1886 / 224 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 23 Sep 1886 18:00:01 GMT) scan diff

„Der Witterungswechsel hat sich zur rechten Zeit eingestellt und/ Konkursverfahren 26. Die Zahl der mündlichen Verhandlungen in diejenige Wirkung hervorgebracht, welche allgemein gewünscht wurde. erster Instanz betrug 3499, darunter 1868 kontradiktorische; vor den Die Unlust, welche sich bei den Einkäufern, während sie unsern Markt Kammern für Handelssachen wurden behandelt 965, darunter 396 kon⸗ begingen, fühlbar machte, ist schnell gewichen, wir können wieder von tradiktorische. Die Zahl der mündlichen Verhandlungen in der Be⸗ einer regelmäßigen Thätigkeit berichten, die oft an Lebhaftigkeit grenzte, rufungsinstanz betrug 843, darunter 641 kontradiktorische. Die Zahl und welche unsere Konfektion in der vergangenen Woche recht angenehm der mündlichen Verhandlungen in der Beschwerdeinstanz betrug 4. beschäftigte. Wir sahen noch eine große Anzahl deutscher Käufer Die Staatsanwaltschaft kam bei 112 Ehe⸗ und Entmündigungssachen an unserem Platze, welche die inzwischen ziemlich stark angewachsenen in Thätigkeit. Hauptverhandlungen vor den Schwurgerichten Läger durch ihre Einkäufe lichteten. Das Ausland sandte gab es 248; vor den Strafkammern in erster Instanz ebenfalls Ordres, so gingen namentlich aus England, wo augen⸗ 2950; vor den Strafkammern in der Berufungsinstanz blicklich eine größere Zahl unserer Konfektionäre mit neuen Winter⸗ 2348. Beim Ober⸗Landesgericht sind in Civilsachen an mustern weilt, ansehnliche Ordres ein. Auch aus den Vereinigten bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten in der Berufungsinstanz anhängig ge⸗ Staaten trafen mehrere Nachbestellungen ein. Der Hauptkonsum worden 296 gewöhnliche Prozesse, 4 Urkundenprozesse, 11 Ehe⸗ und wendet sich Bouclé⸗ und Soleil⸗Diagonalstoffen zu. Die Wollen⸗ Entmündigungssachen, zusammen also 311. Mündliche Verhandlungen waarenfabrikation ist in den beiden oben genannten Artikeln stark be⸗ fanden statt im Ganzen 405; darunter waren 367 kontradiktorisch. schäftigt, ebenso haben Plüschfabrikanten reichliche Aufträge, die noch Die Zahl der im laufenden Jahre anhängig gewordenen Beschwerden nicht abgenommen haben, sondern sich stets kompletiren. Dasselbe in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten und in Konkursverfahren betrug in ist in der Tricotwaarenbranche der Fall, welche immer noch anhaltend Angelegenheiten, in welchen das Amtsgericht in erster Linie entschieden beschäftigt ist und welcher stets neue Aufträge zugehen, so daß die hat 54, in Angelegenheiten, in welchen das Landgericht in erster Linie Branche wahrscheinlich in der Lage sein wird, auch in den sonst stilleren entschieden hat 76, zusammen also 130. Strafsachen warentanhängig Wintermonaten ihre Arbeitskräfte vollständig beschäftigen zu können. .. 101, davon sind erledigt 86, blieben unerledigt 15. An Haupt⸗

verhandlungen gab es Revisionen gegen Urtheile der Berufungsinstanz 43, Urtheile 43. Beschwerden kamen vor 49. Anträge der öffentlichen Klage gelangten 15 zur Verhandlung.

22. September, Abends. (W. T. B.) Der unter Vor⸗ sitz der Königin abgehaltene Ministerrath hat sich in r heutigen Sitzung dahin entschieden, bei der jetzigen Polit zwar zu beharren, gleichzeitig jedoch Maßregeln gegen die Ver breitung antimonarchischer Bestrebungen zu treffen. 8

,23. September. (W. T. B.) Ein Tagesbefehl de Generals Pavia verbietet den Zeitungen jede Meldun un jeden Kommentar über den Prozeß der Aufständischen, somie⸗ jede Erörterung der Disziplin der Armee und der bffenen Ordnung. 9

Blulgarien. Sofia, 22. September. (W. T. B. Die Antwort der bulgarischen Regierung auf russische Note wegen Aufschiebung des Verfahrenz gegen die Theilnehmer an dem Staatsstreich ist nun⸗ mehr in veränderter Fassung überreicht und von dem russischen Konsul entgegengenommen worden. In derselben heißt 6 die bulgarische Regierung sei peinlich davon berührt, dop man ihr die Absicht zuschreibe, die an dem Staats⸗ streich Betheiligten summarisch aburtheilen zu lassen. Daz Urtheil über die Angeklagten werde im Gegentheil nicht so bald erfolgen, da die Untersuchung kaum begonnen habe und längere Zeit in Anspruch nehmen werde. Die bulgarisch Regierung wisse noch nicht, an welchem Tage die Eröffnung

Hanbacg. 22. September. (W. T. B. utigen Sitzung der Bürgerschaft ist an Stelle des verstorbenen Bürgermeisters Dr. Otto Stamman zum rechtsgelehrten Mitgliede des Senats gewählt worden.

hält ein Verzeichniß von 1828 Schriften, welche unter die 2 Abthei⸗ lungen „Geschichte der Musik“ und „Theoretische und praktische Musik ältere und neuere“ vertheilt sind und eine Menge werthvoller und in⸗ teressanter Werke über Musik und Musiker in deutscher, italienischer, französischer und englischer Sprache in sich fassen.

