1886 / 220 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 18 Sep 1886 18:00:01 GMT) scan diff

in sich trägt zu zeigen, daß er dem Deutschfreisinn in allen Wahl⸗ kreisen entgegenzutreten entschlossen ist. Es kann nicht schwer fallen, einen Kandidaten zu finden, für den Konservative und Gemäßigt⸗ Liberale gemeinsam stimmen können; Sache des gemäßigten Libera⸗ lismus, der bisher dem Deutschfreisinn in Berlin nur platonisch entgegengetreten ist, dürfte es sein, zu erkennen zu geben, daß er bereit sei, das nun ernsthaft und mit der That zu thun.

Ueber das Verhalten des Abg. Hasenclever in der Reichstagssitzung vom 16. d. M. äußert die hiesige „Volks⸗ zeitung“:

Formell berechtigt, wie dieser Widerspruch war, kann er sachlich doch nur als eine falsche, geradezu unverständliche Taktik bezeichnet werden. Die Ausführungen des Abg. Hasenclever, daß seine Partei⸗ genossen dem Präsidenten von Wedell⸗Piesdorf trotz der bisher anerkennenswerthen parlamentarischen Präsidialführung des⸗ selben doch mißtrauten, weil er als Magdeburger Regierungs⸗

Präsident einen Arbeiter auf Grund einer veralteten Strafordnung aus Aschersleben ausgewiesen hat, ermangelt sowohl der logischen Be⸗ gsründung wie des politischen Zwecks. Der logischen Begründung, denn es handelte sich nicht um die Amts⸗, sondern um die Präsidial⸗ führung des Hrn. von Wedell; des politischen Zwecks, denn eine Obstruktionspolitik, welche den Angegriffenen kaum trifft, wohl aber einige hundert unbetheiligte Leute erbittert und im Uebrigen gar keine Wirkung hat, als einige Zeitvertrödelung, gehört in die Kinderstube, aber nicht in ein Parlament. Gerade eine bedrängte und verfolgte Partei hat doppelten Anlaß, ihre Würde sorgfältig zu wahren, und deshalb hätte sowohl Hr. Haseneclever seinen Widerspruch gegen die Zurufswahl des Vorstandes, als auch Hr. Bebel seinen Widerspruch gegen die morgige Berathung des spanischen Handels⸗ vertrages unterlassen sollen. Daß die Begründung, welche der Erstere seinem Proteste gab, zum Ueberfluß auch noch formell allem parla⸗ nentarischen Brauche widersprach, wurde mit Recht von „deutsch⸗ freisinniger“ Seite hervorgehoben.

Der (Leipziger) „Monatsschrift für Textil⸗

Industrie“ wird aus Aachen über die Lage der dortigen Fabrikation geschrieben:

Zur heutigen Geschäftslage am hiesigen Platze theile ich Ihnen mit, daß sich das Geschäft seit 14 Tagen sehr belebt hat. Die Ordres auf Sommerwaare sind so vielfach eingetroffen, daß mehrere bedeutende Firmen, welche sehr gut montirt sind, ihren Kunden per Circulair mitgetheilt haben, daß sie bis Februar⸗März 1887 keine Ordres mehr aufnehmen können. Auch hat das Exportgeschäft einen unge⸗ ahnten Aufschwung genommen. Mehrere hiesige Firmen, welche seit einem Jahre †¼ ihrer Webstühle stille gestellt hatten oder zum Theil für andere Fabriken, welche nicht genügend mit mechanischer Weberei ver⸗ sehen waren, in Lohn arbeiteten, haben nun ihre Maschinenwebstühle selbst nöthig, und haben außerdem die Arbeitszeit täglich um einige Stunden verlängert. Hauptsächlich sind es wollfarbige Kammgarn⸗ artikel in bunten Farbenstellungen, sowie auch solche theilweise mit Seide gezwirnt Kammgarnspinnereien sammeln jetzt Ordres pro I. Quartal 1887 und sind mehrere schon für Januar, Februar ꝛc. besetzt. Im Allge⸗ meinen glaubt man, daß die Preise sich bis Ende des Jahres halten werden. In Streichgarnen ist auch viel Nachfrage, und wird der Aufschlag für feinere Nummern bewilligt, wohingegen für gemischte schwerere Garne der Preis nicht gestiegen ist jedoch ist die Nachfrage auch hierin genügend. -

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Statistische Nachrichten.

Die Stadt Brüssel beabsichtigt, neue zweckmäßige Maß⸗ regeln und polizeiliche Bestimmungen gegen die Verbreitung und Ausübung der Prostitution und hat zu dem Zwecke bei 68 bedeutenden in⸗ und ausländischen Städten Umfrage nach den be⸗ treffenden Einrichtungen gehalten. Die Resultate dieser Untersuchung, sowie die amtlichen Berichte des Bürgermeisters Buls und des Be⸗ richterstatters, Stadtrath Dr. Yseux, sind in einer hochinteressanten Broschüre amtlich zusammengestellt und kürzlich veröffentlicht worden. Wir heben aus dem reichen Inhalte dieser Schrift nachstehende, auf einer 20 jährigen sorgfältigen Stastitik beruhende Zusammenstellung über die Ursache bezw. Veranlassung zur Prostitution hervor, welche das Werk einleitet. Von 3505 weiblichen, der Pro⸗ stitution ergebenen Personen, welche im Verlaufe der Jahre 1865 84 bei Einschreibung in die Sittenregister befragt wurden, aus welchem Grunde sie sich diesem elenden Erwerbe gewidmet, gaben an

überhaupt % Noth

die Leidenschaft der Männer 1118 31,9 ““ 420 12,0 Abscheu vor der Arbeit. 316 9,0 Verlassen vom Liebhaber .. 101 2,9 Mißhelligkeiten mit den Eltern 0,3 Verlassen vom Ehemann ““ 0,2 Mißhelligkeiten mit dem Vormund. 0,1 Widerwärtigkeiten in der Familie

