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Theil für das Ausland. In den letzten Tagen sind wieder einige größere Kessel und Reservolre nach Galizien abgesandt worden. — Der Zinkmarkt bewahrt seine feste Haltung und die Preise haben allmählich auch in London wieder annähernd die vor einigen Wochen innegehabte Höhe erreicht. Mehr und mehr macht sich jetzt schon
ü des Frühjahr geltend. — Blei und Blei⸗ kaaftgge sgte ben men 9e. e unverändert, obwohl der Absatz etwas
schwäͤcher gewvorgen, ne ammlang der Ungarischen Waffen⸗ fabrik⸗Aktiengesellschaft beschloß die Auflösung der Gesel⸗ schaft und betrante einen Ausschuß von drei Mit liedern mit der Durchführung der Liquidation. Dieselbe nahm ferner die Aus⸗
leichsofferte der Firma Ludwig Löwe & Co. an und beauftragte die Direktion resp. die Liquidatoren, die nothwendigen Verträge mit der Firma Ludwig Löwe & Co. endgültig abzuschließen. Der Direktion
3 ertheilt. 1 ’ Oktober. (W. T. B.) Kammzug⸗Termin⸗ handel. La Plata. Grundmuster B. pr. November 4,72 ½ ℳ, per
er 4,72 ¾ ℳ, per Januar 4,65 ℳ per Februar 4,57 ½ ℳ, Desegger 1708,2 pre Adril 447½ ℳ, pr. Mat 4,45 ℳ, pr. Juni 4,45 ℳ, pr. Juli 4,45 ℳ, pr. August 4,45 ℳ, pr. September 4,45 ℳ — Umsatz 90 000 kg., Schwach. Morgen Feiertag.
London, 30. Oktober. (W. T. B.) An der Küste 6 Weizen⸗
. ladungen angsbotz0. O t,ber. (W. T. B.). Wolle flau, Tendeng
u Gunsten der Käufer, Garne ruhig, Stoffe ruhiger. LZE 30., Oktober. T. B.) Wollauktion. Angeboten waren 2470 Ballen Buenos⸗Aires, 70 B. Montevideo, 213 B. Riogrande, 330 B. Capwolle; verkauft wurden 480 B Buenos⸗Aires, 53 B. Montevideo, 50 B. Riogrande, 178 B. Cap⸗
wolle. Auktion matt. Preise schwach. 8 8 Verkehrs⸗Anstalten.
ie die „Wes.⸗Ztg.“ hört, sind in Bremen für die in Aus⸗ sicht ue sZenr, ie zum Rhein⸗Elbe⸗Kanal (Mittel⸗ landkanal) reichlich 20 000 ℳ aufgebracht. In Hannover hat man 30 000 ℳ gesammelt, sodaß der Fonds in der beabsichtigten Höhe von 50 000 ℳ beisammen ist.
Hamburg, 30. Oktober. (W. T. B.) Der Schnelldampfer „Normannia“’ der Hamburg⸗Amerikanischen Packetfahrt⸗ Aktiengeselllschaft hat, von New⸗York kommend, heute Mittags Lizard passirt.
„Anglian“ ist heute auf der Ausreise von den Canarischen Inseln abgegangen.
— 31. Oktober. (W. T. B.) Der Castle⸗Dampfer
„Taymouth Castle“ ist gestern auf der Heimreise in London
angekommen.
Theater und Musik.
Königliche Theater.
In der Sonntagsvorstellung des „Lohengrin“ im Königlichen Opernhause sind die Damen Sucher und Staudigl, die Hrrn. Rothmühl, Betz, Oberhauser und Mödlinger beschäftigt. Im Königlichen Schauspielhause gelangen am Sonntag Schiller's „Räuber“ zur Darstellung.
Berliner Theater.
Gestern Abend gelangte Theodor Herzl's Schauspiel „Der Bernhardiner“ zur ersten, von sehr getheiltem Erfolge begleiteten Aufführung. Der Titel des neuen Stückes hat gewissermaßen einen zoologischen Sinn, insofern nämlich mit dem Namen⸗„Bernhardiner“ ein Russe Boris belegt wird, weil er seiner jungen schönen Herrin Natalie erst als Sekretär, dann als angeblicher Gatte mit der Treue und dem blinden Gehorsam eines Hundes auf Schritt und Tritt folgt. Die junge Russin Natalie sucht die „große Liebe“, welche alle Schranken überwindet, und glaubt diese Liebe bei einem verlobten jungen Manne, Heinrich Ruhland, zu finden, welcher in der That um ihretwillen am Hochzeitstage kurz vor der völlig vor⸗ bereiteten Trauung seine Braut verläßt und Natalien folgt. Aber die Strafe folgt der Treulosigkeit auf dem Fuße; die nach der Alles besiegenden Liebe schmachtende Natalie entdeckt diesen starken Herzensdrang schließlich bei ihrem treuherzigen „Bern⸗ hardiner“ Boris; aber in den Bestand seines Glückes ver⸗ naß der Zuschauer keine großen Hoffnungen zu setzen. Heinrich Ruhland geht natürlich ganz leer aus; aber die von ihm verlassene Braut tröstet sich schnell durch die Verlobung mit Ruhland's Freund Falkner. Neben diesen Personen findet endlich noch ein in die Hand⸗ lung des Stückes eingreifender Onkel der Braut, ein weitgereister Maler, nach fünfzehnjähriger Abwesenheit seine steinreiche Susi wieder, welche getreulich auf ihn gewartet hat.
„Der Verfasser nennt sein Stück ein Schauspiel; bei der Auf⸗ führung muthete dasselbe aber häufig genug wie ein sehr leichter, lässig aufgebauter Schwank an. Eine einheitliche Idee, welche die Handlung als Ganzes zusammenhält, vermißt man vollständig; man weiß von Anfang bis zum Ende des Schauspiels kaum, was der Verfasser wohl eigentlich scenisch sagen will: eine große Zahl von Personen werden zusammengeführt, von welchen beinahe jede eine be⸗ sondere Intrigue spinnt; so entstehen eine Menge eigentlich zusammen⸗ hangloser Scenen. Wenn nicht die „große Liebe“, welche keines Menschen Rechte achtet und dem Stücke einen herben französischen Beigeschmack verleiht, in dem Schauspiel eine Rolle spielte, so würde der Charakter jener Gattung von Schwänken, welche ihren Zweck erfüllen, wenn gelacht wird, keinen Augenblick gestört. Man lachte oft, wahrscheinlich auch an solchen Stellen, in welchen der Verfasser ernst genommen werden wollte. Bei der cynischen Figur des „Meinert“, welcher mit seiner Frau noch wie ein Verliebter kost und nur darauf wartet, ob er sie nicht erfolgreich bei einer Untreue ertappen könne, weiß man nicht recht, ob man über den albernen Menschen lachen oder sich von dem widerwärtigen Patron abwenden soll. Der Humor, welcher dieses zwiespaͤltig zwischen Ernst und Scherz hin und her taumelnde Stück noch vielleicht hätte retten können, blieb in den meisten Fällen wirkungslos. Dem Dialog fehlt es an fesselnden Gedanken; die Charaktere sind nur in den ersten Anfängen leise angedeutet; was eigentlich an Charakteristik geboten wurde, das legten die Darsteller in die Figuren hinein. Damit aber kommen wir zu der Lichtseite der Vorstellung.
