beiden Geschlechtern vornehmlich das Erhängen zur auch bei “ wesentlich öfter — bei dem weiblichen; denn während fast zwei Drittel aller männ 8 Selbstmörder durch Erhängen Hand an sich legten, that 88 . m weiblichem Geschlechte nur nahezu die Hälfte derselben. Im e 18 wurde von den weiblichen Selbstmördern Ertränken und Per en wesentlich häufiger gewählt als Seitens der maͤnnlichen. woh noegen von den letzteren wieder erheblich mehr durch Cefchis cs Leben schieden. Das Vergiften wurde von den männlichen 1 mördern jedoch verhältnißmäßig noch öfter zur Anwendung gebracht,
als von den weiblichen das Erschießen.
Literatur.
1“ tsche Revue“ von Richard Fleischer (Verlag ⸗ am “ Breslau⸗Berlin) bringt in hrem Oktoberheft Erinnerungen an den Kron 88 . Friedrich Wilhelm von Preußen aus der Feder es rofessors Karl Schellbach. Süen hatte den Kronprinzen als naben und Jüngling in der Nathematik unterrichtet und ihm auch später noch oft Vorträge über Mathematik und Physik gehalten. Hr. Schellbach schildert in diesen „Erinnerungen“ den Charakter des hohen Herrn, von dem ihm schon von frühan so viele Zeichen liebe⸗ vollen gütigen ehmn, kund wurden. geg, diese Erinne⸗ rungen“ auch keinen Anspruch darauf, dur „E nthüllun en die Neugierde zu befriedigen, so werden sie doch uübera — und eben gerade deßhalb, weil sie nichts venthüllen Kn einen wohlthuenden Eindruck hinterlassen und als eine Ergänzung des Charakterbildes des hochseligen Kaisers gern 8. und dankbar entgegengenommen werden. Der Verfasser beleuchtet insbesondere das Interesse des hohen Herrn für Wissenschaft und Kunst und giebt verschiedene Beispiele von dem regen Eifer, mit welchem dieser sich ihrer Pflege annahm. Auch das gütige, theilnahmsvolle Herz odes hochseligen Fürsten bekundet sich in mehreren von dem Ver⸗ fasser mitgetheilten, an diesen gerichteten Privatbriefen. Ihre Veröffentlichung läßt uns einen neuen Blick in das Innere und in das reiche Gemüth des allzu früh heimgegangenen Fürsten thun. Von diesen „Erinnerungen“ ist auch ein Separat⸗
übdruck in dem obengenannten Verlage erschienen.
— „Bilder aus Ost⸗Afrika“ von Daniel von Tölln, Ober⸗-Pfarrer zu Brück in der Mark, welche kürzlich in einer größeren Anzuhl von Blättern verbffentlicht wurden, sind jetzt in einem beson⸗ deren Büchlein im Verlagt von H. G. Wallmann in ione er- schienen. Sie schildern auf Grund cingehender Studien in an chau⸗ licher Weise Land und Leute von Sansibar und dem gegenüber⸗ Fiegenden Festlunde und erzählen von Dr. Peters, dem kühnen Bahn⸗ brecher, Major von Wiffmann, dem Führer des schneidenden Schwertes, Emin Pascha, dem Stantenbildner, sowie von den segensreichen An⸗ füngen und Erfolgen der deutschen und englischen evangelischen Mission in Ost⸗Afrika. Allen denen, welche sich ohne viele Mübe einen Flmrxen Einblick in die Verhbältnisse jener jetzt im Vorder⸗ grunde des Interesses stehenden Kplonie verschaffen wollen, dürfte das bandliche billige Büchlein [es kostet nur 20 ₰) willkommen sein. Mamentlich giebt es unch den Behrern unmittelbar verwendbaren Stoff, um dir Schüler mit der Kolpnie bekannt zu machen, in welcher die guten Waffen der deutschen Flntte und der neugebildeten Schutz⸗ rrunpe auf dem Lande die Ordnung wiederhergestellt haben. Zur Perbreitung unf Mifsionsfesten u. s. w. ist der Inspektor der Deutschenitmfrikanischen Miffionsgesellschaft, Pastor Beper, Berlin N., Kessalitr. 24, bereit, größere Partien (nicht unter 30) à AP ₰ abzugeben.
4 Land⸗ und Forstmirthschaft.
Durch dus Huupt⸗Direktorium des landwirthschaft⸗ L-Vereins für dire Mark Brandenburg Ige der Petitionen der Molkerei⸗
marden, deren erster SEch um 1. Dkiber d. J. begonnen hat. Bei den bohen Anfprüchen, melche un die Tüchtigkert des Personals im Mtclkereibetriet in neucrer Zett gestellt werden müssen, ist es nicht mtier müöglich, daf diesee im einfuchen Armarmnlkereien eine genügende Ferchansbildung erballten umn Die Bildung einer Fuchschule, die mit alter wissenschaftiüeen und prcktischen Lehreinrichtungen versehen h m an welcher Eeurtrfre fbätig fein werden, denen im Molkerei⸗ besdher eine langjülrige Frichrung iur Seite stein, ist deshulb mit Freude m begrußen. Diem maeifelles bestehenden Mangel un ge⸗ buter Molkere Wrrmiltern, Mitrerrn unt Maulfereigehülfen wird darch virfe Finriaum weilt egthnlien werden. —
Desgleicher wrrt vechftcetigt, sür nie Ausbildung von Meierinnen timne Filialanftalt i Reze anurk Frankfurt zu errichten, die, cvrnie, wie die Mulkert⸗ von dem Haupt⸗Direkworium des axrweirfhschaflicher Prormaal⸗Brrein⸗ Peaufsichtigt werden foll.
Dire Ausbiluung drr Maerti Kraranstalt wird in zwei Abthei⸗ lamger sur Schüle e err ur Dnfnttanten eriülgen. Der Lehrgang üer Schüler foll nee Amuer voer K Miamatern vaben. Als Schüler 1 Mlafic werder junge Kunte Aefmaame imden, die sucilich vereuts so writ worgtbilbet im amf sie mmch, Hernsigtem Lehrgang in Duts⸗ noer litiacren Sammflantllrrram ate itloltandige Miier tätig sein Lunamg, nülrrent dier Sühletr I.. Klasie u Mtalkereigehillsen aus⸗ Hstitott weroer igleexs Fer vrxrackbgetiatonne Schuler ift ine Mach⸗
ilbung in der Tautr vim Mematen vargfifchen. Nach iner
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ver. Prlber Ir natt Baztm Erihlae wirr Lelleiven cisname, werds, 2, Ksssm bezertimet n FRlasie .