Zwang Seitens des Gatten

Angehalten von den Eltern

Nach den

0,1

5 zusammen 3505 100,0

8— Schätzungen des General Register Office in Dublin beträgt die Bevölkerung Irlands gegenwärtig etwas über 5 160 000 Köpfe; davon sind 4 010 000 Katholiken und 1 150 000 Protestanten. Die „grüne Insel“ hat rund 20 000 000 Acres (1 Acre = 40,5 a) Land, wovon die Hälfte 750 Grundbesitzern gehört. Drei von ihnen besitzen je 100 000, 14 je 50 000 und 90 je 20 000 Acres. 4 000 000 Aecres, also ein Fünftel des ganzen Flächeninhaltes, ent⸗ fallen auf 110 Landeigenthümer. Unterscheidet man die 10 431 Land⸗ besitzer, welche über 100 Aeres (= 40,5 ha) ihr eigen nennen, nach der Art ihrer Wohnung, so wohnen 4842 oder 46,4 % außerhalb des Landes und nur 5589 oder 53,6 % auf der Insel selbst.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Handbuch des Rechtshülfeverfahrens schen Reich und gegenüber dem Auslande in bürger⸗ lichen Rechtsstreitigkeiten und in Konkurssachen, von Ferd. Böhm, Ober⸗Landesgerichts⸗Rath. (Erlangen, Palm u. Enke Carl Enke, 4,40 ℳ) Die Neugestaltung des Rechtshülsewesens für die ordentliche streitige Gerichtsbarkeit durch das deutsche Gerichts⸗ verfassungsgesetz bezw. die Prozeßordnungen in Verbindung mit der andauernden Steigerung des Rechtsverkehrs mit dem Auslande wie der stetigen Weiterentwickelung der Vertragsbeziehungen des Deut⸗ schen Reichs zu den anderen Staaten auf dem Gebiet der Rechtspflege hat den durch das „Handbuch der internationalen Nachlaßbehandlung (Augsburg bei Gehr. Reichel 1881, 1885) bereits vortheilhaft bekannten Verfasser veranlaßt, die für das Rechtshülfeverfahren geltenden Be⸗ stimmungen zu einer dem praktischen Gebrauch entsprechenden Ge⸗ sammtdarstellung in dem vorliegenden Handbuch zu vereinigen. Der Verfasser hat sich nicht auf die Rechtshülfe im eigentlichen Sinne beschränken können, sondern in feiner Darstellung auch alle diejenigen Rechtsvorschriften berücksichtigen müssen, welche für die prozeßrechtliche Stellung der Ausländer und den Rechtsverkehr mit dem Auslande überhaupt Geltung haben, besonders die Bestimmungen über örtliche Gerichtszuständigkeit, Prozeßfähigkeit, Vertretung und Beistand vor Gericht, Sicherheitsleistung, Armenrecht, Konfulargerichtsbarkeit u. A.

das allzugroße Anwachsen des Werks zu verhindern,

die Darstellung im Wesentlichen auf die bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten (und die ihnen gleichstehenden Strafsachen) und Konkurssachen beschränkt, das Strafverfahren einem zweiten Theil vorbehalten worden. Der vorliegende Band enthält nach der orientirenden Einleitung 3 Abtheilungen: I. Allgemeine Grundsätze, II. Oertliche Gerichtszuständigkeit, Prozeßfähigkeit der Ausländer u. s. w., Beweisverfahren, Zwangsvollstrecung, Verfahren in Konkurssachen

im Deut⸗

Konsulargerichtsbarkeit. In einem Anhange sind sehr schätzbare interessante Notizen über die Gerichtsverfassung und den Wirkungskreis der Gerichte in den einzelnen ausländischen Staaten beigefügt. Das sehr reichhaltige, aus zahlreichen, zum Theil schwer zugänglichen Quellen sorgsam zusammengetragene, durch ein ausführliches Sach⸗ register nachgewiesene Material ist klar gesichtet und verständlich ver⸗ arbeitet, so daß das Handbuch allen Richtern, Anwälten, Gesandten und Konsuln in der Praxis die besten Dienste leisten wird.

Von der so rasch beliebt gewordenen Publikation „Die Kunst für Alle“, deren letzte Hefte durch ihre von Friedrich Pecht verfaßten Besprechungen der Berliner Jubiläums⸗Kunstausstellung besonderes Interesse erregen, liegt uns die 24. Lieferung vor. Dieselbe enthält auf drei Vollbildern Reproduktionen von dem Karl Gehrts'schen Aquarell „Petruccio's Hochzeit“, ferner von dem W. Firle'schen Ge⸗ mälde „Morgenandacht in einem holländischen Waisenhause“ und dem Chr. Kröner'schen Thierstück „Besiegt.“ Außerdem finden sich zahl⸗ reiche Text⸗Illustrationen nach Bildern von Beer, Friese, Mützel, Brendel, Henseler u. a. m. vor. Das Sommerfest des Dresdener Künstlervereins „Mappe“ wird in Wort und Bild geschildert. Die üblichen Notizen schließen sich an. Mehrfachen Wünschen entsprechend, hat die Ver⸗ lagshandlung (Verlagsanstalt für Kunst und Wissenschaft in München, vorm. Fr. Bruckmann) für den mit vorliegender Nummer beendeten I. Jahrgang der „Kunst für Alle“ eine elegante Einbanddecke nach dem Entwurf von Rudolf Seitz in Gold⸗ und Schwarzdruck herstellen lassen. Eine jede Buchhandlung liefert diese sehr geschmackvolle Ein⸗ banddecke in mattbrauner Färbung nebst 4 Blatt des eigens dafür angefertigten Vorsatzpapiers für 2

Gewerbe und Handel. 8

Nürnberg, 16. September. (Hopfenmarktbericht von Leepold Held.) Bei einer Zufuhr von 2100 Ballen Markthopfen und 1000 Ballen Bahnabladungen verkehrte der Markt heute in ruhiger Haltung. ¾ der Markthopfen und ungefähr die Hälfte der anderen Sorten wurden verkauft. Kundschaft und Export theilten sich gleichheitlich in den Umsatz. Schöne Hopfen sind sehr gesucht. Der Preisstand ist im Ganzen gegen Dienstag unverändert. Gebirgs⸗ hopfen 70 75 ℳ; Markthopfen 32 50 ℳ; Aischgründer 45 60 ℳ; Hallertauer prima 85 90 ℳ, mittel 55 60 ℳ, gering 40 45 ℳ; Württemberger prima 85 90 ℳ, mittel 50 60 ℳ; Badische prima 80 85 ℳ, mittel 55 60

London, 16. September. (Allgem. Corr.) Das britische Handelsamt hat eine Fachzeitschrift unter dem Titel „Board of Trade Journal of Tariff and Trade Notices and Miscellaneous Commercial Information“ begründet, welche dem Publikum in passender Form Aufschlüsse über alle Tariffragen geben soll. Auch die Verichte der britischen Konsuln und anderer Beamten über Handelsangelegenheiten sollen in der Zeitschrift Aufnahme finden.

