8* Nummer 15 des in Offenburg erscheinenden Wochen⸗
r Volksfreund“ wird auf Grund der H. 11
und 129 des gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen
der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 verboten. Freiburg, den 6. Februar 1887.
Der Großherzogliche Landeskommissär
für die Kreise L unit . und Offenburg.
Von dem unterzeichneten Stadtrath Landes⸗Polizei⸗ behörde für den Bezirk der Stadt Gotha wird hierdurch die Nummer 4 (vom 1. d. M.) der von W. Bock hier redigirten und verlegten und von W. Vockroth hier gedruckten Zei⸗ Organ für die gewerblichen Interessen der Schuhmacher und des Unterstützungsvereins deutscher Schuhmacher und der deutschen Schuhmacher⸗Fach⸗ vereine sowie der Zentral⸗Kranken⸗ und Sterbekasse der Schuh⸗ macher und verwandten Berufsgenossen Deutschlands (E. H.)“ Erscheinen dieser Zeitung auf Grund der §§. 11 und 12 des Reichsgesetzes gegen die gemeingefährlichen Sozialdemokratie vom 21.
„Der Schuhmacher,
und das fernere
Bestrebungen der Oktober 1878
Gotha, den 6. Februar 1887. Der Stadtrath.
Der Wahlaufruf: „An die Wähler mit der Ueberschrift:
Bremischen Wahlkreises!“ Mitbürger!“
Liebknecht“”“, in Bremen,
und den Schlußworten: herausgegeben von E. K gedruckt von H. Hillger in Bremen, wird auf Grund von §. 11 des Sozialistengesetzes vom 21. Oktober 1878 verboten. ‚den 6. Februar 1887. Die 1.- des wh
Nichtamtliches. v“ Reich. Se. Majestät der
s heutigen Vor⸗ Richthofen,
1 Preußen. 8. Februar. Kaiser und K önig empfingen im L
mittags den Polizei⸗Präsidenten, nahmen militärische Meldungen entgegen und arbeiteten längere
Zeit mit dem Chef des Militärkabinets,
Se. 1“ und Königliche Hoheit der Kronprinz nahm gestern Vormittag um 11 ½ entgegen.
7 Uhr begaben Sich Ihre Kaiserlichen Hoheiten die Krunprinzlichen Herrschaften mit der “ Königlichen Hoheit, 1 folgten Höchstdieselben einer Einladung des alienischen Bot⸗ fters zum Ball.
hrchusen von
General von Albedyll.
2 Uhr militäͤrische
das Opernhaus,
Bundesraths
— Die vereinigten Ausschüsse des Telegraphen
für Eisenbahnen, Post und
Handel und Verkehr, f und für Justizwesen hielten heute eine Sitzung.
— In der heutigen Sitzung des Lhgete der
Abgeordneten, Vize⸗Präsident Ministeriums, Minister des Innern von Puttkame 9 zahl. reichen Kommissarien beiwohnte, theilte der Präsident mit, daß 1) ein Antrag der Abgg. von Cuny und Ge⸗
Gesetzentwurfs, betreffend die Er⸗
eingegangen seien: nossen auf Annahme istes
Belastung Rheinischen herige Ausführung von Bestin n⸗ übern den Erwerb von Privat⸗ 3) ein Gesetz zentwurf, trivat⸗ Eisenbahnen für den Staat; 4) ein Gesetzentwurf, betreffend die weitere Herstellung neuer Eisenbahnlinien für Rechnung des Staats v auf den Staats⸗ Eisenbahnen. Haus trat hierauf in die Tagesordnung ein, Gegenstar id die Fortsetzung der zweiten Berathung des Ent⸗ wurfs des Staatshaushalts⸗Etats für 1887/88, Ministeriums des J. nnern, war. 31 und 31 a, wurden ohne
Perkußerung 1 bvpothekarische
ü Geltungsbereich mungen verschiedener Gesetze Eisenbahnen für den Staat; den weiteren Erwerb
betreffend
und sonstige V
p und zwar des Etats des 1 Die Einnahmen, Kap.
Bei den dauernden Ausgaben, Kap. 83 Tit. 1 (Minister⸗ G si h darüber, daß bei Beschwerden über Verwaltungssachen die Fhssülene Instanz den Lokalbehörden oft der Minister den Landrath
zu viel V zertrauen b dem Kreise Neuwied üͤber und den Bürgermeister C auf Grund von Depositionen der Angeschuldigten zurückgewiesen. Aehnlich liege die Sache in den Bürgermeister Conrad rheinisches
eine Beschwerde von Runkel
Auch dort seien gegen Beschwerden öffentlich bekannt geg Strafantrag Hegar Blatt sei nicht gestellt worden. Blatte behauptet worden, meister nicht mehr auf seinem dad se Ce
Der Minister des Innern, von Puttkamer, erwiderte, daß es kaum im Interesse des Hauses liegen könne, Angelegenheit zum Richter aufzuwerfen, durch den Vorredner keineswegs völlig aufgeklärt sei. Sache selbst würde es gewiß mehr Fecthm hähet, wenn die Beschwerde worden wäre. daß heute
sich in einer die so verwickelt und
Da er nicht darauf vorbereitet gewesen sei, Angelegenheit würde, so habe er sich nicht aus den Akten informiren könne n und könne seine Erklärungen nur nach seiner Erinnerung ab⸗ Soviel sei aus den eingeforderten hervor⸗ gegangen, daß dem Büsgerzieißer Conrad keinerlei
vorgebracht
in vöüch unberechtigter Weise angegriffen worden. er wea. Sache nicht wieder aufgenommen
der Rintelen würde die wenn derselbe nicht zuviel Gewicht auf die Glaub⸗
würdigkeit seiner Zeugen gelegt hätte, die indessen desselben nicht durchaus würdig zu sein schienen.
