1890 / 259 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 27 Oct 1890 18:00:01 GMT) scan diff

Hirlap“, der

sowie der österreichische General⸗Konsul theilnahmen.

Auch aus dem Auslande liegen Kundgebungen vor. Aus Wien wird gemeldet: Die Morgenblätter vom Sonntag widmen

9 oltke hoch ehrende Artikel und feiern sämmtlich dem Grafen von 5 18 88 c ehrende Wahriftstellet, als

Freund des Friedens Volks, als Verkörperung der Treue, als E selbstlosen Pflichtgefühls. Das „Fremden⸗ blatt? begrüßt Moltke als das berühmteste Mitglied des Heeres, dem sich das österreichisch⸗ ungarische Heer in affenbrüderschast verbunden weiß und dessen Namen ein tapferes Regiment der österreichisch⸗ungarischen Armee trägt. Die Zugehörigkeit Moltke’s zur österreichischen Armee kenn⸗ zeichne das innige Verhältniß beider Armeen. Indem Moltke selbst den Fortbestand des Friedens wünsche, dürfe er als Stütze der Weltruhe gelten. Aehnlich spricht sich „Neue freie Presse“ aus, was allen Parteien, allen Völkern, Freun⸗ den wie Feinden, Ehrfurcht und Bewunderung abringe, das sei Moltke's Friedensliebe, sein Herz, das mit dem Volke fühle, sodaß die heutige Feier eine wahre Friedensfeier sei. Glücklich sei das veutsche Volk, daß es seinen größten Feld⸗ herrn ohne übermüthiges Säbelrasseln oder prahlerische Ruhm⸗ redigkeit feiern dürfe. Aus Pest liegt folgendes Telegramm vor: In einem Artikel über den 90. Geburtstag des General⸗Feldmarschalls Grafen von Moltke sagt der „Pester Lloyd“: Ueberall, wo die Empfindung für 1.“ Ehrwürdigkeit und ein Ver⸗ ständniß für wirkliche Größe sebenci6, wird die Moltke⸗ Feier mit aufrichtiger Sympathie begleitet. Auch der „Pesti „Budapesti Hirlap“, das „Budapester Tage⸗ blatt“ und das „Neue Pester Journal“ widmen dem Grafen

Moltke schwungvolle Artikel. 1. 8 eutsche Verein für Kunst und Wissenschaft in

London beging den Geburtstag des Grafen Molike durch ein Festessen 5 welchem der deutsche Botschafter Graf von Hatzfeldt mit dem Zweiten Sekretär der Botschaft vom Rath und dem Militär⸗Attaché, Korvetten⸗Kapitän e er deutsche Botschafter brachte den mit lebhaftem Beifall auf⸗ 8.2e Toast auf Se. Majestät den Kaiser aus, die Festrede auf den Jubilar fand begeisterte Zustimmung. 0 InSt. Petersburg fand zur Feier des Geburtstages beim deutschen Botschafter von Schweinitz ein Festmahl statt, wozu

alle sich dort aufhaltenden deutschen Reserve⸗ und Landwehr⸗

Offiziere eingeladen waren; die deutsche Kolonie hat dem eneral⸗Feldmarschall Grafen Moltke zum 90. Geburtstage eine

G Adresse und Geschenke gesandt.

8 8

G a gestern Abend eine Festlichkeit und sprach dem Grafen Moltke

In Stockholm veranstaltete die deutsche Gesellschaft

telegraphisch ihre Glückwünsche aus.

Das Haupt⸗Telegraphenamt in Berlin hatte am 26. einen schweren Sonntag. Es gingen für den General⸗Feldmarschall Grafen von Moltke 2099 Glückwunsch⸗Telegramme mit 74 484 Worten hier ein, aus allen Ländern Europas und aus fremden Welttheilen. Noch heute, am Montag, ist diese Hoch⸗ fluthnichtabgelaufen. Die entsprechenden Verstärkungsmaßregeln waren im Voraus getroffen, sodaß der Dienst glatt abgewickelt wurde. .“

Frankfurt a. M., 27. Oktober. Der wegen Majestäts⸗ beleidigung verhaftete Redacteur des sozialdemokratischen Blattes „Volksstimme“, Hoch, ist, dem „W. T. B.“ zufolge, gegen eine Kaution von 3000 in Freiheit gesetzt worden.

Münster, 26. Oktober. Heute Mittag 12 Uhr wurde der auf Befehl Sr. Majestät des Kaisers und Königs einberufene Landtag der Provinz Westfalen im Sitzungssaale des hiesigen Ständehauses, nachdem zuvor die Mitglieder des Landtages dem im Dome und in der evange⸗ lischen Kirche abgehaltenen feierlichen Gottesdienste beigewohnt hatten, durch den Königlichen Landtags⸗Kommissar, Ober⸗ Präsidenten der Provinz Westfalen Studt mittels folgender Ansprache eröffnet:

Hochgeehrte Herren! .

Früher, als bei dem Schlusse der Verhandlungen des 31. Pro⸗ vinzial⸗Landtages zu erwarten stand, hat die geschäftliche Lage Ihre Wiedereinberufung nothwendig erscheinen lassen.

