8— 1““ treue“ stets behalten, — dem deutschen Volke als ein deutsche Treue überhaupt!
Das Dichter⸗Heim, am Fuße des Berges, in dem sich so oft die besten Männer um Justinus Kerner sammelten, hat dafür gesorgt, daß Lieder, welche diese Gesinnung athmen, überall hingedrungen sind und zum Theil als Volkslieder lebendig bleiben, soweit deutsche Herzen schlagen. Sie klingen nach, durch die Aeolsharfen der „Weiber⸗ treue“, vom Fels zum Meere! 8
Wie aber wurde in den schwäbischen Sängern das Wehen des alten deutschen Geistes geweckt? — Das „Haus Württemberg“, in vielen seiner erlauchten Glieder, war es, welches früher und mehr, als es sonst in deutschen Landen geschah, die Söhne seiner Landeskinder zu jener ernsten Geistesrichtung angeregt hat, die nicht allein von Hand zu Mund arbeitet, sondern von Mund zu Mund befördert hat, was heuté Deutschland einigt; — — die Liebe, nicht nur zum engern, nein, auch zum ganzen dentschen Vaterlande! Die Keime, welche die Karlsschule gelegt, die einen Schiller erzog, sind reichlich aufgegangen; König Wilhelm hat sie stets eifrig genährt, und sie werden auch heute
Denkma zuweilen in den Chören wirkliche Begabung und Beruf gerade fü dieses musikalisch⸗dramatische Genre bewiesen. Was nun das Libr S anbetrifft, so hat es den Vorzug, daß eine leicht verständliche lung sich ruhig und natürlich entwickelt; jedoch ist sie vielfach in Einzelerscheinungen zu sentimental für eine Operette und verleitet 9 den Komponisten, in denselben Fehler zu verfallen. Was die Aufführu betrifft, so haben wir an erster Stelle einer ausgezeichneten schauspieleris Leistung des Hrn. Wellhof zu gedenken, der neben seiner gewohnheitz⸗ mäßigen Komik diesmal eine eindrucksvolle Nachtwandlerscene gzu spielen hatte, in welcher Ernst und Scherz schnell und rührend ab⸗ wechseln. Alle übrigen Kräfte leisteten gleichmäßig Ausgezeichnetes Frl. Wenzel brachte ihre schönen Stimmmittel voll zur Geltung, dar aber auf die schauspielerische Seite ihrer Aufgabe noch mehr Sorgfalt verwenden. Frl. Stubel zeigte sich im Vollbesitz ihrer komisch⸗schan⸗ spielerischen und gesanglichen Vorzüge. Vortrefflich war auch Hr. Pagin, obgleich er an mancher Stelle mit der Fadheit seiner hippo⸗ logischen Coupletverse zu kämpfen hatte Die Herren Steiner, Stein⸗ berger, Broda vollendeten das Ensemble, welches seinen ganz besonde⸗
“ 1“
sich als ausgesprochenen Realisten in seiner „Kranken Mutter“, wäh⸗ rend das humoristisch gehaltene Bild: „Die neuen Schuhe“, durch den liebenswürdigen Humor und die lebhaftere Farbengebung manchem Zuschauer besser gefallen mag. — Als tüchtigen Figurenzeichner und Schilderer des venetianischen Volkstreibens zeigt sich Giuseppe Barison in seinem „Fischmarkt zu Venedig“. — Eigenthümlich berührt Francesco Michetti's (Francavilla) „Seebad“ sowohl durch die Figuren als auch durch das Kolorit, welches fast an Böcklin erinnert; das Meer ist sehr flüchtig behandelt. — Als gewandter Kostümzeichner erscheint Nazzareno Cipriani in seinem „Galanten Dichter“, welcher junge Damen auf einer Terrasse mit der Lektüre seiner Werke unterhält. — Alfonso Savini zeigt gleichfalls treffliche Behandlung der Gewandung in seinem „Spaßmacher“. — Gerolamo Induno stellt einen „Alterthums⸗ freund“ aus, eine ansprechende Leistung, Cesa re Laurent einen italienischen Fischmarkt, Cesar Biseo einen Bänkelsänger in Egypten, Vincenzo Caprile ein „Brautkleid“, alles Bilder, welche recht
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Erste Beilage s⸗Anzeiger und Königlich Preußis
Berlin, Dienstag den 28. September
Deutschen Rei
228.
Oeffentlicher Anzeiger.
1 “ “ .Steckbriefe und Untersuchungs⸗Sachen. 5. Industrielle Etablissements, Fabriken unbd 2. Zwangsvollstreckungen, Aufgebote, Vor⸗ Großhandel.
ladungen u. dergl. 6. Verschiedene Bekanntmachungen.
6— 8 Inserate für den Deutschen Reichs⸗ und Königl. Preuß. Staats⸗Anzeiger und das Central⸗Handels⸗ register nimmt an: die Königliche Expedition des Deutschen Reichs⸗Anzeigers und Königlich
Inserate nehmen an: die Annoncen⸗Expeditionen des „Invalidendank“, Rudolf Mosse, Haasenstein & Vogler, G. L. Daube & Co., E. Schlotte, Büttner & Winter, sowie alle übrigen größeren
erfreuliches Können verrathen. 8
Von den Landschaftsmalern sei in erster Linie genannt Gu⸗ glielmo Ciardi, deßsen „Lagune von Venedig“ im Widerschein eines leicht bewölkten Frühlingshimmels ungemein zart in der Aus⸗ führung ist; ein zweites Bild bietet eine Fernsicht über die „Cam⸗ pagna del Veneto“. — Luigi Rosa (Venedig) giebt eine hübsch ausgeführte Ansicht des großen Kanals von Venedig, Luigi Mion (Venedig) ein Architekturstück aus dem Innern der Markus⸗ kirche. — Von Pompeo Mariani rühren zwei Marinen her: ein eigenthümlich phantastisches Nachtstück, den Hafen von Genua dar⸗ stellend, und das „Lootsenboot von Alexandria“, das tüchtige Behand⸗ lung des Wassers zeigt.