Der Abg. Berger hob hervor, daß der Landrath von Runkel einer der verdientesten Beamten der Monarchie sei. Der Abg. Rintelen, der sich über grundlose Verdächtigungen seiner Zeugen beschwere, habe sich nicht abhalten lassen, ohne irgend welchen Beweis Anklagen gegen den Bürgermeister Conrad zu er⸗ heben. Keiner verarge es einem der Petenten, daß er früher liberal gewesen und jetzt ultramontan geworden sei. Auch der Abg. Rintelen sei 1861 Fortschrittskandidat gewesen.
Der Abg. Rintelen erwiderte, daß er sich nur darüber beschwert habe, daß eine erhobene Beschwerde nicht ordnungs⸗ mäßig untersucht worden sei. 1861 hätten auch Katholiken und eE für ihn gestimmt.
r Minister des Innern, von Puttkamer, hob hervor, daß 8 Abg. Rintelen sich mit seinen Angriffen bereits zurück⸗ gezogen habe. Gegen das von demselben genannte rheinische Bläatt sei bereits der Strafantrag gestellt worden.
Der Abg. Dr. Freiherr von Schorlemer⸗Alst erklärte es als bezeichnend, daß Landrath von Runkel gelobt werde, weil er gegen die Klerikalen auftrete.
Der Minister des Innern, von Puttkamer, legte Ver⸗ wahrung dagegen ein, daß Landrath von Runkel tendenziös gegen die katholische Bevölkerung vorgehe.
Die Abgg. Dr. Natorp und von Pilgrim bestätigten, daß der Abg. Rintelen 1861 als Kandidat der Fortschrittspartei aufgetreten sei.
Der Abg. Hansen wünschte eine gesetzliche Regelung der Verpflichtung, für bedürftige Familienangehörige zu sorgen.
Der Ministerial⸗Direktor von Zastrow erklärte, daß die ehee ng einer derartigen Forderung sympathisch gegenüber⸗ stehe
Der Abg. Dr. Czarlinski wies auf die Verdeutschung polnischer Ortlsnamen in Posen hin, die nur schädlich wirke.
Der Abg. Möllmann beklagte die Zunahme der statistischen Arbeiten in den städtischen Verwaltungen.
Der Abg. von Jazdzewski fragte nach der Höhe der Zahl der Ausgewiesenen und wie sich diese Ausgewiesenen auf die einzelnen Konfessionen vertheilten.
Der Minister des Innern, von Puttkamer, erwiderte, daß 28 696 Personen ausgewiesen seien. Ueber die Konfession der Ausgewiesenen seien keinerlei Erhebungen gemacht.
Der Abg. von Jazdzewski erklärte, daß in einem Be⸗ auch die Konfession der Ausgewiesenen festgestellt wor⸗ den sei.
Der Minister des Innern, von Puttkamer, erwiderte, daß von der C; ntralstelle keinerlei Anweisung dazu ergangen sei.
Die Diskussion wurde hierauf geschlossen und der Titel bewil lligt.
Schluß des Blattes.
— Ein Pfandleiher, welcher auf ein verpfändetes Sparkassenbuch wegen seiner noch nicht fälligen Forderung widerrechtlich Geld erhebt, macht sich nach einem Urtheil des Reichsgerichts, III. Strafsenats, vom 13. Dezember v. e dadurch der Unterschlagung, nicht aber auch der nach §. 290 Str.⸗ G⸗ B. zu bestrafenden unbefugten Ingebrauchnahme der Pfandsache schuldie.
I der Hebunnten Strafsache wider die zwölf— jährige S., welche ein kleines Mädchen durch Hinauswerfen aus einem hochbelegenen Treppenflur⸗Fenster getödtet hatte und vom Landgericht I Berlin wegen Mordes verurtheilt worden war, hat das Reichsgericht, II. Strafsenat, durch Urtheil vom 14. Dezember v. J. folgende Rechtssätze aus⸗ gesprochen: Die mangelhafte geistige Entwickelung eines Indi⸗ viduums, welches demzufolge statt ethisch⸗rechtlicher Motive nur Begriffe der Nützlichkeit und Schädlichkeit zu verwerthen weiß, schließt nur dann die 11“ desselben im Sinne des Strafgesetzbuches aus, wenn sie aus einer krankhaften I zu erklären ist. Beruht dieser Mangel aber auf mangelhafter Erziehung, auf Ver⸗ nachlässigung und Verwilderung, so kann er höchstens eine geminderte Zurechnung motiviren. „Die neuere Theorie hat das Vorhandensein von Irrsinnszuständen angenommen, in welchen logischen Prozess e ungestört von Statten gehen, die äußere Besonnenheit ist und Wahnideen und Sinn E1“ ganz fehlen, gleichwohl aber die Bedin— gungen der Zurechnungsfähigkeit geschmälert sind bis zur Auf⸗ hebung derselben, insofern das Individuum statt ethisch⸗recht⸗ licher Motive nur Begriffe der Nützlichkeit und Schädlichkeit zu verwerthen weiß und bei diesem sittlichen und intellek— tuellen Defekt mehr oder weniger widerstandslos seinen egoistischen unsittlichen Antrieben preisgegeben ist. Ob diese Theorie von dem „moralischen Irresein für eine spätere Gesetzgebung verwerthet werden kann, muß hier ungeprüft bleiben. Soviel ist indeß klar, daß nach den dem deutschen Strafgese etzöuch zu Grunde liegenden An⸗ G durch den von der Theorie angenommenen Mangel jegli ichen moralischen Halts die Zurecht nungsfähigkeit nur dann für ausgeschlossen gelten kann, wenn der Mangel aus krank— hafter Störung zu erklären ist. Zu demselben Ergebniß führt die Auslegung des Gesetzes nach seinem Wortlaut. Nach §. 51 genügt keineswegs die bloße Unfähigkeit zur freien Willens⸗ bestimmung einem Anreize gegenüber, es muß vielmehr die freie Willensbestimmung durch einen Zustand von Bewußt—⸗ losigkeit oder krankl hafter Störung der Geistesthätigkeit aus⸗ geschlossen sein.“
— Nach einem Cirkular des Ministers für Landwirth⸗ schaft ꝛc., vom 27. Januar d. J., werden vom 1. April d. J. die Be kanntmachungen über Holzverkäufe ꝛc. nicht mehr im „Deutschen Reichs⸗ und Königlich Preußischen Staats-⸗Anzeiger“, sondern in dem „Allgemeinen Holzverkaufs⸗ anzeiger“ (Hannover) erfolgen.