Sgan Mtatr aat Mackireez eksleem Werrimtiern vn Minll⸗rei⸗ Sagtser, aasgtelbot werensh, r Fes h, witt ver klaufmuanmntlthe SBrꝛaratt kaue Wiatlrit uge ae Pekhheng vrr Mlschunlerchungs⸗ EerauhbMI Sfstbt, &ᷣ Flae⸗ 2 wrrvn Eecae- San pesze, un genwmmmen, ese Eihar Magraotnorg Ltorttit, ben, ben ernen Slaa ves Mollerei⸗ IMr s üntlat, aüsas Sen
Snr. Ebeeetk, wene ve Fvvnten, aat esfttot seig. Mraarn Hakineee wrtemn n Susehee esssaerr werorn ber bi⸗ Sereer , 82 Sessasgt arsr ire eer Wfsand⸗ zx⸗ AbEHAE FTrrkattzmn, en spirssr r ern, Kerwer uns,
Ssisr e eesns uee. d,cxeba,gepebts grzsszen, m dn eln;
Zuster nses,, Has. kxn, 2r. Zena2e wvagb2e,geen —un Nti,Hnn abeheehhana.
145 500 ℳ nach provisorischer Feststellung
Aft iengesellschaft ist aulf ver
E.; I Serbsm, uhr, Hut, dr
in keiner Weise gerechtfertigt. Reichsrath Buhl⸗Deidesheim regte die Errichtung von Schlachthüusern entlang der Grenze des Deutschen Reichs an. Der Minister des Innern Freiherr von Feilitzsch sicherte die objektivste Prüfung der Frage zu; seiner Ansicht nach würden jedoch durch Eröffnung der Grenze die Fleischpreise sich kaum herab⸗ mindern.
— —
Die Leistungen einzelner Viehversicherungs⸗ Gesellschaften. 8
Nach den Angaben, welche sich in der soeben erschienenen Broschüre „Geschichte der deutschen Viehversicherung“ von A. Jäger vorfinden, hat aus den Beiträgen der Versicherten an die Versicherten für Schäden ꝛc. zurückerstattet: die Rheinische Viehversicherungs⸗Ge⸗ sellschaft Köln 70 %, der Central⸗Viehversicherungs⸗Verein Berlin⸗ 59 %, die Viehversicherungs Bank für Deutschland Berlin 58 %, die National⸗Viehversicherungs⸗Gesellschaft Kassel 57 %., die Pater⸗ ländische Viehversicherungs⸗Gesellschaft Dresden 56 %, die Sächsische Viehversicherungs⸗Bank Dresden 55 %. Die vorstehenden Angaben beziehen sich für die beiden Berliner Viehversicherungs⸗Gesellschaften auf die letzten 10 und für die Kasseler auf die letzten 17 Jahre, wäh⸗ rend sie bei den drei anderen die ganze Zeit ihrer Wirksamkeit um⸗ fassen.
— Geschichte der deutschen Viehversicherung. Von ihrem Anfang bis zur Gegenwart nach authentischen Quellen be⸗ arbeitet von A. Jäger, Direktor der Rheinischen Viehversicherungs⸗ Gesellschaft. Köln 1890 im Selbstverlage des Verfassers. (Preis 1 ℳ) — Die vorliegende Broschüre, welche die Wirksamkeit der deutschen Viehversicherungs⸗Gesellschaften, überhaupt die Zustände auf dem Viehversicherungsgebiete in klarer und bündiger Weise schildert, em⸗ pfiehlt sich der Kenntnißnahme Seitens der landwirthschaftlichen Kreise. Besonders beachtenswerth sind die eingehenden Ausführungen über die Sächsische Viehversicherungs⸗Bank Dresden. .
Holzproduktiou.
In München wurde, wie ein „Wolff'sches Telegramm“ meldet, die Versteigerung von 350 000 cbm Holz vorgenommen, welches in Folge der durch die Nonnenraupen angerichteten Verheerungen ge⸗ fällt werden mußte. Die Gesammtsumme der höchsten Angebote ergab 80 % der normalen Holzpreise.
Sanitäts⸗, Veterinär⸗ und Quarantäneweser 1
8
Der Gesundheitsstand in Berlin war in der Woche vom 21. bis 27. September ein etwas weniger günstiger als in der vorhergegangenen Woche, die Sterblichkeit jedoch eine etwas kleinere (von je 1000 Einwohnern starben, aufs Jahr berechnet, 19,4). und zwar kamen in Folge der wärmeren Witterung akute Darm⸗ krankheiten wieder in größerer Zahl zum Vorschein und endeten auch in etwas gegen die Vorwoche gesteigerter Zahl tödtlich (105 gegen 101). Der Antheil des Säuglingsalters an der Sterblichkeit war nur ein unwesentlich größerer als in der Vorwoche, von je 10 000 Einwohnern “ Jahr berechnet, 78 Säuglinge. Auch akute Entzündungen der Athmungsorgane traten zahlreicher zu Tage und führten häufiger zum Tode. — Von den Infektionskrankheiten kamen Erkran⸗ kungen an Unterleibstyphus und an Masern in wenig gegen die Vorwoche veränderter Zahl zur Anzeige und traten in keinem Stadttheil in nennenswerther Zahl zu Tage. Erkrankungen an Scharlach und an Diphtherie zeigten dagegen eine weitere Zunahme, erstere besonders im Stralauer Viertel und in Moabit, letztere in der Tempelhofer Vorstadt, der jenseitigen Luisenstadt, im Stralauer Viertel, in Moabit und auf dem Wedding. — Erkrankungen an Kindbettfieber blieben vereinzelt, auch rosenartige Entzündungen des Zellgewebes der Haut kamen nicht zahlreicher in ärztliche Behandlung. Etwas kleiner war die * der bekannt gewordenen Erkrankungen an Keuchhusten, der jedoch in 13 Fällen zum Tode führte. Rheumatische Beschwerden aller Art zeigten gegen die Vorwoche keine wesentliche Veränderung.
Handel und Gewerbe.
In der gestrigen Generalversammlung der Märkischen Maschinenbau⸗Anstalt vorm Kamp u. Co. in Wetter a. d. Ruhr, wurde die Dividende für das Geschäftsjahr 1889/90 auf 13 %0 fest gesetzt, und Decharge ertheilt. Assessor Glauerdt wurde in den Aufsichtsrath wiedergewählt.
