meldet uns von den Schicksalen des evangelischen Pfarrers Kasrar Feesss. welcher zu Michelsberg bei Chrudim an der sächsisch⸗ öhmischen Grenze lebte. Das zweite Geschichtchen ist betitelt Lauter Vaterunser“ und einer alten Chronik entnommen, ebenso das Feloende: „Priester und Kornet“, welches einer Familienchronik ent⸗ ammt. Von einem heiteren Stücklein aus der guten alten Zeit bandelt die nächste Erzählung, betitelt: „Ueberlistet“. Daran schließt sich eine Scene aus dem nordischen Kriege, welche „Jubilate“ über⸗ schrieben ist, und den Abschluß macht eine Geschichte, welche den Bibelspruch: „Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten“ zur Ueberschrift hat und einer Familienchronik entnommen ist. Alle diese kleinen Erzählungen sind ansprechend ge⸗ xieben. In der Doppelnummer 91/92 betitelt: „Durch Klippen“ erzählt uns Marie Meisner von den wunder⸗ lichen Schicksalen eines jungen Mannes, der mancherlei erlebt und viel durchzumachen hat, ehe ihm das Glück lächelt und er in behag⸗ liche Verhältnisse geräth. Auch diese Erzählung wird nicht verfehlen, auf das Gemüth der jungen Leser Eindruck zu machen und sie zum Nachdenken anzuregen. Die Nummer 90 der Familien⸗ bibliothek ist betitelt „Ein Kampf um Rom“ und rührt von Richard Weitbrecht, dem Verfasser von „Feindliche Mächte“ ꝛc. her. Unter diesem Titel hat der Verfasser eine kleine Sammlung von Geschichtsbildern aus dem sechzehnten Jahrhundert vereinigt, welche für die Geschichtskenntniß der protestantischen Jugend von Werth sein dürfte, zumal sie Begebenheiten aus der Refor⸗ mationszeit behandeln. Das Buch hebt an von der Schlacht bei Pavia am 3. Februar 1525. Das zweite Kapitel handelt von päpstlichen Bündnissen und Verlegenheiten, das dritte beschäftigt sich mit dem Vater der Landsknechte, Georg von Frunde berg. Dann schildert uns der Verfasser die Schrecken in Rom, die Erstürmung und Plünderung Roms und berichtet in einem Schluß⸗ kapitel von dem jäh erfolgten Tode Frundsberg's. — Von der ist jedes Bändchen einz In käuflich und kostet artonnirt 50 ₰. An ihrer Herausgabe sind betheiligt V. Baur, L. Blaul, L. Cuno, N. Fries, Emil Frommel, L. Hesekiel, A. Landen⸗ berger, A. Natorp, E. Ohly, Johanna Spyri, Armin Stein, H. Steinhausen, L. Treumund, R. Weitbrecht u. A. Die Familienbibliothek hat den Zweck, echten, christlichen Geist zu fördern und veredelnd auf das Volk einzuwirken. Wir zweifeln nicht daran, daß auch die soeben besprochenen Nummern diesem Zweck vollauf Rechnung tragen werden. — In demselben Verlage erschien eine Abhandlung von dem ord. Professor der Theologie zu Bonn, D. Ludwig Lemme, welche betitelt ist: „Die Macht des Ge⸗ betes mit besonderer Beziehung auf Krankenheilung.“ In welchem Sinne dieses Buch geschrieben wurde, ist wohl schon aus dem Titel ersichtlich.
— Im Verlage von Franz Siemenroth in Berlin ist der vierte Jahrgang des „Taschen⸗Kalenders für Eisenbahn⸗Expe⸗ ditions⸗Beamte im Deutschen Reich für das Jahr 1887“, bearbeitet von dem Königlichen Eisenbahn⸗Betriebssekretär Carl Förster (Flister), erschienen. Der Kalender enthält neben den gewöhn⸗ lichen Gaben solcher Jahrbücher, d. h. neben dem Kalendarium und den für jeden Tag des Jahres berechneten Notizblättern, so reiches textliches Material, daß derselbe sich als ein nützliches Nachschlage⸗ buch nicht nur für die im Titel genannte Eisenbahnbeamten⸗Kategorie, sondern für alle Eisenbahnbeamten bewähren dürfte. Wir erwähnen im Besondern: die oft in ähnlichen Fachkalendern zu vermissenden stati⸗ stischen Nachrichten, welche theilweise in Tabellenform eine schnelle Information gestatten, die Münztabelle aller Länder, eine vergleichende Münz⸗ und Maßtabelle der neuen deutschen mit den früheren Münzen und Maßen, Lohn⸗ und Zinstabellen, Depeschen⸗ und Reichs⸗Posttarif, Verzeichniß der Eisenbahn⸗Verwaltung u. A. m. Sehr werthvoll und willkommen wird sich den Besitzern und Benutzern des Kalenders der auf das Verkehrswesen bezügliche Auszug aus dem Handelsgesetzbuch erweisen, wie denn auch das Betriebsreglement für die Eisenbahnen Deutschlands vom 14. Mai 1874, die Zusammen⸗ stellung der Bestimmungen über die Hastyflicht der Eisenbahnen für Verlust, Beschädigung und verspätete Lieferung von Gütern, die all⸗ gemeinen Tarifvorschriften, Zoll⸗ und Steuervorschriften, die durch Stizzen erläuterten, obligatorischen Bestimmungen über Verladung von Brettern, Bohlen, Heu ꝛc., die Ladeprofile und vieles Andere dazu beitragen werden, dem Kalender in den Kreisen der Eisenbahn⸗ Expeditionsbeamten neue Freunde zu erwerben; und das um so mehr, als der Preis des Büchleins von 1,60 ℳ bei der gefälligen und dauer⸗ haften Ausstattung als ein sehr mäßiger gelten darf.
Gewerbe und Handel.
„Der Diskont der Reichsbank ist heute auf 4 %, der Lombard⸗
zinsfuß für Darlehne gegen ausschließliche Verpfändung von Schuld⸗
verschreibungen des Reichs oder eines deutschen Staates auf 4 ½ %,
gegen Verpfändung sonstiger Effekten und Waaren auf 5 % erhöht orden.
