1890 / 264 p. 5 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 01 Nov 1890 18:00:01 GMT) scan diff

5 A nicht glaubhaft, reil die Erzieherin eine Flamme im Korridor weder beim Durchlaufen desselben und Anpochen an die Thür des Mädchen⸗ zimmers noch bei dem, zeitlich unmittelbar vor Fuchs gemachten, Versuch zurückzulaufen bemerkt hat. Sie findet ihre direkte Wider⸗ legung zudem in der von drei einwandsfreien Zeugen bekundeten That⸗ sache, daß zu der fraglichen Zeit in dem Lichtschlot noch keine Helligkeit und auch kein Rauch zu bemerken gewefen ist. 1 Die Behauptung des Fuchs, daß das Mädchen, Graeger, welche einen verrückten Eindruck gemacht habe, das Feuer im Berliner Zimmer und hinten zu gleicher Zeit angelegt habe, um Alle zu verderben, findet bezüglich des Mädchenzimmers bereits im Vor⸗ stehenden seine Widerlegung. „Weiter wird die Graeger von den Mädchen, welche eine Treppe höher gedient haben, und von andern Hausgenossen übereinstimmend als ein lebensfrisches, freundliches Geschöpf bezeichnet, welche keineswegs einen blödsinnigen Eindruck 8 8 8 hervorgerufen habe und von der garnicht abzusehen sei, warum sie

häa suchen sollen.

8 öö 5* suchen der Entstehung des Brandes nur soviel, daß das Feuer im Berliner Zimmer ausgekommen ist, in welches die Möbel eines Vorderzimmers geräumt waren. Die Ursache der Entstehung des Brandes ist dagegen nicht aufgeklärt. Ins⸗ besondere haben sich für die Annahme eines Hausbewohners, daß das Feuer durch die elektrische Beleuchtungsanlage entstanden sei, keinerlei bestimmte Anhaltspunkte ergeben. Die von dem zuständigen Bezirksbaubeamten und dem Ober⸗Ingenieur der Berliner Elektrizitäts⸗ Werke erforderten Gutachten gelangen vielmehr beide zu dem Schlusse, daß nach Maßgabe des Befundes der Gesammtanlage und des Zu⸗ standes der Brandstätte die Ursache des Brandes in der elektrischen Beleuchtungsanlage nicht gefunden werden könne. 18

Was die Löschoperationen betrifft, so hat der Führer der ersten Abtheilung sofort den Angriff von drei Seiten, nämlich vom Seiten⸗ flügel, über den Balkon mittelst der Hakenleiter und über die Treppe des Vorderhauses disponirt. Dieses Vorgehen hat der einige Minuten später eintreffende Branddirektor für völlig zweckdienlich befunden und zunächst nur durch Kommandirung der ihn begleitenden Mannschaften zum Absuchen der einzelnen Etagen vervollständigt.

Die richtige Einleitung und Promptheit der Löscharbeit hat auch zur Folge gehabt, daß das Feuer in verhältnißmäßig kurzer Zeit auf seinen Herd beschränkt und gelöscht worden ist.

Was endlich die in der Tagespresse gegen das Verhalten der Feuerwehr geltend gemachten Beschwerdepunkte betrifft, so sind zu⸗ nächst die Behauptungen, daß das äftere der beiden Fuchs'schen

inder beim Heraustragen nach Angabe von Zeugen noch gelebt habe,

owie daß die Rechtzeitigkeit des ärztlichen Eingreifens durch eine Unterlassungssfünde der bezw. Polizei verhindert worden sei, durch die vorstehend bereits erörterten ärztlichen Gut⸗ achten, sowie durch die festgestellte Thatsache widerlegt, daß ein nur zwei Häufer von der Brandstelle entfernt wohnender Arzt durch den

Wäͤchter ohne Zeitverlust herbeigeholt worden ist.