London, 17. September. (W. T. B.) Wollauktion. Stimmung sehr fest. Die Auktion wird am 2. Oktober c. ge⸗ schlossen.

New⸗York, 17,. September. (W. T. B.) Baumwollen⸗ Wochenbericht. Zufuhren in allen Unionshäfen 72 000 B., Ausfuhr nach Großbritannien 21 000 B., Ausfuhr nach dem Kon⸗ tinent 3000 B., Vorrath 209 000 B.

Submissionen im Auslande.

Rumänien. 30. September (n. St). General⸗Direktion der Rumänischen Eisenbahnen. Bukarest. Ausführung der Erdarbeiten sowie die begriffenen Bahnstrecke Dolhasca Falticeny. Kaution 5 %. Näheres an Ort und Stelle. Sanitätswesen und Quarantänewesen. . Oesterreich⸗Ungarn. Die Königlich ungarische Seebehörde zu Fiume hat mit Verfügung vom 10. September 1886 für Provenienzen aus Spalato eine siebentägige Quarantäne angeordnet.

Anlegung der im Bau

Berlin, 18. September 1885. 59. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte ist heute in dem aufs Reichste geschmückten Cirkus Renz feierlich eröffnet worden, nachdem bereits gestern Abend im Winter⸗ garten des Centralhotels eine Begrüßung der Gäste durch Professor Dr. Virchow stattgefunden hatte Zur Cröffnungssitzung selbst hatte sich ein zahlreiches, hochansehnliches Publikum eingefunden. In Ver⸗ tretung der Regierung waren die Herren Unter⸗Staatssekretär Dr. Lucanus, Ministerial⸗Direktor Greiff und die Geheimen Regierungs⸗ Räthe Althoff und Wehrenpfennig erschienen. Die Universität hatte den Rektor Professor D. Kleinert, die Stadt Berlin den Ober⸗Bürgermeister von Forckenbeck u. A. entsandt Kurz nach 11 Uhr eröffnete der Geheime Medizinal⸗Rath Professor Dr. Virchow als erster Geschäftsführer den Kongreß, indem er die Bedeutung der Naturwissenschaften und die Nothwendigkeit, durch ver⸗ einigtes Wissen höhere Erkenntniß zu erreichen, begründete. Sodann gab derselbe einen Rückblick der Geschichte der Naturforscherversammlungen, deren erste vor 64 Jahren mit 13 Theilnehmern in Leipzig stattgefunden, während der jetzige 59. Kongreß 1752 Mitglieder und 1483 Theil⸗ nehmer zählt und sich in 30 Sekrionen theilt. Die 1 /stündige Rede schloß mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf Se. Majestät den Kaiser. Professor Dr. Virchow theilte sodann mit, daß Se. Majestät den Geschäftsführern habe Sein Bedauern ausdrücken lassen, durch Seine Thätigkeit im Reichslande behindert zu sein, an dem Kongreß theilzunehmen. Von

Die

nen. Ihrer Majestät der Kaiserin war folgendes Handschreiben eingegangen:

„Die Eingabe der Geschäftsführer der 59. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte und das derselben beigefügte Programm habe Ich mit aufrichtigem Danke entgegengenommen. Da Ich leider nicht in der Lage bin, der Einladung zu einer der Sitzungen zu folgen, so kann Ich Mein hohes Interesse an den Verhandlungen nur durch den Aus⸗ druck der warmen Theilnahme bekunden, welche Ich für eine so ansehnliche Vereinigung hervorragender Vextreter der Naturwissen⸗ schaft in der Reichshauptstadt empfinde, indem Ich lebhaft wünsche, daß der Meinungsaustausch über wichtige Fragen der Heilkunde weiten Kreisen zum dauernden Vortheil gereichen und der ganze Verlauf einen ehrenvollen Erfolg deutscher Geistesarbeit bezeichnen möge, wozu die Namen der Theilnehmer die beste Aussicht gewähren.“

Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz ließ durch Major von Kessel mittheilen, daß Er mit lebhaftem Interesse von den Mittheilungen der Geschäftsführer Kenntniß genommen und für die Einladung verbindlichst danke. Er bedauere aufrichtig, durch die in dieser Zeit in den Reichslanden stattfindenden Manöver behindert zu sein, der „Einladung Folge zu geben. Auch Ihre Kaiserliche und Königliche Hoheit die Kronprinzessin ließ durch Graf Seckendorff mittheilen, daß Sie wegen Abwesenheit von Berlin zu Ihrem aufrich⸗ tigen Bedauern außer Stande sei, den Sitzungen beizuwohnen. Im Namen des bebinderten Kultus⸗Ministers Dr. von Goßler begrüßte sodann der Unter⸗Staatssekretär Dr. Lucanns den Kongreß, indem er zugleich ein überaus sympathisches Schreiben des Ministers verlas.

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Als Vertreter der Stadt rief sodann Ober⸗Bürgermeister von Forcken⸗ beck den Versammelten ein herzliches Willkommen zu. Derselbe überreichte zugleich die Festschrift der Stadt Berlin. Für die Universität nahm endlich noch der Rektor Prof. D. Kleinert das Wort zur Bewillkommnung. Auf Vorschlag des zweiten Geschäfts⸗ führers des Geh Reg.⸗Raths Prof. Dr Hofmann beschloß sodann der Kongreß, der Einladung des Ober⸗Bürgermeisters von Wiesbaden Folge zu geben und die 60. Versammkung in Wiesbaden abzuhalten.

Dr. Arnold Pagenstecher erwählt. V tragt war, Beiden Majestäten den Ausdruck ehrerbietigsten Dankes

übermitteln, trat eine kurze Pause ein. Nach derselben Geh. Reg.⸗Rath Werner Siemens die Reihe der Vorträge.

