1886 / 239 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 11 Oct 1886 18:00:01 GMT) scan diff

I1 Kennen. Staatspreis 1500 Für 2 jährige und ältere inländische Hengste und Stuten, welche kein Rennen mit einem ausgesetzten Preise von 2000 und darüber gewonnen haben. Distanz 1100 m. Dem zweiten Pferde die Hälfte der Einsätze und Reugelder. Von den 16 zu diesem Rennen an⸗ 5ö— Pferden wurde für 10 Reugeld gezahlt und 6 starteten.

s siegte sicher mit einer guten Länge des Freiherrn Ed. von Oppenheim 2 jähriger br. H. „Tausendkünstler“ v. Emilius g. d. Blaue Hexe, 51 kg (Sharpe) gegen des Hrn. Ulrich 2 jähr. F.⸗H. „Balbeck“. Eine Halslänge hinter diesem wurde Mr. G. Johnson's F.⸗St. „Viceversa“ Dritte, dann folgten „Gebieterin“, „Hofmeisterin“ und „Nachtwächter“ Werth des Rennens 1940 für „Tausend⸗ künstler“, 440 für „Balbeck“. Am LTotalisator wurden für 20 33 gezahlt. Diesem Rennen schloß sich um 2 ½ Uhr an:

IV. Staatspreis II. Klasse. 4500 Für 4 jährige und ältere inländische Hengste u. Stuten, welche keinen Staatspreis I. Kl. gewonnen haben. Distanz 4800 m. Dem zweiten Pferde die Hälfte der Einsätze u. Reugelder. 9 Pferde waren genannt, 4 starteten, von denen des Hrn. O. Oehlschläger 4 jähr, br. H. „Green⸗Devil“ von Emilius oder Hymenageus a. d. Blue Garter, 62 kg (Lemaire). des Frhrn. Ed. von Oppenheim 4 jähr. F. H. „Daemon“ von Emilius a. d. Blaue Hexe mit 3 Längen schlug. Hrn. Gebh. Huber’s br. St. „Hera“ wurde 4 Längen zurück Dritte und Mr. G. Johnson's br. St. „Antoinette“ nach 10 Längen Letzte. Werth des Rennens: 5280 dem Sieger, 780 dem Zweiten. Am Totalisator wurden für 20 53 gezahlt. Es folgte diesem Rennen um 3 Uhr:

V. Verkaufs⸗Handicap. Graditzer Gestütspreis. 1200 Für 2jährige und ältere inländische Pferde. Der Sieger ist für 1500 käuflich. Distanz 900 m. 17 Pferde waren angemeldet, 7 zahlten Reugeld und 10 erschienen am Ablauf. Es siegte sicher mit 2 Längen des Hrn. R. v. Mollard 3jähr. br. St „Quccksilber“ v. Barometer g. d. Kentish Rose, 54 ½ kg (Barton), gegen des Hrn. H. Rüppel 3jähr. F.⸗St. „Madonna“. rn. G. Beit's br. St. „Almania“ wurde Dritte und desselben dbr. H. „Bergrath“ Vierter. Es folgten noch „Highlander“, „Marketendrin“, „Quintessenz“, „Bella“, „Goldmädchen“ und „Modestra“. Werth des Rennens 2010 ℳ, welche der Siegerin zufielen, die bei der Auktion für 2000 vom Lieutenant von Woitscheck gefordert wurde, so daß der Rennkasse 500 zufielen. Am Totalisator war großer Jubel: es wurden für 20 1107 gezahlt. Um 3 ½ Uhr schloß sich diesem Rennen an:

VI. Match. 2000 Einsatz. 500 Reugeld. Distanz 1400 m. Zwischen Kapt. Jos's Zjähr. br. H. „Holla“ v. Wild Oals a. d. Lady Constance, 53 kg (Sipp) und des Hrn. O. Oehlschläger Zjähr. F. H. „Freiherr“ v. Emilius a. d. Freifräulein, 54 kg (Lemaire). Von „Holla“ sicher mit ¾¼ Längen genommen. Werth 2000 Am Totalisator wurden für 20 29 gezahlt. Den Schluß des Tages bildete um 4 Uhr:

VII. Trachenberg⸗Rennen. Staatspreis 1200 ℳ. Inter⸗ nationales Herren⸗Reiten. Für 3jährige und altere inländische Hengste und Stuten. Distanz 2000 m. Das dritte Pferd rettet den Einsatz. Der Rest der Einsätze und Reugelder zwischen dem ersten und zweiten

ferde getheilt. 8 Pferde waren genannt, 5 starteten. Es siegte icher mit 2 Längen des Hrn. O. Oelschläger's 3 jähr. br. Hengst „Ascold“ v. Hymenaeus a. d. Katie, 62 ½ kg (Mr. Beasley), gegen des Frhrn Ed. v. Oppenheim 3 jähr. br. H. „Jacobiner“ (Frhr. S. A. v. Oppenheim), drei Längen dahinter Lieut. Prinz G. Radziwill’'s F.⸗ H. „Androcles“ Dritter. Dann folgten „Fidelio“ und „Goldborte“. Werth des Rennens 1365 dem Sieger, 165 dem Zweiten, 60 dem Dritten. Am Totalisator wurden für 20 153 gezahlt.

Das unter dem Protektorat Ihrer Kaiserlichen und Königlichen Hoheit der Kronprinzessin stehende „Victoria⸗ Lyceum“ eröffnete gestern das Wintersemester durch einen Actus im

örsaale der Anstalt. Als Vertreter des Kultus⸗Ministeriums war Ministerial⸗Direktor Greiff erschienen. Prof Dr. Gvreist theilte zu⸗ nächst geschäftlich mit, daß das Lyceum in den letzten Tagen wieder eine reiche Zuwendung erfahren hat: Freifrau von Oppenheim hat demselben die Summe von 10 000 überwiesen. Wie sodann mitgetheilt wurde, sind im letzten Studienjahr 17 Vorlesungen gehalten worden, die den Gebieten der Kunst, der philosophischen Wissenschaften und der Naturwissenschaften angehörten. In neun Vormittagskursen wurde jnngen Damen nach absolvirter Schulzeit Gelegenheit gegeben, das früher Erlernte zu befestigen und ihre Kenntnisse zu erweitern. Sechs Nachmittagskurse endlich trugen ganz besonders dem Bedürfniß solcher Lehrerinnen Rechnung, welche die Befähigung zum Unterrichten in den oberen Klassen höherer Töchterschulen anstreben. Insgesammt wurden 1300 Einlaßkarten zu den Vorlesungen und Unterrichts⸗ kursen ausgegeben, darunter 400 an Lehrerinnen, denen durch das Entgegenkommen des Studien⸗Stipendienfonds das Honorar auf die Hälfte ermäßigt wurde. Auch im neuen Studienjahr wird die Zahl der Vorlesungen wieder 17 betragen. Vormittagskurse sind 12, Nachmittagskurse 8 in Aussicht genommen. In der dann folgenden Eröffnungsrede verbreitete sich Professor Gneist in großen Zügen über die soziale Lage der Gegenwart.