Daß es an einem Beil zum Oeffnen der Fuchs'schen Korridor⸗ thür im Seitenflügel gefehlt haben soll, ist ebenfalls unwahr. Die Thüre ist, weil dem Sappeur der Stiel der Doppelaxt beim Schlagen zerbrach, ohne jeden Zeitverlust eingedrückt worden.

Unwahr ist ferner, daß ein Hausbewohner, Schauspieler Kadel⸗ burg, Seitens der Feuerwehr verhindert worden sei, in den Korridor einzudringen und die Kinder zu retten.

Die Zurufe von Hausbewohnern, daß das Kinderzimmer im Korridor nach rechts zu suchen sei, sind von der Feuerwehr keines⸗ wegs zurückgewiesen, denselben ist vielmehr sofort Folge egeben worden. Richtig ist, daß der Branddirektor dem ꝛc. Kadel⸗ hi auf der Treppe, als er ihm in eine Meldung hinein⸗ redete, gesagt hat: „Wenn Sie mir in die Meldungen hineinreden, lasse ich Sie hier fortweisen (oder herunterbringen)“. Dazu war derselbe aber wohl befugt. Hr. Kadelburg hat selbst angegeben, daß er sich seinerseits alsbald entschuldigt habe.

Was endlich den Vorwurf betrifft, daß die Feuerwehr die Zu⸗ rufe des Fuchs, seine Kinder zu retten, nicht beachtet habe, so ist zu⸗ nächst festgestellt, daß sich der Branddirektor in Person vergeblich bemüht hat, in Erfahrung zu bringen, wo die Kinder zu finden seien, weil Fuchs ein bestimmtes Zimmer nicht bezeichnete.

Dem auf dem Balkon arbeitenden Ober⸗Feuermann aber würde in dieser Richtung ein Verschulden nur zur Last gelegt werden können, wenn man annehmen wollte und könnte, daß ein alter bewährter Ober⸗Feuermann in einer Lage, in welcher es sich um Menschenleben handelte, absichtlich eine Versäumniß be⸗ gangen habe.

Die Aussage dieses Beamten geht dahin, daß er aus dem Rufen des Fuchs sich nicht darüber habe vernehmen können, daß die Kinder hinter der Fensterthür zu finden seien, zumal er dadurch, daß dem Fuchs auf sein Schreien wiederholt und zwar nicht von Feuerwehrbeamten zugerufen worden sei „Herr Fuchs, beruhigen Sie sich, Ihre Kinder sind ja gerettet“, in den Irrthum versetzt worden sei, daß die Rettung der Kinder thatsächlich durch die in den Seiten⸗ flügel eingedrungenen Mannschaften bewirkt sei.

Daß die Zurufe an Fuchs thatsächlich erfolgt sind, ist durch eine anze Reihe und zwar auch gänzlich unbetheiligter und einwandsfreier

eugen bekundet.

Es kommt hinzu, daß die Lage auf dem Balkon eine sehr schwierige war, weil die Stichflamme aus dem breiten Fenster des Berliner Zimmers eine derartige Hitze verbretiete, daß nur in knieender Stellung und unter Benutzung eines umgelegten Garten⸗ tisches als Deckung überhaupt Wasser gegeben werden konnte.

Berlin, 31. Oktober 1890.

8 Der Polizei⸗Präsident.

Freiherr von Richthofen.

