Krankenbett zugelassen worden waren, hatten sich überzeugt, daß diese Möglichkeit nicht war. Am 15. Oktober wuede hini terrath abgehalten, in welchem derselbe einstimmig erklärte, der Meinung zu sein, daß Se. Majestät außer Stand gesetzt sei, die Regierung
wahrzunehmen, und es wurde der Staatsrath von diesem Beschluß in
Kenntniß gesetzt. Am 18. Oktober hatte letzterer den Kolonial⸗ und
Zustiz⸗Minister eingeladen, in seiner Mitte zu erscheinen, um nähere Erklärungen über ihren Besuch auf dem Loo zu geben. Nachdem die
Miinister dieser Aufforderung entsprochen hatten, hatte der Staatsrath
in seinem Gutachten die Ueberzeugung ausgesprochen, daß der König
außer Stande sei, die Regierung wahrzunehmen, und mitgetheilt, daß die Generalstaaten ohne Verzug Fefenmexrcsen werden müßten. Und da der Ministerrath bei seinem früheren Urtheil blieb, wurde am
21. Oktober der Beschluß zur Einberufung der Generalstaaten gefaßt. Am 25. Oktober hatten sich die beiden genannten Minister zum zweiten Mal nach dem Loo begeben, und die daselbst anwesenden Aerzte des Königs hatten erklärt, daß seit 26. September sich eine sehr plötz⸗ liche Veränderung in dem Zustande des Patienten gezeigt
8 Die Symptome der Nieren⸗ und Zuckerkrankheit“, heißt es in dem Gutachten. „sind nach einer kurzen Steigerung der Schmerzen mehr in den Hintergrund getreten; dagegen haben sich psychische Er⸗
scheinungen gezeigt, die sich durch allgemeine Verwirrung der Gedanken und die Unmöglichkeit, die Aufmerksamkeit auch nur für kurze Zeit auf einen und denselben Punkt zu richten, kennzeichnen. Auch die pbysischen Kräfte zeigen, wiewohl sie vor der Hand noch genügend sind, einen langsamen Rückschritt.“ (Von diesem Gutachten wurde bis jetzt nur der letzte Absatz veröffentlicht.) Unter diesen Umständen hatte der
Ministerrath, so schwer es ihm auch ankam, geglaubt, nicht länger ögern zu dürfen, um den Kammern über die Sachlage Bericht zu
erstatten. Der Präsident stellte hierauf den Antrag, den Bericht des Ministerraths drucken zu lassen, denselben an die Mitglieder zu ver⸗ theilen und die Sitzung bis Mittwoch um 2 Uhr zu vertagen. Da⸗ gegen wünschte das Mitglied der Ersten Kammer Dr. jur. Pynappel die Verhandlung des Antrags nach den Abtheilungen, und zwar waren
abei für ihn folgende Gesichtspunkte maßgebend: 1) müsse Alles ermieden werden, was auf die Kammern auch nur den Schein der Uebereilung oder einer Geheimnißthuerei werfen könne; 2) müsse en Mitgliedern, ehe sie abstimmten, die Gelegenheit gegeben werden, egenseitig ihre Meinungen und Ansichten auszutauschen, und 3) müsse ie Regierung für den Fall, daß einzelne Mitglieder noch genauere nd eingehendere Berichterstattung wünschten, von diesem Wunsche or der öffentlichen Sitzung in Kenntniß gesetzt werden. Darauf rwiderte aber der Präsident der Zweiten Kammer Beelaerts van Blokland, daß die von der Regierung gemachten Mittheilungen für Zweifel und Unsicherheit überhaupt keinen Raum mehr ließen und aß durch eine Untersuchung der Vorlage in den Abtheilungen die ache doch nicht deutlicher würde, während es den einzelnen Mit⸗ liedern unbenommen bleibe, gegenseitig ihre Ansichten auszutauschen. Mit 85 gegen 36 Stimmen nahm hierauf die Kammer den Antrag des Präsidenten an. 3 1
Wie bereits mitgetheilt, haben die Generalstaaten den Beschluß gefaßt, daß der König außer Stande sei, zu regieren, und den Staatsrath mit der zeitweiligen Ausübung der Königlichen Gewalt beauftragt, bis die Regentschaftsfrage geregelt ist.
Dem „Vaderland“ im Haag wird von gutunterrichteter Seite gemeldet, daß die Königin sich nunmehr vollständig bereit erklärt habe, als Regentin aufzutreten, sodaß also sehr bald nach der Uebernahme der Königlichen Machtbefugniß durch den Staatsrath ein dahingehender Gesetzentwurf er⸗ wartet werden könne. Schon während der vorigen Krankheit und der durch dieselbe herbeigeführten Regierungsunfähigkeit des Königs habe man sich über alle vorbereitenden Maßregeln,
ormalitäten, Ceremoniell u. s. w. geeinigt, sodaß aus diesem runde diesmal keine Verzögerung zu befürchten sei. 8
Asien. 88
China. Ueber die Einführung von Silbermünzen in China wird der „A. C.“ geschrieben:
Vor einigen Jahren beschloß der frühere Vizekönig von Canton, Tscheng⸗Tschih⸗Tung, eine Münze zur Prägung von Silbermünzen zu errichten und kaufte die Maschinen dafür in England. Bisher gab es in China weder Gold⸗ noch Silbermünzen. In der Umgegend der offenen Häfen liefen mexikanische und japanische Dollars und die kleineren japanischen Geldstücke um, wie auch die der alten Münze zu Hongkong. Aber im ganzen Lande wurde Silber nach Gewicht und Feingehalt in Zahlung genommen und in kleinen Blöcken, „Schuhe“ genannt, umhergetragen, von welchen der nöthige Betrag mit Hammer und Meißel abgeschlagen wurde. In Nord⸗China ist jetzt mit Kaiser⸗ licher Genehmigung eine Proklamation erlassen, welche fordert, daß die neuen Münzen von Allen in Zahlung genommen werden. Es wird darin auseinandergesetzt, daß die Münzen in Canton angefertigt und in Zukunft als Münze in China gelten. „Wir haben sie geprüft,“ heißt es dann weiter, „und bemerken, daß sie den fremden Dollars ähnlich sehen, außer daß sie einen sich krümmenden Drachen zeigen, der von fremden Schriftzügen umgeben ist. Auf der oberen Seite stehen die Worte „Current coin of Kwang-tu“ und „Minted at Canton“... Es wird dahber hiermit angeordnet, daß von dem Erlaß dieser An⸗ kündigung ab die Cantoner Münzen zu ihrem Nominalwerth an⸗ zunehmen sind. Ihr Preis ist nicht zu ermäßigen. Ihre Annahme soll nicht, weil sie fremd sind, verweigert werden. Alle mögen Füflen, daß schwere Strafe Diejenigen trifft, die ihren Umlauf be⸗
ndern.
Statistik und Volkswirthschaft.
Zur Arbeiterbewegung.