u Der General⸗ Rüectemeec⸗ von Strempel, Comman⸗ deur der 2. Division, hat Berlin nach Abstattung persönlicher Meldungen wieder verlassen.
— Der General⸗Lieutenant von Spangenberg, Com⸗ mandeur der 12. Division, ist zur Abstattung persönlicher Meldungen hier eingetroffen.
— Der Bevollmächtigte zum Bundesrath, Königlich bayerische Regierungs⸗Rath Landmann, ist nach München abgereist.
— Als Aerzte haben sich niedergelassen die Herren: Dr. Mertz in Potsdam und Dr. Lohaus in Perleberg.
— S. M. Kanonenboot „Cyclop“, Kommandant Kapitän⸗ Lieutenant von Halfern, ist am 7. Februar cr. von Loanda nach Kamerun in See gegangen.
Sachsen. Dresden, 7. Februar. Wie das „Dr. J.“ vernimmt, wird beabsichtigt, die Landstände Anfang März einzuberufen, um deren Zustimmung zu der Erwerbung der auf sächsischem Gebiete gelegenen Strecke der Berlin Dresdner Eisenbahn einzuholen.
Elsaß⸗Lothringen. Metz, 7. Februar. (W. T. B.) Der Statthalter, Fürst Hohenlohe, ist heute Nach⸗ mittag mit Gemahlin und Familie hier eingetroffen. Zu dem heute im Stadthause von dem Fürsten gegebenen Ball sind 700 Einladungen ergangen.
Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 5. Februar. Die heutige „Wiener Zeitung“ veröffentlicht den Staats vertrag, vom 11. Juli 1885, zwischen der österreichisch⸗ ungarischen Monarchie und der Republ ik Chile wegen Leistung einer Entschädigung der österreichischen und ungarischen Staatsangehörigen aus Anlaß des Krieges von Chile mit Peru und Bolivien.
— (Pr.) Die nächste Sitzung des Herrenhauses wurde auf Sonnabend, den 12. d., anberaumt. Auf der Tagesordnung steht die Fortsetzung der Verhandlung über das Unfallversicherungs⸗ Ge setz. Da diese die erste Sitzung des Herrenhauses seit der Wiedereinberufung des Reichsraths ist, werden die neuernannten Herren—⸗ haus⸗Mitglieder in derselben die Angelobung leisten. Möglicherweise wird auch R. von Schmerling das Wort verlangen, um seinen Antrag in Betreff der Einsetzung einer Kommission zur Prüfung des letzten Sprachenerlasses zu begründen. Außerdem steht auf der Tagesordnung die erste Lesung des Gesetzes, womit strafgesetz⸗ liche B Bestimmungen in Betreff der Sicherung der Unter⸗ seekabel S werden.
Pest, 5. Februar. (Pr.) Die Nachricht, daß der Zu⸗ 1ö14“ der Delegationen für das erste Drittel des Monats März in Aussicht steht, bestätigt sich. Des Weiteren wird gemeldet, daß die Seitens der Kriegsver⸗ waltung an die Delegationen zu stellende Kreditforde⸗ rung kaum die Höhe von 30 Millionen Gulden erreichen dürfte, in welchem Betrage die für Nachschaffungen bereits verausgabte Summe degrissen wäre.