821 . 5 Künstlern, welche in Italien schaffen, finden sich unter den Italienern vor Benedetto Knüpfer (Rom) mit einer anmuthig gemalten Meeresidylle, welche er die „Liebschaften der Wellen“ nennt. Das feuchte Element sowie die sich in ihm tummelnden Nixen⸗ gestalten sind zart wiedergegeben. A. Weiß, welcher in Paris lebt, hat ein großes Gemälde ausgestellt, welches er betitelt: „Der gezähmte Löwe“. Trotz des wunderlichen Stoffes und der etwas süßlichen Behandlung ver⸗ fehlt das vornehm gehaltene Bild eine gewisse Wirkung nicht. — In der Landschaftsmalerei finden wir Fritz Herly vertreten, der eine prächtige Landschaft, den „Strand zwischen Ancona und Falconara- ausgestellt hat. Ein erschöpfendes Urtheil über die italienische Kunst
estattet diese kleine Kollection nicht, ebensowenig wie die hier an Zahl geringen Werke der Spanier über den Stand der heutigen spanischen Kunst.
Von spanischen Künstlern, welche die Ausstellung beschickt zaben, erwähnen wir zunächst José Jimenez y Aranda, welcher
uns eine Scene aus einer Arena, einen Unglücksfall, vorführt und hierbei in der Zeichnung und Charakteristik der Figur, der Wieder⸗ gabe des spannenden Augenblicks, Vorzügliches leistete. — Von eigen⸗ artiger Wirkung ist das in der Behandlung großer Massen Geschick verrathende „Fest des heiligen Bartholomäus in Silges“ von Felipe Mazo. — Ueberraschend durch die effektvolle Farbengebung und die gewandte Zeichnung der Figuren ist José Benliure y Gil's „Römischer Carneval“, der durch die impressiorkstische Behandlung auffällt — Joaquin Araujo's „⸗Schlechter Handel' ist scharf in der Auffassung und wirkungsvoll in der Zeichnung. Es sind echt spanische Typen, welche der Künstler uns hier veranschaulicht. — Weniger gelungen erscheint das Bild „Im Bois de Boulogne“ von
rancisco Miralles, der uns Damen und Kinder auf grünem Rasen vorführt. — Von großer Wirksamkeit ist „Das Gebet“ von Agostino Robert y Suris: die Stimmung der Betenden ist überaus wirkungsvoll in den Gesichtern wiedergegeben; vielleicht hätte eine Ausführung des Bildes in kleinerem Maßstabe ihm nicht ge⸗ schadet. — Louis Jimenez zeigt uns einen alten Junggesellen in seinem Krautgarten, ohne einen bedeutenden Eindruck mit diesem Bilde erzielen zu können. — Recht hübsch hat Manuel Fimenez⸗Prieto in seinem „Küchenmeister des Klosters“ die räumliche Umgebung koloristisch nnd zeichnerisch wiederzugeben verstanden, doch läßt die Charakteristik der Figur zu wünschen übrig. — Ein sauber ausge⸗ führtes Genrebild, betitelt: „Flitterwochen“, welches uns ein plauderndes junges Ehepaar im Empirekostüm zeigt, rührt von Louis Alvarez her. — Egusquiza zeigt sich in seiner „Dame aus der Zeit Ludwigs XV.“ als geschickten Kostüm⸗ und Stoffmaler. — Von Enrique Mélida sehen wir zwei kleine Genrebilder, eine „Konsultation“ und eine Karnevalsscene in dem Marcellus⸗Theater in Rom, ausgestellt, ansprechende, wenn auch nicht bedeutende Werke; von Leon y Ecosura finden sich zwei Bilder: „Die Fahne des
eindes“ und „Das Smaragddiadem“ vor, welche etwas süßlich ge⸗ Feinn⸗ sind. — Von E. Akataye sehen wir geistvoll in Aquarell ausgeführte Rand⸗ und Titelzeichnungen zum ersen Kapitel des Don Quixote. — Maria Luisa de la Riva hat eine „Blumen⸗ verkäuferin“ ausgestellt, die sich durch die frische und gefällige Farben⸗ gebung auszeichnet.
In der Jubiläums⸗Kunstausstellung (deren Schluß bis zum 17. Oktober hinausgeschoben worden ist) erwartet man in den nächsten Tagen das letzte Werk des vor kurzer Zeit verstorbenen Meisters Karl von Piloty: die Darstellung vom Tode Alexander's des Großen, welche bekanntlich für die Nationalgalerie in Berlin be⸗ stimmt ühe Die Ausstellung dieses Werkes dürfte der Jubiläums⸗ Ausstellung erneute Zugkraft verleihen. Der Besuch der⸗ selben hat in den letzten Wochen seinen Höhepunkt erreicht. Ueberhaupt hat die bisherige Theilnahme ein sehr befrie⸗ digendes Ergebniß geliefert, da die Zahl der Besucher sben jetzt über eine Million beträgt. Auch mit dem Verkauf von
erken ist ein recht erfreuliches Resultat erzielt worden. Abgesehen von der großen Zahl von Gemälden und Skulpturen, welche für das Lotterie⸗Unternehmen erworben wurden, abgesehen von den noch zu er⸗ wartenden Ankäufen von Seiten des Staates für seine Kunstsamm⸗ lung, haben auch Private die Gelegenheit zu Erwerbungen reichlich wahrgenommen. Die Liste dieser letzten Verkaufsabschlüsse weist über 150 Werke auf. “
Bei dem Familienfest zu Weinsberg an Justinus Kerner’s hundertjährigem Geburtstage, dem 18. Septemberd. J., brachte Dr. G. Kerner, Frankfurt a. M., ein Hoch auf Se. Majestät den Kaiser aus und leitete dasselbe, wie folgt, ein:
Verehrte Festgenossen!
Gestatten Sie mir, daß ich, als ein Glied der Familie Kerner, das Wort ergreife, um den Gefühlen Ausdruck zu geben, die sicherlich heute Jeder empfindet, wenn er sieht und hört, wie Deutschland das Andenken seiner Dichter ehrt, die ihm den Glauben an den Kern der deutschen Volksseele, an die deutsche Treue, bewahrt haben.