— Dem Geschäftsbericht der Konsolidirten Redenhütte zu Zabrze O⸗S. für 1885/86 entnehmen wir Folgendes: Es wurden gefördert 34 302 t Eisenerze (— 7341 t). Der Bestand an Eisen⸗ erzen betrug per Ultimo Juni 1886 4268 t (— 7642 t). Mit den Erzen wurden gleichzeitig 2934 t Dolomit gefördert. Die Kalkstein⸗ brüche blieben außer Betrieb. An Kokes wurden fabrizirt für den eigenen Bedarf 38 464 t, für den Verkauf 4200 t, in Summa 42 664 t (— 6395 t). Es wurden erblasen 21 087 t Roheisen. An Nebenprodukten sind gewonnen worden: silberhaltiges Blei 134 855 kg, zinkische Nebenprodukte 384 695 kg. Die Arbeiterzahl ist gegen das Vorjahr von 1600 auf 1150 Köpfe verringert. An Frachten, Frankaturen und Rollgeldern wurden 188 053 ℳ, also 63 550 ℳ weniger als im Vorjahre, entrichtet Der Jahresumsatz beziffert sich in Summe auf 1 979 069 ℳ (— 705 012 ℳ). Das Gewinn⸗ und Verlustkonto, welches exklusive des durch das Jahr 1884/85 entstan⸗ denen Verlustvortrages von 44 227 ℳ für das Geschäftsjahr mit einem Verlust von 123 949 ℳ abgeschlossen haben würde, weist durch diese Abschreibungen einen Verlust⸗Saldo von 430 824 ℳ auf, der das liquide Betriebskapital absorbirt.
— Nach dem Geschäftsbericht des Georgs⸗Marien⸗Berg⸗ werks⸗ und Hüttenvereins beträgt der Bruttogewinn 1 504 331 ℳ (— 190 754 ℳ). Da sich auf Grund von Analysen und angestellten Versuchen erwarten ließ, daß sich das Schlacken⸗ material der Georgs⸗Marienhütte zur Cementfabrikation eignen werde, so wurde zunächst eine kleine Cementfabrik eingerichtet und in Betrieb gesetzt. Die “ der Fabrikation sind bis jetzt äußerst zufriedenstellend. Zur Verwerthung des am Schafberge in nicht unbeträchtlicher Aus⸗ dehnung vorkommenden Ockers wurde auf der Zeche Perm unter Be⸗ nutzung der von Alters her vorhandenen Betriebsanlage eine Ockerwäsche eingerichtet und damit auch diesem Nebenprodukt ein preiswerther Absatz geschaffen. „Auf der Georgs⸗Marienhütte wurden aus den eigenen Gruben gefördert an Erzen 181 214 t gegen 196 538 t, an Kohlen 2359 t gegen 4892 t. Fabrizirt wurden an Kokes 96 098 t gegen 101 455 t, an Roheisen 59 819,t gegen 63 108 t in 1884/85. Die Gie gerei produzirte 2538 t Gußwaaren, davon 1606,50 t für fremde Rechnung und 931,50 t für den eigenen Betrieb; die Pro⸗ duktion im Vorjahre betrug 2310 t. Die Brutto⸗Summe der Ver⸗ käufe betrug 3 249 415 ℳ gegen 3 750 354 ℳ Verausgabt wurden für Kohlen und Kokes exkl. Fracht 651 582 ℳ gegen 776 738 ℳ Die Frachten auf Kohlen und Kokes betrugen 378 983 ℳ gegen 336 458 ℳ An Arbeitslöhnen wurden gezahlt 1 197 216 ℳ egen 1 079 642 ℳ Auf Stahlwerk Osnabrück wurden fabrizirt an Halb⸗ fabrikaten als Rohstahl ꝛc. 38 736 t gegen 39 131 t, an Fertigfabri⸗ katen als Schienen Schwellen ꝛc. 32 690 t gegen 32 792 t. n der Weichenfabrit wurden 461 Weichen im Gewichte von 509 t hergestellt. Die Gießerei produzikte 3988 t Gußwagren, davon 697 t für fremde Rechnung, das für den eigenen Betrieb. In der Steinfabrik wurden 2725 t feuerfeste Steine zum Werthe von 88 100 ℳ ange⸗ vrtigt. Davon wurden für 8401 ℳ an Fremde abgesetzt, die Georgs⸗
arienhütte bezog für 29 680 ℳ und der Rest zum Werthe von 50 019 ℳ fand auf Osnabrücker Werke Verwendung. Die
Bruttosumme der Verkäufe hat im Berichtsjahre betragen: für eigene Fabrikate 4 880 404 ℳ, für angekaufte fremde Fertigfabrikate als Schrauben ꝛc. 81 665 ℳ, Summa 4962 069 ℳ Verausgabt wurden in derselben Zeit: für Robheisen einschließlich Fracht 2 230 492 ℳ, für Kohlen und Koks einschließlich Fracht 543 907 ℳ, für Arbeitslöhne 857 627 ℳ Der nach dem Gewinn⸗ und Verlust⸗ Conto verbleibende Reingewinn von 409 000 ℳ soll wie folgt ver⸗ theilt werden: 21000 ℳ Reservefonds, 41 000 ℳ Reservefonds des Eisen⸗ und Stahlwerks, 26 073 ℳ Tantièmen, 12 426 ℳ Arbeiter⸗ Dispositionsfonds, 5 % Dividende auf die Prioritäts⸗Aktien 157 500 ℳ und 2 % Dividende auf die Stamm⸗Aktien 151 000 ℳ
— Nach dem Geschäftsbericht der Bergbau⸗ und Hütten⸗ Aktiengesellschaft Phönix zu Laar bei Ruhrort für 1885/86 hat die Hütte zu Laar in Folge der verbesserten Betriebs⸗ einrichtungen mit ziemlich ansehnlichem Gewinn abgeschlossen, während auf den übrigen Hütten ein solcher nicht erzielt werden konnte. Der Rohgewinn beträgt 1 045 375 ℳ (gegen 972 106 ℳ 1884/85); hier⸗ von gehen ab 235 429 ℳ (270 922 ℳ) Unkosten, 413 912 ℳ (308 022 ℳ) Abschreibungen, sodaß an Reingewinn 396 033 ℳ (393 161 ℳ) verbleiben, woraus 337 500 ℳ als 2 ½ % Dividende (wie im Vorjahre), 15 609 ℳ Gewinnantheile vertheilt und 39 022 ℳ der Rücklage zugewiesen werden sollen. Die Jahreserzeugung betrug 97 481 t fertiger Waare gegen 86 877 t im Vorjahre.
Glasgow, 27. November. (W. T. B.) Die Vorräthe von Roheisen in den Stores belaufen sich auf 839 680 Tons gegen 646 924 Tons im vorigen Jahre. Pühl der im Betrieb befindlichen Hochöfen 68 gegen 92 im vorigen Jahre.
