1890 / 240 p. 5 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 06 Oct 1890 18:00:01 GMT) scan diff

Donato, welcher den

Sonnabend zu neuem Leben erweckt. Die Beree tatge ans gan. maäßigkeit einer solchen Wiederaufnahme kann nicht * ghar 2 Wie das Berliner Theater das klassische Drama Pflgat 8 vorzuführen. „Rosenkranz und Güldenste ve. 2 vomische und doch dabei natürliche Idee zu Grunde 11““ lage, Entwickelung und Ausführung nichts Setwangen 2 Cfb es mit haglicher Humor beherrscht das Ganze und 1 4 ie .“ hübschen, wenn auch vielleicht etwas breit 2n. e 8 5 Tes motivirten Episoden ausgestattet. Das Stück 189 rühen 1 gegeben: überall hat es gefallen u den recht ie Auffü im Berliner Theater war in den Einzelleistungen r. 8 e das Fücrenbet v nem hhen 8-ö;. GFeiste beberrscht: der flotte Zug und die Behac eit, wel Zusammenspiel, ein Mangel, d deI ffü veifellos verringern wird. nter den Mi⸗ wir enden G 5rSLg-nge verenna und zwar mit Recht, am Meisten ausgezeichnet Hr. Walter Conrad, der als sächsischer eine

köstliche Leistung bot, Hr. Ludwig Stahl als Baron ö der den Kavalier und . Henann wie den von der Liebe besiegten Mann mit gutem Verstaäͤndniß und angenehmen Formen pielte; ferner Frl. Odilon, welche die Comtesse Clarisse zwar als eine kluge, überlegene, aber doch vielleicht auch als eine etwas zu raffinirte junge Dame darstellte; immerhin 889.2 die Ge⸗

wandtheit und Sicherheit ihres Auftretens einen guten Eindruck. Hr. Nollet gab den Fürsten mit vornehmen Manieren. Hr. Schulz⸗

jungen 28 EI“ gab, ftürmischen Gefühle, welche in seinem Herzen seo mern sollen, nicht E Ausdruck, und Frl. Fernbrück zeigte ale Vilma etwas zu starke schüchterne Befangenheit, als daß sie bätte glauben machen können, der jugendliche Schwärmer vergesse um sie gern seinen Stand. Fr. Baum eister führte die Gräfin Kienborn mit dem Schar sinn, der sie stets auf die falsche Spur bringt, angemessen durch, und die Hrrn. C. ckert und Jelencko gaben Vater und Sohn Sanftleben in derb⸗komischer b drastischer Form. Unzweifelhaft wird das Lustspiel noch viele Wieder⸗ holungen auf dieser Bühne erleben und das Publikum ebenso beifalls⸗ lustig stimmen, wie dies am Sonnabend der Fall war. Se. Hoheit der Erbprinz und Ihre Königliche Hoheit die Erbprinzessin von

Sachsen⸗Meiningen wohnten der Vorstellung bis zum Schluß bei und betheiligten sich lebhaft an den Beifallsbezeugungen.

8 Wallner⸗Theater. 8 In der morgen stattfindenden Premisre von „Pension Schöller“, Posse in 3 Akten von Carl Laufs, befinden sich die Hauptrollen in

den Händen der Damen Anna Schramm, Therese Bellau,

Margarethe Ulrich, Mizzi Rosner und Waltber⸗Trost, sowie der Hrrn. Felix Schweighofer a. G., Richard Alexander, William Buller, Leopold Deutsch, Oècar Gimnig und Theodor Müller. Der dieser Posse vorhergehende Einakter „Der Bauern⸗

doktor“ ist besetzt mit Frl. Emilie Hellmesberger und den Hrrn.

Felix Sevekobofer a. G., Adolf Filippi, Hugo Gerlach, Hermann warz ꝛc. ꝛc. . Residenz⸗Theater.

Morgen tritt in der 25. Aufführung von „Ferréol“ der aus Wien zurückgekehrte Hr. Emanuel Reicher wieder in der Rolle des Präsidenten auf; während seiner Abwesenheit hat Hr. Emil Lessing diese Rolle gespielt, der auch bereits in der Zeit der Erkrankung des Hrn. Direktors Lautenburg für diesen als Martial eingetreten war; mit der Vorstellung morgen tritt also die Besetzung der ersten Auf⸗

Führungen wieder unverändert in Scene Thomas⸗Theater. 1

In der morgen zur ersten Aufführung kommenden Novität „Die Strohwittwe“, Posse in 3 Akten von Robert Misch und Wilhelm Jacoby, werden in ersten Partien die Damen Sieger. Corbach, Hocke und Alberti, sowie die Hrrn. Emil Thomas, Wellhof, Kaiser, Walden und Guthery beschäftigt sein. Der possenartige Schwant hat bisher

überall, wo er zur Aufführung gelangte, einen vollen Erfolg erzielt, so auch unlängst in Hamburg, wo er sich dauernd als außerordentlich

zugkräftig erweist. Sing⸗Akademie. 1

Die Concertsängerin Frl. Clara Hoppe, durch ihre künst⸗

erischen Leistungen hierselbst wohlbekannt, gab am Sonnabend unter Mitwirkung des Königlichen Kammervirtuosen Hrn. F. Mever ein Concert, in welchem sie außer einer Arie mit Violinbegleitung von Mpozart, Lieder von Schubert, Brahms, Jensen, R. Strauß und zwei Balluden von Löwe zu Gehör brachte. Ihre wohlklingende, bis ins hohe B mit Leichtigkeit hinaufgehende Sopranstimme ist zugleich vortrefflich geschult und koloraturgewandt; nur in den Tönen vom zwei gestrichenen E— CG ist etwas Gaumenton zu spüren. Unter den Schubert'schen Liedern sind „Suleika“ und „Auf dem Wasser zu singen“ als ganz besonders gelungen zu erwähnen. Gleiches Lob verdiente der Vortrag des „Mädchenliedes“ von Brahms und des schwieriger und reich medu⸗ lirten „Ständchenss von Strauß. Diese Lieder sowie die Balladen von Löwe wurden mit lebhaften Beifallsbezeugungen aufgenommen. Hr. F. Meyer erfreute durch den Vortrag der Gesangsscene von Spohr (für Violine), dem wir mur im Andantesate etwas mehr Zartheit des Ausdrucks gewünscht höätten. Reicher Beifull folgte der Ausführung dieses Concertstücks, der auch der Romanße von Eichberg und einigen anderen Violinsoli zu Theil wurde. Die Klavierbegleitung aller Solistücke war wieder den geschickten Händen des Hrn. O. Bake anvertraut worden, der sich für dieselben eines vorzüglichen Bechstein schen Flügels bediente. 8 6 Philbharmonie. Das gestrige Eröffnungs⸗Concert war, wie sich erwarten ließ, außerordentlich zahlreich besucht. Saul und Logen waren dicht besetzt. Als der geschätzte Dirigent Hr. Kopel an seinem bekränzten Pulte erschien, erschallte lebhafter Applaus. Die Rienzi⸗Ouvertüre von er, sehr schwungvoll vorgetragen, eröffnete den Abend. Zart und innig erklangen hierauf vie Varintionen aus dem Kaiser⸗Quartett von Hayen. Hierauf eriolgte eine weniger bekannte Suite mon Masfsenet, „Scenes püttoresgues“ betitelt. Unter den vier rhuthmisch höchst lebendigen und sehr fein instrumentirten Sätzen gesielen „Air de ballet“ und „Angelus“ ganz besonders. Meberis Ouverture in „Eurnanthe“ und Wagner's Vorspiel zu