Die Hoftheater⸗Festwoche in Schwerin.

Schwerin, 10. Oktober. Heute Abend schloß die Festwoche, mit welcher die Intendantur die heute vor 8 Tagen erfolgte ECröffnung des hiesigen Hoftheaters in ebenso sinniger wie wohlgelungener Weise begangen hat. Am vorigen Sonntage geschah die Einweihung des neuerbauten Schauspielhauses in Gegenwart Ihrer Königlichen Hoheiten des regierenden Großherzogs, der Fg Großherzogin⸗Mutter, der greisen Schwester Sr. Majestät des Kaisers, der Großherzogin Marie sowie der anderen hier anwesenden Mitglieder unseres Fürsten⸗ hauses. Der Prachtbau des Theaters, welcher, seinem Erbauer, Ober⸗ Baurath Daniel alle Ehre macht, im Sommer 1883 begonnen, gewährt in seiner äußeren und inneren Einrichtung einen vornehmen und erfreulichen Eindruck. Das Haus liegt am Alten Garten, dem schönsten Platze Schwerins, vor sich den See und das Schloß. Nach allen Seiten frei, bietet das Gebäude dem Auge zwei stattliche Fronten dar. EETEö1 welcher ganz im Rococostil gehalten ist, faßt ungefähr 1000 Personen. Ohne grelle Farben und ohne über⸗ ladene Pracht ist derselbe mit gewähltem Geschmack in vergoldetem Stuck reich ausgestattet, und zwar auf gelblich mattem Grunde. Die dunkelrothe Farbe der Logenwände bildet zu diesen hellen Tönen einen angenehmen Kontrast, der bei der elektrischen Beleuchtung durch Edison's Glühlicht von malerischem Effekt erscheint. Die Beleuchtungsanlagen sind von der CGdisongesellschaft in Berlin ausgeführt. Die Vollkommenheit der technischen Einrichtungen zeigte sich in der Festwoche zur Genüge, namentlich bei den Verwandlungen und Versenkungen. Auch sind alle Garantien egen Feuersgefahr schon dadurch gegeben, daß beim Bau irgendwie rennbare Stoffe vermieden und alle Erfahrungen der neueren Bühnen⸗ architektur (Ersatz des Holzwerks durch Eisen und unvollständig ge⸗ schlossene Wandungen) sorgsam verwerthet wurden. Insbesondere ist der verhältnißmäßig kleine Zuschauerraum akustisch trefflich angeordnet. Die erste Vorstellung am 3. Oktober wurde durch ein an⸗ ziehendes Festspiel: „Die Weihe des Hauses“ eröffnet. Dasselbe ist von Gustav zu Putlitz, dem früheren hiesigen und jetzigen Karlsruher Intendanten, gedichtet, sowie von unserem bewährten Hof⸗Kapellmeister Aloys Schmitt in Musik gesetzt. Es enthält eine stimmungsvolle, den beiden Fürstlichen Erbauern des Theaters, den Großherzögen Friedrich Franz II. († 15. April 1883) und Friedrich Franz III. gewidmete Huldigung in edler, poetischer Sprache, so daß selbst der Altmeister Goethe bei der gut instrumentirten Festmusik und der vorzüglichen Inscenirung seine Freude daran gehabt haben würde. Das Festrepertoire der Woche bot ein vollständiges Programm der Leitung der Bühne für Oper⸗ und Schauspiel. Die Aufführung der Gluck'schen Oper „Iphigenie in Aulis', die sich in der Wagner'⸗ schen Bearbeitung an das Festspiel schloß, legte ein vollgültiges Zeugniß für die Leistungsfähigkeit des unermüdlich thätigen Ho⸗Kapellmeisters

———

Schmitt sowie des Opern⸗ und Chorpersonals ab. Die Solisten

Frl. Wittich und die Herren Hill, von Witt und Drewes waren aus⸗ ezeichnet Auch die Aufführung, welche das Schauspiel am zweiten age durch exakte und verständnißvolle Wiedergabe der von dem

Hoftheater⸗Intendanten Baron von Ledebur auf das Wirksamste

und Feinste inscenirten „Maria Stuart“ von Schiller darbot,

blieb hinter dem Erfolg des ersten Abends nicht zurück. Ernstes

Streben, verbunden mit guter Schulung, und exaktes Zusammenspiel

ließen erkennen, mit welchem sittlichen Ernst das hiesige Hoftheater seine

Aufgabe erfaßt. Geschmackvolle Dekorationen und reiche Kostüme

hoben auch am Montag die Darstellung, in welcher die besten

Kräfte des Schauspiels (Fr. Otto⸗Martineck, Frl. Gimmer, Hr.

Arendt, Hr. Rosée, Hr. Gelling und Hr. Drude) eine glänzende Probe

ihres künstlerischen Könnens ablegten. Am dritten Abend wurde de

neue prachtvolle Concertsaal, der etwa 500 Personen faßt und in einer von Ladegast in Weißenfels gebauten herrlichen Orgel eine besondere Zierde besitzt, in so brillanter Weise durch ein Gala⸗

Concert eingeweiht, daß dasselbe, obwohl das Programm reichlich

viel bot, von Kunstverständigen als die Krone der ganzen Feier be⸗

zeichnet worden ist. Außer Schumann's D moll-Symphonie, dem „Schick⸗ salslied“ von Brahms und dem „Hallelujah“ aus dem „Messias“ kam die neunte Symphonie von Beethoven zur musterhaften Aufführung.