Danzig, 7. Oktober. (W. T. B.) Die Einnahmen der Marienburg⸗Mlawkaer Eisenbahn betrugen im Monat September 1880 nach provisorischer Feststellung 155 000 ℳ gegen im September 1889,
ithin mehr 9500 ℳ Die definitive Einnahme im September 1889 betrug 151 062 ℳ
Leipzig, 6. Oktober. (W. T. B.) Kammzug⸗Termin⸗
handel. La Plata. Grundmuster B. pr. Oktober 4,82 ½ ℳ, pr.
ovember 4,82 ½ ℳ, per Dezember 4,80 ℳ, per Januar 4,72 ½ ℳ, per Februar 4,65 ℳ, per März 4,60 ℳ, pr. April 4,60 ℳ, pr. Mai 4 60 ℳ, pr. Juni 4,60 ℳ, pr. Juli 4,60 ℳ — Umfatz
25 000 kg. Rubig. A 2862 (W. T. B.) Wollauktion. Preise
London, 6. Oktober. fest, lebhafte Betheiligung.
An der Küste 3 Weizenladungen angeboten.
Glasgom, 6. Oktober. (W. T. B.) Die Verschiffungen von Roheisen betrugen in der vorigen Woche 11 158 Tons gegen 7576 in derselben Woche des vorigen Jahres. 1
Bradford, 6. Oktober. (W. T. B.) Wolle flau in Folge bder Mar Kinley⸗Bill, Garne stetig, in Stoffen gutes Geschäft für Frlant. 1
New⸗Pork, 6. Oktober. (W. T. B.) Visible Supply an Weizen 17 059 000 Bushels, do. an Mais 8 721 000 Bushels.
Verkehrs⸗Anstalten.
Speyer, 7. Ottober. (V. T. B.) Der Stadtrath hob vom 1. Zanuar 1891 ab alle Hafengebühren für anlaufende Dampfer und Segelschiffe auf. 8 8
Hoamburg, 6. Otiober. (W. T. B.) Der Postdampfer „Müuetis“ der Hamburg⸗Amerikanischen Packetfahrt⸗ von New⸗York kommend, heute Mittags Ibe und der Postdampfer „Rugia“ derselben Ge⸗ vfellichuft, von Hamburg kommend, heute Morgen in New⸗York
g 6. Ottober. (W. T. B.) Der Castle⸗Dampfer „Labvmoeuit Ceotle it u Sonnabend auf der Heimreise in Logetomng gbgepangen. — Per Union⸗Dampfer „Durban isi beute auf La& e in Southampton angekommen, .
Sa., Haios Hampfer „German“ ist gestern auf ber Aut⸗ wei% in Ga petown, und ver Union⸗Dampfer „Trojan“ heute
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Philharmonie.
Gestern fand das bereits mit Spannung erwartete Nikita⸗ Concert statt. Die durch ihre Mitwirkung in einem Concert des Hrn. von Bülow uns wohlbekannte Künstlerin glänzte auch diesmal wieder durch eine außerordentliche Kehlfertigkeit, die sich in der erlenden Klarheit der schwierigsten Passagen und Triller in allen agen ihrer nicht sehr starken, jedoch sehr umfangreichen Stimme zu erkennen gab. Hierzu kommt, daß sie durch eine gewisse theatralische Art ihres ganzen Wesens es versteht, das Publikum zu lebhaften, oft enthusiastischen Beifalls⸗ bezeugungen hinzureißen. Den mit Recht anerkannten Vorzügen ihrer Gesangskunst fehlt jedoch ein tieferes seelisches Empfinden. Die Künnlerin hatte die bekannte Cherubim⸗Arie aus „Figaro“ von Mozart zum Vortrag gewählt, der sie noch Gesänge von Donizett Brahms, Eckert und Liebling hinzufügte, und ließ sich durch den sich stets steigernden Applaus auch noch zu einigen kleinen Zu⸗ gaben bewegen. Unterstützt wurde das Concert durch den geschätzten Pianisten Hrn. Georg, Liebling, der in dem Vortrag einer Bach’schen Fuge sehr eingehende Ausdrucks⸗ weise und in dem der Don Juan⸗Fantasie von Liszt eine staunens⸗ werthe Virtuosität bekundete. Alt eine ganz besonders erfreuliche künstlerische Leistung dieses Abends muß das gediegene und seelenvolle Cellospiel des Frl. Adeline Hanf⸗Metzdorff lobend hervor⸗ gehoben werden. Die in jeder Beziehung gelungene Ausführung einiger Stücke von Holtermann, Schubert, Rubinstein und Popper wurde mit lehhaftem Beifall des zahlreich erschienenen Publikums aufgenommen. 1
reitag, den 10. Oktober, findet der erste populäre Kammer⸗ musik⸗Abend der Hrrn. Prof. Barth, de Ahna und Haus⸗ mann statt.
Für die Sinfonie⸗Abende der Königlichen Kapelle ist, wie die „Nat. Ztg.“ mittheilt, eine dankenswerthe Neuerung ein⸗ geführt worden. Dieselben werden in Zukunft in den Theaterraum des Königlichen Opernhauses verlegt werden. Durch bedeutende Fed eteochs des Orchesters sowie Eeete tec des eisernen Vorhangs st eine ausgezeichnete Klangwirkung erzielt worden. Die F für Parquet und ersten Rang würden denjenigen der früheren aalplätze entsprechen, doch wird es bei der großen Anzahl von Plätzen in den oberen Rängen möglich sein, Preise von 2,50.—1 ℳ anzusetzen und so auch weiteren Kreisen den Besuch dieser Concerte zugänglich zu machen.
Preußische Klassenlotterie. (Ohne Gewähr.) 8 angefangenen hebnag der 1. Klasse
Bei der heute r 1. Klaf enlotterie fielen in
183. Königlich preußischer Klas der Vormittagsziehung: 3 1 Gewinn von 30 000 ℳ auf Nr. 140 500. 1 Gewinn von 10 000 ℳ auf Nr. 56 754. 1 Gewinn von 5000 ℳ auf Nr. 34 206. 1 Gewinn von 1500 ℳ auf Nr. 53 007. 1 Gewinn von 500 ℳ auf Nr. 150 249. 1 Gewinn von 300 ℳ auf Nr. 13 151.
Mannigfaltiges.