„n in“ zündeten mit immer. Weniger glücklich war die Wahl einer siodie von Chubrier, ver mit seinem Landsmann Massenet sch direkt im Gegensaze befann. Dies Werk, „Espana“ betttelt, das hier zum ersten Male aufgeführt wurde, firagt non Gewaltthätigkenen gegen das üstbhetische Gefühl des Hörers. Rohe Masseneffekte wechseln mit sanftem Geklingel der

ncken, ohne daß ein jeßelnder mufckalischer Gedanke hervor⸗ tritt. B Drchesterstücke von Moffini, Herold und Anderen bilbeien ver Inhalt des 3. und 4. Theils ves Programms.

Als Spliitten ernteten außerbem die Hrrn. Gülzom (Violinc) und O.

Müller (Harse) wohlverdienten Beifull. Am Dienstag findet das

S Rennen zu Charlottenburg. 2 b 4. Dktober, Nachm. 1 ½ Uhr. Zugend⸗Rennen Dist, ca. 1290 m. Hrn. J. Saloschin's BPan Houten⸗ 1., Hun. Shrich't br. H. „Sbarpshooter“ 2., G. Ravnwill’s br. H. 8. Nach Gegenwehr mit gewonner: ein mwennte Janot“ von „Sharp⸗ Offnerreiten. Dist Ampuxr⸗ gennen. izierreiten. Mist. IEb

v. t. Pühes br. W.. „S4 Mlarina, Bei. 1, M. Hlethoffer't br. St. Si. Pꝛagoner-

Lwerc, 3,, de. Ehr. Künigemanck k br.

e hinter dem Paar und zwei Längen vor „Dragoner- —— Die Besitzer von „Debarred“ und „Marina“ einigten sich und theilten den Preis. Werth: 955 jedem der beiden Sieger, 380 der Dritten, 280 der Vierten, 180 der Fünften. 8 III. Preis von Pichelswerder. Hürden⸗Rennen. Distanz ca. 3000 m. Hrn. C. G. Schilling’s schwbr. St. „Gem⸗ Lt. Schlüter’s dbr. St. „Geduld“ 2., Hptm. Schmidt s F.⸗St. Roth⸗ haut“ 3. Siegte nach Gegenwehr 1 sicher mit fünfviertel Längen; „Rothhaut“ zwei Längen weiter zurück Dritte. Werth: 2310 der Siegerin, 450 der Zweiten, 250 der Dritten. IV. Astern⸗Hürden⸗Rennen. Herren⸗Reiten. Distanz ca. 3000 m. Mr. Bruno's F.⸗H. „Krautjunker“, Mr. Hill 1. Hrn. 81 Suhr's br. H. „Musketeer“, Mr. Tippler 2., Lt v. Kummer’8 F.⸗W. Craig Gowan“, Lt. v. Grävenitz 3. Mit vier Längen gewonnen; „Craig Gowan“ zwei Längen hinter „Musketeer“. Werth: 1840 dem Sieger, 560 dem Zweiten, 260 dem Dritten. V. Jagd⸗Rennen der Dreijährigen. Dist. ca. 3500 m. Hrn. Albert's br. H. „Mogador⸗ 1, Kapt. Jose’s schwbr. St. „Beautv“ 2., Lt. Gr. Arco’'s F.⸗St. „Poupée“ 3., Hrn. v. Tepper⸗ Laski's F⸗H. „Ginster“ 4. Leicht mit sieben Längen gelandet; fünf Längen zwischen der Zweiten und Dritten. Werth: 2300 dem Sieger, 540 der Zweiten, 240 der Dritten. Vor dem Rennen wurde durch Anschlag bekannt gemacht, daß auf vielseitigen Wunsch der trockene Graben (Nr. 9) nicht gesprungen wurde, die Bahn vielmehr über das dem Graben nahe liegende Koppelrick (Nr. 15) gehe. Von Seiten der Bahnverwaltung wurde es jedoch verabsäumt, das betreffende Koppelrick auszuflaggen. Die Folge war, daß mit Ausnahme von „Poupée“ und „Ginster⸗ das ganze Feld dem Anschlag zuwider den Graben anstatt des Koppelri 8 sprang. Der Besitzer von „Poupée“ legte hierauf Protest gegen den Sieg von „Mogador“ ein; dieser ⸗Protest wurde vom Schiedsgericht zurück. gewiesen, den Besitzern von „Poupée“ und „Ginster jedoch eine Entschädigung in Höhe des ersten resp. zweiten Preises zuerkannt.

VI. Förderungs⸗Preis. Herren⸗Jagd⸗Rennen. Dist. ca. 500 m. Mr. R. Gore's be. W. „Flattery“, Bes. 1, Rittm. v. Schmidt⸗Pauli's br W. „Kingsdene“, Lt. G. v. Schierstaedt 2. Lt. Frhrn. v. Erlanger's schwbr. W. „Madar, Mr. Tippler 3. Siegte nach Gegenweht schließlich sicher mit vier Längen; zwölf Längen trennten „Madar“ von een 2240 dem Sieger,

dem Zweiten, 440 dem Dritten. 3 3 8 8 Zebesten ndiecap Jagdrennen. Dist. ca. 5500 m. Hrn. J. Jaeger's F.⸗W. „Beregeist“ 1., Hrn. v. Tepper⸗Laski 8 br. St. „Not Yet“ 2., Hrn. H. Amsinch’s br. W. „Verdical“ 3. Sicher mit fünfviertel Längen gewonnen; „Verdical“ zwanzig Längen weiter zurück. Werth: 3340 dem Sieger, 900 dem Zweiten, 400

dem Dritten. Mannigfaltiges.