Die Antiquare Lehmann und Lutz in Frankfurt a. M. haben einen antiquarischen Anzeiger (Nr. 62) ausgegeben. Derselbe bringt die 2. Abtheilung der „Curiosa“, reicht von Nr. 8588 9420 und enthält Schriften des verschiedenartigsten Inhalts aller⸗ hand Memoiren, Schriften über verschiedene Revolutionen, Schriften betreffend Napoleon I., Sagen und Märchen, Schriften über Spiele, besonders über das Schachspiel, über Stenographie und Schreibkunst, über Studentenwesen, Turnwesen, Volkslieder, Volksspiele, Bilder ꝛc. Die in Leipzig und Berlin den 25. d. M. erscheinende Nr. 2256 der „Illustrirten Zeitung“ enthält folgende Abbildungen: Aus der Jubiläums⸗Kunstausstellung zu Berlin. 2 Abbildungen: Frithjof, modellirt von Eduard Hübner. Bei Mitterndorf. Gemälde von Otto Strützel. Photographie von Franz Hanfstängl in München. Stambuloff, Mitglied der bulgarischen Regentschaft. Nach einer Photographie von D. A. Karastojanoff in Sofia. Das Majolika⸗ zimmer im Goethe⸗Hause zu Weimar. Originalzeichnung von Oskar Schulz. Die Feier der Eroberung von Ofen in Pest: Das Volks⸗ fest im Stadtmeierhofe am 5. September. Nach einer Zeichnung von Alfons Giehsz. Idylle. Gemälde von Paul Martin. (Zweiseitig.) Das neue Stadttheater in Halle a. S. Nach einer Zeichnung von G. Theuerkauf. Franz Schuselka, am 1. September. Robert Flegel, am 11. September. Ludwig Löwe, am 11. September. Das Tegetthoff⸗Denkmal auf dem Praterstern in Wien. Entworfen von Professor Karl Kundmann. Japanische Spielkarten. 13 Figuren. Berliner Privatpostmarken Moden: Hut aus Binsengeflecht. Promenadenkostüm. Frauenzeitung: Amelie Linz⸗Godin.

Land⸗ und Forstwirthschaft.

Auf dem kürzlich abgehaltenen internationalen Saatenmarkte in Wien wurden die diesjährigen Ernteergebnisse der Welt im Verhältniß zu einer Mittelernte festgestellt. Für die Weizenernte ergab sich folgendes Resultat, dem wir die entsprechenden Ziffern des Vorjahres hinzusetzen:

1886 1885

Preußen 95

Sachsen 1 95

Bayern: Franken. 102 Schabs 105 Ober⸗ und Nieder⸗Bayern.

TPfalz und Wetterau.

Württemberg

Baden

Schweiz

erungen ergiebt nachstehende Uebersicht. Central⸗Abtheilung. g 828

Geschäftsobliegenheiten: Wie bisher. 8 llgemeines Kriegs⸗Departement. Armee⸗Abtheilung.

8. Organisation der Armee im Frieden und im Kriege, 1 eeenen. fortdauernden Ausgaben, ““ Ersatzwesen, Angelegenheiten des Beurlaubtenstandes und des iaeees ; 22 Lancfermme, Gsssee Brwvwegüehungen und febungen der aoc f Bhe Benegerdnnig des wornene-sersadenden

8 on, Eisenbahnwesen, aussee⸗ un . ; 8 ; 8 gf

Viiprtemen, Etappen⸗Angelegenheiten, Meülitär Konventionen, 2. SIhung. des ungarischen Abgeordnetenhauses steht

Spezielle Dienstangelegenheiten des Generalstabes einschließli die nder Ausschüsse. Die meritorischen Verhand⸗ See eee der scniehcs lungen beginnen am Samstag mit der Berathung des Gesetz⸗

Luftschiffer⸗Abtheilung, Literarische und statistische Angelegen⸗- entwurfs über den mit der Seeschiffahrts⸗Gesellschaft „Adria“

heiten, v““ 8 ver lrmes ereee. (W. T. B.) Die „Wiener Zeitung“ 3 Infanterie⸗Abtheilung. A] reee. Se-e a.

Spezielle Dienstangelegenheiten der Infanterie und der veröffentlicht eine Kaiserliche Verordnung, betreffend die Un⸗ Jäger (einschließlich des Eintritts in die Forstlehre), Infante⸗ ulässigkeit der Pfändung von Fahrbetriebsmitteln Jag inschließlich des Eintritts in die Forstlehre), Infante⸗ rAun. Eisenbah General Kaulbars ist gest ristische Institute, Militärmusik, Innerer Dienst, Garnison⸗ nüch Coia ... nen. General Kaulbars ist gestern dinse foltzeisnnhelegengeiten, Fer apmun der meehe ofia abgereist. 1—

andfeuer⸗ und blanken Waffen, Angelegenheiten der Büchsen⸗ Niederlande. Haag, 23. September. (W. T. B.) In macher, Militär⸗Erziehungs⸗ und Bildungswesen (mit Aus⸗ der Zweiten Kammer⸗ brachte ider Fina rrnisah bas schluß der Vereinigten Artillerie⸗- und Ingenieur⸗Schule und Budget für 1887 ein; dasselbe weist ein Defizit von der Prüfungs⸗Kommission für Hauptleute und Premier⸗ 17 Millionen Gulden auf, das Ordinarium ein Desizit von 8 Lieutenants der Artillerie. Ergänzung der Offiziere des 666 000 Gulden. Die Defizits von 1884 bis 1887 werden der Prozeßverhandlung statifinden werde. Die Regierung se

Friedensstandes. auf 26 Millionen angegeben. Eine Anleihe wird für stets gern bereit, den Vertretern der Mächte und insbesonder späterhin erforderlich sein; für 1887 dürfte Emission Rußlands alle nöͤthigen Aufklärungen zu geben. Rußland und Polen. Moskau, 22. September

der Geaesee genügen dderve hält den

Finanz⸗Etat für ziemlich befriedigend, da das Ordinarium seit (W. T. B. Die „Moskauer Zei 9 1871 trotz der Vermehrung der Ausgaben und Anleihen für zussichen viplörmat chsn 111“ 8 nin öffentliche Arbeiten fast gar kein Deftzit aufweise. Platz in Sofia, wohl aber für einen russischen Kon⸗ missar mit diktatorischen Gewalten und der erforder⸗

Großbritannien und Irland. L 21. Sep⸗ 7 1 7 tember. sori Corr.) Das Iͤberhaus Peegs 1 lichen Anzahl von Liktoren. Gegen die Entsendung einen kurzen Sitzung einige Vorlagen durch verschiedene Stadien und Kommissars, ja sogar gegen eine russische Besetzung Bul⸗ vertagte sich hierauf bis zum Mittwoch. dürfte wohl nur England und zwar auch allein auf Dem Parlament liegt ein Blaubuch von 200 Seiten dem Papier protestiren. Die Behandlung der Frage wegen En⸗ über die egyptischen Finanzen vor. Dasselbe beginnt 1 . acaeoss a-1aigh 8 was 3.. künstig niit ehhner 25. Juli 188. 88 Si . 1“ er Wahl eines Fürsten vom 25. Juli 1885 datirten Depesche Sir W. White's vor jedwedem sonstigen Arrangement musse erörtert E