Die Humboldt⸗Akademie hat soeben ihr Lehrprogramm für das IV. Quartal 1890 veröffentlicht. Dasselbe weist 28 Vortrags⸗ Cyklen auf, welche die verschiedensten wissenschaftlichen Materien behandeln. Neu sind diesmal die Vorträge über Hypno⸗ tismus sowie die Unterrichts⸗Kurse in der griechischen Wund in der russischen Sprache. Besonders vielseitig ist wieder die Literaturgeschichte vertreten. Aber auch die Kunstgeschichte, die Phisosophie und die Naturwissenschaft sind gut repräsentirt. Betreffs der Einzelheiten verweisen wir auf das Lehrprogramm, welches in der Centralbuchhandlung unentgeltli zu haben ist. Die Humboldt⸗Akademte, die jetzt ihr 13. Studjenjahr beginnt, darf mit Befriedigung auf ihre bisherigen Erfolge zurück⸗ blicken und daraus die Hoffnung auf eine fernere gedeihliche Fort⸗ entwickelung schöpfen. Während das erste Studienjahr (1882/83) 25 Vortrags⸗Cyklen mit 536 Hörern aufweist, waren im verflossenen Jahre nicht weniger als 69 Vortrags⸗Cyklen mit 1771 Hörern zu verzeichnen. In den ersten drei Jahren hatte sich die Zahl der Cyklen und der Hörer mehr als verdoppelt, in 7 Jahren mehr als verdrei⸗ facht und im 8. Jahre war die Hörerzahl, bei erheblicher Zunahme des Durchschnittsbesuchs der Cyklen, im Ganzen auf das 3 fache ge⸗ stiegen. Seit Errichtung der Humboldt⸗Akademie wurden in 32 Quar⸗ talen zusammen 587 Vortrags⸗Cyklen von 14664 eingeschriebenen Hörern besucht. Diese Zahlen beweisen wohl am besten die progres⸗ sive Entwickelung der Akademie, die sich unter den wissenschaftlichen In⸗ stituten Berlins in verhältnißmäßig kurzer Zeit einen angesehenen Rang erworben hat. Ihr Zweck ist bekanntlich der, „solchen Personen, welche die Universität nicht besuchen können oder bereits dieselbe ver⸗ lassen haben, 8 systematische Vortrags⸗Cyklen und andere geeignete Mittel Gelegenheit zu einer höheren harmonischen wissenschaftlichen Weiterbildung zu geben und sie in Zusammenhang mit den Fortschritten der sich entwickelnden Wissenschaft zu halten. Daß damit einem wirklichen Bedürfniß entsprochen wurde, zeigt der immer zahl⸗ reicher gewordene Besuch, dessen sich die Akademie zu erfreuen hatte. Es erübrigt noch, des außerordentlich geringen Honorars zu gedenken, welches für jeden belegten Cyklus nur 3 resp. 5 ℳ beträgt. Schließ⸗ lich sei noch erwähnt, daß der Besuch jedes ersten Vortrages frei ist. Der Wissenschaftliche Centralverein beginnt seine Einzelvorträge am nächsten Sonnabend, Abends 8 Uhr, im Gesangsaal des Französischen Gymnasiums, Dorotheenstraße 41, die Humboldt⸗Akademie ihr IV. Quartal am Montag Abend im Dorotheenstädtischen Real⸗ Gymnasium, Georgenstraße 30/31.
Die Jahreskonferenz der Strafanstalts⸗, Gefängniß⸗ und Korrektionshaus⸗Geistlichen der Provinz Branden⸗ burg hat gestern unter Vorsitz des Pastors Hildebrand von der Strafanstalt Moabit im Saale des Vereinshauses in der Behren⸗ straße ihren Anfang genommen. Der Konferenz wohnen die Seel⸗ sorger von über 20 Anstalten bei. Auch einige Direktoren, wie Dr. Krohne, sowie Gefängniß⸗Aerzte sind anwesend. Die ganze erste Sitzung füllte eine vom Anstalts⸗Arzt Dr. Leppmann angeregte informatorische Erörterung über die Frage „Wie erkennt man krankhafte Seelenzustände in der Strafhafte Die heutige Sitzung wurde vom Oberpfarrer Diesener⸗Prenzlau mit einer religiösen Ansprache eröffnet. Dann beschäftigte man sich mit der Frage der Vorbereitung der Konfirmation Erwachsener und der im Strafhause selbst vorzunehmenden Konfir⸗ mation, über welche Fragen Pastor Hilbert⸗Naugard berichtete. Endlich beschäftigte sich die Konserenz mit der von Pastor Franke⸗ Frankfurt a. O. angeregten Frage der Fürsorge für die Jugend⸗ lichen in den Gerichtsgefängnissen. Beschlüsse wurden von ver Konferenz nicht gefaßt.
Pie neue Fußsgänger⸗Brücke über die Spree, im Zuge der Neustäbtischen Kirchstraße, soll nunmehr, wie die „N. Pr. Zta. mit⸗ theilt, enbgültig am 15. Oktober, Vormittags, dem öffentlichen Ver⸗ fehr übergeben werden. Die vollig fertiggestellte Brücke, deren Eisenthelle augenblicklich mit dem letzten Anstrich verseben wer⸗ ven, macht auf dvas Auge des Beschauers einen gefalligen Eindruck.
Im Mongt September waren in hiesigen Gasthöfen 38 663 Frembe, in Hot⸗e garnis und Chambres garntes 3212, in sonstigen Herbergen 7967, zusammen in öffentlichen Logiranstalten 49 833 Fremde übgeftiegen,
Das Programm ber Uranig weist für morgen Abend den seiner
EEEET vesteht „on, Emn seu⸗ La, 2gr -ee a e Lasdunags vnl arase Ln hen.
Zeit mit so großem Ften. se entgegengenommenen Vortrag des Hru. Dr. Potoniet „Was
b
völlig
nach Deutschland
b Blumen 70 auf, der sich an die Blumen⸗
8
1 ausstellung dieses Frühlings mit seinen farbenreichen Bildern und
seinen instruktiven Darlegungen so wirkungsvoll anschloß.
Die städtischen Flußbade⸗Anstalten sind am 30. v. M. geschlossen worden. Es haben in denselben 702 640 7, gegen 633 176 gebadet. Daß trotz des in diesem Jahre ungünstigen Wetters eine höhere Besuchsziffer aufzuweisen ist, rührt, wie der „N. A. Z.“ geschrieben wird, einestheils daher, daß die Badeanstalten in diesem Jahre 14 Tage früher als sonst, bereits in den warmen Maitagen eröffnet wurden, andererseits ist das Mehr durch die Er⸗ öffnung der neuen Anstalten an der Lessingbrücke und bei Bellevue entstanden.