Far Darstellung waren die besten Kraͤfte der Bühne herangezogen; dieselben schließen gerade gegenwärtig Künstler ersten Ranges in hervorragender Zahl in sich. Zu den Namen der Damen Butze und Odilon, der Hrrn. Barnay, Stahl, Kraußneck fügten sich gestern Abend noch die der Fr. Ellmenreich und des Hrn. Mitterwurzer. Jeder setzte sein bestes Können ein und gewann die lebhafte Theilnahme und Anerkennung des Publikums; Jeder schuf aus der vom Dichter mangelhaft gezeichneten Figur eine einigermaßen glaubwürdige Person. So wurden die besten Kräfte für ein Stück eingesetzt, bei welchem nichts zu gewinnen war. Der Beifall galt in seiner Fülle und Herzlichkeit eben den Darstellern, welche nach jedem Aktschluß mehrmals erscheinenzmußten; nach dem zweiten Aufzuge schloß sich auch der Verfasser den Hervorgerufenen an.
Gustav Freytag's „Journalisten“ gehen schon am Montag nach sorgfältiger Vorbereitung in Scene. Friedrich Mitterwurzer spielt den Bolz, Franziska Ellmenreich die Adelheid, Albert Schindler den Bellmaus. Die Rolle des Schmock wird von Siegfried Jelenko, die des Piepenbrink von Albert Eckert dargestellt.
Friedrich⸗Wilhelmstädtisches Theater.
Der „Arme Jonathan“⸗ geht morgen neu einstudirt nach langer Pause wieder in Scene. Bis zur nächsten Erstaufführung (Sulli⸗ —— 8 8 „Sonne und Erde“*) wird die
r herette, deren Zugkraft trotz der rei ieder⸗ holungen noch immer andauert, gegeben g- “ b Belle⸗Alliance⸗Theater. Mamsell Nitouche“ scheint dem Wallnertheater auch an anderer Stätte so glückbringend zu sein wie vorher. Bei nahezu ausverkaufte
Hause fand gestern die erste Aufführung des reizenben Vaudevilles im Belle⸗Alliance⸗Theater statt und errang dort besonders nach den Akt⸗ schlüssen vielen Beifall. Hr. Deutsch (an Stelle des erkrankten Hrn. Guthery) und Hr. Büller (für den am Wallner⸗Theater beschäftigten Hrn. Alexander) trugen das Ihrige zum Gelingen der Vorstellung bei. homas⸗Theater.
Am Sonntag findet ein eigenartiges Jubiläum statt. An diesem Tage spielt Emil Thomas in Berlin zum 150. Male den Striese im „Raub der Sabinerinnen“. Von diesen 150 Aufführungen des er⸗ folgreichen Schwanks kommen bereits 25 auf das Thomas⸗Theater, denn Sonntag geht das Stück zum 25. Male in einem Zeitraum von
5 Wochen in Scene. Sing⸗Akademie.
Der Herzoglich sächsische Kammersänger Hr. Ed. Feßler, der durch sein wiederholtes erfolgreiches Auftreten in der Kroll’schen Oper hier noch im guten Andenken steht, gab gestern einen Lieder⸗Abend in welchem er außer einer Arie aus „Der Templer und die Jüdin“ von Marschner eine reiche Anzahl von Liedern von Schumann, Beethoven, Lassen und Ries zum Vortrag gewählt hatte und seine bedeutende Begabung, auch als Liedersänger Vortreffliches zu leisten, hinreichend erkennen ließ. Diejenigen Lieder, welche mehr eine dramatische Aus⸗ drucksweise erheischen, wie z. B. „Die beiden Grenadiere“ und „Der gefangene Admiral“, gelangen dem Künstler ganz besonders gut. Seine klangrolle, in allen Lagen gleichmäßig leicht ansprechende Stimme und seine lebendige Ausdrucksweise kamen ihm im Vortrag sämmtlicher Gesänge sehr zu Statten. Reicher und wohlverdienter Beifall wurde dem Sänger zu Theil. Unterstützt wurde das Concert durch die russische Pianistin Frl. Sonia von Schéhafzoff, die eine weit vorgeschrittene Technik besitzt, deren Auffassung jedoch, besonders der Beethoven'schen Sonate (op. 10 Nr. 1) sowie der Ballade (As-dur) von Chopin, sehr viel zu wünschen ließ. Die gänzliche Veränderung des Rhpthmischen und Taktischen zog sich überhaupt in empfindlichster Weise durch ihr ganzes Spiel hindurch. Das ziemlich zahlreich er⸗ schienene Publikum kargte nicht mit Beifallsbezeugungen.
Concerthaus.
In dem morgen stattfindenden Gesellschaftsconcert wird die be⸗ liebte Concertsängerin Fr. Betty Waibel die „Serenade“ von Braga sowie Scene und Arie aus der Oper „Der Freischütz“ von Weber singen, der Piston⸗Virtuose Hr. Richter wird das Lied „Hast du mich lieb?“ von Carl Bohm vortragen. Das Orchester bringt Werke von Brahms, Liszt, Bizet, Auber, Verdi u. s. w. zur Aufführung.
hilharmonie.
Zur Feier des 90. Geburtsꝛages des Grafen von Moltke hatte gestern der Verein zur Veranstaltung von Muster⸗Militär⸗ concerten ein populäres Concert gegeben, zu welchem sich eine zahl⸗ reiche Zuhörerschaft eingefunden hatte. Der Kaisermarsch von Wagner und ein auf die Bedeutung des Tages in treffenden Worten ein⸗ gehender Prolog von Meyer⸗Helmund, gesprochen von Hrn. vehpntr (Direktor der Berliner Züͤhnenschul⸗ eröffnete die Feier.
s folgten die Jubelouvertüre von Weber und andere für Militär⸗ musik wirksam arrangirte Piecen, die unter Leitung des Hrn. John präcis und schwungvoll ausgeführt wurden. Eine willkommene Abwechselung boten die Vorträge des Otto Schmidt 'schen Gesangchors dar, der außer drei Chorliedern von Mendelssohn noch ein Finale aus der Oper „Loreley“ desselben Komponisten und die ganze Musik zu Weber’s „Preciosa“ ausführte, wobei der Chor pon dem Sologesang des Frl. Murrmann und der Deklamation des Frl. Bonnes aufs Trefflichste unterstützt wurde. Die Kapelle hatte das Streichquartett durch ihre eigenen Mitglieder besetzt. Hr. Schmidt leitete das Ganze, und es verdienen die Leistungen aller Betheiligten mit vollem Recht den ihnen gezollten lebhaften Beifall. Frl. Murr⸗ mann wiederholte auf Verlangen die beliebte Arie der „Preciosa“. Ein schwungvoll komponirter „Moltke⸗Marsch“ von R. Preuße be⸗ schloß die würdige Feier. Die mit einem Lorbeerkranz geschmückte Büste des gefeierten Kriegshelden war auf einer roth drapirten Erhöhung vor dem Orchester aufgestellt. Der Ertrag des Concerts fließt in die Unterstützungskasse für deutsche Militärmusiker.
