1888 / 111 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 24 Apr 1888 18:00:01 GMT) scan diff

Hinter §. 3 schlägt die Kommission vor, folgenden §. 3a einzufügen:

Zur Leistung der aus den Vorschriften dieses Gesetzes erwach⸗ senden Mehrausgaben sind diejenigen Gemeinden und Korpora⸗ verpflichtet, denen die Unterhaltung der betreffenden Schulen obliegt.

Für diejenigen Gemeinden und Korporationen, welche bei dem Inkrafttreten dieses Gesetzes zur Erhaltung ihrer höheren Schulen eine staatliche Unterstützung empfangen, wird dieselbe entsprechend den aus den Vorschriften dieses Gesetzes erwachsenden Mehrausgaben für die Dauer ihrer Leistungsunfähigkeit erhöht.

In Verbindung damit wird folgende von der Kommission beantragte Resolution berathen:

Die Königliche Staatsregierung aufzufordern:

in Fällen, wo die eigenen Einnahmen bisher nicht subventio⸗ nirter Lehranstalten und die Mittel der Schulunterhaltungspflich⸗ tigen zur Erhaltung dieser Anstalten nach Maßgabe der §§. 1 und 3 des vorstehenden Gesetzes nachweisbar nicht ausreichen, in möglichst ausgiebiger Weise Subventionen aus staatlichen Fonds zu gewähren, später aber diese Subventionen nur solchen Gemeinden weiter zuzuwenden, für deren höhere Lehranstalten ein öffentliches Interesse vorhanden ist oder welche beschließen, dieselben in andere d Lehranstalten, für welche diese Vorbedingung zutrifft, umzu⸗ wandeln.

Berichterstatter Abg. Dr. Arendt weist darauf hin, daß die dem Staate zugemutheten Leistungen nicht so hoch seien, als man b hcntct angenommen. In der vorigen Session sei der Mehrzuschuß auf 700 000 berechnet worden, jetzt seien etwa 134 000 weniger nöthig, da eine große Reihe von Anstalten inzwischen die Bedin⸗ gungen des Gesetzes schon erfüllt hätten. Eine weitere Zahl von Anstalten sei inzwischen verstaatlicht, andere befän⸗ den sich in hinreichend leistungsfähigen Städten. Ueberhaupt bewege sich das Mehrerforderniß in sehr bescheidenen Grenzen und betrage bei den meisten Anstalten höchstens 5 Proz. des bisherigen Etats, nur bei einigen kleinen Anstalten steige es bis 20 Proz. Man könne im Ganzen vielleicht 200 000 als Mehrbelastung des Staates annehmen.

Abg. von Schenckendorff empfiehlt die Annahme des 5. 3a und der Resolution. Es werde damit dem Staat die

andhabe gegeben, Lehranstalten, die in der Form, in der sie bestehen, einem öffentlichen Interesse nicht entsprechen, zu be⸗ seitigen und solche Anstalten dafür einzurichten, die mehr von dem öffentlichen Interesse verlangt würden.

§. 3a und die Resolution werden darauf angenommen, ebenso ohne Debatte der Rest des Gesetzentwurfs. Die zu demselben eingegangenen Petitionen werden für erledigt erklärt.

Es folgt der dritte Bericht der Petitionskommission uͤber die Petition des Apothekers Kempf in Steinau, betreffend die Regelung des Apothekerwesens.

Berichterstatter ist Abg. Dr. Graf (Elberfeld). Derselbe beantragt:

Das Haus der Abgeotdneten wolle beschließen:

über die Petition II Nr. 188 mit Rücksicht auf die Erklä⸗ rungen des Herrn Regierungskommissars, welche den in der ersten Session (1886) gefaßten Beschlüssen des Abgeordnetenhauses in dieser Angelegenheit entsprechen, zur Tagesordnung überzugehen.

Regierungskommissar, Geheimer Ober⸗Medizinal⸗Rath Kersandt erklärt, daß die Regierung die Personalkonzession nur für neu zu errichtende Apotheken, nicht aber für bereits bestehende durchzuführen gedenke.

Abg. Dietz lenkt die Aufmerksamkeit auf den Apotheken⸗ schacher und empfiehlt als Mittel dagegen, die hohen Preise der Apotheken zu reduziren, die Konzession neuer Apotheken in der Nähe solcher, die für einen hohen Preis verkauft seien, die Durchführung der Personalkonzession und, um den großen Andrang zum Apothekerfach einzudämmen, erhöhte Anforde⸗ rungen an die Vorbildung der Apotheker.

Regierungs⸗Kommissar, Geheimer Ober⸗Medizinal⸗Rath Kersandt bemerkt, daß über die an die Apotheker zu stellenden Anforderungen die interessirten Kreise selbst noch nicht einig seien. 1

Abg. Pleß befürwortet die Aufhebung der Real⸗ und Einführung der Personalkonzession, wünscht aber eine Ueber⸗ gangszeit von einigen Jahren, damit große finanzielle Schädi⸗ gungen vermieden würden.

Der Kommissionsantrag wird darauf angenommen.

Letzter Gegenstand der Tagesordnung ist der Bericht der Gemeindekommission über die Petition der Bürgermeister der nicht im Städtetage vertretenen Städte und der Landgemeinden in der Rheinprovinz, betreffend die Entschädigung der Bürgermeister in der Rheinprovinz in ihrer Eigen⸗ schaft als Hülfsbeamte der Staatsanwaltschaft.

Der Berichterstatter der Kommssion, Abg. Jordan, bean⸗ tragt: über die Petition II Nr. 38 zur Tagesordnung über⸗ zugehen.

Abg. Rintelen stellt dagegen den Antrag: Die Petition .““ Staatsregierung zur Berücksichtigung zu über⸗ weisen.

Die Abgg. Lehmann, Barth und Freiherr von Lyncker befürworten den Kommissionsantrag, während der Abg. Knebel die Annahme des Antrags Rintelen empfiehlt.

Das Haus nimmt darauf den Antrag der Kommission an.

Schluß 1 ¾ Uhr.

