Chemnitz .. 760
über Central⸗Europa die Luftdruckvertheilung eine
Manni . gfaltiges ““
„Deutsche Allgemeine Ausstellung hütung, Berlin 1889. der Eröffnungsfeier ein Festmahl im großen
Kaisers und Königs ab.
nommen habe; zum Schluß flehte der Herr Redner den
Minister von Boetticher und Dr. Namen der Letzteren nahm wieder der Boetticher dankend das Wort und ließ die
ziemlich später Stunde zusammenhielten. — Die erste Anregung zu der Ausstellung ging, wie wir dem Katalog entnehmen, von Hrn. Professor Dr. Delbrück, Dirigenten der Versuchs⸗ und Lehranstalt für Brauerei in Berlin, und Hrn. Direktor Max Schlesinger, Geschäftsführer der VI. Sektion der Brauerei⸗ und Mälzerei⸗Berufsgenossenschaft aus, indem dieselben bei Gelegenheit der Generalversammlung des genannten Vereins im Juni 1887 die Veranstaltung einer Ausstellung von Apparaten und Einrichtungen in Vorschlag brachten, welche eine Verminderung der Unfallgefahr im Brauereibetriebe herbeizuführen geeignet erscheinen. Der Vorsitzende der letzteren, Hr Kommerzien⸗Rath Brauereidirektor Richard Roesicke, welcher in seiner Eigenschaft als Direktor der Schultheiß⸗Brauerei Aktien⸗ Gesellschaft in Berlin und der Brauerei zum Waldschlößchen in Dessau, wie auch Vorstandsmitglied der Brauerei⸗ und Mälzerei⸗ Berufsgenossenschaft und als nichtständiges Mitglied des Reichs⸗Ver⸗ sicherungsamts an der Einführung eines wirksamen Schutzes der Arbeiter gegen die ihnen im Brauereibetriebe drohenden Gefahren ein reges Interesse hatte, schloß sich diesem Gedanken an. Es bildete sich in der Mitte des Jahres 1887 ein aus 10 Personen bestehendes Comité; auf Anregung des Kaiserlichen Regierungs⸗Raths Reichel vom Reichs⸗Versicherungsamt wurde eine Erweiterung des ursprünglich nur für das Brauereigewerbe gerichteten Planes auf alle den Unfall⸗ versicherungsgesetzen des Deutschen Reichs unterstehenden Erwerbszweige beschlossen und das Geschäftscomité der Deutschen Allgemeinen Aus⸗ stellung für Unfallverhütung gewählt. Dasselbe besteht aus dem Direktor Roesicke als Vorsitzenden, Direktor Bernhard Knoblauch, Stellvertreter, Brauereibesitzer Max Happoldt als Schatzmeister und Direktor M. Schlesznner als Schriftführer. Als Basis für die weitere Entwickelung der Dinge diente alsdann das von dem Kommissar des Reichs⸗Versicherungsamts, Regierungs⸗Rath Reichel entworfene Ausstellungsprogramm und die Bewilligung der Räume des Landesausstellungspalastes durch den Minister der geist⸗ lichen u. s. w. Angelegenheiten, Dr. von Goßler. Es wurde nunmehr ein aus 200 Mitgliedern bestehendes Ehrencomité gebildet und in der ersten Sitzung desselben am 17. Dezember 1887 der Präsident des
Reichs⸗Versicherungsamts, Hr. Bödiker, zum Ehrenpräsidenten ge⸗
wählt. Dann erfolgte die Niedersetzung eines Ausschusses und die Bildung von 16 Kommissionen, denen die 22 Gruppen des Programms zugetheilt wurden. Der Staats⸗Minister von Boetticher hatte schon am 9. Dezember 1887 sein hohes Interesse für das Werk ausgedrückt und am 23. Februar 1888 gab der Reichskanzler Fürst von Bismarck seine Theilnahme durch eine Zuschrift zu erkennen. Se. Majestät der Kaiser und König übernahm in weiterer Folge durch Erlaß vom 22. September 1888 das Protektorat über die Ausstellung und bekundete Sein lebhaftes Interesse für dieselbe in
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Stationen.
Temperatur in ° Celsius
Bar. auf 0 Gr. u. d. Meeressp 50 C. = 40 R
fred. in Millim.
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Mlullaghmore 748. Aberdeen. 752 Christiansund 765 Kopenhagen. 764 Stockholm. 769 Haparanda. 768 St Petersburg 769. Moskau.. V 770
Cork, Queens⸗
5 bedeckt 3 wolkenlos 2 heiter 1 wolkig 2 bedeckt still bedeckt 1 wolkig 747 SO 4 wolkig 753 SSO A heiter v 1““ Ahalb bed. (68899 ,6. Z wolkig Hamburg . 760 SO. 3 balb bed. Swinemünde 763 OSO A heiter Neufahrwasser 766 OSO 2 wolkenl. ¹) d Z heiter
Memel 768
Muünster. . 761 3 heiter²)]
Karlsruhe .. 761 1 wolkig
Wiesbaden. 761. 1 heiter 11 1 heiter 11 1 wolkigs) 13
München . 762 4 wolkig 14 still bedeckt 13 B2ß. O 2 wolkig 10 still bedeckt [15
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Anfang 7 Uhr. Freitag:
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der Dritte.
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Zum 1. Male:
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¹) Thau. ²) Nachmittag Gewitter. ³) Thau. Uebersicht der Witterung.
Tiefe von etwa 744 mm bei den Scillys, während sehr gleichmäßige ist. Bei schwachen, im Norden
Wetter über Deutschland ziemlich warm und vielfach beiter. In Münster, Kassel und Bamberg fanden gestern Gewitter statt. Kassel meldet 20 mm egen.
Anfang 7 Uhr.
Deutsche Seewarte. Anfang 7 ½ Uhr.