(Berl. Pol. C.) Die letzten Tage registrirten ein verstä Auftreten der Cholera in den seit längerer Zeit schon infizir Gebieten und zugleich ein Vorrücken der Seuche nordwärts. Nict destoweniger ist kein Grund zu der Besorgniß vorhanden, daß d Cholera jetzt noch in Deutschland bei der geregelten sanitären Ueha wachung und den vorbeugenden Einrichtungen irgendwie nennenswertzg Terrain sollte gewinnen können. Abgesehen davon, daß die ganz dh norm hohe Temperatur der letztverflossenen Wochen, welche dem Ag. breiten der Epidemie in dem Nachbarstaate Vorschub leistete, s einigen Tagen kühlerem Wetter gewichen ist, die Gefahr des Vo dringens der Krankheit auch zu uns somit sich erheblich verminde hat, sind Seitens der zuständigen Behörden schon umfassende Maßregah getroffen, um dem Feinde zu begegnen. Seitens der Reichsregierug welche unablässig ihr Augenmerk dem Fortbestehen der Epidemie 8 südlichen und füdwestlichen Europa zugewandt hatte, sind, wie wir a⸗ fahren, bereits vor längerer Zeit die Bundesregierungen aufgeforder worden, mit dem Näherrücken der Choleragefahr diejenigen präpary torischen Maßregeln zu ergreifen, welche behufs einheitlichen Veor⸗ gehens im ganzen Deutschen Reiche vor zwei Jahren Seitens der; Berlin zusammenberufen gewesenen großen Cholera⸗Kommission i Vorschlag gebracht worden sind. Diese Maßregeln sind bekanntli sehr umfassend und tragen zugleich den sanitären wie den Verkehre interessen vollauf Rechnung. Sie nehmen die Besetzung der Haut. eingangsstellen mit AÄerzten in Aussicht, machen die Bildung wo Gesundheitskommissionen an jedem Orte zur Pflicht, schreiben genae Kontrolen der sanitären Verhältnisse vor ordnen die Bereithaltug von Cholera⸗Lazarethen an, führen eine strenge Ueberwachung der ankommenden Schiffe ein, wenden dem Verkehr auf da Eisenbahnen besondere Aufmerksamkeit zu u. s. w kurz, sie umfaͤssa wohlerwogene Maßregeln, welche sowohl dem Einschleppen der Che⸗ lera von auswärts vorbeugen, als auch der Weiterverbreitung de Epidemie, falls sie trotzdem über unsere Grenzen treten sollte, mig⸗ lichst Einhalt thun können. Von einzelnen Bundesregierungen sih die betreffenden Bekanntmachungen nebst eingehender Belehrung des großen Publikums kürzlich erneut zur Kenntniß gebracht worden. E. unterliegt keinem Zweifel, daß unter dem gewissenhaften Zusammen⸗ wirken von Behörden und Privaten es auch diesmal gelingen wit, der 1 vorzubeugen und vor Allem jegliche Beunruhigung hintan⸗ zuhalten.

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Die Fußtruppen des Garde⸗Corps treffen im Laufe des ber⸗ tigen Tages aus dem Manöver⸗Terrain hier wieder ein; die berittenen Truppentheile dagegen werden erst am 21. d. M hierher zurückkehren

Der „Lds.⸗Ztg. für Elsaß⸗Lothr.“ wird aus Erstein, 15. Ser⸗ tember, geschrieben: Der in Ihrem gestrigen Bericht über die Hul. digung der Landleute der Kreise Straßburg, Erstein und Weißenburg erwähnte „Aehrenwagen“, nebenbei bemerkt einer der feinst geschmückten wurde nicht von Markolsheim, sondern von Geispols eim gestelt, welche Gemeinde zwei Wagen ausrüsten ließ; desgleichen ist stat Oberehnheim „Obenheim“ zu setzen.

Wien, 17. September. (W. T. B.) Cholera⸗Bulletin, In Triest 11 Erkrankungen und 2 Todesfälle, in Istrien aus 6 Orten 9 Erkrankungen, in Pest 4 Erkrankungen und 3 Todesfälle, daven zwei von früher Erkrankten.

London, 15. September. (Allg. Corr) Ueber die Deutschen in Canada schreiben amerikanische Blätter: Eine große Anzahl deutscher Landwirthe hat sich in diesem Sommer nach dem nord— westlichen Canada begeben, um sich dort anzusiedeln Im Anfange des jeßigen Jahrhunderts ließ sich eine Anzahl von Deutschen in Waterloo, Ontario, nieder, und einige Jahre später kaufte eine deutsche Gesellschaft in Pennsylvanien 45 000 Morgen Land in demselben Terr⸗⸗ torium. Daß sie sich vermehrt haben, geht aus dem letzten Census der Distrikte Nord⸗ und Süd⸗Waterloo hervor, wonach in dem ersteren unter einer Gesammtbevölkerung von 20 986 Seelen nicht weniger als 15 557 Deutsche sind, während sich in dem letzteren unter 21 745 Seelen 8811 Deutsche befinden. Wenn sie auch in anderen Disttrikten weniger zahlreich vertreten sind, so ist ihre Anzahl doch noch immer beträchtlich. In Dundas z. B. befinden sich 6996 Deutsche, in Lennox 4500, in Addington 5043, in Hastings 5406, in Monck 626, in Lincoln 4595, in Süd⸗Grey 4700, in Nord⸗Perth 7768, in Säid⸗ Huron 3821, in Essex 3476 u. s. w. Im größeren Theil von Ontario bilden die Deutschen ein einflußreiches Element der Bevölkerung. Alles in Allem genommen, giebt es keine fleißigere, erfinderischere, varsamere Klasse von Bürgern. In Manitohba

unternehmendere und s leben 6600 bis 7000 Mennoniten.

Sonntag, „Don gegeben. Die nächste findet am Donnerstag, 23. d. M.

Im Deutschen Theater wird morgen, Carlos“ und am Montag „Der Probepfeil“ Aufführung von „Romeo und Julia“ statt. Am Sonnabend, 25. d. M., geht das fünfaktige Schauspiel „Haus Fourchambault“ von Emile Augier neu in Scene. Außerdem bringt das Repertoire der folgenden Woche noch Aufführungen von „Zopf und Schwert“, „Ein Erfolg“ und „Hamlet“.

Mit der morgigen Hugenotten⸗Aufführung, in welcher sämmtliche Gäste, Fr. Sophie Brajnin, Josephine von Malechzky, der Baͤssist Rubo und die Tenoristen Richter und Krämer zusammenwirken, schließt die diesjährige Opernsaison in Kroll's Theater, die eine der glänzendsten dieser Bühne gewesen ist; sie umfaßte 139 Abende, darunter sehr viele von hochkünstlerischem Interesse. Am Montag findet das erste der bereits angekündigten Concerte von Henry Marteau unter Mitwirkung der Concertsängerin Mina Pettiziani und des Pianisten Carolus Agghäzy statt. (Dirigent: Kapellmeister Winkelmann.) Der iugendliche Concertgeber wird vortragen: Godard's Concert für Violine (mit Orchesterbegleitung), Vieurtemps' Reverie, Sarasate's Spanischen Tanz und von Saint⸗Saén's Introduktion und Rondo für Violine (mit Orchesterbegleitung). Frl. Pettiziani singt aus der „Dinorah“ den Schattentanz und italienische Lieder, während Hr. Agghäzy auf dem Flügel Chopin's H-moll⸗Scherzo, Raff's Polka Caprice und eine Serenade eigener Kompositson spielen wird. Das Concert be⸗ its a Egmont⸗Ouverture. Das zweite Concert folgt am . M.