Se. Königliche Hoheit der Prinz Heinrich und Höchst⸗ dessen Schwestern haben, wie das „Dtsch. Tagebl.“ erfährt, zwei gemalte Glasfenster für die Kapellenkirche zur Erinnerung an ihren verewigten Großvater und ihren Vater gestiftet. Das „Kaiser Wilhelm⸗Fenster' zeigt im Mittelfelde der Basis die in Weiß und Gold ausgeführten Anfangsbuchstaben der Stifter C. (Charlotte), H. (Heinrich). S. (Sophie), über welchen je eine Prinzenkrone schwebt. Die beiden Seitenfelder verwerthen sinnig auf braunrothem Teppich stilisirte Kornblumen als Ziermotiv. Von Pflanzenornamenten umrahmt, strahlt in der zweiten Reihe, von Eichenlaub umwunden, das Kaiserliche W. Darüber erheht sich ein tabernakelartiger Aufbau, der das heraldische, von der Kaiserkrone gekrönte Reichswappen aufgenommen hat. Reiche Lorbeer⸗ und Palmenzweige v unterhalb des Wappens das Szepter und Reichsschwert. In seinem architektonischen Aufbau ist diesem Fenster das „Kaiser Friedrich⸗Fenster gleich; nur trägt hier in der unteren Reihe die Widmungs⸗ tafel die Anfangsbuchstaben V. (Victoria) und M. (Mar⸗ garethe), während in den Seitenfeldern das Veilchen als Ziermotiv verwendet ist. Im Mittelfeld der zweiten Reihe prangt der Stern des Ordens pour le mérite, darunter ist der Wappenspruch des eng⸗ lischen Hosenband Ordens zu lesen. Zu beiden Seiten sieht man in blauem Felde das Kaiserliche F. Unter dem Reichswappen kreuzt sich der Feldmarschallsstab mit dem Reichsszepter.

Für die Kaiser Wilhelm⸗Gedächtnißkirche auf dem Wittenbergplatz, deren Erbauung, wie die „Voss. Ztg.“ erfährt, trotz der aufgetretenen Hindernisse nicht aufgegeben wird, ist eine engere Bewerbung arnsgeschrieben gewesen, zu welcher u. A. die Architekten March und Sehring in Charlottenburg, ferner Doflein, Heyden u.

Kyllmann und Baurath Schwechten zugezogen waren.

Was das Wild des Grunewalds den Winter über an Futter verbraucht, entnimmt das „Berl. folgender, von der Oberförsterei erlassenen Submission auf Lieferung von Wildfutter Darnach werden für den Winter 1890/91 an Material zur Fütterung verlangt: 500 Ctr. gutes Wiesenheu, 400 Ctr. reife, ungedroschene Lupinen, 350 Ctr. Kartoffeln und 100 Ctr. Kastanien.

Die „Deutsche Kolonialzeitung“ schreibt: Die San mlungen für die von Hrn. Major von Wissmann projektiren Dampfer auf den centralafrikanischen Seen nehmen einen guten Fortgang, aber noch reichen die bis jetzt eingegangenen Summen nicht aus, um in zweckentsprechender Weise dieses wichtige patriotische Unternehmen vollständig in Gang zu setzen. Wir richten deshalb an unsere Freunde die wiederholte Bitte, in ihren Kreisen dahin zu wirken, damit sobald als möglich die deutsche Macht auf den großen Seen festen Fuß fasse: zur Unterdrückung des Sklavenhandels, zum Nutzen für den deutschen Handel, zur Sicherung unseres politischen Ansehens in Ost⸗ Afrika. Beiträge werden von der Deutschen Kolonialgesellschaft, Linkstraße 25, entgegengenommen.

Die zwei ersten ostafrikanischen Medaillen sind, wie die „Nat.⸗Ztg.“ mittheilt, erschienen. Die eine mit dem im Hochrelief wohlgetroffenen Bildniß des Majors von Wissmann in Uniform mit Korkhelm, die andere mit dem vom Bildhauer Turpe nach dem Leben modellirten Bildniß des Dr. Karl Peters in der Tracht des Afrikareisenden. Beide tragen auf der Rückseite eine Allegorie:; die Germania, welche die Reichsflagge dem fernen Süden über das waes zuträgt, mit der Umschrift „Ostafrika 1889 90“°. Die Medaillen sind in der Größe eines Fünfmarkstücks in Silber und Bronze in der Berliner Medaillen⸗Münze Otto Oertel, Gollnowstr. 11 a, geprägt worden.

Dem „Centralblatt der Bauverwaltung“ entnehmen wir über die in neuerer Zeit hauptsächlich in Nord⸗Amerika angestellten Versuche, bdie Beheizung ganzer Häuserviertel oder Stadttheile von einer Stelle aus zu bewirken, das Folgende. Diese Versuche haben nicht unbeträchtliche Erfolge zu verzeichnen und sind in kon⸗ struktiver Beziehung so sorgfältig und zweckmäßig durchgeführt, daß in Anbetracht der günstigen Erfahrungen und der gebotenen finanziellen Vortheile eine weitere Verbreitung erwartet werden darf. Neuerdings ist man nun noch weiter bemüht, nicht allein die Beheizung, sondern auch die Versorgung mit frischer Luft, sei es in erwärmtem, sei es in abgekühltem Zustande, für einzelne räumlich nicht allzu⸗ weit auzgebehnte Stadttheile von Centralstellen aus zu bewirken. Es ist nicht wohl zu bezweifeln, daß für enggebaute, gewerbreiche Stübte, in denen die von Außen entnommene Luft sich in gesundheit⸗ licher Beziehung in der Regel nicht zur Versorgung von Wohn⸗ und Arbeitbrüumen eignet, eine centrale Luftvertheilungsleitung, welcher von einer besonders günstig E Stelle aus größerer Höhe reine und staubfreie Frischluft zugeführt wird, ,— Erfolge in Aussicht stellt, Falls es gelingt, die großen technischen Schwierig⸗ keiten der Verlegung -. uftleitungen innerhalb des

n nden wir verwirklicht in dem sog. Timby⸗System, ““ Bericht des technischen Attachés in Wasbing⸗ ton Regierungs⸗Baumeisters Petri zufolge, Seitens der „Natio⸗ nol⸗Heating and Ventilating Company“ in Washington neuer⸗ dings ihren Ausführungen zu Grunde gelegt wird. Die genannte Gesellschaft beabsichtigte, ursprünglich Städte bis zu 50 000 Ein⸗ wohnern von einer Stelle aus zu versorgen. Die Schwierigkeiten, welche hierbei die erforderliche Geschwindigkeit der Luft und die

Größe der Gebläsemaschinen verursachten, haben jedoch Anlaß ge⸗

geben, nur Ausdehnung des Netzes bis zu 8 km Länge zu wählen und bei besonders dichter 1. g; in eee für jedes Häuser⸗ eviert eine eigene Betriebsstelle anzulegen.