B für Unfallver⸗ Gestern Nachmittag fand als Abschluß peisesaale des Aus⸗ stellungs⸗Restaurants statt, zu welchem sich neben den geladenen Ehren⸗ gästen und dem Ausstellungs⸗Comits die Aussteller in großer Zahl ver⸗ einigt hatten. In der Mitte der hinteren Wand des Raumes hob sich von einem Hain hoher Topfgewächse die Büste Sr. Majestät des Den ersten Toast auf Se. Majestät brachte der Vize⸗Präsident des Staats⸗Ministeriums, Staats⸗Minister von Boetticher in beredten Worten aus, indem er den Kaiser als den für das Wohl Seines Volkes in allen Schichten besorgten Fürsten feierte, der das Vermächtniß Seines Herrn Großvaters, die sozial⸗ politischen Bestrebungen zu fördern, als Seine eigene Aufgabe über⸗ egen des
immels auf Se Majestät den Kaiser herab, der in langer, ge⸗ egneter Regierung noch die Früchte seines erhabenen Strebens er⸗ leben möge. — Von den zahlreichen weiteren Tischreden heben wir die⸗ jenige des Vorfsitzenden des Ausstellungs⸗Comités, Hrn. Direktor Rösicke, hervor, welche der fördernden Thätigkeit der Reichs⸗ und Staatsregierung gedachte und in einem Hoch auf die Staats⸗ von Goßler ausklang. Im Staatssekretär von Ausstellung leben Auf ein Hoch, welches von einem Aussteller dem Präsidenten des Reichsversicherungsamts und Ehren⸗Präsidenten der Ausstellung, Bö⸗ diker, ausgebracht wurde, erwiderte dieser mit einem Hoch auf die opfer⸗ willigen Aussteller. Auch den ausländischen Ausstellern und besonders denen aus Oesterreich⸗Ungarn und Belgien wurde ein Hoch gebracht. Für die Letzteren antwortete Hr. d'Andrimont in sehr interessanten und sympathischen Ausführungen in französischer Sprache, während für die ersteren Hr. Dr. Migerska das Wort nahm. Viele andere Toaste folgten noch, da die Tafelfreuden die Festtheilnehmer bis zu
Staatsbahn einen Pavillon mit Geräthschaften, Maschinen u. s. w.
Schuppen, in welchem Eisenbahnbetriebsmittel weitere — welchem sie zum Theil in direkter Verbindung stehen. Platz vor dem Hauptportal sind zwei mit blauweißem Zelt über⸗
Schiffbrüchige sowie Rettungswerkzeuge ausgestellt. Rechts und links neben dem Haupteingange gegenstände für den dementsprechend auch rechts und links vom Vorraum des Haupteinganges die Säle für Eisenbahnwerkstätten und Bergbau. Der Empfangssaal, dessen Seiten wieder geöffnet sind und zu den Nebensälen führen, ist
präsidenten, Hrn. Bödicker, und dem Vorsitzenden des Vorstandes, Hrn. Roesicke, ertheilte. In der weiter geschaffenen Organisation erhielten dann neben den Arbeitgebern auch die Arbeiter ihren Platz
bureau unter Leitung des Direktors Schlesinger eine Zeit der un⸗ ermüdlichsten Arbeit. Die Installation der Ausstellung in technischer und architektonischer Beziehung war die Spezialaufgabe der Ingenieure Hrrn. Zeitschel und Regierungs⸗Baumeister Radke. Am 15. März wurde das Centralbureau nach dem Ausstellungspark verlegt und mit dem dort bereits seit Oktober 1888 befindlichen Baubureau ver⸗ bunden. Was die finanzielle Seite betrifft, so war gleich im An⸗ fange von dem Berliner Bauverein ein Garantiefonds in Höhe von 100 000 ℳ gebildet worden, demselben gesellte sich bald ein zweiter Garantiefonds von über 200 000 ℳ hinzu. Dazu kam noch ein dem Geschäftscomité zur Verfügung gestellter Dispositions⸗ fonds und die Seitens der Stadt außer unentgeltlicher Lieferung von. Gas und Wasser bewilligte Summe von 100 000 ℳ Die Gruppeneintheilung der Ausstellungsgegenstände ist folgende: Abtheilung A Schutzmaßnahmen von gemeinsamem Interesse für die versicherten Betriebe. Gruppe I. Verhütung von Unfällen an bewegten Maschinentheilen im Allgemeinen; Schutzvorrichtungen an Trans⸗ missionswellen, Zahnrädern, Riemenzügen u. s. w. Gruppe II.
maßnahmen beim Betriebe von Fahrstühlen, Aufzügen, Krahnen und Hebezeugen. Grupvpe IV. Schutzmaßnahmen an Motoren. Gruppe V. Schutzmaßnahmen beim Betriebe von Dampf⸗ kesseln und sonstigen Apparaten unter Druck. Gruppe VI. Vor⸗ beugungsmittel gegen und Rettungsmittel bei Feuersgefahr in versicherten Betrieben. VII. Fürsorge für gute Beleuchtung und Verhütung von Unfällen durch die Beleuchtungseinrichtungen. VIII. Verhütung von Unfällen durch giftige und ätzende Stoffe, durch schädliche Gase u. s. w. IX. Persönliche Ausrüstung der Arbeiter. X. Fürsorge für Verletzte. — Abtheilung B. Schutzmaßnahmen, vorwiegend von Interesse für „einzelne“ Gewerbezweige oder für Gruppen von Gewerbezweigen; die folgenden Gruppen XI bis XXI veranschaulichen die Anwendung derselben bei der Metallindustrie, Holz⸗, Textil⸗, Papier⸗, Leder⸗ und polygraphischen Industrie; der Industrie der Nahrungs⸗ und Genuß⸗ mittel, chemischen, Glas⸗ und keramischen, der Bergbau⸗ und Steinbruchs⸗ Industrie; im Baugewerbe, Verkehrsgewerbe zu Wasser und zu Lande, der Land⸗ und Forstwirthschaft. — Abtheilung C. Gruppe XXII ent⸗ hält eine Literatur und Bibliothek von Werken, welche auf Unfall u. drgl. Bezug haben. 8