90.

„Boccaccio“ hat vollständig Fühlung mit dem Publikum des Belle⸗Alliance⸗Theaters gewonnen und schon bei der zweiten Wiederholung bei dem sehr gut besuchten Hause einen ungetheilten Erfolg erzielt. Die flotten Walzer und Märsche, die lustige Hand⸗ lung und eine im Ganzen befriedigende Darstellung haben „Boccaccio⸗ auch an der neuen Stätte so viel Freunde erworben, daß er voraus⸗ sichtlich die Zahl der 200. Aufführung in Berlin, welche bei täglichen Vorstellungen auf den 28. September fallen würde, erleben dürfte.

Redacteur: Riedel. Verkin 8

Verlag der Expedition (Scholz). Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlags⸗Anstalt, Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32. Vier Beilagen seinschließlich Börsen⸗Beilage), sowie eine Extra⸗Beilage, enthaltend das Verzeichniß der

Zum ersten Geschäftsführer für diese 60. Versammlung wurde Geh.

gegenüber dem Auslande. III. Rechte und Pflichten der Konsuln und

8

Hofrath Dr. Fresenius, zum zweiten Geschäftsführer Sanitäts⸗Rath 8 11““ 8

gekündigten Schuldbriefe des Bremenschen ritterschaftlichen

Credit⸗Verei

Nachdem noch der Vorstand ben

eröfne

zixta.

No.) 220.

zum Deutsche

Erste Beilage

eiger und Königlich Preußischen Staats⸗

Berlin, Sonnabend, den 18. September

Inserate für den Deutschen Reichs⸗ und Königl. Preuß. Staats⸗Anzeiger und das Central⸗Handels⸗ register nimmt an: die Königliche Expedition

des Deutschen Reichs-Anzeigers und Königlich

Preußischen Staats⸗Anzeigers: Berlin SW., Wilhelm⸗Straße Nr.

2* 20212

1. Steckbriefe und Untersuchungs⸗Sachen. V 2. Zwangsvollstreckungen, Aufgebote, Vor⸗

ladungen u. dergl. 3. Verkäufe, Verpachtungen, Verdingungen ꝛc.

er Anzeiger.

5. Industrielle Etablissements, Fabriken und Großhandel.

6. Verschiedene Bekanntmachungen.

7. Literarische Anzeigen.

nzeiger.

Inserate nehmen an: die Annoncen⸗Expeditionen des „Juvalidendank“, Rudolf Mosse, Haasenstein & Vogler, G. L. Daube & Co., E. Schlotte, Büttner & Winter, sowie alle übrigen größeren Annoncen⸗Bureaux.

4. Verloosung, Kraftloserklärung, Zinszahlung

2. u. s. w. von öffentlichen Papieren.

88

Zwangsvollstreckungen, Aufgebote, Vorladungen u. dergl. 8 Bekanntmachung. 8

[29354]

In Sachen zu Nordhausen, Carl Freistein

Klägers, wider den 2 in Wieda, Beklagten, wegen For⸗ b derung, wird, nachdem auf Antrag des Klögers, die Beschlagnahme des dem Beklagten gehöregen Wohn⸗ hauses No. ass. 180 in Wieda sammt Zubehörungen, area 29 a 18 qm, zum Zwecke der Zwangsversteige⸗ rung durch Beschluß vom 2. September 1886 ver⸗ fügt, auch die Eintragung dieses Beschlusses im Grundbuche am 2. L“ erfolgt ist, Termin Zwangsversteigerung au I den 21. Dezember 1886,

Nachmittags 4 Uhr, vor Herzoglichem Amtsgerichte Walkenried in der Bornkesselschen Gastwirthschaft zu Wieda angesetzt, in welchem die Hypothekgläubiger die Hypotheken⸗ briefe zu überreichen haben. 8 Walkenried, den 9. September 1886.

Herzogliches Amtsgericht.

Voges.

[29472] Verkündet am 14. September 1886. Wolff, Referendar, als Gerichtsschreiber. Im Namen des Königs! 8 In Sachen, betreffend das Aufgebot verloren gegangener Hypotheken⸗Urkunden, hat das Königliche Amtsgericht zu Wünschelburg durch den Amts⸗ richter Hoffmann für Recht erkannt: Die Hypotheken⸗Urkunde über die Post Nr. 9 Scheidewinkel, Abtheilung III. Nr. 4, über 100 Thaler, haftend für den Rittergutsbesitzer Oskar v. Tschischwitz zu Ober⸗Walditz aus der Urkunde vom 18. Juni 1868, wird für kraftlos erklärt. Die Kosten des Verfahrens werden den Antragstellern auferlegt.

zur

[29473] Bekanntmachung.

Auf Antrag der Administration des Spar⸗ und

Leihkassenvereins in Segeberg sind die aufgebotenen

kunden: .

Uingeeditbuch Nr. 3607 für die Ehefrau Sophie

Reher, geb. Bornhöft, in Schlamersdorf, Ende

Dezember 1884, validirend auf 69, 72 ;

) Creditbuch Nr. 1992 für Dietrich August Hinrich

Kahl in Wensin, Ende Dezember 1884, vali⸗ dirend auf 38 98 ₰;

Fredätbuch Nr. 3523 für Rudolf Adolf Kröger

in Toderfelde, Ende Dezember 1884, validirend

af 122 74 ₰;

88 in dem Gewese des Rademachers Lüthje in

Segeberg eingetragene Dokumente, aus welchen

die nachstehenden Kapitalien für die Antrag⸗

stellerin eingetragen sind: a. Obligation vom 1. November und Cessionsakte vom 30. Januar über