Die zur Durchführung des Reichsgesetzes über die Invaliditäts⸗ und Altersversicherung erforderlichen Vorarbeiten bedingen, daß die Bildung des Vorstandes der für Westfalen errichteten Versicherungs⸗ anstalt möglichst zeitig vor dem 1. Januar k. J., als dem für das Inkrafttreten des ganzen Gesetzes in Aussicht stehenden Zeit⸗ punkte erfolge. Zu diesem Behufe bedarf es nach gesetz⸗ licher Vorschrift der Bestellung eines oder mehrerer Beamten des Provinzialverbandes zu Vorstandsmitgliedern, über welche Sie verfassungsmäßig zu beschließen haben. Sie werden auf diese Weise zur Mitwirkung an dem Ausbau einer Organisation berufen sein, welche in dem großen, unter der Aegide Sr. Majestät unseres Allergnädigsten Kaisers und Königs sich vollziehenden sozialen nach Umfang und Bedeutung die oberste Stelle ein⸗ nimmt.

Es werden außerdem einige andere Vorlagen aus dem Bereiche der kommunalen Verwaltung der Provinz Ihre Thätigkeit in An⸗ spruch nehmen.

Die drei Irrenanstalten der Provinz sind überfüllt und kaum noch erweiterungsfähig. Dieselben haben sich gegenüber der gesteigerten Zahl der Geisteskranken und der Aufnahmegesuche in dem Maße un⸗ zureichend erwiesen, daß von dem Provinzial⸗Ausschusse die Errichtung einer vierten derartigen Anstalt in Antrag gebracht wird.

Ferner ist, um dem vorhandenen Bedürfnisse zu genügen, die Umwandlung der Provinzial⸗Pflegeanstalt zu Geseke in ein Land⸗ armen⸗ und Krankenhaus in Vorschlag gebracht und in diesem Sinne der Entwurf eines neuen Reglements aufgestellt worden, welcher Ihnen zugehen wird.

Ihrer Beschlußfassung wird außerdem ein Gesuch des Verbandes

der Westfälischen Verpflegungs⸗Stationen für mittellose Wanderer,

welches die Gewährung einer dauernden, den Bestand dieser wichtigen Einrichtung sichernden Unterstützung aus Provinzialmitteln für die Unterhaltung der Stationen zum Gegenstand hat, unterbreitet werden; desgleichen ein Antrag auf Bewilligung eines erhöhten Provinzial⸗ zuschusses zu Gunsten der Fachschule für Metallindustrie in Iserlohn.

Ueber die Ergebnisse der Provinzialverwaltung im Etatsjahre 1889/90 hat der Provinzial⸗Ausschuß einen ausführlichen Bericht er⸗ stattet, welcher nebst einer Anzahl von Jahresrechnungen Ihrer Prü⸗ fung unterliegen wird. Aus demselben werden Sie Sich von Neuem überzeugen, daß die fürsorgliche Thätigkeit der Geschaͤftsleitung in gleichmäßig erfolgreicher Weise allen Zweigen des Betriebes zuge⸗ wendet ist.

Hochgeehrte Herren! Der heutige Tag, an welchem durch Gottes Gnade unser ruhmgekrönter Heerführer, der General⸗Feldmarschall Graf von Moltke, sein neunzigstes Lebensjahr vollendet, ist für das gesammte Deutsche Reich ein mit dankerfülltem Herzen zu begehender Festtag. Ich weiß mich in voller Uebereinstimmung mit Ihnen, wenn

ich dies insbesondere auch für die Provinz Westfalen gelten lasse, deren Söhne an den von dem großen Feldherrn geleiteten Feldzügen

ruhmreichen Antheil genommen haben.

Indem ich dem Wunsche Ausdruck gebe, daß Ihre Berathungen von bestem Erfolge begleitet sein mögen, erkläre sch auf Allerhöchsten Befehl den 32. Provinzial⸗Landtag der Provinz Westfalen für eröffnet

Das älteste Mitglied der Versammlung, Ehrenamtmann Brüning aus Enniger brachte nach entsprechenden Worten der Erwiderung ein dreifaches Hoch auf Se. Majestät den Kaiser und König aus, in welches die Versammlun lebhaft einstimmte.

Sachsen. Dresden, 25. Oktober. Ihre Majestäten der König

und die Königin sind, nach dem „Dr. J.“, gestern Abend

von Schloß Wermsdorf nach der Königlichen Villa zu Strehlen zurückgekehrt. Heute Abend begab sich Se. Majestät der König nach Berlin.

388

Württemberg.

Sctuttgart, 25. Oktober. Der „Staatsanzeiger für Württemberg“ meldet amtlich die Enthebung des kom⸗ mandirenden Generals des Württembergischen Armee⸗Corps, Generals der Kavallerie von Alvensleben, von dem Kom⸗ mando des Armee⸗Corps, undtheilt außerdem mit, daß Se. Majestät der König in einem sehr gnädigen Handschreiben an den General d. d. Bebenhausen, den 19. d. M., aus Anlaß seiner Enthebung von dem Kommando über das XIII. (K. W.) Armee⸗Corps demselben als „Beweis Seiner wohlwollenden Gesinnung“ das Großkreuz des Militärverdienst Ordens zu verleihen geruht habe. Der Kriegs⸗Minister von Steinheil ist aus Berlin hierher zurückgekehrt.