Großbritannien und Irland. London, 7. Februar. (W. T. .) In der heutigen Sitzung des Unterhauses kündigte Dixon⸗Hartland die Einbringung 8. Antrages an, we die Besteuerung importirter fremder Fabrikate bezweckt, die mit englischen Fabrikaten konkurriren. Der erste Lord der Admiralität, Stanhope, erklärt: in Port⸗Castries auf Sta. Lucia werde eine Kohlen⸗ station eingerichtet werden. Für Ballon⸗Ex “ nte und den Bau von Ballons seien 3000 Pfd. im Kriegsbudget ausge⸗ worfen. — Der General⸗Postmeister Raikes theilte mit: es seien dreizehn imonatliche Kontrakte mit den Compagnien der Cunard⸗ und der White Star⸗Linie vom 1. März ab für die Postbeförderung nach Amerika al bgeschlossen worden. Es bleibe jedoch unbenommen, die Beförderung der Briefe mit einem deutschen Dampfer oder mit der In⸗ man⸗-⸗Linie zu verlangen. — Parnell brachte sein zu der Adresse angekündigtes Amendement ein, welches derartige Reformen der Gesetze und des Regierungssystems in Irland verlangt, wie solche den Bedürfnissen entsprechen und das Vertrauen des irischen Volks sichern würden. Parnell warnte vor den ernsten Folgen einer gewaltsamen Unter⸗ drückung jeder offenen Agitation und begründete sein Amen⸗ dement, indem er ausführte e, daß bloße Zwangs maßregeln nur immer schlimmere Folgen hervorrufen müßten. Die Selbst⸗ verwaltung Irlands sei das einzige Mittel zur Beseitigung der bestehenden Schwierigkeiten; sobald diese erreicht sei, werde es sich zeigen, daß die Irländer nicht ungehorsam gegen die Gesetze seien — ZSee Attorhey, General für Irland, Holmes, erklärte, die einzige Quelle der Unruhen in Irland sei die E“ der Parteigenossen Parnell's. Die projektirte Reform der Strafgesetze sei nicht gegen G gegen kriminell strafbare Verbrechen gerichtet. Die Reg gierung werde seiner Zeit zur Abhülfe bestehender Be f en geeignete Ge⸗ setze vorschlagen; jetzt sei aber die Hauptsache die Erhaltung der Union, der Gesetze und der Ordnung. Die Debatte wurde hierauf vertagt.
— 8. Februar. (W. T. B.) Der Fackelzug durch die Hauptstraßen des Westends von London, mit welchem die Sozialisten den heutigen Jahrestag der mit Ruhestörungen und Plünderungen verbundenen, vorjährigen Kundgebung auf Trafalgar⸗Square zu feiern beabsichtigten, ist von der Polizei verboten worden.
Fenkreich. Pogg 9, 5. Feorrar. (Ir C.) Per Ministerrath beschloß heute endgültig, daß in der Frage der 1““ n, ench in der Kammer demnächst zur Berathung gelangen wird, die Regierung als solche nicht Partei zu ergreifen habe, da es sich nicht um eine grundsatz⸗ liche Frage handle. Das Ministerium wird also, da die Mit⸗ glieder desselben in der Frage getheilter Meinung sind, der Kammer die Entscheidung überlassen, wobei es jedoch dem zuständigen Ackerbau⸗Minister Develle unbenommen bleiben soll, seinen persönlichen Standpunkt zur Gel⸗ tung zu bringen, aber ohne im Namen der Gesammt⸗ regierung zu sprechen. Von der ursprünglichen Absicht, der Kammer eine Abänderung ihrer T Tagesordnung zu Gunsten der außerordentlichen Kredite für die Neubewaff⸗ nung der Armee vorzuschlagen, hat das Ministerium ab⸗ gesehen, doch wird es sich, wenn aus dem Schoße der Kammer ein solcher Antrag eingebracht werden sollte, demselben nicht widersetzen.
— Die „Corr. Havas“ meldet: „Wie verlautet, wird der Kriegs Minister demnächst eine ue Eintheilung der
Direktionsgebiete des Genies und der Artillerie veranlassen. Es soll in Zukunft nur eine Direktion für jedes Armee⸗ Corps beibehal ten werden, mit Ausnahme der Festungs— regionen, in welchen eine Artillerie⸗ Direktion und eine Direktion
des Festungsgenies bestehen wird.“
— 7. Februar. (W. T. B.) Die royalistische Gruppe der Rechten der Deputirtenkammer berieth heute über den Kredit von 86 Millionen, welcher demnächst von der Kammer zu Zwecken der Armee verlangt werden soll, und beschloß, den Kredit zu genehmigen sowie eine bezüg⸗ liche Erklärung bei der Abstimmung abzugeben.
Italien. Rom, 7. Februar. (W. T. B.) Wie die
„Tribuna“ und die Riformae wiederholt melden, hätte der Minister des Aeußern, Graf Robilant, feine Ent⸗
v 11X1““
lassung eingereicht. Die „Opinione“ sagt: der Minister habe den Wunsch ausgesprochen, sich zurückzuziehen; das Blatt hofft jedoch, derselbe werde davon abstehen. 8
— 8. Februar. (W. T. B.) Alle Journale bestätigen, daß Graf Robilant auf seiner Demission bestehe. Man bemühe sich jedoch, ihn zum Verbleiben zu vermögen.