Vortreffliches leistete in derselben die durchweg aus tüchtigen Künst⸗

lern bestehende Hofkapelle, welche durch einen sehr verwendbaren

Chor und verschiedene tüchtige Dilettanten zweckmäßig verstärkt

war. Daß der musikalische Leiter des Ganzen, Hr. Aloys Schmitt,

ein ausgezeichneter Musiker ist, der richtiges Verständniß, Geschmack und Willenskraft genug besitzt, um ein strammes Regiment beim

Einstudiren so anstrengender Tonwerke, wie es die Eroica

ist, zu führen, erkannte Jedermann, und des Dirigenten

Fleiß und Eifer erfüllten alle Zuhörer mit Bewunde⸗

rung. Die Solopartien waren in den Händen der ersten Kräfte

der Oper, welche den wohlverdienten reichen Beifall ernteten. Nicht minder lobenswerth fiel am Mittwoch die Wiedergabe des „Don

Juan“ und gestern diejenige des „Lohengrin“ aus. Auf weitere

Einzelheiten der Festwoche einzugehen, würde zu weit führen. Wir

notiren daher nur noch kurz, daß am Donnerstag Abend ein splen⸗

dides Festdiner im Concertsaal auf Allerhöchsten Befehl des

Großherzogs stattfand. Bei demselben trank Se. Königliche

Hoheit auf das Blühen und Gedeihen des Hoftheaters in herz⸗

lichen, mit Begeisterung aufgenommenen Worten, worauf

dem Großherzog, als er später den Saal verließ, ein dreifaches Hoch vom Hof⸗Kapellmeister Schmitt dargebracht wurde. Nachdem alsdann am Freitag Abend der „Sommernachtstraum“ gegeben worden war, wurde heute das bereits am Montage wiederholte Festspiel:

„Die Weihe des Hauses“ abermals vorgeführt, worauf mit dem

Putlitz'schen Lustspiel „Spielt nicht mit dem Feuer“ und dem

Wilbrandt'schen Einakter „Unerreichbar“ die Festvorstellungen in

der würdigsten Weise ihren Abschluß fanden. Daß auch in der zweiten

Hälfte der für die Intendantur wie für das Bühnenpersonal äußerst

angreifenden Festwoche jedes Mitglied des Theaters in jeder Hinsicht

seine Schuldigkeit that und am Platze war, darüber ist die ein⸗ heimische und auswärtige Presse sich einig. Ebenso herrscht nur eine

Stimme, daß Kammerherr Freiherr von Ledebur sich zu der

Art und Weise, in welcher der neue Abschnitt in der Geschichte der

Schweriner Bühne begonnen ist, nur Glück wünschen kann, da er in

den Festaufführungen ein durchaus ideales Glaubensbekenntniß ab⸗

gelegt und das Ganze mit feinem Takt, ungewöhnlichem Geschick und hingebendem Eifer, verbunden mit großer persönlicher Liebenswürdig⸗ keit, auf das Erfolgreichste geleitet hat. Und welche hohe Bedeutung der feierlichen Eröffnung des Hoftheaters allseitig, auch außerhalb

Mecklenburgs beigelegt worden ist, dafür sprachen deutlich die

Anwesenheit sowie die Berichte renommirter Bühnenkenner und

Schriftsteller. In allen diesen Correspondenzen wird die Festwoche des

hiesigen Hoftheaters in ehrender Weise gewürdigt und namentlich

auch der Munificenz und Liberalität des Fürstlichen Protektors, Sr.

Königlichen Hoheit des Großherzogs Friedrich Franz III.,

in den anerkennendsten Worten gedacht. Mögen diese festlichen Tage

vom 3.—10. Oktober ein gutes Omen für die fernere günstige Ent⸗ wickelung des Großherzoglichen Kunst⸗Instituts sein!

Mit Bezug auf den der „Stat. Corr.“ entnommenen Artikel in Nr. 237 des „Reichs⸗Anz.“ vom 8. d. M., welcher mit den Worten beginnt: „Wie hohe Bedeutung die 1876 von dem Franzosen Decauville erfundenen sogenannten transportablen Industriebahnen *, theilt uns die hiesige Maschinenfabrik von C. Schlickeysen mit, daß sie dergleichen transportable Bahnen schon auf der im Jahre 1874 in Berlin, in der Karlstraße, veranstalte⸗ ten Bau⸗Ausstellung im Betrieb ausgestellt habe. Eine Photographie ihrer damaligen Ausstellungsobjekte zeigt einzelne Theile derselben. Der damalige Mangel eines Patentgesetzes in Deutschland habe wohl ein weiteres Bekanntwerden dieser ihres Wissens ersten Veröffent⸗ lichung transportabler Bahnen nicht aufkommen lassen.

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Die 111“ eröffnet ihr 9. Studienjahr heute (11. Oktober), 7 Uhr Abends präzise, im Gesangssaale des Dorotheen⸗ städtischen Real⸗Gymnasiums, Georgenstraße 30 31, mit einer Er⸗ öffnungsansprache. Das Lehrprogramm ist ein sehr reichhaltiges. Auf demselben befindet sich auch eine interessante Abhandlung: „Gegensinn“ von Dr. C. Abel, und der Jahresbericht des General⸗Sekretärs. Das Froggeömnen kann durch das Bureau der Akademie bezogen werden.

n Einzelvorträgen finden im IV. Quartal 1886, Abends 8 Uhr, im Gesangssaal des Französischen Gymnasiums, Dorotheenstraße 41, statt: Sonnabend, 16. Oktober: Dr. Carl Abel, Zur Geschichte der Schrift. Sonnabend, 23. Oktober: Dr. Max Hirsch, Ist die menschliche Ge⸗ sellschaft ein Organismus? Sonnabend, 6. November: Doc. William Wolf, Beethoven's Missa solennis. Sonnabend, 20. November: Direktor Dr. Schwalbe, Ueber Lauinen. Sonnabend, 4. Dezember: Dr. C. von Kalckstein, Napoleon in den 100 Tagen. Sonnabend, 11. Dezember: Dr. Hans Spatzier, E. von Hartmann und die Philo⸗ sophie des Unbewußten.

Eisenach, 10. Oktober. (W. T. B.) Der Deutsche Schriftstellertag, zu welchem bisher gegen 150 Theilnehmer ein⸗ getroffen sind, wurde heute Vormittag durch den Sekretär Brasch eröffnet. Seitens der Regierung begrüßte der Bezirksdirektor von Beust, Seitens der Stadt der Dr. Ober⸗Bürgermeister Eucken die Versammlung. Robert Keil dankte Namens des Vorstandes. Im Verlauf der Verhandlungen wurde die Fusion des Deutschen Schriftsteller⸗Verbandes und des Deutschen Schrift⸗ steller-Vereins einstimmig mit 182 Stimmen beschlossen.