Nach Schluß der Redaktion eingegangene Depeschen.

Kiel, 27. Oktober. (W. T. 8 Nach den hier vor⸗ liegenden Berichten wurde die Moltkefeier in allen Schleswig⸗Holsteinschen Städten durch festliche Be⸗ flaggung, Festaufführungen, Fackelzüge und Festkommerse begangen. In Rendsburg wurde an dem Hause, in welchem Graf Moltke von 1819 bis 1822 wohnte, eine Ge⸗

denktafel angebracht. Bern, 27. Oktober. (W. T. B.) Bei den Wahlen

zum Nationalrath sind im Kanton Genf bisher ein Radi⸗

kaler und zwei gemäßigt Konservative gewählt. Die Ab⸗ stimmung über die Verfassungsre vision Behufs Ein⸗ führung der staatlichen Unfall⸗ und Krankenversicherung er⸗ gab nach den nunmehr vorliegenden Meldungen 254 314 Stimmen für und 82 423 Stimmen gegen die Revision. Durch die noch ausstehenden Ergebnisse kann das Schluß⸗

resultat, die Annahme der Revision, nicht abgeändert

werden.

(Fortsetzung des Nichtamtlichen in der Zweiten und Dritten Beilage.)

Der phänomenale

X

schen Reichs⸗Anzeiger und Königlich Preu

Erste Beilage

Ib

Verlin, Montag, den 27. Oktober

ßischen Staats⸗Anzeiger.

Deutsches Reich.

nz.

rer

Se. Majestät der Deutsche Kaiser, König von Preußen, im Namen des Deutschen Reiches;

Se. Majestät der Kaiser von Oesterreich, König 8 Böhmen, ꝛc., und Apostolischer König von

ngarn;

Se. Majestät der König der Belgier;

Se. Majestät der König von Dänemark;

Se. Majestät der König von Spanien und in Seinem Namen Ihre Majestät die Königin⸗ Regentin des Königreiches;

Se. Majestät der König⸗Souverän des Unab⸗ hängigen Congo⸗Staars,

der Präsident der Vereinigten Staaten Amerika;

der Präsident der Französischen Republik;

Ihre Majestät die Königin des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Irland, Kaiserin von Indien;

Se. Majestät der König von Italien;

Se. Majestät der König der Niederlande, Groß⸗ herzog von Luxemburg ec.;

Se. Mazestät der Schah von Persien;

Se. Majestät der König Algarbien ec.;

Se. Majestät der Kaiser aller Reußen;

Se. Majestät der König von Schweden und Nor⸗ wegen ec.;

Se. Majestät der Kaiser der Ottomanen und

Se. Hoheit der Sultan von Sansibar;

von

von Portugal und

von dem festen Willen beseelt, den Verbrechen und Verwü

sttungen, welche der afrikanische Sklavenhandel hervor⸗ ruft, ein Ziel zu setzen, die eingeborenen Völkerschaften Afrikas

wirksam zu schützen und diesem ausgedehnten Kontinent die

Wohlthaten des Friedens und der Civilisation zu sichern; und in der Absicht, den bereits in gleichem Sinne und zu ver⸗ schiedenen Zeiten von den Mächten gefaßten Beschlüssen eine neue Sanktion zu geben, die Resultate, zu denen sie gelangt, zu vervollständigen und einheitliche Maßregeln aufzustellen, welche die Vollendung des Werkes sichern, das den Gegen⸗

der Präsident der Französischen Republik: den Herrn Albert Bourée, außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister Frankreichs bei Sr. dem König der Belgier, un den Herrn Georg Cogordan, bevollmächtigten Minister, 1 Direktor des Kabinets des französischen Ministers der Auswärtigen Angelegenheiten; Ihre Majestät die Königin des Vereinigten Königreichs von Groß ⸗Britannien und Irland, Kaiserin von Indien: den Lord Vivian, Pair des Vereinigten Königreichs, Ihren außerordentlichen Gesandten und bevollmäch⸗ üigten Minister bei Sr. Majestät dem König der elgier,