Memel, 6. Oktober Die Wanderdüne zeigt sich jetzt nach den Berichten der Strandämter, auch bei dem ganz isolirt und ungeschützt daliegenden Strand⸗ und Fischerdorfe Pillkozzen, nach⸗ dem sich der Flugsand in Folge der Aufforstungsarbeiten hier schon beruhigt hatte. Die Luft ist von Sandmassen oft derart er⸗ füllt, daß man kaum im Stande ist, das nahe Meer oder Haff zu sehen. Sämmtliche Dächer sind alsdann von einer dicken Sandschicht bedeckt, ebenso das wenige Grün in den mühsam her⸗ gerichteten Gärtchen.
Szittkehmen (Ostpr.), 2. Oktober. Der Sechzehnender 69 Schaufler), den Se. Majestät der Kaiser in den letzten agen seiner hiesigen Jagd tödtlich getroffen und den man damals vergeblich gesucht, ist, laut Mittheilung der „Ostpr. Ztg.“, gestern erst verendet. Ein Hirt sah das kolossale Thier auf die Szittkehmer Pfarrwiese austreten. Oberförster von Nordenflycht, dem die Anzeige gemacht wurde, ließ das Thier ungesäumt holen; in dem Augenblick, als die Forstbeamten eintrafen, brach der Hirsch zusammen. Se. Majestät ist telegraphisch benachrichtigt worden.
Strasburg (Westpreußen), 3. Oktober. Der „Danz. Allg Ztg.“ wird v SSe. Vorgestern Nachmittag 3 ½ Uhr landete in den Wipfeln hoher Kiefern im Forstbelaufe Neueiche ein Ballon der Königlichen Luftschiffer⸗Abtheilung zu Berlin. Er war an demselben Tage Vormittags 11 Uhr in Berlin aufgestiegen, hatte demnach den über 400 km langen Weg in 4 ½ Stunden zurückgelegt. Die Insassen des Ballons, zwei Offiziere, hatten in der Befürchtung, über die russische Grenze etrieben zu werden, vor dem Walde landen wollen, was ihnen jedoch n Folge des starken Windes mißlang. Kaltblütig harrten sie in ihrer wenig beneidenswerthen Lage — 20 —30 m über der Erde — eine Weile aus und ließen sich schließlich, nachdem oben Alles ge⸗ ordnet war, an einem Seile zur Erde nieder. Mit einiger Mühe gelang es ihnen auch, ihre Sachen zu retten, welche alsbald auf der nächsten Bahnstation aufgegeben wurden. Die beiden Herren reisten ebenfalls noch an demselben Abend per Bahn nach Berlin zurück.
Schmiedeberg i. R., 5. Oktober. Das Projekt der Erbauung einer Zahnradbahn Warmbrunn —Schneekoppe ist, wie die „N. A. Z.“ hört, bereits so weit gediehen, daß demnächst die Verträge mit den in Betracht kommenden Grundbesitzern geschlossen werden sollen.
Köln Dem deutschen Gabelsberger Stenographen⸗ bunde, welcher bei Eröffnung der internationalen Ausstellung für
Kriegskunst und Armeebedarf durch seinen Vorort, Stenographen⸗ verein „Gabelsberger“ zu Berlin, vertreten war, ist von den Preis⸗ richtern durch Zuerkennung des Ehrendiploms die höchste Aus⸗
zeichnung zu Theil geworden für die Ausstellung von stenographischen Lehrmitteln, praktischen Arbeiten, welche die Verwendung der Steno⸗ graphie für militärische Zwecke, und zwar insbesondere für den Nach⸗ richtendienst — Meldungen, Feldtelegraphie, Ballon⸗ und Brief⸗ taubenpost — veranschaulichen, Abhandlungen über den Werth der Stenographie für Militärs, militärwissenschaftlichen Schriften in stenographischer Uebertragung, Waffen mit stenographischer In⸗ schrift u. s. w. Außer dem genannten Vorort waren dabei ins⸗ besondere betheiligt ein aktiver höherer Offizier, das Königliche stenographische Institut zu Dresden, der Gabelsberger stenographische Centralverein zu Wien, die Stenographenvereine zu Köln, Solingen, Chemnitz, der Militär⸗Stenographenverein Ingolstadt, die Expedition „Gabelsberger“ zu Dresden, Buchdruckereibesitzer W. Wandt zu
Bearmen und Otto Bergen zu Gießen.
Vom Taun us, 3, Oktober. In Friedrichsdorf am Taunus, in jenem Städtchen, wo seit zwei Jahrhunderten Hugenotten immer nur Hugenotten geheirathet haben, und wo man heute durch und durch deutsch denkt, wenn man auch noch allgemein französisch spricht, betet, predigt und singt, hat jetzt unter erhebenden Feierlichkeiten die konstituirende Generalversammlung des deutschen Hugenottenbundes stattgefunden. Grüße und Zustimmungen nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Frankreich, Belgien, England, der Schweiz waren sehr zahlreich eingelaufen. Pastor Tollin schilderte die Ziele des Bundes. Derselbe will nicht polemisch verfahren, sich auch von allem politischen und sozialen Parteiwesen fern halten. Unter Hugenotten sollen alle Calvinisten französischer Zunge, welche um ihres Glaubens willen vertrieben worden sind, verstanden sein. Der Bund will die hugenottische Geschichte in Deutsch⸗ land fördern, das (rristliche eben biblisch vertiefen und
in Werken der Barmherzigkeit verkörpern, die hugenottischen Ge⸗
meinden in Deutschland inniger verknüpfen, die ihnen gewährten Privilegien vertheidigen, endlich bedürftige hugenottische Gemeinden
in Deutschland unterstützen. In den Statuten wurde das Wesent⸗
liche gut geheißen. Aus Opportunitätsgründen beschloß man, den
Titel „Hugenottenbund“ in den Titel „Deutscher Hugenotten⸗Verein“
umzuändern. Der Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt.
München Die Königlichen Schlösser Herrenchiemsee, Linderhof und Hohenschwangau (Neuschwanstein) werden, der „Allg. Ztg.“ sufclgf⸗ mit dem 15. Oktober für den allgemeinen Besuch ge⸗
ossen.