; Der des Timby⸗Systems ist ein sehr einfacher. An der Centralstelle befinden sich die der Größe der Versorgung ent⸗ sprechenden Dampf⸗ oder Heißwasserkessel, durch welche die Haupt⸗ luftleitung in geschlossenen Röhren hindurchgeführt wird und einen Theil der erzeugten Wärme in sich aufnimmt. Um im weiteren Ver⸗ laufe der in den Straßenkörper zu verlegenden Hauptluftleitung eine gleichmäßige Wärme oder eine dauernde Ersetzung der Wärme⸗ verluste zu erhalten, ist von den Kesseln innerhalb der Luftleitung und bis zu deren Ende ein Dampf⸗ oder Heißwasserrohr abgezweigt, welches durch einen Dampfwasser⸗ bezw. Rücklaufstrang wieder an die Kessel angeschlossen ist. Die Summe der Wärmeerzeugung des wärmeren Dampfrohrs und des kühleren Dampfwasserrohrs, d. h. des Hin⸗ und Rücklaufstrangs, ist an allen Stellen nahezu die gleiche, sodaß auch innerhalb des Luftrohrs im ganzen Verlauf desselben ungefähr die gleiche Temperatur herrscht. Die Luft wird durch ein Gebläse in die Hauptleitungen eingetrieben, besitzt somit stetig einen ewissen Ueberdruck, sodaß das Eindringen schädlicher Bodengase aum zu befürchten sein dürfte. Von den Hauptleitungen zweigen nach den einzelnen zu versorgenden Gebäuden und Verbrauchsstellen Nebenluftleitungen ab, welche die Luft nach den betreffenden Wohn⸗ oder Arbeitsräumen führen. Durch Meßvorrichtungen an den Ab⸗ zweigstellen wird die Menge der jeweilig verbrauchten Wärme fest⸗ gestellt. Der Betrieb der Dampfleitung erfolgt durch niedrig gespannte Dämpfe, deren Druck 0,35 kg für das SGevierteentimeter nicht über⸗ steigen soll Die Gefahr von Explosiossen wird hierdurch beseitigt, und erheblichen Längenveränderungen, welche trotz eingeschalteter Aus⸗ gleichvorrichtungen erfahrungsgemäß in erster Linie zu Undichtigkeiten führen, vorgebeugt. Selbstverständlich wird das in das Erdreich ein⸗ gebettete Hauptluftrohr durch zweckmäßige Umhüllung gegen Wärme⸗ verluste geschützt. In gleicher Weise wie die Luftleitungen zur Ueber⸗ tragung erwärmter Luft benutzt werden, sollen dieselben in der heißen Jahreszeit auch zur Leitung eines durch Kältemischungen künstlich ge⸗ kühlten Luftstromes dienen.

Der erste Wohlthätigkeits⸗Bazar dieses Winters ist heute in der schön geschmückten Aula der Vogeler’schen Knabenschule, Burg⸗ grafenstraße 17, eröffnet worden. Er soll dem unter Stadtrath Eberty's Vorsitz stehenden Verein „Mädchenhort“, welcher z. Z. 250 Mädchen in der schulfreien Zeit Erziehung, Aufsicht und Pflege gewährt, die Mittel bieten, die seit 6 Jahren so reich gesegnete Thätigkeit noch weiter auszudehnen. Der Bazar ist ungemein reich und originell ausgestattet.

Königsberg i. Pr., 6. Oktober. „W. T. B.“ meldet: Die durch den letzten Sturm in dem Seebade Kranz (Kranzkuren) ange⸗ richteten Verheerungen sind sehr bedeutend; große Strecken des Landes sind trotz der starken Befestigungen fortgerissen, die Ufer⸗ promenade ist vollständig zerstört.

Müncheberg, 5. Oktober. Der „Köln. Ztg.“ wird geschrieben: wei patriotische Denkmäler werden binnen kurzem in unserer tadt zur Enthüllung kommen. Das eine, nahezu 7 m hoch, aus

polirtem schwedischen Granit, gekrönt mit einer überlebensgroßen Bronzebüste Kaiser Wilhelm'’s I., ist dem Andenken der beiden ersten Kaiser und dem (. 1870/71 gefallenen Söhne der Stadt gewidmet. Das zweite Denkmal besteht in einem granitnen Obelisk, gestiftet zur Erinnerung an den Feldgottesdienst, den Kaiser Wilhelm II. im Ma⸗ növer 1888 bei Müncheberg abhielt. Es enthält die in Gold ge⸗ arbeitete Inschrift: „Wilhelm II. hielt hier als Kaiser am 16. Sep⸗ tember 1888 den ersten Feldgottesdienst.“

München, 5. Oktober. Dem mit dem Oktoberfeste ver. bundenen centrallandwirthschaftlichen Feste wohnte auch, dem „W. T. B. zufolge, Se. Königliche Hoheit der Prinz⸗Regent bei. Als im Verlaufe der Besichtigung des Festplatzes die Preisstiere vorgeführt wurden, war ein Blendstier in der unmittelbaren Nähe 1b e. Regenten scheu geworden und schlug heftig um sich. Der Prinz⸗A egent sprang rechtzeitig zur Seite. Das nicht mehr zu bändigende Thier überrannte innerhalb der Bahnschranken vier Hülfsmetzger und andere Personen, wohei einige leichte Verletzungen vorkamen. Schließlich ließ sich der Stier ruhig aufs Neue fesseln. Auf dem Festplatz waren auch mehrere Prinzen des Königlichen Hauses, zahlreiche Diplomaten, darunter der Gesandte Graf Rantzau, die Minister und die Vertreter sämmtlicher Behörden anwesend. Die aus allen Theilen Bayerns herbeigeströmte Menge wird auf 100 000 Personen geschätzt. Bei dem abschließenden Pferdetrabrennen stürzte ein betheiligter Bursche und zog sich eine schwere Verletzung zu.

Bremen, 5. Oktober. Die Rettungsstation Spikeroog telegraphirt: Am 5. Oktober von dem in den Nordergründen ge⸗ strandeten Schiffe „Neptun“⸗, Kapitän Sioelund, die ganze aus 12 Personen bestehende Besatzung durch das Rettungsboot „Aurich“ der Station gerettet.

Queenstown, 3. Oktober. Der Cunard⸗Dampfer „Bothnia“ berichtet, wie „W. T. B.“ meldet, er habe am 26. September unterm 41.0 nördl. Breite und 41.0 westl. Länge den Hamburger Post⸗ dampfer „Moravia“, auf der Fahrt von New⸗York nach Hamburg begriffen, stillstehend gesehen. Derselbe habe einen Bruch an der Luftpumpe erlitten gehabt und signalisirt, daß die Ingenieure mit der Ausbesserung des Schadens beschaftigt seien.

Calais, 6. Oktober. Der Expreßzug Calais —Basel ist, wie . 2 B.“ meldet, gestern Nachmittag in der Nähe des hiesigen Bahnhofs entg leist. Eine Person ist verwundet.