und Sir John Kirk; 1 Se. Majestät der König von Italien: den Herrn Franz de Renzis, Baron de Montanaro, hren außerordentlichen Gesandten und bevollmäch⸗ tigten Minister bei Sr. Majestät dem König der Belgier, und den Herrn Thomas Catalani, Ihren außerordent⸗ lichen Gesandten und bevollmächtigten Minister; Se. Majestät der König der Niederlande, Groß⸗ herzog von Luxemburg: den Herrn Louis Baron Gericke de Herwynen, Ihren außerordentlichen Gesandten und bevollmäch⸗ Minister bei Sr. Majestät dem König der heelgier; 1 Se. Kaiserliche Majestät der Schah von Persien: den General Nazare Aga, Ihren außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister bei Sr. Majestät dem König der Belgier; Se. Majestät der König von Portugal und Algarbien: den Herrn Heinrich de Macedo Pereira Coutinho, Mitglied des Conseils, Pair des Königreichs, Minister und Staatssekretär ad hon., Ihren außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister bei Sr. Majestät dem König der Belgier; Se. Majestät der Kaiser aller Reußen: den Herrn Leo Prinzen Ouroussoff, Hofmeister, Ihren außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Westet bei Sr. Majestät dem König der Belgier, un den Herrn Friedrich von Martens, Ihren Wirklichen Staatsrath, ständiges Mitglied des Rathes des russischen Ministeriums der Auswärtigen Angelegenheiten; Se. Majestät der König von Schweden und Nor⸗

1890.

wässern angeordneten Kreuzfahrten und die für diese als Schutzhäfen bestimmten Stützpunkte haben, abgesehen von ihrer Hauptaufgabe, nämlich der Verhinderung der Sklaven⸗ jagden und der Absperrung der dem Sklavenhandel dienenden Straßen, noch folgende Nebenbestimmungen:

1) den eingeborenen Völkerschaften, welche der Oberhoheit oder dem Schutz des Staats unterstellt sind, von dem die Station abhängig ist, sowie den unabhängigen Völkerschaften und bei drohender Gefahr zeitweise allen anderen als Schutz⸗ und nöthigenfalls Zufluchtsort zu dienen; die Völkerschaften der erstermähnten Kategorie in den Stand zu setzen, zu ihrer eigenen Vertheidigung beizutragen; die inneren Kriege zwischen den Stämmen auf schiedsrichterlichem Wege zu vermindern; dieselben mit Ackerbau und Gewerbe vertraut zu machen, um so ihren Wohlstand zu heben, sie zur Civilisation zu erziehen und die Ausrottung barbarischer Bräuche wie des Kanniba⸗ lismus und der Menschenopfer herbeizuführen; t

2) Hülfe und Schutz den Handelsunternehmungen zu gewähren, deren Gesetzmäßigkeit zu überwachen, namentlich auch durch Kontrole der Dienstverträge mit den Eingeborenen und die Gründung von dauernden Kulturcentren und Handels⸗ niederlassungen vorzubereiten;

3) ohne Unterschied des Kultus die bereits bestehenden oder noch zu begründenden Missionen zu schützen;

4) für Krankenpflege zu sorgen und den Forschern sowie allen denen, die sich in Afrika an dem Werk der Unterdrückung des Sklavenhandels betheiligen, Gastfreundschaft und Hülfe

zu gewähren. Artikel III.

Die Mächte, welche in Afrika Souveränetätsrechte oder eine Schutzherrschaft ausüben, verpflichten Sich in Bestätigun und näherer Bestimmung Ihrer früheren Erklärungen, na und nach, je nachdem es die Umstände zulassen, sei es durch die oben erwähnten Mittel oder durch jedes andere, das Ihnen zuträglich erscheinen sollte, die Unterdrückung des Sklaven⸗ handels, Eine Jede in Ihren bezüglichen Besitzungen und unter Ihrer eigenen Leitung, zu betreiben. für möglich erachten, werden Sie denjenigen Mächten Ihre guten Dienste leihen, welche in rein humanitärer Absicht eine ähnliche Aufgabe in Afrika erfüllen sollten.

Artikel IV.

Die Mächte, welche Hoheitsrechte oder eine Schutzherr⸗ schaft in Afrika ausüben, können gleichwohl die Verpflichtun- gen, die Sie Kraft Artikel III übernehmen, insgesammt oder zum ee; an Gesellschaften, die mit Schutzbriefen versehen sind, übertragen. Sie bleiben nichtsdestoweniger direkt für die Verpflichtungen verantwortlich, welche Sie durch die gegen⸗ wärtige, General⸗Akte eingehen, und stehen für die Aus⸗

führung derselben ein.

Die Mächte versprechen den nationalen Vereinigungen und den individuellen Bestrebungen, welche an der Unter⸗

So oft Sie es

geführt von Frl. Oceana Renz. 5 Reitkünstler Mr. Clarke. Der weltberühmte Luft⸗ turner Mr. Rodgers. Das Schulpferd „Trepido geritten von Frl. Oceana Renz. 6 Gladiatoren, plastische Gruppirungen. Schul⸗Quadrille ausgeführt von 8 Herren mit den vorzüglichsten Schulpferden. Auftreten der hervorragendsten Reitkünstlerinnen und Reitkünstler.