Dem Hause der Abgeordneten ist der nach⸗

ehende Antrag der Abgg. Rickert, Schmieder, Dr. Windthorst und Dr. Lieber zugegangen:

Das Haus der Abgeordneten wolle beschließen:

3 Die Königliche Staatsregierung aufzufordern, an die nachgeord⸗ neten Behörden die Anweisung ergehen zu lassen, daß bei der Bildung der Urwahlbezirke die Bestimmung des §. 2 des Reglements über die Ausführung der Wahlen zum Abgeordnetenhause vom 4. Sep⸗ tember 1882/22. August 1885, wonach

„die Bewohner der von ihrem Hauptlande getrennt liegenden Ge⸗

bietstheile, soweit sie in sich keinen Urwahlbezirk bilden können,

mit nächstgelegenen Gemeinden ihres Hauptlandes zusammengelegt

werden, im Uebrigen jeder Urwahlbezirk ein möglichst zusammen⸗ hängendes und abgerundetes Ganzes bilden muß“,

stets und überall genau beachtet werde, daß also für die Bildung der Urwahlbezirke die beiden Gesichtspunkte der natürlichen Abrundung und des örtlichen Zusammenhanges ausschließlich und gemeinschaftlich maßgebend sein sollen, dagegen jede Bildung von Urwahlbezirken, bei welcher andere Gesichtspunkte erkennbar mitwirken, der Absicht der Verfassung und des Wahlgesetzes zuwiderlaufe.

Ist bei der Ferftonang von Butter ein den normalen Prozentsatz von Wasser übersteigendes Quantum von Wasser in der Butter gelassen worden, so liegt, nach einem Urtheil des Reichsgerichts, IV. Strafsenats, vom 24,/31. Januar d. J., eine strafbare Butterverfälschung vor.

„— Nach einer auf Grund des §. 37 Absatz 5 beziehungs⸗ weise Absatz 4 letzter Satz des Unfallversicherungsgesetzes getroffenen Entscheidung des Reichs⸗Versicherungsamts (Nr. 518) ist ein mit zwanzig Arbeitern betriebenes

auf das von Schiffswänden in auf Arbeiten von den in Maschinenschlossereien Arbeitern verrichtet usehen. Maßgebend daß der bezeichnete in welchem

Erbschaftssteuern G daß die chem und unbeweglichem Vermögen gleichgestellt werden. Dieser Unterantrag wurde von den Vertretern der Regierung als ein gegen Letztere gerichtetes Mißtrauensvotum bekämpft Hause nach siebenstündiger Debatte mit 310 Die Bill über das Ein⸗

werbliches Unternehmen, einigen von Dampfkesseln und Laderäumen eiserner erstreckt, welche in der Regel und Dampfke werden, als un ür die Entscheidung war die etrieb sich als ein Hülfsbetrieb der Großindustrie, 1228 ü Arbestern ausgeführten Dampfkessel⸗ schließliche Gewerbsthäti daher seiner Art wie au Arbeitern nach als Fabrik im Sinne des

es zu erachten ist (vergleich achrichten des R.⸗V.⸗A. etrieb seiner Natur nach den den Eisen⸗ heilten Industriezweigen a Zugehörigkeit desselben zu einer

sselfabriken beschäftigten allversicherungspflichtig anz und von dem

d gegen 217 Stimmen abgelehnt. nahmebudget wurde hierauf in zweiter Lesung angenommen. ch in Madrid eingegangenen Nachrichten aus Palmas griffen die Eingeborenen die eng⸗ Cabo Luby an der afrikanischen

Unter den

Erwägung,

Maschinen⸗ ꝛc. Reinigungsarbeiten als aus⸗ eit abgezweigt sind, darstellt und dem Umfang der Beschäftigung von 1 des Unfall⸗

e den Bescheid 7 1888 Seite 1 und Stahl⸗ mnächsten

Kanarische Inseln) ische Faktorei

Küste an und tödteten einige Beamten derselben. Getödteten befindet sich auch er Direktor derselben, Moore.

Frankreich. Paris, 23. April. Deputirtenkammer setzte heute die Berathung über die Wahl Flouren's auf nächsten Donnerstag fest. Martimprey eine Interpellation, nennung einer Civilperson zum Kriegs⸗Minister, Der Minister⸗Präsident Floquet erklärte sich zur Martimprey führt aus,

versicherun Da der B Berufsgenossenschaften zu steht, so erscheint auch 7— dieser Genossenschaften bonundet. Nach Beendig stattgehabten militärä haben sich die zur gewesenen Ober⸗Stabsärzte in i

betreffend die Er⸗

sofortigen Beantwortung bereit. Floquet habe, indem er eine Civilperson zum Kriegs⸗Minister revolutionären Akt einen peinlichen und beklagenswerthen Ein⸗ Floquet erklärte, daß

wdes seit dem 5. d. M. hierselbst tlichen Fortbildungs⸗Kursus nahme an demselben kommandirt hre resp. Garnisonen zurück⸗ druck auf die Armee gemacht habe. unter der früheren Monarchie ebenso gut Civilpersonen Kriegs⸗ Minister gewesen seien, wie Militärpersonen. beschuldige die Regierung revolutionärer Akte, wirklich revolu⸗ tionär aber sei es, wenn ein General sich in eine politische Die Regierung sei der Ansicht, daß man ke, in welchem man an das Ministerium so erhebliche Anforderungen in administrativer, wissenschaftlicher und materieller Hinsicht stelle, eine Persönlich⸗ den Posten berufen Küsse, die einer solchen Aufgabe Der Redner wies schließlich auf den hervor⸗ ragenden Patriotismus hin, welchen Freycinet im Jahre 1870 zusammen mit Gambetta bekundet habe. (Lebhafter Beifall.) Freyeinet erklärte, er habe den Posten, auf den er berufen worden sei, nicht gesucht, er habe dem lebhaften Drängen und werde auf die Unfähigkeit mit Thaten antworten. während der nationalen Vertheidigung angehe, so habe er nur ganz und gar dasselbe geleistet, wie die republikanische Partei überhaupt, welche vom Kaiserreich ein entwaffnetes und verstümmeltes rankreich übernommen habe. Pflicht alao, kiegs⸗Minister und werde sie alle erfüllen. Sfi ¹d sein Patriotismus sei allen Eventualitäten L 4. errechne auf das Vertrauen der Kammer, um Aufgoe ocs, zum Ende durchzuführen. Hierauf wurde gesen 175 Stimmen eine Tagesordnung ange⸗ Kv, in welcher dem Vertrauen auf die Energie des Rriegs⸗Ministers Ausdruck gegeben und die Ueberzeugang ausgesprochen wird, daß er es verstehen werde, die nationale Vertheidigung zu sichern und die militärische Disziplin aufrecht zu erhalten.