Von dem General Gensé ist folgende Depesche aus Massovah, vom 6. d., eingetroffen:
„Ich benutze die Abf ör⸗ des „Khedivialdampfers“ nach Suakim zur Absendung dieser sche. Nachdem Ras Alula in gemessener Entfernung eine Bewegung um Saati gemacht und sich in der Rich⸗ tung auf Ghinda H hatte, setzte er von dort alsbald seinen Marsch gegen Asmara fort und ließ in Ghinda nur das gewöhnliche Oberhaupt der Barambas, Tesamma, und einige Soldaten zurück. Von allen Seiten, selbst von den abyssinischen Eingeborenen, wird das heldenmüthige Verhalten unserer Truppen bewundert. Es ist unbekannt, ob Alula sich zurückzieht, um Ver⸗ stärkungen abzuwarten, od ob er in Folge der erlittenen Verluste darauf verjichtet, Massovah anzugreifen. Major Piano traf gestern mit Briefen vom Negus Öund Ras Alula ein.“ In dem von Macalle, vom 26. Januar, datirten Briefe des Negus he ißt es: „Zuerst habt Ihr Massovah genommen, jetzt seid Ihr auch nach Saati gekommen, um dort eine Festung anzulegen. Welchen Zweck habt Ihr? Gehört dieses Land nicht mir? Räumet mein Land, wenn Ihr in guten Absichten kamet, wozu bauet Ihr Festungen? Warum bringt Ihr Kanonen, Gewehre und Soldaten mit?“ Ras Alula schreibt: „Ihr seid Schuld an dem Geschehenen. Seien wir jetzt wiede Freunde früher. Bleibet in Eurem Lande; das ganze Land von Massovah bis hierher gehört dem Negus. Ich habe einen Bruder entsendet, damit er mit Euch spreche.“ Major Piano er⸗ klärte: er habe die Mission, freundschaftliche I sowie die Handelsbe eziehungen wieder herzustellen. Derselbe kehrt morgen mit meiner Antwort nach Asmara zurück. — ders 11. verfolge ich den Zweck, Salimbeni und seinen Gefährten zu helfen, ohne Ver⸗ pflichtungen einzugehen. Es scheint gewiß, 8 momentan Waffen⸗ ruhe cingetreten ist, und daß die Abyssinier ihre militärischen Vor⸗ bereitungen gegen uns einstweilen einstellten. Ich telegraphire dem Krieg gs⸗Minister die Liste der gefallenen und verwundeten Offiziere.“
Rumänien. Bukarest, 7. Februar. (W. T. B.) Die Meldung verschiedener auswärtiger Blätter, daß Bende⸗ rew und andere bulgarische Offiziere in Rumanien verhaftet worden seien, entbehrt der Begründung.
Amerika. Washington, 7. Februar. (W. T. B.) Vom Senat wurden heute zwei Bills angenommen, durch welche der Regierung ein Kredit von zusammen 21 Millionen
Dollars behufs Unterstützung der Stahlfabrikation für Zwecke dermilitärischen Ausrüstung der Kriegs⸗ narine und der Küstenvertheidigung bewilligt wird.
welches die Regierungen
Zeigen wir, daß wir das daß wir die Aner⸗
zu würdigen wissen welche der Reichskanzler Fürst Bismarck 8 groß zen Red en dem Arbeiterst ande widerfahren ließ, auch verdienen, nur solchen Männern unse rg Stimmen x8— von denen wir .ℳ. können, daß sie, beseelt von V eintreten werden für Chris stenthum und Mona s Reichs nach innen und außen in
in uns setzen, Feigen wir,
wir bei de
ie dadurch ebührender Weise 3583 helfen.“
Die „Times“
bezeichnet das Schreiben Jacobini's als ein neues Element in der Richtung des Friedens, das Schreiben werde unzweifelhaft die Hände
kanzlers bei den Reichs stags wahlen werde den Ausbruch eines Krieges noch unwahrscheinlicher machen.
Landtags⸗Angelegenheiten.
Ministeriums 1887/88, um 34 137 ℳ gerin ger a Der Ausfall entst eht hauptsächlich d aus der Provp inz H
Einnahmen (4 577 2”5 hsind in dem Etat setzt als im Etat 1886/87.
daß die Polizei⸗Strafgelder von diesem Eiat dem des Finanz⸗ Minister riums uüͤber: wiesen sind.
si 42 543 717 1 ie Amtsblätter in den aus der Kreise D drei neuen Kreisen
Hannover (53 098 ℳ)
f 3 Landräthe H und Mülheim a. R. Hörbe, Schwelm und Ruhrort 12 600 ℳ wandsentschädigung; aef in. den Kreisen R
T w 5 G“ anzustellende
reissekretäre 8100 ℳ
Subalternbe camten banke erung nothw
Dez zur Vermeßrung ferner für die in Folge 1u“*“ es Erekutivper onals 115405 4 Jacht; neister, Scuzangg
ein zustellenden Präsidiums;
1 Abtheilungs mam ferner an Wobaen Perfalich⸗
Kriminal⸗Sch zut m
Ausgaben sowie Kosten der Poli; vberwaltung in der Diltzitts⸗
für. sislis zentschädlgung 9 1“ inzen stelen sich um II 038 ℳ böber, kommissarien in der Provinz gendarmerie um 80 203 ℳ sich um 223 092 ℳ
Zu ein maligen und au ßerordentlig 4 ℳ) ausgeworfen, erliche Stütistische Bureau behufs der Resultat 2 d
Posen um 144 66 3 6 Die Kosten d
n Ausgaben sind 559 626 ℳ ℳ für das “ und Publikation 5 1“”“ ℳ
S 174
der Stra Funstac
zur eines fens bei der Straf fanstult
Zeitungsstimmen. Norddeutschen Allgemeinen Zeitung“
—7⁷72*
In Ur. sberg hat man Hrn. Dr. Reichensperger in der Person
s⸗ und Schulraths Dr. Roß einen Kandidaten gegenüber⸗
t, der für das Septe ennat eintritt, kirchenpolitisch aber auf dem
ndpunkt Reichensperger’s Zsteht. Der im 3. ba dis chen Wahlkreis aufgestellte Centrums⸗ 8 at, Landgerichts⸗d Rath Birkenmayer, hat sich 1“ für das Septer her zu stimmen.