Mannigfaltiges.
In der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten wurde, hie⸗ sigen Blättern zufolge, vom Vorsteher Dr. Stryck folgendes Dank⸗ schreiben des General⸗Feldmarschalls Grafen von
Moltke verlesen: „Berlin, den 28. Oktober 1890. Hochgeehrter Herr Ober⸗Bürgermeister!
Wie Sie an meinem Geburtstage die gemeinschaftliche Adresse der deutschen Städte und der Haupt⸗ und Residenzstadt Berlin mir überreichten, habe ich meinen tief empfundenen Dank für die hohe, mir dadurch erwiesene Ehre schon persönlich Ihnen und den übrigen anwesenden Herren aussprechen können. Gleich⸗ zeitig durfte ich Ihnen, als dem ersten Vertreter der Stadt, für den großartigen Fackelzug danken, den Berlin mir am Abend vorher gegeben hatte. Dennoch ist es mir Bedürfniß, Ihnen noch einmal schrifllich zu wiederholen, wie tief mich diese Beweise des Wohlwollens meiner Mitbürger bewegt haben. Mit inniger Freude hat es mich erfüllt, daß Städte aller deutschen Lande zu einer gemeinsamen Adresse zusammengetreten sind, und daß, im Verein mit der akademischen Jugend, die Berliner Bürgerschaft aller Kreise in einem so überaus glänzenden Fackelzug sich vereinigt hatte, um meinen 90. Geburtstag zu feiern. In diesen gemeinsamen Kundgebungen sebe ich mehr als eine Huldigung für meine Person. Ich fasse sie auf als einen Ausdruck der Erinnerung an jene Zeit, wo das Vaterland aus trauriger innerer Zersplitterung heraus sich erhob, wo alle seine Stämme, zu treuer Waffenbrüderschaft geeint, in heißem Streit ein einiges und starkes Deutschland sich erkämpften, um es dereinst als theuerstes Vermächtniß den kommenden Geschlechtern zu hinter⸗ lassen. In diesem Sinne nahm ich die Huldigung gerne an, die mir, als dem ältesten Soldaten der Armee, gebracht worden ist. Aber⸗ mals habe ich aus ihr die freudige Gewißbeit geschöpft, daß die schwer errungene, mit theurem Blut bezahlte Einigkeit Deutschlands stets unerschütterlich sich zeigen wird, wo es sich um die Erhaltung des Bestehenden handelt, um sein Heer und um die gemeinsame Ver⸗ theidigung von Kaiser und Reich.
it der vorzüglichsten Hochachtung habe ichi die Ehre zu sein, hochgeehrter Herr Ober⸗Bürgermeister, 1 Ihr ganz ergebener Graf Moltke, General⸗Feldmarschall.“
Im Zeughause werden jetzt, wie die „Nat. Ztg.“ be⸗ richtet, die Vorbereitungen zur Aufstellung derjenigen Gegenstände ge⸗ troffen, welche diesem aus der Hinterlassenschaft der beiden Hochseligen Kaiser überwiesen worden sind. Insbesondere sind Erinnerungszeichen an Kaiser Wilbelm I. sehr zahlreich. Die Auf⸗ stellung geschtehn in der Waffenhalle, und zwar in jenem Gewölbe⸗ Quadrat, welches in der Achse des an den Linden be⸗ findlichen Flügels liegt. Der betreffende Raum ist bis zur Beendigung aller Arbeiten mit Leinwandwänden abge⸗ sperrt Vor ihm ruht im Fußboden jenes Mosaik, welches die Erbauung und den Umbau des Zeughauses (1695 — 1730 und 1877 — 1880) angiebt. Gegenüber dem Raum sind der Feld⸗ marschallstab sowie einige Waffen und Dragoner⸗Uniformstücke des alten Derfflinger ausgestellt, zu beiden Seiten aber dänische und fran⸗ zösische Felrzeichen als Erinnerung an die Feldzüge von 1864 und 1870/71. In der westlichen Feldherrnhalle ist auch gestern das von 2—5 Peter Janssen in Düsseldorf gemalte Wandbild: „Schlacht ei Hohenfriedberg“ enthüllt und der Besichtigung übergeben worden. Mit seiner Herstellung ist die malerische Ausschmückung der Feld⸗ herrnhalle beendet.
Ein studentisches Festcomité will, wie die „Voss. Ztg.“ mittheilt, am 6. November in der Brauerei Friedrichshain einen allgemeinen studentisches Moltke⸗Kommers veranstalten.
AA“
Der Arminiusplatz, auf welchem gegenwärtig die Wo ⸗ märkte im Stadttheil Moabit abgehalten werden, soll, „D. Tgbl.“ erfährt, nach Fertigstellung der bereits im Bau be⸗
Ee Markthalle in der dicht dabei gelegenen Bremerstraße, mit
chmuckanlagen versehen werden. 8
Der allgemeine deutsche Sprachverein erklärt sich i einer öffentlichen Auslassung gegen die unrichtige “ des „ w ö chentlichen * statt „wöchigen“, „täglichen“ statt tägigen“ u. s. w. Verfallen doch nicht etwa bloß eilfertige Berichterstatter, sondern auch bedächtiger schreibende Schriftsteller in diesen Fehler. Täglich kann man in Tagesblättern von mehrwöchentlichen Reisen lesen. Aber, so fragt der Sprach⸗ verein, sprechen wir denn von einem dreitäglichen Waffenstill⸗ stand? Oder gar vom siebenjährlichen Kriege? Soll der sogenannte Normalarbeitstag etwa achtstündlich sein? Es giebt nicht, wie in vielen Gesetzen zu lesen ist, zweiwöchentliche oder einmonatliche Fristen. Will man die Zeitdauer bezeichnen, so heißt es „ig“; hat man die Wiederkehr eines Zeitraums im Sinne, so sagt man „lich’. Also: „Stündlich erwarte ich meinen Ge-. um mit ihm eine dreiwöchige Reise anzutreten.“ Aber: „Nach mehrstündigem Verhandeln bewilligte der Gläubiger wöchentliche Abzahlungen.“ Vierwöchige Pausen sind Pausen in der Dauer von vier Wochen; vierwöchentliche Pausen sind Pausen, welche nach je vier Wochen ein⸗ treten. Man hört meist: halbjährliche Kündigung; es muß aber halbjährige Kündigung heißen. Nicht als ob die Kündigungsthatsache etwa ein halbes Jahr lang dauerte; unter Kündigung ist hier Kündi⸗ gungsfrist gemeint, und diese erstreckt sich auf ein halbes Jahr. Oder wollte Jemand etwa von einer dreitäglichen Frist sprechen? Ist man im Zweifel, wie man sagen soll, so braucht man nur die ge⸗ suchte Wortbildung mit „täglich“ oder „tägig“ vorzunehmen, und man wird stets das Richtige finden.
