abgeschlossenen Handelsvertrages sei. Sie halte denselben vielmehr für das Muster eines Handels⸗ vertrages und wünsche aufrichtig, daß das gleiche Verfahren, das hier Spanien gegenüber in Anwendung gebracht sei, auch gegenüber den anderen Staaten beobachtet werde. Redner bedauerte, daß der Vorlage nicht eine amtliche Statistik über die Ausfuhr und Einfuhr beigegeben sei, und verbreitete sich sodann eingehend über die Ergebnisse der gegenwärtigen Handelspolitik, die nach seinem Dafürhalten sich für die deutsche Industrie nur nachtheilig erwiesen habe.

Der Staatssekretär von Boetticher erklärte: er habe nicht geglaubt, daß bei dieser Gelegenheit eine generelle Erörterung über die gegenwärtige Handelspolitik stattfinden würde. Der Vorredner vertrete die Ansicht, daß dieselbe falsch sei, und daß nur auf dem Wege der Rückkehr zu der früheren Handels⸗ politik das Heil zu suchen sei. Die Regierung dagegen halte fest an der Auffassung, daß sie sich auf dem richtigen Wege befinde. Entschieden verwahren müsse er dieselbe gegen die Annahme, als ob bei dem Abschlusse derartiger Verträge Schauspielerei getrieben würde. Die deutsche Regierung sei gewillt, die Verträge, die sie abgeschlossen, auch gewissenhaft auszuführen, und sie halte sich überzeugt, daß das gleiche Bestreben auch bei den anderen vertragschließenden vorhanden sei. Die Vorlegung einer Statistik über die Ein- und Ausfuhr habe man nicht für nöthig er—

Lt. von der Res. des Garde⸗Jäger⸗Bats., Hassenstein, Sec. Lt. von der Res. des Jäger⸗Bats. Nr. 10, als Sec. Lts. und Feldjäger

Abschiedsbewilligungen. Imaktiven Heere. 9. Sep⸗ Günther, Pr. Lt. im Inf. Regt. Nr. 121, mit Pension und mit der Armee⸗Uniform, v. Marchtaler, Sec. Lt. im Drag. Regt. Nr 25, mit Pension und mit der Armee⸗Uniform, unter Ver⸗

Matthias, Sec. Lt. von der Landw. Inf. des 2. Bats. Landw. Regts. Nr. 119, ꝛc. von der Stellung als Inspecteur der 2. Marine⸗Insp., Stenzel,

Deinhard, Kapitän zur See, von der Stellung als Kommandant

schaffen. Wolle man diesen nicht, so sei eine viel durz⸗ greifendere Modifizirung der Eisenbahntarif⸗Politik erforderlich um dem bedrängten Industriebezirk, einem „Juwel in der Krone Preußens“, aufzuhelfen.

Seitens des Abg. Dr. Hammacher wurde dem Abg. Stöcker erwidert, daß die Einführung eines Erzzolles, ganz abgesehen davon, daß im Falle der Genehmigung der Vorlag⸗ die Zollfreiheit der spanischen Erze auf fünf weitere Jahre garantirt werde, der niederrheinisch⸗westfälischen Montan⸗ Industrie, die diese Erze absolut nicht entbehren könme zum größten Nachtheil gereichen müßte; es sei eine eigenthüm⸗

dadurch abzuhelfen, daß man einen in einem andem Distrikt schaffe. Dem Abg. Brömel sei bezüglich des Wunsches daß auf dem Gebiet des Abschlusses von Tarifen mehr geschehen möge, zuzustimmen. Der Abg. Kayser erklärte, daß die sozialdemokratische Partei, welche 1883 gegen den Abschluß des deutsch⸗spanischen Handelsvertrags gestimmt habe, nunmehr für die Verlängerung stimmen werde, da die Befürchtungen, welche sie wegen der Ausführung der Spritklausel ursprünglich gehabt, sich als unbegründet erwiesen hätten. In Uebrigen müsse er darauf verweisen, daß zwischen den Ausführungen der Abgg. Stöcker und Hammacher und denen des Staatssekretärs von Boetticher ein schneidender Widerspruch bestehe; im Gegensatz zu den ersteren habe der letztere eine Schilderung von der Lage der deutschen Industrie gegeben, die mehr als rosenroth erschienen sei. Bei Schluß des Blattes erhielt der Abg. Grad das Worz⸗