Die Geschenke, welche der General⸗Feldmarschall Graf Moltke zu seinem 90. Geburtstage erhalten hat, sowie die Adressen, welche ihm von allen Seiten zuflossen, sind im Oberlicht⸗ hof des Kunstgewerbe⸗Museums seit heute ausgestellt worden. In einem Glasschrank befindet sich der in blauem Sammet mit goldenen, diamantverzierten Knaufen versehene Feldmarschall⸗ stab, welcher abwechselnd mit Königskronen und preußischen Adlern bedeckt ist. Bekanntlich überreichte denselben Se. Majestät der F dem Jubilar eigenhändig. Ihre Majestät die Kaiserin widmete dem Jubilar eine auf dem Deckel mit Diamanten verzierte goldene Dose. Das in demselben Schrank befindliche große Bronce⸗Medaillon, den verewigten Kaiser Friedrich höchst charakteristisch wiedergebend, ist ein Geschenk Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich. Die Mitte des Schrankes nimmt eine herrliche Meißener Vase, ein Geschenk Sr. Majestät des Königs von Sachsen ein. Im Rococo⸗Geschmack gehalten, wird die einfrontige Vase (die Figuren sind alle nach einer Richtung gewandt) von Amoretten gekrönt. Den Mittelpunkt bildet das Medaillon Sr. Majestät des Königs von Sachsen nebst dem sächsischen Wappen. Die Deutschen Moskaus schickten photographische Ansichten von dem Jubilar bekannten Theilen der Stadt. Ebenso sandte die Geburts⸗ stadt (Parchim in Mecklenburg) photographische Ansichten, welche hier zur Ansicht des Publikums ausgestellt sind.

Der Moltke⸗Kommers der Technischen Hochschule, welcher gestern Abend in der Philharmonie stattfand, gestaltete sich zu einer großartigen Kundgebung der Liebe und Verehrung für den Generalfeldmarschall, der aus Rücksichten auf seine Gesundheit der Feier persönlich fern bleiben mußte. Der Saal war mit Büsten, den Bannern und Fahnen der Hochschule und ihrer Vereine sowie mit e otischen Pflanzen reich geschmückt. An der Ehrentafel hatten der Staats⸗Minister Dr von Goßler, der Dezernent für das technische Unterrichtswesen, Geheime Ober⸗Regierungs⸗Rath Wehrenpfennig, der Polizei⸗Direktor von Charlottenburg von Saldern, der Rektor, Ge⸗ heime Regierungs⸗Rath Reuleaux, sowie eine Reihe von Professoren Platz genommen Die Technischen Hochschulen zu Hannover, Braunschweig, München und Darmstadt, sowie die hiesige Universität atten Deputationen entsandt. Den den Gästen

geltenden Trinkspruch des stud. techn. Treptow beantwortete der Staats⸗Minister Dr. von Goßler etwa folgendermaßen: „Es gilt oft als das Zeichen eines gereiften Mannes, wenn er seine Jugend lobt und behauptet, bei uns war das besser. Aber wir können nur sagen, das hätten wir nicht leisten können, was jetzt die junge Studentenschaft mit Leichtigkeit vollbringt. Einen solchen Festesjubel, wie am Sonnabend Abend, haben wir nie gehört. Das schönste Vorrecht der Jugend, sich für große Männer zu begeistern, war uns verkümmert. Zu unseren Zeiten fehlte den Hochschulen das einigende Band, wir hatten kein deutsches Vaterland, keinen Kaiser, keine Männer, die ihr Herzblut daran gesetzt hätten, um das einige Vaterland zu erringen. Was uns Aeltere mit Freude erfüllt, ist das Bewußtsein des Glücks, das Sie, meine jungen Freunde, genießen. Was Ihnen in den Schoß gefallen, können Sie gar nicht ermessen. Was geschaffen ist in schwerer Zeit, soll nicht verloren gehen. Nun, das dürfen wir hoffen, so lange eine akademische Jugend existirt, wie die, die wir hier um uns sehen, können wir wohl sagen, das Vater⸗ land wird sicher stehen auf solchen Schultern. Und was haben Sie für ein Glück, einen Mann wie Moltke feiern zu können, das edelste Verbild der Jugend, dessen steter Grundsatz es war, vorwärts schreiten, aber Niemand stoßen, mit voller Kraft dem Ziele zustreben, aber Keinen bei Seite drängen.“ Der Redner schloß dann unter unend⸗ lichem Jubel mit einem Hoch auf die Studentenschaft der Technischen

Hochschule.