— Zum Bröckeln im Centrum wird der „Bad. Landpost“ aus Offenburg gemeldet, Landgerichts⸗Rath. “ habe eine Kandi⸗ datur abgelehnt, weil er die Stellung des Centrums gegen das Sep⸗ tennat mißbillige. In Folge dessen wurde dann ein anderer ultra⸗ montaner Kandidat aufgestellt.
— In der „Rostocker Ze itung“ legen dortige „Deutsch⸗ freisinnige“ mit der Erklärung, auf dem Boden des Septennats zu auf das entschiedenste Protest ein „gegen die Ar lufoktroyirung eines Kandidaten für unseren V. Wahlkreis von Berlin und resp. durch d die „Freisinnige Zeitung“ . Um für Hrn. E. Richter die Pille noch schmackhafter zu machen, erklärt gleichzeitig die „ Rostocker Zei⸗ tung“ (Nr. 56 ders.), daß auch sie gegen den Versuch, von Berlin aus in die Wahlbewegung der liberalen Partei unseres Wah lkreises einzugreifen, die ents hiedenste Verwahrung einlegt.
— Auf das Rostock betreffende Dekret der „Freis. Ztg.“ haben die dortigen „Deutschfreisinnigen durch Aufstellung des national⸗
iberalen Bankdirektors Büsing aus Schwerin, der natürlich für das Sep btennat it geantwortet. In Mecklenburg dürfte überhaupt ein Gegner des Septennats nicht in Frage kommen.
— In einer gestern in Bonn stattgehabten und zahlreich be⸗ suchten Versammlung von Wählern des Wahlkreises Bonn⸗Rheinbach, welche die Bewilligung des Septennats wünschen, wurde der Land⸗ gerichts⸗ Rath Haaß (Katholik), der sich für die Bewilligung des Septennats verpflichtet hat, einstimmig zum Reichstags⸗Kandidaten
gewählt.
— Die „Weimarische Zeitung“ meldet: Selbst innerha alb des Berliner Fortschrittsringes kracht es: im eck lehnten, wie Berliner Blätter berichten, die seit⸗
Vertrauensmänner zum Theil ab, weiterhin für die Partei
hätigkeit zu treten. Da begreift es sich, daß in 1 im dritten Wahlkreise abgehaltenen Versammlung Hr. Dr. A. Meyper ihler bereits mit dem Gedanken vertraut daß die Ffreisinnige“ Partei „in geringerer Zahl in den Reichstag zurück⸗ 8 würde.
— Die „National⸗Ze itung“ sagt:
Klerikale Blätter „enthüllen“ mit Entrüstung, daß ein Comité von Katholiken, als dessen Mitglieder Ober⸗Landesgerichts⸗Rath Holt⸗ greven in Naumburg und von Bruchhaufen in Halle genannt werden, die Begründun g einer katholischen, aber nicht ultramontanen Zeitung in Berlin beabsichtigt.
— Die D Differenzen, welche auch in Bunzlau unter den
Deutschfreisinnigen zu Tage getreten sind, geben einem Cor—
respondenten der „Schles ischen Zeitung“ Anlaß zu einer Mittheilung, der wir Folgendes entnehmen:
Der bisherige Parteiführer der Deutschfreisinnigen im hiesigen Kreise, Stadtverordneten⸗Vorsteher Mue mr welcher in der hier ab⸗ gehaltenen Wahlversammlung sich gegen. en bisherigen Reichstags⸗ Abgeordneten Schmieder wandte, weist in einer Erklärung auf das Vertrauen hin, welches der Heere gleitung in allen Volksschichten seit
Vollendung der Armee⸗Reorganisation und nach den letzten beiden Kriegen entgegengebracht werde. Nach den seit jener Zeit geschehenen gewaltigen Thaten müsse der nämlichen Armee⸗ und Staatsleitung v“ entgegengebracht werden, wenn sie erkläre, daß; das von den
Majoritäts Ffraktionen Beschlossene nicht genüge, auch dann, wenn sie gegenwä ärtig nicht in der Lage sei, die Gründe für die Nothwendigkeit öffentlich darzulegen. Es sei übel angebracht, hinter diesem Schweigen andere als äußere Motive zu suchen und die ganze Ang gelegenheit als ein Monopolmanöver darzustellen. Gegen das Monopol könne die Volksvertretung sich auch dann noch schützen, wenn sie für das Sep⸗ tennat stimme.
— Das Arbeiterpersonal der Bahnmeisterei Hohenstein⸗ Ernstthal bei Chemnitz erläßt, den „Dresdener Nach⸗ richten“ zufol ge, einen Aufruf an die Berufsgenossen, welcher mit den Worten schließt:
8 Nachrichten.
je ew⸗ ohne 8 gemeldet;: in RBerlia⸗ lau: 2 579, in Kön sasbera
8 in Wies
Meg? 2 9 1 nchen 28 5, in Mällthen Leipzig 21,4, in Stutt Jen Hamburg 27, 76, in
in Steazlu in Augsb vurg: 2 86 in Dres in Karls rube 18¼ 5, in Vraunj chwe eig 182 in
22,5, is Belffe 28,9, Iö in
in Amsterdan ndon 19,6, in Glasgow 8 8, i in Edinburg 1 Christiania 19,8, in
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St. her rsb irg V Feag; 293. Ferner 8 der Zeit in Pl. hiladelphia 1887, e Mas dras 41,0,
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etwas nebr 8 e- 3c6- derselben wie auch Nezeckeankur 2 s Edi Christiania ab. — — 1 Diphreherie, und Croup 1 rg. L eipzig, Köln, 8 zerg, Frankfurt nebienortnenend wäbrend, sie in B res d. Odessa, St. Peterst d in Straßburg und Nürn 8 g die gleiche wie in der vorh Auch die Zahl der gemeldeten Reuertrankunge älle an Unterleibs⸗ Paris und London vermi in Hamhre sank auch die Zabl 1— zur An Flecktyp 9. u ba aan
Kopenh agen en durg eine grö Bere⸗ wur
Woche blieb. den meisten dieser Städte eine gering gere. — Tor waren in Berlin, Pe etersburg vermehrt; M ed nd ge kommenen Erkrankungen er heblich. St. Petersburg je 1 Todesfall, Rückfallfieber aus S
„Gikrankung Mitthellung.
evidemtscher⸗— Keuchhusten 1 Hariburc und Nürn⸗ in “ zu. Zellgewebes der Haut waren Dem Kindbettfieber Todesfälle an Pocken aus Wien je 1, aus aus Warschau 10, 8. eters h und Rom je 15, aus Pest 26 zur Ameige; Erkrankungen aus St. Petersburg 21, aus Pest — In Kulkutta hat die Cholera wieder größere Ausdehnung
Kope enöagen,
Lon don mehr d. 8 erg nahmen die E ungen des
Nürnberg, Kopenhagen häufig. 7, in London 8 Frauen. kamen aus dem Regierungs sbezirk Schleswig und aus Prag 6, aus Paris 7,
aus S 1, aus Breslau 3,
Kunst, Wisseuschaft und Literatur.
Gestern Nachmittag 3 ¾ Uhr verschied hier nach etwa vierzehn⸗ tägigem Krankenlager im kräftigsten Mannesalter der berühmte Gynäkolog der Berliner Universität ät, Geheime Medizinal⸗Rath Pro⸗ fessor Dr. Carl Schroeder. In ihm verlieren nicht nur jeine zahlreichen Schüler einen aufs Höchste von ihnen geachteten Lehrer, sondern auch die, Universität Berlin und die gesammte wissen schaftliche Welt inen in ihrer glänzend ten der r mit Ehren ge⸗ nannt wird. soweit d gedrungen ist. Carl S Ser wurde geboren z Strel üit am 11. Sep⸗ tember 1838. Anfang de fecd;i er Jahre ging er mit Professor Veit nach Bonn und wurde nach Erlangen zunächst als Professor extraordinarius berufen. Jahre 1876, nach Martin'’s Tode, wurde er — noch nicht 38 hre alt — an Berliner Universität berufen und hat hier in den fast 11 Jahren eine großartige Thätigkeit nicht nur in wissenschaftlicher, in praktischer Beziehung entfaltet. Sein Name war in der ganzen Welt, und namentlich in den letzten Jahren war seine Klinik der Sammelpunkt von Aerzten und Patien iten aus aller Herren Länder. Seine großarctigste Sch pfun g aber ist die von ihm organisirte und nach seinen Ideen gebaute Königliche Universitäts⸗ nik, welche nach seiner Absicht eine Art von Central⸗Institut der ganzen von ihm vertretenen Wissenschaft sein sollte.
— Die stenographischen lungen der Enquéẽte in Patentgesetzes vom 25. Mai und dem Publ ikum durch der a. n in Berli in) zugänglich gemacht elben umf assen
d bringen. das Programm der 8 nmifsion, Fragen rungen sowie die stenographischen Berichte der sechs
Kommissin on. die aus 7 Mitgliedern und 33 Sa Hverständ und in der Zeit vom 22.— 27. November v. J. tagte enthalten Fvei umfangreiches Material über die Pate ntg für die J Intere essenten von hoher Wichtigkeit ist. De 20 3
— In J. J Heine'’s Verlag hierselbst
2₰
—
—,
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G6 „Polizeiordnung für den Januar 1887“, für den praktischen
un nd Architekten erläutert von K. 2 der Berliner Architektenvereinigung. artonnirt 1,50 ℳ, ‚in L nband 1,75 ℳ) Ueber diese von ihm miP Erläuterungen verse bene . Polizeiordnung hat sich de nem dieser Tage “ Vortrage ausführlich ausgespr i der Wichtigkeit der neuen Ver⸗ fügung und dem al :mei resse, welche diesell in betheiligten