Dem Besucher bietet der Park ein’ im Vergleich zu den letzten Jahren wesentlich verändertes Bild dar. Die Bestimmung der Aus⸗ stellung brachte es mit sich, daß eine Reihe von Baulichkeiten und Hallen errichtet werden mußte, welche, bei größtmöglichster Ausnutzung des beschränkten Raumes, doch eine Menge Platz einnehmen und die Phy⸗ siognomie des Orts dem Zweck entsprechend umgestalten mußten. So bietet sich demjenigen, welcher von der Alt⸗Moabiter Seite her die große Treppe herabschreitet, sogleich zur linken Hand, wo sonst Boskets standen, der Anblick eines veritablen Bergwerks dar; dasselbe dient dazu, alle Vorrichtungen zu veranschaulichen, welche nöthig sind, um den Bergmann gegen die zahlreichen Unfälle zu schützen, denen er bei seinem mühseligen und gefährlichen Gewerbe ausgesetzt ist. Ein freundlich aussehendes Schachthäuschen ragt am Eingange des Bergwerks empor; es trägt einen Glockenthurm, dessen Spitze mit den Aktributen des Bergbaues, einem paar Schlägel, ge⸗ schmückt ist. Recht geschickt hat man es durch Errichtung einer Art eyelopischer Mauer verstanden, den Eindruck einer wirklichen Fels⸗ partie, in welche der Schacht hinabführt, durch künstliche Steinmassen und frisches Grün zu erzielen. Rechter Hand erblickt man einen nach dem System Poetsch eingerichteten Gefrierschacht, welcher es ermög⸗ licht, Triebsandschichten ohne Gefahr für die Arbeiter mit sicherem Erfolge zu durchfahren. Hierneben hat die Königlich sächsische errichtet, und unweit davon tritt man in einen großen ausgestellt sind; ziehen sich an dem Hauptgebäude hin, mit Auf dem
Hallen
dachte Rettungsfahrzeuge von der Deutschen Gesellschaft für
befinden sich außen
Ausstellungs⸗ Eisenbahn⸗ und
Bergwerksbetrieb und
geschmückt mit der Büste Sr. Majestät des Kaisers Wilhelm II.
Theater⸗Anzeigen.
Königliche Fchauspiele. Donnerstag: Opern⸗ haus. 113. Vorstellung. Der von Säkkingen. Vorspiel von Victor E. Neßler. autorisirter theilweiser Benutzung der Idee und einiger Original⸗Lieder aus J. Victor von Scheffel's Dichtung, von R. Bunge. Guillemin. Anfang 7 Uhr.
Schauspielhaus. 116. Vorstellung. Die Journa⸗ listen. Lustspiel in 4 Akten von Gustav Freytag.
Zeutsches Theater. Donnerstag: König Richard
Freitag: Die Stützen der Gesellschaft.
Sonnabend: Zum Besten der Pensions⸗ und Unterstützungskasse Der Compagnon. 4 Aufzügen von Adolph L’'Arronge.
Berliner Theater.
onnabend: Die wilde Jagd. Anfang 7 ½ Uhr. „
Tessing-Theater. Donnerstag: Zum 1. Male: Gemischte Gesellschaft. Lustspiel in 3 Akten von 2 8 ha . “ Julius Rosen. Vorher: Zum 1. Male: Stephy Das gestern erwähnte Minimum liegt mit einer Girard. Charakterbild in 1 Akt von Rudolf Gense.
Freitag: Der Fall Cléeémenceau. Schauspiel 131“ in 5 Akten von A. Dumas und A. d'Artois
b Sonnabend und Sonntag: üdöstlichen, im Süden variablen Winden ist das schaft. Vorher: Stephy Girard. 8
Wallner-Theater. Donnerstag: Zum 1. Male:
Fifi. Schwank in 4 Akten von H. Meilhac und 2 Deutsch von H. Osten und G. Davis.
Freitag und die folgenden Tage: Fifi.
einer längeren Audienz, welche Er am 6. Februar dem Ehren⸗
und es begann in dem mit zahlreichen Beamten ausgestatteten Central-
Ausrück⸗, Brems⸗ und Schmiervorrichtungen. Gruppe III. Schutz⸗
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und denen seiner beiden hochseligen Vorgänger. In dem zweiten Prachtsaal erregt der Baldachin, unter welchem die Allerhöchsten Herr⸗ schaften bei der Eröffnungsfeier Aufstellung genommen, die Bewunderung des Beschauers durch die Großartigkeit der Ausführung und die Schön⸗ heit der künstlerischen Komposition. Durchschreitet man den Empfangs⸗ saal, so betritt man die Ausstellungsräume der Gesellschaft für Unfallverhütung in Mühlhausen i. E., welchen sich rechts ein Raum für Ausstellung von Dampfkesseln und Maschinen für Heizung und Beleuchtung anschließt. In der Längsachse des Ausstellungspalastes folgt der Ausstellungssaal des Reichs⸗ versicherunggamtes und der Saal für die persönliche Aus⸗ rüstung der Arbeiter; es folgt der Raum für die belgische Ausstellung, für Maschinenbedarfsartikel und Holzbearbeitungsmaschinen. Daran reihen sich die Säle der österreichischen Abtheilung, der Ausstellungssaal der “ an die österreichische Abtheilung schließt sich ein großer aum für die Sicherheitsvorrichtungen des Wasserverkehrs an, auf dessen rechter Seite die Säle für die Ausstellung der Vereine vom Rothen Kreuz liegen, während sich auf der linken Seite Vortrags⸗, Ver⸗ sammlungs⸗ und Vorsaal befinden. Am Ende des Ausstellungspalastes liegt ein Kesselhaus von R. Schwarzkopf und neben dem Ver⸗ sammlungs⸗ und Vorsaal die Ausstellung von Transportmitteln. Im linken Seitenschiff des Haupt⸗Ausstellungspalastes befinden sich Maschinen im Betriebe für die Industrie der Keramik, der Nahrungsmittel⸗ und Holzbearbeitung, sowie für die Hauswirth⸗ schaft. Außerdem sind im Haupt⸗Ausstellungspalast noch unter⸗ gebrachr die Ausstellungen der technischen Hochschule in Han⸗ nover, der mechanisch⸗technischen Abtheilung, ein Arbeiter⸗ schlafsaal und ein Raum mit phvysikalischen Instrumenten. Um dem Beschauer und Sachverständigen zu vergegenwärtigen, welche