In der heutigen Sitzung des Munizipalra es 7. Zäußerst heftigen Szenen, die sich an die Diskussion über die boulangistischen Agitationen knüpften und den größten Theil der Sitzung ausfüllten. Ein besonders heftiger Konflikt fand zwischen den Munizipalräthen Humbert und Hattat statt. Die Versammlung nahm eine Tagesordnung Joffrin's an, welche das Auftreten und die Agitationen Boulanger'’s tadelt; im Anschluß an die Tagesordnung wurde dann eine Resolution genehmigt, in der sich der Munizipalrath be⸗ reit erklärt, sich an die Spitze der Bevölkerung zu stellen, um die Republik und die Freiheit zu retten, außerdem sprach der Munizipalrath sein volles Ver⸗ trauen zu dem Ministerium Floquet aus. alsdann die Berathung eines Antrages Hovelacque's, in wel⸗ Beseitigung der

Als Aerzte haben sich niedergelassen die Herren: Dr. Oppermann als Unterarzt in Lyck, Dr. Huncke in Brilon, Tenbaum in Letmathe, Dr. Stein in Obernetphen, Dr. Behme gemann in Bonn, Dr. Odenthal in Linden⸗ r. Braschoß in Neumagen.

y1 Kanonenboot „Iltis“, Kommandant Kapitän⸗ Lieutenant von Eickstedt, ist am 23. April cr. in Yoko⸗ hama eingetroffen.

Bayern. Prinz⸗Regent hat angeordnet, Aussicht genommene St. Georgi⸗ Ritterschlag auszufall Trauer⸗Gottesdienst Allerdurchlauchtigsten Ordens⸗Großmeister Köni stattfinde, an welchem die bereits zahlreich erschienene Ritter⸗ schaft theilzunehmen habe. April. (W. T. B.)

Martimprey

in Werl, Dr.

thel bei Köln Agitation dränge.

in einem Augenblicke,

München, 23. April. (Allg. Ztg.) Der daß das für morgen in Ritter⸗Ordensfest mit dagegen übermorgen der für weiland Se. Majestät den

Ludwig II.

en habe,

erhobene Anklage der

nachgegeben, Was seine Haltung

Die Königin von Eng⸗ in Begleitung der Prinzessin Beatrice des Prinzen Heinrich von Battenberg, eingetroffen. der Prinz⸗Regent, die Königin⸗Mutter und sämmt⸗ n Prinzen und Prinzessinnen, sowie die ischen Gesandtschaft und der päpstliche Um 6 ¼ Uhr erfolgte die Weiterreise. Vom Finanz⸗Ministerium sind Vorbereitungen zu einer dem nächsten Landtage zugedachten Novelle zum Malzaufschlagsgesetz, betreffend ergiebigere Abstufung ür den Verbrauch der Großbrauereien, ge⸗

deren Gemahls, Er kenne seine

Seidn

liche hier anwesende Mitglieder der engl

Nuntius erschienen. vam

des Aufschlags troffen worden.

Sachsen. Dresden, 23. April. (Dr. J.) Der Herzog nburg ist heute Vormittag hier einge⸗

von Sachsen⸗Altz⸗ seine Glückwüͤnsche

troffen, um dem König zum Geburtsfest Majestät der König Major Freiherrn von Bissing, chen Adjutanten des Kronprinzen des Deutschen r um aus dessen Händen ein Hand⸗ schreiben Sr. Kaiserlichen und Königlichen Hoheit entgegen⸗ zunehmen.

Württemberg. Stuttgart, 24. April. Der König und die Königin haben für die Ueber⸗ schwemmten 5000 beigesteuert.

Sachsen⸗Weimar⸗Eisenach. Der Großherzog sich, den hier eingetroffenen Nachrichten aus dem Haag zufolge, im besten Wohlsein. Elsaß⸗Lothringen. Straßburg, 23. April. (W. T. B.) Nach Erledigung der letzten Verhandlungsgegenstände und erlichen Ordre wurde heute die

schusses geschlossen.

abzustatten. Vormittag den

Reichs und von Preußen,

(W. T. B.)

Weimar, 23. April.

8 1 räsident⸗ Großherzogin ;

sofortige 2 Republik t. Der Antrag wurde an die Kommission ver⸗

langt wird. Präfekten

wiesen und eine Erklärung des Polizei in welcher derselbe sich vor jeder Be⸗ die Polizeibeamten Bolksversammlungen, sowie

entgegengenommen, günstigung der Boulangisten

verwahrt und erklärt, daß er alle das Umherziehen lärmender Banden verhindern werde. t von dieser Erklärung und richtete

alle antirepubli⸗

Verlesung der bezüglichen Kais Session des Landes⸗Aus Un Munizipalrath nahm Ak an den Polizei⸗Präfekten die Aufforderung, kanischen Beamten aus seinem Personal zu entfer Die wiederholte Mittheilung der „Cocarde“, Boulanger in den Departements Iséêre und Haute⸗ Savoie kandidiren wolle, wird Protest⸗Comité formell für unricht 24. April.

Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 23. April. (Prag. Abdbl.) Auf Grund der von der österreichisch⸗ungarischen ferenz festgestellten Instruktionen werden binnen Wien die Verhandlungen wegen Abschlusses eines öster⸗ reichisch⸗schweizerischen Handelsvertrages beginnen.

nach welcher

von dem boulangistischen ig erklärt.

Die boulangistischen Studenten hielten im Saal Jussieu eine Versammlung üb. g von jeder öffentlichen Manifestation zu nehmen, falls die Das anti⸗ sche Comité der Arbeiter⸗Parte bsichtigte Manifestation aufgegeben. (W. T. B.) C rößere Demonstrationen ngst vam Bundesrath unden, die als Ver

April. (W. T. B.) Kaiser Franz (W. T. B.)

Uhr hier ein und begab fen der dichtgedrängten Be⸗ Stadt in die Hofburg. (W. T. B.) Die mittelst Separat⸗ fen, und wurde von dem Kaiser, welcher s⸗Uniform angelegt hatte, auf dem Bahn⸗ rüßung war eine herzliche; noch ehe der erhob sich die Königin zum Gruß, der nigin die Hand, und führte sie dann am Arme in die glänzend ausgestatteten Empfangsräume des Bahnhofs, wo ein Déjeuner din In der Begleitung der Königin befinden sich Beatrice und Prinz Heinrich von Battenberg. kavalier ist der Königin der Prinz Lichtenstein zugetheilt wor Nach einem Aufenthalt von 1 die Bahnhofsräume nicht verlassen w von England die Reise fort. Königin am Arme zum Coupé, wo Herzlichste von einander verabschiedeten, Perron, bis der Zug a zur Hofburg wurde der zahlreichen Publikums begrüßt.