„New⸗York, 27. November. (W. T. B.) Der Werth der in der vergangenen Woche eingeführten Waaren betrug 6 145 502 Doll., davon 1 554 899 Doll. für Stoffe. Der Werth der Ein⸗ fubhr. K. her Vorwoche betrug 7 330 433 Doll., davon 1 877 147 Doll.
offe.
Submissionen im Auslande. I. Italien.
7. Dezember, 2 Uhr. Territorial⸗Direktion des Militär⸗Kom⸗ missariats des 8. Armee⸗Corps in Florenz. Lieferung von 176 600 m diverser Militärtuche und 10 000 Stück wollener Decken, im Ge⸗ sammtbetrage von 1 852 700 Lire. Nähere Bedingungen zur Einsicht in der Expedition des „Deutschen Reichs⸗Anzeigers“.
Spanien. 1) 6. Dezember. General⸗Direktion der Militärverwaltung in Madrid. Lieferung von 8000 Bettdecken. Voranschlag: 13,47 Pes. pro Stück. Kaution: 5 %. 1
.2) 11. Dezember. General⸗Direktion für Post und Telegraphen in Madrid. Lieferung von 2900 Telegraphenstangen von 6 und 8 m Länge. Voranschlag 8 Pes. für 6 m, 10 Pes. für 8m lange Stangen. Kaution: 1190 Pes. Näheres an Ort und Stelle.
8 Verkehrs⸗Anstalten.
Brüssel, 27. November. (W. T. B.) Dem „Etoile belge“ wird aus Verviers telegraphirt: Heute Morgen, beim Eintreffen des Expreßzuges aus Ostende, wurde wahrgenommen, daß 22 Postbeutel, welche die Werthsendungen für Deutsch⸗ land, Rußland, Oesterreich und den Orient enthielten, ausgeleert waren. Die gewöhnlichen Briefe waren unberührt.
— 28. November. (W. T. B.) Der „Indépendance belge“ zu⸗ folge hat die gestern Morgen in Verviers beraubt getroffene Briefpost namentlich 40 Packete mit Diamanten, welche in New⸗York aufgeliefert worden waren, enthalten. Man schätzt den Schaden auf
Million Fr.
Sanitätswesen und Quarantänewesen.
34 Frankreich.
Der Präsident der Französischen Republik hat das unter dem 15. Juni 1885 erlassene Verbot der Einfuhr von Bettzeug, wie Matratzen, Bettdecken u. s. w. aus Spanien nach Ireseereich (⸗Reichs⸗Anzeiger“ Nr. 146 vom 25. Juni 1885) durch erfügung vom 30. Oktober 1886 aufgehoben.
haus Plantagenhaus
“ Berlin, 29. November 1886.
Auf der am Sonnabend, den 27. d. M., in der Göhrde abgehaltenen Hofjagd, an welcher von höchsten Herrschaften Ihre Königlichen Hoheiten die Prinzen Wilhelm, Heinrich und Albrecht sowie der Herzog Max Emanuel in Bayern theilnahmen, sind in einem Hauptjagen auf Roth⸗ wild am „großen Spann“ (Oberförsterei Zienitz, Oberförster Ochwadt) und einer für die Findermeute abgestellten Suche am „Waschkabel“ (Oberförsterei Röthen, Oberförster Wall⸗ mann) 26 Hirsche, 35 Stück Rothwild, 144 grobe und 81 geringe Sauen erlegt worden. Davon streckten: Se. Königliche Hoheit der Prinz Wilhelm 3 Hirsche, 4 Stück Wild und 29 Sauen, Se. Königliche Hoheit der Prinz Heinrich 3 Hirsche, 3 Stück Wild und 16 Sauen, Se. Königliche Hoheit der Prinz Albrecht 1 Hirsch und 22 Sauen, Se. Königliche Hoheit der Herzog Max Emanuel in Bayern 1 Hirsch, 5 Stück Wild und 10 Sauen. Une ε‿e* 8 vvgerrstInn an e. ,er, Hr. AME,;, vrENEMAS rxewm-mmen Morgen, Dienstag, den 30., sindet Königliche Par⸗ force⸗Jagd statt. Rendez⸗vous: Mittags 1 Uhr am Penne Majestät des
(Oberförsterei Potsdam).
*
Zu dem 80jährigen Dienstjubiläum Sr.
Kaisers, am 1. Januar 1887, bereitet sich auch außerhalb der Armee
eine Kundgebung gus privaten Kreisen vor, an der Jedermann theil⸗ nehmen kann. Es hat sich in Berlin ein Comité gebildet, welches auffordert, Sr. Majestät dadurch zu Seinem hohen Ehrentage die Theil⸗ nahme zu bezeugen, daß Tausende von Privatpersonen möglichst jeden Soldaten der Armee in den Besitz eines Andenkens an diesen Tag setzen, um hierdurch gleichzeitig zu zeigen, wie sehr Armee und Volk in unserem Vaterlande Eins sind. Das Andenken soll in einer, von höheren Offizieren bearbeiteten, biographischen Denkschrift des militärischen Dienstlebens Sr. Majestät bestehen, die authentisch ist, von Sr. Majestät Selbst wiederholt revidirt und Ebanz und mit einem guten photographischen Portrait des Allerhöchsten Kriegsherrn ausgestattet ist. Ein solches Andenken wird den Soldaten für sein Leben daran er⸗ innern, daß er die Ehre hatte, an solchem Tage unter solchem Kriegs⸗ herrn zu dienen; er wird sich erheben an dem Vorbilde einer achtzig⸗ jährigen Königlichen Pflichttreue im Dienst, und seine Angehörigen und Nachkommen werden theilnehmen an den hierdurch geweckten patriotischen Gefühlen und Erinnerungen. — Wir glauben, es werden Viele sein, die gern hieran betheiligen werden, nachdem Se. Majestät diese Idee laut Kabinetsschreiben d. d. Baden⸗Baden, den 16. Oktober d. J., genehmigt hat. Es wird ge⸗ wünscht, daß in jeder Stadt, jedem Ort einige patriotische Personen zusammentreten, um ein Spezial⸗Comité zu bilden und für die weitere Verbreitung der Aufforderung zu wirken, denn sonst dürfte es dem Berliner Comité kaum möglich sein, in der kurzen Zeit in alle Kreise zu dringen, die sich gern an einer so patriotischen Kundgebung betheiligen möchten. Nähere Auskunft ertheilt der Schriftführer des Comités, Hr. G. von Glasenapp in Potsdam, Schwanenbrücke, und sind von demselben die Aufforderungen kostenfrei zu beziehen. Die Listen aller Zeichner sollen Sr. Majestät am 1. Januar eingereicht werden, weshalb der Schluß für die Annahme au den 23. Dezember
festgesetzt ist. Arn⸗berager eee ee
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Der Bazar, den der Preußische frauen⸗Verein bheute in den Räumen des eröffnet hat, gehört zu den 2 in vicsem r aals wnoe .