„Das Hamburgische Organ der Sozialdemokraten theilte, Blättermeldungen zufolge, in der vorgestrigen Nummer die Abrechnung der Strikekasse des Maurer⸗Fachvereins in Hamburg mit. Danach hat der Ausstand dieses Jahres rund 130 500 ℳ gekostet. Davon wurden für wöchentliche Unterstü ung der ausständigen Mitglieder ca. 95 000 ℳ bezahlt; ferner 4400 ℳ
r Reiseunterstützung der Mitglieder, 2000 ℳ für Unterstützung der Inhaftirten, für Reiseunterstützung an Zugereiste 2000 ℳ, Miethe⸗ zuschuß an Mitglieder 6000 ℳ ausgegeben und mit 1000 ℳ wurden die Glasarbeiter Bergedorfs und Ottensens unterstützt. Trotz aller Ausgaben liegen noch 6500 ℳ in der Kasse. Daß die Abhaltung des Zuzugs auch nicht ganz billig ist, beweist, daß dafür mehr als 6000 ℳ ausgegeben wurden, Die Einnahme setzt sich aus folgenden Posten zusammen: wochentliche Unterstützung von Mitglie⸗ dern 75 000 ℳ, Geschäftsleitung der Maurer Deutschlands 31 000 ℳ, Sammlungen des „Hamburger Echo“ durch vas Comits 17 000 ℳ; der Rest stammt von Vereinen und Privaten.
Aus Solingen schreibt man der „Köln. Ztg.“: Anfangs dieser Woche hatte es den Anschein, als ob der nunmehr in ver 13. Woche andauernde Ausstand der Taschen⸗ und Fevermesser⸗ schleifer endlich einem gedeihlichen Abschluß entgegengeführt werden sollte. Leider hat sich diese Hoffnung wiederum als eine ztrügerische erwiesen. Auf den Beschluß der Schleifer, die
abrskanten um erneute Unterhandlungen zur Beilegung“ des zusstandes zu ersuchen, waren die Fabrikanten bereitwillig und unter weiterem Entgegenkommen eingegangen und hatten dem Schleifer⸗ verein ihre Bedingungen, auf Grund deren die Kommissionsverhand⸗ lungen sich zu bewegen hätten, mitgetheilt; u. A. hatten sie die Be⸗ dingung gestellt, daß die Sperre und der Ausstand beiderseitig bei Beginn der Verhandlungen aufgehoben und zu denjenigen Preisen die Arbeit wieder aufgenommen werde, welche die Kommission fest⸗ setzen werde. Zu diesem Zweck sollten die festzustellenden Preise auf den ersten Tag der Verhandlungen zurückdatirbar sein. Hierin liegt auch ein Entgegenkommen der Fabrikanten, indem sie ihr eigenes Preisverzeichniß im Interesse eines gedeihlichen
Verhandlungen ohne jede Bedingung preisgaben. (Vergl Nr. 233, 243 und 254 dieses Blattes) Auf diese Bedingungen sind die Schleifer indessen nicht eingegangen, sie wollen viel⸗ mehr erst dann die Arbeit wieder aufnehmen, wenn die Kommission die Preise festgestellt haben würde. Wohl wählten sie eine Kom⸗ mission, die mit der Fabrikantenkommission zusammentrat; die Ver⸗
Schleifer auf ihren Vereinsbeschlüssen beharren zu müssen glaubten. Der Vorwurf, kein Entgegenkommen gezeigt zu haben, ist daher nicht gegen die vere. zu richten.
In annover haben, wie der „Mgdb. Ztg.“ berichtet wird, die Tischlermeister am Mittwoch beschlossen, vom 1. November ab die zur Beendigung des Ausstandes vor Jahresfrist gewährte Herabsetzung der Arbeits⸗ zeit von 10 auf 9 ½ Stunden wieder zurückzunehmen und bei Wochen⸗ oder Tageslohn die zehnstündige Arbeitszeit vorzu⸗ schreiben. Dieser Beschluß wurde mit der Erklärung begründet, die hiesige Tischlerei könne unter den jetzigen Arbeitsbedingungen nicht mehr mit der auswärtigen konkurriren und es nebhme die Einfuhr auswärts gefertigter Möbel in Bedenken erregender Weise zu. Der Beschluß hat unter den Gehülfen Aufregung hervorgerufen.
Hier in Berlin hielt ein Hr. Wilh. Schweitzer am Donnerstag in einer Versammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins für den sechsten Reichstags Wahlkreis einen Vortrag über Christenthum und Sozialismus. An der sich an⸗ schließenden Diskussion betheiligten sich nach dem Bericht des „Berl. Volksbl.“ Rector Schuhmacher und Missions⸗Superintendent Merensky. Der über die Adler⸗Brauerei verhängte Boykott wurde aufrecht erhalten, da der Oekonom von „Weimann's Volks⸗ garten“ seinen Saal verweigert. — Die Berliner Schlächter⸗ gesellen hielten am Mittwoch eine öffentliche Versamm⸗ lung ab, welcher auch eine größere Anzahl Engros⸗Schlächter⸗ gesellen, die der Schlächtergesellen⸗Bewegung sich nicht angeschlossen haben, sowie etliche Meister beiwohnten. In Folge dessen entspann sich eine sehr lebhafte Debatte. Kaufmann Albert Auerbach und Schlächtergeselle Schwartz sprachen über das auf der Tagesordnung stehende Thema: „Die Bewegung der Berliner Schlächtergesellen und die Stellung der Berliner Arbeiterschaft ihr gegenüber“. Schlächter⸗ meister Engler äußerte, nach dem Bericht der „Volks⸗Ztz.“: Die Gesellen sollen nicht nur die Schattenseiten hervorkehren, sondern sich auch der guten Stunden erinnern, die sie bei ihren Meistern verleben. Die Meister seien viel schlechter daran als die Gesellen. Die Gesellen sollten nicht den sozialdemokratischen Märchen Auerbach's glauben. Die Schlächter hätten ihre Tradition, die Sozialdemokraten wollen sie aber den Arbeitern gleichstellen. Ein RJv sei aber doch noch etwas Besseres als ein Arbeiter. Hr. Engler meinte: Das Kapital müsse bekämpft werden, doch auf andere Weise als die Sozialdemokratie es wolle. Diese poche auf die Gewalt, und das sei nicht erlaubt. Die Schlächtergesellen beklagten sich, daß sie mittellos seien und demzufolge nicht selbständig werden könnten Sie sollten nur fleißig sparen, dann hätten sie etwas. Die Versammlung erklärte schließlich mit allen Kräften dahbin wirken zu wollen, daß alle Berliner Schlächtergesellen Mitglieder des Fachvereins werden. — Der „Mgdb. Ztg.“ wird aus Berlin telegraphirt, daß ein großer Bund der Arbeitgeber im Baugewerbe in der Bildung begriffen sei, um überall, wo ein Strike ausgebrochen sei oder erwartet werde, mit den Gesellen auf gütlichem Wege zu verhandeln und durch gemeinsames Zusammenhalten den Bergewaltigungen der Arbeiter entgegenzutreten. Eine Kommsion arbeitet das Satuat aus.