Kreisen erregt. dürften die in diesem Vortrage gegebenen Ausführungen weitere Beachtung verdienen. Die ganze Verordnung ist danach nicht in einem Zuge ent 1“ sondern sie ist das Re sultat eines langen Kampf es gegenüberstehender In teressen. Anf der einen Seite stan iden die Grun ditückseiger 18 imer, Bauunternehmer, Baubeflissenen und Spe⸗ kulanten, welche den Grund bes itz möalid st ausbeu iten wolleen, au er anderen Se ite Dieje enigen, weiche kein finanzielles Interesse an Bauordn ung hatten und nach Licht und Luft riefen Zwise ben Parteien stehe das Polizei⸗Präsidium, und es sei wa ahrlich keine leichte eine Bauordnung zu erlassen. welche möglichst die wider⸗ streitenden Interessen ausgleichen soll. Den Kenner der Sache wundere daß die Bauordnung erst jetzt herausgekommen sei. ich vom rein technischen, vom volkswirthschaftlichen und besond ders verwa stungs Fjuristischen Standpunkte aus kriti⸗ Letztere beabsichtig⸗ ein Vortrag. Der §. 42 der neuen ne we fentliche V Verbesser rung im Vergleich zu dem de dar; dersel be fübre 8 bir insichtlich der Ausnahme⸗ n di des freien Er⸗ ein. Dies sei dis dneidendste Bestim⸗ der nang, und sserung sei eine so erfreuliche, daß man sich schon deshalb vorgekommenen Fehl⸗ griffen aussöhnen sollte. Allerdings dürften slettere, nicht ohne Weiteres ignorirt werden, schon deshalb nicht, weil die Durchführung 1 Verwaltungsprozesses durch alle Instanzen so außerordentlich viel Zeit in Anspruch nehme, daß Bauunternehmer und Hauseigenthümer darüber D zu Grunde gehen könnten. — Der von Sach⸗ verständniß zeugende, übersichtlich und geschickt abgefaßte Kommentar zur Bau⸗Polize 8 ordnung wird allen Denen willkommen sein, welche durch die neue V berfügung irgendwie berührt werden — Das ausgegebene 2. Heft (Februar 1887) 25. Jahr⸗ gangs der 11 Organ für den Fortschritt in allen Zweiger de r Kunstindustrie“ unter Mitwirkung bewährter Fachmänner redigirt on Ludwig Eisenlohr und Carl Weigle, Architekten in Stuttgar . Verlag von J. Engelborn daselbst), bietet unter anderen älteren und neueren Masterer; eugnissen des Kunstgewerbes ein beson⸗ Beispiel alter Holzs Gnir arbeit aus deut schland, wo die von Italien so viele werthvolle Zeugen i darthun, nicht nur eine best 8 üch eine selbständige Ausgestaltung und deutschen Geschmack in der Richtung auf witzi gfi in nig gen. phantastischen Humor erfahren hat. Das mitgetheilte geschnitzte Stubent thür aus Münster in Westfalen (vom 16. Jabhrhunderts, jetzt im .“ chen Museum für . Gewerbe, wo sie der Archit M Scheiwe aufgenomm ist auch ein gutes Beispiel für geschickte Verbindung de 8 Roll⸗ werks mit figürli chen Mo 1— Außerdem ist sie dadurch bemerkens⸗ werth, daß die beiden un dem Fußboden nahen 8G gel noch
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darüber nackte Kinder mit Trophäen in ziemlich derber ürbei it zeigen, während erst dem obe rren, in Augenhöhe befindlichen Schnitzwerk eine auf nahe B etrag btung berechnete, feinere Ausführung zu Theil geworden ist. Schöne, schwungvoll erfundene Muster alter Schmiedearbeit sind die mit gethei lten Thür klopfer aus dem Schlosse Grafenegg bei Krems an Donau (aufgenommen von Joseph Lahoda in Salz burg). Auch die 1 tzte, in Chromodruck ausgef Uhrte Tafel des Hefts ist dem älteren Kunstzgewerbe, und zwar der Kunstweberei gewidmet: sie zeigt die Aufnahmen zweier prächtiger Teppichmuster, welche Emil Fäsch von Gemälden der alten Pinakothek in München aufgenommen hat, und zwar von einem Gemälde des Kölner Meisters des (Boisserée⸗ sche n) Bartholomäus (um 1500) und anderen des van der Weyden (aus dem 15. Jahrhundert). F n vier Tafeln stellen hervorragende G der nen Kunstindustrie dar. Ein gan be onders „schönes Werk darunter ist der auf der r 9. Tafel abge bildete Tafelaufsatz in der Form eines sogenannten Nautilus, welchen der Di doßh
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Direktor der Großl erzoglichen Kunst⸗Gewerbeschule in Karlsruhe, Profe essor H. Götz, entworte en und der Hof⸗Juwelier Ludwig Paar daselbst ausgeführt. Das im ganzen Aufbau und der Gesammterscheinung wie in allen Einzelheiten vorzüglich gelungene rk gehört unstreitig zu den vollende etsten seiner Art, die das modern Kunst gewerb be hervor⸗ gebracht hat. Der Ard hitet et C. Sutter in Main; hat es im Verein mit dem dortig gen Möbelschreiner Größ unternommen, dem Piantus⸗ diesem solange in seiner stylwidrigen Erscheinur ig belassenen Möbel eine der modernen Renaissance angepaßte Form zu geben, und 88 ist löͤnen in der That gelungen, diese Aufgabe in sehr ansprechende er Weise zu lösen. Den Rococostyl vertritt in diesem Heft ein reich verzierter Kamin⸗Ofen von elegantem Aufbau, den der Architekt und Direktor der Kaiserlichen Kunstgewerbe schule in Bozen, L. Thever. für das Jagdschloß der Kaiserin von Oesterreich in Linz entworfen hat. Die moderne französische Kunstindustrie ist repräfentirt durch einen prachtvollen Tisch im be Louis XIV., in dem die Frarzosen stets I“B Meister bleiben werden (von dem Fabrikanten Mazaroz n Paris). — Der Text bietet, wie sonst, kleinere Aufsätze und Notizen llbe 2 mannigfalkige technische Dinge, welche den Kunstgewerbtreibenden interessiren. — Die 92. D eutsche Rundschau“ (herausgegeben von Julius Rodenberg, Verlag von Gebr. Pätel, Berlin) zbringt im Februar⸗
heft einen recht zeitgemäßen Aufsatz: „Deutschland und das Elsaß,