aben ein, den die erlaucht lied immt
ausgestattet haben. Ihre Majestat dee n Pfbenalenhas Koblenz überaus kostbare Geschenke übersandt, darunt rin hat ae werk der Glasbläserei: einen Pokal mit den preußischen ein Meise Malereien geschmückt, sowie eine Schatulle mit reich pen u In ganz besonderer Weise hat wieder die hohe rotefiodn dcclheh
esen: mächtige Kö ü 29 Hat welche Höchstdieselbe übersandte. ge Köoͤebe füllen die Gan
stigz⸗Minfh Juit.
Veranstaltunge1dt
Der Centralverein Arends'scher S am 1 Dezember, Abends 8 ½4 Uhr, im gche Emkozaphen bg Gartens“, Alexanderstraße 27 b., die Feier des Geburtstages nglischa Arends, des Begründers der Arends'schen Stenographie vmn 8g. 8b 1 vesfess, . 22 F. Feier geselliges Besande⸗ ein. Freunde un erehrer der Arends' ürar. Damen sind willkommen. schen Kurzschrift mit ihte
St. Petersburg, 29. November. (W. T. J be. 2 veerehsg 9 er 19 Uhber. ein 8077” Fesöten - vhtge hn en; vie “ es russischen Viertels wurden hierdurch
Im Deutschen Theater hatten wir am Sonnabe heit, im „Don Carlos“ eine Gastin kennen zu fanen g Rolle der Prinzessin von Eboli als erstes Debut gewählt hatte Ih junge Dame, Frl. Maria Pospischill, verfügt über eine imvosmm körperliche Erscheinung, welche ihr in vielen Rollen sehr zu stüte kommen dürfte; für die Prinzessin Eboli ist sie vielleicht von enen etwas zu heroischen Eindruck. Das Gastspiel der Dame beweist, daf dieselbe ein recht hübsches Talent besitzt, welches sie befähigt, schnseng Aufgaben nicht ohne Geschick zu lösen. Bei ihrem ersten Auftreten am Sonnabend that sie des Guten etwas zu viel, sie übertrieb in Geberden und Hewegung und störte dadurch den Eindruck der so überaus dankbaren Rolle. Hier erscheint etwas Mäßigung und Abschwäͤchumg geboten. Auch das Organ, das ohnehin schon kräftig ist, darf nicht so übermäßig angestrengt werden. Vielleicht sind diese störenden Er⸗ scheinungen auf Rechnung der bei dem ersten Auftreten der Künstlerin leicht erklärlichen Krrepang und des Wunsches zu setzen, ihre Fäbig⸗ keiten gleich von vorn herein im hellsten Lichte zeigen zu wollen; die Dame wird in anderen Rollen wohl Gelegenheit finden, die erwaͤhnten Mängel abzustellen. Daß der Dialekt zuweilen einen fremdartigen Anklang hatte, soll nicht unerwähnt bleiben, immerhin beherrscht ii Dame die deutsche Sprache recht geläufig. Die übrigen Rollen lagen in den bewährten Händen des einheimischen Personals und wurden, wie nicht anders zu erwarten, in anerkennenswerther Weise gespielt. Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprin; wohnte in Begleitung Ihrer Königlichen Hoheit der Prinzessin Victoria der Vorstellung bei. 8
Im Walhalla⸗Theater gelangt Millöcker's Operette Grifn Dubarry“ auch morgen noch zur Darstellung, während am Mittwoch Gense's „Piraten“ in Scene gehen. Am Donnerstag wird die Operette „Gräfin Dubarry“ wiederholt, deren gestrige Sonntagsaufführung sähr gut besucht war und äußerst animirt verlief. 8—
Das beliebte jugendliche Geschwisterpaar Frls. Marianne Eißler (Violinistin) und Clara Eißler (Harfenistin) gab am Sonntag in Saale der Sing⸗Akademie unter Mitwirkung seiner Schwester Emup (Pianistin) ein Concert, in welchem alle drei Künstlerinnen eine selt weit vorgeschrittene künstlerische Ausbildung erkennen ließen. Mit einer Romanze von Benedikt, trefflich im Zusammenspiel aut geführt, er⸗ öffneten die drei Schwestern das Concert. Darauf traten die beiden Concertgeberinnen in Solovorträgen mit Klavierbegleitung noch besonderg hervor. Die Geigerin spielte außer einer größeren Phantasie von Vieuxtempe noch verschiedene kleinere Stücke von Wagner, Wilhelmi, Massentt, Wieniawski und Anderen, in denen sie ihr schönes Talent nach allen Richtungen des Vortrags und der technischen Beherrschung hin zur Geltung bringen konnte. Ein voller Ton, bewundernswerthe Geläufg⸗ keit in schnellen Passagen, leichtes und sauberes Staccatospiel, sowie sicherer Gebrauch des Flageoletts sind besondere Vorzüge ihres Spielz Ihre Schwester Clara hatte ein Andante und Allegro für die Haf von Parish Alvars gewählt, das sie trotz des Springens einer Saite während des Spiels doch mit unerschütterlicher Ruhe und Bravour zu Ende führte. Langen, gesanglichen Ton aus der Harfe zuziehen, bekanntlich eine besondere Schwierigkeit, gelang der Virtuosin vollkommen. In verschiedenen Piecen von Thomas, Godefroid und Oberthür zeigte sich noch mehr ihr zarter Vortrag und ihre bewundernswerthe Geläufigkeit Das zahlreich erschienene Publikum spendete reiche und wohlverdiente Beifallsbezeugungen.