Ueber den Reichstagsbau schreibt die „Nat.⸗Z.“: Lang⸗ sam hinter dem Wald der Gerüste ist im Laufe der Jahre der Reichstagsbau emporgewachsen. Mächtig thürmen sich zur Zeit an seinen vier Ecken und in seiner Mitte die Gerüste für die Aufführung der vierseitigen Eckbauten und des Kuppelbaues über ein⸗ ander. Unwillkürlich macht man jetzt schon Veraleichungen zwischen der Größe des Königsplatzes und der gewaltigen Baumasse, die sich dort am Ostende der 100 000 sn großen Fläche hinstreckt. Unwillkürlich sieht man auch zu, o die Ausweichung der Mittelaxe des Gebäudes aus der Axe der Siegessäule um einige Meter zu be⸗ merken ist. Die Wenigsten werden von letzterem Umstande etwas wissen. Aber gleich von vornherein mag hervorgehoben werden, daß bei der weiten Entfernung zwischen Säule und Bau von jener That⸗ sache nichts zu bemerken ist, und daß die günstige Berechnung bei der Errichtung des Gebäudes sich als durchaus richtig erwiesen hat. Auch die Annahme, daß die Baumasse für den Königsplatz zu klein sei und sehr gedrückt erscheinen werde, erweist sich wie sich Jeder selbst schon überzeugen kann, als hinfällig. Ragt die Kuppel über den Bau empor, so wird gerade dasjenige Maß in der Architektur gewonnen sein, welches ihre genügende Wirkung an der weiten Fläche sichert. Uebrigens mag hervorgehoben werden, daß der Königsplatz wohl der größte unter allen Plätzen der europäischen Hauptstädte ist. Der Rathhausplatz in Wien mißt nur 90 000, der Concordien⸗Platz in Paris nur 80 000 und der Waterloo⸗Platz in Hannover nur 60 000 qm. Der Berliner Gendarmenmarkt hat auch die stattliche Größe von 45 000 qm. Hervorzuheben ist noch, daß die Größe des Königsplatzes nicht so gewaltig erscheinen wird, wenn sich erst die Anpflanzungen, insbesondere die Bäume, weiter entwickelt haben. Durch diesen Umstand dürften auch die umliegenden Bauten noch wesentlich gewinnen.

Einen wichtigen Beschluß in Bezug auf die Kaiser Wilhelm⸗ Straße hat gestern, laut Mittheilung der „B. B.⸗Ztg.“, das Ma⸗ gistrats⸗Kollegium gefaßt. Danach soll die Genehmigung der Stadt⸗ verordneten⸗Verfammlung nachgesucht werden zur Verlängerung der genannten Straße bis zur Hirtenstraße. Zu diesem Behufe werden die Unternehmer den zur Anlage der 22 m breiten Straße erforderlichen Landstreifen an die Stadtgemeinde Berlin unentgeltlich abtreten und die Pflasterungs⸗ wie die Entwässerungsanlagekosten tragen, während die Stadtgemeinde den Unternehmern einen Zuschuß 22 1“ der Straße im Betrage von 400 000 ge⸗ währen soll.

Die Baustelle der Lutherkirche auf dem Dennewitzlatze wird gegenwärtig durch Abgraben des Rasens und durch Ausheben der Bäume und Sträucher freigelegt. Der Platz wird, wie die „Voss. Ztg.“ schreibt, bei der großen Ausdehnang der Kirche, die für rund 1500 Plätze berechnet ist, im größten Theile wohl seines grünen Schmuckes beraubt werden. Die unregelmäßige Form des bepflanzten Platzes, der sich an dem Kreuzungspunkte dreier Straßenzüge ergeben hat, ist auch für die Stellung der Kirche selbst außerordentlich schwierig, sodaß sie von der Dennewitz⸗ straße, wie auch von Süden her immer in starker Verkürzung erscheinen muß. Nur von Westen her, also von der Nordseite der Bülowstraße, wird man einen leidlichen Ueberblick über die Baugruppe haben, für welche hier nicht, wie bei der Kreuzkirche, eine Central⸗ anlage, sondern ein Langhaus mit Kreuzschiff und Westthurm an der Chorseite gewählt wurde. Die Lage des Chores nach Nordosten ist insofern glücklich, als dadurch vermieden wird, daß die Kirchgänger zur Zeit des Gottesdienstes durch stark blendendes Licht gestört werden. Der Haupteingang der Lutherkirche wird nach Süden hin gerichtet sein, also an dem geräumigen Platze nach der Bülowstraße hin liegen.