Die Feier der Wiedereröffnung des Domes zu Havelb wird, laut Meldung der „N. A. Z.“, am 16. —
Potsdam. Fünfundzwanzig Jahre sind, wie das „D. Tabl.“ berichtet, in diesen Tagen vergangen, seitdem hinter dem kleinen Exerzirplatz vor der Langen Brücke Potsdams still am Walde eine Anstalt ins Leben gerufen wurde, die den unglücklichsten unter den Menschen, den schwachsinnigen Kindern gewidmet ist. Auf Wunsch seiner Stifterin, der Präsidentin von Voß, erhielt das Haus den Namen „Wilhelmstift“. Aus dem kleinen Hause, das mit 2 Zöglingen eröffnet wurde, ist in 25 Jahren eine große Anstalt mit stattlichen Gebäuden erwachsen. Gegenwärtig sind 117 Pflege⸗ befohlene in der Anstalt. Zur Feier des 25jährigen Bestehens fand am Mittwoch Abend in der Französischen Kirche ein Gottesdienst und am Donnerstag Nachmittag eine Andacht in der Anstalt selbst statt.
Siegen, 30. Oktober. In Siegen, der Vaterstadt Adolf Diester⸗ weg's, ist gestern, der „Fr. Ztg.“ zufolge, zum Säkulartage seiner Seburt ein Denkmal des großen Pädagogen enthüllt worden. Dieses Derkmal, ein Werk des Bildhauers Professors Reusch in Königsberg, besteht aus einem röthlich⸗grauen Granit mit der Bronzebüste Diesterweg's. Das hohe Postament trägt nach der Front in der Mitte in goldenen lateinischen Buchstaben die Inschrift: „Adolf Diesterweg“, während auf der entgegegensetzten Seite die Worte: „Errichtet 1890“ zu lesen sind. Gegossen ist die Büste von der Nürnberger Firma Chr. Lenz, wäh rend der granitene Sockel und das Postament von der Firma Kessel u. Röhl in Berlin stammen.
Düsseldorf, 29. Oktober. Gestern fand, der „Köln. Ztg.“ zufolge, die feierliche Einweihung der neuen Dominikaner⸗ Klosterkirche durch den Erzbischof Dr. Krementz statt, welcher Wohnung im Domintkanerkloster genommen hatte.
München, 27. Oktober. In Anwesenheit eines sehr zahlreichen Publikums fand gestern Vormittag in der Theatinerkirche die Taufe des jungen Negers Hassi aus Ost⸗Afrika statt. Ueber diesen berichtet die „Allg. Ztg.“: Als Kind von drei Jahren wurde Hassi von Arabern geraubt und als Sklave verkauft. Oft seinen Herrn wechselnd, trug er lange Jahre das Joch der Stisverei, beständig den größten Mißhandlungen ausgesetzt, als deren Spuren eine große Narbe an seinem Hinterkopf und ein etwas verruͤmmter Fuß ihm geblieben sind. Endlich wurde er durch Enmänder befreit, von diesen erst nach Kairo, dann nach Masleind gebracht. Von dort sandte ihn ein Com té von Damen nach der Missions⸗ anstalt St. Ottilien, wo er von den Hatres in der christ⸗ lichen Religion und in den elementaren Lehrgegenständen unterrichtet wurde. Der intelligente Negerknabe ist sebr bald ein Liebling seiner Lehrer geworden, er besitzt großen Fleiß und Eifer. Der deutschen Sprache ist er bereits vollständig mächtig. Der päpstliche Nuntius Erzbischof Dr. Agliardi vollzog die Taufhandlung Als Taufpathe fungirte der Königliche Kämmerer und crbliche Reichsrath Karl Graf Drechsel⸗Deufstetten. Nach der Taufe begann das vom apostolischen Nuntius celebrirte Pontifikal⸗Amt. Nach dem Evangelium spendete der Nuntius dem Neugetauften das Sakrament der Firmung und nach dem Opfer das Sakrament der Kommunion.
Zwickau. Zur Erlangung von Plänen für eine protestan⸗ tische Kirche in Zwickau ist, der N.
8 naer. eee 1 Wettbewerb ausgeschrieben worden. Die Aufgabe verlangt für 210 000 ℳ eine Süec mit 1000 Sitzplätzen, ausschließlich Ein⸗ richtung, Glocken, Heizung und Beleuchtung. Als Preise sind 2400, 1400 und 800 ℳ ausgesetzt; der Ankauf weiterer Entwürfe mit 600 ℳ ist vorbehalten. Zu Preisrichtern sind die Herren Baurath Prof. Lipsius in Dresden, Stadtbaumeister Möbius in Zwickau, Baurath Dr. Mothes in Leipzig. Geh. Regierungs⸗Rath Prof. Otzen in Berlin als Fachmänner bestimmt; ihnen treten noch zwei Geist⸗ liche und der Kirchenvorstand durch seinen Vorsitzenden hinzu. Als Termin ist der 15. Februar 1891 festgesetzt.
Bremerhaven, 29. Oktober. Der mit Reis beladene, im neuen Hafen liegende deutsche Schleppkahn Nr. 28 ist, laut Meldung der „Köln. Ztg.“, von dem englischen Dampfer „Thomas Turnbull“ angerannt worden und gesunken.
Hamburg, 29. Oktober. Der Postdampfer „Albingia“ ist nach der „Köln. Z.“ am 18. d. M. mit zerbrochenem Schaft unter Segel 2 dem Kanal steuernd angetroffen worden. An Bord ist Alles wohl.
Hamburg, 30. Oktober. Wie der „Hamb. Corr.“ mittheilt, hat Kapitän Harrsen aus Husum eine Erfindung gemacht, welche bezweckt, die bereits vielfach und namentlich von Seiten der Eng⸗ länder, bisher jedoch ohne Erfolg, angestrebte Verbindung der Leuchtschiffe per Telegraphen⸗Kabel mit der nächsten Küste zu ermöglichen, Kapitän Harrsen führte am 13. Oktober ein in größerem Maßstabe gehaltenes Modell seiner Erfindung dem Nautischen Verein vor; diese fand eine so günstige Beurtheilung, daß man dem Prfinder rieth, das Modell in der Börse auszustellen, um es den nautischen Kreisen zur Ansicht vorzuführen. Die Direktion der Börsen⸗ halle hat sich bereit erklärt, dem Modell in den oberen Räumen der Börse Aufnahme zu gewähren; etz ist seit heute Morgen im Assekuranz⸗ saal zur Ansicht aller sich vafür Interessirenden ausgestellt.