Der Pianist Hr. Wladimir von Pachmann, durch seine künst⸗ lerische Thätigkeit in London bereits vortheilhaft bekannt, gab am Sonnabend im Saale der Sing⸗Akademie ein Concert, in welchem er sich als ein Virtuos von hervorragender Bedeutung zeigte wenn auch seine Vorträge nicht als durchweg gleichmäßig gelungene zu betrachten sind. Außer der Sonate von Beethoven, op. 101, di Hr. von P. mit technischer Sicherheit und richtigem Verständnih wiedergab, war es besonders Raff's „Gigue mit Variationen“, ein fein konstruirtes, mit allem Glanz moderner Klaviertechnik aus⸗ gestattetes, sehr schwieriges Concertstück, dessen vollendete Aut⸗ führung mit dem lebhaftesten Beifall aufgervommen vurde. Weniger befriedigte der Vortrag des „Faschingschwanks“ von Schu⸗ mann, der in der Auffassung und in der technischen Sicherheit Manch zu wünschen ließ Das bekannte Rondo von Weber (Es-dur) spielt der Künstler, abgesehen von der nicht zu billigenden Umwandlung des vorgeschriebenen „tempo moderato“ in ein „presto“ mit einer emi⸗ nenten Geläufigkeit und Klarheit. Ein Gleiches war im Vortrag den „Spinnliedes von Mendelssohn, zweier kleiner Stücke von Lißzt 58 der „Pogeletüde“ von Henselt lobend anzuerkennen. Letztere wurde auf Wunsch des Publikums wiederholt. Einige beliebte Stůcke 2 Chopin, denen Hr. v. P. noch die Terzen⸗Etüde und den Minutenwalke⸗ hinzufügte, beschlossen den Abend. In allen Vorträgen, serl nete sich der Concertgeber durch kiefsinnige und ovriginele Wiedergabe des Inhalts der gewählten Piecen aus, cun. beherrscht er eine größere Stufenleiter der Schattirungen als viel seiner Kunstgenossen. Sein Forte ist stets maßvoll und edel, 6 Lioh von zartestem Duft durchweht; schroffe Gegensätze vermeiden, trebt er auf das Sorgfältigste nach richtiger Vertheilung der ne 1 gangsstufen vom Forte zum Piano. — Das Publikum war nicht seh zahlreich erschienen. Die Einrichtung, den ganzen Abend allein nnc. Klaviervorträgen auszufüllen, die nur bei einigen, sehr namhaften Vit tuosen von Erfolg sein dürfte, mag an dem mäßigen Besuch Schu fragen. Nichtsdestoweniger war der Beifall der Anwesend lebhafter und allgemeiner zu nennen.
Redacteur: Riedel.
Verlag der Expedition (Scholz). Norddeutschen Buchdruckerei und Verlags⸗Anstalt, Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32. Fünf Beilagen ceinschlieglich Börfen⸗ dacnh
Berlin:
Druck der
age).
BW“
Erste Beilage nzeiger und Königlich Preußische
Berlin, Montag,
1 Sta
11“
den 29. November
1ℳ 281.
1. Steckbriefe und Untersuchungs⸗Sachen.
4. Verloosung,
svollstreckungen, Aufgebote, Vorladungen u. dergl.
Zinszahlung ꝛc. von öffentlichen Papieren. 5. Kommandit⸗Gesellschaften auf Aktien u. Aktien⸗Gesellsch.
Deffentlicher Anzeiger.
6. Berufs⸗Genossenschaften.
7. Wochen⸗Ausweise der deutschen Zettelbanken 8. Verschiedene Bekanntmachungen.
9. Theater⸗Anzeigen. 10. Familien⸗Nachrichten.
I8n der Börsen⸗Beilage
1) Steckbriefe und Untersuchungs⸗ Sachen.
1 Amtsanwaltschaft Backnang. [42094] K vöa “ 88 1 uf Grund Haftbefehls gegen den 23 Jahre apcüt gafacspicle Wilhelm Fuchs von Wildbach bei Breslau (alias Willi Wildbach) wegen Betrugs. Ablieferungsort: Amtsgerichts⸗Gefängniß Backnang. Gestaltsbezeichnung: 1,68 m groß, schlank, gesunde Gesichtsfarbe, Haare und Schnurrbärtchen blond. Den 25. November 1886. b Amtsanwalt: (Unterschrift).
(421011l Bekanntmachung. 1
Durch Urtheil der Strafkammer II. des Königl. Landgerichts zu Düsseldorf vom 13. März 1886 sind der Tagelöhner Josef Sattler und dessen Ehefrau Anna Katharina, geborene Zündorf, aus Steffens⸗ hoven wegen wissentlich falscher Anschuldigung des Mathias Happerschoß zu einer Gefängnißstrafe von je neun Monaten verurtheilt. Durch Urtheil dessel⸗ ben Gerichts vom 13. November 1886 ist dieses vor⸗ gedachte Urtheil aufgehoben, die Angeklagten sind für nicht schuldig erklärt und freigesprochen.
Düffeldorf, den 23. November 1886.
Königliche Staatsanwaltschaft.
2) Zwangsvollstreckungen, Aufgebote, Vorladungen u. dgl.
42113 Aufgebot. — ’n Köln wohnhafte Eduard Tuckermann hat
das Aufgebot des ihm angeblich verloren gegangenen Zeichenscheins der im Jahre 1870 unter den Nummern
398 962/4 zur Emission gelangten 3 Stammaktien
der ehemaligen Bergisch⸗Märkischen Eisenbahn⸗
Gesellschaft beantragt.
Der Inhaber dieser Urkunde wird hierdurch auf⸗ gefordert, seine Ansprüche und Rechte spätestens im Aufgebotstermine
am 7. Juni 1887, Mittags 12 Uhr, vor dem Königlichen Amtsgerichte hierselbst im Sitzungssaale Nr. 24, anzumelden und die Urkunde vorzulegen, widrigenfalls deren Kraftloserklärung er⸗ folgen wird. 8 1 Elberfeld, den 22. November 1886. Königliches Amtsgericht. Abtheilung V. J. V.: gez. Abt. Für die Richtigkeit: (L. 8.) Kahn, Assistent, Gerichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichts. Abtheilung V.
[39594] Aufgebot.
Der Gastwirth Franz März aus Schönewerda, sowie die Substanzerben des zu Voigtstedt am 26. April 1885 verstorbenen Landwirths Johann Gottfried Essegern haben das Aufgebot der angeblich verloren gegangenen Sparkassenbücher der städtischen
Sparkasse zu Artern, als: 1) Nr. 4325, lautend auf den Namen des
von 28,19 ℳ,
2) Nr. 4326, lautend auf den Namen der Emma Schönewerda, jetzt Ida März daselbst,
lärz aus mit dem Einlagebestande von 60,70 ℳ,
3) Nr. 5430, lautend auf den Namen der Bertha März aus Schönewerda, mit dem Einlagebestande
von 42,27 ℳ,
4 Nr. 6760, lautend auf den Namen des Gott⸗ fried Essegern zu Voigtstedt, mit dem Einlagebestande
von 690,37 ℳ beantragt.