Wenn die Mutter dem Vater oder der Vater der Mutter, welcher das alleinige Erziehungsrecht zugesprochen is durch List, Drohung oder Gewalt ein Kind entzieht, so ist die nach einem Urtheil des Reichsgerichts I. Strafsenats, von 21. Juni d. J., als ein Vergehen wider die persönliche Fre⸗ heit aus §. 235 Strafgesetzbuchs zu bestrafen. Als eine Ent⸗ ziehung durch List ist nicht zu erachten die Entfernung der Mutter mit ihren Kindern aus der Wohnung des Vaterz während seiner Abwesenheit. Ist auf die Klage des berech⸗ tigten Elterntheils der andere zur Herausgabe der Kinder ver urtheilt; und werden von dem Verurtheilten dem die Kinder abholenden Gerichtsvollzieher dieselben durch List vorent halten und so die Abholung vereitelt, so ist diese Handlung aus §. 235 des Str.⸗G. B. zu bestrafen. 1

. Das See⸗Bataillon wird mit dem 1. Oktober dieses Jahres in zwei Halb⸗Bataillone getheilt, von denen das erste in Kiel, das zweite in Wilhelmshaven in Garnison liegt. Der Commandeur des See⸗Bataillons führ neben dem Kommando des Bataillons das erste Halb⸗ Bataillon, der jedesmalige älteste Offizier des See⸗Bataillons in Wilhelmshaven übernimmt, neben seinen sonstigen Dienst geschäften, die Führung des zweiten Halb⸗Bataillons.

Der Konsens zur Verheirathung eines Offizier⸗ des See⸗Bataillons vom Hauptmann 2. Klasse abwärtz darf vom 1. April 1887 ab nur dann bei Sr. Majestät nach⸗ gesucht werden, wenn der betreffende Offizier aus seinem oder seiner Braut eigenem Vermögen ein sicheres Privat⸗Einkommen nachzuweisen im Stande ist, welches mindestens betragen muß bei einem Hauptmann 2. Klasse 1500 und bei einem Srh⸗ altern⸗Offizier 2500 jährlich.

Der Kaiserliche Gesandte am Königlich serbischen Hofe, Graf von Bray⸗Steinburg, hat einen ihm Allerhöchse bewilligten Urlaub angetreten. Während der Abrvesenheit desselben von Belgrad fungirt der Legations⸗Sekretär Dr. von Mutzenbecher als interimistischer Geschäftsträger.

Das „Marine⸗Ver.⸗Bl.“ veröffentlicht folgende Nach⸗ richten über Schiffsbewegungen (das Datum vor dem Orte bedeutet Ankunft daselbst, nach dem Orte Abgang von dort). S. M. Kreuzer „Adler“ 29./8. Soerabaja (Java) 1,9. (Poststation: Sydney [Australien].) S. M. Kreuzer kAl⸗ batroß“ 9./8. Sydney. Letzte Nachricht von dort vom 13,8. (Poststation: Sydney [Australien].) S. M. S. „Ariadne“ 15./8. Neufahrwasser. (Poststation: Neufahrwasser.) S. M. S. „Blücher“ 6./9. Kiel. (Poststation: Kiel.) S. M. Knbt. „Cyclop“ 1./6 Kamerun 12./7. (Poststation: Kamerun.) S. M. Vermessungsfhrzg. „Drache“ 10./7. Wilhelms⸗ haven 22./7. (Poststation: Pellworm.) S. M. Fhrzg. „Falke“ 23./8. Wilhelmshaven. (Poststation: Wilhelmshaven.) E. M. S. „Friedrich Carl“ 2./9. Portsmouth 5./9. 8./0. Wilhelmshaven. (Poststation: Wilhelmshaven.) S. M. S. „Gneisenau“ 6./9. Gibraltar 13./9. (Poststation: Plymouth.) S. M. Kreuzer „Habicht“. Letzte Nachricht aus Kamerun vom 21./7. (Poststation: Kamerun.) S. M. Knbt. „Hyäne“ 15./7. Aden 7./8. (Poststation: Zanzibar.) S. M. Av. „Loreley“ 25./8. Sulina 25./8. 26./8. Tultscha 28. 8.— 28./8. Galatz 4./9. 10./9. Buyukdéré. (Poststation: Buyukdéré. S. M. S. „Luise“ 10./9. Wilhelmshaven. (Poststation: Wilhelmshaven.) S. M. Kreuzer „Möwe“ 26./8. Bombay. (Poststation: Bombay). S. M. Pänzerfhrig. „Mücke“ 28./7. Wilhelmshaven. (Poststation: Wilhelmshaven.) S. M. Brigg „Musquito“ 29./8. Kiel. (Poststation: Kiel.) S. M. Dampfer „Nachtigal“ 6./9. Kamerun. (Poststation: Kamerun.) S. M. Kreuzer „Nautilus“ 23./7. Hong⸗ kong 21./8. (Poststation: Hongkong. S. M. S. „Niobe“ 3./9. Swinemünde 7./9. 7./9. Saßnitz 9./9. 11./9. Eckern⸗ förde 13/9. 13./9. Kiel. (Poststation: Kiel.) S. M. S. „Nixe’“ 2./9. Bahia 23./9. (Poststation: Port of Spain [Trinidad W. Ind.].) S. M. Av. „Pommerania“ 1,9.