Täglich gr. Vorstellung Abends 7 Uhr mit stets wechselndem Programm. An Sonn⸗ und Festtagen

2 Vorstellungen.

drückung des Sklavenhandels in Ihren Bereichen mitwirken wollen, Entgegenkommen, Hülfe und Schutz unter dem Vor⸗ behalt Ihrer vorgängigen und jederzeit widerruflichen Er⸗ mächtigung, Ihrer Leitung und een g sowie unter Ausschluß jeder Ausübung von Hoheitsrechten. Die kontrahltent Mrtilel 2 füch

ie kontrahirenden Mächte verpflichten Sich, sofern nicht schon durch Gesetze, die dem Geist des ac ehe. Artikels entsprechen, dafür Sorge getragen ist, innerhalb des Verlaufs von spätestens einem Jahre vom Tage der Unterzeichnung der 8 enwärtigen General⸗Akte ab ein Gesetz zu erlassen oder bei

Sardou. In Scene gesetzt von Sigmund Lauten⸗ burg. Anfang 7 ½ Uhr. 3

Mittwoch: Dieselbe Vorstellung.

In Vorbereitung: Familie Moulinard.

wegen: den Herrn Carl von Burenstam, Kammerherrn, Ihren bevollmächtigten Minister bei Sr. Majestät dem König 1.““ und bei Sr. Majestät dem König der Nieder⸗ ande; Se. Majestät der Kaiser der Ottomanen: Etienne Carathéodory Effendi, Großwürdenträger des Reichs, Ihren außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister bei Sr. Majestät dem König der Belgier; Se. Hoheit der Sultan von Sansibar: Sir John Kirk,

stand ihrer gemeinsamen Sorge bildet;

Haben in Folge der von der Regierung Sr. Majestät des Königs der Belgier im Einverständniß mit der Regierung Ihrer Majestät der Königin des Vereinigten Königreichs von

Großbritannien und Irland, Kaiserin von Indien, an sie er⸗

gangenen Einladung beschlossen, zu diesem Zweck eine Konferenz

n Peüfsel zu vereinigen, und haben zu ihren Bevollmächtigten rnannt:

Se. Majestät der Deutsche Kaiser, König von

Preußen, im Namen des Deutschen Reiches:

den Herrn Friedrich Johann Grafen von Alvens⸗

leben, Kammerherrn, Ihren Wirklichen Geheimen

Rath und außerordentlichen Gesandten und bevoll⸗

beck. In Scene gesetzt vom Ober⸗Regisseur Tetzlaff. Dirigent: Kapellmeister Sucher. Anfang 7 Uhr. Schauspielhaus. 220. Vorstellung. Der geheime Agent. Lustspiel in 4 Aufzügen von Hackländer. Anfang 7 Uhr.

Mittwoch. Opernhaus. 216. Vorstellung. Die Meistersinger von Nürnberg. Große Oper in 3 Akten von R. Wagner. (Eva: Frl. Malten, Königlich sächsische Kammersängerin, als Gast.) Anfang 6 ½ Uhr. Schauspielhaus. 221. Vorstellung. Minna von Barnhelm, oder: Das Soldatenglück. Lustspiel in 5 Aufzügen von G. E. Lessing. Anfang 7 Uhr.

Wetterbericht vom 27. Oktober 1890, Morgens 8 Uhr.

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Stationen. Wind. Wetter.

Belle-Alliance-Theater. Dienstag: Ensemble⸗ Gastspiel der Mitglieder des Wallner⸗Theaters. Zum 4. Male: Im neuen Berlin. Große Ge⸗ sangsposse in 4 Bildern mit Benutzung der Schreyer⸗ Hirschel'schen „Hamburger Fahrten“ von Franz Guthery und Wilhelm von Hoxar. Musik von Fritz Krause. Anfang der Vorstellung 7 ½ Uhr.

Mittwoch und folgende Tage: Di

Bar. auf 0 Gr

u. d. Meeressp.

red. in Milli in ° Celsius

Temperatur

wolkig halb bed. halb bed. bedeckt wolkenlog

NNW NW NNO

Mullaghmore Aberdeen.. Christiansund Kopenhagen.

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zu bringen, das einerseits die Bestimmungen Ihrer Strafgesetze

Stockholm. Haparanda. St. Petersb. Moskau... 751

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Schue⸗ Schnee bedeckt

Cork, Queens⸗ sorn . . .766 Cherbourg. 755 ex ... 1161 tb.1711 amburg.. 744 winemünde 744 Neufahrwasser 743 Memel.. 739

heiter wolkig wolkig halb bed. bedeck¹¹) wolkig ²) Regen bedeckt

L, 749

Künster 749 Karlsruhe.. 755 Wiesbaden. 753 München .. 755 Chemnitz.. 751 Belin . 777 Wien 753 Breslau... 748

Regen Regen wolkig bedeckl³) bedeckt⁴) wolkig Regenb) bedeckt bedeckt

Ile d'Aix.. 763 I1I1““ ööPI11

9- Gestern und Nachts böig mit Regen. ²) Nach⸗ 2) Abends Regen. 4 ⁵) Gestern Mittag Gewitter,

mittags regnerisch. Sturm und Regen. Regen und Hagel.

NNW NW SW

heiter wolkig

cen ooh eEe†¼coehoeeSöSeSgegegSNne

Regen

Uebersicht der Witterung.