Washington, 30. September. Die „A. C.“ meldet: Der Kapitän des in Philadelphia von London angekommenen britischen Schiffes „Busch Mills“ berichtet, daß er am 21. September etwa 3000 Meilen ostnordöstlich vom Cap Race an einem 600 Fuß bohen und 3 (engl.) Meilen im Umfang habenden Eisberg vor⸗

beifuhr. 8” anama, 3. Oktober. Die „Frankf. Ztg.“ meldet: Der Gets. ist aus seinem Bett getreten und hat ein enormes Territorium, die Stadt Ciudad Bolivar in Venezuela mit⸗ inbegriffen, überschwemmt. Die 350 Häuser der Stadt stehen unter Wasser und 2000 Personen sind obdachlos und leiden die bitterste Noth. Der angerichtete Schaden wird auf 60 000 Pfd. Sterl. eschätzt. Viele Plantagen sind beschädigt, Felder verwüstet und viel

ieh ist ertrunken. Sydney, 1. Oktober. Die „A. C.“ schreibt: Süd⸗Australien

ist voller Freude über die mittelst tiefer artesischer Brunnen Fere von Wasser in der dürrsten Gegend der Kolonie. In der durch ihre Dürre berüchtigten großen Kur⸗ namona⸗Ebene, südlich vom See Frome, sind die Squatter Sanders, James u. Co. in der 578 von bezw. 230, 304 und 371 Fuß auf so reichliches Wasser gestoßen, daß diese drei artesischen Brunnen jetzt täglich bezw. 12 000, 30 000 und 10 000 Gallonen

1 r. Eenven E II. nbr St. „Gonbencension“, toblen Rennen berausgeritten, „Besuvin“ eine

aßenkörpers und der Erhaltung gleichmäßiger Temperaturen in 26 eaaadl günstigen Weh⸗ zu envsabe. Prese Bestre⸗

Wasser liefern. 8 8

Gedächtniß der 1866 und .

No. 240.

8

1. Steckbriefe und Untersuchungs⸗Sachen.

2. Zwangsvollstreckungen, Aufgebote, Vorladungen u. dergl.

3. Verkäufe, Verpachtungen, Verdingungen ꝛc.

4. Verloosung, Zinszahlung ꝛc. von öffentlichen Papieren.

Zweite

Beilage

zum Deutschen Reichs⸗Anzeiger und Königlich Preußi

Berlin, Mont

ag, den 6. Oktober

Anzeiger. 1890.

DOeffentlicher

Anzeiger.

8. W

1) Steckbriefe und Untersuchungs⸗Sachen. [36620] Steckbrief.

Gegen den unten beschriebenen früheren Heil⸗ gehilfen Heinrich Paul Johann Mank, am 16. Juni 1832 in Wehrheim bei Nassau geboren, welcher

flüchtig ist, ist in den Akten U. R. II. 210. 87 die Untersuchungshaft wegen wiederholten Betruges ver⸗ Es wird ersucht, denselben zu verhaften und in das Untersuchungsgefängniß zu G 12 a.

hängt.

abzuliefern. Berlin, den 1. Oktober 1890. Der Untersuchungsrichter bei dem Königlichen Landgerichte I.

Beschreibung: Alter 58 Jahre, Größe 1,67 m, Statur mittelgroß, kräftig, Haare dunkelgrau, Stirn hochgewölbt, Bart: Schnurr⸗ und Backenbart, dunkel⸗ die grau, Augenbrauen dunkelblond, Augen blau, Nase groß, Mund gewöhnlich, Zähne unvollstäandig, Kinn

rasirt, oval, Gesicht länglich, Gesichtsfarbe gesund,

Sprache deutsch. Besondere Kennzeichen: Ober⸗ schädel dünn behaart, fast kahl. Auf der Nasen⸗ wurzel eine Quernarbe, unter der linken Wange eine Warze, Anlage zum linksseitigen Leisten⸗ bruch.

2.) Zwangsvollstreckungen, Aufgebote, Vorladungen u. dgl.

[36634] Zwangsversteigerung. Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das im Grundbuche von den Umgebungen Band 83 Nr. 4207

uf den Namen des Malers Wilhelm Henschke hier ein⸗ getragene, an der Hussitenstraße belegene Grundstück am 27. Dezember 1890, Vormittags 10 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht an Gerichtsstelle Neue Friedrichstraße 13, Hof, Flügel C., parterre, Saal 36, versteigert werden. Das Grundstück ist mit 2,76 Reinertrag und einer Fläche von 7a 78 qm nur zur Grundsteuer veranlagt. Auszug aus der Steuerrolle, beglaubigte Abschrift des Grundbuch⸗ blatts, etwaige Abschätzungen und andere das Grund⸗ stück betreffende Nachweisungen, sowie besondere Kaufbedingungen können in der Gerichtsschreiberei ebenda, Flügel D. Saal 41, eingesehen werden. Alle Realberechtigten werden aufgefordert, die nicht von selbst auf den Ersteher übergehenden An⸗ sprüche, deren Vorhandensein oder Betrag aus dem Grundbuche zur Zeit der Eintragung des Versteige⸗ rungsvermerks nicht hervorging, insbesondere derartige Forderungen von Kapital, Zinsen, wiederkehrenden Hebungen oder Kosten, spätestens im Versteigerungs⸗ ermin vor der Aufforderung zur Abgabe, von Ge⸗ boten anzumelden und, falls der betreibende Gläubi⸗ ger widerspricht, dem Gerichte ücubdaft zu machen, widrigenfalls dieselben bei Feststellung des eringsten Gebots nicht berücksichtigt werden und bei Ver⸗ theilung des Kaufgeldes gegen die berücksichtigten Ansprüche im Range zurücktreten. Diejenigen, welche das Eigenthum des Grundstücks be⸗ anspruchen, werden aufgefordert, vor Schluß des Versteigerungstermins die Einstellung des Ver⸗ fahrens herbeizuführen, widrigenfalls nach erfolgtem Zuschlag das Kaufgeld in Bezug auf den Anspruch an die Stelle des Grundstücks tritt. Das Urtheil über die Ertheilung des Zuschlags wird am 27. Dezember 1890, Mittags 12 ¾ Uhr, an Gerichtsstelle, wie oben bezeichnet, verkündet werden. Berlin, den 25. September 1890.

Königliches Amtsgericht I. Abtheilung 51.