In den unparteiischen Schilderungen, welche ein alter Schrift⸗ steller, der Römer Cornelius Tacitus, über die Sitten und Gewohn⸗ beiten und den Charakter unserer Vorfahren, der alten Germanen, hinterlassen hat, werden ganz besonders die deutschen Frauen gerühmt, wie sie, ohne Furcht und Zagen, aus nächster Nähe die heiligsten
eugen der Heldenthaten ihrer Männer und zugleich deren größte Lobredner waren. Edle Frauen aus alter deutscher Zeit, wie jene Thusnelda, deren sittliche Größe und heldenmüthige Ergebung Piloty's Meisterpinsel verewigt hat, sind uns unvergeßlich, und wie die Ge⸗ schichte selbst, so hat auch die Volkssage Frauengestalten belebt, die wir gern als typische Erscheinungen des Genius All⸗Deutschlands — der Germania — betrachten.
Gleich den Schweizern, denen kritische Historiker ihren Tell und ihren Winkelried absprechen wollen, danken auch wir es den Gelehrten schlecht, wenn sie unsere Helden und Heldinnen der Wirklichkeit zu entkleiden suchen, — — zumal wenn wir auf dem historischen Boden derselben stehen. — — — Nein, sie sind unveräußerliches Volks⸗ eigenthum geworden und müssen es bleiben! — So sehen wir heute auch im Geiste aus Alt⸗Weinsbergs Thoren die Schaar jener klugen und treuen Frauen ausziehen und von zugestandenen Schätzen nur ihre Männer retten, indem sie dem Worte eines deutschen Kaisers ver⸗ trauen, der solchen Hochsinn schützte und ehrte. — Ja, die alte Burg auf Weinsbergs Rebenhügel, sie soll und wird den Namen „Weiber⸗
noch von Sr. Maäjestät, König Karl, aufs treuste und sorgfältig gepflegt. .
Das Haus Württemberg war es auch, dem Kaiser Ludwig, der Bayer, im Jahre 1336 das deutsche Reichs⸗Sturmbanner mit rotber Lanze verliehen hat, derselbe Kaiser, dessen tapferster Feldherr, ein Hohenzoller, Friedrich IV. von Nürnberg, sich besonders auch deshalb unserem Andenken einprägt, weil er zu den Ahnen unseres Kaisers gehört. Von den aus jenem Banner stammenden württembergischen Landesfarben „Schwarz und Roth“ ist „Roth“ auch in die Farben des neuen Deutschen Reichs aufgenommen worden, — und dieses „Roth“, das Farben⸗ Symbol fuͤr Liebe und Treue, bildet nun auch das Band zwischen Nord und Süd, wie es die schwäbischen Lieder längst schon waren. Wo irgend in der weiten Welt deutsche Thatkraft und deutscher Fleiß sich ein Heim gegründet und wo bei Rebensaft Deutschlands Söhne, in Freundes⸗ oder Festeskreisen, der Heimath gedenken, da fehlt selten der Sang von Just. Kerner's Lied: „Wohlauf noch getrunken den funkelnden Wein“. Der 4. Vers dieses Liedes: „Da grüßen ihn Vögel, bekannt überm Meer, sie zogen von Fluren der Heimath hier⸗ her!“ sagt ihnen aber heute viel mehr als je; denn mächtige Wasser⸗ vögel unter der Flagge mit dem rothen Streifen schwimmen jetzt überall umher und bringen den Beweis in ferne Länder, daß Deutsch⸗ land einig und stark geworden ist und daß ein Volk ehrlicher Arbeit es verstehen wird, seinen Kultur⸗Beruf zu erfüllen!
Vor den Thoren Weinsbergs war es aber leider auch, wo 3 Tage vor Weihnachten, Anno 1140, das Feldgeschrei: „Hie Weif, hie Waib⸗ linger!“ zum erstenmal gehört worden ist, ein Ruf, der in allen Variationen unsägliches Unheil in unsere Gauen getragen hat. Von hier, von Weinsberg aus, muß daher auch jeder solcher Ruf der Zwietracht unter Deutschen für alle Zeit verdammt und geächtet werden!
Der Siegeslauf unseres großen Kaisers, des größten, den Deutsch⸗ land je gesehen, ist nicht begonnen worden aus Ehrgeiz oder Herrscher⸗ stolz, — nein, lediglich zur Abwehr dessen, was stets planmäßig unserer Einigung entgegentrat. Wer dies nicht begreifen wollte, kann jetzt sehen, wie der beste Kaiser, noch in hohem Alter, treu bemüht ist, die Früchte seiner Thaten, — Deutschlands Stärke, einzig und allein zum Wohle des höchsten Gutes der Menschheit, zur Erhaltung des allgeweinen Friedens, zu verwenden. — Unter Seiner und der Seinen Führung bringt der Flügelschlag des deutschen Adlers weder List noch Gier; — wenn aber je, aus Mißgunst oder Neid, ein Nach⸗ bar unsern Frieden stören wollte, so würde er von nun an Deäutsch⸗ lands Söhne ungetrennt beisammen finden, — und dann dürfte es auch an den praktischen Schwabenstreichen wohl nicht fehlen, wie Uhland sie beschrieben hat!
Der Dank und die Verehrung, die wir unserem Kaiser schulden, ist nicht auszudrücken durch Silber oder Gold. Ihm und jedem Seines Hauses, der Ihm in gleicher Gesinnung folgt, kann nur gelohnt werden in alter deutscher Währung, — sie heißt: „Deutsche Treue!“ Und so werde Ihm denn auch voll zu Theil, was Justinus Kerner in seinem „reichsten Fürst“ als köstliches Kleinod des württembergi⸗ schen Fürstenhauses gepriesen hat, daß: „selbst in Wäldern noch so groß, auch Er Sein Haupt kann kühnlich legen jedem Unterthan in Schoß!“ Wäre es Justinus vergönnt gewesen, die glorreiche Wieder⸗ geburt des Deutschen Kaiserreichs zu erleben, er hätte sicherlich die letzte seiner Saiten zu einem neuen und bleibenden Lob⸗ und Preis⸗ gestimmt, — im Namen Deutschlands und seines geliebten Schwabenlandes! Doch
Sind Kerner's Saiten auch gesprungen, Der Minne höchstes Ziel hat er errungen, Bei allen Deutschen fern und nah'; —
Denn seiner Leyer Nachklang führt aufs Neue Sie hin zu ihrem Stammsitz „Weibertreue“, Zur hohen Wart, — „Freifrau Germania!“
Von hoher Wart ist oftmals schon geworden Der Wandernden ein tröstlich Lied, Wenn ihren Kindern stets an allen Orten Vergeblich sie zu Fried' und Eintracht rieth. Doch nun, da „furchtlos, treu“ mit „stark im Recht“ verbunden, Seit ihrer Liebe Aussaat volle Ernt' gefunden, Bleibt sie daheim und hütet treu die Krone Dir, Kaiser Wilhelm, — ihrem größten Sohne!