dem Winkel am Lehrter Güterbahnhof eine vollständige Brauerei nach dem neuesten System aufgestellt. Daß die Stadtbahnbögen bet dieser Ausstellung die mannigfachste Verwerthung finden würden, war vor⸗ auszusehen, boten sie doch mit ihrer Geräumigkeit sehr geeignete Loka⸗ litäten; so finden sich in denselben Ausstellungsgegenstände der Firmen Siemens und Halske, Spindler u. a. m. Maschinen, landwirthschaft⸗ liche Geräihe u. dergl. mehr haben dier ihre Unterkunft gefunden In der sinnigsten Weise ist einer der an einem der Durchgänge liegende Bogen zu einer „Klaufe“ umgeschaffen, d. h. zu einem Weinlokal, welches durch humoristische Schöpfungen von verschiedenen Berliner Künstlern zu einer überaus behaglichen Kneipe gemacht worden ist. Nicht weit davon ist in einem anderen Bogen eine Sanitätswache eingerichtet, sodaß bei allen etwaigen Unfällen hier immer Hülfe bei der Hand ist. Zur Veranschaulichung der Baurüstungen, Aufzugsvorrichtungen bei Neu⸗ bauten ist auf der Ausstellung auch ein Rohbau hergestellt, ein kleines Wohnhaus von einigen Stockwerken, in dessen Nähe die von Berliner Maurergesellen errichtete Baubude steht. Zwei lange Kessel⸗ und Ma⸗ schinenhäuser ziehen sich an dem Zaun der Invalidenstraße entlang, ferner eine große Maschinenhalle mit einem Vorbau, in welchem sich Hebe⸗ zeuge von C. Becker in Berlin befinden; die in dieser Halle zur Aus⸗ stellung gelangten Maschinen werden in Betrieb sein, sodaß man sich über ihre Thätigkeit und Zwecke informiren kann. Von all den sonstigen
zinteressanten Dingen wollen wir gleich auf einen Gegenstand aufmerksam
machen, nämlich auf ein Mustertheater, welches alle Einrichtungen in sich bergen soll, die in unserer neuesten Zeit zum Schutze der Be⸗ sucher und zu ihrer Bequemlichkeit erfunden sind. Es ist ein Bau von gefälligen Formen, welcher außen von 300, innen von 680 Glüh⸗ lampen erhellt werden soll. Um dem Publikum den praktischen Nutzen dieses Theaters darzuthun, werden in demselben auch Auf⸗ führungen veranstaltet werden, sodaß es einen Hauptanziehungs⸗ punkt der Ausstellung bieten dürfte. Neu wird den Besuchern auch der Anblick der noch unvollendeten Sternwarte „Urania“ sein; es ist ein geschmackvoller Bau, welcher sich an der Invalidenstraße unweit von dem Panorama recht vortheilhaft präsentirt. Der Zeus⸗ tempel ist renovirt und mit einem neuen Anstrich versehen, sodaß er wieder einen recht stattlichen Eindruck macht. In diesem Theil des Parks ist auch von der Aktiengesellschaft H. Kraeft in Wolgast ein niedliches Jagdschlößchen und ein von besonderem Baumaterial an⸗ gefertigter Pavillon ausgestellt. Auch die Taucherkunst wird zur Unterhaltung und Belehrung des Publikums beitragen, da sich in der Nähe des großen Restaurants ein Rundbau mit Bassin für Taucher⸗ vorstellungen befindet Auf dem Teich des Parks schwimmt ein Miniaturdampfer, Leucht⸗ und Heulbojen sowie andere Geräthschaften sind an verschiedenen Plätzen aufgestellt und die zahlreichen kleinen Kioske und Pavillons erhöhen durch ihren niedlichen Anblick die Mannig⸗ faltigkeit, sodaß es in dem zur Zeit im ersten Frühlingsgrün prangenden Park des Sehenswerthen und Belehrenden die Hülle und Fülle giebt.
Victoria-Theater. Donnerstag: Neu einstudirt: Leop. Elp. Die Gesangsterte theilweise von Gust. Zum 353. Male mit glänzender neuer Ausstattung: Excelsior. Großes Ausstattungs⸗Ballet in 5 Akten Trompeter und 14 Bildern von Luigi Marzotti.
Görß. Musik von Fr. Roth. Anfang 7 ½ Uhr. Freitag: Dieselbe Vorstellung
Ballemusik ————
Oper in 4 Akten nebst einem von Marengo. Textdichtung von Oscar Blumen⸗—
Ballet von Charles
Donnerstag:
Freitag: Der Mikado.
Firma Rondinot. (Ia Securité
her: Grundsätze. — Firma Rondinot. onnabend: Firma Rondino
Kroll's Theater. der Opern⸗Saison. Gastspiel Sembrich. La Traviata.
des Vereins Berliner Presse. Luftspiel in
Donnerstag: Cornelius
Parodie. Clemenceau⸗Parodie. garten: Großes Doppel⸗Concert. Freitag: Dieselbe Vorstellung.
Gemischte Gesell⸗
Kren und F. Brentano.
Freitag: Dieselbe Vorstellung.
Dichtung mit thal mit Musik von C. A. Raida. Anfang 7 ½ Uhr. Freitag und folgende Tage: Excelsior.
Friedrich-Wilhelmstädtisches Theater. Zum 146. Male: Mit neuer länzender Ausstattung (in deutscher 1-2,n8 er Mikado, oder: Ein Tag in Titipu. Burles Opernhaus. 114. Vorstellung. Die Operette in 2 Akten von W. S. Gilbert. Musik Quitzows. Vaterländisches Drama in 4 Akten von von A. Sullivan. Anfang 7 Uhr. h. E 7 n —
auspielhaus. 117. Vorstellung. Fra Diavolo, t⸗Pe oder:; Das Gasthans zu Terracina. Oper in große Militär⸗Doppel⸗Concerte. 3 Akten von Auber. Dichtung von Scribe, bearbeitet von C. Blum. Anfang 7 Uhr.