Das gestern erwähnte barometrische Minimum liegt über dem Bottnischen Busen, e nach Holstein entsendend. druck westlich von Irland. Im Westen dauert die starke nördliche und nordwestliche Luftströmung fort und breitet sich langsam oftwärts aus. In Deutsch⸗ land sind noch frische südwestliche Winde vorherr⸗ schend. Die Temperatur ist in Deutschland außer im Osten gesunken und es dürfte bei Eintritt nord⸗ westlicher Winde weitere Abkühlung zu erwarten sein. In Kassel, Berlin und Holyhead fanden Ge⸗

witter statt.

Am höchste

13

14

4) Nachts

inen Ausläufer n ist der Luft⸗

Deutsche Seewarte.

6

Theater⸗Anzeigen. Königliche Fchauspiele.

haus.

215. Vorstellung. 4 Akten von G. Verdi.

Dienstag: Othello.

1. 8 1 Text von Arrigo Boito. Für die deutsche Bühne übertragen von Max Kahl⸗

Opern⸗ Oper in

Beutsches Thrater. Dienstag: Der Pfarrer von Kirchfeld.

Mittwoch: Götz von Berlichingen.

Donnerstag: Die Haubenlerche.

Die nächste Aufführung von Das Wintermärchen findet am Freitag, den 31. Oktober statwt.

Verliner Theater. Dienstag: Kean.

Mittwoch: Die Jungfrau von Orleans. Donnerstag: Zum 1. Male: Der Bernhardiner.

H HVᷣnęn——-

Tessing-Theater. Dienstag: Die Ehre. Schauspiel in 4 Akten von Hermann Sudermann. Anfang 7 Uhr.

Mittwoch: Der Fall Clémenceau. Schau⸗ spiel in 5 Akten von A. Dumas u. A. d’'Artois.

Donnerstag: Die Ehre. 6

Wallner-Theater. Dienstag: Gastspiel von Felix Schweighofer. Zum 22. Male: Der Bauerndoktor. Genrebild mit Gesang in 1 Akt von Ed. Dorn. (Lenz Dollinger: Felix Schweig⸗ hofer, a. G.) Hierauf: Zum 22. Male: Pension Schöller. Posse in 3 Akten nach einer W. Ja⸗ coby'schen Idee von Carl Laufs. (Philipp Klapp⸗ roth: Felix Schweighofer, a. G.) Anfang 7 Uhr.

Mittwoch u. folg. Tage: Dieselbe Vorstellung. Anfang 7 Uhr.

Victoria-Theater. Dienstag: Zum 64. Male: Die Million. Modernes Ausstattungsstück in 12 Bildern von Alex. Moszkowski und Rich. Nathanson. Musik von C. A. Raida. Ballet von Gredelue. Anfang 7 ½ Uhr.

Priedrich-Wilhelmstädtisches Theater. Direktion: Julius Fritzsche. Dienstag: Boccaccio.

Komische Operette in 3 Akten von F. Zell und R. Genée. Musik von Suppé. Dirigent: Hr. Kapell⸗ meister Federmann. Anfang 7 Uhr.

Mittwoch: Boccaccio. 1

Residenz-Theater. Direktion Sigmund Lauten · burg. Diensta Letzte Woche! Ferréol.

stellung.

53. Male: in 4 Akten

Ferron.

Deficit.

Goethe,

Steffens.

1 Verlobt: Adolph Ernst-Theater. Dienstag: Unsere Don Inans. Leon Treptow. Couplets von Gustav Görß. Musik von Franz Roth und Adolph Anfang 7 ½ Uhr. Mittwoch: Dieselbe Vorstellung.

Thomas-Theater. Alte Jakobstraße 30.

1— 52 wank in en von 2 Das Jahrmarktsfest

Schönbartspiel von W. v. 88 für die Bühne

Zum Schluß: Zum 5. Male: zu Plundersweilern. Musik von Conradi, bearbeitet von Emil Pohl. Mittwoch: Dieselbe Vorstellung. Sonnabend: Wetterfrosch, Rud. Kneisel un

osse mit Gesank in 3 Akten von Fetes Hirschel, Musik von Gustav —. Hrn.

eselbe Vor⸗

Familien⸗Nachrichten.

Frl. Ottilie Schoeller mit Hrn. Kaufmann Max Beovensiepen (Köln). Frl. Betty von der Heyden mit Hrn. Max Achilles (Kl. Stove Rostock). Frl. Anna Borchmann mit Hrn. Lieut. Max Berring (Lindhof Thorn). Frl. Helene Wabner mit Hrn. Karl Stefke (Tarnowitz). Frl. Anna Esmann mit Hrn. Paul Ritter (Berlin). Frl Auguste Gott⸗ schalck mit Hrn. Christian Koch (Hamburg

Kiel).

Verehelicht: Hr. Narciß von Woyrsch mit Frl. Anna von Wsyrsch (Mechwitz). Hr. Dr. L. Erdmenger mit Frl. Gertrud Kallenbach (Han⸗ nover). Hr. Prem.⸗Lieut. Gerhard von Mar⸗ schall mit Frl. Anna von Behr (Hindeberg).

Zum Gesangsposse

Zan⸗ 5. Male: ulius Rosen.