Und nun, geehrte Festgenossen, möchte ich Sie auffordern, ein volles Glas dieses an der „Weibertreu“ gewachsenen Weines zu leeren auf das Wohl unseres großen Kaisers, dem wir auch am heutigen Fefte in alter und neuer deutscher Treue Dank und Verehrung zollen wollen!
Se. Majestät, Kaiser Wilhelm, unser erhabener Sieges⸗ und Friedenskaiser, — Er lebe hoch!
Wien, 27. September. (W. T. B.) Cholera⸗Bulletin. In Triest 10 Erkrankungen, kein Todesfall, in Fiume keine Erkrankun und kein Todesfall, in Pest 36 Erkrankungen, 13 Todesfälle, in Raaß 1 Erkrankung und 1 Todesfall.
Wien, 27. September. (W. T. B.) Bei der heutigen Er⸗ öffnung des Orientalisten⸗Kongresses begrüßte der Protektor desselben, Erzherzog Rainer, die Versammlung mit dem Wunsche, daß auch dieser Kongreß der Wissenschaft zur Bereicherung dienen möge. Im Namen der Regierung hielt der Unterrichts⸗Minister Dr. von Gautsch an die Versammlung eine Ansprache.
Der neuen Operette des Friedrich⸗Wilhelmstädtischen Theaters „Der Nachtwandler“, dessen Libretto von der be⸗ kannten Autorencompagnie Zell und Genée, dessen Musik von einem jungen Komponisten Louis Roth herrührt, ist, wie wir bereits gestern berichtet haben, nicht nur von dem bekanntermaßen sehr schwer zu befriedigenden Premierenpublikum, sondern auch bei der Sonntags⸗ aufführung eine recht freundliche Aufnahme bereitet worden. Wir müssen jedoch hinzufügen, daß dies am ersten Abend in bedeutend höherem Grade während des ersten und des Beginns des zweiten Aktes, als später der Fall war. Man kann dieser Novität in vielen Beziehungen bedeutsame Vorzüge nachrühmen. Die Musik bewegt sich nicht in den gewohnten Kreisen der Strauß, Suppé und Millöcker allein, sondern schlägt vielfach einen ernsteren Ton an, so daß man einer ganzen Reihe von Nummern einen tieferen musikalischen Gehalt nicht absprechen kann. Allerdings finden sich auch leichtere und ober⸗ flächlichere Stellen, denen gegenüber man jedoch dem Komponisten zu Gute halten muß, daß die vielfach seichten Terxtstellen der Couplets eine würdigere Behandlung nicht verdienten und vielleicht überhaupt nicht finden konnten. Man darf bei der Sorgfalt und Sauberkeit der musikalischen Arbeit und dem sichtbaren Ernst, mit welchem der Komponist seine Aufgabe in diesem Falle erfaßt hat, von ihm zukünftig wohl noch ungestörter Befriedigendes erwarten. Für diesmal hat er in dem hübschen Schlummerliede (Sextett), in der musikalischen Paraphrase bei der ersten Nachtwandlerscene, in dem zarten und originellen Satze, welcher den zweiten Akt einleitet, sowie
ren und pikanten Reiz durch die kleinen Künste und großen Wirkungen des Frl. E. Schmidt, wie gewöhnlich, gewann. Die Regie hatte in jeder Richtung ihre Schuldigkeit gethan und die Ausstattung war so prächtig, wie es die Handlung überhaupt zuließ. 3
“ ““ “ Aachen bis zum 26. September (Kurgäste und sonstige Fremde) VV4“ Alexisbad b. z. 15. Sept. (außer 743 sonst Fremden; Badegäste) Arnstadt bis Mitte September (Kurgäste). 8 Baden⸗Baden bis zum 27. September (Fremde) Badenweiler am 22. September (Fremde) Berka (Ilm) bis Mitte September (Kurgäste) Bibra*) in diesem Jahre (Badegäste) L44 Blankenburg (Schwarzathal) bis Mitte September (Kurgäste Blankenhain (Thüringen) bis Mitte September (Kurgaste Boltenhagen bis zum 3. September (Badegäste) . . . . Borby (Eckernförde) bis zum 22. Sept. (Kur⸗ u. Badegäste) Breege bis zum 15. September. “ Crampas bis zum 15. September. “ Cuxhaven bis zum 24. September (Fremde und Badegäste) Deep (Bez. Stettin) bis zum 15. September Dievenow bis zum 15. September . . . . Elgersburg bis Mitte September (Kurgäste) . . . . . Elmen (bei Großsalze) bis zum 15. September (Kurgäste) Elster bis zum 14. September (außer 769 Durchreisenden; Frankenhausen (Kyffhäuser) bis Mitte September (darunter 120 Pfleglinge der Kinderheilanstalt). Friedrichroda bis Mitte September (Kurgäste) Georgenthal (Herzogthum Gotha) bis Mitte September Göhren (Rügen) bis zum 15. September . . . . .. Griesbach (Baden) bis zum 20. September (außer 492 Durch⸗ 11X1424*X*“ Groß⸗ und Klein⸗Horst bis zum 15. September Groß⸗Tabarz bis Mitte September (Kurgäste) Heiligendamm bis zum 3. September (Badegäste) Helgoland bis zum 23. September (Nrn.) .... Heringsdorf bis zum 15. September .“ Ilmenau bis Mitte September (Kurgäste) Ilsenburg bis zum 15. September (Fremde) “ Kammerberg⸗Manebach bis Mitte September (Kurgäste) . Kösen bis zum 17. September (963 Nrn.). . . .. Köstritz bis Mitte September (Kurgäste) . Langensalza bis Mitte September (Kurgäste). Lauchstädt bis Ende der Badesaison (225 Nrn.) . Liebenstein (S.⸗M.) bis Mitte September (Kurgäste) Lobenstein (Reuß) bis Mitte September (Kurgäste). Lohme (Rügen) bis zum 15. September. Misdroy bis zum 15. September F“ Niendorf (Ostsee) bis zum 15. September . . ... Oberhof während des Sommers (Fremde) . . . . .. Oeynhausen bis zum 24. September (außer 10 607 Durch⸗ reisenden; Kurparteien) 1“ Oldesloe bis zum 15. September.. Osternothhafen bis zum 15. September . . . . .... Petersthal bis zum 8. September (außer 588 Durch⸗ E4““ Prerow bis zum 15. September Putbus bis zum 15. September. . . .. Rastenberg bis Mitte September (Kurgäste) Rewahl bis zum 15. September .... Ruhla bis Mitte September (Kurgäste). Sachsa bis Mitte September (Kurgäste). . Salzungen bis Mitte September (Kurgäste) Saßnitz bis zum 15. September ..... Schmalkalden bis Mitte September (Kurgäste) Schwarzburg bis Mitte September (Kurgäste) . . . . Sonneberg (S.⸗Meiningen) bis Mitte September (Kurgäste) Sooden a. d. Werra bis zum 17. Septbr. (697 Nrn.). Stadt Sulza bis Mitte September (Kurgäste) ... Suderode bis zum 4. September (Kurgäste) Swinemünde bis zum 15. September . .. Tennstedt bis Mitte September (Kurgäste) . . . . . . Schönau bis zum 18. September (5129 Par⸗ teien).