Der Inhaber der Bücher wird aufgefordert, spä⸗
testens in dem auf den 8. Juni 1887, Vormittags 9 Uhr,
vor dem unterzeichneten Gerichte anberaumten Auf⸗ gebotstermine seine Rechte anzumelden und die Spar⸗ widrigenfalls die Kraftlos⸗
assenbücher vorzulegen, erklärung derselben erfolgen wird.
Artern, den 11. November 1886.
Königliches Amtsgericht.
l121201 Aufgebot behufs Todeserklärung. achdem
mtsrich Jcfordert, sich bis zu dem auf Freitag, den 30. Dezember 1887, Bormittags 10 Uhr,
angesetzten Termine an hiesiger Gerichtsstelle zu mel⸗ en, widrigenfalls er für todt erklärt und sein Ver⸗ den nächsten bekannten Erben oder Nach⸗ züberwiesen werden soll. Alle Personen, über das Fartleben des Verschollenen Kunde kfort werden zu deren Mittheilung auf⸗ 8 rdert, und haben etwaige Erb⸗ und Nachfolge⸗ a brüche hier anzumelden, widrigen⸗ eel der demnächst etwa erfolgenden Todes⸗ 8 fung auf sie keine Rücksicht genommen wer⸗
mögen folgern elche
geben können,
erechtigte j 8 18 ttigte ihre Ansprüche
n soll. Meppen, den 22. November 1886. Königliches Amtsgericht. II.
Börner. -. 8.) Ausgefertigt: Me secke, Assistent,
ranz Maerz aus Schönewerda, mit dem Wen det, ramg
glaubhaft gemacht ist, daß der am 25. Zlober 4818 zu Meppen geborene Anton Nicolaus
austav Bödiker verschollen ist, wird auf Antrag des ters Carl Bödiker zu Reinbeck derselbe auf⸗
142114- Aufgebot. Es haben beantragt: 1) die Dienstmagd Margaretha Müller zu Köln das Aufgebot- eines auf ihren Namen lautenden Quittungsbuches der städtischen Sparkasse zu Köln über 221 ℳ 29 ₰ pro 1. April 1886, eingetragen im Hauptbuche B. 4. Fol. 193; 2) der Rentmeister a. D. N. Haack zu Düssel⸗ dorf, Geroldstraße 19, das Aufgebot der Talons zu den Prioritäts⸗Obligationen der Rheinischen Eisen⸗ bahn⸗Gesellschaft vom 1. Januar 1873, ausgegeben zufolge Privilegs vom 4. November 1872, vreee lich verzinslich zu 5 %, jedoch am 13. Juni 1878 auf 4 ½ % herabgesetzt, bezeichnet mit den Nrn. 158518, 158519, 158520, 158521, 158522, 158523. Die Inhaber der Urkunden werden aufgefordert, spätestens in dem auf Dienstag, den 5. Juli 1887, Vormittags 11 ½ Uhr,
vor dem unterzeichneten Gerichte, an ordentlicher Gerichtsstelle anberaumten Aufgebotstermine ihre Rechte anzumelden und di Urkunden vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung derselben er⸗ folgen wird. Köln, den 19. November 1886.
Königliches Amtsgericht, Abtheilung XI.
gez. Crönert. Für die Richtigkeit:
(L. S.) Kump, Kanzleirath,
Erster Gerichtsschreiber.
[42241] Amtsgericht Hamburg. 8 Auf Antrag von Carl Jochim Hinrichsen und Jens Thomas Thomsen als Testamentsvollstreckern von Jürgen Johann Friedrich Mellmann, wird ein Auf⸗ gebot dahin erlassen: daß Alle, welche an den Nachlaß des am 15. Oktober 1886 hieselbst verstorbenen Jürgen Johann Friedrich Mellmann Ansprüche und Forderungen zu haben vermeinen, oder den Be⸗ stimmungen des von dem genannten Erblasser am 25. Januar 1879 errichteten, am 26. Oktober 1886 hieselbst publizirten Testaments, wie auch den den Antragstellern als Testamentsvollstreckern ertheilten Befugnissen widersprechen wollen, hiemit aufgefordert werden, solche An⸗ und Widersprüche und Forderungen spätestens in dem auf 3 Dienstag, 11. Januar 1887, 10 ½ Uhr V.⸗M., 1 8 anberaumten Aufgebotstermin im unterzeichneten Amtsgericht, Dammthorstraße 10, Zimmer Nr. 2, anzumelden — und zwar Auswärtige unter Be⸗ stellung eines hiesigen Zustellungsbevollmächtigten — bei Strafe des Ausschlusses. Hamburg, den 23. November 1886. Das Amtsgericht Hamburg, Civil⸗Abtheilung V. Zur Beglaubigung: 8 Reomberg, Dr., Gerichts⸗Sekretär.
—
8 “ [42242] Amtsgericht Hamburg. Auf Antrag von Peter Adolph Jessen als curator absentis und Anna Elizabeth Jessen, geb. Hope, als Ehefrau des Georg Eduard Jessen, welcher, geboren hieselbst am 28. Dezember 1828, als Führer des Hamburger Barkschiffes „Jquique“ seit dem 1. Juni 1883 — an welchem Tage das genannte Schiff beim Cap Horn zuletzt gesehen worden — mit dem Schiffe verschollen ist, wird ein Aufgebot dahin erlassen: I. daß der obgenannte Georg Eduard Jessen hiemit aufgefordert wird, sich spätestens in dem auf
Mittwoch, 1. Juni 1887,
anberaumten Aufgebotstermin im unterzeichneten Amtsgericht, Dammthorstraße 10, Zimmer Nr. 14, zu melden, unter dem Rechtsnachtheil, daß er für todt und seine Ehe mit der Mitantrag⸗ stellerin Anna Elizabeth. Jessen, geb. Hope, werde für aufgehoben erklärt werden; . daß alle unbekannten Erben und Gläubiger des genannten Verschollenen hiemit aufgefordert wer⸗ den, ihre Ansprüche spätestens in dem obbezeich⸗ neten Aufgebotstermin im unterzeichneten Amts⸗
unter Bestellung eines hiesigen Zustellungsbevoll⸗ mächtigten — unter dem Rechtgnachtheil des Ausschlusses und ewigen AL“ Hamburg, den 22. November 1886. Das Amtsgericht Hamburg, Civil⸗Abtheilung III. Zur Beglaubigung: 8 Romberg, Dr., Gerichts⸗Sekretär
Beschluß.