Wie der „Voss. Ztg.“ aus London telegraphirt wird, ist der Ausstand, der in den Londoner Docks abermals auszubrechen drohte, durch ein sehliches Uebereinkommen zwischen den Ver⸗ tretern der Dockarbeiter und der Dockverwaltung abgewendet worden. Der Dockarbeiter⸗Verband erließ folgende Kund⸗ machung: „Da wir überzeugt sind, daß Seitens der Dock⸗ gesellschaft keine Arbeitssperre in Aussicht genommen ist und daß sie nicht beabsichtigt, in irgend einem Punkte unsere Leute der durch das vorjährige Abkommen gesicherten Vortheile zu berauben, verbieten wir Jedermann, wegen der am 3. November in Kraft tretenden Veränderungen die Arbeit niederzulegen.“
Aus Mons wird der „Köln Ztg“ geschrieben: In einer im Gemeindehause von Cuesmes abgehaltenen Sitzung des dortigen Gewerbe⸗ und Arbeitsraths stellten die Abgeordneten der Ar⸗ beiter den Antrag, für die vier Kohlenbecken Belgiens eine gemeinschaftliche Invaliden⸗ und Altersversorgungs⸗ kasse zu gründen. Bisher hatte jedes Becken eine eigene derartige Kasse, womit der Uebelstand verbunden war, daß ein Arbeiter, der aus einem Revier in das andere verzog, alle Ansprüche auf Pen⸗ sionirung verlor. Weitere bemerkenswerthe Anträge der erwähnten Abgeordneten waren folgende: Um dem bejahrten oder erwerbs⸗ unfähig gewordenen Bergmann ein hinreichendes Ruhegehalt zu sichern, fließen zwei Prozent der Löhne in die Kasse; je ein gleicher Beitrag wie derjenige der Arbeiter ist Seitens der Arbeitgeber und des Staates zu leisten. (Gegenwärtig beträgt die Einlage der Arbeiter 1 % des Lohnes; die Arbeitgeber haben das Gleiche zu entrichten, außerdem leisten Staat und Provinz ganz winzige Beiträge.) Jeder Arbeiter, welcher das 55. Lebensjahr erreicht hat und arbeits⸗ unfähig ist, hat Anspruch auf Pensionirung, wogegen mit dem 60. Lebensjahre jeder Arbeiter überhaupt pensionsberechtigt wird. In beiden Fällen müssen die zu Unterstützenden jedoch nachweisen, daß sie 10 Jahre in den zur Kasse gehorenden Kohlenbergwerken gearbeitet haben. Den Kindern verstorbener Bergleute ist eine Pension bis zum 14 Lebensjahre (nicht wie bisher bis zum 12.) zuzubilligen. Der Betrag dieser Pension, die gegen⸗ wärtig für jedes Kind 13—14 Centimes beträgt, ist zu erhöhen. Die Vertreter der Arbeitgeber erkannten die Berechtigung vorstehender Anträge an; sie wurden dem Gouverneur des Hennegan übermittelt und sollen bei der Hauptversammlung sämmtlicher Arbeits- und Gewerbekammern, die nächstens Behufs Regelung der Grubenordnungen u. s. w. zusammentritt, auf die Tagesordnung gelangen.
Nach Mittheilung des Statistischen Amts der Stadt Berlin sind bei den hiesigen Standesämtern in der Woche vom 19. Oktober bis incl. 25. Oktober cr. zur Anmeldung gekommen: 628 Eheschließungen, 817 Lebendgeborene, 22 Todtgeborene, 491 Sterbefälle T“ Kunst und Wissenschaft.
m 31. Oktober, Morgens früh vier Uhr, starb in München der Geheime Rath, Professor Dr. von Nusbaum. Mit ihm ver⸗ liert die Chirurgie einen ihrer berühmtesten Lehrer. Nußbaum war am 2. September 1829 zu München geboren, Im Jahre 1857 habilitirte er sich daselbst als Privatdozent, errichtete ein großes Privatspital und wurde 1860 Professor der Chirurgie und Augenheil⸗ kunde. Von seinen Werken seien hier genannt; „Die Pathologie und Therapie der Ankylosen“; vier chirurgische Briefe an seine in den Krieg ziehenden Schüler und „Ovarsotomien“,
— Se. Königliche Hoheit der Prinz⸗Regent von Bayern hat, der „Allg. Ztg.“ zufolge, genehmigt, daß der Vorstand der König⸗ lichen Akademie der Wissenschaften künftighin den Titel „Präsident führe, und vom 1. November d. J. an auf die verordnungsmäßige Dauer von 3 Jahren die Stelle des Präsidenten der Akademie und die hiermit verbundene Stelle des General⸗Konservators der wissen⸗ schaftlichen Sammlungen des Staats dem ordentlichen Professor an der Königlichen Universität München und Akademiker, Geheimen Rath und Ober⸗Medizinal⸗Rath Dr. von Pettenkofer übertragen.
— Den „Münchener Neuesten Nachrichten“ zufolge sind anläßlich des Namensfestes des Prinz⸗Regenten zu Ehrenmitgliedern der Münchener Kunst⸗Akademie erwählt worden: die Maler Duran (Paris), Onleß, Reid (London), Thoma (Frankfurt a. M.) und Guthrie (Glasgow); die Bildhauer Kopf (Rom) und
8 11414“*“
ortschreitens der
Thornycroff (London), die Radirer Unger (Wien) und Macbeth (London) und der Architekt Baurath Wallot (Berlin).
handlungen scheiterten jedoch, da die Fabrikanten ebenso wie die
„— Dem Germanischen National⸗Museum in Nürn⸗ berg gehen, wie der „Anzeiger“ desselben in der soeben ausgegebenen Nr. 5 (für September und Oktober 1890) mittheilt, erfreulicher Weise noch fortwährend Spenden zur Deckung des Anlehens zu, das die Anstalt zum Zweck der Erwerbung der Fürstlich Sulkowski'schen Sammlung aufzunehmen gezwungen war. Se. Majestät der König Albert von Sachsen hat hierfür die Summe von 1000 ℳ zu bewilli⸗ gen die Gnade gehabt; Gaben von je 300 ℳ spendeten Ihre König⸗ lichen Hoheiten die Prinzen Alexander von Preußen und Georg von Sachsen, 100 ℳ Se. Hoheit der Herzog Ernst Günther zu Schleswig⸗ Holstein. Der Senat der freien und Hansestadt Hamburg bewilligte 1000 ℳ, die Senate von Bremen und Lübeck 300 ℳ bezw. 200 ℳ Zu Ankäufen für die Sammlungen im Allgemeinen hat Ritter Philipp von Schöller in Wien die Summe von 500 ℳ geschenkt. Ferner haben, einem letztwilligen Wunsche des im Juni in Nürnberg verstorbenen Regierungs⸗Raths und Bezirksamtmanns von Merz ent⸗ sprechend, dessen Hinterbliebene dem Museum den Betrag von 500 ℳ übermittelt. Auch die Liste der neu angemeldeten Jahresbeiträge zeigt eine erfreuliche Vergrößerung. König Albert von Sachsen stebt auch hier an der Spitze mit der Neubewilligung des seit lunger Zeit ge⸗ währten jährlichen Beitrags von 600 ℳ auf weitere 3 Jahre bis 1892 Neubewilligungen erfolgten Seitens einer Reihe deutscher Städte und württembergischer Oberamts⸗Versammlungen sowie vom Offizier⸗Corps der bayerischen Armee. Alle Sammlungen der Anstalt, die kulturhistorische Abtheilung, die Bibliothek, das Archiv und das historisch⸗pharmazeutische Central⸗Museum haben durch Ankäufe und Geschenke mannigfache Mehrung erfahren. Die dem Anzeiger“ beiliegenden „Mittheilungen aus dem Ger⸗ manischen National⸗Museum“ bringen auf Bogen 10—12 die Fort⸗ setzung der Veröffentlichung der Kaiserurkunden, welche sich im Besitz des Museums befinden. Gleichzeitig werden zwei weitere Bogen (7 und 8) des Katalogs der Original⸗Skulpturen ausgegeben. Auch sie sind wie die früheren 1eg Abbildungen im Text und auf besonderen, vorzüglich ausgeführten olzschnitttafeln reich illustrirt.