London. Man schreibt der „Frkf. Ztg.“: Bekanntlich haben die Drachen Franklin auf den Fehan en des Blitzableiters gebracht, und neuerdings geht man stark damit um, sie zur militä⸗ rischen Beobachtung zu verwenden, Ein Mitglied der meteoro⸗ logischen Gesellschaft in Lonvon Mr. Douglas Archibald, ist mit interessanten Untersuchungen und Experimenten nach dieser Richtung
schäftigt. Die Erfahrung hat nämlich gelehrt, daß die Fesselballons
“
(ballons captifs) im Krieg nur einen Tag auf drei oder vier Stunden aangewendet werden können, und zwar wegen ihrer großen Empfindlichkeit „Wi Sobald die Geschwindigkeit der Luft⸗ strömung 30 km die Stunde erreicht, was sehr häufig geschieht, wird Das hat Hrn. Archibald auf den
edanken gebracht, den Ballon durch den Drachen nicht zu ersetzen, sondern zu unterstützen, und es
egen die Kraft des Windes. der Ballon ein nutzloses Ding.
einem Wetter das ihn
anzuwenden bei 8 beigefügten Drachen geben
lich machte. Die
Ballon nicht nur größere Ruhe und Festigkeit, sondern vermehren sprechenden Drachen versehen, bei einem Winde von 20 Meilen Ge⸗ chwindigkeit dasselbe Gewicht hebt wie ein Ballon von 4500 Kubik⸗
uch dessen Eee et und vermindern damit
n Gas.
ist ihm gelungen, zuvor
kraft — den Verbrauch Der „Militärdrache“ ist aus Seide, die über ein Kreuz von Bambusstöcken gespannt ist, und entspricht an Größe dem Ballon, dem er dienen soll. Versuche haben ergeben, daß man einen Ballon
nur an 100 Tagen. aeronautischen
mehrung der Steigkraft genau
Stahldraht wicht.
den Ballon sammt einem unmög⸗
nämlich dem
fuß Inhalt ohne Drachen. Mr. Versuchen schon mehrere Jahre
mit Drachen an 330 Tagen im Jahre benutzen kann, ohne Drachen Ferner haben die Versuche, die im militärisch⸗ Arsenal in Chatham gemacht wurden, die Ver⸗
von 100 Kubikfuß Rauminhalt hob nur Pfund; mit Hülfe eines Drachens hob er einen Ballen von 1000 Fuß 1 Militärmantel von Wiederholte Versuche haben ergeben, daß ein Ballon von 2000 Kubikfuß Inhalt, mit Leuchtgas gefüllt und mit. einem ent⸗ daß
Unterstützung von der Königlichen Gesellschaft.
8
anheischig Ein kleiner Ballon in 20 ein Gewicht von vier
bestimmt.
zehn Pfund Ge⸗
Archibald ist übrigens mit seinen
beschäftigt und bezieht dafür eine Er hat auch ver⸗
8 3
sucht, mehrere Drachen gneinander zu koppeln, immer den schwereren an den leichteren, und Wüchen innten bringen, daß er bequem die Bewegungen des Feindes beobachten kann, und zwar bei einem Wind von 30 —50 km Geschwindigkeit, gegen den kein Ballon aufkommen würde.
ich feindlichen Kugeln aussetzen — — man an seiner Stelle einen photograp ischen Apparat aufsteigen
läßt, der ein Momentbild der feindlichen Stellung aufnimmt. Außerdem glaubt Mr. Archibald, daß der Drache auch für das Signalwesen auf dem Meere, wo der Wind in der Regel die Anwendung des Ballons
verhindert, sich mit Erfolg verwerthen ließe.
hat damit solche Erfolge erzielt, daß er sich durch sein System verkoppelter Drachen einen Mann so hoch hinauf zu
Für den Fall, daß der Beobachter würde, schlägt Mr. Archibald vor,
1. Steckbriefe und “ 2 Zwangsvollstreckungen,
3. Veee e erpachtungen, Verdingungen ꝛc. 4. Verloo
1) Steckbriefe
und Untersuchungs⸗Sachen.
141873] Der wider den Dienstknecht Valentin Hick von
Rupsroth wegen Nothzuchtversuchs unterm 17. Ok⸗
tober dieses Jahres erlassene Steckbrief wird als
erledigt zurückgezogen. Hanau, den 25. Oktober 1890. Der Untersuchungsrichter.
2) Zwangsvollstreckungen,
1 Aufgebote, Vorladungen u. dgl.
141882. Aufgebot.
Das für die Alwine Penz ausgefertigte Spar⸗ kassenbuch der Sparkasse zu Marienburg Nr. 6056 über 176 ℳ ist angeblich verloren gegangen und soll auf den Antrag des Vormundes der Genannten, des
Rentiers Julius Wilms zu Elbing, für kraftlos er⸗
klärt werden. Der Inhaber des bez. Sparkassenbuchs wird daher
aufgefordert, spätestens im Aufgebotstermine den
26. Mai 1891, Vormittags 11 Uhr, bei dem unterzeichneten Gerichte (Zimmer Nr. 1) seine Rechte anzumelden und das Buch vorzulegen, widrigenfalls
die Kraftloserklärung desselben erfolgen wird.
Marienburg Westpr., den 27. Oktober 1890 Königliches Amtsgericht.
14019. Aufgebot.
Es haben resp. ““
1) der Schmied Johann Reimers in Alveslohe und der Landmann Peter Steckmeister in Lutz⸗ horn als teitamentarisch eingesetzte Erben des
wall. Arbeiters Peter Butenop in Lutzhorn,
2) der Hofbesitzer Hans Kühl in Hanredder als General⸗Bevollmächtigter des Abschieders Timm Bornholdt in Hanredder,
das Aufgebot folgender angeblich verloren gegangener
MHhrkunden, als:
1) Abtheilungsakte vom 7. März 1822, aus welcher für den obengenannten Arbeiter Butenop auf dem Grundstück des ¼ Hufners Heinrich Griese in Lutzhorn im Grundbuch von Lutz⸗ horn Band II. Blatt 59 in Abtheilung III. unter Nr. 2 — 240 ℳ — eingetragen stehen, Obligation vom 4. November 1878, aus welcher für den oben gedachten Abschieder Bornholdt auf dem Grundstück des Zimmer⸗ manns Johann Hinrich Bornholdt in Barm⸗ stedt, im Grundbuch von Barmstedt Band X. Blatt 11 in Abtheilung III. sub Nr. 1 — 480 ℳ — eingetragen stehen,
beantragt. Der Inhaber der Urkunden wird auf⸗ gefordert, spätestens in dem auf Dienstag den
9. Dezember 1890, Vormittags 10 ½ Uhr,
vor dem unterzeichneten Gerichte anberaumten Auf⸗ ebotstermine seine Rechte anzumelden und die Ur⸗ kunden vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der Urkunden erfolgen wird. Rantzau, den v. Oktober 1890. Königliches Amtsgericht. Beglaubigt: Kruse, Aktuar, als Gerichtsschreiber.