. . .
(mit den in den Bade⸗Hospitälern Weilenden, Kurgäste) 7663 Thal (Herzogth. Gotha) bis Mitte September (Kurgäste) 980 Thale (Harz) bis zum 14. September (außer 235 sonstigen
o8I1161414142““
(Gesammtverkehr der Saison bis zum 9. September) 15 585 Thiessow bis zum 15. September . . . . . . . . . 297 Travemünde bis zum 15. September . . . .. ..220 Warmbrunn bis zum 20. September (außer 7047 Erholungs⸗
gästen und durchreisenden Fremden; Kurgäste) .. . . 2163 Warnemünde bis zum 12. September (Familien bez. ein⸗
11141421262644* Wernigerode bis zum 10. September (sonstige Fremde) .„ 2³⁷ Wiesbaden bis zum 26. September (Fremde) . . . .. 79 387 Wildungen bis zum 16. September (2234 Nrn.) . . . . 2 930 Wilhelmshöhe (Luft⸗Kurort) bei Kassel am 18. September
(anwesende Kurgäste und Fremde) ca. 1““ 1 Hingit bis zum 15. September 6 s Jinnowitz bis zum 15. Geptember. 2¹90
Aus anderen Bädern wurden besucht: Arendsee bis zum 14. 8 tember von 21, Louisenhall bei Stotternheim bis Mitte Septem n von 85, Neuendorf bis zum 15. September von 72, Schwarzta (Herzogth. Gotha) bis Mitte September von 10 Personen.
*) Vgl. das Stahlbad zu Bibra am Tage der 200jübrige Jubelfeier der Einweihung des Gesundbrunnens am 25. Juli 1886.
Ie
Redacteur: Riedel.
Verlag der Expedition (Scholz).
Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlags⸗Anstalt, Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32.
Vier Beilagen (einschließlich Börsen⸗Beilage).
Berlin:
Preußischen Staats-Anzeigers: Berlin SW., Wilhelm⸗Straße Nr. 32.
3. Verkäufe, Verpachtungen, Verdingungen ꝛc. 4. Verloosung, Kraftloserklärung, Zinszahlung
X Zwangsvollstreckungen, Aufgebote, Vorladungen u. dergl.
(311572 Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das im Grundbuche von den Umgebungen Berlins im Niederbarnimschen Kreise Band 66 Nr. 2962 auf den Namen des Kaufmanns Robert Toepfer zu Berlin eingetragene, hierselbst in der Tegelerstraße belegene Grundstück am 27. November 1886, Vormittags 10 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht — an Gerichtsstelle — Neue Friedrichstraße 13, Hof parterre, Saal 40, versteigert werden.
Das Grundstück ist mit 2,94 ℳ Reinertrag und einer Fläche von 0,623 Hektar zur Grundsteuer ver⸗ anlagt. Auszug aus der Steuerrolle, beglaubigte Abschrift des Grundbuchblatts, etwaige Abschätzungen und andere das Grundstück betreffende Nachweisungen, sowie besondere Kaufbedingungen können in der Ge⸗ richtsschreiberei, Neue Friedrichstr. 13, Hof part,, Zimmer 42, eingesehen werden.
Alle Realberechtigten werden aufgefordert, die nicht von selbst auf den Ersteher übergehenden Ansprüche, deren Vorhandensein oder Betrag aus dem Grund⸗ buche zur Zeit der Eintragung des Versteigerungs⸗ vermerks nicht hervorging, insbesondere derartige Forderungen von Kapital, Zinsen, wiederkehrenden Hebungen oder Kosten, spätestens im Versteigerungs⸗ termin vor der Aufforderung zur Abgabe von Ge⸗ boten anzumelden und, falls der betreibende Gläubiger widerspricht, dem Gerichte glaubhaft zu machen, widrigenfalls dieselben bei Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt werden und bei Vertheilung des Kaufgeldes gegen die berücksichtigten Ansprüche im Range zurücktreten.
Dieienigen, welche das Eigenthum des Grundstücks beanspruchen, werden aufgefordert, vor Schluß des Versteigerungstermins die Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls nach erfolgtem Zuschlag das Kaufgeld in Bezug auf den Anspruch an die Stelle des Grundstücks tritt.
Das Urtheil über die Ertheilung des Zuschlags wird am 27. November 1886, Mittags 12 Uhr, an Gerichtsstelle, Neue Friedrichstr. 13, Hof parterre, Saal 40, verkündet werden.
Berlin, den 12. September 1886.
Königliches Amtsgericht I. Abtheilung 53.
. 59 . N 2 131196] Zwangsversteigerung.
Das im Grundbuche von den Umgebungen Band 41. Nr. 2380 auf die Namen des Rentiers Franz Reim und des Rentiers Eduard Uebel eingetragene, hier Tieckstraße Nr. 1 belegene Grundstück soll auf An⸗ trag des Rentiers Eduard Uebel zu Friedrichshagen zum Zwecke der Auseinandersetzung unter den Mit⸗ eigenthümern am 30. November 1886, Vormittags 10 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht — an Gerichts⸗ stelle — Neue Friedrichstraße 13, Hof parterre, Saal 40, zwangsweise versteigert werden.