Concert⸗Park. Eröffnung: Anfang Mai. Täglich
Residenz-Theater. Donnerstag: Zum 33. Male:
Sonnabend: Eröffnung
Belle-Alliance-Theater. Donnerstag: Z. 40. M.:
— 33. Abonnements⸗Vorstellung. Othello. Vaterfreuden. Volksstück mit Gesang in 4 Akten (5 Bildern) von Paul Born und Bernhard Willers. Musik von Franz Roth. Im 3. Akt: Bonivard⸗
Im prachtvollen, glänzend renovirten Sommer⸗
Concerts 6 Uhr, des Theaters 7 ½ Uhr.
Central-Theater. Donnerstag: Zum 35. Male: Leute von heute. Gesangsposse in 4 Akten von Couplets von Alfred Berlin: Bender. Musik von G. Steffens. Anfang 7 ½ Uhr.
Adolph Ernst-Theater. Dresdenerstraße 72.
Donnerstag: Zum 98. Male: Die junge Garde. Gesangsposse in 4 Akten von Ed. Jacobson und
Familien⸗Nachrichten.
Verlobt: Frl. Mimi von Nostitz mit Hrn. Reg⸗Assessor Max von Nostitz (Weimar — Danzig). — Frl. Martha von Hartrott mit Hrn. Hauptmann Werner Grafen von Westarp (Frank⸗ urt a. O.). — Frl. Else Weltzl mit Hrn. Ger.⸗
e ssessor Rud. Schoenborn (Berlin — Potsdam). — Frl. Rosa Mischke mit Hrn. Ger.⸗Assessor Heinrich Köhler (Rasselstein — Neuwied). — Frl. Klara Dultz mit Hrn. Pfarrer Eduard Deutschmann
(Kilsit). 8
Verehelicht: Hr Ger.⸗Assessor Hermann Douqué mit Frl. Marie Radermacher (Neuwied). — Hr. Prem.⸗Lieut. Arnd von Leipziger mit Frl. Dagmar
des familles.) „ von Hartrott (Frankfurt a. O.).
Scwank in 3 Akten von Albin Valabrsgue. Vor⸗ Geboren: Ein Sohn: Hrn. Adolph Grafen Anfang 7 ½ Uhr. 8
Einsiedel (Lippitsch)h. — Hrn. Hauptm. Heinrich von Hartmann (Berlin). — Hrn. Prem.⸗Lieut. Otto von Eisenhart⸗Rothe (Stettin). — Hrn. Amtsrichter Frister (Lüdenscheid). — Hrn. Rechts⸗ anwalt Dr. Lohmann (Hagen i. W.). — Hrn. Dr. O. Hoffmann (Berlin). — Eine Tochter: Hrn. Otto Eichholz (Berlin). — Hrn. L. Schwan⸗ der (Königsberg). — Hrn. Reg.⸗Baumeister Budde⸗ berg (Konstanz).
Gestorben: Hr. Dr. jur. H. Bautz (Berlin). — Hr. Direktor Eduard Fischer (Berlin). — Frau Ober⸗Stabsarzt Dr. Hebicht, geb. Pankow (Neu⸗ Ruppin). — Hr. Major Hans von Hopffgarten (Dresden). — Hr. Hauptmann a. D. G. G. Holtzheuer (Neuhaldensleben). — Hr. Amtsgerichts⸗ Rath Leopold Baehker (Kankehinen). — Hr. Bergrath Georg Gustav Otto Schuster (Han⸗ Tren. — Hr. Gutsbesitzer August Elmenthaler
(Neuhof— Didlacken). — Hr. Gutsbesitzer Karl
8 Halm (Moritzlauken).
von Marcella
Anfang des
Redacteur: J. V.: Siemenroth.
Verlag der Expedition (Scholz).
Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlag Anstalt, Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32.
Sieben Beilagen (einschließlich Börsen⸗Beilage).
No. 104.
den Antrag der Stadtverordneten⸗Versammlung: Fortschritte das Braugewerbe in neuester Zeit gemacht hat, wurde in
da sich ö weder im Interesse der Gläubiger, noch der
Gesetzes vom 17. Juni 1833 zur Ausstellung von Anleihescheinen
zun
————
Königreich Preußen.
Privilegium — Ausfertigung auf den Inhaber lautender h
escheine der Stadt Goch im Betrage von 120 000 ℳ
Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden König von Preußen ꝛc. Nachdem die Stadtverordneten⸗Versammlung zu Goch am 2. und 23. Oktober 1888 beschlossen hat, die zur Tilgung des Rest⸗ betrages einer bei der städtischen Sparkasse zu Schulhausbauten auf⸗ genommenen Anleihe, sowie zur Erfüllung der aus einem Prozeß egen die Nordbrabant⸗Deutsche Eisenbahngesellschaft für die Stadt
benden Zahlungsverbindlichkeiten, ferner zur Ausführung des “ deh egeben * einer evangelischen Volksschule und zur ersten⸗ Rheinprovinz.
stell des Straßenpflasters in verschiedenen Straßen erforder. 38 Mittel im Wege einer Anleihe zu beschaffen, wollen Wir auf
u diesem Zwecke auf jeden Inhaber lautende, mit Zins⸗ scheinen versehene, Seitens der Gläubiger unkündbare Anleihe⸗ scheine im Betrage von 120 000 ℳ ausstellen zu dürfen,
Schuldnerin Etwas zu erinnern gefunden hat, gemäß §. 2 des um Betrage von 120 000 ℳ, in Buchstaben: Einhundert zwanzig Tausend Mark, welche in folgenden Abschnitten:
60 000 ℳ zu 200 ℳ,
60 000 ℳ zu 500 ℳ,
zusammen 120 000 ℳ b 8 1 nach dem anliegenden Muster auszufertigen, mit 3 ½ % zu verzinsen und mittelst Verloosung jährlich vom 1. Juli 1890 ab mit mindestens Einem Prozent des Kapitals, unter Zuwachs der Zinsen von den etilgten Schen verschreibungen zu tilgen sind — durch gegenwärtiges Prinelegium Unsere landesherrliche Genehmigung ertheilen. Die Er⸗ theilung erfolgt mit der rechtlichen Wirkung, daß ein jeder Inhaber dieser Anlechescheine die daraus hervorgegangenen Rechte geltend zu machen befugt ist, ohne . dem Nachweise der Uebertragung des
ums verpflichtet zu sein. 19E. üerer. Privilegium, welches Wir vorbehaltlich der Rechte Dritter ertheilen, wird für die Befriedigung der Inhaber der Anleihescheine eine Gewährleistung Seitens des Staats nicht über⸗
mnom men. b 8 “ 1“ Urkundlich unter Unserer Höoͤchsteigenhändigen Unterschrift und
beigedrucktem Königlichen Inszegel. “
G n im Schloß zu Berlin, den 4. April⸗ 1889. I Wilhelm RK. 3 von Scholz. Herrfurth
4. .