an Lord Salisbury un h h 1b am 8. Mai d. 8 . dhhe sehabat ob die Aufgabe einer europäischen Lösung der bulgarischen Note über die Saläre der Kommissäre der Caisse. Frage etwa darin bestehe, daß auf den bulgarischen Thron Verfügung der Regierung zu Düsseldorf, betreffend die ärztlichen Nach einem dem Parlament vorgelegten amtlichen Bericht ein Prinz komme, der die Partei Stambuloff's als die natio⸗ Revisionen der Volksschulen. Verfügung der Regierung zu Düssel⸗ wurden in den Monaten April, Mai und Juni 297 agra⸗ nale und eine dieser nicht beistimmende Majorität des Volkes dorf, betreffend die Prüfung der Pläne für den Bau öffentlicher rische Verbrechen in Irland begangen, und zwar: als Diener des Panslavismus ansehe. Ohne eine entsprechende Schulen. Schwedische Bekanntmachung, betreffend Veränderungen 1 Mord in Kerry, 1 Todtschlag in Galw g § Angriff r. Erörterung käme Rußland in eine Lage, die lange auf seinen der Gesundheitsverordnung von 1874. Regelung des Verkehrs mit Schußwaff üGrundfet g in ay, ngriffe mit Einfluß auf die Slaven auf der Balkanhalbinsel üch künstlichen Milchprodukten in den Vereinigten Staaten von Amerika. ißwaffen, 24 Brandstiftungen, 6 Raubanfälle ꝛc. C“ zürüc⸗ Einrichtungen zur Förderung der öffentlichen Gesundheitspflege. Die Ad miralit ät hat Befehl gegeben, die Zahl der in 8 Warnung des Berliner Polizei⸗Präsidiums vor „Schlagwasser“. den Schiffsbauhäfen zu Sheerneß beschäftigten Arbeiter Oeffentliche Desinfektionsanstalt in Berlin. Berichte des städtischen zu vermindern. In Folge dessen wurde heute 60 Tischlern chemischen Experten an die Gesundheits⸗Kommission der Stadt Zürich

Armee⸗Verordnungs⸗Blatt. Nr. 22. Inhalt: Abgekürzte Bezeichnung der Abtheilungen des Kriegs⸗Ministeriums und provisorische Aenderung der Geschäfts⸗Eintheilung bei demselben. Dielekation des Stabes der 8. Infanterie⸗Brigade, sowie des Regimentsstabes und 1. Bataillons 4. Pommerschen Infanterie⸗ Regiments Nr. 21. Subskription auf das von der Abtheilung für Kriegsgeschichte des Großen Generalstabes verfaßte Werk: „Der Deutsch⸗Dänische Krieg 1864.“

Veröffentlichungen des Kaiserlichen Gesundheits⸗ amts. Nr. 38. Inhalt: Gesundheitszustand und Gang der Volks⸗ krankheiten. Witterung. Volkskrankheiten in der Berichtswoche. Cholera⸗Nachrichten. Sterbefälle in deutschen Städten von 40 000 und mehr Einwohnern. Sterbefälle in größeren Städten des Aus⸗ landes. Erkrankungen in Berliner Krankenhäusern. Erkrankungen in deutschen Stadt⸗ und Landbezirken. Witterungs⸗Nachweis. Sterblichkeit in Moskau 1885. Pellagra in Oesterreich⸗Ungarn. Gesundheitszustand in Norwegen 1882. Zeitweilige Maßregeln zur Abwehr und Unterdrückung von Volkskrankheiten. Stand der Thierseuchen. Rinderpest in Rußland. Thierseuchen in den Niederlanden. Thierseuchen in der Schweiz. Veterinär⸗polizei⸗ liche Maßregeln. Medizinalgesetzgebung ꝛc. Polizeiverordnung der Regierung zu Schleswig, betreffend das Aufblasen des Fleisches.

Kunst, Wissenschaft und Literatur. 8

Als Anhang zum „Inventar der Bau⸗ und Kunst⸗ denkmäler in der Provinz Brandenburg“ von Professor R. Bergau (vergl. die Besprechung in Nr. 28 des „Reichs⸗ und Staats⸗Anzeigers“ vom 1. Februar 1886) ist von demselben Verfasser soeben in der Vossischen Buchhandlung (Strikker) zu Berlin erschienen und wird den Besitzern des Hauptwerkes gratis ausgeliefert: „Kurze Erklärung der wichtigsten Kunstausdrücke aus dem Ge⸗ biete der Archäologie des Mittelalters.“ Dieser Anhang erklärt auf 91 Seiten groß Oktav in alphabetischer Folge etwa 1500 technische Ausdrücke, welche vorwiegend der bildenden Kunst im All⸗ gemeinen und speziell der Baukunst angehören. Da bei dem Um⸗ fang, den die Terminologie der Künste im Laufe der Jahrhunderte gewonnen hat, der Kunstfreund sich die nöthige Aufklärung nur aus Spezialwörterbüchern und Kunstgeschichten verschaffen kann, so ver⸗ dient der Gedanke, diesem Bedürfniß für das Inventar der Provinz Brandenburg durch einen erläuternden Index zu Hülfe zu kommen, gewiß Beifall. Aber auch die Anordnung dieses Kunstwörterbuchs ist zu loben. Der Verfasser sucht die Gegenstände möglichst zu ver⸗ anschaulichen; deshalb sind die wichtigeren in kleinen Artikeln behandelt und die geläufigsten Kunstbegriffe durch hübsche und deutliche in den Text gedruckte Holzschnitte (im Ganzen 51) vor Augen gefüh t; man vergl. z. B. „Basilika“, „Diptychon“, „Email“, „Erzengel“, „Fachwerk“, „Fialen“, „Gewölbe“, „Kelch“, „Kloster“, „Kreuz“, 1.“ „Reliquiarium“, „Säulenordnung“, „Schild“, „Schwert“, „Sgraffito“, Ober⸗Italien. „Wimperg“ und die sehr ausführlich behandelten Stichworte: „Litur⸗ Mittel⸗Italien. gische Gewänder“ und „Ritualbuch“. Dem Inhalt des „Inventars“ Frankreich entsprechend ist auch der Kultus und die Kulturgeschichte in den Bereich Zvlland der Erklärung gezogen. Man England. „Bilderstürmer“, „Freuden der Maria“, Nördliches

Kavallerie⸗Abtheilung. Spezieller Dienst der Kavallerie, Militär⸗Reitinstitut,

Veterinärwesen, Landgendarmerie, Leib⸗ und Feldgendarmerie, Feldjäger, Postwesen, Feldgeräth der Armee, Spezieller Dienst des Trains.