Beschluß.
Anuf Antrag der verehelichten Fischer Kuhlke, He. lene, geb. Warbeck, zu Alt⸗Friesack vom 15. Oktober 1890 wer n die unbekannten Inhaber derjenigen Hypotheker kunde, welche über die in Abtheilung III. unter Nr. 2 des Grundbuchs von Wustrau Band II. Blatt Nr. 62 auf den Namen der verwittweten Schlächter Warbeck Johanne Karoline Friederike,
eb. Kleemann, zu Wustrau eingetragene Kaufgelder⸗ “ in Höhe von 1800 ℳ am 18. Mai 1883 ebildet ist, wegen angeblichen Verlusts dieser Ur⸗ zunde aufgefordert, spätestens im Aufgebotstermine am 6. Februar 1891, Vormittags 11 Uhr, an hiesiger Gerichtsstelle, Zimmer Nr. 27, ihre ver⸗ meintlichen Rechte auf diese Post anzumelden und die Urkunde vorzulegen, widrigenfalls letztere für kraftlos erklärt und ein neues Dokument gebildet werden wird.
Neu⸗Ruppin, den 21. Oktober 1890. Königliches Amtsgericht.
141879. Aufgebot.
Die erst⸗ und zweitehelichen Kinder des verstor⸗ benen Webermeister Andreas Morgenroth junior von Untersiemau, nämlich: .“
1) Wilhelm Morgenroth, Berthold Morgenroth, “ Heinrich Morgenroth, Albert Morgenroth, vertreten durch ihren Vormund Privatier Heinrich Schultheiß von hier,
5) Anna Morgenroth und —
62 Andreas Morgenroth, vertreten durch ihren
Vormund, Landwirth Georg Leidner von
aben das Aufgebot: 1
1) einer vom Herzogl. S. Justizamt II. hier über eine Vorausforderung von 771 ℳ 43 ₰ am 1. No⸗ vember 1877 als Urkunde ausgefertigten beglaubigten Abschrift des Protokolls vom 24. Oktober 1877, auf Barbara Schultheiß von Obersiemau, zweiter Ehe⸗
[41006]
ufgebote, Vorladungen u. dergl.
ung, Zinszahlung ꝛc. von öffentlichen Papieren.
frau des A. Morgenroth, als Gläubigerin, und auf Müllermeister Johann Georg Schultheiß in Ober⸗ siemau, als Schuldner, lautend, eingetragen im Grundbuch für Obersiemau Band I. Haupt⸗Nr. 15 Blatt 53 Abth. III. Nr. 3,III. und
2) einer von dem Herzogl. S. Justizamt II. hier über eine Darlehnsforderung von 300 ℳ ausgestellten Hypothekenurkunde vom 20. Juli 1878, auf die Herzogl. S. Landrentenbank in Coburg, als Gläubi⸗ gerin, und den Webermeister Andreas Morgenroth junior von Untersiemau, als Schuldner, lautend, eingetragen im Grundbuch für Großheirath Band II. Haupt⸗Nr. 162 Blatt 166 Abth. III. Nr. 1/I.
beantragt.
Die Inhaber dieser Urkunden werden aufgefordert, spätestens in dem auf Donnerstag, den 14. Mai 1891, Vormittags 11 Uhr, vor dem unterzeich⸗ neten Gericht anberaumten Aufgebotstermine ihre Rechte anzumelden und die Urkunden vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung derselben ersolgen
Coburg, 24. Oktober 1890.
Herzogl. S. Amtsgericht. V. Schiegnitz.
[41877] öW Großherzogl. Amtsgericht Bldenburg, Abth. I.
Der Ziegeleibesitzer Johann Heinrich Teebken zu Oberlethe hat dem unterzeichneten Amtsgerichte vor⸗ gestellt und soweit nöthig bescheinigt:
Im Grundbuche der Stadtgemeinde Oldenburg ei zu Art 724 in Abth. III. Nr. 1 eingetragen:
„3000 ℳ — ₰, Dreitausend Mark Darlehn, mit 4 ½ % jährlich vom 1. Mai 1873, in halb⸗ jährigen Raten verzinslich, gegen halbjährige Kündigung zahlbar, eingetragen für Ziegelei⸗ besitzer Johann Diedrich Teebken zu Oberlethe, auf Grund der Schuldurkunde vom 1. Mai 1878 am 2. Mai 1878.“
Diese Post solle zur Löschung gebracht werden, die Urtunde sei jedoch verloren gegangen. G
Namens und im Auftrage seiner Geschwister, welche in Betreff der obigen Post Rechtsnachfolger des eingetragenen Gläubigers geworden seien, nämlich:
1) der Ehefrau des Gastwirths Gerhard Heinrich Pörtner in Tungeln, Anna Catharine Sophie, geb. Teebken,
2) des Friedrich Bernhard Teebken zu Oberlethe,
3) des Johann Diedrich Teebken, Kaufmann in Hamburg,
4) der Anna Marie Sophie Teebken in Ober⸗ lethe, 8
5) der Hermine Johanne Catharine Teebken da⸗
elbst,
wel che über obige Forderung ertheilt hätten, beantrage er daber den Erlaß eines Auf⸗ gebots Behufs Kraftloserklärung der Urkunde.
Diesem Antrage ist stattgegeben und werden Alle, pelche an der gedachten Post und der Urkunde Rechte zu haben glauben, hiermit aufgefordert, solche spätestens im Aufgebotstermine den 15. Dezember 1890 bei unterzeichnetem Amtsgerichte schriftlich oder mündlich zu Protokoll des Gerichtsschreibers anzumelden, widrigenfalls die Urkunde für kraftlos erklärt und die Post im Grundbuch gelöscht werden
wird. Der Ausschlußbescheid erfolgt am 17. Dezember 1890.
1890, Oktober 22. 8 Harbers.