Konventional⸗

liche staatsmännische Politik, dem Nothstand in einem Distrit

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; dere Ehrenauszeichnung für Dienstboten, 2 18‧— derselben Familie ununterbrochen 30 Jahre 5 durch treu gedient haben, gestiftet. Die Auszeichnung be⸗ fühe in einem silbernen Kreuze, auf der Vorderseite mit 88 Ziffer 30, umgeben von den Worten: „Für treue Dienste 18860, auf der Rückseite mit dem Herzoglichen Namens⸗ uge mit Krone, und kann an einem grünweißen Bande auf ber Brust getragen werden. Das Kreuz verbleibt nach dem Tode des Inhabers Eigenthum seiner Familie und Erben. Sollten diese beabsichtigen, das Kreuz zu veräußern, so haben sie dasselbe gegen Erstattung des Metallwerthes an das Herzog⸗ liche Haus⸗Ministerium abzugeben.

Elsaß⸗Lothringen. Straßburg, 17. September. W. T. B.) Das heutige zweite Feldmanöver begann e en 10 Uhr mit dem Vormarsch der Truppen des West⸗ Corps aus der Stellung bei Gottesheim gegen Hochfelden. Bei dem weiteren Vorgehen des West⸗Corps auf Schwindratz⸗ heim stieß dasselbe auf den 8 Widerstand des Ost⸗ Corps, welches den durch den Bachgraben gebildeten Terrain⸗ Abschnitt energisch vertheidigte. Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kro nprinz, welcher anfänglich auf dem Lehmberge nördlich Schwindratz Stellung genommen hatte, begab Sich in die unmittelbare Nähe des Infanteriegefechts, durch Heranziehen der beiderseitigen Reserven große Nach vergeblichen Vorstößen der Ost⸗ kavallerie auf beiden Flügeln ließ der Kronprinz kurz vor 1 Uhr das Gefecht einstellen und versammelte die Com⸗ mandeure zur Besprechung um Sich. Die Truppen bezogen die Bivouaks. Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz, sowie die anderen Fürstlichkeiten kehrten alsdann mit Extrazügen von Hochfelden nach Straßburg zurück. Der Kronprinz, welcher am Morgen in Hochfelden festlich begrüßt worden war, beabsichtigt, gegen Abend die Bivouaks zu besuchen. 8 1 8 beg 1 17. September. (W. T. B.) Eine Deputation von 8 Mitgliedern des Gemeinderaths ist für morgen Abend

Kaiserliche Hoflager in Straßburg entboten worden.

welches Dimensionen annahm.

8

Desterreich⸗Ungarn. Wien, 16. September. Wien. Abdp.) Für die nächste Session des mährischen Land⸗ tages wurden Seitens des Landesausschusses u. A. nach⸗ stehende zwei Vorlagen festgestellt: ein Gesetzentwurf, be⸗ treffend die Verbauung von Wildbächen im Gebiete der oberen Becva, dann ein Gesetzentwurf wegen Erhöhung des von den Feuer⸗Versicherungsanstalten an den Feuerwehrfonds zu eistenden Beitrages.

eisteace der 8 zester Lloyd“ meldet, haben gestern im ungarischen Handels Ministerium Berathungen in Angelegen⸗ heit der Erneuerung des Vertrages mit demöster⸗ reichisch⸗-ungarischen Lloyd begonnen. Es handelt sich hierbei, nachdem Seitens der ungarischen Regierung die prinzipielle Geneigtheit zur Aufrechterhaltung des Sub⸗ ventionsverhältnisses auf gemeinsamer Grundlage vor⸗ handen ist, um Formulirung jener Bedingungen und Ansprüche, die von Seiten Ungarns an den Llyd gestellt werden sollen. Sobald die Berathungen beendet und deren Beschlüsse vom ungarischen Ministerrathe acceptirt sind, werden sich die Vertreter der ungarischen Regie⸗ rung nach Wien begeben, um an den im gemeinsamen Ministerium des Aeußern bezüglich der Erneuerung des Lloyd⸗ Vertrages zu pflegenden Verhandlungen Theil zu nehmen.

Irland. London, 16. Sep⸗ Durchberathung der Positionen im Unterhause macht nur da die Parnelliten ihre wieder aufgenommen haben und großem Geschick durch⸗ führen. In gestriger Nachmittagssitzung erreichte die Ob⸗ struktion der Irländer ihren Höhepunkt. Die Position für das irische Kommunal⸗Verwaltungsamt veranlaßte eine Diskussion, die von den Irländern 31 ½ Stunden hindurch fortgesetzt wurde. Die nächstfolgende Position für das irische Bautenamt gab ihnen abermals Gelegenheit, ihr Obstruktions⸗ talent glänzen zu lassen. Vergeblich appellirte der Ober⸗Sekretär für Irland, Sir M. Hicks⸗Beach, an den Billigkeitssinn der Irländer; sie wurden nicht müde, ihren Klagen über die dieser