G Artillerie⸗Abtheilung.

Wite bisher, nur giebt sie die Versorgung der Armee mit Handfeuer⸗ und blanken Waffen, sowie die Angelegenheiten der Büchsenmacher ab und übernimmt dagegen die Angelegen⸗ heiten der Vereinigten Artillerie⸗ und Ingenieurschule und der Prüfungskommission für Hauptleute und Premier⸗Lieutenants der Artillerie.

Ingenieur⸗Abtheilung. Wie bisher. h 3 Technische Abtheilung. Wie bisher. 8 Militär⸗Oekonomie⸗Departement. Kassen⸗Abtheilung. Verpflegungs⸗Abtheilung. Bekleidungs⸗Abtheilung. Servis⸗Abtheilung. Beau⸗Abtheilung. ““ Wie bisher, jedoch tritt bei der Bekleidungs⸗Abtheilung

sehe die Rubriken „Bauhütten“,

„Kußtäfelchen“, „Rosen⸗ Rußland.

punden.

nur Anspruch

Ober⸗Kirchenrath erst

unter Beiordnung des Geheimen Ministerial⸗Raths

die Verwaltung des Unterstützungsfonds für Offiziere und Offizier⸗Aspiranten des Friedensstandes hinzu.

Departement für das Invalidenwesen. „Pensions⸗Abtheilung. Im Allgemeinen wie die bisherige Abtheilung A. Unterstützungs⸗Abtheilung.

Im Allgemeinen wie die Ge eig⸗ Abtheilung B.

Anstellungs⸗Abtheilung. .

Anstellung inaktiver Offiziere und Mannschaften, Krieger⸗ Vereine, Strafvollstreckung, Arbeiter⸗Abtheilungen, Militär⸗ Kirchenwesen, Militär⸗Justizwesen, Ehrengerichtliche, Diszipli⸗ nar⸗, Begnadigungs⸗, Auslieferungs⸗, Besteuerungs⸗, Heiraths⸗, Wahl⸗Angelegenheiten, Stammlisten, Orden, Fahnen. Remontirungs⸗Abtheilung.

Wie bisher. 8

Wie bisher.

Zufolge Allerhöchster Bestimmung ist der Stab der 8. Infanterie⸗Brigade, sowie der Regiments⸗Stab und das 1. Bataillon 4. Pommerschen Infanterie⸗Regi⸗ ments Nr. 21 zum 31. März 1887 von Bromberg nach Thorn zu verlegen.

Nach §. 252 Th. II. Tit. 2 des Preuß. Allg. L.⸗R. sind die Kinder den Eltern, wenn dieseehn 8 Ver⸗ schulden unvermögend sind, sich selbst zu ernähren, anstän⸗ digen Unterhalt nach ihrem Vermögen zu reichen ver⸗ In Bezug auf diese Bestimmung hat das Reichs⸗ gericht, IV. Civilsenat, durch Urtheil vom 31. Mai d. J. ausgesprochen, daß die Eltern auch reichen Kindern gegenüber r. vnsbr an Töeäredrührichen de Rünegscen Unterhalt

en, wenn die Eltern früher im Ueberfluß und höchst hrenh gelebt haben. h v1

Se. Hoheit der Erbprinz Bernhard von Sachs en-Meininge n, Oberst⸗Lieutenant und etatsmäßiger Stabsoffizier des Kaiser Franz Garde⸗Grenadier⸗Regiments Nr. 2, hat sich mit Urlaub nach Meiningen begeben.

Hessen. Darmstadt, 23. September. (W. T. B.)

Der Großherzog ist mit Familie gestern Abend aus Ober⸗

hessen hierher zurückgekehrt, begleitet von der Prinzessin Luise

von Großbritannien, welche seit dem 20. d. M. in Friedberg

zum Besuche weilt. Prinz Christian Victor von Schleswig⸗

Holstein, welcher allen Manövern in Oberhessen beigewohnt hatte, ist nach Homburg abgereist.

Mecklenburg⸗Schwerin. Am 1. Oktober d. J. treten

Medizinal⸗Abtheilung.

8 8 chweri 2 b25 September. m zwei hervorragende hiesige Würden⸗ träger in den Ruhestand: der Vorstand des Mnistenrden⸗ des Innern, Staatsrath Dr. Wetzell, und der Ober⸗Kirchen⸗ raths⸗Präsident D. Dr. Kaysel. Der Erstgenannte, früher Professor in Rostock und Tübingen und bekannt als tüchtiger Civilprozessualist („System des gemeinen ordentlichen Civil⸗ prozesses )) hat seit Ostern 1866 das obengenannte Ministerium geleitet. Sein Ressort wird nach seinem Abgange von dem diri⸗ girenden Staats⸗Minister Kammerherrn von low⸗Niodin⸗ walde, Minister der Auswärtigen Angelegenheiten und des Großherzoglichen Hauses, mitübernommen werden, und zwar 2 2 S t isherigen Ersten vortragenden Flathe im Minihter schrnidt, Innern, mit dem Charakter als Ministerial⸗Direktor. D. Dr. Kaysel, der bereits am 3. November 1881 Dienstjubiläum feierte, gehörte seit dem er vorher Mitglied des hiesigen Amtsgeri

sein 50jähriges 1849, Tähriges als Nath, seit 1e0 nls Wirescen und be 3 9 855 a trektor und (. an und hat sich in seiner langjährigen Dienstzeit stets als 69 ezeichneter Jurist und trefflicher Beamte bewährt. Als sein achfolger ist der Geheime Ober⸗Kirchenrath D. Dr. Kliefoth der erste Geistliche der mecklenburgischen Landeskirche, und als bedeutender lutherischer Theologe allbekannt, designirt

und sonstigen Arbeitern gekündigt. „„— 22. September. (W. T. B.) Im Unterhause er⸗ klärte der Schatzkanzler Lord Churchill, die Regierung beabsichtige, falls sie nicht durch andere Vorkommnisse daran verhindert werde, zu Anfang der nächsten Session die Auf⸗ merksamkeit des Hauses auf bedeutende nothwendige Ver⸗ änderungen der Geschäftsordnung zu lenken. Bei Gelegenheit der dritten Lesung des Finanzgesetzes erklärte derselbe, die Zustände auf der Balkan⸗Halbinsel wären ohne Zweifel ernst und köneten kritisch werden; aber die von einigen Deputirten bezerchtete Gefahr dürste bS werden, wenn die Regkbemeng sich auf eine n über die Lage einließe. Lord Churchill ersuchte deshalb das Haus, von einer Debatte abzusehen, und bemerkte, keine Re ierung würde ein definitives Vorgehen in solchen Fragen, die das Schicksal des Reichs unmittelbar berühren könnten, beschließen, ohne das Parlament zu berufen und diesem den ganzen Sachverhalt vorzulegen. Die Regierung wäre sich völlig bewußt, daß die Angelegenheiten in Bulgarien kritisch werden könnten, aber der Verlauf der Krisis in Bulgarien im Oktober vorigen Jahres berechtige sie, auch in Betreff der Behandlung der gegenwärtigen Schwierigkeit Vertrauen zu hegen. Das Hauptziel der Regierung in allen europäischen Fragen würde stets sein, das europäische Concert in wirksamer Form behufs Wahrung des europäischen Friedens zu er⸗ halten. Das Finanzgesetz wurde in dritter Lesung kügenontmeg., hcn Shar er des Parlaments erfolgt ö