.Contrakt vom 9 April 1845 und Cessions⸗

acte vom 21. Juni 1861 über 144 ℳ, c. Obligation vom 28. Juni 1861 über 96 ℳ; 5) zwei in der Halbhufe des Halbhufners August Heinrich Lüthje in Stipsdorf eingetragene Do⸗ kumente, aus welchen die nachstehenden Kapita⸗ lien für die Antragstellerin eingetragen stehen: a. Aussageacte vom 12. September 1822 über 240 ℳ, b. Contrakt vom 26. Februar 1848, aus welchem 1380 eingetragen stehen; 6) Kaufbrief vom 22. November 1827, aus welchem 360 für den Kalkbergeontroleur Sunne ein⸗ getragen stehen, welche später an die Antrag⸗ stellerin cedirt sind; ) Kaufcontrakt vom 12. Dezember 1857 über das in Segeberg belegene Gewese des Halbhufners Johann Hinrich Gosch in Klein⸗Rönnau und des Hufners Hans Christian Gosch in Högers⸗ dorf, aus welchem 1440 eingetragen stehen, woelche an die Antragstellerin überwiesen sind, 8 auf Grund des Urtheils des Königlichen Amtsgerichts,

1806 1840

aus Alst, Kirchspiels Albersloh, jetzt unbekannten Aufenthalts, Beklagten, aus einem Schuldschein vom 25. Februar 1886 für käuflich erhaltene und t Gewährung eines Darlehns, mit dem Antrage auf des Kaufmanns Levi Joseph Warburg kostenpflichtige Verurtheilung des Wagenbauer lung von 300 nebst Zinsen zu 4 % vom 25. Fe⸗

25. Mai desselben Jahres, o streckbarkeitserklärung des Erkenntnisses, und ladet den Rechtsstreits Münster, Abtheilung V., auf

den 10. Dezember 1886, Vormittags 11 ½ Uhr,

Auszug der Klage bekannt gemacht.

Gerichtsschreiber des Königl. Amtsgerichts, Abth. V.

[29478]

Beklagten zur Zah⸗

ruar bis 25. Mai dieses Jahres, zu 5 % vom sowie vorläufige Voll⸗ 1 1 Beklagten zur mündlichen Verhandlung des b vor das Königliche Amtsgericht zu

. Zimmer Nr. 49. S Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser

Foller,

Oeffentliche Zustellung. 8

Die verehelichte Zimmermann Minner, Elise, geb. Hintze, zu Wittenberge, vertreten durch den Rechts⸗. anwalt Paelegrimm zu Neu⸗Ruppin, klagt gegen ihren Ehemann, den Zimmermann Hermann Minner, unbekannten Aufenthalts, wegen böslicher Verlassung und Versagung des Unterhalts, mit dem Antrage auf Ehescheidung, das zwischen ihnen bestchende Band der Ehe zu trennen und den Beklagten für den allein schuldigen Theil zu erklären und ladet den Be lagten zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits vor die zweite Civilkammer des Königlichen Landgerichts zu Neu⸗Ruppin auf den 9. e 1886, Vormittags 9 ½ Uhr, mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten Ge⸗ richte zugelassenen Anwalt zu bestellen. Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht.

Zahn, 8

Gerichtsschreiber des Königlichen Landgerichts.

[29479] Oeffentliche Zustellung. Der Schirmmacher Emil Oßwald Schmidt von Wechselburg, jetzt zu Altenburg, vertreten durch Herrn Rechtsanwalt Justizrath Große in Altenburg, klagt gegen seine Ehefrau, Anna Friederike, verehelich e Schmidt, geb. Mittelbach, aus Wachwitz, jetzt un⸗ bekannten Aufenthalts, wegen Ehescheidung mit dem Antrage, die zwischen Kläger und Beklagter bestehende Ehe auf Grund von §§. 195 und 212 ff. der Ehe⸗ ordnung gänzlich vom Bande zu trennen und die beklagte Ehefrau als schuldiger Theil in die Kosten des Rechtsstreits zu verurtheilen, und ladet die Be⸗ klagte zur mündlichen Verhandlung des Rechts⸗ streits vor die b des Herzoglichen Landgerichts zu Altenburg auf

vndeMittwoch, den 15. Dezember 1886, Vormittags 9 Uhr,

mit der Aufforderung, einen bei dem Gerichte zugelassenen Anwalt zu bestellen. 1u“ Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht.

Altenburg, am 15. September 1886. Gerichtsschreiberei des Herzeglichen Landgerichts. Dr. Krause, Landgerichts⸗Sekretär.

gedachten

29474] Oeffentliche Zustellung. G Der Kaufmann Isidor Sontag zu Breslau, Neue Taschenstraße Nr. 9, vertreten durch den Rechts⸗ anwalt Justizrath Lubowski zu Breslau, klagt gegen den Generalagenten Hans Peters und dessen Ehefrau Elise Peters, geb. Lombard, beide früher zu Breslau, jetzt unbekannten Aufenthalts, wegen Wechselforde⸗ rung, mit dem Antrage, die Beklagten als Gesammt⸗ schuldner im Wechselprozesse zu verurtheilen, an den Kläger 1050 nebst 6 % Zinsen seit dem 1. Sep⸗ tember 1886, 7 70 Protestkosten, 3 50 Provision, an den Kläger zu zahlen, und ladet die Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechts⸗ streits vor die erste Kammer für Handelssachen des Königlichen zu Breslau, Ritterplatz 15, .Stiege, Saal IJ., auf 8

1.n 29, Dezember 1886, Vormittags 10 Uhr, mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten Ge⸗

Abtheilung I., zu Segeberg für kraftlos erklärt. Segeberg, den 4. September 1886. Königliches Amtsgericht. Abtheilung I.

[29481] Oeffentliche Zustellung. Die Maria, geborene Rogmanns,

dem Antrage:

„Das Königliche Landgericht wolle die zwischen den Parteien bestehende Gütergemeinschaft für auf⸗ gelöst erklären, Parteien zur CC113“”“

weisen und dem Beklagten die Kosten zur Last

ihrer Vermögensverhältnisse vor Notar

legen“,

und ladet den Beklagten zur mündlichen Verhand⸗ lung des Rechtsstreits vor die II. Civilkammer

des Königlichen Landgerichts zu Aachen auf

Ehefrau des Kaufmanns Karl Eichhorn jr. zu Kirchberg, Kreis Jülich, vertreten durch Rechtsanwalt Mayer II. zu Aachen, klagt gegen den Kaufmann Karl Eichhorn jr., zu Kirchberg wohnend, wegen Gütertrennung, mit

richte zugelassenen Anwalt zu bestellen.

. 8eg der öffentlichen Zustellung wird dieser

Auszug der Klage bekannt gemacht. 1

Breslau, den 9. September 1886. Rüster,

Gerichtsschreiber des Königlichen Landgerichts.