Großbritannien und Irl (W. T. B.) In der heutigen Si klärte Lord Elp Regierung beabsichtige nicht, Forts Hamilton eine andere Flottenstation wässern zu erwerben. nterhauf

Innsbruck Josef traf heute Vormittag 11 ½ sich unter den begeisterten Hochru völkerung durch die reichbeflaggte

23. April, Nachmittags 2 Uhr. von England

und beschlossen, gegenwärti abzustehen, jedoch energisch Stellun Provokationen boulangisti die für heute bea

Schweiz. haben hier und in Zürich g Seitens der Arbeiter gegen die beschlossenen Ausweisungen stattgef letzung des Asylrechts erklärt wurden.

Türkei. Konstantinopel, 21. April. (Prag. Ab meldet: Der bulgarische Exarch ü⸗ Note, in welcher er den der bulgarischen Bevolke⸗ die weder Geistliche noh die Ernennung bulgarische

Königin zugs hier eingetro die große Marscha hof erwartet. Die Beg ug vollständig hielt, aiser küßte der

23. April.

atoire eingenommen wird. die Prinzessin

Als Ehren⸗ „Reuter's Bureau

gab dem Großvezier eine klagenswerthen Zustand rung Macedoniens schildert, Der Exarch urgirt

¼ Stunde, während de urden, setzte die Königin Der Kaiser geleitete die sich die Majestäten aufs und verweilte auf dem Auf der Rückfahrt Kaiser mit lebhaften Hochrufen des

Kirche besitze.

Russische Kreise verbreiten das Gerü lische Botschafter auf Weisung Sa Vorstellungen Armenien Agopians' Der Großvezier Kiamil Pascha t Botschafter eine Abschrift dieses und konstatirte, daß er Beweise g W. A. White erwi warum die Pforte diese Beweise nicht verö vezier und Said Pascha verlangt daß er die Angaben Agopi suchte die Pforte, wegen den Armeniern ihn nicht zu drängen. sendete die Pforte eine Note an den engli welcher konstatirt wird, daß Agopian zu seinem vom Patriarchen nicht ermächtigt war.

cht, daß der eng⸗ lisbury's bei der Reformern Memoran

unbegründe heilte dem englis 4 Memorandums n die verhafteten Armenn⸗ derte einsach mi

bgegangen war. Grundlage

and. London, 23. April. tzung des Oberhauses er⸗ hinstone auf eine bezügliche Anfrage: anstatt des wieder aufgegebenen n in jenen Ge⸗

t der Frage⸗

en vom armenischen P an's dementire. der herrschenden Aufregu Ueber g. lischen Botsch abum

e kündigte Gladstone an: die Oppo⸗ bei Gelegenheit der Spezialdebatte des udgets gegen den neuen Weinzoll pro⸗ Budgets hat

sition werde Einnahme⸗B testiren. Für die zweite Lesung des Einnahme⸗ Gladstone einen Unterantrag gestellt, welcher verlangt, daß, nachdem das

Parlament Lokalabgaben erleichtert

22. April. (Prag. Abdbl.) In der Fra Absetzung des Metropoliten von 11 neue Schwierigkeit entstanden. Man ist unzufrieden darüber der ökumenische Patriarch die Frage persönlich mit dem

Großvezier beizulegen sucht, während sie die Einberufung der

Synode und des Laien⸗Raths, sowie ei iftli 3 8 Großveziers erheischen würde. ine schriftliche Erklärung

Serbien. Belgrad, 23. April. (W. T. B.) Di Skupschtina nahm die Vorlage der be. treffend die Militärreorganisation, an; dagegen stimmten die liberale Opposition und ca. 20 Radikale.

Bulgarien. Sofia, 23. April. (W. T. B Prin Ferdina nd wird sich am nächsten in BeLeeans der Minister Stambulow und Nachewits nach Tirnova be⸗ geben, wo er während des Osterfestes zu bleiben gedenkt. Seine Abwesenheit wird etwa 14 Tage dauern. Der Prozeß gegen Popow hat heute früh begonnen, die Vertheidiger hatten beantragt, denselben auf 4 Tage zu verschieben und legten, da der Gerichtshof dies ablehnte, die Vertheidigung nieder. Popow wird sich nun selbst vertheidigen.

Amerika. Washington, 24. April. (W. T. B.) In der Repräsentantenkammer brachte der Republikaner Morrow gestern den Antrag ein: die Unionsregierung solle die Samoaner unterstützen, um eine unabhängige, aus Eingeborenen bestehende Regierung einzusetzen. Der Antrag fordert den Präsidenten Cleveland auf, seine guten Dienste zur Geltung zu bringen, um die gegenwärtigen Schwierig⸗ feiten in Samoa zu beseitigen.

Afrika. Egypten. Suakim, 20. April. (A. C.) Die Rebellen tauchen gelegentlich auf, halten sich aber außerhalb Schußweite, und es haben in letzter Zeit keine Ge⸗ fechte stattgefunden. Abu Girgeh, welcher Osman

Digma in Handub Verstärkungen aus Kassala bringt, ist in

Tokar angekommen. Ehe die Rebellen sich für den Ramadhan auflösen, dürften sie in Kurzem eine aktive Be⸗ wegung ausführen.

Zeitungsstimmen.

In der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung“ lesen wir:

Seitens des Publikums, insbesondere des Handelsstandes, laufen zahlreiche Beschwerden bei den Eisenbahnbehörden ein, welche die ver⸗ zögerte Beförderung und Recherchen nach auf dem Transport befind⸗ dn Gütern sowie die Nichtgestellung von Wagen zum Gegenstande aben.

Wenn auch die Eisenbahnverwaltungen bemüht sind, diesen Be⸗ schwerden nach Möglichkeit Abhülfe zu schaffen, so dürfte doch noch einige Zeit hingehen, ehe die Stockungen im Betriebe völlig beseitigt und die geregelten normalen Verkehrsverhältnisse wieder eingetreten sind.

Die abnormen Witterungsverhältnisse des Winters, insbesondere die ungeheueren Schneemassen, haben den Betrieb nicht nur auf den weniger bedeutenden Nebenbahnen, sondern auch auf den Hauptstrecken tagelang unterbrochen.