—— Von dem russischen Kapitän Grombtschewski, welcher im Frühjahr 1889 eine Forschungsreise nach den Thälern des Hindukusch unternahm, ist, dem „R. Inv.“ zufolge, am 28. d. M. der Kaiserlich Russischen Geographischen Gesellschaft in St. Petersburg nachstehendes Telegramm zugegangen: „Heute wohlbehalten nach Osch zurückgekehrt. ei den Aufnahmen über 7000 Werst zurückgelegt, 73 Orte und 357 Höhepunkte astronomisch bestimmt; während der ganzen Zeit meteorologische Beobachtungen gemacht, bedeutende Kollektionen, ein reiches geogrophisches und ethnographisches Material gesammelt, mehr als 200 photograpbische Aufnahmen angefertigt. Die Mitglieder der Expedition sind munter und gesund.“
— Auf Anregung des Prof. Dr. Robert Koch hat Stabsarzt Dr. Hobein Versuche darüber angestellt, ob die zu Unterkleidern zur Verwendung kommenden Zeugstoffe beim Tragen auf der Haut einen wesentlichen Unterschied zeigen in der Fähig⸗ keit, Mikroorganismen in sich aufzunehmen, und welche Eigenschaften es sind, die diese Fäligkeiten ver⸗ größern oder verkleinern. Dr. Hobein berichtet jetzt über die Ergeb⸗ nisse seiner Versuche in der „Zeitschrift für Hygiene“: Das Flanell enthält hiernach viel mehr Keime als die übrigen Stoffe in Folge seiner rauhen Oberfläche und seiner Dicke. Die Trikotstoffe enthalten demnächst die meisten Keime. Dann folgt in der Zahl der Keime der dünne Wollstoff. Er ist viel dünner als die eben genannten Stoffe, dafür sind seine 8.— aber besonders lose gesponnen, und seine Oberfläche erscheint rauher als die der Trikotstoffe. Am 5 Keimstoffe enthält der leinene und baumwollene Hemdenstoff; beide zeigen fest gesponnene Fäden und glatte Oberfläche. Mit Sicherheit hat sich ferner nach anderer Richtung aus den Beobachtungen ergeben, daß unter gewöhnlichen Bedingungen eine Vermebrung der Keime in der Kleidung nicht stattfindet. Eine außergewöhnliche Vermehrun durch Wachsthum auf der Haut, und wohl auch in einem Zeugog tritt nur dann ein, wenn durch geminderte Verdunstung Haut und Kleidung längere Zeit feucht gehalten wird.
— In der unteren Neustadt von Mainz, unweit von dem in der Geschichte mehrfach genannten „Dimisserort“, haben, dem „Frkf. Journ.“ zufolge, in den letzten Tagen Ausgrabungen stattgefunden, welche von einem recht günstigen Resultat begleitet waren. Es wurde nämlich eine römische Straße blosgelegt; die Häuser standen in geschlossener Reihe, ihre Stellung ist in den Resten der Bäder und Heizanlagen ausgeprägt. Etwas abseits von der Römer⸗ straße wurden drei fränkische Gräber blosgelegt. Eines derselben ist das eines fränkischen Kriegers, wie ein dabei aufgefundenes Lang⸗ schwert und ein Kurzschwert darthun. Die Gräber haben die be⸗ kannte Richtung und Anlage der Frankengräber und scheinen zum ersten Male geöffnet zu sein. Die Gerippe, besonders die Schädel, sind noch gut erhalten. Die Nachgrabungen werden unter fachkundi⸗ ge Aufsicht fortgesetzt. 8 .
Handel und Gewerbe.
Am 29. Oktober entgleisten auf der Hauptzuführungs⸗ strecke zum oberschlesischen Kohlenbezirk zwischen Kosel und Slawentzitz aus Anlaß einer Schienen⸗ auswechselung die Lokomotive, der Packwagen und
fünf Kohlenwagen; Personen wurden nicht verletzt. Beide Geleise wurden indessen auf 24 Stunden gesperrt. Unter diesen Umständen konnten den Kohlengruben, wie bei den Angaben über die tägliche Wagengestellung gemeldet ist, am 29. Oktober 18 und am 30. Oktober 1077 Wagen nicht rechtzeitig gestellt werden.
Tägliche Wagengestellung zu 10 t für Kohlen und Koks
“ Z. Ruhr und in Oberschlesien.
An der Ruhr sind am 31. d. M. rechtzeitig gestellt 10 444, nicht rechtzeitig gestellt 69 Wagen.
In Oberschlesien wurden rechtzeitig gestellt 3251, nicht recht⸗ zeitig gestellt 1077 Wagen.
Der Wagenausfall ist durch einen Betriebsunfall und dadurch hervorgerufenen 24stündigen Sperrung der Geleise bei Rudzinitz entstanden.
Berlin, 31. Oktober. (Amtliche Preisfeststellung für Butrer, Käse und Schmalz.) Butter: Hosf⸗ und Genossen⸗ schaftsbutter Ia. 118 — 120 ℳ, IIa. 113 — 117 ℳ, IIIla. —, do. abfallende 105 — 110 ℳ, Land⸗, Preußische 87 — 95 ℳ, Netzbrücher 87 — 95 ℳ, Pommersche 87 — 95 ℳ, Polnische 80 — 88 ℳ, Bavyerische Sennbutter —,— ℳ, do. Landbutter —,— ℳ, Schles. 90 — 98 ℳ, Galizische 75 — 80 ℳ — Margarine 40 — 70 ℳ — Käse: Schweizer, Emmenthaler 93 — 98 ℳ, Bayerischer 75 — 80 ℳ, do. Ost⸗ und West⸗ preußischer, Ia. 72 — 78 ℳ, do. II a. 65 — 70 ℳ, Holländer 80 — 90 ℳ, Limburger 42 — 48 ℳ, Quadratmagerkäse 25 — 30 ℳ — Schmalz: Prima Western 17 % Ta. 40,00 ℳ, reines, in Deutsch⸗ land raffinirt 43,50 — 46,50 ℳ Berliner Bratenschmalz 47,00 — 50,00 ℳ Fett, in Amerika raffinirt 38,50 ℳ, in Deutschland raffinirt 41,50 — 43,50 ℳ — Tendenz: Butter: Füͤr die dieswöchentlichen hei er. gen konnten sich Preise voll behaupten. Schmalz: unver⸗ ändert. —
— Die von der Deutsch⸗Ostafrikanischen Gesellschaft auf Grund des von ihr mit der Reichsregierung geschlossenen Ver⸗ trages auszugebenden Zoll⸗Obligationen sind, „W. T. B.“ zufolge, von einem Ko sortium, bestehend aus den Banthäusern S. Bleichröder, Mendelssohn u. Co, der Direktion der Diskonto⸗Gesell⸗ schaft und den Bankhäusern Delbrück, Leo u. Co. und v. d. Heydt Kersten u. Söhne, üͤbernommen woͤrden. Die Emission wird vor⸗ aussichtlich im nächsten Monat stattfinden,
— In dem Bericht an die gestrige Generalversammlung des Bochumer Gußstahlvereins wurde hervorgehoben, die
Salier“
früher geäußerte günstige Ansicht über Savona sei aufrecht zu halten. Die abfälligen Urtheile in der Presse hätten den Kredit in Italien zu Jahretanfang geschädigt. Die Verhältnisse seien in früheren Versammlungen nicht zu günstig dargestellt worden. Sevilla habe mehrere Millionen Auf⸗ träge für Kanonen⸗Lafetten in Aussicht. Betreffs Sevilla Filiale schweben Verkaufsverbandlungen. Die Zeche Hafewinkel habe nur ein halbes Jahr mirkverdient. Die Stahlindustrie habe auf investirte Aktien 14 % verdient Tarifänderungen würden nur günstigere Bedingungen für die Herbeischaffung von Rohmaterialien im Gefolge haben Laufendes Jahr stehe im Gewinn den vorher⸗ gegangenen wohl gleich. Es werden der Versammlung noch Gutachten vorgelesen, welche den Werth der Gruben gegenüber falschen Dar⸗ stellungen klarstellen.