Das Grundstück ist mit 6210 ℳ Nutzungswerth zur Gebäudesteuer veranlagt. Auszug aus der Steuerrolle, beglaubigte Abschrift des Grundbuch⸗ blatts, etwaige Abschätzungen und andere das Grund⸗ stück betreffende Nachweisungen, sowie besondere Kaufbedingungen können in der Gerichtsschreiberei, Neue Friedrichstraße 13, Hof parterre, Zimmer 42, eingesehen werden.
Diejenigen, welche das Eigenthum des Grundstücks beanspruchen, werden aufgefordert, vor Schluß des Versteigerungstermins die Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls nach erfolgtem Zuschlag das Kaufgeld in Bezug auf den Anspruch an die Stelle des Grundstücks tritt.
“ Urtheil über die Ertheilung des Zuschlags vird
am 30. November 1886, Vormittags 11 ½ Uhr, an obenbezeichneter Gerichtsstelle verkündet werden.
Berlin, den 10. September 1886.
Königliches Amtsgericht I, Abtheilung 53.
[31154] Anfgebot.
„Auf Antrag des Ackerwirths Emil Grüning zu Rynarzewo wird dessen Mündel, der am 19. Januar 1850 geborene Gustav Adolf Ziemke, der seit dem Jahre 1865 von Deutsch⸗Kruschin nach Schneide⸗ mühl in die Lehre gegangen ist, seit dieser Zeit aber Nichts von sich hat hören lassen, aufgefordert, sich spätestens im Aufgebotstermin
den 9. Juli 1887, Vormittags 10 Uhr, bei dem unterzeichneten Gerichte zu melden, widrigen⸗ falls seine Todeserklärung erfolgen wird.
Schubin, den 20. September 1886.
Königliches Amtsgericht. 1
(31153] Aufgebot.
Auf den Antrag des Rechtsanwalts Koch zu Guben, als Bevollmächtigten der Kaufleute Martin Sack und Julius Glaser zu Guben, welche als Vormund ezw. Gegenvormund der minderjährigen Kinder und Benefizial⸗Erben des am 16. Mai 1886 zu Guben ohne Hinterlassung eines Testaments verstorbenen Schuhmachermeisters Carl Ernst Rudolf Keil be⸗ stellt sind, werden die Nachlaßgläubiger und Ver⸗ mächtnißnehmer des genannten Schuhmachermeisters
“
Keil hierdurch aufgefordert, ihre Ansprüche an den
Nachlaß spätestens im Aufgebotstermine
am 26. November 1886, Vormittags 9 ½ Uhr, bei dem unterzeichneten Amtsgericht, Zimmer Nr. 9, anzumelden, widrigenfalls sie gegen die Beneftzial⸗ Erben ihre Ansprüche nur noch insoweit geltend
——————-—
89 u. s. w. von öffentlichen Papieren.
machen können, als der Nachlaß mit Ausschluß aller seit dem Tode des ꝛc. Keil aufgekommenen Nutzungen durch Befriedigung der angemeldeten Ansprüche nicht erschöpft wird.
Das Nachlaßverzeichniß kann in unserer Gerichts⸗ schreiberei eingesehen werden.
Guben, den 30. Juli 1886.
Königliches Amtsgericht. 1““ [31137] Aufgebot.
Der Handelsmann Natan Schloß von Worfurt, welchem ein von der Kgl. Filialbank Schweinfurt über die Hinterlegung verschiedener Loose am 18. Juli 1883 ausgestellter Depositionsschein zu Verlust ge⸗ gangen ist, hat den Antrag gestellt, diese Urkunde im Wege des Aufgebotsverfahrens für kraftlos zu er⸗ klären.
Diesem Antrage entsprechend, ergeht hiemit an den Inhaber dieser Urkunde die Aufforderung, seine Ansprüche und Rechte an dieselbe spätestens im Auf⸗ gebotstermine, welcher hiemit auf
Moutag, den 25. April 1887,
8 Vormittags 10 Uhr, bestimmt wird, beim unterfertigten Gerichte anzu⸗ melden und die Urkunde vorzulegen, widrigenfalls die letztere für kraftlos erklärt werden wird.
Schweinfurt, den 25. September 1886.
Königliches Amtsgericht. Jahreiß, 3 Amtsrichter.
Für den Gleichlaut der Ausfertigung mit dem Originale:
Gerichtsschreiberei des K. Amtsgerichts:
(L. S.) Eberth. K. Sekretär.
[31148] Aufgebot.
Das Königliche Amtsgericht dahier hat das Auf⸗ gebot bezüglich der Amtskaution des entlassenen Gerichtsvollziehers Kraft Auftrags Poertner von hier beantragt. Es werden daher Alle, welche aus dem Dienstverhältnisse des genannten „Poertner“ Ansprüche zu haben glauben, aufgefordert, dieselben spätestens in dem auf den 13. Dezember 1886, Vormittags 10 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte, Marktstraße 1, Zimmer Nr. 15, anberaumten Aufgebotstermine an⸗ zumelden, widrigenfalls sie mit diesen Ansprüchen werden ausgeschlossen werden. 8
Wiesbaden, den 23. September 18865.
Königliches Amtsgericht, Abtheilung VI.
[31152] Aufgebot.
Die Erben und Rechtsnachfolger des zu Köln ver⸗
storbenen Rentners Conrad Porten, als
1) Christian Wilhelm Porten, Gutsbesitzer zu Poulheim,
2) Hermann Porten, Gutsbesitzer zu Hahnerdorf, Kreis Grevenbroich,
3) Eheleute Johann Adam Wahlen, Rentner und ö und Helene, geb. Porten, beide zu Köln,
ad 1 bis 3 vertreten durch Rechtsanwalt J. F. Fischer zu Köln, haben das Aufgebot der Prioritäts⸗Aktie der Aktien⸗ gesellschaft Flora zu Köln Nr. 304 über 100 Thaler = 300 ℳ beantragt. 1 Der Inhaber der Urkunde wird aufgefordert, spä⸗ testens in dem auf Mittwoch, den 11. Januar 1888, Vormittags 10 Uhr, 8 vor dem unterzeichneten Gerichte, an ordentlicher Gerichtsstelle anberaumten Aufgebotstermine seine Rechte anzumelden und die obenbezeichnete Urkunde vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der⸗ selben erfolgen wird.