Regierungsbezirk Düsseldorf. Anleiheschein der Stadt Goch te Ausgabe, Buchstabe * 5 “ tüten n Ausgefertigt gemäß des landesherrlichen Privilegiums vom - der Königlichen Regierung zu Düsseldorf vom. ö“ 188 8 Rr. GPelle. und Gesetz⸗Sammlung laufende Nummer. ... ).
Rheinprovinz
J führung der Beschlüsse der Stadtverordneten⸗Versammlung ““ Oktober 1895 genehmigt durch Verfügung des Bezirksausschusses vom 13. November 1888, beurkunden und bekennen sich die Unterzeichneten Namens der Stadt Goch durch diese⸗ für eden Inhaber gültige, Seitens des Glaubigers unkündbare I een bdnn zu einer Darlehnsschuld von ℳ, welche an ber daar gezahlt worden und mit 3 ½ vom Hundert jährlich zu ver fnsen Rückzahlung der ganzen Schuld von 120 000 ℳ erfolgt mittelst Verloosung der Anleibescheine in den⸗ Jahren 1890 bis spätestens 1930. einschließlich aus einem Tilgungsstocke, “ wenigstens Einem Prozent des Kapitals jährlich, unter Zuwachs 88
insen von den getilgten Schuldverschreibungen, gebildet wird. n⸗ Feeckaeng geschieht in dem Monat Februar jeden Jahres. der Stadt bleibt jedoch das Recht vorbehalten, den Nalstunesrc e ver⸗ stärken oder auch 1e“ noch im Umlauf befindliche Anleihe⸗
in f einmal zu kündigen. b 1 aat r. Lr verstärkte Tilgung ersparten Zinsen wachsen ebenfalls
gsstocke zu. 8 sowie die gekündigten Schuldverschreibungen werden unter Bezeichnung ihrer Buchstaben, Nummern und sowie des Termins, an welchem die Rückzahlung erfolgen soll, öffentlich bekannt gemacht. Diese Bekanntmachung erfolgt sechs, w. N ee und einen Monat vor dem Zahlungstermine in dem 18 e-n 2-
Reichs⸗ und Preußischen Staagts⸗Anzeiger“, dem 8. wrara 32 der Königlichen Regterung zu Düssseldorf, dem „Klep 1en 8 8 zu Kleve und dem „Niederrheinischen Volksblatt zu C 8 8 2* eins dieser Blätter ein, so wird an dessen Smatt von der e Genehmigung des vee. Regierungs⸗Präsidenten zu Düsseld f
eres Bl bestimmt. 8 1 . ein “ wo solchergestalt das Kapital zu “ ist wird es in halbjährlichen Terminen, am 2. 8ev und am 1. Juli, von heute an gerechnet, mit 3 ½ % jährlich 9 bloße
Die Auszahlung der Zinsen und des Kapitals erfo gt pene. üse Rückgabe der fällig gewordenen Zinsscheine beziehungsweise dieser ee — verschre ibung bei der Stadtkasse zu Goch, und zwar Anch e dem Eintritt des Fälligkeitstermins folgenden Zeit. 2 er siun Empfangnahme des Kapitals eingereichten E.e PFegxanr. reibr 4 fin⸗ die dazu gehörigen Sesschein der ee b“ S Fersar zuliefern. Für die fchlenden Zins) eine n “
n. Die gekündigten Kapitalbeträge, we che in dreißi nach dem Rückahlnngeterminenuicht erbabenanerderscgc 2. innerhalb fünf Jahren, nach dem Ab 1 jahres, sie andge geworden, nicht erhobenen, Zinsen 1““ Gunsten der Stadt. Das Aufgfbot, wneinungen erfolgt, nach Bor⸗ . vernichteter uldverschre olg V lorent deg⸗ 838 und ff. der Civilprozeßordnung ⸗ eich vom 30. Januar 1877 (Reichs⸗Gesetzblatt FETö weise nach §. 20 des Ausführungsgesetzes Sr d8n be. preenssche vtgr 8 - ssr kraftlos erklärt
Zi eine kön tl. . I. soll Heee vgh Fne ge ghe vor Ablauf der fünfjährigen Verjährungssrt h EW“ üde und den stattgehabten “ Zines he nt.r Weise darthut, nach Schuldverschreibung oder sonst in glau haf er 13b
Verjährungsfrist der Betrag der angemeldeten —2 nicht v-Se. Zinsscheine gegen Quittung ausgezahlt
werden. 8 G halbjährige Zinsscheine bis Mit dieser Schuldverschreibung sind halbjährige Züsfchehn 8
1 ; die fe Zinsscheine . ei 1894 ausgegeben; die ferneren Zinssche e w ger eitränme ausgegeben werden. Die Ausgabe n zeeen bheft⸗ von Binsscheinen erfolgt bei der Stadtkasse in Goch geg
Zinsscheinreihe an den Inhaber der Schuldverschreibung, sofern deren cechtzeitig geschehen ist. ch heit 8 srharch eingegangenen Verpflichtungen haftet tadt mit ihrem Vermögen und mit ihrer Steuerkraft. Dessen zur Urkunde haben wir diese Ausfertigung mit unserer Unterschrift ertheill. Goch, den 1. Juli 1889. Der Bürgermeister.
(Unterschrift.)
Schuldverschreibung der Stadt Goch ie Ausgabe, Buchstabe ... Nr... über Dℳ zu 3 ½ Prozent Zinsen über 82.