Großbritannien und tember. (Allg. Corr.) Die des Civilverwaltungsbudgets sehr langsame Fortschritte, alte Verschleppungstaktik und dieselbe mit Ausdauer

Tyrannei irischen Behörden Luft zu machen. Endlich ergriff der Schatz⸗ kanzler, Lord Randolph Churchill, das Wort, um die erregten Gemüther im irischen Lager zu beschwichtigen. Er erklärte mit Nachdruck, es wäre die feste Absicht der Regierung, dem Parlament sobald als möglich Vorschläge zu machen, um die Kontrole über alle Fragen der Lokalverwaltung und öffent— lichen Bauten mehr in die Hände des irischen Volkes zu legen, natürlich innerhalb der durch das Mandat des Landes bei der letzten Parlamentswahl vorgezeichneten Grenzen. Diese, eine Gesetzgebung im Sinne der Homerule verheißende ministerielle Erklärung schien indeß auf steinigen Boden gefallen zu sein. Molloy erklärte, er wäre lang genug Mitglied des Hauses gewesen, um zu wissen, wie wenig Werth dergleichen vagen Versprechungen der Regierung beizumessen sei. Die Ob⸗ struktion wurde sodann mit ungeschwächten Kräften fortgesetzt. Im konservativen und liberal⸗unionistischen Lager herrscht große Entrüstung über das Gebahren der Parnelliten, und in den Organen der betreffenden Parteien fehlt es nicht an

v111““ 8. 6

18. September. (W. T. B.) Bei der Berathung des Etats für das diplomatische Personal erklärte der Unter⸗Staatssekretär des Auswärtigen, Fergusson, im Unter⸗ hause, es wäre nicht zweckmäßig und auch nicht patriotisch, eine baldige Beendigung der egyptischen Expedition zu versprechen. Niemand erwarte, daß England Egypten verlassen solle, bevor die Reformen, die bereits gute Früchte trügen, vollständig durchgeführt seien und besonders bevor sich die Finanzen des Landes gehoben haben würden. Der Antrag Campbell's, den Etatsposten um 4000 Pfd. Sterl. zu reduziren, wobei eine Kürzung des Gehalts für Drummond Wolff ein⸗ begriffen war, wurde mit 158 gegen 54 Stimmen verworfen. Die weiteren Positionen des Ausgabebudgets wurden sodann erledigt.

Frankreich. Paris, 16. September. (Köln. Ztg.) Die Kammern werden zwischen dem 10. und 15. Oktober zusammenberufen werden. Marquis Tseng ist heute von Paris nach London abgereist. Im heutigen Kabinets⸗ rath wurden nur die laufenden Geschäfte abgewickelt. Die Mittheilungen, welche der Präsident de Freycinet über die äußern Angelegenheiten gab, werden geheim gehalten. Das Kabinet wird jedenfalls in seiner jetzigen Gestalt vor die Kammern treten. Der Kammerbudgetausschuß bewilligte heute die von Boulanger für die Verbesserung der Betten in den Kasernen verlangten 7 839 000 Fr., beschloß aber, die Summe auf drei Jahre zu vertheilen, sodaß die Kasernen jedes Jahr 180 000 neue Betten mit Sprungfeder⸗Matratzen erhalten. Der Handels⸗Minister Lockroy beschloß, um den Ar⸗ beitervereinigungen den Mitbewerb bei den Ausstellungs⸗ bauten zu ermöglichen, von gewissen Förmlichkeiten abzu⸗ sehen und die Bürgschaftssumme herabzusetzen. Fünf Arbeiter⸗ vereinigungen wurden bis jetzt zum Mitbewerb zugelassen.

17. September. (W. T. B.) Der Herzog Decazes ist in der vergangenen Nacht auf seinem Schlosse La Grave, in der Gironde, gestorben. Eine von der „Agence Havas“ verbreitete Depesche aus Libourne berichtigt die dem Kriegs⸗Minister Boulanger vom ,Soleil“ zuge⸗ schriebene Aeußerung mit dem Bemerken, daß der Minister nicht von Politik gesprochen, sondern den General Cornat lediglich zu seiner offensiven Strategie beglückwünscht habe.

Rumänien. Bukarest, 17. September. (W. T. B.) Heute Vormittag begab sich eine große Volksmenge, in welcher alle Bevölkerungsklassen vertreten waren, vor das Ministerium des Innern, um ihrem Abscheu über das gestern Abend gegen den Minister⸗Präsidenten Bratiano verübte Attentat Ausdruck zu geben. Bratiano erschien in Folge der sympathischen Kundgebungen der Menge auf dem Balkon und dankte derselben. Hierauf zog ein Volkshaufen vor die Bureaux der der Opposition angehörigen Journale, namentlich der „Epoca“, der „Indépendance roumaine“ und der „Romania“, zertrümmerte die Fenster und vergriff sich thätlich an dem Administrator der „Epoca“ und an einem Redacteur der „Ro⸗ mania“, so daß die Polizei einschreiten und die Ordnung wiederherstellen mußte. Es wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen.