[42117] Königsberg
im Aufgebotstermin den . März 1887, Vormittags 11 ½ Uhr,
och
erben ihre Ansprüche nur
üche nicht erschöpft wird. Aaegcesncht den 18. November 1886.
Königliches Amtsgericht. X.
[42118] Wenn sich zu den Akten,
[42116] hat heute beschlossen:
gericht anzumelden — und zwar Auswärtige
Auf Antrag des Fuhrhalters Gustav Siebert in werden die Nachlaßgläubiger des am 27. Februar 1886 verstorbenen Stations⸗Assistenten Carl Mielke aus Königsberg aufgefordert, spätestens
ihre Ansprüche und Rechte auf den Nachlaß desselben bei dem dnter eigeter Gericht — Zimmer Nr. 34 — anzumelden, widrigenfalls sie gegen die Benesizial⸗
insoweit geltend machen können, als der Nachlaß mit Ausschluß aller seit dem Tode des Erblassers aufgekommenen Nutzungen durch Befriedigung der angemeldeten
betreffend den Nachlaß der am 19. September 1880 hieselbst verstorbenen Wittwe
rich Kuhfeldt, Friederike Luise Wilhelmine, geborenen Müller, hieselbst, einer Tochter des wailand Hol⸗ länders Johann Jacob Müller, welcher nach einander in Dehmen, Bauerstorff, Berthke, Prohn, Langen⸗ hanshagen, Frauendorf, Bollhagen und Körkwitz ge⸗ wohnt hat, bisher nur die Wittwe Mariane Brüß, geborene Müller, in Greifswald als Schwester der genannten Erblasserin legitimirt und die Erbschaft angetreten hat, so werden hiemit ex officio alle Die⸗ jenigen, welche ein gleich nahes oder näheres Erb⸗ recht an dem beregten Nachlasse zu haben vermeinen, hiemit aufgefordert,
binnen 6 Monaten a dato
solche ihre Erbansprüche hieher anzumelden und ge⸗ hörig zu bescheinigen, unter dem ein⸗ für allemal an⸗ gedrohten Nachtheile, daß sie andernfalls bei der be⸗ vorstehenden Theilung des Nachlasses nicht können berücksichtigt werden, solcher Nachlaß vielmehr der Wittwe Mariane Brüfß, geborene Müller, in Greifs⸗ wald und den sich etwa sonst Meldenden und Legiti⸗ mirenden wird ausgeantwortet werden.
Gegeben im Waisengerichte. Rostock, den 25. No⸗
vember 1886. Anton Moeller, Sekr.
“
1““
Nr. 11579. Das Gr. bad. Amtsgericht Kenzingen
Salomea und Michael Ringwald von Wagenstadt sind in den 40er Jahren nach Amerika ausgewandert und haben dieselben, und zwar die erstere im Jahre 1866, der letztere im Jahre 1850 die letzte Nachricht von sich gegeben. “ Auf Antrag der Sophie Ringwald. und der Sa⸗ lomea Ringwald, Ehefrau des Christian Kammerer, von Wagenstadt werden dieselben aufgefordert binnen Jahresfrist Kunde von sich hierher gelangen zu lassen, widrigen⸗ falls sie für verschollen erklärt und ihr Vermögen den muthmaßlichen Erben gegen Sicherheitsleistung in fürsorglichem Besitz gegeben werde. “ Kenziugen, den 23. November 1886.
Der Gerichtsschreiber: 8 (L. S.) Nuß.
[42119
Oeffentliche Bekanntmachung.
Am 26. Januar 1885 ist zu Ruthenberg der Arbeiter Gottlieb Marquardt gestorben. Derselbe war am 12. Mai 1820 zu Ruthenberg, Kreis Schlochau, als Sohn des Kuhhirten Carl Friedrich Marquardt und dessen Ehefrau Charlotte, geb. Dahlke, geboren.
Als Erben desselben haben sich gemeldet: 1) Wilhelmine Henriette Marquardt,
2) Charlotte Friedericke Marquardt,
Schalow,
3) Carl Ewald Marquardt,
4) Ernestine Wilhelmine Marquardt,
Maudke, Wilhelmine
5) Karoline
Becker, welche behaupten, Halbgeschwister des Erblassers
von demselben Vater und dessen zweiter Ehefrau
Charlotte, geborenen Schulz, zu sein,
un 6) Karoline Wilhelmine Fethkow, verehel. Wetzel, welche eine Halbschwester des Erblassers von 9 Mutter und dem ersten Ehemann derselben ein will. Gemäß §. 4 des Ges. vom 12./3. 69 werden alle diejenigen, welche nähere oder gleich nahe Erb⸗ ansprüche an den Nachlaß zu haben vermeinen, auf⸗ gefordert, ihre Ansprüche bis zum Termin
den 8. März 1887, Vormittags 8 Uhr,
verehel.
verehel.
Marquardt, verehel.
die Ausstellung der Erbbescheinigung erfolgen wird.
(Nr. 3/85.) 8 8 Hammerstein, 21. November 1886 Königliches Amtsgericht.
1421311 Bekanntmachung.
gerichts vom 17. November 1886 ist
Dürrenhofe Abtheilung III. Nr. 17 (wie
worden. Lübben, den 23. November 1886. Königliches Amtsgericht. Abtheilung I
[42132] Bekanntmachung.
Grundbuch von Neu⸗Cölln Band I Nr. 11, Ab
Marie Juliane Weber, geb.
Dlvon je 3333 ½ Thalern = 10 000 ℳ am 26. No
erklärt. Berlin, den 20. November 1886. nigliches Amtsgericht I. Abtheilung
49.
[42133] ist das Hypotheken⸗Dokument
anzumelden, widrigenfalls nach Ablauf des Termins
Durch Ausschlußurtheil des unterzeichneten Amts⸗
das Hypothekendokument über die auf dem Klein⸗ büdnergut Band II. Nr. 33 des Grundbuchs 99 au Band II. Nr. 66 des Grundbuchs von Kuschkow Abtheilung III. Nr. 2) aus dem Vertrage vom 12. Dezember 1868, jetzt für den Lehnschulzen Gustav Bogula zu Dürrenhofe eingetragenen 682 Thaler Restkaufgeld, zu 4 % verzinslich, zum Zweck der Löschung der quittirten Post für erloschen erklärt
Durch Ausschlußurtheil vom 12. November 1886 ist das verloren gegangene, über die von dem im
theilung III. Nr. 5 für die drei Geschwister George und deren Descendenz eingetragenen 20 000 Thaler = 60 000 ℳ zu 4 % verzinslich, der separirten Frau aby, adoptirten George
und deren Descendenz sehe Häder Kapitalsantheile hvember 1877 gebildete Zweigdokument für kraftlos
Bekanntmachung. Durch Ausschlußurtheil vom 12. November 1886 e über diejenigen 1500 Thaler = 4500 ℳ nebst 5 % Zinsen, welche
ursprünglich auf dem jetzt dem Premier⸗Lieutenant a. D.