Die unterwegs befindlichen Züge mußten auf den nächstgelegenen Stationen angehalten werden ohne Rücksicht darauf, ob die für den Lokalverkehr erforderlichen Geleisanlagen ꝛc. dadurch beeinträchtigt wurden.

Kaum waren mit Aufbietung aller Kräfte die Strecken wieder fahrbar gemacht und es konnte eben begonnen werden, die überfüllten Bahnhöfe zu entlasten, 8 legten die durch das Hochwasser eingetretenen Beschädigungen der Bahnanlagen den Betrieb wochenlang völlig lahm.

Da die Mehrzahl aller Strecken durch Dammunterspülung und Einsturz von Brücken unfahrbar geworden, so konnten die bereits überfüllten Bahnhöfe der wenigen noch fahrbaren Strecken die daselbst für die gesperrten Strecken stehenden Wagen behufs Weiterbeförderung selbst auf großen Umwegen nicht los werden, sie mußten vielmehr außerdem noch den gewöhnlichen, aus dem Westen zuströmenden Ver⸗ kehr aufnehmen, so daß die für den Betrieb und das Rangiren der Züge unbedingt nothwendigen Geleisanlagen durch die zuströmenden Wagen vollgesetzt werden mußten.

Bahnhöfe, die für den Aufenthalt von 50 Wagen eingerichtet sind, haben mehrere Hundert aufnehmen müssen, andere Bahnhöfe waren längere Zeit nach allen Seiten abgeschnitten, so daß die im Rollen befindlichen, dort angehaltenen Güter und Wagen weder vor⸗ wärts noch rückwärts geschafft werden konnten, die zum Versandt ver⸗ langten leeren Wagen aber nicht gestellt werden konnten. Wenn nun auch die Wiederherstellung der unfahrbar gewordenen Strecken nach Möglichkeit beschleunigt ist, so wird doch die länger dauernde Unter⸗ brechung der zweigeleisigen Hauptstrecke Marienburg Elbing noch auf Monate einen laähmenden Einfluß auf die Verkehrsverhältnisse im Osten ausüben müssen. Die Güter werden zwar auf Umwegen über Thorn geleitet, allein es liegt auf der Hand, daß die einzige für den Verkehr nach dem Osten jetzt verfügbare Strecke Thorn Insterburg nicht das zu leisten vermag, was im Vereine mit der Hauptstrecke Königsberg Dirschau geleistet ist. Die Strecke Thorn—Insterburg ist nur für einen verhältnißmäßig geringen Verkehr erbaut, die Größe der Bahnhöfe, die Bemessung des dort stationirten Personals, die Zahl der verkehrenden Züge ist den be⸗ scheidenen Verhältnissen entsprechend. Nachdem über diese Strecke, welche zudem nur eingeleisig ist, der gewöhnliche, nach dem Osterfest und den höchst ungünstigen Transportverhältnissen des Winters er⸗ heblich verstärkte Verkehr der Strecke Elbing Königsberg Eydt⸗ kuhnen sowie der bedeutende Durchgangsverkehr von und nach Rußland hat geführt werden müssen, ist es, ungeachtet der sehr bedeutenden Vermehrung der Zahl der Züge und des Personals, auf der Linie Schneidemuͤhl-Thorn— Insterburg unvermeidlich, daß für die nächste Zeit der Verkehr nicht immer mit derselben Promptheit, wie bisher, wird bedient werden. 11 —8u diesen Betriebsstörungen mußte sich nothwendiger Weise in Folge des gehinderten Umlaufs ein Wagenmangel gesellen. Wo⸗ bei normalen Verhältnissen ein Wagen z. B. Tage gebraucht, um seine Tour zu vollenden und dann wieder anderweit dirigirt werden kann, sind auf den abgeschnittenen großen Bahnhöfen, wie Königsberg, Elbing, Graudenz und den unfahrbaren Strecken Hunderte von Wagen tage⸗, ja wochenlang dem Verkehr ganz entzogen worden. Zur möglichsten Behebung dieses Mangels sind aus den westlichen Staats⸗ bahnbezirken Wagen in großer Anzahl nach dem Osten dirigirt worden. Wenn nun auch den außerordentlich starken Anforderungen des durch die Witterungsverhältnisse bisher beeinträchtigten Verkehrs noch nicht völlig genügt werden kann, zumal die Entlastung der über⸗ füllten Bahnhöfe nur allmählich vor sich gehen kann, so steht doch zu hoffen, daß binnen Kurzem wieder normale Verhältnisse eintreten.

„Das Deutsche Wollen⸗Gewerbe“ berichtet über

die deutsche Webewaaren⸗Industrie:

Deutschlands auswärtiger Handel im vorigen Jahre hat nach den statistischen Ausweisen eine Wendung zum Bessern gebracht. Aus den veröffentlichten Zahlen geht hervor, daß die Weberei⸗Industrie an dieser Aufbesserung wesentlich betheiligt ist. Eine Fortsetzung dieses Aufschwun⸗ ges ist auch in diesem Jahre wahrzunehmen, trotzdem die Einzelberichte aus den verschiedenen Industriebezirken durchblicken lassen, daß diese Aufbesserung in letzter Zeit wieder zum Stillstand gekommen ist Diese letztere Wahrnehmung läßt sich allerdinas nur in denjenigen Betrieben der Weberei⸗Industrie feststellen, welche die großen Stapelartikel, die für den Massenkonsum bestimmt sind, fertigstellen; sie beziehen sich

eigentlich nur auf diejenigen Zweige, welche hauptsächlich auf inländi⸗ schen Absatz angewiesen sind. Unsere Webereien, welche Modeartikel herstellen, die in innigsten Beziehungen zum Export stehen, haben theilweise fortgesetzt unter günstigen Verhältnissen gearbeitet, wenn auch bier einige Ausfälle zu verzeichnen sind. So zeigt namentlich der Export von Webwaaren nach den Ver⸗ einigten Staaten einige erhebliche Abschwächungen. Es wurden z. B. Krimmer und Plüsche für 24 663 Doll.

gegen 144 908 Doll., Wollenwaaren für 84 111 Doll. gegen

106 303 Doll. versandt. Aus dem Bezirk Gera wurde an Kamm⸗ garnstoffen im ersten Quartal 1888 für 938 319,64 versandt, im ersten Quartal 1887 dagegen für 1 572 211,39 Es sind dies Ausfälle, die sich nur schwer werden einholen lassen; sie werden nur ausgeglichen durch die Zunahme des Exports nach anderen Ländern, die sich ebenfalls, wenn uns die Thatsachen nicht bekannt wären, durch Ziffern nachweisen läßt.