(Rheydt Burgsteinfurt). Hr. Georg Boenisch mit Frl. Hedwig Giller (Klein⸗Darkowitz). 1 2.ö S Sbn G nn 1Ie-. Lei . Hrn. P. F. Feldhahn ausdor Reinhold Barniske (Magdeburg). Eine Tochter: Hrn. Pfarrer Goedel (Weins⸗ heim bei Kreuznach). H. (Ratingen) Hrn. Pastor Kröcher (Kladow).

Male: Der

Concert. Beethoven. v. Suppé.

Concert⸗Anzeigen.

Concert-Haus.

Ouv. „Tell“ Ungar.

Walzer v.

Weihe des Hauses“ v. „Leichte Kavallerie“ Nr. I. v. Ksdler⸗Böla. Gungl.

v. Rossini.

„Epigramme“, b 1 Täuschungen“, Potpourri v. Schreiner. lied“ f. d. Harfe v. Gounod, böck. „The lost Chord“ vorgetr. v. Hrn. Richter.

vorgetr. v. Frl. Lem⸗ .Piston v. Sullivan,

Hrn. Wirthschafts⸗Inspektor Otto Saager (Dom. Fauljoppe, Nied. Schles.) 8-. Lehrer Ernst Hering (Leipzig). Hrn. E.

Hrn. Fr. Körner⸗Paetz (Velpke in Braun⸗

schweig). Gestorben: Hr.

Carl Meyder⸗

Hr. Apotheker Wilhelm Bergmann (Eisen S.⸗Altenb.). Hr. Tele (Schwerin). Hr. WE“

ochter Klara (Schwer (Berlin). Hrn. Dr. Bunge Tochter L. (Berlin). Hr. Justizrath Karl Luedecke (Neu

„Mustkalische „Frühlings⸗

zettel.

mliche Naturkunde. Lehrter Bahnhof). ich Vorstellung im Näheres die Ansch

Arania, Anstalt für volksthüt Am Landes⸗Ausstellungs⸗Park Geöffnet von 12—11 Uhr. wissenschaftlichen Theater.

haldensleben).

oeppen (Berlin).

lag⸗ Redacteur: Dr. H. Klee. Berlin:

Verlag der Expedition (S cholz).

7 Uhr.

wähltem Programm,

Pariser Sittenbit in 4 Aufzügen von Victorien

Circus Renz. (Carlstraße.) Dienstag, Gr. Extra⸗Vorstellung mit besonders ge⸗ u. a. 6 irländische Jagdpferde in Freiheit dressirt und vorgeführt von Herrn Franz

Renz. Das Blumenpferd Ifagar, in Freiheit vor⸗

c der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlags Deun gert Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32.

Sieben Beilagen (einschließlich Börsen⸗Beilage).

Abends

Hr. Gustav Am End mit Frl. Elise Wischebrink

8

rn. Wilhelm Nökel

Direktor Dr. Gottfried Jehn (Grafenberg). Frl. Johanne Broekel eö. erg,

(1663 )

mächtigten Minister bei Sr. Majestät dem König der Belgier, und 1 den Herrn Wilhelm Göhring, Ihren Geheimen Legations⸗Rath, General⸗Konsul für das Deutsche Reich zu Amsterdam; Se. NS4 g der Kaiser von Oesterreich, König 8 öhmen und Apostolischer König von ngarn: een Herrn Rudolph Grafen Khevenhüller⸗Metsch, Kammerherrn, Ihren außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister bei Sr. Majestät dem König der Belgier; ze. Majestät der König der Belgier: den Herrn August Baron Lambermont, Staats⸗ Minister, Ihren außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister,

und Herrn Emil Banning, General⸗Direktor im be gasen Ministerium der Auswärtigen Angelegen⸗

eiten;

Se. Majestät der König von Dänemark:

den Herrn Friedrich Georg Schack von Brock⸗ dorff, General⸗Konsul für Dänemark zu Antwerpen; Se. Majestät der König von Spanien und in Seinem Namen Ihre Majestät die Königin⸗

Riegentin:

Don José Gutierrez de Agusra, Ihren außer⸗ ordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister bei Sr. Majestät dem König der Belgier;

Se. Majestät der König⸗Souverän des Unab⸗ hängigen Congo⸗Staats: den Henrn Edmund Van Eetvelde, General⸗Verwalter ees Departements der Auswärtigen Angelegenheiten für 89 Unabhängigen Congo⸗Staat, un den . August Van Maldeghem, Rath beim assationshof zu Brüssel; der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika: den Herrn Edwin H. Terrel, außerordentlichen Ge⸗ sandten und bevollmächtigten Minister der Vereinigten Staaten von Amerika bei Sr. Majestät dem König

er Belgier,

un den Herrn Wilhelm Göhring; welche, versehen mit Vollmachten, die in guter und gehöriger Form befunden worden sind, die folgenden Bestimmungen an⸗ genommen haben:

Kapitel I.

Länder des Sklavenhandels. Maßregeln, welche in den Gebieten zu treffen 818 in denen der Sklavenhandel seinen Ursprung hat.