Die Arbeiten am Kaiserpalast werden, wie die „Landesztg. f. Els.⸗Lothr.“ berichtet, unausgesetzt rührig betrieben und schreiten sichtlich vorwärts. An dem flachbogig geschlossenen Ausbau an der Hinterfront des Palastes sind nunmehr die Schlußsteine an den großen Rundbogenfenstern eingesetzt und ist damit eine ziemlich schwierige Arbeit zu Ende, und der Ausbau bis zur Höhe des Dachgesimses des Palastes ge⸗ bracht worden. Eine weitere schwierige Arbeit vollzog sich in letzterer Zeit durch das Aufstellen großer Säulen über dem Haupt⸗ portal, dessen Giebel, überragt von einer geflügelten, Segen und Frieden spendenden Figur, als Hauptmotiv das Wappen des Deutschen Reichs, getragen von Genien und gekrönt mit einer mäch⸗ tigen Kaiserkrone, erhalten wird. Besonders imposant wird sich an dieser Fagade der hohe, durchbrochene Kuppelbau abheben, welcher bis zu einer Höhe von 35 m bestiegen werden kann. Auf diesem Kuppel⸗ bau, dessen Mauern theilweise die Dachhöhe überragen, wird ein Fahnenmast aufgerichtet, der bei der Anwesenheit Sr. Majestät die Kaiserstandarte zu tragen bestimmt ist. Am Fuße des Mastes werden swpei gewappnete Gestalten die Fahnenwacht halten und dem Kuppel⸗ au eine wirkungsvolle und eigenartige Bekrönung geben. .“

Straßburg, 6. Oktober.

9 sz 8 x3— 1 . T. 2+ Tholerghericht 4 e Erkrankungen, 6 Todesfälle, in Tries Erkranke 1 Todesfälle. nkunga 11. Oktober. (W. T. B.) Cholerabericht. In 3 14 Erkrankungen, 11 Todesfälle, in Istrien 2 Erkrankungen. * Triest, 10. Oktober. (W. T. B.) Cholerabericht. 8 G. krankungen, 1 Todesfall. Szegedin, 9. Oktober. (W. T. B.) 36 Erkrankungen, 19 Todesfälle.

Cholerabericht

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Im Residenz⸗Theater gingen am Sonnabend die erste wirklichen Novitäten der Saison mit gutem Erfolge in Scene. Aufführung kamen zwei Lustspiele: ein kleines einaktiges „Ein and mer Brief“ von J. Cohen, welches den Anfang machte, und ein der⸗. auf folgendes größeres in 3 Akten, „Ein Großstädter“, von E. Gorn⸗ dinet. Die den Abend einleitende dramatische Kleinigkeit behandel einen unterhaltenden, wenn auch leichtfertigen Einfall in ziemlich g wandter Weise. Ein eifersüchtiger Ehemann richtet an sich selbst einen anonymen, seine Frau verleumdenden Brief, um mit Hülfe desselben die Treue der Gattin zu ergründen; diese erkennt aber schnell it eigenes Briefpapier und spielt nun mit einem kühnen Verehrer un; dem leidenschaftlichen Gemahl eine sich derb zuspitzende Komödie, um Beide von ihren Thorheiten zu heilan Gespielt wurde im Ganzen recht gut, sowohl von den Herren Brantt (Graf von Neris) und Worlitzsch (Lantillac) als auch von Frl. Schül⸗ (Adrienne), welche ein recht hübsches Talent für die leichte Konpe⸗ sation bekundete. Einen bei Weitem kräftigeren Erfolg als dah Eingangsstück erzielte der Gondinet'sche „Großstädter“. Die Jee einen mit Leib und Seele an dem ruhelosen Treiben und den wec⸗ selnden Vergnügungen der Großstadt hängenden Pariser vor Auga zu führen, der sich in einer kleinen Landstadt wie ein auf das Trockene gesetzter Fisch vorkommt und sich nach seinem eigentlichen Element zurücksehnt, erweckte sofort im Publikum heiteres Behagen und lächelnde Theilnahme. Den Charakter dieser stets liebenswürdigen im Mittelpunkt der Handlung stehenden Persönlichkeit hat der Ver⸗ fasser mit feiner Beobachtungsgabe durchgeführt und ihn mi Originalität und warmem Gefühl ausgestattet. Das träumerisce Wohlgefallen an dem gleichmäßigen Brausen des Straßenlaͤrne, an den vorübergleitenden wechselnden Gestalten des Boulevards, bildet einen unterhaltenden Gegensatz zu dem Grauen, welches der Grof⸗ städter vor der ewig gleichen Natur und den stets leeren Straßen der Provinzstadt empfindet. Ges geschleppt, welche ihn durchaus mit ihrer Tochter verheirathen will. Schwiegermutter und mit dem Pariser Hauswirth begiebt sich unser joviale Großstädter leichten Herzens in die glückliche Ehe, welche er mit einer jungen, zuletzt in seinem Hause aufgezogenen Waise schließt. Dar schöne Erfolg des Abends war zumeist das Verdienst des Hrn. von⸗ Hoxar, welcher den „Großstädter“ liebenswürdig und mit köstlichen Humor gab. Der witzige Dialog, welcher einen Hauptreiz des Lust⸗ spiels ausmacht, floß leicht und natürlich von seinen Lippen und jeder Scherz und jeder flüchtige Gedanke kam hier zur vollen Geltung. Neben Hrn. von Hoxar machte sich wieder Hr. Pansa (Savourette) durch seine derb komische Darstellung der Doppelgestalt des tyrannischen Hauswirths und des wie Wachs biegsamen Ehemannes vortheilhaft bemerkbar. Auch die Herren Mügge (Pontaubert) und Wallner (Gontran), letzterer als vornehmer Kammerdiener, bewährten sich recht gut. Weniger glücklich war die Besetzung der Damen⸗ rollen; wenigstens kann man von keiner der mitwirkenden Damen sagen, daß sie Hervorragendes leistete. Frl. Zipser (Genevisve), die noch am meisten gefiel, sprach und spielte schüchtern und sanftmüthig, konnte aber keine rechte Individualität gestalten und entwickeln. Lebhafter Beifall folgte jedem Aktschluß und bewies die animirte Fftettaund des Publikums, welche sich dauernd während des Abends erhielt.

Im Walhalla⸗Theater erzielte am Sonnabend die komische Oper: „Die Piraten“ von Zell und Geneée einen durchschlagenden Erfolg und erfreute sich der beifälligsten Aufnahme bei ausverkauftem Hause. Was dem neuen Werk vor Allem eine besondere Anziehungs⸗ kraft verleiht, das ist die spannende Handlung und ein Libretto, welches sich über die gewöhnlichen Operettentexte weit erhebt. Die Handlung versetzt uns in das Jahr 1789, und zwar nach Corsika, dessen Einwohner sich gegen die Unterjochung unter französische Herrschaft auflehnen, Führer der Bewegung ist der Baron Pietro Roccaserra, welcher sich