Es hat für die Monate Januar und Februar die Ausfuhr aus dem deutschen Zollgebiet an wollenen Tuch⸗ und Zeugwaaren (unbe⸗ druckt) betragen 36 106 Doppel⸗Ctr., während im Jahre 1887 die Ausfuhr in dem gleichen Zeitraum sich nur auf 32 868 Doppel⸗Ctr. bezifferte. Die Gewichtsausfuhr kann insofern diesmal für maß⸗ gebender als sonst gelten, da Preisschwankungen von einschneidender Bedeutung kaum vorgekommen sind. Die Ausfuhr hat sich übrigens für bedruckte wollene Waaren gebessert; sie ist für die ersten beiden Monate dieses Jahres von 910 Doppel⸗Ctr. auf 1735 Doppel⸗Ctr. in diesem Jahre gestiegen; sie weist einen Minderwerth für gewebte Shawltücher auf, die von 720 auf 422 Doppel⸗Ctr. gefallen sind, ebenso für wollene Plüsche, die von 1196 auf 872 Doppel⸗Ctr. zurückgegangen sind. Wir haben einen vermehrten Export nach Süd⸗Amerika gehabt, wir haben ferner nach Kanada mehr Waaren versandt, wie sonst; dieselbe Wahr⸗ nehmung läßt sich für die ostasiatischen Länder konstatiren, wenn auch der Export dorthin an und für sich immer noch nicht sehr bedeutend ist, und auch die europäischen Staaten dürften durch ihre Bezüge deutscher Waaren zur Vermehrung unserer Ausfuhr beigetragen haben, ein Umstand, auf den wir umsomehr Gewicht legen müssen, weil die Zollschranken, mit denen sich alle unsere Nachbarstaaten in den letzten Jahren umgeben haben, einer Zunahme unseres Exports die größten Schwierigkeiten bereitet haben. Erst unter Berücksichtigung dieser Thatsachen tritt diese Vermehrung, die ja unter anderen Umständen viel bedeutender gewesen wäre, ins rechte Licht.

Unsere Weberei⸗Industrie spricht sich im Allgemeinen über die Beschäftigung viel weniger unbefriedigend aus als über andere Miß⸗ stände, die sich fühlbar machen und die unbedingt einmal besprochen werden müssen Unsere Webereien können meistens stets Abschlüsse machen, wenn sie den Forderungen der Käufer in Bezug auf Preise nachgeben wollen. Wir stehen hier vor der merkwürdigen Thatsache, daß, während die zur Verarbeitung gelangenden Rohmaterialien theilweise im Preis gestiegen, theilweise eine feste Tendenz seit langer Zeit behaupten, es kaum möglich ist, das fertige Fabrikat auf einen Preisstand zu bringen, der diesen Verhältnissen entsprechen würde. Die Spinnerei ist in dieser Beziehung viel besser situirt. Der Grund für den eben geschilderten Mißstand ist wohl hauptsächlich darin zu finden, daß in den meisten Zweigen der Webereien immer noch eine Ueberproduktion stattfindet, daß der Konsument im Stande ist, sich von Fall zu Fall zu versorgen, ohne nöthig zu haben, große Kontrakte einzugehen.

Es sind unsere Kleiderstoff⸗ und Tuchwebereien im Ganzen normal beschäftigt, auch Seidenwebereien befinden sich in fast gleicher Lage, wogegen für Sammetwebereien die erhoffte Besserung noch nicht eingetreten ist. Die Leinenwebereien haben darunter zu leiden, daß die Baumwollgewebe den ersteren einen immer mehr wachsenden Mit⸗ bewerb bereiten; nur für mittlere und bessere Leinenwaaren ist einiger⸗ maßen befriedigender Absatz vorhanden. Trotzdem klagen aber auch die Baumwollwebereien, daß sie durch die Ueberproduktion nicht in die Lage kommen, eine günstige Konjunktur ausnützen zu können.

Statiftische Nachrichteen.

Gemäß den Veröffentlichungen des Kaiserlichen Gesund⸗ heitsamts sind in der Zeit vom 8. bis 14. April cr. von je 1000 Bewohnern, auf den Jahresdurchschnitt berechnet, als gestorben gemeldet: in Berlin 18,7, in Breslau 27,9, in Königsberg 26,3, in Köln 28,1, in Frankfurt a. M. 17,5, in Wiesbaden 27,7, in Hannover —, in Kassel 13,2, in Magdeburg 22,2, in Stettin 20,1, in Altona 27.9, in Straßburg 41,3, in Metz 34,3, in München 33,4, in Nürnberg 32,6, in Augsburg 36,6, in Dresden 20,1, in Leipzig 20,4, in Stuttgart 21,2, in Karlsruhe 20,9, in Braunschweig 32,8, in Hamburg 25,7, in Wien 29,9, in Pest 32,1, in Prag 33,4, in Triest 31,0, in Krakau 31,6, in Amsterdam 23,8 in Brüssel 25,2, in Paris 25,1, in Basel —, in London 20,6, in Glasgow 22,3, in Liverpool 22,9, in Dublin 27,6, in Edinburg 20,7, in Kopenhagen 22,5, in Stockholm 199, in Christiania 23,9, in St. Petersburg 41,6, in Warschau 28,4, in Odessa 24,3, in Rom 26,1, in Turin 30,7, in Venedig 21,1, in Alerandria 26,4. Ferner in der Zeit vom 18. März bis 24. März d. J.: in New⸗York 30,1, in Philadelphia 24,3, in Baltimore 24,8, in Kalkutta 27,4, in Bombay 23,1, in Madras 39,1. 8