Artikel I.

Die Mächte erklären, daß die wirksamsten Mittel zur Be⸗ bümxfümng des Sklavenhandels im Innern Afrikas fol⸗ gende sind:

1) Fortschreitende Organisation der Verwaltung, der Ge⸗ richtsbarkeit, sowie der kirchlichen und militärischen Einrich⸗ tungen in den der Hoheit oder dem Protektorate der civilisirten Nationen unterstellten Gebieten Afrikas.

2) Allmähliche Errichtung von Stationen im Innern Seitens der Mächte, zu denen die betreffenden Gebiete im Ab⸗ E1“ stehen, und zwar mit einer derart starken

esatzung, daß in den durch die Menschenjagden verwüsteten Gebieten ein kräftiger Schutz der Eingeborenen und eine wirk⸗ 55 Unterdrückung des Sklavenhandels ausgeübt werden nnen.

3) Anlage von Straßen und namentlich Eisenbahnen, welche die vorgeschobenen Stationen mit der Küste verbinden und den Zugang zu den Binnengewässern und zu dem oberen Laufe der urgh Schnellen und Katarakte unterbrochenen Ströme und Flüsse erleichtern, um auf diese Weise billige und schnellere an die Stelle des jetzt üblichen Trägerdienstes zu setzen.

29 Einführung von Dampfschiffen auf den schiffbaren lüssen des Innenlandes und auf den Seen sowie zu deren nterstützung Anlegung von Sin ennen an den Ufern.

5) Errichtung von Telegrap enlinien zur e der

Verbindung der Stützpunkte und Stationen mit der Küste

und den Verwaltungscentren. .

6) Organisation von Expeditionen und mobilen Truppen⸗ körpern, welche die Verbindung der Stationen unter sich und mit der Küste aufrecht erhalten, bei der Unterdrückung des Sklavenhandels mitwirken und die eea⸗ sichern.

7) Beschränkung der Einfuhr der Feuerwaffen, wenigstens der vervollkommneten sowie der Munition in der ganzen Aus⸗ dehnung der von dem berührten Gebiete.

rtikel II. Die Stationen, die von jeder der Mächte auf ihren Ge⸗

ren betreffenden gesetzgebenden vnbnencse in Vorschlag

über die schwereren Vergehen gegen die Person auf die Ver⸗ anstalter und Theilnehmer von Menschenjagden, auf 6 8 er welche sich der erstümmelung von Erwachsenen und indern männlichen Geschlechts schuldig machen und auf alle Theil⸗ nehmer am gewaltsamen Sklavenfange, sowie andererseits die Bestimmungen über die Vergehungen gegen die persönliche Freiheit auf die Sklavenhändler Fuhrer und Transporteure 18 üncgencbas 6 Geh

ie Theilnehmer und Gehülfen der verschie 2 bezeichneten Kategorien der Sklavenfänger ö115 mit Strafen belegt werden, welche zu den durch die Thäter verwirkten im Verhältniß stehen.

Die Schuldigen, die sich der Rechtsprechung der Behörden des Landes entzogen haben, in welchem die Verbrechen oder Vergehen begangen sind, sollen entweder auf Grund der von den Behörden, welche die Gesetzesverletzung festgestellt haben übermittelten Untersuchungsakten oder auf Grund jedes andern Beweises ihrer Straffälligkeit auf Betreiben derjenigen Macht in deren Bereich sie betroffen worden, in Haft genommen werden und ohne weitere Förmlichkeit zur Verfügung der für ihre Aburtheilung kompetenten Gerichte gehalten werden.

Die Mächte werden Sich binnen möglichst kurzer Frist die bereits vorhandenen oder in Ausführung des gegen⸗ wärtigen Artikels erlassenen Gesetze dder Verordnungen mit⸗

theilen. Artikel VI.

Die in Folge des Anhaltens oder der Auflösung eines Sklaventransportes im Innern des Kontinents frei ge⸗ wordenen Sklaven sollen, sofern die Umstände es Festatten. in ihr ö zurückgesandt werden; andernfalls soll ihnen die Ortsbehörde nach Möglichkeit die Beschaffung von Lebens⸗ mitteln und, falls sie es wünschen, die Niederlassung an Ort und Stelle erleichtern.

Artikel VII.

Jeder flüchtige Sklave, welcher auf dem Kontinent den

Schutz der Signatär⸗Mächte anruft, soll ihn erhalten und soll in Ihren von Amtswegen errichteten Lagern und Stationen oder an Bord der die Seen und Nüffs befahrenden staat⸗ lichen Schiffe Aufnahme finden. Privatschiffe sollen das Asylrecht nur unter Vorbehalt der vorgängigen staatlichen heee 8 ausüben dürfen.

e 1

ie Privatstationen und

Arti II

Da die Erfahrung aller Stationen, die mit Afrika in

Desiebotg frhen, gezeigt hat, welche verderbliche und hervor⸗ ragende

olle bei der Ausübung des Sklavenhandels sowie

bei den inneren Kriegen zwischen den eingeborenen Stämmen