Sonnabend. 8 ·

23. September. (W. T. B.) Dem „Reuter'schen Bureau“ wird aus Mandalay vom 22. d. gemeldet: Als heute früh die Thüren der öffentlichen Wohlthätigkeitsanstalt geöffnet wurden, um Lebensmittel an die von der jüngsten Ueberschwemmung Betroffenen zu vertheilen, stürzte sich ein Haufen Nothleidender gewaltsam gegen die Thüren, wobei 12 Personen zertreten und 8 verwundet wurden. Fast 6000 Personen empfingen im Laufe des gestrige Tages Lebens⸗

8

mittel.

8 8 4

Frankreich. Paris, 21. September. (Köln. Ztg.) Aus einer Mittheilung, welche der Finanz⸗Minister dem Budgetausschuß hat zugehen lassen, erhellt, daß, falls man seine Anträge verwirft, das Budget von 1887 mit einem Füihgetragh von 104 316 000 Fr. abschließen wird. Die Er⸗ lärungen des Ministers in der gestrigen Ausschußsitzung ent⸗ hielten nichts Neues; er hielt sein Budget in fast allen Punkten aufrecht und besteht auf der Reform der Getränke⸗ steuer, die 76 Millionen abwerfen soll, und auf der Umwand⸗ lung der sechsjährigen Obligationen, um den Ausfall der Ein⸗ nahmen zu decken Morgen oder übermorgen wird der „Anamite“ in Algier Truppen für Tongking an Bord nehmen; im Ganzen werden etwa 2500 Mann im Laufe des nächsten Monats dorehin abgehen. Der kleine Hafen Tancarville in der Nähe von Rouen ist vom Marine⸗Minister zum Sammelplatz der Torpedo⸗ und Kanone nboote in Kriegszeiten bestimmt worden. Der Kriegs⸗Minister hat jetzt beschlossen, die Privatindustrie zur erstellung von Kriegswaffen heranzuzueen. Die Stadt Tulle erhielt den ersten Auftrag zur Ansertig.ung von Repetirgewehren, deren Herstellung beschleunigt wird. Kaul Bert meldet, daß er von Hué auf acht Tage nach Hanoi gehen und darnach eine neue Rundreise unternehmen wolle. 22. September. (W. T. Die Budget⸗ kommission beschloß heute mit 9 gegen 5 Stimmen, den beantragten Kredit für die französische Botschaft b zim Vatikan aufrecht zu erhalten.

Spanien. Madrid, 22. September. (W. T. B.) Bis

gestern waren anläßlich der jüngsten aufständi 3 wegung im Ganzen 30 süngf ständischen Be⸗

Civil⸗ und 191 Militär 8 Haft gebracht. 8 Militärpersonen zur

Zeitungsstimmen.

Die „Berliner Politischen Nachrichten“ schreiben: Jedwede nationale Industrie braucht zu ihrem Gedeihen gewisse Penmtgungen, bei deren fen2 1u Vorhandensein ie ihre Existenz zwar eine zeitlang nothwendig fristen kann, aber schließlich sich doch vor die Wahl gestellt sehen wird, entweder den Kampf um das ihr allzuschwer gemachte Dasein aufzugeben, oder den Versuch zu machen, bessere Existenzbedingungen zu erlangen. Daß die

eriode des schrankenlosen Freihandels den Interessen der nationalen Industrien des Kontinents, denen im Kampfe gegen die übermächtige englische Konkurrenz nur ungleiche Waffen zu Gebote standen, besonders zuträglich gewesen wäre, wird heutigen Tages wohl nur noch von den allerunverbesserlichsten Fana⸗ tikern des Manchesterthums angenommen. Der Einfluß einer ge⸗ mäßigten Schutzzollpolitik ist, was wir in Deutschland zu beobachten seit geraumer Zeit in der Lage sind, für den industrieͤllen Fortschritt und Aufschwung unseres Vaterlandes von unverkennbarem Nutzen ge⸗ wesen, während die vielgepriesenen Segnungen des Freihandels sich selbst auf dem Boden seiner Urheimath, England, je länger, desto mehr, in ihr Gegentheil verwandeln. Es war schon vor längerer Zeit einmal an dieser Stelle darauf hing wiesen, wie an englische Industriefirmen ersten Ranges die Nothwendigkeit berantrat, ihr Do⸗ mizil ganz und gar aus England weg und nach Amerika zu verlegen. Daß dieser Prozeß inzwischen nicht zum Stillstand gekommen, dürfte durch die Thatsache erwiesen werden, daß seitdem zahlreiche Firmen dem gegebenen Beispiel gefolgt und mit Sack und Pack, mit Maschinen, Roh⸗ stoffen, Technikern und Arbeitern nach Schutzzollländern übergesiedelt. sind., Das Neueste auf diesem Gebiete aber ersehen wir aus einer Notiz der „Gazzetta Piemontesa“, derzufolge die einen Weltruf ge⸗ nießenden Armstrong'schen Werke eine Filiale in Pozenoli eröffnet und mit der italienischen Regierung bedeutende Kontrakte für Jahre hinaus abgeschlossen haben. Wenn aber die „Gazzetta Piemontesa“ zweifelnd fragt: Werden die Herren Armstrong, nachdem sie der Re⸗ gierung ihres eigenen Landes Geschütze von schlechter Beschaffenheit geliefert haben, im Stande sein, Italien mit besseren zu versorgen? so bemerkt demgegenüber eine fachmännische Feder in der hochange⸗ sehenen „Admiralty and Horse Guards Gazette“, daß die italienische Kollegin das Phänomen des Auswanderns industrieller Betriebe nicht von der rechten Seite zu betrachten scheine:

„Einmal im Auslande etablirt, kann eine englische Firma den fremden zollgeschützten Markt zollfrei beschicken, während die Transport⸗ kosten nach England sich nicht höher stellen, als die in England zu erlegenden Eisenbahnfrachtfätze. So ergiebt sich mithin für die eng⸗ lische Firma im Auslande ein reiner Nutzen sowohl was den fremden als was den englischen Markt betrifft. England aber hat von der industriellen Auswanderung ganz andere Gefahren zu besorgen. Italien, Frankreich, Deutschland, Oesterreich, Rußland in Wahrheit lauter schutzzöllnerische Länder haben dabei nichts zu fürchten, nichts zu verlieren, wohl aber viel zu gewinnen. Es ist der britische Arbeiter und mithin die britische Gesellschaft im Ganzen, welche leidet, wenn ihre heimathliche Industrie auswandert. So werden z. B. die Armstrongwerke von Pozenoli bald die von Elswick am Tyne überflügeln. Erstere werden zur Hauptniederlassung und letztere nur zu bloßen Ausrüstungsläden (mere fitting shops] behufs Vollziehung der den Firmen Seitens der englischen Regierung zugehenden Aufträge werden. Pozenoli wird alle Aufträge für Italien und andere fremdländische Regierungen ausführen und voll⸗ ziehen. Die dortigen Armstrongwerke werden die Elrwickwerke bald verdunkeln: letztere werden kränkeln und eine bloße Filiale der italienischen Werke werden. Letztere werden Tausende von italienischen Arbeitern beschäftigen, Elswick nur ein paar hundert englische und fremdländische Monteure. Das ist natürlich eine von den großen Wohlthaten des Freihandels. Die Gesellschaft wird Geld machen. Die britischen Arbeiter von Newcastle am Tyne werden aus der Arbeit gedrängt werden und hungern müssen, wenn f nicht gleichfalls auswandern, sobald Pozenoli sie ihrer Arbeit beraubt hat.“

Daß Deutschlands Industrie unter der Herrschaft des Schußes der nationalen Arbeit hätte zum Wanderstabe greifen müssen, ist bis jetzt nicht bekannt geworden, wohl aber weiß man, daß nicht wenige der aus England perzogenen Geschäfte ihren Wirkungskreis nach Deutschland verlegt haben, was sie schwerlich gethan haben dürften, wenn unsere jetzige Wirthschaftspolitik in Wahrheit die verheerenden

Wirkungen auf unsere Geschäftswelt geübt hätte, welche ihr von der

Freihandelspresse angedichtet werden.

Der (Leipziger) „Monatsschrift für Textil⸗ Industrie“ wird zur Lage des Berliner Konfektionsgeschäfts

aus Berlin, 19. September, berichtet:

1883 1885. Verfälschung der Lebensmittel in Chemnitz. Quarantäne⸗Bestimmungen im Staate Süd⸗Carolina vom Jahre 1882. (Schluß.) Kongresse, Verhandlungen gesetzgebender Körper⸗ schaften ꝛc. Britischer Gesetzentwurf, betreffend den Verkehr mit Kunstbutter.

Eisenbahn⸗Verordnungs⸗Blatt. Nr. 27. Inhalt: Allerhöchste Konzessions⸗Urkunde, betreffend den Bau und Betrieb schmalspuriger Eisenbahnen von Altena nach Lüdenscheid, von Werdohl nach Augustenthal und von Schalksmühle nach Halver durch die Kreis Altenaer Schmalspur⸗Eisenbahngesellschaft. Vom 24. Mai 1886. Erlasse des Ministers der öffentlichen Arbeiten: 56. vom 13. Sep⸗ tember 1886, betreffend Beschaffung und Unterhaltung von Garten⸗ möbeln für Dienstgärten u. s. w.; 57. vom 13. September 1886, betreffend Allgemeine Vorschriften über die Behandlung der Fund⸗ sachen. Nachrichten.

Landtags⸗Angelegenheiten.

Bei der im 7. Potsdamer Wahlbezirk (Brandenburg) statt⸗ gefundenen Ersatzwahl für den verstorbenen Major a. D., Fidei⸗ kommißbesitzer Kleist von Bornstedt sind 483 gültige Stimmen abge⸗ geben worden. Es erhielten: Rittergutsbesitzer von Bredow zu Senzke (konservativ) 317, Pastor Schumann zu Jeserig (freisinnig) 166 Stimmen, so daß Ersterer zum Mitglied des Hauses der Abge⸗ ordneten gewählt worden ist. 8

Bei der im 1. Posener Wahlbezirk (Posen) stattgefundenen Ersatzwahl für den verstorbenen Eisenbahn⸗Direktor a. D. Büchte⸗ mann erhielten im ersten Wahlgange Ober⸗Landesgerichts⸗Rath Schmieder (deutschfreisinnig) 82, Rentier Jan Krysiewicz (Pole) 77, und Ober⸗Regierungs⸗Rath Gaebel (freikonservativ) 68 Stimmen. Bei dem darauf folgenden zweiten Wahlgange erhielten von den 217 abgegebenen Stimmen Ober⸗Landesgerichts⸗Raͤth Schmieder in Breslau 140, Rentier Jan Krysiewicz 76 Stimmen, so daß Ersterer zum Mitglied des Hauses der Abgeordneten gewählt worden ist.

Statistische Nachrichten.

Das 1. Heft des 26. Bandes der Beiträge zur Statistik des Großherzogthums Hessen, herausgegeben von der Großherzoglichen Centralstelle für die Landesstatistik, bringt eine Uebersicht der Ge⸗