— Die Londoner „Morning⸗Post⸗ erfährt, einem Wolff'schen Telegramm zufolge, aus Lissabon, die portugiesische Regie⸗ rung habe beschlossen, um einem drohenden Brotmangel abzu⸗ helfen, die Einfuhr großer Quantitäten Mehl zu veranlassen.
— Das „Gewerbeblatt für das Großherzogthum Hessen“, Zeitschrift des Landesgewerbvereins, hat in der Nr. 44 vom November 1890 folgenden Inhalt: Vorträge bei den Ortsgewerb⸗ vereinen. — Mittheilungen der chemischen Prüfungs⸗ und Auskunfts⸗ Station für die Gewerbe. — Behandlung der Patentgesuche. — Verschiedene Mittheilungen: Patente von im Großherzogthum Hessen wohnenden Erfindern. — Jubelfeiertage. — Preisausschreiben. — Ver⸗ kehrswesen. — Literatur: A. Lüdicke.
Frankfurt a. M,. 30. Oktober. (Getreidemarktbericht von Joseph Strauß) In Weizen war das Geschäft ruhig, doch geht die Stille noch mit einer ziemlich festen Stimmung Hand in Hand, sodaß der Bedarf vergebens trachtet, unter vorigen Coursen einzukaufen, ab Umgegend 192⁄10 — ¼10 ℳ, frei hier 19 ½ — 7⁄à120 ℳ, nord⸗ deutscher und kurhessischer 193⁄10 — ½ ℳ, frei Station der oberhessischen und Weser⸗Bahn⸗Route Gelnhausen⸗Büdingen⸗Gießen⸗Friedberg 19 — 2⁄10⁰ ℳ, russische Sorten 21 ¾ — 22 ½ ℳ — Roggen eher etwas fester, hiesiger zu dem guten Preis 17 ½ — ½ ℳ an kleine Provinzmühlen detaillirt, russischer 17 ¾ — 18 ℳ — Gerste verharrte in sehr günstiger Stimmung. Die Preise haben abermals einen Vorausgang erfahren, Angebot spärlich, Ried, Wetterauer, Franken (Ochsenfurter Gau) und Pfälzer 18 — 19 ½ ℳ, ungarische 20 ½ — 21 ½ ℳ — Hafer theils aus Mangel an Waare, theils wegen zu hoher Forderungen ohne er⸗ wähnenswerthe Umsätze, die Notiz 14 ½ — 15 ½ ℳ bleibt. — Raps umsatzlos. Oelmühlen suchen zu drücken, 26 — 27 ℳ — Mais (mixed): Umsätze werden immer bescheidener, letzter Cours 13 ½˖ ℳ,. kränkliches La Plata viel unter Notiz. — Spelzspreu (Ersatz für Roggenstroh) genießt fortwährend einige, wenn auch nicht große, Exportfrage, circa 1 ℳ per Ctr. käuflich. — Kartoffeln ohne Neues, wie sie der Acker giebt 3 ℳ, Svpeisekartoffeln 3 ½ -4 ℳ — Roggenkleie 10 — ½ ℳ, Weizenkleie 9 — ½ ℳ, ruhig, eher matt. — Fn Chilisalpeter ist wenig oder nichts umgegangen; ein erstes bleibt anhaltend Verkäufer, Hamburger und Antwerpener Course stimuliren, letzte Notiz 8 ¼ ℳ per Centner per Februar⸗März 1891. — Ueber Mehl ist nichts Besonderes zu berichten; das Geschäft war nicht bedeutend, aber es wurde wie bisher stets ziemlich geregelt für Bedarf gekauft und die Preise bleiben sehr fest. Roggenmehl ruhiger auf große Verkäufe für ein Haus in Königsberg. Hiesiges Weizenmehl Nr. 0 33 — 34 ℳ, Nr. 1 31 — 32 ℳ, Nr. 2 27 ½ — 28 ½ ℳ, Nr. 3 27 — 28 ℳ, Nr. 4 23 — 24 ℳ, Nr. 5 18 ℳ — Milchbrot⸗ und Brotmehl im Verbande 58 — 60 ℳ — Nord⸗ deutsche und westfälische Weizenmehle Nr. 00 27 —28 ℳ. — Roggenmehl loco hier Nr. 0 27 ½ — 28 ½ ℳ, Nr. 0/1 26 — 27 ℳ, Nr. 1 23 — 24 ℳ — (Obige Preise verstehen sich per 100 kg ab hier, häufig jedoch auch loco auswärtiger Stationen.)
Oldenburg, 1. November (W. T B.) Gewinnziehung der Olden⸗ burger 40 Thaler⸗Loose: 30000 ℳ Nr. 114870, 1500 ℳ Nr. 79928, je 600 ℳ Nr. 19654 37532 59108, je 300 ℳ Nr. 3530 38218 77368 94542 115788, je 180 ℳ Nr. 1526 13423 24956 37247 42295 43952 49002 91103 103371 116225.
Wien, 1. November. (W. T. B.) Ausweis der Südbahn in der Woche vom 22. bis 28. Oktober: 847 509 Fl., Minder⸗ einnahme 253 Fl.
London, 31. Oktober. (W. T. B.) An der Küste 1 Weizen⸗ ladung angeboten
London, 1. November. (W. T. B.) Die Ausfuhr Mexikos belief sich im vergangenen Finanzjahre 1889/90 auf 62499 389 Pesos (davon 38 621 290 Pesos Edelmetalle) gegen 60 058 423 Pesos im vorhergehenden Finanzjahre 1888/89. Da sich der angenäherte Durch⸗ schnittswerth des mexikanischen Peso im Jahre 1889/90 auf 3,50 ℳ stellte, während er im vorangehenden Jahre etwas unter 3 ℳ betrug, so weist die Ausfuhr Mexikos im abgelaufenen Finanzjahre ein Plus von 38 572 592 ℳ auf, das heißt eine Zunahme von über 20 %.