Der „Evangelische Verein für kirchliche Zwecke“ feierte gestern in der Jakobikirche sein 42. Jahresfest, dem Konsistorial⸗ Präsident D. Hegel und viele andere im kirchlichen Leben thätige Per⸗ sonen beiwohnten Dem Bericht des Predigers Hülle war zu ent⸗ nehmen, daß der Verein, der 5 Vereinshäuser besitzt, auch im letzten Jahre reiche Thätigkeit entfaltet hat. Der Verein zählt als solcher zwar nur 215 Mitglieder, seinen einzelnen Zweigen aber haben sich viele Tausende angeschlossen; so umfassen die evangelischen Jünglings⸗ vereine 200 Mitglieder, der Verein zur Verbreitung christlicher Zeit⸗ schriften 590 Mitglieder und 4500 Agenten, welche wöchentlich mehr als 60 000 Blättersvertheilen, der evangelische Frauenverein „Edelweiß“, der Armenbeschäftigung, Arbeitsvermittlung und Armenpflege sich zur Aufgabe stellt und 225 Kinder und 176 Näherinnen in Sommerpflege geschickt hat, zählt sogar 17 000 Mitglieder. Außerdem bestehen innerhalb des Vereins mitgliederreiche Lehrlings⸗ und Bürgervereine. Das Hospiz des Vereins enthält z. Z. 34 Zimmer mit 52 Betten, die Herberge zur Heimath in der Oranienstraße hat 150, die in der Auguststraße 107 Betten. Im Arbeitsnachweis der Herbergen wurden 13 6000 Arbeitsvermittlungen besorgt. Der Verein giebt ferner eine Reihe von Zeitschriften heraus; davon hat der „Evangelisch⸗kirchliche Anzeiger“ eine Auflage von 2950, der „Berliner Arbeiterfreund“ eine solche von 100 000, das „Evangelische Sonntagsblatt“ über 150 000. Der von dem Verein veranstaltete Kindergottesdienst versammelt sonntäglich 400 Kinder mit 40 Helfern und Helferinnen.

Ein großer Wohlthätigkeitsbazar zur Vergrößerung des Baufonds der Piuskapelle ist heute in dem reich dekorirten Saale des Katyolischen Vereinshauses in der Niederwall⸗ straße eröffnet worden. Von allen Seiten sind für die Veranstaltung

reiche Gaben eingegangen.

Der Verein ehemaliger Pioniere, in welchem sämmtliche Pionier⸗Bataillone vertreten sind, wird Mittwoch, den 5. November, in den Räumen von Keller (Köpnickerstr. 97) das Fest seines 15 jährigen Bestehens feiern. Zu diesem Feste haben sämmtliche Ehrenmitglieder, namentlich die Herren Offiziere des Garde⸗Pionier⸗ Bataillons und Deputationen der Kriegervereine Berlins, ihr Er⸗ scheinen zugesagt. Alle ehemaligen Pioniere sind willkommen und werden kameradschaftlichst eingeladen. Vorsitzender des Vereins ist H. Gerlach, Muskauerstr. 13.