In der Berichtswoche gestalteten sich die Sterblichkeitsverhältnisse der meisten größeren Städte Europas etwas ungünstiger; namentlich werden aus den süddeutschen Städten vielfach größere Sterblichkeits⸗ verhältnißzahlen gemeldet, während die norddeutschen zum Theil niedrigere Ziffern mittheilen. Sehr gering (noch nicht 15,0 pro Mille und Jahr berechnet) war die Sterblichkeit in Kassel; günstig (bis zu 20,0 pro Mille und Jahr) in Berlin, Charlottenburg, Frankfurt a. M., Bremen, Düsseldorf, Elberfeld, Aachen, Essen, Stockholm; auch in Dresden, Leipzig, Stuttgart, Magdeburg, Stettin, Karlsruhe, Darmstadt, London, Venedig war die Sterblichkeit eine mäßig hohe. Sehr hohe terblichkeits⸗ ziffern (über 35,0 pro Mille und Jahr) werden von den deutschen Städten aus Augsburg und Chemnitz gemeldet. Vielfach haben akute Entzündungen der Athmungsorgane abgenommen, auch Darm⸗ katarrhe und Brechdurchfälle der Kinder riefen weniger Sterbefälle hervor, sodaß der Antheil des Säuglingsalters an der Gesammt⸗ sterblichkeit im Allgemeinen ein kleinerer als in der vorher⸗ gegangenen Woche war. Von je 10 000 Lebenden starben, aufs Jahr berechnet, in Berlin 56, in München 107 Säug⸗ linge. Unter den Infektionskrankheiten haben Sterbefälle an Scharlach, Diphtherie und typhösen Fiebern ab⸗, an Masern, Keuchhusten und Pocken dagegen zugenommen. So waren Todes⸗ fälle an Masern in Hamburg, Straßburg, Wien, Paris, St. Peters⸗ burg zahlreicher, in Berlin, Pest, Prag, London seltener als in der Vorwoche. Neue Erkrankungen wurden namentlich aus Hamburg, Wien, Edinburg und St. Petersburg in größerer Zahl mitgetheilt. Das Scharlachfieber hat in Wien, Prag, Paris, London weniger, dagegen in Kopenhagen und St. Petersburg mehr Sterbefälle veranlaßt; Erkrankungen kamen nur aus Berlin und Wien weniger, aus Breslau, Kopenhagen, St. Peters⸗ burg in gesteigerter Zahl zur Anzeige. Die Sterblichkeit an Diphtherie und Croup war besonders in Berlin, Köln, Hamburg, Leipzig, Magdeburg, Nürnberg, Prag, Paris eine geringere, in München und Pest die gleiche wie in der Vorwoche; sie hat dagegen in Breslau, Frankfurt a. M., Straßburg, Wien, Kopen⸗ hagen, London, Stockholm, Cbristiania, Warschau und St. Petersburg zugenommen. Neue Erkrankungen waren in Hamburg, Nürnberg, Kopenhagen vermindert, in Berlin, Breslau, Wien, St. Petersburg ein wenig vermehrt. Sterbefälle an Unterleibstyphus haben in Hamburg, Chemnitz, Wien, Paris, London abgenommen, nur in Altona und St. Petersburg stieg die Zahl derselben; neue Erkrankungen wurden nur aus St. Petersburg in gesteigerter Zahl gemeldet. An Flecktyphus kamen aus Magdeburg, Krakau, St. Petersburg je 1, aus Prag 2 Todesfälle, aus Wien und aus dem Regierungsbezirk Düsseldorf je 1, aus St. Petersburg 4 Erkrankungen zur Anzeige. Aus Metz und Prag wurde je 1 Todesfall, aus Nürnberg 2 Er⸗

krankungen an epidemischer Genickstarre berichtet. Rosen⸗

des Zellgewebes der Haut kamen zum Vorschein. Dem Kindbettfieber on Frauen. Sterbefälle London, Dublin, Liverpool mehrt. Aus London Todesfälle an Pocken d aus den Vororten Wiens je Wien und Warschau je 4, aus St. Petersburg Erkrankungen kamen aus

artige Entzündungen im Allgemeinen erlagen in Paris eine größere Zahl v waren in Berlin, häufiger, Erkrankungen nur in Kopenhagen ver wird ein Todesfall an Rotz mitgeth wurden aus Krakau, Triest, Lyon un 1, aus Rom 3, aus 5, aus Paris 7, aus Prag 15 mitgetheilt. Wien 5, aus Pest 7, aus St. Petersburg 8 zur Meldung. Die sanitären Verhältnisse in Berichtswoche günstige und die Sterblichkeit eine kleine. abgenommen haben akute Erkrankungen der Athmungsorgane, doch war gerufenen Sterbefälle nur eine wenig Auch Darmkatarrhe und Brechdurch⸗ fälle der Kinder führten in fast gleicher Zahl wie in der vorangangenen Woche zum Tode; doch war die Theilnahme des Ganzen eine geringere. blieb ein beschränktes. Scharlach kamen nur w wurden etwas weniger gemeldet, nur im Tempelhofer und im nördlichen Rosenthaler bezirk am zahlreichsten zeigten, kamen etwas mehr Erkrankungen an Kindbettfieber wurden nur wenige bekannt. In größerer Zahl gelangten rosenartige ebes der Haut und Erkrankungen an K tlichen Be⸗

an Keuchhusten

gFerlin waren auch

die Zahl der durch sie hervor kleinere als in der Vorwoche.

Säuglingsalters im Infektionskrankheiten Erkrankungen an typhösen Fiebern und an enige zur Anzeige; auch Erkrankungen an Masern Erkrankungen an Diphtherie,

Vorkommen

als in der Vor⸗ zur Anzeige.

zündungen des Zellgew husten, die auch etwas mehr Opfer forderten, zur ärz handlung, während das Vorkommen von rheumatischen Beschwerden aller Art nur wenig Veränderung aufwies.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

„Drei Hohenzollern“ ist der Titel eines wirkungsvollen Holzschnitts von Professor C. E. Döpler, der durch die Verlags⸗ Zimmerstraße 19, auf den Kunstmarkt Friedrich Wilhelm, der Große König diese glorreichen Heldengestalten, drei Hohenzollern“, welche zur Anschauung gebracht werden. Kriegerische Embleme, die Staatswappen Brandenburgs, Preußens und des Deutschen Reichs und die Namen der Schlachten Fehrbellin, Leuthen und Sedan sind dem Bilde eingefügt und eindruck desselben.

handlung J. A. Stargardt, Z gebracht wird. Der Große Kurfürst Friedrich und der Große Kaiser Wilhelm,

erhöhen den Gesammt⸗ (Preis 1,50 ℳ)

Gewerbe und Handel.