Bulgarien. Sofia, 17. September. (W. T. B.) Bei der Entgegennahme der von der Sobranje beschlossenen Adresse an den Kaiser von Rußland, welche dem russischen General⸗Konsul Neklindoff gestern durch das Bureau der Sobranje überbracht wurde, erwiderte der Konsul, auf die an ihn gerichtete Ansprache etwa Folgendes: „Da Rußland auf die Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung in Bulgarien das Hauptgewicht lege, so würde es nicht einmal dem Gedanken an die Rückkehr des Fürsten Raum geben können, dessen Abreise in den Augen der Kaiserlichen Regierung eine der Garantien für die Wohlfahrt des Landes sei.“ Der Konsul fuhr dann fort: „Eine weitere Garantie liegt in Ihnen selbst, die Sie durch Ihre Weisheit und Mäßigung schwere Gefahren ab⸗ wenden können. Erinnern Sie sich daran, meine Herren, daß die Ordnung der gegenwärtigen Dinge in den Augen der Kaiserlichen Regierung noch nicht die legale Sanktion gefunden hat. Diese kann die bulgarische Regierung nur erreichen durch die Klugheit und Unparteilichkeit seiner gegenwärtigen Regenten, der Mitglieder der Sobranje und derjenigen der künftigen großen Nationalversammlung. Rußland steht zwischen den beiden Parteien im Lande, indem es keine der⸗ elben protegirt.“ ee1“ Abends. (W. T. B.) Der von der Sobranje gestern angenommene Gesetzentwurf, be⸗ reffend die Modifikation des gegenwärtigen Wahlgesetzes bestimmt, daß bei dem ersten Wahlgange künftig ½ der Stimmen der eingeschriebenen Wähler erforderlich ist, der zweite Wahlgang fällt ganz fort. Die Wahl findet durch ab⸗ solute Majorität statt. Dieser Wahlmodus soll bereits bei den nächsten Wahlen für die große Sobranje zur Anwendung kommen. In der heutigen Sitzung wurde von einer Gruppe Deputirter ein Antrag eingebracht, die Gehälter der Beamten um 15 Proz. herabzusetzen; der Antrag wurde jedoch nach leb⸗ hafter Debatte abgelehnt, im Verlaufe derselben hatten die Minister erklärt, daß die Annahme dieses Antrages eine Kabinetsfrage hervorrufen würde. Der Schluß der Session findet erst morgen statt, da noch der Gesetzentwurf zu berathen ist, durch welchen der Kriegs⸗Minister ermächtigt wird,

die Zusammensetzung des Kriegsrathes zu modifiziren, welcher disher in Abwesenheit der höheren Offiziere nicht zusammen⸗ treten durfte. Künftig soll dem Kriegs⸗Mini ter freistehen, Offiziere ohne Unterschied des Ranges in den Kriegsrath zu

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Rußland und Polen. St. Petersburg, 18. tember. (W. T. B.) Das „Journal de St. Péters⸗ bourg“ schreibt, es würde schwer sein, den Text der von der Sobranje in Sofia an den Kaiser gerichteten Adresse mit der Antwort, welche dieselbe Versammlung auf die Botschaft der Regentschaft ertheilt hat, in Einklang zu bringen. Das Journal glaubt, sich über den Mangel an Zusammenhang, der zwischen der Versammlung in Sofia und ihren Führern besteht, sein Urtheil vorbehalten zu sollen. Wenn die Mission des Generals Kaulbars noch irgendwelcher Rechtfertigung be⸗ durft hätte, so würde diese sicherlich durch die Verwirrung ge⸗ geben sein, welche jene beiden Aktenstücke bekunden. „Hoffen wir, daß es dem General Kaulbars gelingen wird, durch seine Rathschläge dazu beizutragen, daß Bulgarien aus der gegen wärtigen Krisis herauskomme.“ 8