Die Verbindung Berlins mit der See befindet sich, der „Staatsb.⸗Ztg.“ zufolge, bereits auf dem Standpunkt ernsthafter fechnischer Erwägungen. Die Kosten des Kanals würden sich nach einer vom Regierungs⸗Baumeister Scheck gemachten Berechnung, wonach eine Breite von 52 m, die auch größeren Seeschiffen das Ausweichen gestattet, und eine Tiefe gleich der des Suezkanals zu Grunde

gelegt ist, folgendermaßen stellen: 1) Linie Berlin Eberswalde Stettin 115 Millionen Mark. 2) Linie Berlin⸗Hamburg längs dem rechten Elbufer über Dömitz und Boitzenburg 188 Millionen Mark. 3) Linie Berlin⸗Hamburg längs dem linken Elbufer, die Elbe in der Gegend von Wittenberge überschreitend, 226 Millionen Mark. 4) Linie Berlin⸗Kyritz⸗Ludwigslust mit Gabelung von letzterer Stadt einerseits nach Norden zum Anschluß an die Ostsee bei Wismar, We tseins nach Westen über Lauenburg nach Harburg 291 Millionen ark.

Der 55. Unterrichtskursus für Damen und Herren in der im Jahre 1888 aufs Neue vereinfachten Stolze'schen Stenographie unter Leitung des Hrn. 2 Loepert beginnt am Freitag, 7. November. Der Unterricht findet statt im Hörsaal der Königlichen Akademie der Künste (Bau⸗Akademie, am Schinkelplatz 6 I.), Dienstag und Freitag, Abends von 8 ½ bis 9 ½ Uhr, und wird am Dienstag, 4. Novem⸗ ber cr., durch einen Vortrag über das Wesen der Stenographie, zu welchem der Zutritt unentgeltlich freisteht, eingeleitet. Prospekte versendet gratis Hr. L. Loepert, S., Schleiermacherstraße 6. Ein⸗ trittskarten à 6 sind im Abgeordnetenhause, Leipzigerstraße 75, beim Portier, beim Hauswart der Bau⸗Akademie und vor Beginn im Hörsaal zu erhalten.

Der Zoologische Garten hat seinen reichen Thierbestand vor einigen Tagen um einige höchst interessante Exemplare vermehrt. Dr. Carver, der Direktor der Truppe „Wild⸗Amerika“, hat eine ganze Familie der imposanten nordamerikanischen Wapitis hier zurückgelassen, welche eine Zierde der ohnehin schönen Hirsch⸗ sammlung des Zoologischen Gartens bilden. Die gewal⸗ tigen, unser heimisches Edelwild weit überragenden Thiere ver⸗ dienen ein besonderes Interesse, weil neuerdings verschiedentlich mit Erfolg der Versuch unternommen worden ist, dieses Wild in unsern deutschen Wäldern heimisch zu machen. Jeder Besucher des Gartens wird mit Wohlgefallen die mächtigen und doch schlanken, geschmeidigen Thiere betrachten, welche die gewaltigste unter den Hirscharten der Gegenwart darstellen.

Der Eintrittspreis für das Nordland⸗Panorama (Wil⸗ helmstraße 10) beträgt für morgen, Sonntag, nur 30 ₰. Dieser Hinweis wird um so willkommener erscheinen, als feststeht, daß die Gemälde in Kürze Berlin verlassen. Das Panorama ist nur bis zur Dunkelheit geöffnet.

Görlitz, 31. Oktober. Beide hiesige Gemeindekollegien geneh⸗ migten, laut Mittheilung des „W. T. B.“, die Aufstellung des Denkmals weiland des Prinzen Friedrich Karl auf dem Plateau des Obermühlberges und bewilligten die für das Denkmal beantragte Subvention.