unter dem Namen Mariano Mariani an die Spitze einer Verschwö

rung gestellt hat und als Bandenführer weithin gefürchtet ist. Der Zufall führt den französischen Gouverneur der Insel gerade in das Schloß des Barons, und die hierdurch entstehenden verwickelten Verhältnisse, in denen die Liebe Leona's, der Schwester des Verschwörers, zu einem Italiener, Manfredi Colombo, eine große Rolle spielt, boten den Stoff zu der interessanten Hand⸗ lung. Die zu dem Text geschriebene Musik erhebt sich gleichfalls über diejenige einer Operette hinaus, sie bat einen großen Zug, ohne deshalb den vorwiegend heiteren Charakter irgendwie zu verleugnen, und weist einige recht wirksame Nummern auf, so beispielsweise den graziösen Walzer: „Willst du ein Weibchen, so fang es dir ein“, und im letzten Akt das scherzhafte Lied an Gabriele, zwei Piscen, die si bald großer Verbreitung zu erfreuen haben werden. Die Technik des neuen Werkes deutet auf den erfahrenen Meister hin, die trefflichen Chöre, deren frische, packende Gesänge überaus wirksam sind, vor allem aber die großartigen Finale sind von überraschender Groß⸗ artigkeit und Eleganz. Mit all diesen erfreulichen Erscheinungen Hand in Hand ging am Sonnabend die ausgezeichnete Aufführung, welche der betreffenden Bühne alle Ehre machte. In erster Linie genannt zu werden verdienen die beiden Damen Frl. Seebold als Gabriele und Fll. Ahrens als Leona; beide bewiesen gesanglich wie schauspielerisch eine Vollendung, welche den vom Publikum gespendeten Beifall durchaus rechtfertigten. Hr. Korschen und Wilhelmy litten offenbar unter großer Indisposition, so daß sich von ihrer letzten Leistung nicht vie⸗ sagen läßt. Die Herren Herrmann wußte wiederum der Rolle des Gon⸗ verneurs die bekannte humoristische Gestaltung zu geben; wacker unter⸗ stützt wurde er von Hrn. Klein als Hannibal Trumeau. Der Eremit fand an Hrn. Worms einen tüchtigen Darsteller; die lustigen Ban⸗ diten wurden frisch von den Herren Bollmann und Richter gespielt. Die Ausstattung ist eine glänzende; die „Piraten“ dürften dem Wal⸗ halla⸗Theater auf lange Zeit ein volles Haus sichern.

Am Donnerstag, den 14. Oktober, Abends 7 ½ Uhr, veranstaltet die Sängerin Frl. Therese Zerbst im Saale der Sing⸗Akademie ein Concert, in welchem die Herren Cellist Heinrich Grünfeld und Pianist Pauer mitwirken werden.

Kopenhagen, 9. Oktober. (W. T. B.) Heute Abend fand in dem völlig ausverkauften Casino⸗Theater das erste Concert der Fr. G Lucca unter Mitwirkung der Hofpianistin Fr. Anma Grosser statt. Der König, der Kronprinz, die Kronprinzessin sowie die anderen Mitglieder der Königlichen Familie waren anwesend. Beide Künstlerinnen fanden stürmischen Beifall und mußten mehrere Piècen zugeben. 1

Redacteur: Riedel.

Verlag der Expedition (Scholz).

Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlags⸗Anstalt, Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32.

8 Fünf Beilagen 8 (einschließlich Börsen⸗Beilage).

Berlin:

In diese wird er nämlich durch seine

Nach mancher heiteren Episode mit der sich aufdrängenden

en Staats⸗Anzeiger.

1886.

No. 239.

Berlin, Montag, den 11. Oktober

Steckbriefe und Untersuchungs⸗Sachen.

Zwangsvollstreckungen, Aufgebote, Vorladungen u. dergl.

2

3. Verkäufe, Verpachtungen, Verdingungen ꝛc.

„Verloosung, Kraftloserklärung, Zinszahlung u. s.

öffentlichen Papieren.

Steckbriefe und Rutersuchungs⸗Sachen. (33381] Steckbrief.

Gegen den Wirthssohn August Sawitzki aus Borawsken, Kreis Oletzko, welcher flüchtig ist, soll eine durch vollstreckbares Urtheil des Königlichen Landgerichts zu Lyck vom 17. August 1886 erkannte Gefängnißstrafe von 9 Monaten vollstreckt werden. Es wird ersucht, denselben zu verhaften und in das

ächste Justizgefängniß abzuliefern.

8 Lyck, den 5. Oshober 1886. Königliche Staatsanwaltschaft.

[33382] Steckbriefs⸗Erneuerung.

Der unterm 9. November 1883 hinter die Möbel⸗ händlerin, verehelichte Albat, Amalie, geborene Kauffmann, geboren am 8. Januar 1852 zu Ham⸗ merstein, in den Akten J. La. 620. 83 erlassene Steck⸗ brief wird hiermit erneuert. 1

Berlin, den 30. September 1886

Staatsanwaltschaft bei dem Königlichen Landgericht I.

[33384]1 Steckbriefs⸗Zurücknahme.

Der unterm 5. September 1881 hinter die unver⸗ ehelichte Lina Johanna Louise Kruse, geboren am 21. April 1861 zu Swinemünde, in den Akten J. II. E. 159 81 erlassene und unter dem 15. Mai 1882 erneuerte Steckbrief wird hiermit zurück⸗ genommen.

Berlin, den 2. Oktober 1885.

Staatsanwaltschaft bei dem Königlichen Landgericht I.

[33383]38 Steckbriefs⸗Zurücknahme.

Der unterm 9. September 1881 hinter den

andelsmann Friedrich Wilhelm Leon aus Neuen⸗ in den Akten J. II E. 168. 81 erlassene und unter dem 15. Mai 1882 erneuerte Steckbrief wird hiermit zurückgenommen.

Berlin, den 2. Oktober 1886. Staatsanwaltschaft bei dem Königlichen Landgericht I.

Zwangsvollstreckungen, Aufgebote Vorladungen u. dergl. 8 [32153] Aufgebot.

Der Kaufmann Arno Dennhardt in Auerbach i. V. hat das Aufgebot eines abhanden gekommenen, von Franz Glitzner auf H. Wunderlich in Auerbach i. V. gezogenen, von diesem acceptirten, bei der Reichs⸗ banknebenstelle in Plauen domizilirten, ultimo August d. J. an die Ordre des Ausstellers zahlbar gewesenen Wechsels über 100 d. d. Auerbach i. V., 4. Juni 1886, welcher mit den Blankogiri des Ausftellers und des Antragstellers versehen gewesen, beantragt. Der Inhaber der Urkunde wird aufgefordert, späte⸗ stens in dem auf

den 18. April 1887, Vormittags 11 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte, Zimmer 2, anbe⸗ raumten Aufgebotstermine seine Rechte anzumelden und die Urkunde vorzulegen, widrigenfalls die Kraft⸗ loserklärung der Urkunde erfolgen wird.

Plauen, den 29. September 1886.

“““ Königliches Amtsgericht.

Steiger. Aufgebot.