sscchäfte der ordentlichen streitigen Gerichtsbarkeit bei dem Großherzog⸗

lichen Ober⸗Landesgericht zu Darmstadt und bei den Gerichten und

Staatsanwaltschaften im Bezirk desselben während der Geschäftsjahre

1884 und 1885. Wir entnehmen demselben folgende Daten: Bei den Amtsgerichten gelangten an Civilsachen in bürgerlichen Rechtsstreitig⸗ keiten im Jahre 1884 zur Verhandlung 791 Sühnesachen, darunter 187 Ehesachen, 187 Mahnsachen, 84 015 gewöhnliche Prozesse (einschl. der nach §. 563 C.⸗P.⸗O. anhängig gebliebenen 18 672 Urkundenprozesse); 1167 Urkundenprozesse, darunter 934 Wechselprozesse, 137 Entmündi⸗ gungssachen, 79 Aufgebotsverfahren, 1084 Arrest⸗ und einstweilige Verfügungen, 893 Anträge außerhalb eines bei dem Gericht an⸗ hängigen Rechtsstreits, 96 Vertheilungsverfahren betr. beweg⸗ liches Vermögen, 2090 Zwangsversteigerungen von Gegenständen des unbeweglichen Vermögens, 279 Zwangsverwaltungen, 3389 andere Anträge betr. Zwangsvollstreckung. Mündliche Verhandlungen gab es 0 280, darunter kontrakdiktorische Verhandlungen 10 113; Sühne⸗ achen mit Ausschluß der Sühnetermine in Ehesachen 604 Vergleiche sind aufgenommen 140. Mahnsachen gab es 137 529 im Jahre 1883 und 84 015 in 1884. Rheinschiffahrts⸗Gerichtssachen gab es 1. An Entmündigungssachen waren anhängig 468, darunter 91 Entmün⸗ digungen wegen Geisteskrankheit und 14 wegen Verschwendung; ferner 7 Wiederaufhebungen der Entmündigung wegen Geisteskrankheit⸗ 2 wegen Verschwendung. Im Konkursverfahren waren anhängig 291 Sachen, davon sind beendet 138, unbeendet blieben 153. Konkurs⸗ verfahren sind beendigt 138, darunter 59 Fälle, in denen ein Gläu⸗ bigerausschuß vorhanden war; 103 Konkursverfahren sind im laufen⸗ den Jahr eröffnet worden. In Strafsachen betrug die Zahl 84 353. Hauptverhandlungen sanden statt zusammen 10 945. Urtheile wurden gefällt 10 428, wovon 6370 vor dem Schöffengericht, 4058 vor dem Amtsgericht. Durch die ergangenen Urtheile erster Instanz sind verurtheilt 10 650 Personen, darunter durch Urtheil des Schöffengerichts 6384; frei⸗ esprochen 1708, darunter 1651 durchs Schöffengericht. In Rechts⸗ ülfsachen gelangten 12593 Ersuchen an das Amtsgericht, 3303 an die Gerichtsschreiberei. An den Landgerichten betrug die Zahl der Civil⸗

kranz“,

zeichen“, deren Ursprung, Regel oder Gelübde, Tracht u. s. w. angegeben wird, und die Waffen und Rüstungsstücke des Mittelalters mit vielen Ab⸗ bildungen (Hellebarden, Helme, Partisanen, Plattenrüstung).

viel Liebe und die Scenerie ist so anziehend geschildert, daß das Lesen der

Jlichkeit des Erzählten gar nicht aufkommen läßt.

„Steinmetz⸗

„Sakramentshaus“, „Schmerzen der Maria“, Ritter⸗Orden,

sowie die verschiedenen Mönchs⸗ und

Alles dies in einem Anhange vereinigt zu finden, ist für den Leser eine dankenswerthe Bequemlichkeit. Die Darstellung ist klar und gemein⸗ faßlich und nimmt überall den Standpunkt des gebildeten Laien zum Maßstabe. Die Benutzbarkeit des Buches wird somit durch den Anhang allgemein ermöglicht und erleichtert. Das vollständige Werk ist nunmehr für den Preis von 20 zu beziehen. Von Hackländer's Soldatenroman: „Der letzte Bom⸗ bardier“ mit 500 Illustrationen von Bergen und Haug (in Liefe⸗ rungen à 40 bei C. Krabbe in Stuttgart) ist Lieferung 14 —17 erschienen. Das Wiederbegegnen der beiden Frauen, die so geheimniß⸗ voll und bedeutsam in des „Letzten Bombardiers“ Leben eingreifen, ist der fesselnde Stoff dieser Lieferungen, die die illustrirenden Künstler mit anziehenden kleinen Bildern geschmückt haben. „Zwischen Judica und Palmarum“, vier Novellen von Max Hobrecht (Rathenow 1885, A. Haase'’s Buchhandlung, Max Babenzien). Der Titel des Buchs erklärt sich dadurch, daß vier Herren sich zur Schnepfenjagd in Saßnitz auf Rügen zusammenfinden und sich die Abende durch Erzählungen verkürzen. Wie sie sich durch die mitgetheilten Novellen „Käthrin“, „Die wilde Jagd“, „Sei ge⸗ treu“, „Hunger und Liebe“ angenehm die Zeit vertreiben, so wird sich auch der Leser mit den Erzählungen unterhalten, um so mehr, als sie ihm in dem freundlichen Rahmen der aus dem Winterschlaf erwachten Stubnitz geboten werden. Im Verlage von L. Schleiermacher (Berlin und Potsdam) erschien eine Gedichtsammlung, welche betitelt ist: „Hie Waibling“, ein Bruchstück aus dem Tagebuch eines fraktionslosen Deutschen 1879 1886. Dem deutschen Offizier⸗Corps gewidmet von Dago⸗ vert von Gerhardt (Gerhard von Amyntor). Der durch seine patriotischen Schriften wohlbekannte Verfasser bietet uns in dieser kleinen Sammlung eine Anzahl lyrischer Produkte, die durch den ihnen gegebenen Titel bereits verrathen, welchen Zweck sie haben und in welcher Gesinnung sie geschrieben sind. Dieselben beschäftigen sich vorwiegend mit dem Hohenzollernhause und behandeln wichtige vater⸗ ländische Ereignisse oder Vorgänge, welche auf die Kaiserliche Familie und hervorragende Männer Bezug haben. Sie sind in ansprechender, frischer Form gearbeitet und dürften in patriotischen Leserkreisen auf Beifall zu rechnen haben. 1 Im Verlage von Friedrich Luckhardt hierselbst (New⸗York, C. Schirmer) ist eine von dem bekannten Liederkomponisten August Bungert gedichtete und komponirte Kaiser Wilhelm 2 mne erschienen. Der von Begeisterung für den Kaiser durchglühten Dichtung entspricht die im langsamen Marschtempo gehaltene melodiöse, kräftige, schwungvolle Komposition in G-dur. Die Hymne ist für ein⸗ stimmigen Chor (Pr. 60 ₰) und für vierstimmigen Männerchor (Pr. für Partitur und Stimme 2 ℳ) arrangirt, außerdem aber auch zweistimmig, für gemischten Chor, und durch den Musikdirektor H. Saro auch für großes Orchester, also in einer Mannigfaltigkeit, die ihr die erwünschte Verbreitung wesentlich erleichtert. „Simson“, Novelle von Emil Taubert (Berlin, Theodor Hofmann, 1886, 1,50 ℳ), eine Dichtung, die sich den in der „Laterna magica“ unlängst erschienenen Mährchen Taubert's würdig anreiht. Der Held der Erzählung, der wegen seiner Hünengestalt und seines üppigen Haarwuchses den Beinamen „Simson“ führt, wird durch die Energie seiner Geliebten dem Nichtsthun und einer sinn⸗ lichen Liebe entrissen und als Bauführer ein nützliches Mitglied der bürgerlichen Gesellschaft. Dieses an sich sehr prosaische Thema ist aber so eigenartig und poetisch behandelt, die Personen sind mit so