18. September. (W. T. B.) Der hiesige türkische Bot⸗ schafter Schakir Pascha ist nach Konstantinopel berufen worden, wohin derselbe gestern über Odessa abgereist ist. Moskau, 17. September. (W. T. B.) Die „Mos⸗ kauer Zeitung“ schreibt unter Bezugnahme auf den Erlaß des Kaisers vom 11. d., durch welchen dem Kriegs⸗ Minister in Anerkennung seiner Verdienste um die Hebung der russischen Wehrkraft die Abzeichen des Alexander⸗Newski⸗ Ordens in Brillanten verliehen worden sind: Der Krieg von 1877 habe Rußland inmitten der durch die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht hervorgerufenen Reorganisationen an⸗ getroffen, die russische Armee habe sich aber gleichwohl gut ge⸗ schlagen. Jetzt hätten die Reformen der letzten 6 Jahre das Ihrige gethan, ein Plewna sei jetzt unmöglich geworden. Welche Wendung die Ereignisse auch nehmen möchten, die russische Armee könne denselben im Bewußtsein ihrer Kraft ruhig ent⸗ gegensehen; sie könne ein mächtiger Verbündeter und könne ein schrecklicher Feind sein. Eine solche Armee sei ein sicheres Unterpfand des Friedens, und zwar eines Fehrenhaften, die vitalen Interessen des Landes schützenden Friedens. Diese Thatsache könne und müsse die Diplomatie im Auge haben. Auf der Balkanhalbinsel könne nicht nur gemacht werden, was Rußland wolle wie jüngst ein Wiener Blatt bemerkt habe, dem man Beziehungen zur Regierung zuschreibe —, sondern dort werde gemacht werden, was Rußland für nothwendig halte und wovon es irgendwem zu Gefallen nicht abstehen könne. Die Zeit der Konzessionen sei vorbei; die Manöver bei Brest⸗Litowsk seien ein Examen für die Armee gewesen, das die gewünschten Resultate ergeben habe. Jetzt komme die Reihe an die Diplomatie.

Zeitungsstimmen.

Die „Magdeburgische Zeitung“ schreibt:

Unter den Wirren des Tages bildet die Kaiserfahrt im Elsaß einen lichten Blick. Mag Deutschland, seitdem es sich zu einem mächtigen Staatswesen ausgebildet, jetzt von den anderen Nationen in weniger wohlwollender Weise beurtheilt werden, so lehrt die auf⸗ richtige Begeisterung, wie sie sich jetzt in den Reichslanden zeigt, auf der anderen Seite, daß das neu erwachte deutsch⸗nationale Empfinden der überzeugenden und fesselnden Gewalt nicht ent⸗ behrt. Es sind nunmehr fünfzehn Jahre vergangen, seitdem Elsaß und Lothringen nach langer Zugehörigkeit zu Frankreich wieder den deutschen Grenzen einverleibt wurden, und wenn wir diese andert⸗ halb Jahrzehnte in all' ihren Entwickelungsphasen überblicken, so können wir mit dem heutigen Resultat wohl zufrieden sein. Wir haben nicht zu den Optimisten gehört und die Schwierigkeit der ge⸗ stellten Aufgabe niemals verkannt, dennoch konnten wir die Befürch⸗ tung, daß sich eine gesunde Verschmelzung in absehbarer Zeit nicht vollziehen würde, nicht theilen. Seit dem Kriege von 1870 hat sich. wie in Europa, so auch in Elsaß⸗Lothringen Manches geändert. Daß die dortige Bevölkerung sogleich mit fliegenden Fahnen in das deutsche Lager ziehen würde, hat wohl Niemand erwartet; und wenn sie zäher und fester, als man voraussetzte, an Frankreich festhielt, so hat sie damit nur einen trefflichen Zug ihres deutschen Charakters, den der Anhänglichkeit, bethätigt. Dem mächtigen Einfluß der ge⸗ schichtlichen Ereignisse und der ruhigen gleichmäßigen Einwirkung stetiger Verhältnisse vermag sich aber eine Bevölkerung auf längere Zeit nicht zu entziehen, und sie waren es, welche allmählich den Um⸗ schwung in Elsaß⸗Lothringen hervorgerufen haben.

Der „Hamburgische Correspondent“ schreibt über den Kaiser im Reichslande: 3

Die Anwesenheit des Kaisers in den wiedergewonnenen deutschen Landen am Oberrhein hat sich zu einem über Erwarten günstigen Ereigniß gestaltet. Denn wenn sich auch nicht in Abrede stellen ließ, daß mit der Uebernahme der Verwaltung der Reichslande durch den Fürsten Hohenlohe ein unverkennbarer Umschwung zum Besseren ein⸗ getreten war, so ließ sich doch kaum voraussehen, daß der Empfang des ehrwürdigen Deutschen Kaisers ein so glänzender und herzlicher sein würde, wie er dies thatsächlich gewesen ist. Mag es auch immerhin in Straßburg noch eine ganze Anzahl von Franzosenfreunden geben, so haben dieselben doch nicht allein jede störende Haltung vermieden, sondern sie sind zum großen Theile in die Festfreude unwillkürlich mit hineingerissen worden. Die Korrespondenten der wenigen französischen Blätter, welche noch den Muth gehabt haben, sich berichten zu lassen, befinden sich deshalb in großer Verlegenheit, die festlichen Tage so darzustellen, wie sie der Franzose beschrieben zu sehen wünscht, wenn sie nicht geradezu der Wahrheit ins Gesicht schlagen wollen... .