Hans von Westernhagen gehörigen, in der Schul⸗
straße, jetzt Königgrätzerstraße belegenen, im Grund⸗
buche von den Umgebungen Berlins Band 26
Nr. 1698 verzeichneten Grundstücke für die 5 Ge⸗
schwister Drake
1) die verwittwete Frau Hauptmann Otten, Ida Margarethe Marie, 2 Drake, zu Detmold,
2) den Hauptmann a. D. Franz Peter Friedrich
Drake zu Berlin,
3) die Frau Hauptmann von Wolffardt, Anna
Elisabeth Gertrud, geb. Drake, zu Berlin,
4) den Dr. med. Hermann Franz Ferdinand Drake
in Süd⸗Amerika,
5) die verwittwete Frau Hauptmann von Baer, Ankna Katharina Marie, geb. Drake, zu Dresden uüund deren verstorbenen Bruder Johannes Fried⸗ erich Alfred Drake in Abtheilung III. Nr. 4 eingetragen waren und nach Schließung dieses Grundbuchblattes und Zu⸗ rrihung des Grundstücks als Zubehör zu dem
ennéstraße Nr. 2 und Königgrätzerstraße 2, 3 be⸗ legenen, im Grundbuche von den Umgebungen Ber⸗ lins Band 26 Nr. 1651 verzeichneten Grundstücke, dorthin nach Abtheilung III. Nr. 11 übertragen sind — welches aus der Schuldurkunde vom 25. Februar 1859, dem Eintragungsvermerke vom 16. April 1859 und dem Hypothekenbuchs⸗Auszug von dem gleichen Tage besteht, für kraftlos erklärt.
Berlin, den 20. November 1886. Königliches Amtsgericht I. Abtheilung 49
[42125D5 Im Namen des Königs! Verkündet am 27. Oktober 1886. Huhn, Gerichtsschreiber. 8 Auf den Antrag der Wittwe Henriette Groebe, geborene Paschke, zu Berlin, NW. Hbelnseeag⸗ Nr. 13a., vertreten durch den Rechtsanwalt Quaß⸗ nigk zu Senftenberg, erkennt das Königliche Amts⸗ S zu Senftenberg durch den Gerichts⸗Assessor iede
1“
für Recht:
Das Hypothekendokument über die auf dem Grund⸗ stück des Ackerbürgers Christian Karraß zu Groß⸗ Zeisig im Grundbuche von Zschipkau unter Nr. 41 in Abtheilung III. unter Nr. 1 für den Tischler⸗ meister Groebe zu Lauchhammer eingetragene Post von 50 Thlr. = 150 ℳ, gebildet aus der Obliga⸗ tion vom 18. August 1837, laut Testament vom 11. Juni 1858, eröffnet am 5. Januar 1859, auf den Werks⸗Tischlermeister Carl Ernst Groebe zu Lauchhammer und von diesem laut Testament vom 27. Mai 1871, eröffnet am 21. Juni 1871, auf die Wittwe Henriette Gröbe, geborene Paschke, über⸗ gegangen, wird zum 88 der Neubildung der Urkunde für kraftlos erklärt.
Die Kosten des Aufgebots fallen der Antrag⸗ stellerin zur Last. G 8
[42129] Bekanntmachung. 1 Durch Ausschlußurtheil vom sind die Hypothekenurkunden über folgende Bd. 8 Bl. 36 Grundbuchs von Bottrop eingetragene Posten für kraftlos erkärt: a. Urtheilsforderung von 36 Thlr. 9 Sgr. nebst 8; für Freiherr Friedrich Leopold von Fürsten⸗ erg zu Horst, 1 b. Darlehn von 100 Thlr. für Holzschuhmacher Theodor Gr. Lüger zu Zweckel, Gemeinde Gladbeck, c. Urtheilsforderung von 46 Thlr. 11 Sgr. für Kommissionär Theodor Eckamp zu Duisburg. Bottrop, den 12. November 1886.
Königliches Amtsgericht.
[42136] Bekanntmachung.
Das Hypothekendokument über die Band I. Blatt 577 des Grundbuchs von Bornstedt Abthei⸗ lung III. Nr. 2 für den Maurer Christian Thurm und Ehefrau Sophie Dorothee geborene Töpferwein, zufolge Verfügung vom 30. März 1849 eingetragenen 110 Thaler ist für kraftlos erklärt. Sangerhausen, den 20. November 1886. Koönigliches Amtsgericht. Abtheilung I.
Im Namen des Königs! Verkündet am 27. Oktober 1886. Huhn, Gerichtsschreiber. Auf Antrag des Schmelzarbeiters und Anbauers Traugott Mettcher zu Kostebrau, vertreten durch den Rechtsanwalt Quaßnigk zu Senftenberg, erkennt das Königliche Amtsgericht zu Senftenberg durch den
Gerichts⸗Assessor Riedel für Recht:
Die Inhaber der in der III. Abtheilung auf dem Grundstück Kostebrau Nr. 10 unter Nr. 3 für den Mühlenmeister Gottlob Guido zu Selischmühle aus der Obligation vom 25. November 1848 eingetra⸗ genen Past von 75 Thlr. = 225 ℳ, welche laut
Erbbescheinigung vom 25. Januar 1886 auf die ver⸗ wittwete Sophie Guido, geborene Oestreich, zu Selischmühle und deren Kinder, die verehelichte Bäckermeister Moreitz, Johanna Auguste, geborene Guido, zu Senftenberger Flur, und die verehelichte 8 Schankwirth Schüler, Marie Therese Pauline, ge⸗ borene Guido, zu Klein⸗Leipisch übergegangen ist, werden mit ihren Ansprüchen auf diese Poft aus⸗ geschlossen und die Urkunde für kraftlos erklärt.
Die Kosten des Aufgebots fallen dem Antragsteller zur Last.
[42124]
MX
iedes Johann
Gerichtsschreiber Königlichen Amtsgerichts.
8
es wailand Nagelsch hristian Fri