Dichtung einen Genuß gewährt, der die Frage nach der Wahrschein⸗

In demselben Verlage erschien eine andere Novelle, von Karl Wartenburg, „Wann Frauen alt werden?“ (3 ℳ) Die Ant⸗ wort lautet negativ, daß ein Weib noch jung sei, wenn sie eine tiefe große Leidenschaft bei einem Manne von Geist und Herz hervorrufen önch Die Heldin der Erzählung versucht leichtfertiger Weise die Probe der Richtigkeit dieses Satzes und bringt sich und den Geliebten dadurch in unlösliche tragische Konflikte, aus denen sie aber in versöhnender Weise veredelt hervorgeht. So ernst die Tendenz der Erzählung ist, die auch die soziale Frage streift, der talentvolle Verfasser hat sie durch anmuthige Darstellung, eingestreuten Humor und lebendige landschaftliche Schilderungen doch fesselnd gestaltet.

Von Kirchhoff u. Wigand in Leipzig ist vor Kurzem

Dresdener

Mittel⸗Rußland Podolien. Bessarabien. Rumänien, Moldau . kleine Walachei große Walachei ““ Ungarn Oesterreich 1X“X“ w . 92 ½52 Die Weizenernte Indiens wird auf 77 Millionen Metercentner, diejenige Amerikas auf 435 Mill. Bushels (gegen 357 Mill. in 1885) veranschlagt. 3 Im Allgemeinen hat der ganze Osten Europas ein starkes, der Westen ein geringes Minderergebniß aufzuweisen, während in Mittel⸗ und Süd⸗Europa im Durchschnitt derselbe Ertrag wie im Vorjahre erzielt werden wird. 116“

Veterinärwesen.

MNrievheriiiu In der Abtheilung Wonogiri der Residentur Soerakarta auf Java herrscht die Viehpest in bedeutendem Umfange.

Gewerbe und Handel.

der gestrigen Sitzung des Aufsichtsrathes der Berlin⸗ Eisenbahn wurde nach längerer Diskussion be⸗ schlossen, eine Kommission zu ernennen, welche mit der Regierung über die Verkaufsofferte verhandeln und über das Resultat ihrer Be⸗ sprechungen dem Aufsichtsrath Bericht erstatten soll.

Leipzig, 22. September. Die „Leipz. Ztg.“ berichtet über die Ledermesse: Die Anzahl der zur Messe erschienenen Käufer war größer als erwartet, wenn auch deren Stimmung nicht animirt war. Die Zufuhren in Sohlleder und Unterleder blieben normal. Gute Fabrikate erzielten die letztmonatlichen Preise. Geringe Sor⸗ timente, welche den Hauptbestandtheil der Meßstapel reprä⸗ sentiren. wurden zu entsprechend billigeren Preisen begeben, namentlich geringere leichte Sohlleder, Brandsohlleder und Vacheleder.

IFn

Braune gute Rindleder sind in lebhaftem Begehr zu lohnenden Preisen, wäbrend unsaubere Bearbeitungen in ungattlichen Häuten ebenso vernachlässigt blieben wie dergleichen Sortimente in Kipsen und Kalbfellen. Solide Gerbungen schwarz genarbter Kalb⸗ leder für Schäftefabrikation wurden zu guten Preisen gern gekauft, je nach Appretur und Reinheit zu 2,80 3,80 pro Pfund. Auf den Schafleder⸗Stapelplätzen war es ziemlich ruhig und durch das Fehlen ausländischer Käufer drückten sich die Preise nicht unwesentlich, so daß die bez. Fabrikation einen sehr schwierigen Stand hat.

London, 22. September. (W. T. B.) Wollauktion. Stimmung recht fest, lebhaftes Geschäft.

Submissionen im Auslande.

Belgien.

1) Nächstens. Börse zu Brüssel, Lieferung von 8700 Schmier⸗ büchsen und 4500 Oelkännchen verschiedener Größen. Das Nähere wird noch veröffentlicht werden.

2) Nächstens. Börse zu Brüssel. Lieferung von 100 000 kg Schmieröl (vegetabilisches) in 4 Loosen. Näheres wie ad 1.

3) Nächstens. Wartesaal 1. Klasse der Station Tournai. Bau⸗ und Pflasterungs⸗Arbeiten, Lager für eine Drehscheibe, Laderampe ꝛc. in Station Renaix. Voranschlag 45 082 Fr. Vorläufige Kaution 2000 Fr. Auskunft beim Ingenieur en chef, Betriebschef Ghilain zu Station Tournai. Preis der Pläne 3,50 Fr.

4) Nächstens. Wartesaal 1. Klasse der Station Arlon. Bauliche Veränderungen in Station Bastogne. Voranschlag 37 419 Fr. Vor⸗ läufige Kaution 1850 Fr. Auskunft beim Ingenieur en chef, Betriebschef Bozet zu Arlon. Preis der Pläne 3,25 Fr.

Niederlande. 1) 30. September, Vormittags 10 Uhr. Deichverwaltung (Dykgraafen Hoogheemraden) von Delfland im „Gemeenlandshuis“ zu Delft, Prov. Suͤdholland. Lieferung von

1) 400 000 kg Säulenbasalt (Kopfstücke),

2) 400 000 kg Basalt (Bruchstücke).

Näheres auf der Sekretarie von Delfland zu Delft. ertheilt der Feldmesser J. P. van den Berg Jz. zu Delft.

2) 4. Oktober, Mittags 12 Uhr. Kolonial⸗Ministerium, Technisches

Auskunft

über ihr antiquarisches Bücherlager Katalog Nr. 768

sachen 3846. Bürgerliche Rechtsstreitigkeiten in der Berufungsinstanz gab es 572; Beschwerden in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten 354, im

„Musikwissenschaft und Musikalien“ versandt worden. Derselbe ent⸗

Bureau, im Haag, in 3 Abtheilungen Lieferung von