186688] Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das im Grundbuche von Lichtenberg Band III. Nr. 104 auf den Namen des Kaufmanns Julius David, hier, eingetragene, Frankfurter Allee 62 belegene Grundstück am 17. Dezember 1890, Vormittags 10 ½ Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht, an Gerichtsstelle Neue Friedrichstraße 13, Hof, Flügel C. parterre, Saal 40, versteigert werden. Das Grundstück ist mit 14,07 Reinertrag und einer Fläche von 41 a 34 qm nur zur Grundsteuer veranlagt. Auszug aus der Steuer⸗ rolle, beglaubigte Abschrift des Grundbuchblatts, etwaige Abschätzungen und andere das Grundstück betref⸗ fende Nachweisun een sowie besondere Kaufbedingungen können in der Gerichtsschreiberei ebenda, Flügel D, Saal 41, eingesehen werden. Alle Realberechtigten werden aufgefordert, die nicht von selbst auf den Ersteher übergehenden Ansprüche, deren Vorhanden⸗ sein oder Betrag aus dem Grundbuche zur Zeit der Eintragung des Verstei gerungsvermerks nicht hervorging, insbesondere derartige Forderungen von Kapital, Zinsen, wiederkehrenden Hebungen oder Kosten, spätestens im Versteigerungstermin vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten anzumelden und, falls der betreibende Gläͤubiger widerspricht, dem Gerichte glaubhaft zu machen, widrigenfalls dieselben bei Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt werden und bei Ver· theilung des Kaufgeldes gegen die berücksich⸗ tigten Ansprüche im Range zurücktreten. Die⸗ jenigen, welche das Eigenthum des Grundstücks be⸗ anspruchen, werden aufgefordert, vor Schluß des Ver⸗ en vg. eh die Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls nach erfolgtem Zuschlag das Kaufgeld in Bezug auf den Anspruch an die Stelle des Grundstücks tritt. Das Urtheil über die Ertheilung des Zuschlags wird am 17. De⸗ zember 1890, Nachmittags 12 ½ Uhr, an Gerichtsstelle wie oben bezeichnet verkündet werden.

136641] Zwangsversteigerung. Im

von Kameke eingetragene Gut Lustebuhr nebst Zu behör am 10. Dezember 1890, Gerichtsstelle Zimmer Nr. 8 versteigert werden 1596 Nutzungswerth

anlagt. Abschrift des

zur Gebäudesteuer

Grundbuchblatts, etwaige Nachweisungen, sowie können nicht von selbst auf

gehenden Ansprüche, deren Vorhandensein des Versteigerungsvermerks nicht hervorging

besondere derartige Forderungen von Kapital,

gabe von Geboten anzumelden und, falls der be⸗ treibende Gläubiger widerspricht, glaubhaft zu machen, widrigenfalls dieselben bei

werden und bei Vertheilung des Kaufgeldes gegen die berücksichtigten Ansprüche im Range zurück⸗ treten. Diejenigen, welche das Eigenthum des Grundstücks beanspruchen, werden aufgefordert, vor Schluß des Versteigerungstermins die Ein⸗ stellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls nach erfolgtem Pschlac⸗ das Kaufgeld in Bezug auf den Anspruch an die Stelle des Grundstücks tritt. Das Urtheil über die Ertheilung des Zu⸗ schlags wird am 11. Dezember 1890, Vor⸗ mittags 11 Uhr, an Gerichtsstelle verkündet werden. Kolberg, den 29. September 1890. Königliches Amtsgericht I. [36637 A 2 Versteigerungs⸗Bekanntmachung. In Sachen der Herzoglichen Kreiskasse zu Holz⸗ minden, Klägerin, wider den Brinksitzer Heinrich Brakmann zu Hellenthal, Beklagten, wegen Gerichts⸗ kosten, wird, nachdem auf Antrag der Klägerin die Beschlagnahme des dem Beklagten gehörigen Brink⸗ sitzerwesens Nr. ass. 32 zu Hellenthal sammt Zu⸗ behör zum Zwecke der Zwangsversteigerung duͤrch Beschluß vom 18. September 1890 verfügt, auch die Eintragung dieses Beschlusses im Grundbuche am selben Tage erfolgt ist, Termin zur Zwangs⸗ versteigerung auf Sonnabend, den 8. November 1890, Nachmittags 4 Uhr, vor Herzoglichem Amtsgerichte Stadtoldendorf in der Timmermann⸗ schen Gastwirthschaft zu Hellenthal angesetzt, in welchem die Hypothekgläubiger die Hypothekenbriefe zu überreichen haben. Stadtoldendorf, den 22. September 1890. Kerrzogliches Amtsgericht. Wolff.

.“

[36678] Berichtigung. Der Eigenthümer des nach unserer Bekanntmachung vom 29. August in Nr. 229 dieses Blattes am 25. November d. Js. zu versteigernden Grundstücks Oderbergerstraße Nr. 5 Band 16 Nr. 624 des Grundbuchs von den Niederschönhausener Parzellen heißt nicht Rechten, sondern: Architekt und Maurer⸗ meister Eugen Reehten.

Berlin, den 27. September 1890.

Königliches Amtsgericht I. Abtheilung 53.

[36640] In Sachen, betreffend die Zwangsversteiger er Häuslerei Nr. 14 zu Brunshaupten, früher dem Müller Hävernick gehörig, ist zur Abnahme der Rech⸗ nung des Sequesters, zur Erklärung über den Thei⸗ lungsplan, und zur Vornahme der Vertheilung Termin auf Freitag, den 31. Oktober 1890, Vormittags 11 Uhr, bestimmt, zu welchem die Betheiligten hiermit geladen werden. 1 Kröpelin, den 2. Oktober 1890. Großherzogliches Amtsgericht.

136636] Aufgebot.

Die Kaufleute Julius Cohn und Hermann Cohn, alleinige Inhaber der Handlung F. Cohn zu Walden⸗ burg in Schlesien haben das Aufgebot von fünf Fendeeefes der Equitable Mortgage⸗Compagny Boden⸗Kredit⸗Actien⸗Gesellschaft) zu New⸗York und Berlin Nr. 40, 41, 42, 43 und 44 zu je 100 Dollars, zahlbar am 1. Juli 1894, und der zu denselben gehörigen je neun Zinsscheinen (zahlbar am 1. Juli und 1. Januar eines jeden Jahres vom 1. Juli 1890 bis einschließlich 1. Juli 1894) be⸗ antragt. Die Inhaber der Urkunden werden aufgefor⸗ dert, spätestens in dem auf den 15. Januar 1895, Mittags 12 Uhr, vor dem unter⸗ zeichneten Gerichte, Neue Friedrichstraße 13, Hof, Flügel B., part., Saal 32, anberaumten Aufgebots⸗ termine ihre Rechte anzumelden und die Urkunden vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der Urkunden erfolgen wird.

Berlin, den 27. September 1890.

Das Königliche Amtsgericht I. Abtheilung 48.

[36643] Aufgebot.