29536 Oeffentliche Zustellung. 3 2 Die Marie Naujoks, z. Z. zu Habig⸗ horst, vertreten durch den Rechtsanwalt Thiele in Celle, klagt gegen den Hofbesitzer Matthies, früher in Beedenbostel, jetziger Aufenthaltsort unbekannt, wegen Dienstlohnes und Kostgeldes, mit dem An⸗ trage, den Beklagten mittelst vorläufig vollstreckbaren Urtheils zur Zahlung von 21,75 an rückstän⸗ digem Lohn, sowie ferner von 22,50 und 90 an Lohn und Kostgeld für die Zeit vom 16. April bis 15. Juli cr. sammt 5 % Verzugszinsen vom Tage der erhobenen Klage an auf 134,25 kosten⸗

Donnerstag, den 4. November 1886 Vormittags 9 Uhr. Aachen, den 13 September 1886. Plümmer, Gerichtsschreiber des Königlichen Landgerichts.

[29535]= SOeffentliche Zustellung.

Der Kaufmann Selig Reinhaus zu Drensteinfurt,

flichtig zu verurtheilen, und ladet den Beklagten Pfr hn gactiehen Verhandlung des Rechtsstreits vor das Königliche Amtsgericht zu Celle, Abth. IV., auf den 10. November 1886, Vormittags 10 Uhr. Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht. Celle, den 16. September 1886. Gerns,

[29475]

als Rechtsnachfolger des Max Bernheimer da, ver⸗ treten durch Anwalt Muser in Offenburg, klagt gegen den Eduard Hammel von in Uhrenkauf, ahlung 145 nebst 6 % Zins vom 15. August 1886 und

klagten zur mündlichen streits Offenburg auf

Auszug der Klage bekannt gemacht.

Gerichtsschreiber des Großherzoglichen

Berlin, Linienstraße Nr. 49, vertreten durch Rechts⸗ anwalt Ruch in Freiburg, trug vor:

Bestellung maschine geliefert, es h d unbedingte Vorbehalt des Eigenthums der Maschine bis zur völligen Zahlung des Kaufpreises letzterer, welche einen Werth von

8. Theater⸗Anzeigen. In der Börsen⸗

R&

9. Familien⸗Nachrichten. Beilage. 5

Oeffentliche Zustellung. Nr. 16 976. Der David Sachs in Stadt Bühl,

O Offenburg, z. Zt. unbekannten Orten abwesend, aus

Amerika an bwef dem Antrage auf Zahlung von

mit

76 ₰⸗Kosten, sowie auf vorläufige Vollstreck⸗

arkeitserklärung des Urtheils, und ladet den Be⸗

Verhandlung des Rechts⸗

vor das Großherzogliche Amtsgericht zu

Freitag, den 12. November 1886, Vormittags 9 Uhr.

Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird

Offenburg, 10. September 1886. (L. S.) Beller,

29622] Nr. 7090. Die Firma Gebrüder Küstermann in

„Wilhelm Matt, Buchdrucker, in Zell, erhielt auf am 28. Juni 1886 eine Tiegeldruck⸗ s wurde dabei ausdrücklich der

gemacht, beklagter Matt bezahlte nichts, er flüchtete sich, in seiner Abwesenheit wurde für zwei seiner Gläubiger im Gesammtbetrag von etwa 680 (Metzger Albrecht in Zell und Landwirth Josef Kummerer in Blauen) fragliche Maschine mit Sicherheitsarrest belegt und letztere ins Pfandlokal verbracht.“ Auf Antrag des Klägers wurde die öffentliche Zustellung bewilligt, ebenso erfolgte Terminsbestimmung auf Samstag, 30. Oktober 1886, Vormittags 10 uhr, in das Rathhaus zu Zell i. Wiesenthal (Amts⸗ gerichtstag Zell). Kllägerischerseits wird im Termin vorläufig voll⸗ streckbares Urtheil dahin beantragt werden, daß die Beklagten unter Kostenverfällung das Eigenthum der Klägerin an der durch Gerichtsvollzieher Kaiser am 6. Juli 1886 gepfändeten Maschine (Handpresse) an⸗ zuerkennen, und die freie Verfügung der Klägerin über letztere sowie die Aufhebung der angelegten Sicherheitsarrestpfändung zu gestatten haben. Zum Zwecke der Zustellung wird dieser Klage⸗ auszug bekannt gemacht. 1 8 Schönau i. W., den 14. September 1886. Der Gerichtsschreiber des Gr. bad. Amtsgerichts: (L. S.) (Unterschrift.)

250 300 hat,

—*

Oeffentliche Zustellung. Die verehelichte Arbeiter Rohr, Auguste, geb. Boecker, in Altstadt⸗Pyritz, vertreten durch den Rechtsanwalt Goldstein in Stargard i. Pomm, klagt gegen ihren Ehemann, den Arbeiter Friedrich Wilhelm Rohr, jetzt unbekannten Aufenthalts, wegen böswilliger Verlassung auf Ehescheidung mit dem Antrage: die zwischen den Parteien bestehende Ehe zu trennen und den Beklagten für den allein schuldigen Theil zu erklären, und ladet den Be⸗ klagten zur mündlichen Verhandlung des Rechts⸗ streits vor die Erste Civilkammer des Königlichen Landgerichts zu Stargard i. Pomm. auf den 22. Dezember 1886, Vormittags 9 Uhr, mit der d denüng, bei f gedachten Ge⸗ richte zugelassenen Anwalt zu bestellen. der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht. 1 Stargard i. Pomm., den 6. September 1886. Münchow, Gerichtsschreiber des Königlichen Landgerichts.

[29477]

[29534] Oeffentliche Zustellung.

Die Firma C. A. Treukamp zu Lohne, vertreten durch den Mandatar F. Nagel zu Vechta, klagt egen den Tischler G. Gier zu Lohne, jetzt oun⸗ ekannten Aufenthaltsorts, aus Wechsel vom 13. Juli 1886, fällig am 20. August 1886, auf Zahlung von 142 75 nebst 6 % Verzugszinsen seit 20. August 1886 und 10 10 Arrestkosten.

Klägerin ladet den Beklagten zu einem anzuberau⸗ menden Termine und will in diesem die Verurthei⸗ lung des Beklagten in die eingeklagten Summen unter Kostenlast beantragen. . 8

Dieser Klagauszug wird dem Beklagten der Vor⸗ schrift der §§. 186, 187 der C. P. O. gemäß öͤffent⸗ lich zugestellt mit dem Bemerken, daß Termin zur Verhandlung auf

8 5. November 1886,

Vormittags 10 Uhr, vor Großherzoglichem Amtsgerichte Vechta, Abthei⸗ lung II., 88

Vechta, 1886, September 13. 6 Genechec, gece des Großherzoglichen Amtsgerichts.