München, 6. Oktober. Der siebente Verbandstag der deutschen Frauenbildungs⸗ und Frauenerwerbs⸗Vereine trat, laut Meldung des „W. T. B.“, heute hier zusammen und wurde vom Ministerial⸗ Rath v. Auer, dem Ober⸗Regierungs⸗Rath Thelemann, dem Ober⸗Bürgermeister Dr. v. Wiedenmayer sowie Namens des preußischen Kultus⸗Ministeriums von dem Ge⸗ heimen Ober⸗Regierungs⸗Rath Schneider (Berlin) begrüßt. Fr. Schepler⸗Lette (Berlin) übernahm den Vorsitz. Fr. Dr. Betty Name (München) berichtete alsdann über das Arbeikerinnenheim, die Hülfs⸗ kassen und Speiseanstalten und wies auf die hohe Bedeutung der von Sr. Majestät dem Kaiser eingeleiteten Sozialreform auch für die die Frauen betreffenden Fragen hin. Fr. Biber⸗Boehm (Berlin) er⸗ örterte die dem weiblichen Geschlechte in größeren Städten drohenden “ Gefahren. Fr. Loeger⸗Housselle besprach die Lehrerinnen⸗
rage.
Ulm, 2. Oktober. Ueber den Fortgang des Münsterthurm⸗ baus berichtet das „Ulm. Tgbl.“: Das Gerüst am Helm ist dieser Tage nahezu bis auf den Achteckskranz abgetragen worden. Auf dem alten Unterbau steht jetzt nur noch das Achtecksgerüft, dessen oberer Theil für das Aufsetzen der Treppenthürmchen noch nothwendig ist.
Helgoland, 6. Oktober. Se. Majestät der Kaiser und König hat, wie das „Helg. Wochenbl.“ mittheilt, eine Pathenstelle bei dem am 13. September geborenen Sohne des Schuhmacher⸗ meisters Theodor Hornsmann, dem sogenannten ersten Helgoländer Rekruten, anzunehmen geruht. — Eine neue Einrichtung, welche den Lootsen und Fischern sehr willkommen ist, ist die auf Veranlassung des Gouverneurs auf der Südspitze des Oberlandes angebrachte Apparat für Sturm⸗ signale. — Die englischen Straßenbenennungen werden in allernächster Zeit durch neue Namen, zu deren Einführung man seit einigen Tagen schon die Vorbereitungen trifft, ersetzt werden. Wenn auch viele der Benennungen im Wesentlichen beibebalten sind, ins⸗ besondere solche, die mit der Geschichte, Lage und Eigenthümlichkeit Helgolands im Zusammenhang stehen, so werden doch eine ganze Reihe von Straßen neue Ramen erhalten. Vertraulich und angenehm wird es jedem Helgoländer sein, in diesen neuen Bezeichnungen die althergebrachten im Volksmund bewahrten Benennungen wie „Stein⸗ acker, Leuchtthurmstraße, Melkersweg, Treppenstraße, Hingstgars, Lootsenstraße u. s. w.“ wiederzufinden und diese von Neuem offiziell eingeführt zu sehen.
Bregenz, 2. Oktober. Die M. „A. Ztg.“ schreibt: Die Meldung, daß die Rhein⸗Einbruchsstelle bei Altach⸗ Hohenems nunmehr geschlossen ist, traf heute zur Befriedigung und Beruhigung Aller, besonders jener, die durch die erneute Ueber⸗ fluthung vom 25. September schon kleinmüthig geworden waren, hier ein. Es muß anerkannt werden, daß in den vier Wochen, welche die Schließung der Dammlücke in Anspruch nahm, ein riesiges Stück Arbeit vollbracht worden ist. Man muß sich vor allem vor Augen halten, wie sehr die heurige Durchbruchstelle von derjenigen des Jahres 1888 sich unterscheidet: der Rhein hatte diesmal zahlreiche, sehr bedeutende Wassertiefen geschaffen, die an wenigen Stellen unter 3m waren, an den meisten hatte man Tiefen bis zu 5 m abzubauen, und an einzelnen Punkten senkte sich der Grund sogar bis zu 9 m unter Wasser. Be⸗ greiflicherweise machten solch' ungeheure Wasserstände, bei der großen Weite der Durchbruchsöffnung von über 200 m, auch ein ungeheures Material, viele Tausende Kubikmeter Faschinen und Steine nöthig. Dies alles war nicht nah zur Hand, besonders das Steinmaterial in so großen Mengen. Dabei gestaltete sich die Zufuhr der Abbaumittel ungemein schwierig, Beweis dafür die Nothwendigkeit der Herstellung einer bei 700 m langen Brücke, die übrigens innerhalb 10 Tagen fix und fertig stand und die schwersten Lasten zu tragen vermochte. Ein anderes beständiges Erschwerniß für den flotten Fortgang der Arbeiten ergab sich durch das fortwährende Sinken des neuen Faschinenkörpers und der neuen Gerüste an der Baustelle, was wiederholte Aufhöhungen nöthig machte. Der vielen anderen, die Manipulationen erschwerenden Um⸗ stände sei hier nicht weiter gedacht, die oben aufgeführten genügen gerade, um zu zeigen, daß der Abbau des Einbruches mit voller
Denkmal, das einen Flächeninhalt von nicht weniger als 323 Quadrat⸗ faden einnehmen wird, kommt an den Südabhang Ides Kremlplatzes zu stehen, so daß der Oberbau den Paradeplatz fast gegen⸗ über dem Nikolai⸗Palais, in welchem bekanntlich Kaiser Alexander II. geboren wurde, berühren, die Rückseite aber, mit einer breiten Doppeltreppe, zu der Allee an der Kreml⸗ mauer und zu der dort befindlichen Kirche des hl. Konstantin und der hl. Helene hinabgehen wird. Auf diese Weise wird der freie Platz auf dem Kreml wenig beengt und bleibt so für größere Volks⸗ ansammlungen in der Osternacht, für Paraden u. s. w. fast in seiner ganzen Ausdehnung frei erhalten. — Das Denkmal bildet, vom Kremlplatz aus gesehen, eine dreiseitige Säulenhalle, in deren inne⸗ ren, nach dem Nikolai⸗Palais hin geöffneten Raume sich unter hohem Baldachin die Statue des in Gott ruhenden Kaisers Alexan⸗ der II. erhebt. Den im Charakter der Kremlmauern gehaltenen Unterbau, in dem ein Museum mit Erinnerungen an den in Gott ruhenden Kaiser Alexander II.