Leonhard Benkert von Freiburg i. B. hat das Aufgebot der Badischen Partial⸗Obligation des Eisenbahn⸗Anlehens vom Jahre 1875 über 1000 Litt. B. Nr. 6240, deren Besitz und Verlust glaubhaft gemacht wurde, beantragt. Der Inhaber der genannten Urkunde wird aufgefordert, seine Rechte spätestens in dem auf

22. Dezember 1891, Vormittags 10 Uhr, vor Großh. Amtsgerichte Karlsruhe bestimmten Auf⸗ gebotstermine anzumelden und die bezeichnete Urkunde vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der⸗ selben erfolgen würde.

Karlsruhe, den 9. August 1886.

Gerichtsschreiberei Gr. Amtsgerichts (L. S.) Ee

28915] Nr. 19 557.

Auf zulässig befundenen Antrag des Erbpächters A. Niemann aus Mönkbusch wird das Fol. 2 seiner Erbpachtstelle Nr. III. zu Mönkbusch, hiesigen Amts⸗ gerichtsbezirks, lautend auf 150 Thlr. für den Fischer Niehusen zu Ortkrug de dato 11. Januar 1ö8 eingetragene Forderungsrecht hierdurch aufge⸗ oten.

„Es werden alle Diejenigen, welche ein Recht an diese Forderung zu haben vermeinen, aufgefordert, ihre Rechte spätestens im angesetzten Aufgebots⸗ termine anzumelden, widrigenfalls die Forderung mortificirt wird.

Aufgebotstermin wird bestimmt auf 2. Dezember d. J., Morgens 10 Uhr. Malchow, 2. Oktober 1886. 1 Großherzogliches Amtsgericht. Zur Beglaubigung: 9 Staecker, Aktuar, Gerichtsschreiber.

[20790]

Das Sparkassenbuch Nr. 2624 der Stadtsparkasse zu Oppeln, welches für die Johanna Plachettka aus⸗ gefertigt ist und ult. 1882 einen Bestand von 27

1 nachweist, ist angeblich verloren gegangen und vird auf Antrag der Eigenthümerin Johanna

lachettka jetzt verehelichten Slomka zu Mys⸗ owitz zum Zweck der Kraftloserklärung desselben hiermit aufgeboten. S „Es werden daher die Inhaber dieses Buches, sowie überhaupt Jeder, der an dem verlorenen Sparkassen⸗ uch ein Anrecht zu haben vermeint, aufgefordert, pätestens im Aufgebotstermin den 16. März

887, Vormittags 9 Uhr, bei dem unterzeich⸗

——y

w. von

Oeffentlicher Anzeiger.

8 4

5. Kommandit⸗Gesellschaften auf Aktien u. Aktien⸗Gesellsch 6. Berufs⸗Genossenschaften. 7. Verschiedene Bekanntmachungen. 8. Theater⸗Anzeigen. 9. Familien⸗Nachrichten.

In der Börsen⸗Beilage.

neten Gericht, Zimmer Nr. 12, ihre Rechte anzu⸗ melden und das Buch vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung desselben erfolgen wird. Oppeln, den 11. Juli 1886. Königliches Amtsgericht.

[32462]/ Im Namen des König! Auf den Antrag des Besitzers Peter Paturalski aus Konczycki, vertreten durch den Rechtsanwalt Trommer in Strasburg W. /Pr., erkennt das König⸗ liche Amtsgericht zu Strasburg W./Pr. durch den Amtsrichter Müller für Recht:

I. Alle Diejenigen, welche dem Aufgebote vom 3. April 1886 zuwider Rechte auf die im Grund⸗ buche des Grundstücks Konczycki Blatt 3 in Abthei⸗ lung III. Nr. 1 auf Grund des gerichtlichen Thei⸗ lungsrezesses vom 12. Juni 1833 für die Geschwister Kuczorski Namens Franz, Catharina, Johann, Albrecht und Dorothea eingetragene Erbtheilsforde⸗ rung von 110 Thlr. 13 Sgr. nebst Zinsen Ansprüche nicht angemeldet haben, werden mit den Ansprüchen auf diese Post ausgeschlossen.

II. Der Hypothekenbrief, bestehend aus dem Erb⸗ rezesse des früheren Königlichen Kreisgerichts zu Stras⸗ burg vom 12. Juni 1833 nebst Hypothekenschein vom 14. Mai 1835, lautend über die im Grundbuche des Grundstücks Konczycki Blatt 3 in Abtheilung III. Nr. 1 für die Geschwister Kuczorski Namens Frans, Catharina, Franziska, Johann, Albrecht und Doro⸗ thea eingetragene vater⸗ und mütterliche Erbtheils⸗ forderung von 132 Thlr. 15 Sgr. »-10 Pfennig nebst Zinsen, wird für kraftlos erklärt. .III. Die Kosten des Verfahrens werden dem Be⸗ sitzer Peter Paturalski in Konczicki zur Last gelegt.

Strasburg, den 28. September 1886. 1

Königliches Amtsgericht.

[33446] Oeffentliche Zustellung.

Der Uhrmacher Hermann Löhr zu Dortmund, ver⸗ treten durch den Rechtsanwalt Westhoff hier, klagt gegen den Markscheidergehülfen W. Schulte Umberg, früher hier, jetzt unbekannten Aufenthalts, wegen Forderung aus einem Kaufgeschäft, mit dem Antrage, den Beklagten zu verurtheilen, dem Kläger 95 nebst 6 % Zinsen seit dem Tage der Klagebehändi⸗ gung zu zahlen und die Kosten dieses sowie des Arrestverfahrens in Sachen Löhr gegen Schulte Umberg G. 47—– 86 zu tragen, auch das Urtheil für vorläufig vollstreckbar zu erklären, und ladet den Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechts⸗ streits vor das Königliche Amtsgericht zu Dorr⸗ mund auf den 22. Dezember 1886, Vormittags 10 Uhr,

Zimmer 23.

Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht.

Dortmund, den 4. Oktober 1886.

Grotemeyer,

Gerichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichts. [33247] Oeffentliche Zustellung.

Der Spar⸗ & Vorschuß⸗Verein Lindenau⸗Plagwitz eingetragene Genossenschaft zu Lindenau, vertreten durch den Rechtsanwalt Heinrich Müller I. in Leipzig, klagt im Wechselprozesse gegen den Pianoforte⸗ mechanikfabrikanten Ernst Neutschmann, früher zu Lindenau, jetzt unbekannten Aufenthalts, aus einem Wechsel vom 6. Juni 1886, mit dem Antrage, auf Verurtheilung des Beklagten zur Zahlung von 525 Wechselstamm sammt Zinsen zu 6 % seit dem 8. September 1886 und 8,85 Wechselunkosten, sowie zur Tragung der Kosten des Rechtsstreits, ein⸗ schließlich derjenigen des vorausgegangenen Arrest⸗ verfahrens.