Manchester, 31 Oktober. (W. T. B.) 12r Water Taylor 7 ½, 30r Water Taylor 9 ⅜, 20 Water Leigh 8 ½, 30r Water Clayton 9 32r Mock Brooke 9, 40r Mayoll 9 ½, 40er Medio Wilkinsog 10 ¼, 32r Warpcops Lees 8 ⅛, 36r Warpscops Rowland 9 ¼, 40r Double Weston 10, 60r Double Courante Qualität 12ã ⅞, 32“ 116 yds 16 *%✕ 16 grey Printers aus 321/46r 176. Ruhig.
Glasgow, 31. Oktober. (W. T. B.) Die Vorraͤthe von Roheisen in den Stores belaufen sich auf 626 059 Tons gegen 984 219 Tons im vorigen Jahre.
Die Zahl der im Betriebe befindlichen Hochöfen beträgt 6 gegen 86 im vorigen Jahre.
St. Petersburg, 31. Oktober. (W. T. B.) Wie aus Usuntda gemeldet wird, kauften die dort eingetroffenen Wollen⸗ Leug⸗Fabrikanten aus Roubay und Tourcoing, eine große Quantität mittelastatischer Wolle. Dieselben beabsichtigen, in Karakul und in der Pende⸗Dase Schafzüchtereien anzulegen.
— 1. November. (W. T. B.) Die Reichsbank ermäßigte den Wechseldiskont auf 5 bezw. 5 ½ % und setzte den Lombarddiskont
auf 6 bezw. 6 ½ % fest.
Antwerpen, 31. Oktober. (W. T. B.) Wollauktion. Angeboten waren 1234 Ballen. Buenos⸗Aires⸗Wollen 654 B., WFa 1“ Wollen 348 Ballots. Verkauft
8 Aire 8b vi B., * E Montevideo 27 B, Aunstralische
New⸗York, 31. Oktober. (W. T. B.) Baumwollen⸗ Wochenbericht. Zufuhren in allen Unionshäfen 342 000 Ballen, Ausfuhr nach Großbritannien 104 000 Ballen, Ausfuhr 8 tinent 127 000 Ballen. Vorrath 592 000 Ballen.
Verkehrs⸗Anstalten.
Laut telegraphischer Meldung aus Köln (Rhein ist die erste englische Post vom 31. Oktober rüeahesiehen. Grund: Zugverspätung auf belgischer Strecke.
London, 1. November. (W. T. B.) Der Union⸗Dampfer „Athenian“ ist gestern auf der Heimreise von ö; gekommen.
Norddeutscher Lloyd in Bremen. —
(Letzte Nachrichten über die Bewegungen der Dampfer.) New⸗York⸗ und Baltimore⸗Linien:
Bestimmung. 30, Oht . Prawle Point pass. .Okt. von Nen⸗Wörk.“ 1 1 Okt. von New⸗Pork. New York Okt. in New⸗York New⸗York 23. Okt. von Southampton. New⸗York . Okt, von Southampton. New⸗York . Okt. Beachy Head pass. Bremen .Okt. in Bremenhaven. Bremen . Okt. von Baltimore. Baltimore . Okt. von Bremerhaven. Baltimore 3. Okt. von Bremerhaven. Baltimore .
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„Hohenzollern“ „Nürnberg“.
Brasil⸗ und La Plata⸗Linien: 28. Okt. in Antwerpen. issabon, Ant⸗ 6 Maixene Beem 28. Oft. Sta. Cruz pass. 9 4 IVS 26. Okt. von Bahia. La Plata 13. Okt, in Montevideo. La Plata 24. Okt. in Rio. Brusilien 19. Okt. in Bahia. Hrasilien 19. Okt. in Rio. La Plata 29. Okt, in Rio. Rio, La Plata 28. Okt. St. Vincent pass.
Rio, Monte⸗ 29. Okt. von Vigo.
vibeo, Buenos Aires Lissabon, Bras. 29. Okt. von Antwerpen. 2 Prasilien 27. Okt. Dover pass. 8— - Rlo. de Ficgg. 30. Okt. von Bremerhaven. VEVEV“ Rio, Santos 30. Okt. von Bremerhaven. „Kronpr. Fr. W.“ Kamerun 17. Okt. Sta. Cruz pass. Linien nach Ost⸗Asien und Australien:
Bremen 26. Okt. von Genua.
Bremen 25. Okt. in Hongkong. Ost⸗Asien 25. Okt, von Singapore. Ost Asien 27. Okt. von Genua.
Bremen 27. Okt. von Genua,
Bremen 15. Okt. von Adelaide. Australien 23. Okt. in Adelaide. 1 Australten 24. Okt. in Aden. „Elbe Australien 29. Okt. von Bremerhaven. „Karlsruhe“. Australien 10. Okt. von New⸗Pork.
Hamburg, 31. Oktober. (W. T. B.) Der Postdampfer
„Colum bias der Hamburg⸗Amerikanischen Packetfahrt⸗ Attiengesellscha t ist, von Hamburg kommend, heate Morgen in New⸗York eingetroffen. Ser Schnelldampfer „Augusta Victoria“ derselben Gefellschaft ist auf der Ausreise heute Nachmittag von Southampton abgegangen und der Postdampfer „Wieland“ derselben Gesell⸗ schaft ist, von Hamburg kommend, heute Morgen in New⸗ York eingetroffen.
Leipitige . .. „Grf. Bismarck“
„Hermann“.
I. „Frankfurt“. 2,B „Weser“ „Stuttgart“. „Berlin“
„Hannover“
„Baltimore“ w
„Straßburg“ .
„Bayern“
-J87371121688ö“ „Braunschweig“ „Sachsen“ . „Dresden“ 1 „Hohenstaufen“. re. „Kaiser Wilh. II.“
Theater und Musik.
Königliche Theater.
Der Spielplan der Oper für die Zeit vom 2 —8. November lautet: Sonntag: „Lohengrin“. Montag: „Satanella“. Dienstag: „Oberon“ (Rezia: Fr. Pierson). Mittwoch: „Mignon“. Donnerstag: „Oberon“ (Rezia: Frl. Hiedler). Freitag: 2. Sinfonie der Königl. Kapelle. Sonnabend: „Die Meistersinger“.
Für das Schauspiel: Sonntag: „Die Räuber“. Montag: „Nathan der Weise“. Dienstag: „Die Quitzows“. Mittwoch: „Colberg⸗ Donnerstag: „Die Journalisten“. Freitag: „Verlorene Liebesmüh“. Sonnabend: Neu einstudirt: „Der Kaufmann von
Venedig“. Deulsches Theater.
Morgen findet die erste Wiederholung des Schauspiels „Das verlorene Paradies“ von Ludwig Fulda statt; am Montag wird „Die Haubenlerche“ gegeben. Das weitere Repertoire dieser Woche ist folgendermaßen festgestellt: Dienstag: „Das verlorene Paradies“; Mitt⸗ woch: „Das Wintermärchen“; Donnerstag: „Das verlorene Paradies“; Freitag: „Die Haubenlerche“; Sonnabend: „Das verlorene Paradies“; Sonntag: „Das verlorene Paradies“.
Berliner Theater.