Der Kaufmann Gütschow zu San Francisco hat das Aufgebot der auf den Namen und das Leben des Carl David Friedrich Gütschow, geboren zu Rostock den 18. Marz 1831, lautenden Ersatzfonds⸗

1 sorgungs⸗Tontine, ausgestellt unter dem 6. Juni [36645] Wege der Zwangsvollstreckung soll das im Grundbuche von den Rittergütern Band I. Nr. 10 auf den Namen des Lieutenant Friedrich Richard

Vormittags 10 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht an

schätzungen und andere das Grundstück betreffende besondere Kaufbedingungen in der Gerichtsschreiberei, II., eingesehen werden. Alle Realberechtigten werden aufgefordert, den Ersteher über⸗ oder Betrag aus dem Grundbuche zur Zeit der Eintragung

ins⸗ Zinsen, wiederkehrenden Hebungen oder Kosten, spätestens im Versteigerungstermin vor der Aufforderung zur Ab⸗

dem Gerichte Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt

5. Kommandit⸗Gesellschaften auf Aktien u. Aktien⸗Gesellsch 6. aften. 7. Erwerbs⸗ und

Wirthschafts⸗Genossenschaften. ochen⸗Ausweise der deutschen Zettelbanken.

9. Verschiedene Bekanntmachungen.

1831, beantragt. Der Inhaber der Urkunde

1891, Mittags 12 Uhr, vor dem unterzeichnete

Rostock, den 26. September 1890. Großherzogliches Amtsgericht.

[36644] Das K. Amtsgericht Pfarrkirchen hat am 26. Sep tember 1890 folgendes Aufgebot erlassen:

der Distriktssparkasse Pfarrkirchen, d. d. 29. Sep

Schmid von Pfarrkirchen.

von 6 Monaten, Sitzungssaale des K. Amtsgerichts Pfarrkirchen statt⸗ findenden Aufgebotstermine vom Dienstag, 12. Mai 1891, Nachmittags 2 Uhr, anzu⸗ melden und das Sparkassabuch dann auch vorzu⸗ legen, widrigenfalls dessen Kraftloserklärung erfolgen würde. Pfarrkirchen, den 1. Oktober 1890.

Der K. Sekretär: Schwimbeck. [36631] Aufgebot. Das Sparkassenbuch Nr. 1825 der Kreissparkasse Kolmar i. P. zu Kolmar i. P. über 79,81 ℳ, i. W. neunundsiebenzig Mark einundachtzig Pfennig, ausgefertigk auf den Namen Martin Ewald Wandrey in Lippe Kolonie, ist angeblich verloren gegangen. Letzterer vertreten durch den Rechtsanwalt Cohn in Kolmar i. P. hat das Aufgebot dieses Sparkassen⸗ buches beantragt. Alle Diejenigen, welche Ansprüche und Rechte auf das verlorene Sparkassenbuch zu haben vermeinen, werden hierdurch aufgefordert, dieselben spätestens in dem auf den 7. Mai 1891, Vormittags 9 Uhr, im hiesigen Amtsgericht, Richterzimmer II., anbe⸗ raumten Termin geltend zu machen, widrigenfalls das qu. Sparkassenbuch für kraftlos erklärt und dem Antragsteller ein neues an dessen Stelle ausgefertigt werden wird. ““ Kolmar i. P., den 27. September 1890.

Königliches Amtsgericht.

Der Heinrich Poggel von Siegen hat das Auf⸗ gebot seines Sparkassenbuchs Nr. 10 656 der Spar⸗ kasse des Amts Weidenau über eine Einlage von 171 83 ₰, welches derselbe verloren hat, be⸗ antragt. Jeder Inhaber der Urkunde wird aufgefordert, seine Rechte daran bis spätestens im Aufgebots⸗ termine den 18. März 1891, Vormittags 10 Uhr, beim unterzeichneten Gericht, Zimmer Nr. 10, anzumelden und die Urkunde vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung erfolgen wird Siegen, den 30. Juli 1890. 8 Königliches Amtsgericht. 8 [27459] Aufgebot. Das Sparkassenbuch der Sparkasse des Kreises Marienwerder Nr. 5973 über 92 50 ist an⸗ geblich verloren gegangen und soll auf den Antrag der Eigenthümerin, Arbeiterfrau Franziska Solaiski, geborene Reczkowski, zu Gut Schadau, zum Zwecke der neuen Ausfertigung amortisirt werden. Es wird daher der Inhaber des Buches aufgefordert, spätestens im Aufgebotstermine den 25. Februar 1891, Mittags 12 Uhr, Zimmer Nr. 9, bei dem unterzeichneten Amtsgerichte seine Rechte an⸗ zumelden und das Buch vorzulegen, widrigenfalls dessen Kraftloserklärung erfolgen wird. Marienwerder, den 5. August 1890. Königliches Amtsgericht.

[23802) 1 b Lage. Für die Mündel Luise und Lina Plaß von hier ist am 22. November 1861 deren Schicht⸗ theil zu 1288 50 auf die jetzt dem Cigarren⸗ fabrikanten Ferdinand Wolff gehörige Stätte Nr. 256 hiers. 3. Orts eingetragen. Derselbe ist zur Hälfte dem jetzigen Stätte⸗Eigenthümer, zur anderen dem Bouunternehmer Moritz hiers., welche die Beträge den gewesenen Mündeln ausbezablt haben, abgetreten, die über den Schichttheil aus⸗ gestellte Schuld, und Pfandurkunde aber, wie glaub⸗ haft gemacht ist, verloren gegangen. Der Antheil des ꝛc. Wolff ist durch Eigenthumserwerb der ver⸗ pfändeten Liegenschaften erloschen, der des ꝛc. Moritz zurückbezahlt. Auf Antrag der Cessionare bezw. des jetzigen Stätte⸗Eigenthümers werden sowohl der un⸗ bekannte Inhaber der Schuld⸗ und Pfandurkunde, wie Alle, welche die Hypothek etwa in Anspruch nehmen, hiermit aufgefordert, die Urkunde spätestens im Aufgebotstermine Mittwoch, 4. Februar 1891, Morgens 10 Uhr, hier vorzulegen und ihre Rechte an der Hypothek geltend zu machen und zu begründen, widrigenfalls die in § 77 b und 6 des dnsb e2gb. 1859 bestimmten Rechts⸗ nachtheile ausgesprochen werden 4 Lage, 4. Juli 1890. gs

Fürstlich Lipp. Amtsgericht.

ieländer.

Berlin, den 26. September 1890. Königliches Amtsgericht I. Abtheilung 52.