In der That ist es ein hocherfreuliches Zeichen für die Ver⸗ söhnung der Gemüther mit den jetzigen Zuständen, daß eine selbst⸗ ständige Gemeindeverwaltung wieder in der ersten Stadt der Reichs⸗ lande funktioniren kann, wenn auch das französische Gesetz dieselbe mit geringeren Vollmachten ausgestattet hat, als sie namentlich in Preußen üblich sind. Auf diesem glücklichen Griffe des Statthalters baut sich nun wieder in „wesentlichem Maße der ausgezeichnete Empfang des Kaisers in der Landeshauptstapt auf, der seinerseits wieder um so weniger verfehlen wird, auf die Gesinnung des Landvolks eine wohlthätige Wirkung zu üben, als dieses bekannt⸗ lich ohnehin den französischen Einflüssen sehr viel unzugänglicher ge⸗

der größeren Städte... . des gesammten Vaterlandes in Liebe und jeder gute Deutsche ist

berufen. 1 6 Die Sobranje hat den Gesetzentw urf, betreffend den Ankauf der Immobilien des Fürsten Alexander, genehmigt. Dieselbe lwird voraussichtlich heute ihre Arbeiten beendigen. M“ 8 Tas Dekret, betreffend die Berufung der Urwähler zur Wahl der Deputirten für die große Sobranje,

Swinemünde 3./9. 3./9. Stralsund 6./9. 6./9. Warne⸗ münde 8./9. 9./9. Wismar 10.79. 10./9. Travemünde 11./9. 11./9. Neustadt in Holstein 14./9. (Poststation: Kiel.) S. M. Transportfahrzeug „Rhein“ 9./8. Kiel. (Pos⸗ station: Kiel.) S. M. Knbt. „Wolf“ 25./8. Amoy. 8/ öö Hongkong.) S. M. Torpedoboot „Vorwärts

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iel 18./8. 19/8. Swinemünde. (Poststation: Kiel.) S. N.

blieben ist, als die Bevölkerung Wie immer sind die Augen g ind Verehrung auf den Kaiser gerichtet, eder gute 19 den lebhaftesten Wünschen dafür erfüllt, daß der Kaiser, nachdem er sich auch in Straßburg wieder in besonderem Maße um die Wohl⸗ fahrt und die Größe Deutschlands verdient gemacht hat, in bestem Wohlbefinden nach der Reichshauptstadt zurückkehren möge.

1““] Stimmen, welche energisch fordern, dem Unwesen im Unter⸗ hause durch scharfe Maßnahmen zu steuern.

17. September. (W. T. B.) Im Unte rh ause er⸗ klärte der Schatzkanzler Lord Ch urchill in Beantwortung einer Anfrage, Drummond Wolff sei mit Mukhtar Pascha beschäftigt, eine allgemeine Reorganisation der egyp⸗ tischen Verwaltung auszuführen, wie sie in der Konven⸗

dessen Verlängerung es sich hier handle, durchaus günstige gewesen seien. Die zollfreie Einfuhr von ausländischen Eisenerzen zu 8 beseitigen, se nicht angängig, vhäöeh dieselbe 8 Eisen⸗ v1“ Industrie des Siegerlandes geschädigt sei, so sei die Regierun „„ Angekommen: Se. Excellenz der General⸗Direktor der demüht gewesen, auf dem Wege der Tarifpolitik den Wünschen direkten Steuern, Wirkliche Geheime F8 Burghart; jener Industriellen gerecht zu werden. Der deutsche Export der Ober⸗Berghauptmann Dr. Huyssen, aus Westfalen. befinde sich in erfreulichem Aufschwunge; die Klagen über die

in einer

Im aktiven Heere.

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v. Fritsch, Pr. Lt. à la suite des Husaren⸗Regts. Nr. 14, unter Aggregirung bei diesem Regt., mit ultimo mando als persönlicher Adjutant bei des Erbgroßherzogs von Sachsen Königlichen Hoheit entbunden. vom Ulanen⸗Regt. Nr. 5, unter Stellung à la suite dieses Regts., vom 1. Oktober cr. ab als persönlicher Adjutant bei des Erbgroß⸗ herzogs von Sachsen Königlichen Hoheit kommandirt. Sec. Lt. von der Res. des Jäger⸗Bats. Nr. 1, v. Rosenstiel, Sec.

Personalveränderungen.

8 Königlich Preußische Armee.

7 2 E1“ Ernennungen, Beförderungen und Versetzungen. Baden⸗Baden, 9. September. Frhr. d. Mts. von seinem Kom⸗

v. Krosigk, Rittm. und Escadr. Chef

Walckhoff,

Rückgang erkläre sich daraus, daß zu viel produzirt worden sei.