Köln, den 21. September 1886. 1
Königliches Amtsgericht. Abtheilung XI. 1 In Vertretung: (gez.) H. Schmitz, Gerichts⸗Assessor. Für die Richtigkeit: (L. S.) Kamp, Kanzlei⸗Rath, Erster Gerichtsschreiber.
[65086] Aufgebot.
Die unverehelichte Auguste Emilie Framke aus Kukow, z. Z. in Berlin, hat das Aufgebot des angeblich verloren gegangenen, auf den Namen der Arbeiter Framke'schen Kinder erster Ehe in Kukow ausgefertigten Guthabenbuchs der städtischen Spar⸗ kasse hier Nr. 1707 über 11 ℳ 52 ₰ beantragt. Der Inhaber dieses Buchs wird aufgefordert, spätestens in dem auf den 15. Dezember 1886, Vormittags 11 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte, Zimmer Nr. 16, anberaumten Aufgebotstermine seine Rechte anzu⸗ melden und das Buch vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung desselben erfolgen wird.
Stolp, den 19. März 1886.
Königliches Amtsgericht.
[11473] Aufgebot. 11.“
Die Sparkassen⸗Bücher der städtischen Sparkasse
zu Sagan:
a. Nr. 19905 über 152 ℳ 52 ₰, ausgefertigt für die verehelichte Bahnarbeiter Ernestine Zachmann, geb. Fechner, in Polnisch⸗Machen,
b. Nr. 19328 über 299 ℳ 41 ₰, ausgefertigt für Selma Zachmann in Polnisch⸗Machen,
c. Nr. 20298 über 181 ℳ 75 ₰, ausgefertigt für Frau Pauline Menzel in Polnisch⸗Machen,
sind angeblich verloren gegangen und werden auf Antrag der verehelichten Bahnarbeit estine
——
7. Literarische Anzeigen.
In der Börsen⸗
Annoncen⸗Bureaux.
8. Theater⸗Anzeigen. — 9. Familien⸗Nachrichten. Beilage. Zachmann, geb. Fechner, in Polnisch⸗Machen, hier⸗ durch aufgeboten.
Die Inhaber der vorgenannten Bücher werden deshalb aufgefordert, spätestens im Aufgebotstermine, am 15. Februar 1887, Vormittags 11 Uhr, bei dem unterzeichneten Gericht (Terminszimmer V.) ihre Rechte anzumelden und die Bücher vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung derselben erfol⸗ gen wird.
Sagan, den 25. Mai 1886. 1“ Königliches Amtsgericht.
1“
95]„+ Aufgebot.
Die Firma H. Henschel zu Berlin C., Prenzlauer⸗ straße 53 I., hat das Aufgebot des angeblich ihr entwendeten Prima⸗Wechsels:
„No. 148. Berlin, den 15. August 1886.
Für Mark 600. zahlen Sie für an die Ordre von
Am 11. November a. cr. diesen Prima-Wechsel
ir selbst die Summa
von Mark Sechshundert
den Werth in mir selbst und stellen es auf Rechnung laut Bericht.
Herrn Chr. Noack gez. H. Henschel.
in Cantdorf. 8 zahlbar bei Herrn Ad. Lehmann
in Spremberg.“ 1
beantragt. Der Inhaber der Urkunde wird auf⸗ gefordert, spätestens in dem auf
den 2. April 1887, Vormittags 11 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte, Zimmer Nr. 4, anberaumten Aufgebotstermine seine Rechte anzu⸗ melden und die Urkunde vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der Urkunde erfolgen wird.
Spremberg, den 10. September 1886.
1 Murawski,
als Gerichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichts.
Zechsel. Noack.
Angenommen
W
Chr.
Prima⸗
[31138] Aufgebot.
In Sachen, betreffend den Antrag auf Todes⸗ erklärung des abwesenden Tuchmachergesellen Ernst Andreas Jünemann und des abwesenden Georg Schlote, beide aus Göttingen,
wird auf den Antrag der Ehefrau Charlotte Bode, geb. Jünemann, und der Ehefrau Dorette Bierwirth, geb. Jünemann, zu Göttingen, nachdem die durch den Beschluß vom 22. August 1884 fest⸗ gesetzte Aufgebotsfrist verstrichen ist, der Aufgebots⸗ termin auf
den 24. November 1886, Vormittags 10 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht anberaumt.
Es werden aufgefordert:
1) die Verschohenen Georg Schlote aus Göt⸗ tingen, welcher im August 1857 nach Nord⸗ amerika ausgewandert sein soll, und der Tuchmachergeselle Ernst Andreas Jünemann aus Göttingen, welcher im Jahre 1872 in die Fremde und zwar zunächst nach Berlin gegangen sein soll,
sich beim Gericht zu melden, widrigenfalls sie für todt erklärt und ihr Vermögen den nächsten bekannten Erben und Nachfolgern überwiesen werden soll;
2) alle Personen, welche über das Fortleben der Verschollenen Kunde geben können, diese dem Gericht mitzutheilen, etwaige Erben und Nachfolgerberechtigte ihre Ansprüche, soweit es noch nicht geschehen, zu den Akten anzumelden, widrigenfalls bei der Ueberweisung des Vermögens der Verschollenen auf sie keine Rücksicht geganens werden soll
und zwar spätestens im Aufgebotstermine.
Göttingen, den 23. September 1886.
Königliches Amtsgericht. II. Goldschmidt.
18113930 Aufgebot.
Alle, welchen Erb⸗ oder sonstige Ansprüche Erbschaften nachgenannter Personen:
1) der Magd Catharina Margaretha Gotthard,
2) der Katharina Becker, vorher verehelichten
Hock, geb. Bornuth, Wittwe des Parquet⸗
trägers Johann Peter Becker,
des Taglöhners Johann Michael Braun,
der Christiane Justine Maria Louise Bingel,
geb. Lausé, Wittwe des Kaufmanns Friedrich
Victor Bingel,
des Schuhmachers Johannes Hartmann aus
Hiltersklingen,
der Agathe Bartl, geb. Baumeister, Wittwe
des Maurermeisters Andreas Bartl, von
Burgau,
den⸗ Handlungsgehülfen Adolph Guber aus ilsen,
der Anna Maria Dorothea Geiß, geb.