Fortmann, Gerichtsschreibergehülfe.

205 8 8

[29546] Oeffentliche Zustellung Der Kaufmann Levi Forchheimer in Würzburg

und der Oekonom Adam Weissenberger in Hunds⸗

bach, Beide vertreten durch den Rechtsanwalt Herrn

Dr. j. Freudenthal in Würzbur klagen Jakob

Jhastationsverfahren in Sachen Willnauer Michael Oekonom von Eussenheim gegen Holzinger Joseph,

forderung, gelassenen 8 . 8 Beklagten zu dem von diesem Gerichte zur münd⸗ lichen Verhandlung des Rechtsstreits an Gerichts⸗ stelle

kkonom von Hundsbach bei dem K. Landgericht

Würzburg, Civilkammer I., mit dem Antrage zu er⸗ kennen:

Der im Vertheilungsplane des K. Amtsgerichts Arnstein in Sachen Willnauer gegen Holzinger vom 27. Juli 1886 dem Jakob Holzinger zuge⸗ theilte Betrag von 411 48 wird im Ver⸗ theilungsplane gestrichen und der Vertheilungs⸗ plan dahin festgestellt, daß dieser Betrag der Forderung der Karolina Forchheimer nunmehr deren Erben, des Klägers Levi Forchheimer zu⸗ wächst; der Verklagte hat alle Kosten zu tragen, bezw. zu ersetzen; das ergehende Urtheil wird für vorläufig vollstreckbar erklärt.

Der klägerische Vertreter ladet unter der Auf⸗ einen bei dem Prozeßgerichte zu⸗

Anwalt für sich zu bestellen, den

anberaumten Termin vom 8 Dienstag, den 21. Dezember 1886, Vormittags 9 Uhr. Dies wird zum Zwecke der Zustellung an den Be⸗

klagten hiermit öffentlich bekannt gemacht.

Würzburg, den 15. September 1886. Gerichtsschreiberei des K. Landgerichts Würz (I. 8.)

Zink, K. Obersekretär.

burg.

29548] Die Ehefrau des Bäckers Adam Jost in Trechtings⸗

hausen bei Bingerbrück, Margaretha, geb. Lüttger, vertreten klagt trennung.

durch Rechtsanwalt Justizrath Adams, ihren genannten Ehemann auf Güter⸗

1

gegen

Zur mündlichen Verhandlung ist Termin auf den

17. November 1886, Vormittags 9 Uhr, im Sitzungssaale der I. Civilkammer des Königlichen Landgerichts zu Koblenz anberaumt.

Bkeuer u Gerichtsschreiber des Königlichen Landgerichts. [29480] Kaiserliches Landgericht zu Straßburg i. E. Die Ludwine Obermüller, Ehefrau des Maurers Gerhard Meyer in Neudorf, vertreten durch Rechts⸗ anwalt Dr. Scharlach, klagt gegen ihren genannten Ehemann mit dem Antrage: b die Gütertrennung zwischen den Parteien aus⸗ usprechen, dieselben zur Auseinandersetzung 1f . 2 8 g2 ;77 SS 8 ihrer Vermögensverhältnisse vor Notar Keller in Straßburg zu verweisen und dem Beklagten Kos 29s o die Kosten zur Last zu legen. Zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits ist die öffentliche Sitzung der I. Civilkammer des Kaiserlichen Landgerichts zu Straßburg i. E. vom 6. Dezember 1886, Morgens 9 Uhr, bestimmt. Der

Auf den Antrag Königlichen Sächsischen 8 1“ Drosdo 12 August Armee⸗Corps⸗Gerichts, d. d. Dresden, am 12. Augus 1886, wird 1 1

gegen den fahnenflüchtigen Kanonier der 3. Comp. des Königl. Sächsischen Fuß⸗Artillerie⸗Regiments Nr. 12, Josef Paul Zelder, gebürtig aus Patschkan,

zuletzt in Metz, 1 auf Grund des §. 246 Thl. II. des Preuß. Militär⸗Strafgesetzbuches vom 3. April 1845 und § 2 Abs. 2 des Einf. Gesetzes zum Reichs⸗Militär Strafgesetzbuch das Vermögen desselben bis zur Höhe von 3000 ℳ, in Worten: Dreitausend Mark, hierdurch mit Beschlag belegt. 1 Patschkau, den 14. September 1886. Königliches Amtsgericht.

Verkäufe, Verpachtungen,

Verdingungen ꝛc.

[295231 Vorläufige Bekanntmachung. In der Königlichen Oberförsterei Rehburg, Regie⸗

rungsbezirk Hannover, Kreis Stolzenau, kommen in dem Wirthschaftsjahre 1. Oktober 1886/87 folgende Hölzer zum Einschlag resp. meistbietenden Verkauf:

eirca 8 260 fm Langnutzholz, 256 fm Derbbrennholz, 260 875

20 72

Landgerichts⸗Sekretär. Weber.

des

Eichen Buchen Birken u. Erlen

ichten u. 1 Kiefern 2260 8 yJ

und geringes Grubenholz. 1

Die einzelnen Holzverkaufstermine werden 14 Tage vorher durch die öffentlichen Blätter bekannt gemacht wecdfr. Forsten der Oberförsterei Rehburg liegen durchschnittlich 20 bis 25 km von den Bahnhöfen Wunstorf, Nienburg, Neustadt a. R. und Stadt⸗ hagen, zum Theil auch 5 bis 10 km von der Weser

entfernt

25

Der Königliche Oberförster: 1 Appuhn.

[28560] Pferdeverkauf.

Am Freitag, den 24. Septbr. er., Vormittags von 9 Uhr ab, .

sollen auf dem Hofe der Kavallerie⸗Kaserne in

Bockenheim circa 25 ausrangirte Dienstpferde öffent⸗

lich meistbietend verkauft werden.

—0

Holzinger von Hundsbach, nun unbekannten Aufent⸗

vertreteu durch den Rechtsanwalt Tümler zu Münster, Klägers, klagt gegen den Kolon Bernard Hegemann

Gerichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichts. IV.

halts, wegen Feststellung einer Forderung im Sub⸗

e

Husaren⸗Regiment Nr. 13.