1 8

aktie Nr. 247 der I. Klasse der Rostocker Ver⸗

wird aufgefordert, spätestens in dem auf Sonnabend, den 2. Mai

Gerichte anberaumten Aufgebotstermine seine Rechte anzumelden und die Urkunde vorzulegen, widrigen⸗ Zimm 1b . falls die Kraftloserklärung der Urkunde erfolgen wird. Das Grundstück ist mit 5666,82 Reinertrag und

einer Fläche von 895,2088 ha zur Grundsteuer, mit ver · Auszug aus der Steuerrolle, ö

Es ist zu Verlust gegangen das Sparkassabuch

tember 1880 Hptb. Fol. 270, lautend auf den Be⸗ trag von 400 und ausgestellt auf die im Jahre 1886 verlebte K. Appelgerichtsrathswittwe Kreszenz

Auf Antrag des Erben derselben, des K. Ober⸗ sekretärs Karl Wimmer in Deggendorf, vertreten durch Rechtsanwalt Wolf dahier, wird nun der In⸗ haber des Sparkassabuches aufgefordert, seine An⸗ sprüche und Rechte auf dasselbe innerhalb einer Frist spätestens aber in dem im

den

Aufgebot.

Auf dem Anwesen Hs.⸗Nr. 24 in Hintered des Bauern Forgn. Hintereder sind laut H. B. f. Schalldorf Band II. S. 46 seit 5. August 1826 neingetragen: 1

8 115 fl. = 197 43 Elterngut und Guts⸗ umstand, Ausfertigung, hochzeitlicher Ein⸗ und Aus⸗ gang, Unterkunft und Krankenkost für Anton Hintereder,

b. 90 fl. = 154 28 unverzinsliches Eltern⸗ gut für Maria und Mathias Hintereder.

Anton Hintereder wird seit dem russischen Feld⸗ zuge vermißt, Maria und Mathias Hintereder sind schon seit langer Zeit abwesend; die Nachforschungen nach diesen Gläubigern blieben erfolglos.

Auf Antrag des Anwesensbesitzers und nachdem seit der letzten auf diese Ansprüche bezüglichen Ein⸗ schreibung mehr als 30 Jahre verstrichen sind, er⸗ geht hiemit an alle Jene, welche aus den erwähnten Hypothekenbuchseinträgen Rechte ableiten zu können glauben, die Aufforderung, ihre Ansprüche inner⸗ halb 6 Monaten, längstens aber in dem auf Dienstag, den 12. Mai 1891, Nachmittags 2 Uhr, im Sitzungssaal des K. Amtsgerichts Pfarrkirchen anberaumten Aufgebotstermin anzu⸗ melden, widrigenfalls die Hypothek für erloschen er⸗ klärt und im Hypothekenbuch gelöscht würde. Pfarrkirchen, am 25. September 1890. 1

K. Amtsgericht. 8 gez. Triendl. Gerichtsschreiberei des K. Amtsgerichts Pfarrkirchen

Der K. Sekretär: Schwimbeck.

öb Aufgebot.

Im Grundbuche von Gr. Stöckheim findet sich bei dem sub No,. ass. 21 daselbst belegenen Koth. hofe aus der Schuld⸗ und Pfandverschreibung vom 1. April 1846 ein Kapital von 600 Thaler für den Kurator der Kinder des Kothsassen Heinrich Klingen⸗ berg, Namens Ludwig, Heinrich und Friedrich ve in Gr. Stöckheim, Kothsassen Friedrich Lange in Bleckenstedt, hypothekarisch eingetragen. Der Oekonom Hermann Heinemann in Thied und der Halbspänner Christian Beddies aus Broi⸗ stedt, für sich und in Vertretung seines minder jährigen Sohnes, Robert, haben als jetzige Eigen⸗ thümer des bezeichneten Kothhofes die Tilgung des gedachten Hypothekkapitals als vor dem 1. Oktober 1878 erfolgt glaubhaft gemacht und zum Zwecke der Löschung der Hypothek das gesetzliche Au gebotsver⸗ fahren beantragt. Es werden daher der unbekannte Inhaber der obenbezeichneten Schuld⸗ und Pfandurkunde und Alle, welche auf die Hypothek Ansprüche machen, hierdurch aufgefordert, spätestens in dem auf den 12. Dezember 1890, Morgens 10 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte anberaumten Aufgebots⸗ termine ihre Rechte anzumelden und die Hypothek⸗ urkunde vorzulegen, widrigenfalls letztere den Eigen⸗ thümern des verpfändeten Erundstücks gegenüber für kraftlos erklärt, die Hypothek aber gelöscht werden wird. Wolfenbüttel, den 31. Mai 1890. 6“ Herzogliches Amtsgericht.

Behrens.

[36639] „Bekanntmachung.

I. Der Müller Johann Bartlewicz und die Müller⸗ wittwe Sophie Radola, geborene Bartlewicz, beide zu Sandberg, haben zum Zwecke der Besttztitel⸗ berichtigung das Aufgebot des Grundstückes Sand⸗ berg Nr. 44, bestehend aus:

1) Hofraum mit Wohnhaus und Hausgarten 19 a

am, 2) Acker 23 a,

5 Ffbweineftal. 1 9 Pferdestall, beantragt, welches auf den Namen der am 7. April 1851 bezw. 9. Januar 1862 pee aere. Böttcher⸗ meister Wojciech und Josepha, geborenen Beczkowicz, Bartlewicz'schen Eheleute zu Sandberg eingetragen ist, von deren Erben bezw. Rechtsnachfolgern Nepomucen Bartlewicz, Veronica Bartlewicz, Johanna Bartlewicz, Leon Bartlewicz und die Erben

des Carl Bartlewicz und der Antonia Bartlewicz,

verehelicht gewesenen Johann Görski, unbekannten

(Aufenthaltes sind.

II. Die verehelichte Arbeiterfrau Marianna Fur⸗

maniak, geborene Krys, verwittwet gewesene Czwoj⸗

dzinska, im Beistande ihres Ehemannes Simon

Furmaniak zu Sandberg hat zum Zwecke der Besitz⸗

titelberichtgung das Aufgebot des Grundstückes

Sandberg Nr. 46, bestehend aus:

1) Hofraum 50 qm,

2) Acker 31 a 20 qm,

3) Wohnhaus, 8

beantragt, welches auf den Namen:

1) der Marianna, geborenen Biatecka, wittweten Langner,

2) des Maximilian Constantin Faver Langner

3) des Johann Friedrich Langner,

4) der Adelgunde Pauline Langner,

eingetragen ist, von denen Maximilian JTaver Con-⸗

stantin Langner und Adelgunde Pauline Langner

unbekannten Aufenthaltes sind.

Alle Diejenigen, welche Ansprüche und Rechte auf

die vorstehend bezeichneten Grundstücke geltend machen,

werden hierdurch aufgefordert, dieselben bis spätestens

im Aufgebotstermine am 15. Januar 1891,

Vormittags 9 Uhr, anzumelden, widrigenfalls die

Eintragung des Eigenthums für die bez. Antrag 8

steller erfolgen werde und ihnen überlassen bleibe,

Ansprüche in einem besonderen Prozesse zu ver⸗

olgen.

Gostyn, den 29. September 1890.

ver⸗

Königliches Amtsgericht.