Kläger ladet den Beklagten zur mündlichen Ver⸗ handlung des Rechtsstreits vor die zweite Kammer für Handelssachen des Königlichen Landgerichts zu Leipzig auf den 25. November 1886, Vormittags 9 Uhr, mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten Ge⸗ richte zugelassenen Anwalt zu bestellen.

Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung dieser Auszug der Klage bekannt gemacht.

Leipzig, den 6. Oktober 1886.

Böttger, Gerichtsschreiber des Königlichen Landgerichts.

wird

[33455 Heffentliche Zustellung. Die Ehefrau Bergmann Friedrich Milting, Anna, geb. Wend, zu Dortmund, vertreten durch den Rechts⸗ anwalt Kohn daselbst, klagt gegen ihren Ehemann, den Bergmann Friedrich Milting, früher zu Dort⸗ mund, jetzt unbekannten Aufenthalts, wegen Ehe⸗ scheidung, mit dem Antrage, das zwischen Parteien bestehende Band der Ehe zu trennen, den Beklagten für den allein schuldigen Theil zu erklären, und ihm die Kosten des Verfahrens zur Last zu setzen, und ladet den Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits vor die zweite Civilkammer des Königlichen Landgerichts zu Dortmund auf

den 4. Januar 1887, Vormittags 9 Uhr, mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten Ge⸗ richte zugelassenen Anwalt zu bestellen.

Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht.

Dannert, Gerichtsschreiber des Königlichen Landgerichts.

[33447] Oeffentliche Zustellung.

Die unter der Firma Pauli & Rieck bestehende Handlung zu Berlin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Busch zu Düsseldorf, klagt gegen den Handels⸗ mann P. J. Herkenrath, früher in Schalke, jetzt ohne bekannten Aufenthaltsort, wegen Wechselforderung, mit dem Antrage auf Zahlung von 77,55 nebst

6 % Zinsen von 70 seit dem 1. April 1886 und vom Rest seit dem Klagezustellungstage, und ladet

———⏑—ÿ— —— —-——

den Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits vor das Königliche Amtsgericht zu Düssel⸗ dorf, Justizgebäude, Zimmer Nr. 9, auf den 9. Dezember 1886, Vormittags 9 Uhr. Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht. Düsseldorf, den 2. Oktober 1886.

““ Iburg, Gerichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichts.

[33445) Oeffentliche Zustellung.

Der Gastwirth H. Schulze zu 1 a. O., Tuchmacherstr. 43, klagt gegen den ehemaligen Molkereibesitzer Theodor Saade, früher in Finken⸗ heerd, jetzt unbekannten Aufenthalts, wegen einer Forderung von 150 aus dem Wechsel de dato Finkenheerd, den 5. Juni 1886, zahlbar am 5. Sep⸗ tember 1886, mit dem Antrage auf Verurtheilung desselben zur Zahlung von 150 nebst 6 % Zinsen seit 5. September 1886 und auf vorläufige Voll⸗ streckbarkeitserklärung des Urtheils, und ladet den Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechts⸗ streits vor das Königliche Amtsgericht zu Frank⸗ furt a. O., Logenstr. 6, Zimmer 25, auf den 23. November 1886, Vormittags 11 ½ Uhr.

„Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht.

Frankfurt a. O., den 4. Oktober 1886.

klling, Gerichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichts. VII. [33460] SOeffentliche Zustellung.

Die Ehefrau des Druckers Franz Eduard Golle, Marie, geb. Kreißig, in Pölbitz, vertreten durch den Rechtsanwalt Obergerichtsanwalt Dr. Rein in Greiz, klagt gegen ihren vorgenannten Ehemann, früher in Rothenthal bei Greiz, zuletzt in New⸗Pork, jetzt unbekannten Aufenthaltes, wegen böswilliger Ver⸗ lassung, mit dem Antrage auf Trennung der Ehe und ladet den Beklagten zur mündlichen Ver⸗ handlung des Rechtsstreits vor das Fürstliche Landgericht Greiz, Civilkammer I., auf

Sonnabend, den 15. Januar 1887, Vormitt. 10 Uhr, mit der Aufforderung, einen bei dem Landgericht zugelassenen Anwalt zu bestellen.

Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gegeben.

Greiz, den 5. Oktober 1886.

Die Gerichtsschreiberei des F. Landgerichts das.

Referendar Dietel. [33459’) SDOeffentliche Zustellung.

Die Ehefrau des Gutsbesitzers Christian Knüpfer, Albine Knüpfer, geb. Küntzel, in Dobia, d. Z. in Turtendorf, vertreten durch Ober⸗Gerichtsanwalt Dr. Rein in Greiz, klagt gegen ihren vorgenannten Ehemann, fruͤher in Dobia, jetzt in Amerika unbe⸗ kannten Aufenthalts, wegen böslicher Verlassung, mit dem Antrage, die mit demselben im Jahre 1876 ge⸗ schlossene Ehe dem Bande nach zu trennen und für aufgehoben zu erklären, und ladet daher den Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits vor die erste Civilkammer des Fürstlichen Landgerichts Greiz auf

Sonnabend, den 15. Januar 1887, Vormittags 10 Uhr, mit der Aufforderung, einen bei diesem Gerichte zu⸗ gelassenen Anwalt zu seiner Vertretung zu bestellen.

Dieser Auszug der Klage wird hiermit Zwecks öffentlicher Zustellung bekannt gemacht.

Greiz, den 5. Oktober 1886.

Die Gerichtsschreiberei des Fürstlichen Landgerichts daselbst. 8 Referendar Dietel.

hiesigen

*

[33449] Oeffentliche Zustellung.

Die Firma Gebrüder Hennes, Darmhandlung in Metz, klagt gegen den Metzger Meinrad Brirx, früher in Metz, dann in Berlin und zur Zeit ohne bekann⸗ ten Wohn⸗ und Aufenthaltsort, mit dem Antrage auf Auflösung des zwischen ihr und dem Beklagten mündlich abgeschlossenen Miethvertrages, nach welchem der letztere vom 1. August 1886 ab das Haus Rattenthurmstraße 3 zu Metz übernehmen sollte, so⸗ wie auf Verurtheilung des Beklagten zur Zahlung des Miethzinses für 1 Monat mit 41,66 ℳ, und ladet den Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits vor das Kaiserliche Amtsgericht zu Metz auf den 22. Dezember 1886, Vormittags 9 Uhr.

Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht.

Metz, den 6. Oktober 1886.

Fröhlich, Hülfs⸗Gerichtsschreiber des Kaiserlichen Amtsgerichts.

[33452] Königliches Amtsgericht München I. Abtheilung A. für Civilsachen.