[41923] Beschluß. Aufgeboten werden: 1.“ I. folgende Hypothekenpostee:
1) auf Antrag des Eigenthümers Martin Kusior in Steffanowo⸗Hauland, vertreten durch den Rechts⸗ anwalt Hielscher in Bentschen: Die im Grundbucke von Steffanowo⸗Hauland Nr. 1 in Abtheilung III. unter Nr. 1 für Johann Lanski auf Grund des ge⸗ richtlichen Erbrezesses vom 15. März 1832 de con- firmato eod. und der Anmeldung der Pupillen⸗ behörde vom 15. März 1832 und des Anerkennt⸗ nisses der Besitzerin Wittwe Lanska zum Protokolle vom 2. November 1832 eingetragenen 43 Thaler 29 Sgr. väterliches Erbtheil, M
2) auf Antrag des Eigenthümers Wilhelm Grund⸗ mann III. in Kuschten, vertreten durch den Rechts⸗ anwalt Boroschek in Hultschin: Die im Grundbuche von Kuschten Nr. 64 in Abtheilung III. Nr. 1 für den Christian Mathner eingetragene Forderung von a. baar 10 Thaler, b. ein Stück Rindvieh, c. zur Hochzeit einen Scheffel Korn und ein Viertel Weizen,
3) auf Antrag des Eigenthümers Ludwig Krawczyk in Brandorf, vertreten durch den Rechtsanwalt Hielscher in Bentschen: Das Vatererbe des Johann Kromski von 14 Thaler 1 Sgr. 1 Pfg. mit 5 % verzinslich, eingetragen auf dem Grundstücke Bran⸗ dorf Nr. 154 in Abtheilung III. Nr. 1 bei Anlegung des Grundbuchblattes zufolge Verfügung vom 5. Juni 1866, b 4) auf Antrag des Rittergutsbesitzers Erich von Tiedemann in Kranz, vertreten durch den Rechts⸗ anwalt Hielscher in Bentschen: 1200 ℳ Darlehn für den Voigt Gottlob Semmler in Harthe bei Züllichau mit 5 % vom 1. Januar 1875 ab verzins⸗ ich und gegen Zmonatliche Kündigung zahlbar, ein⸗
getragen im Grundbuche von Brausendorf Nr. 21
Oeffentlicher Anzeiger.
in Abtheilung III. unter Nr. 5 am 10. März 1875,]
Kommandit⸗Gesellschaften auf Aktien u. Aktien⸗Gesellsch 3. Berufs⸗Genossenschaften. Erwerbs⸗ und
Wochen⸗Ausweise der deutschen Zettelbanken.
irthschafts⸗Genosse enschaften.
.Verschiedene Bekanntmachungen.
II. nachstehender Hypothekenbrief:
Auf Antrag des Eigenthümers Samuel Jaensch in Hütten⸗Hauland, vertreten durch den Rechtsanwalt Hielscher in Bentschen: Der Hypothekenbrief über die im Grundbuche von Amtscaßner⸗Hauland Nr. 15 in Abtheilung III. Nr. 2 für den Antragsteller ein⸗ getragene Post von 300 Mark Darlehn nebst 6 % Zinsen seit 4. Januar 1881, welche Post ursprüng⸗ lich für die unverehelichte großjährige Louise Klinke eingetragen war.
Die Hvpothekengläubiger und deren Rechtsnach⸗ folger sowie der Inhaber des unter II. bezeichneten Hypothekenbriefes werden aufgefordert, ihre Ansprüche und Rechte auf die ad I. zu 1—4 bezeichneten Posten bei dem unterzeichneten Gerichte anzumelden, der Inhaber des Hypothekenbriefes, auch die Urkunde vorzulegen, und zwar spätestens im Aufgebotstermine den 26. Februar 1891, Vorm. 10 Uhr, widrigenfalls die Kraftloserklärung der Hypotheken⸗ urkunde erfolgen wird und die unter I. ad 1-—4 er⸗ wähnten Berechtigten mit ihren Ansprüchen auf die bezeichneten Posten werden ausgeschlossen werden.
Beutschen, den 20. Oktober 1890. 8
Königliches Amtsgericht.
[41876]
Frau Lina Trognitz, geb. Bergmann aus Dittrichs⸗ hütte, derzeit in Amerika, wird, da ihr Aufenthalts⸗ ort unbekannt ist, hierdurch öffentlich geladen, den 17. Dezember d. Js., Vormittags 10 Uhr, bei dem unterzeichneten Fürstlichen Amtsgericht ent⸗
zu erscheinen, um einen von ihrem Vater, dem Schneidermeister Johaun Michael Bergmann in Dittrichshütte mit dem Landwirth Reinhold Berg⸗ mann und dessen Ehefrau Pauline, geb Arnold da⸗ selbst abgeschlossenen, ihre Person mit betreffenden, Kaufvertrag anzuerkennen, widrigenfalls ihr ein Ab⸗ wesenheitsvormund bestellt und durch diesen das Er⸗ forderliche besorgt werden wird. Rudolstadt, den 7. Oktober 1890. Fürstl. Schwarzb. Amtsgericht. Wolfferth.
8 * 8
[41881] Aufgebot.
Auf den Antrag der Frau Thekla Weging, geb. Zielinska, aus Polajewo, wird deren Ehemann, der am 4. Oktober 1847 als ehelicher Sohn des Schäfers Johann Weging zu Polajewo, Kreis Obornik, ge⸗ dorene Einwohner Franz Weging, welcher im Jahre 1873 von dort nach Amerika ausgewandert und dann verschollen ist, aufgefordert, sich spätestens im Auf⸗ gebotstermine den 5. Aungust 1891, Vormitt. 10 Uhr, bei dem unterzeichneten Gericht schriftlich oder persönlich zu melden, widrigenfalls er für todt erklärt werden wird. v
Rogasen, den 24. Oktober 1890
Königliches Amtsgericht.
1180891 Aufgebot.
Auf Antrag des Zimmermanns Johann Fick von Eckartshausen, Kurator der landesabwesenden Kuni⸗ gunda Hart, geborene Fick, zuletzt in Nord⸗Amerika, geboren am 14. August 1811, wird Aufgebotstermin auf Freitag, den 6. November 1891, Vor⸗ mittags 9 Uhr, im Sitzungssaale des unter⸗ fertigten Gerichts anberaumt und Kunigunda Hart aufgefordert, spätestens an diesem Tage persönlich oder schriftlich sich anzumelden, widrigenfalls sie für todt erklärt wird.
Zugleich ergeht an die Erbberechtigten die Auf⸗ forderung, ihre Interessen im Aufgebotsverfahren wahrzunehmen, ingleichen an alle Diejenigen, welche über das Leben der Verschollenen Kunde geben können, Mittbeilung hierüber bei unterfertigtem Gerichte zu machen.
Werneck, 27. Oktober 1890.
Königliches Amtsgericht. Pfaff, K. A.⸗R. Zur Beglaubigung: (L. S.) Der K. Sekretär: Freund.