Fichen Klagen der Bergbau⸗Industrie im Gebiet der Sieg, ahn drückende Konkurrenz der zollfrei eingetretenen Nothstand zum Vortrag zu bringen.

ie wie sie der preußische Eisenbahn⸗Minister angeordnet habe, sei nicht im Stande, die Ungunst der Verhältnisse auszu⸗

schlechten Folgen der deutschen Handelspolitik seien daher nicht begründet. Trotz der mißlichen Verhältnisse sei die Ausfuhr der deutschen Industrie jetzt noch weit günstiger als in dem günstigsten Jahre unter der Herrschaft der früheren Handelspolitik. Der

Der Abg. Stöcker nahm hierauf Gelegenheit, die zahl⸗

und Dill hauptsächlich durch

eingehenden

die er⸗ spanischen

über den

Ermäßigung der Eisenbahntarife,

gleichen, wirksame Abhülfe würde nur durch einen Erzzoll ge⸗

Torpedoboot „S. 23“ 8./7. Kiel. (Poststation: Helgoland.) S. M. Manöbvergeschwader: c. Diviston⸗ vrls Division. S. M. Torpedoflottille 1.,9. Kiel 5./9. 7,/9. Frederiks havn 7./9. 9./9. Wilhelmshaven 12./9. (Poststation: Danzig S. M. Kreuzergeschwader: S. M. Schiffe „Bismarch (Flaggschiff), „Carola“, „Olga“ 1,9. Shanghai 7.79. (Pos⸗ station: Hongkong.) 6 Dampfer ‚Salier“ mit dem Ablösungskommando für S. M. Kreuzer „Albatroß“ 3./9. Sydney. (Poststation: Aden.) Dampfer „Roma“ mit der abgelösten Besatzung für S. M. S. „Bismarck“ und S. M. Kreuzer „Nautilus“ 13%⁸ Port Said 13./9. (Poststation: Wilhelmshaven.)

Sachsen⸗Altenburg. Altenburg, 16. September

(Lpz. Ztg.) Der Herzog hat heute, an seinem Geburtstage,

tion vom Jahre 1885 in Aussicht genommen sei; die englische⸗

Regierung erwäge zur Zeit mehrere wichtige Vorschläge Wolff's, welche künftige Arrangements beträfen. Der Gehalt Drum⸗ mond Wolff's in Höhe von 5000 Pfd. Sterl. werde von England bezahlt; eine Abberufung desselben von Kairo sei nicht G sichtigt, bevor er nicht die ihm gestellte Aufgabe gelöst ha Wolff'’s Verbleiben in Kairo sei sowohl im Interesse England 8, wie in demjenigen Egyptens äußerst wünschenswerth; seine Befähigung habe viel dazu beigetragen, diese Interessen mit einander in Einklang zu bringen und zu fördern. EET“ Staatssekretär Fergusson antwortete auf einer Anfrage, 8. Gerücht, daß England eine Kohlenstation auf der 8 nse Thasos errichtet habe und die Besetzung einiger Inse n in der Nähe der Dardanellen beabsichtige, sei eine leere Erfindung

durch welche der neue Fürst zu wählen ist, dürfte morgen erscheinen. Die Wahlen sollen in etwa 14 Tagen stattfinden; einige Tage nach denselben wird die Versammlung, wahr⸗ scheinlich in Tirnova, zusammentreten. 1 8 Die Offiziere derjenigen Artillerie⸗ und In⸗ fanterie⸗Regimenter, welche an dem Staatsstreich theilgenommen haben, sollen übermorgen von Radomir, wo sie seit ihrer Unterwerfung internirt waren, hierher gebracht werden. Die weitere Untersuchung soll hier stattfinden. Das aufständische 1“ wurde durch neue Offi⸗ ziere nach Sofia zurückgeführt. 1 Aus Philipdopel wird gemeldet, daß dort Vor⸗ bereitungen zur Feier des morgen stattfindenden Jahres⸗

tages der Revolution von Philippopel getroffen werden.

Die „National⸗Zeitung“ hatte kürzlich in ein Polemik gegen die Deutsch⸗Freisinnigen geäußert, die jetzt im Reichstage vorhandene Majorität d. h. vorhandene, wenn man die übrigen als direkt reichsfeindlich zu bezeichnenden sozialdemokratischen, polnischen, welfischen ꝛc. Elemente ein⸗ begreife sei für die Wohlfahrt des Reiches nicht ersprießlich und müßte das Streben dahin gerichtet sein, dieselbe bei späteren Wahlen durch eine gemäßigt liberal⸗konservative Mehr⸗

it zu ersetzen. 28 Mit Hürkficht darauf, daß jetzt in Berlin eine Neuwahl für den verstorbenen Abgeordneten L. Löwe bevorsteht, bemerkt nun die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung“:

. Dann aber ist dem nationalen Liberalismus in Berlin eine

Gelegenheit geboten und zwar eine solche, die Aussicht auf Erfolg 8