Das Berliner Theater wurde nach kurzer Pause gestern wiederum durch Allerhöchsten und Hohen Besuch ausgezeichnet. Se. Majestät der Kaiser, Se. Hoheit der Erbprinz von Sachsen⸗Meiningen nebst Gemahlin, Ihre Königlichen Hoheiten die Prinzessinnen Victoria und Margarethe von Preußen und Ihre Hoheiten die Prinzessinnen Victoria und Luise zu Schleswig⸗Holstein fuhren kurz vor 7 Uhr vor und wurden von Hrn. Direktor Barnay empfangen und in die Kaiser⸗ liche Loge geleitet. Ein glänzendes Gefolge von Damen und Herren, unter ihnen der kommandirende General des Garde⸗Corps Freiherr von Meerscheidt⸗Hüllessem und die Flügel⸗Adjutanten Freiherr von Senden⸗Bibran, Freiherr von Seckendorff und von Scholl, nahm in den sich an die Kaiserliche Loge anschließenden Seitenlogen Platz. Se. Majestät folgte mit sichtlichem Vergnügen den graziösen Dialog⸗ wendungen der einaktigen Plauderei: „Mein neuer Hut“ und gab durch lebhaften Beifall Seinem Wohlgefallen Ausdruck. Nach dem ersten Akt des darauf folgenden Lustspiels „Der Veilchenfresser“ nahmen die Aller⸗ höchsten und Hohen Herrschaften in dem hinter der Kaiserlichen Loge befindlichen Salon den Thee ein und verließen das Theater erst nach Schluß der Vorstellung, nachdem Sie Ihrer Anerkennung Hrn. Di⸗ rektor Barnay gegenüber wiederholt lebhaften Ausdruck gegeben hatten.
Der Wochenspielplan des Berliner Theaters bringt am Montag die Erstaufführung und am Donnerstag eine Wiederholung von Gustav Freitag’'s „Journalisten“. Am Mittwoch und Sonnabend wird Theodor Herzl's „Bernhardiner“ gegeben. Am Di am Freitag finden Aufführungen von „Kean“ statt.
Lessing⸗Theater. “
Das Repertoire für die laufende Woche lautet: Sonntag: „Der Traum, ein Leben“. Montag: „Der Traum, ein Leben“. Dienstag: „Das zweite Gesicht“. Mittwoch: Zum ersten Male: „Sodom’s Ende“. Drama in 5 Akten von Hermann Sudermann. Donnerstag, Freitag, Sonnabend und Sonntag: „Sodom'’s Ende“.
Residenz⸗Theater.
Zur gestrigen Jubiläumsvorstellung (50. Aufführung) von „Ferréol“ hatte sich ein zahlreiches Publikum zusammengefunden, das mit den wohlverdienten Beifallsbezeugungen nicht geizte. Das fast durchweg noch mit denselben Personen besetzte Schauspiel von Sardou wurde mit ebenso viel Frische und mit demselben Erfolge gegeben wie bei der ersten Vorstellung. Zum Schluß wurden die Darsteller wiederholt hervorgerufen und auch reichlich mit Kranzspenden bedacht.
homas⸗Theater.
Bei der bereits erwähnten Jubiläums⸗Vorstellung des „Raub der Sabinerinnen“ wird morgen, vielen Wünschen entsprechend, „Das Jahrmarktsfest zu Plundersweilern“ den Abend beschließen.
Sing⸗Akademie.
Das Concert, welches Hr. Prof. Heinrich Barth gestern mit dem Philharmonischen Orchester veranstaltete, gehört zu den hervor⸗ ragendsten dieser Saison Das Klavier⸗Concert von Brahms (B-dur op. 83), das als ein wahres Meisterstück dieser Stilgattung erscheint und dem Genius Beethoven's unter allen neueren Klavier⸗Concerten am nächsten kommt, trug der Concertgeber mit einer Voll⸗ endung vor, wie wir sie andererseits gehört zu haben uns nicht erinnern. Zu der Kraft des Anschlags, die für den Ausdruck der originellen Rhythmen des ersten Satzes erforderlich ist, gesellte sich die Zartheit des Vortrags im Andante, sowie die Behendig⸗ keit und Leichtigkeit, die der letzte Satz beansprucht. Stür⸗ mischer Beifall begrüßte den Künstler am Schluß dieses Werks. Es folgten hicrauf einige Solostücke von Rudorff, Scarlatti, Henselt und Chopin, die von dem Spieler die Beherrschung aller nur erdenklichen technischen Schwierigkeiten und der mannigfachsten Schattirungen des Vortrags verlangen. Daß Professor Barth diesen Aufgaben volkkommen gewachsen war, bedarf kaum der Bestätigung. Das H-moll⸗Scherzo von Chopin spielte er mit wahr⸗ haft entzückender Grazie des Ausorucks. Den Schluß bildete Beethoven'’s Klavier⸗Concert (G-dur), das der Künstler mit . Meisterschaft vortrug. Wiederholter Hervorruf lohnte die Lei tungen des Concertgebers, der sich eines prachtvollen Bechstein'schen Flügels bediente. Das Publikum war sehr zahlreich erschienen.
Concerthaus.
In dem morgen stattfindenden Gesellschafts⸗Concert wird der
Concertmeister Wolff die „Romanze“ von Sivori und den „ungarischen
enstag und
für die Wioline von Brahme⸗Jwachim, Hr. Fischer Car. neval russe“ für die Flöte von rti, Hr. Richter „K aaus Steiermark“ für L, . ron Hoch und Frl. Lem „La Gouttes des rosbes“ für bie Harfe von Godeftoit vortragen. Das Orchester wird Werke von Weber, Beethonen, Herolt, dnen Walzer von Waldteufel, ein Potpourri von n, . w. zur Auffübrung bringen Am Montag veranstaltet eister Maery viaε „Mendelssohn⸗Feier“. b u“
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Aus Paris meldet die „Köln. Ztã.“: Die eines ganzen Aktes des Lohengrin imn ker
Drerx 2 vergangenen Donnerstag zum Peneft des viütlers Dumn war eine ungeheure Ueberraschung für das Paublikum, ias zach bem Wortlaut des Theaterzettels, der anläblich bes B 1 Bruchstücke ankündigte, nur das Uebebbuo aus Klavierbegleitung und obne Kostüme 1wartete, 1 vollständig inscenirten dritten Alt mit Orchester unt Gt 8 hören bekeom. Der gewagte Versuch der Tirektoren auf den mindetzen Widerspruch, vnh sobalb das Publikum von der Ueberraschung sich erholt hatte, brach lauter Beifall aus., Die o sammte Presse beglüͤckmünscht in tbelmeise beageisterten Ausbrüͤcken bie endliche Aufführung Wagner' t alt einen groben künstlerischen Erlolg und als eine Revanche detz gelunden Menschenverstantes an bden
früheren Verhinderungen. Nach dem Erk erscheint die Aufnahme Wagner't in Pariser Repertoire Le 1“
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() Nach der Zeitstrift des norwegis ager, unt Fischerei⸗ Vereins sind im poritzen Jahre in — 22 erlegt worden. Die meisten wurten im Ant Trontteim rom⸗ lich 303, dann folgt Amt Afersbus mit 115, Hetemarken mit 109, Amt Christian mit 82 Stüick m. In wile en Renthieren wurden nur 471 Stück erlegt; ihre Anzahl mirt immer geringer und [Heinen dieselben besonders in den Gegenden gunz zu ver⸗ mg, vit Lappen mit ihren zahmen Renthieren hintommen.