8
[41880] Aufgebots⸗Beschluß. „Auf den Antrag des Rechtsanwalts Dr. Bieck in
Erfurt, als gerichtlich bestellten Pflegers des Nach⸗ lasses des im Juli 1890 zu Halle a. S. in der Universitätsklinik verstorbenen Cigarrenhändlers Arthur Hintz aus Erfurt, werden alle Nachlaß⸗ gläubiger und Vermächtnißnehmer des Letzteren auf⸗ gefordert, ihre Ansprüche und Rechte an dessen Nach⸗ laß, bestehend aus Mobiliar und Waaren, sowie einer Ueberschuldung in Höhe von 836,74 ℳ, spätestens in dem hierzu auf den 6. Januar 1891, Vormittags 11 Uhr, vor dem unter⸗ zeichneten Gericht, Zimmer Nr. 58, anberaumten Termin anzumelden, widrigenfalls gegen dieselben der Rechtsnachtheil eintritt, daß sie gegen einen etwaigen Benefizial⸗Erben ihre Ansprüche nur in⸗ soweit geltend machen können, als der Nachlaß mit Ausschluß aller seit dem Tode des Erblassers auf⸗ gekommenen Nutzungen durch Befriedigung * an⸗ gemeldeten Ansprüche nicht erschöpft sein wird.
Die Einsicht des bei dem unterzeichneten Gericht 1e- Nachlaßverzeichnisses ist Jedermann gestattet.
Erfurt, den 21. Oktober 1890.
Königliches Amtsgericht. Abtheilung VIII.
weder in Person oder durch einen Bevollmächtigten
[41895] Aufgebot unbekannter Erben.
Am 22. September 1890 starb zu Gummersbach, 73 Jahre alt, unverehelicht, Emilie Marder. b
Giese war geboren zu Gummerzbach als die Tochter der Eheleute Apotheker Anton Maria August Marder und Amalie, geborene Burbach. Der Vater der Erblasserin war der Sohn der zu Bonn verlebten Eheleute Johann Marder, Büchsen⸗ macher, und Christine, geborene Schmitz. Die
Mutter der Erblasserin war eine Tochter der zu
Gummersbach bezw. Bonn verlebten Eheleute Joh.
Christian Burbach (Gerichtsscheffe) und Susanne
Catharina Ising. 1
Bis Lett haben sich im 4. Grade verwandte Per⸗ t
ousinen) der Erblasserin als nächste Erben
sonen ( gemelde 8 3
An alle mit der Erblasserin in gleich nahem oder näherem Grade verwandte Personen ergeht hiermit die Aufforderung, bei unterfertigter Gerichtsstelle binnen 3 Monaten von heute ab sich als Erben zu legitimiren, anderenfalls den bis dahin hier bekannt gewordenen nächsten Erben allein die Erblegitimation ertheilt werden wird.
Gummersbach, den 23. Oktober 1890.
Königliches Amtsgericht. Abtheilung Herbertz, Amtsrichte [41878] Bekanntmachung.
In unserer Verwahrung befinden sich nachbezeich⸗ nete Testamente, seit deren Niederlegung über sechs und fünfzig Jahre verflossen sind:
1) des Lieutenants a. D. Hermann Mylius und Ehefrau Julie Friederike Wilbelmine, geb. W“ zu Krampnitz vom 14. August
2) des Gastwirths Johann Gottlieb Neumann und Ehefrau Marie Friederike, geb. Buge, vom 16. Januar 1834,
3) des Regierungs⸗Sekretärs Johann Friedrich Petzel aus Potsdam vom 4. März 1834,
4) der verwittweten Garnweber Schulze Jo⸗ hanne Sophie, geb. Letz, zu Rieben vom 20. Februar 1834,
5) des Schneidermeisters Carl Friedrich Stacke⸗ brandt und Ehefrau Charlotte Friederike, geb. Pfund, vom 11. November 1833.
Nach Vorschrift des Allgemeinen Landrechts Theil I. Titel 12 218 werden alle Diejenigen, welche bei der Publikation dieser letztwilligen Ver⸗ fügungen ein Interesse haben, hiermit aufgefordert, dieselben bei uns binnen sechs Monaten und spätestens in dem auf den 26. Mai 1891, Vormittags 11 Uhr, vor dem Herrn Amtsgerichtsrath Krumb⸗ holtz in unserem Geschäftslokal, Lindenstraße Nr. 54 hierselbst anberaumten Termin, unter Beibringung der nöthigen Beweismittel über das Ableben der Testatoren nachzusuchen, widrigenfalls zwar mit der Eröffnung der Testamente von Amtswegen verfahren, von dem Inhalte aber nur den etwa bedachten mit den Stiftungen Nachricht gegeben werden wird.
Potsdam, den 25. September 1890.
vemäst Amtsgericht. Abtheilung III.
Bekauntmachung.
— 13. Januar 1814 zu St. Marienberg bei Helmstedt geborene Müller Johann Martin August Rustenbach wird für todt erklärt.
Ma gdeburg (Neustadt), den 22. Oktober 1890.
Königliches Amtsgericht. Abtheilung 17 CEPW1 8
[41883] Bekanntmachung. Gegen die unbekannten Erben der am 11. April 1889 zu Glogau verstorbenen Unteroffiziers⸗Wittwe Luise Albertine Juliane Klinkert ist am 23. Oktober in Gemäßheit der §§. 481, 494 fg. A. L. R. I 9. das Ausschlußurtheil ergangen.
Glogau, den 25. Oktober 1890.
Königliches Amtsgericht.
[41885) Großherzogliches Amtsgericht Oldenburg. Abth. I.
Durch Ausschlußurtheil vom 15. Oktober 1890 ist der dem Kaufmann Heinrich Joseph Kreymborg zu Bingen a./Rh. abhanden gekommene Landes⸗ Schuldschein Nr. 9394 über 40 Thaler ver 58 herzoglich Oldenburgischen Eisenbahnprämienanleihe des Herzogthums Oldenburg vom 7. Februar 1871 für kraftlos erklärt worden.
1890, Oktober 20.
Harbers.
[41920) Im Namen des Königs! Auf den Antrag des Rechtsanwalts Dr. jur. Reichardt in Naumburg a. S., als Verwalter der Bach'schen Konkursmasse von Weißenfels, erkennt das Königliche Amtsgericht zu Erfurt Abtheilung VIII.
für Recht: 8 Die auf den Namen des Schuhfabrikanten August Bach in Weißenfels lautende ebensversicherungspolice Nr. 40 220 Litt A. der Versicherungsgesellschaft Thuringia zu Erfurt vom 12. Juni 1866 über 300 Thaler wird für kraftlos erklärt. “
Verkündet am 15. Oktober 1890.
[41919] Bekanntmachung.
Durch Ausschlußurtheil vom 25. Oktober 1890 ist: 1) der Sparkassenschein Nr. 37 766 vom 6. Januar 1877 für den Erbpächter Hans Hinrich Gönner