Schickel, Wittwe des Johannes Geiß von
Wehrheim,
9) des Schuhmachers Joseph Alexander Brezzo, zustehen, haben solche spätestens in dem hiermit auf den 8. November 1886, Vormittags 10 Uhr, anberaumten Termine bei unterzeichnetem Gericht an⸗ zumelden oder gewärtig zu sein, daß die Erbschaften ohne Sicherheitsleistung an die Erben verabfolgt, bezw. zur Befriedigung der Gläubiger verwendet oder als erblos der hiesigen Stadt überwiesen werden.
Frankfurt a. M., den 18. September 1886. Königliches Amtsgericht. III.
an die
— —— —
[31142] Aufgebot.
Der Handelsmann Samuel Friedeberg aus Züll⸗ chow bei Stettin hat als Besitzer des im Grund⸗ buche von Birnbaum Blatt Nr. 84 auf den Namen des inzwischen für todt erklärten Stadtsekretärs Martin Friedrich Bauer eingetragenen, in der Stadt Birnbaum, Wronkerstraße Nr. 84, belegenen Grund⸗ stücks, welches aus einem Wohnhause mit einem, 1 ar 67 qm großen Hofraum und einer Waschküch besteht, das Verfahren, betreffend das Aufgebot dieses Grundstücks zum Zwecke der Besitztitelberichti⸗ gung beantragt.
Es werden daher alle Eigenthums Prätendenten aufgefordert, ihre Rechte und Ansprüche auf dieses Grundstück spätestens im Aufgebotstermin den 23. November 1886, Vormittags 11 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht an Gerichtsstelle, Zimmer Nr. 4, anzumelden, widrigenfalls sie mit ihren Ansprüchen auf das Grundstück werden ausge⸗ schlossen werden und die Eintragung des Besitz⸗ titels für den Antragsteller erfolgen wird.
Birubaum, den 22. September 1886.
Königliches Amtsgericht. [31146] Aufgebot.
Der Lehrer Christian Wernecke in Schönningstedt, als Bevollmächtigter der Erben des wailand Lehrers emer. Bernhard Ehrenf. Chr. Wernecke in Ohe, hat das Aufgebot einer auf dem Grundstücke des An⸗ bauers Johann Joachim Eggers in Ohe, im Grund⸗ buch von Ohe Band I. Blatt 6 Abtheilung III. Nr. 1 für den wailand Lehrer emer. Wernecke ein⸗ angeblich bei dem Brande des Schul⸗
auses in Ohe vor dreizehn Jahren verloren ge⸗ gangenen Obligation vom 4. Januar 1870 über 200 Mark Court., jetzt 240 Reichsmark, beantragt.
Der Inhaber der Urkunde wird aufgefordert, spätestens in dem auf
Freitag, den 3. Dezember 1886, eats gs 11 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte anberaumten Auf⸗ gebotstermine seine Rechte anzumelden und die Urkunde vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der Urkunde erfolgen wird.
Reinbek, den 17. September 1886.
Königliches Amtsgericht. ödiker. 1 Beglaubigt: Arndt, als Gerichtsschreiber
a11as) Aufgebot.
Auf den Antrag des Nachlaßpflegers, Justizrathes Jäger zu Breslau, werden die unbekannten Erben des am 25. August 1885 zu Breslau verstorbenen und ebendaselbst wohnhaft gewesenen, zu Lobetinz, Kreis Neumarkt, als Sohn der Gutsbesitzer Franz und Pauline — geb. Schramm — Fritz'schen Eheleute geborenen Königlichen Lieutenants außer Diensten, Oswald Fritsch, hiermit aufgefordert, ihre Ansprüche und Rechte auf den Nachlaß des Genannten späte⸗ stens in dem auf den 19. September 1887, Vormittags 11 ½ Uhr, an Gerichtsstelle, am Schweidnitzer⸗Stadtgraben Nr. 2/3, Zimmer Nr. 47 des II. Stockes, anberaum⸗ ten Aufgebotstermine bei dem unterzeichneten Gerichte anzumelden, widrigenfalls dieselbeu mit ihren An⸗ sprüchen auf den Nachlaß werden ausgeschlossen und der Nachlaß dem sich meldenden und legitimirenden Erben, in Ermangelung desselben aber dem König⸗ lichen Fiskus wird verabfolgt werden, der sich später meldende Erbe aber alle Verfügungen des Erbschafts⸗ besitzers anzuerkennen schuldig und von demselben weder Rechnungslegung noch Ersatz der Nutzungen zu berechtigt ist, sich vielmehr mit der Herausgabe des noch Vorhandenen begnügen muß.
Breslau, den 22. September 1886.
Königliches Amtsgericht. [31147] 8 Aufgebot behufs Todeserklärung.
Auf Anhalten: 1
1) des Tischlers Friedrich Hansen in Erfde,
2) des Detlef Hansen in Amerika, vertreten durch seinen Generalbevollmächtigten Carsten Detlef Hansen in Westerborstel,
3) der Ehefrau Anna Catharina Schladetsch,
B gewesenen Thode, geb. Karstens, in
Schrum,
4) des Jürgen Hinrich Carstens in Süderholm, 5) des Claus Johann Detlef Carstens in
Amerika, vertreten durch seinen Generalbevoll⸗
mächtigten Kaufmann Franz Kitzl in Heide, — sämmtlich vertreten durch den Rechtsanwalt H. Meyer in Heide — werden der glaubhaftermaßen im Jahre 1801 als Sohn des Arbeitsmanns Claus Thiessen in Heide und der Margaretha Thiessen, geb. Feldhusen, geborene Peter Thiessen, welcher seit 50 Jahren verschollen ist, sowie ev. dessen unbekannte Erben hiermit aufgefordert, sich binnen 12 Wochen vom Tage der letzten Bekanntmachung dieses Auf⸗ gebots beim unterzeichneten Amtsgerichte, spätestens aber in dem auf
Freitag, den 14. Januar 1887,
Vormittags 11 Uhr,
im Gerichtslokale anstehenden Termin zu melden oder über ihren Verbleib Nachricht zu geben, sowie ev. ihre Rechte anzumelden, widrigenfalls der ꝛc. Thiessen für todt erklärt und sein Nachlaß seinen IG und legitimirten Erben ausgeliefert werden wird. Heide, den 18. September 1886.
Königliches 1 Abtheilung I.