Inhaber di insscheins empfängt gegen dessen Rückgabe re “ düchric 1. Juli 18 .. ab die Zinsen der vorgenannten Schuldverschreibung für das Halbjahr vom .. ten “
Stadtkasse zu Goch. .. ten 18 Der Bürgermeister.
in der Zeit vom 2.
Zinsschein ist ungültig, wenn dessen Geldbetrag nicht innerhalb 5 Jahren nach Ablauf des Kalenderjahres der Fälligkeit erhoben wird.
Rheinprovinz.
zum Anleiheschein der Stadt Goch „te Ausgabe, Buchstabe . . . Nr. . . . über
Der Inhaber dieser Anweisung empfängt gegen deren Rückgabe zu der obigen Schuldverschreibung die .. te Reihe von Zinsscheinen für die fünf Jahre vom 1. Juli 18 .. bis 1 Stadtkasse zu Goch, fofern nicht rechtzeitig von dem als solchen sich ausweisenden Inhaber der Schuldverschreibung dagegen Widerspruch erhoben wird. 8 Goch, den .. ten 18. Der Bürgermeister.
Anmerkung. t — Mitglieder können mit Lettern oder Facsimilestempeln gedruckt werden, doch muß jede Anweisung mit der eigenhändigen Namens⸗Unterschrift des Gemeinde⸗Empfängers versehen werden. Die Anweisung ist zum Unterschiede auf der ganzen Blattbreite unter den beiden letzten Zins⸗ scheinen mit davon abweichendem Druck in nachstehender Art ab⸗
Die städtische Schuldentilgungs⸗ Kommission. (Unterschriften.) (Stadtsiegel)
Der Stadtkassen⸗Rendant. (Unterschrift.)
Regierungsbezirk “ Zinsschein
. 53 bei der
Die städtische Schuldentilgungs⸗ Kommission. (Facsimile der Unterschriften.) Der Stadtkassen⸗Rendant. (Unterschrift.) Fällig am
Regierungsbezirk Düsseldorf. Anweisung
1
bis 30. Juni 18 .. bei der
Die städtische Schuldentilgungs⸗ Kommission.
(Facsimile der Unterschriften.) Der Stadtkassen⸗Rendant. Die Namensunterschriften der Kommissions⸗
.. ter Zinsschein.
.. ter Zinsschein.
Anweisung.
Preußen. Berlin, 1. Mai. Die gestrige (15.) Sitzung des Her “ .“ der Präsident, Herzog von ibo in 2 Uhr 35 Minuten. i r Tagesordnung stand der Nachtragsvertrag mit den thüringischen Staaten, betreffend die ge⸗ meinschaftlichen Schwurgerichtsbezirke. Der Berichterstatter, Herr von Oehlschläger, empfahl die unveränderte Annahme der Vorlage. Der Vertrag wurde ohne Debatte genehmigt. on Tettau, als ältestes anwesendes Mitglied des Hauses, sprach darauf dem Präsidenten für die ungarteiische und sichere Leitung der Geschäfte des Hauses den Dank des⸗ selben aus.
Freiherr v
itglieder erboben sich von ihren Sitznn.
Der Präsident, Herzog von Ratibor, erwiderte mit dem Dank an die Mitglieder des Hauses für das große Wohl⸗ wollen und die Nachs Geschäfte des Uebersicht ü⸗
Hauses unterstützt hätten, gab dann die ber die geschäftliche Thätigkeit des Hauses und lud die Mitglieder auf Abends 8. Uhr zu einer gemein⸗
en Sitzung - des Hauses der Abgeordneten behufs Entgegen⸗ nahme einer Allerhöchsten Botschaft ein. — Um 2 ¾ Uhr schloß der Präsident die Sitzung mit dem — Se. Majestät der Kaiser, unser Allergnädigster König und Herr, Er lebe hoch, hoch und immer hoch! Das Haus stimmte dreimal begeistert in den Ruf ein.
— FIm weiteren Verlauf der gestrigen (55.) Sitzung des Hauses der Abgeordneten wurde die Petition um anderweitige Regelung der Einkommens⸗ und Dienst⸗ verhältnisse der Bahnmeister bei den Staatseisenbahnen sowie eine andere, welche den Eintritt der Mitglieder der ensionskasse der 8 b 8 Magde inn Eisenbahn in die neue Pensionskasse derselben t, nach dem Antrage der Budgetkommission durch ebergang zur Tagesordnung erledigt. 8 Nuch die Petilion eines Stationsvorstehers in Erpel am Rhein, betreffend die Pension der Mitglieder des Pensions⸗
gesellschaft, 3 zur Tagesordnung zu erledigen.
Bahn betriff
1 . ; insscheinreihe beigedruckten Anweisung. Füelbcferangk nf⸗ 92 e; 2 lgt die Aushändigung der neuen
Abg. Dr. Hammacher hielt die Petition in gewisser Be⸗ ziehung für 8
Nichtamtliches
icht, mit der sie ihn in der Leitung der P we ußliche
der beiden Häuser des Landtages in dem
ehemaligen Berlin⸗Potsdam⸗
rüheren Rheinischen Eisenbahn⸗ Rene9 die Kommission durch Uebergang
Kommission an, weil sich seit Einreichung der Petition die Verhältnisse zu Gunsten der Petenten geändert hätten.
Das Haus beschloß dem Antrage der Kommission gemäß. Eine Fencr hüen Regelung der Anstellungsverhältnisse
der aus den vormaligen Privatbahnbeamten hervorgegangenen Bureau⸗Assistenten im Bezß r 1— k Magdeburg beantragte die Kommission für erledigt zu erklären, da die Angelegenheit eine den Verhältnissen ents
Regelung durch die Maßnahmen des Ministers gefunden habe
Bezirk der Eisenbahn⸗ irektion
Abg. Simon (Waldenburg) beantragte, die Petition der
Staatsregierung zur Erwägung zu überweisen.