In Sachen der Metzgermeistersehelente Josef und Fanny Kroiß in München, Kläger, vertreten durch den Privatier Josef Kreitmair daselbst, gegen die Oberstlieutenantsgattin Karoline Bedall, früher in München, nun unbekannten Aufenthalts, Beklagte, wird letztere zur mündlichen Verhandlung über den klägerischen Antrag auf kostenfällige Verurtheilung der Beklagten zur Zahlung von 292 für in die von ihr in Gemeinschaft mit dem Schönfärber Joseph Karl in München auf gemeinsame Wag und Gefahr betriebene Kochkunstschule geliefertes Fleisch und zur Einwilligung, daß die Kläger sich in Haupt⸗ und Nebensache aus dem von der Beklagten zur Hemmung des Arrestvollzuges bei Gericht hinter⸗ legten Baarbetrag von 310 bezahlt machen, in die öffentliche Sitzung des obengenannten Gerichts vom

Samstag, den 27. November 1886,

.“ Vormittags 9 Uhr, 8

Sitzungszimmer Nr. 14/I, nach erfolgter Bewilligung der öffentlichen Zustellung geladen.

München, den 6. Oktober 1886.

Der geschäftsleitende Königliche Gerichtsschreiber: (L. S.) Hagenauer.

[33462] Oeffentliche Zustellung. 8 Die Ehefrau des Anstreichers Johann Baptist Scholl, Maria, geborene Klein, zu Liesdorf, Klä⸗ gerin, vertreten durch Rechtsanwalt Rettig, klagt gegen ihren genannten Ehemann, Beklagten, wegen Gütertrennung, mit dem Antrage, die zwischen den Parteien bestehende eheliche Gütergemeinschaft für aufgelöst zu erklären, deren Theilung für den Fall der Annahme derselben durch die Klägerin in zwei Hälften zwischen der Klägerin und dem Beklagten zu verordnen, die Parteien zur Auseinandersetzung und Liquidation vor einen von dem Königl. Land⸗ gerichte zu ernennenden Notar zu verweisen und dem Beklagten die Kosten des Prozesses zur Last zu legen, und ladet den Beklagten zur mündlichen Ver⸗ handlung des Rechtsstreits vor die II. Civilkammer

des Königlichen Landgerichts zu Saarbrücken auf den 9. Dezember 1886, Vormittags 9 Uhr, mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten Ge⸗ richte zugelassenen Anwalt zu bestellen. Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht. Saarbrücken, den 6. Oktober 1886. Cüppers, Assist., Gerichtsschreiber des Königlichen Landgerichts.

[33456] Oeffentliche Zustellung.

Die Ehefrau des Seefahrers Trittin, Amalie Albertine Wilhelmine, geb. Pfeiffer, zu Retzowsfelde, vertreten durch den Rechtsanwalt Heintzmann zu Stettin, klagt gegen ihren Ehemann, den Seefahrer Hermann Theodor Trittin, früher zu Retzowsfelde, jetzt unbekannten Aufenthalts, wegen böswilliger Verlassung, mit dem Antrage, die Ehe der Parteien zu trennen und den Beklagten für den allein schuldigen Theil zu erklären, und ladet den Be⸗ klagten zur mündlichen Verhandlung des Rechts⸗ streits vor die I. Civilkammer des Königlichen Land⸗ gerichts zu Stettin, Zimmer Nr. 23, auf

den 5. Januar 1887, Vormittags 9 ¼ Uhr, mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten Ge⸗ richte zugelassenen Anwalt zu bestellen.

Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht.

Gerichtsschreiber des Königlichen Landgerichts. [33457 Oeffentliche Zustellung.

Die Ehefrau des Malers Dornbusch, Ernestine eb. Koglin, zu Koerlin a. P., vertreten durch den Rechtsanwalt Schliée zu Stettin, klagt gegen ihren Ehemann, den Maler Carl Gustav Dornbusch, früher zu Grabow a. O., jetzt unbekannten Auf⸗ enthalts, wegen böswilliger Verlassung, mit dem Antrage: die zwischen den Parteien bestehende Ehe zu trennen und den Beklagten für den allein schuldi⸗ gen Theil zu erklären, und ladet den Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits vor die I. Civilkammer des Königlichen Landgerichts zu Stettin, Zimmer Nr. 23, auf

den 5. Jannar 1887, Vormittags 9 Uhr, mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten Ge⸗ richte zugelassenen Anwalt zu bestellen.

Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung dieser Auszug der I gemacht.

Zorll,

Gerichtsschreiber des Königlichen Landgerichts.

[33450] Oeffentliche Zustellung.

Die Johanna Christ, ohne Gewerbe, Wittwe von Johann Vierling zu Odratzheim und Genossen, ver⸗ treten durch Rechtsanwalt Traut in Zabern, klagen gegen den Heinrich Kuppel und dessen Ehefrau Cäcilia, geb. Vierling, Ludwig Michael Eli und dessen Ehefrau Maria Anna, geb. Vierling, Wittwe in erster Ehe von Johann Zimmer, Lucian Vierling, Koch, Johann Vierling, Kellner, alle ohne bekannten Wohn⸗ und Aufenthaltsort, wegen Theilungsbe⸗ stätigung mit dem Antrage, das unterm 8. August 1885 durch den Kaiserlichen Notar Schaeffer in Marlenheim aufgenommene Theilungsprotokoll seinem ganzen Umfange nach zu bestätigen und laden die Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechts⸗ streits vor die Civilkammer des Kaiserlichen Land⸗ gerichts zu Zabern auf den 21. Dezember 1886, Vormittags 10 Uhr, mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten Ge⸗ richte zugelassenen Anwalt zu bestellen. 1

Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht.

Hörkens, Landg.⸗Sekretär, Gerichtsschreiber des Kaiserlichen Landgerichts

wird

[33461] Bekanntmachung. Durch Urtheil der Abth. II. der Civilkammer des Kais. Landgerichts Kolmar vom 28. September 1886 wurde die zwischen den Eheleuten Eugen Baum⸗ gartner, Handlungsbevollmächtigter und Anna Dem⸗ ling, Beide früher in Kolmar wohnhaft, dermalen zu Straßburg sich aufhaltend, bestandene Güter⸗ gemeinschaft für aufgelöst erklärt und wurden die Parteien zur Theilung und Auseinandersetzung der⸗ selben vor den Kaiserl. Notar Keller in Straßburg

verwiesen. Dem Ehemanne wurden die Kosten zur Last geleg Der Landgerichts⸗Sekretär: Kasper. [33463] Durch Beschluß der I. Civilkammer des Kaiser⸗ lichen Landgerichts zu Straßburg i. E. vom

4. Oktober 1886 wurde die Gütertrennung zwischen