“ eingerichtet werden soll, beabsichtigt man aus hellem Sand⸗ oder Kalkstein, die zu beiden Seiten desselben nach der Allee hinabführenden Treppen aus grauem Olonezer Granit und die Säulen der Galerie aus röthlichem Granit herzustellen. Ueber die Galerie wölbt sich ein Kupferdach mit ver⸗ silberten und vergoldeten Feldern in Schachbrettform. Die Aufgänge zur Galerie tragen rechts das Wappen des Romanow'schen Hauses, den Greif mit Schwert und Schild, links das Moskauer Stadt⸗ wappen, den hl. Georg, wie derselbe den Drachen tödtet. Die Innenflächen der Bogen der Säulenhalle erhalten Mosaikgemälde mit Darstellungen aus der Regierungszeit des in Gott ruhenden Kaisers Alexander II. Der Baldachin über der Statue wird ein Dach aus vergoldeten Platten bekommen und trägt auf der Spitze den ebenfalls vergoldeten Reichsadler. — Die Statue selbst wird aus Bronze hergestellt und erhält eine Höhe von 9 Arschin; zum Piedestal soll dunkelgrauer Serdobolscher Granit genommen werden. Der in Gott ruhende Kaiser wird in Generals⸗Uniform, mit dem Krönungs⸗ mantel darüber, dargestellt, wie er, bei leicht vorgebeugtem Haupte, die Kaiserliche Rechte, welche das russische Volk des Joches der Leibeigenschaft enthob, ausstreckt; in der Linken befindet sich das Szepter. Der Plafond über dem Standbilde wird mit einer Anzahl elektrischer, in Rosetten eingelassener Lämpchen versehen, die bei Nacht ihre Strahlen gerade über das Standbild ergießen und so die edle Gestalt des Zar⸗Befreiers effektvoll aus dem dunklen Hintergrunde hervortreten lassen werden. Die Auasführung des Standbildes ist dem Akademiker Opekuschin übertragen worden; der Entwurf des Monuments und das Modell rühren von dem Künstler P. Shukowski und dem Civil⸗Ingenieur N. Ssultanow her.
Neapel. Zum neuesten Ausbruch des Vesuvs liegen in der „Prager Ztg.“ folgende authentische Mittheilungen vor: Im vorigen Jahre entstand ein neuer Krater auf der nach Pompeji zu gelegenen Seite. Ein Theil des Randes des Hrsxpöks zet; war dabei zusammen⸗ gestürzt. Seit sechs Wochen ungefähr ist der neue Krater in Thätig⸗ keit. Sein Umfang ist ungefähr fünfzig Quadratmeter. Drei kleine, aber ganz unbedeutende Krater umgeben ihn. Die Lava strömt in großen Massen aus und dringt stetig vor. Die Weinberge von Boscoreale sind bedroht Nachts erleuchtet der glühende Strom die Atmosphäre auf weite Entfernung. Eine Annäherung ist bis auf dreißig Meter möglich, darüber hinaus ist die Hitze zu intensiv. Mächtige Steinmassen, in halbgeschmolzenem Zustande, rollen in dem Strom mit, durch ihre Zerstreuung denselben noch immer mehr aus⸗ breitend. Am Krater hängen große Felsstücke, durch deren Fall am Abhang hinunter der Boden in Zwischenräumen auf weite Strecken hin heftig erschüttert wird. Einer letzten Meldung zufolge hat sich der Lavastrom verstärkt und getheilt, sodaß er jetzt auch in einem Zweige nach Torre del Greco hmabsteigt. Der neue Strom ist weit heißer und glänzender als der alte.
Kopenhagen, 4. Oktober. Der „Voss. Ztg.“ wird geschrieben Ueber die Verheerungen, die der am Donnerstag Morgen be⸗ und bis gestern andauernde orlanartige Sturm angerichtet dat, laufen jetzt aus allen Landestheilen betrübende Mittheilungen ein. Längs der ganzen Sundküste von hier bis nach Helsingör sind fast alle privaten Brücken, Bodehäuser und Lustfahrzeuge der Villenbesitzer mehr oder minder vollständig zerstört, sogar hier im inneren Hafen wurde die an der Langen Linie belegene große Badeanstalt von den mächtigen Wellen bis auf die Grundpfähle
Energie und der nöthigen Raschheit betrieben worden ist. Was den Kostenaufwand für die heurige Verbauung anbelangt, über den viel⸗ fach sehr übertriebene Ansichten geäußert wurden, so sprechen sich Sachverständige dahin aus, daß die Summe aller Bauauslagen 40 000 Fl. wenig überschreiten wird.
hat die Reise von St. Petersburg nach Paris auf dem Velociped in 30 Tagen zurückgelegt. Die durchlaufene Si beträgt ungefähr 3100 km, und ging die Reiseroute von St. Petersburg über Warschau, Posen, Berlin, Magdeburg, Düsseldorf und Verviers nach Paris. Der junge Offizier wurde bei seinem Eintreffen in Paris von seinen Landslenten und von französischen Kameraden mit großem Jubel empfangen. St. Petersburg, 6. Oktober. Nach einer Meldung aus Ssaratow ist, „W. T. B.“ zufolge, der große Wolga⸗Passagier⸗ Dampfer „Benardaki“, welcher von stromaufwärts fuhr, unweit Kamyschin auf einen Felsen aufgestoßen und leck geworden. Die Passagiere wurden durch einen anderen Wolga⸗Dampfer gerettet.
Moskau. Ueber das dem hochseligen Kaiser Alexander II. im Kreml in Moskau zu errichtende Denkmal, zu dem das Modell gegenwärtig im Moskauer Historischen Museum ausgestellt ist, sind der „M. D. Ztg.“ nachstehende nähere Details entnommen: Das
1 8 — 1 1 Wurzelfrüchte Paris. Ein russischer Artillerie⸗Lieutenant Georgyi Marlos
zerschlagen. In der Stadt wie überall auf dem Lande sind große Bäume entwurzelt, Dächer abgedeckt, Zäune umgerissen, Stroh⸗ und Heuschober fortgeweht u. s. w. An der Nordseite der Insel Laaland stieg das Wasser sieben Fuß über die Normalhöhe, sodaß ein großer Küstenstrich ü erschwemmt wurde; alle noch in der Erde befindlichen — r sind vernichtet. Wie leider zu erwarten war, sind gestern und heute auch von vielen Stellen unfälle gemeldet worden. Im großen Belt kenterte am Donnerstag Mittag die deutsche Kufgzaleasse „Sjulinka- und sank, nur mit großer Mühe konnte sich die Besatzung i Schiffsboote retten. Bei Klittmöller strandete die dänische Galeaf „Marie Cathrine“, bei Stigbjerg die Jacht „Lykkens Haab“, bei Refsnäs die norwegische Barke „Portena“ und der n ische
dreimastige Schoner „Nordsöen“, im Kallundborgfjord der oner
„Alfhild“ bei der Insel Lassö der Gothen burger Dampfer „Cito“ und zwei Schoner, in Friedrichshafen wurde der deutsche Schoner „Nautilus“ entmastet von einem Bergungsdampfer eingebracht. Es ist indessen anzunehmen, daß hiermit die Liste der Schiffsunfälle an unseren Küsten noch nicht geschlossen ist.