der Generalversammlung Feuerversicherungs⸗Ges für das Jahr 1887 ist Folgendes hervorzuheben: des Feuerversicherungsgeschäfts Transportversicherungsgeschäfts glasversicherungsgeschäfts einschließlich belief sich auf 7 345 355 ℳ; ferner betrugen die Prämien für Rück⸗ versicherungen im Feuerversicherungsgeschäft 1 536 121 ℳ, im Trans⸗ chäft 326 657 ℳ, die Brandschäden 2 038 420 ℳ; ls der Rückversicherer mit 1 137 149 verbleiben Transportschäden Rückversicherer beliefen sich für unvorhergesehene Fälle für schwebende Schäden im Transport⸗

Schlesischen Geschäftsbericht

Prämien⸗Einnahme 3 262 874 ℳ,

Einnahmen

portversicherungsgesc abzüglich des Anthei

Spiegelglasschäden Die Reserve für schwebende Schäden und beträgt im Feuerversicherungsgeschäft: a. 99 690 ℳ, b. für unvorhergesehene Fälle 510 000 ℳ; a, für schwebende Schäden 112 850 ℳ, Spiegelglasversicherungs⸗

Die Verwaltungskosten, berechneten sich im Feuer⸗ sportversicherungsgeschäft

versicherungsgeschäft: unvorhergesehene Fälle geschäft: für schwebende Schäden 6938 Provisionen, Agenturkosten und Steuern versicherungsgeschäft auf 395 844 ℳ, im Tran auf 77 772 und im Spiegelglasversicherungsgeschäft auf 27 594 Feuerversicherungsgeschäfts des Transportversicherungsgeschäfts 116 209 ℳ, Spiegelglasversicherungsgeschäfts 122 195 Die gesammte Ausgabe einschließlich der Abschreibungen beläuft sich auf 6 595 2825 Der Feuerversicherungsgeschäft ersicherungsgeschäft 115 903 ℳ, im Spiegel⸗ zusammen 518 555 Hierzu

170 000 ℳ;

beträgt die 1 766 113 ℳ,

Prämien⸗Reserve

ausgewiesene Reingewinn 370 816 ℳ, im Transportv glasversicherungsgeschäft 31 836 ℳ, kommen Zinsen und andere Einnahmen mit 231 515 ℳ, so d der Gesammtgewinn berechnet auf 750 070 Deckungsmittel der Gesellschaft belaufen sich auf 17 323 855 Der Reingewinn gestattet die Vertheilung einer Dividende von 31 8 % der Baareinzahlung.

Ueber die Geschäftsergebnisse bei der Kölnischen Rück⸗ versicherungs⸗Gesellschaft wurde in der ordentlichen General⸗ richtet, daß dieselben im Jahre 1887 seien, als im Vorjahre; das Gewinn⸗ und von 460090 ℳ,

gesammten

versammlung vom 2 noch günstiger gewesen Verlust⸗Conto circa 133 000 mehr Einverständniß mit von 13 ½ % von 120 000 an die Reserve für unvorhergesehene Fälle, welche dadurch die Höhe von 200 000 erreiche; ferner eine isung von 67 590 als außerordentliche Verstärkung an die rve und endlich die Zurückstellung von S und die Ueberweisung von 14 500 an den Beamten⸗Gratifikations⸗ und Dispositionsfonds, von welch' letzterem Betrage 2500 zum Besten der Ueberschwemmten verwendet werden sollen. Diese Anträge wurden genehmigt.

Die Nummer 8 der „Bayerischen Gewerbe⸗Zeitung“ (Organ des Bayerischen Gewerbe⸗Museums und des rischer Gewerbe⸗Vereine, Ankündigungsblatt Kunstgewerbe⸗Vereine, Museum in Nürnberg; Redaktion: Dr. J. Stockbauer; Verlagsanstalt des B. Gew.⸗Mus., C. Schrag) bringt die Fortsetzung der Beschreibung der Steinzeuggefäße im Bayerischen Gewerbe⸗Museum, und zwar die Schilderung des weißen und blauen Steinzeugs. » Abbildungen besonders schöner Steinzeuggefäße aus der Dann folgen Nachrichten

Reingewinn

Aufsichtsrath

240 000 ℳ, die Ueber⸗

Feuerversicherungs⸗Prämien⸗Rese 18 000 als

Verbandes Bavpe⸗ Verbandes deutscher

herausgegeben Baverischen

Aufsatz sind; Mustersammlung des Museums beigegeben. aus dem Bayerischen Gewerbe⸗Museum, aus dem Verbande Bayeri⸗ scher Gewerbe⸗Vereine und mannigfaltige Mittheilungen aus dem Gewerbeleben „Literatur“,

„Technisches“, dem Gewerbtreibenden Kunstindustriellen vielerlei Interessantes, praktische Rathschläge ꝛcc. Im Feuilleton finden wir den Schluß des interessanten Artikels „Die chinesische Tusche, ihre Geschichte und Darstellung“, sowie andere Bei⸗ und „Geräthe und Gefäße aus Der „Bayerischen Gewerbezeitung“ werden ferner die Verzeichnisse der Gegenstände aus der Mustersammlung regelmäßig Sie sollen noch in diesem Jahre bis auf die Die bereits im Druck

überhaupt. „Fragekasten“

1 „Billige Waare“ getränkter Pappe“.

bogenweise beigelegt. Abtheilung der Thonarbeiten fertig werden. befindlichen Kataloge enthalten die Grappen „Schrift, Druck und graphische Künste“ und „Arbeiten aus Glas“. diejenigen anreihen, welche die Arbeiten aus Papier, aus Leder, die der dekorativen Malerei zugehörigen und die aus Metall, Holz und Gewerbezeitung“ 8 das Baperische b Kunst und Technik im Gewerbe zu fördern einen jeweiligen Ueberblick über alle Vorgänge auf gewerb- 8 volkswirthschaftlichem 8 s Ganz besonders ist das Blatt bestrebt, dem Kleingewerbe ein Rathgeber und Fübrer in allen Fragen gewerblicher Thätigkeit zu sein. Die „Bayerische Gewerbezeitung“ soll ferner das Mittel sein, und Sammlungen des Baverischen Gewerbe⸗Museums allen Gewerbetreibenden des Königreichs bekannt zu geben, sie von allen in ihrem Interesse getroffenen Veranstaltungen zu unterrichten und zur umfassenden Benützung derselben anzuregen. Der Abonnements⸗ preis beträgt 8 pro Semester.

Daran werden sich

verzeichnen. „Bayerische Gewerbe⸗Museum selbst,

kunstgewerblichem