Mannigfaltiges.
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SGeranniaachaan,a,
Im Anschluß an meine Bekanntmachung vom 24. September ³ X. bringe ich über das Ergebniß der wegen des Brandanglücks, Friebrich⸗ straße 134, angestellten Untersuchung noch Folgendes zur zffentlichen Kenntniß:
Die Zimmer der Erzieherin und der Kinder lagen nebeneinanber im Seitenflügel des ersten Stocks. Beide Zimmer besaßen je eine Thür nach dem Korridor und waren durch eine beständig offen stehende Thür mit einander verhunden. Die Erzieherin ist in der Nacht durch ein Klirren wie von Glas, nicht etwa durch einen Knall, als ob ein Kronleuchter herabgestürzt wäre, erwacht, hat den Kopf durch die Thür nach dem Korridor hinausgesteckt unt durch die im rechten Winkel anstoßende, wie immer offen stehende Thür des Ber⸗ liner Zimmers gesehen, daß es dort hell brannte. Sie bat bdarauf bie nach innen aufschlagende Thür ihres Zimmers geöffnes nnd ist, wie sie ging und stand. ohne die Thür hinter IrreNe em nurch den Korridor nach dem im heeeg hinter 2 Zimmern für die Stüme he⸗ legenen Schlafzimmern der Kaufmann Fuchs schen Ebeleute gelunfen, um diese zu wecken. Im Vorbeilaufen hat sie mit der st un nie Thin der Dienstmädchen geklopft, welche im Winkel mst der Thir des vordersten Zimmers der Söhne zusammenstößt, und Hat „Er brennt“ gerufen. Auf diesem Wege hat sie eimnt Bernunlmung des Korridors noch nicht bemerkt, auch hat es in vemselben felbt noch nicht gebrannt. Als sie nach dem Wacken seüort zum Zmatke des Anziehens zurücklief und die Thür des vordersten Zimmerts ver Söhne nach dem Korridor öffnete, ist ihr ein derertüger Dualm entgegengeschlagen, daß sie nicht im Stande gemesen ist, Hinauszu⸗ kommen. Der Eigenthümer Fuchs, welcher ihr auf dem Frße snlgte, kam gleichfalls nicht hinaus, da ihm ein heftiger DQualm mumnmn Krmr⸗ ridor her und, angeblich aus den Thürfüllungen der Zan. thür, auch bereits die Flamme entgegenschlug.
Einen wiederholten Versuch, in den Korridor zu dringen, um zu den Dienstmädchen und zu den Kindern gen hat Fuc miürt gemacht. Derselbe beschränkte sich vS-e „die Hausbemohner durch Hülferufe in den Hof hinaus zu alarmiren. Seine ültenen Söhne im Alter von 18 und 17 Jahren haben einen Wersuch, in den Korridor vorzudringen, überhaupt nicht gemacht.
Nach der Angabe des Fuchs und den Aussagen andermeiter — 8 sind von dem Moment, als die Erzieherin ihre Herrs darmcsh ihre Rufe weckte bis zum Eintreffen der ersten Feuerwehr⸗Aktheilung gut 10 Minuten verstrichen. Während dieser Zeit hatte der heiße Qualm durch die offene Thür vom Korridor her frrien Fintrttt zum Schlafsärnass g* Kinder. n 8
erjenige Oberfeuermann, we später das Kinderzimmer
erster betrat, hat beide Kinder im Bett liegend vorgefunden. Das älteste Kind hat nicht, wie behauptet worden ist, am Fußende des Bettes gelegen, sondern war zugedeckt bis an das Kinn, das füngere bis zur Brusthöhe. Die Körper waren derart erhitzt, daß sie sich wie kochendes Fleisch anfühlten. Die Thür zum Zimmer der Erzirherin war offen, desgleichen die Thür des Letzteren nach dem Korridor und auch die Thür des Berliner Zimmers zum Korridor.
Der zuerst erschienene Arzt, Dr. med. Biesenthal. Friedrich⸗ straße 136 wohnhaft, ist von dem Wächter, der Frau des Portiers und einem damals im Hause wohnhaften Restaurateur herb igebolt worden. Die Nachtglocke wurde gezogen und außerdem von dem Wächter das Haus aufgeschlossen, damit, der größeren Beschleunigung halber, auch die Klingel in der I. Etage noch gezogen werden konnte. Dr. Biesenthal, der sehr schnell ankam, konstatirte, daß das Herz bei beiden Kindern stillstand und die Bindehaut der Augen auf Fingerberüb keine Reaktion zeigte. Der Körper des jüngeren Mädchens fühlte noch warm an, das Gesicht war rauchgeschwärzt, die Augen tief eingesunken und die Oberhaut löste sich vom Körper, sodaß ersicht⸗ lich war, daß derselbe einem ganz bedeutenden Hitzegrad ausgesetzt gewesen war. Der Körper des größeren Mädchens zeigte geringere Einwirkungen von Rauch und Hitze Der Arzt war daher zwar völlig überzeugt, Leichen vor sich zu haben, stellte aber, um unter keinen Umständen etwas zu versäumen, und zumal er auch über die Vorgänge bei dem Brande nicht unter⸗ richtet war, sofort Wiederbelebungsversuche an.
„Die Angaben des Oberfeuermanns über die Lage der Leichen beim Auffinden hat Dr. Biesenthal durch den Befund derselben be⸗ stätigt gefunden.
Die Auffassung der Feuerwehr, daß in einem vollständig ver⸗ qualmten Zimmer ein Mensch nach Ablauf von höchstens 2 Minuten todt sein müsse, theilt Dr. Biesenthal und ist ferner der Auffassung, daß bei einem Zeitablauf von 10 Minuten vom Moment des Oeffnens der Thür bis zur Ankunft der Feuerwehr und beim Herrschen eines Qualms, der das Passiren des Korridors nicht mehr gestattete, die Kinder bei der Ankunft der ersten Feuerwehr Abtheilung nicht mehr gelebt haben können. Der zuständige Bezirks⸗Phpsiker endlich hat auf Grund einer Besichtigung der Brandstätte am 24. September d. J. und der Akteneinsicht sein Gutachten dahin abgegeben, daß der Tod der Kinder 84 unmittelbar nach dem Verlassen des Zimmers Seitens der Erzieherin durch die Vergiftung mit Kohlenoxyd ein⸗ getreten sein müsse. 1
Was die Dienstmädchen betrifft, so war der Körper des Haus⸗ mädchens, Louise Graeger, halb verkohlt, der der Köchin, Auguste Duske, dagegen fast ganz verbrannt.
Bei diesem Sachverhalt unterliegt es keinem Zweifel, daß die Feuerwehr bei ihrer Ankunft nur noch Leichen hat bergen können.
Ob die Hausgenossen trotz des Qualms unmittelbar nach dem Alarm der Erzieherin das Kinderzimmer noch hätten erreichen können, mag dahin gestellt bleiben. Jedenfalls hat aber eine aus den Thürfüllungen des Mädchenzimmers herausschlagende Flamme
daran noch nicht verhindert. Die gegentheilige Behauptung erscheint