New⸗York, 3. Oktober Ein in der elektrischen Lichtfabrik i Waltham Massachussets, beschäftigter Ingenieur erhielt heute, der „Magd. Itg. zufolge, einen elektrischen Schlag von 1500 Voltas. 1 Seine Hände wurden schwer verbrannt, onst zog er sich keine
ernsten Verletzungen zu
1. Steckbriefe und Untersuchungs⸗Sachen.
2 Zwangsvollstreckungen, Aufgebote, Vorladungen u. dergl. 3. Verkäufe, Verpachtungen, Verdingungen ꝛc.
4. Verloosung, Zinszahlung ꝛc. von öffentlichen Papieren.
[36085] 1) Steckbriefe und Untersuchungs⸗Sachen
(86s den M “ egen den Maurergesellen Carl Holz aus Lötzen, 18 oder 19 Jahre alt, bekleidet 898 “ ch ö18n E 28 blauer e. eren grader irm an der unteren Seite ro 1 Leder hat, ist diesseits wegen Raubes Haftbereht 2u, Diedenbofen, erlassen. Die Polizei⸗Behörden werden gebeten, auf den ꝛc. Holz zu vigiliren, ihn im Betretungsfalle festzunehmen, dem nächsten Amtsgerichte zuzuführen, und davon hierher Nachricht zu geben. Greifswald, den 3. Oktober 1890. Der Untersuchungsrichter beim Königlichen Landgericht. 8
Diedenhofen,
gard, Knecht,
Diedenhofen,
[36927 9)
Der in actis 88 D. 221. 84 am 24. Februar 1885 Gde. Fameck, Handarbeiter, F r 1885 16) ernec, g dn geb. 2 9. 67 zu Morlingen, üttenarbeiter,
gegen den Mechaniker John Eassi, geboren am 25. Juli 1848 zu New⸗York, erlassene Steckbrief wird zurückgenommen. Berlin, den 27. September 1890. Königliches Amtsgericht I. Abtheilung 88
11) Laurent,
Oeffentlicher A
In der Strafsache gegen:
1) Bernard, Nikolaus, geboren 28. 4. 67 zu Algringen, Arbeiter,
2) Bodin, Eugen Apollinaire, geb. 25. 5. 67 zu
3) Cuny, Karl, geb. 19. 8. 67 zu St. Peter, Gde. Diedenhofen, Arbeiter, 4) Dacosta, Gabriele Ernst Achilles, geb. 6. 7. 67
5) Laschet, Johann, geb. 21. 10. 67 zu Beaure⸗
6) Schmitte, Karl Marie Josef, geb. 13. 5. 67 ebenda, zul, in Diedenhofen, 7) Vandeville, Josef Alfons, geb. 10. 4. 67 zu
; 8) Zind, Sere Fonis, geh. 29. 7. 67 zu St. rantz, Gde Diedenhofen, Gärtner, b. 8. 9. 67 zu Büdingen, in Metz, Dupont, Louis, ge AE“
zul. in Ersingen,
Büssingen, Gde. Gandringen, Handarbeiter, 12) Lorentz, Nikolaus, geb. 19. 10. 67 zu Gan⸗ (sKsdringen, zul. in Mondelingen, 16
nzeiger.
1 2 Moveuvre,
ebenda, Hüttenarbeiter,
18) Vax, Louis, geb. 14. arbeiter, Hüttenarbeiter,
20) Chalonaque, 28. 4. 67 zu Haypingen,
Bergarbeiter,
Bergmann,
Puddler, ofef Albert, geb. 25. 7. 67 zu ebenda,
Bergmann,
13) Demefve, Franz, geb. 14. 3. 67 zu Groß⸗
14) Grados, Karl, geb. 29. 1. 67 e 15) Großelin, Franz August, E. 67
39 Reonsent Miact,g, 738 88 9, C eend⸗, veng, Vube
. 67 ebenda, Hütten⸗ 19) Kowalski, Franz, geb. 20. 5. 67 zu Hayingen, 33) Stanislaus Franz, geb. 21) Franzen, Nikolaus, geb. 26. 1. 67 ebenda, 22) Hoffmann, Georg, geb. 24. 1. 67 ebenda,
1 23) Janson, Peter, geb. 25. 2. 67 ebenda, zul.
) Reiter, Johann, geb. 1. 7. 67 ebenda,
28) Scholler, Joh. Heinrich, ges. 4. 2. 67 zu Flörchingen, jul. in Haypingen, Hü — 2 . 29) Bané, Nikol. Gustav, geb. 23. 2. 67 m
äuser, Ber 8 30) Simon, .14. 7. 67 ecbenda, „ geb. 6. 8. 67 m Ober⸗
ter, 8 32) Hammer, Johann, geb. 3. 2. 67 zu Namg⸗ wall, zul. in Hapingen,
Scheff 8 34) Nüenen Karl, geb. 5. 10. 67 zu Scher⸗
mingen, ( 35) gvgeehh 17. 10. 87 m Nefingen. Nikalaus Cclestin, ges. 6. 4 67
1 31. 2 8—8 1. 67 m. Instemunt 38) Enzange, Damaise August. geü. I1. 12. 87
11. 67 ebenda,
1 zu Beuvingen. S 25) Leonard, Marie Nikolaus Leon, geb. 22. 12. 67 29) 22.s. nretnas Sedo an 11 8n 87 26) Reymeyer, Nikolaus, geb. 6. 8. 67 ebenda, Archen, Jah Prdmig Tüeubur. gel. 12 8 87. 8 8 168 „IZ 8
41) Handerr, Ntalxung. An ᷑ m bar l8. u
Schiffs.