Abg. Dr. Dürre bat, diesem Antrag Folge zu geben, da es
sich nicht um eine Aufbesserung der Gehälter der Bureau⸗ sche wichn. handle, sondern⸗ - eine gerechtere Ordnung der Anstellungsverhältnisse derselben. ; l Privatbahnbeantten hervorgegangenen Bureau⸗Assi stenten fühlten sich den Militäranwärtern gegenüber zurückgesetzt.
Die aus den früheren
Demgegenüber erklärte der Regierungskommissar, Geheime
Regierungs⸗Rath Gerlach, der Minister verfahre bei An⸗
stellung dieser Beamten ebenso wohlwollend, wie bei denjenigen anderer Kategorien; er bitte den Antrag abzulehnen.
Das Haus überwies, dem Antrage Simon entsprechend, die Petition der Regierung zur Erwägung. Ueber die Petition der Aktiengesellschaft „Eisen⸗ industrie zu Menden und Schwerte“, welche sich be⸗ schwert, daß ihr von der Eisenbahnverwaltung die Ver⸗ pflichtung auferlegt werde, Zustell⸗ und Abholegebühren zu entrichten, und daß ihr für Be⸗ und Entladung der Güterwagen nicht immer ausreichende Frist gegeben werde, ging das Haus zur Tagesordnung über, ebenso über die Petition der Kreisstände des Kreises Znin um Uebernahme des baaren Zuschusses und der Kosten des Grunderwerbes für die Bahn Gnesen — Nakel im Kreise Gnesen auf Staats⸗ fonds und Enthebung der Stammkreise Schubin und Won⸗ growitz von ihren bezüglichen Garantieverpflichtungen und über die Petition von Schindler in Görlitz um Erlaß eines Gesetzes, nach welchem den Befitzern von Aktien der Pommerschen Centralbahn eine Entschädigung aus Staats⸗
itteln zu leisten sei. 3 — Mehrere Petltionen, welche sich beziehen auf den Bau von Eisenbahnen von Neustadt a. d. Dosse nach Rathenow, von Ruhenow nach Schönhagen, von Prenzlau über Templin, Zehdenick nach Löwenberg, von Neumagen bis Longuich⸗ öwer⸗Trier, von Trier nach Hermeskeil, von Adenau nach Jünkerath, von Kirn bis an die Moselbahn, von Walsrode nach Winsen a. d. Luhe und von Visselhövede über Neuen⸗ kirchen nach Tostedt wurden der Staatsregierung als Material überwiesen. — 82 die Petition des Vorstandes des landwirxth⸗ schaftlichen Vereins zu Visselhövede, Provinz Han⸗ nover, betreffend die Belastung der Bauerngüter durch Alten⸗ theile, ging das Haus zur Tagesordnung über.
Es folgte die Berathung des Nachtragsvertrages zu dem zwischen Preußen und den thüringischen Staaten geschlossenen Vertrag über die Errich⸗ tung gemeinschaftlicher Schwurgerichte zu Gera
nd Meiningen. 2 1 Der Präfident von Köller bemerkte, daß es a nicht um ein Gesetz handle. Es sei deshalb, wenn die — egierung keinen Widerspruch dagegen 1“ den Vertrag in
iger Lesung definitiv zu erledigen. u“ it. Haus benebmg den Vertrag ohne Debatte in ein⸗
iger Schlußberathung. 8 8 1 Threventmwurf, betreffend die Abänderung von Amtsgerichtsbezirken, bezieht sich auf die Ab⸗ änderung der Grenzen der Amtsgerichte Neisse, Friedland, Schmiedeberg und Dommitzsch. In der ursprün lichen Vorlage befand sich darin auch die Abänderung der ezirke zweier hannoverischer Amtsgerichte, die Seitens des Herrenhauses abgelehnt worden war. 1 1 be De Justizkommission des Abgeordnetenhauses hat sich mit dieser Abänderung der Vorlage einverstanden erklärt.
Der Abg. Sander erklärte, er hätte gewünscht, daß die ur⸗ sprüngliche Vorlage wiederhergestellt würde, beantrage dies jetzt aber nicht, weil es bei der gegenwärtigen Geschäftslage des Hauses aussichtslos sei. Er spreche aber den unsch aus, daß im nächsten Jahre die Aenderung der beiden han⸗ noverschen Amtsgerichtsbezirke Seitens der Regierung wiederum
werde. eig2 Vorlage wurde darauf in zweiter Lesung in Ueber⸗ einstimmung mit den Bes chlüssen des Herrenhauses angenommen.
Es folgte die Berathung weiterer Petitionen.
Der Neulander Deichverband bittet um weitere Entschädigung für Schäden durch Hochwasser. Die Agrarkommission beantragt, über die Petition zur Tages⸗
überzugehen. he; Abege Per driche (Lüneburg) und Ludowieg be⸗ antragten, die Petition der Regierung zur Berücksichtigung zu
üb isen. 1 b 8 ign Regierungskommissar, Geheime Regierungs⸗Rath Frhr. von Wilmowski, erklärte sich gegen den Antrag Friedrichs⸗ Lüneburg, weil den Petenten ein Rechtsanspruch nicht zuge⸗ standen werden könne. Die Regierung sei mit ihrer Gewährung von 40 000 ℳ bereits bis an die außerste Grenze gegangen, besonders da nur Billigkeitsgründe in ,— ämen. Im anderen Falle würden noch zahlreiche andere Berufungen von
ichverbänden eingehen. 1
c ns Abg. von Schalscha hielt den Anspruch der Petenten für berechtigt und deshalb, die Petition der Re⸗
ierung zur Erwägung zu überweisen. 1 e vünhem gntrage gemäß beschlossen
Darauf wurde die Sitzung abgebrochen. —
Der Präsident von Köller gab alsdann die übliche Ge⸗
chäftsübersicht, nach welcher das Haus 56 Plenarsitzungen,
8 —e der Abtheilungen, 132 Sitzungen der verschiedenen
Kommissionen, 131 Fraktionssitzungen abgehalten hat. Außer
dem Etat und den Rechnungsvorlagen sind dem zuge⸗ 5
lbegründet, schloß sich aber dem Antrage der
angen von der Regierung 14, vom Herrenhause 7. Ferner sind 14 selbständige Anträge eingegangen. An Petitionen sind dem