Schweidnitz. Auf ein humoristisches Glückwunschschreiben des Konditors Adling hierselbst, welches unter Beifügung einer von ihm gefertigten Bombe am 26. d. M. an den General Feldmarschall Grafen von Moltke nach Berlin abgesandt wurde, traf, der Schweidnitzer „Täglichen Rundschau“ zufolge, folgendes Dankschreiben ein: „Berlin, den 28. Oktober 1890. Ihre Bombe ist richtig hier eingeschlagen und soll demnächst zur Freude aller Angehörigen, ins⸗ besondere der Kinderwelt, platzen. Haben Sie besten Dank für Ihre freundliche Gabe aus der schlesischen Heimath. Ergebenst Graf Moltke, F.⸗M.“

Westerland, 31. Oktober. Nach einer Meldung der „Post“ ist das englische Schiff „Erik Behrendsen“ unter Führung des Kapitäns Marras Heven mit einer Besatzung von 4 Mann mit Röhren von Dundee nach Hamburg gefahren, am 29. Oktober 8 Uhr Morgens bei Wenningstädt auf Sylt gestrandet und 500 m von der Küste gesunken Die Mannschaften hatten sich den Tag über am Mast festgebunden, Abends 9 Uhr gingen 2 Mann mittels der Raketenleine über, wovon einer gerettet, der andere ertrunken ist. Am nächsten Tage waren alle Rettungsversuche mittels des Bootes vergeblich. Der Kapitän ist eben alls todt. Das zu Hülfe gesandte Rettungsboot von Amrum ist gestern Abend bei Hörnum auf Sylt gekentert, wobei die Besatzung von 11 Mann ertrunken ist.

Köln, 1. November. Der Wasserstand des Rheins ist, „W. T. B.“ zufolge, im Lauf des gestrigen Tages beständig ge⸗ sunken, sodaß Hochwasser nicht mehr zu befürchten ist. Auch vom Oberlauf des Rheins wird ein Fallen des Wassers gemeldet.

Bissingen (Württemberg). Man schreibt der „Frkf. Ztg.“: Eine neue Höhle mit wundervollen Tropfsteinbildungen, welche die vor 2 Jahren erschlossene Gutenberghöhle noch an Schönheit übertreffen soll, ist kürzlich bei Bissingen unter Teck in Württemberg, im Königlichen Staatswald Rauberhang ent deckt worden. Ein Bergarbeiter, Franz Hoffmann aus Birkenber in Böhmen, welcher auf der Reise von Böhmen nach Saarbrücken durch die Niederkunft seiner Frau genöthigt war, in Birkenber längeren Aufenthalt zu nehmen, hatte sich, von allen Mitteln ent blößt, von der Forstbehörde und vom Gemeinderath die Erlaubni erbeten, in der Umgebung werthvolle Steine suchen zu dürfen, und gerieth nach 14 tägigen Ausflügen an die ziemlich schwer zugängliche Ausmündung der Höhle, welche 2 —4 m b zu 15 m hoch ist. 8 werden kann, muß der Eingang erst ansehnlich erweitert werden.

Hildburghausen. Auf der ersten deutschen elektrischen Fernbahn von hier nach Heldburg wurde, wie die „Staatsb. Ztg“ mittheilt, vor einigen Tagen eine Probefahrt veranstaltet, an welcher zahlreiche Geladene theilnahmen. Die Probefahrt hat ei glänzendes Resultat gehabt; die durch Akkumulatoren getriebene Bah soll alle Terrainschwierigkeiten mit Leichtigkeit überwinden.

Pest. Unter Hinweis auf die unverhältnißmäßig große Zahl der zum Militärdienst untauglichen Wehrpflichtigen hat, der „Schles. 3.“ zufolge, der ungarische Unterrichts⸗Minister das Präsidium des National⸗Turnvereins in Pest zur Veranstaltung von Landes turnwettkämpfen der studirenden

wirken sollen. Der erste Turnwettkampf, für welchen auch der Unter⸗ richts⸗Minister Preise aussetzen will, soll bereits im kommenden Sommer stattfinden.

New⸗Pork, 1. November. „W. T. B.“ meldet: Der Dampfe „Vizcaya“, auf der Fahrt von New⸗Pork nach Havana, stieß vor gestern in der Nähe der Küste von New⸗Jersey mit einem Schoone zusammen. Beide Fahrzeuge sind gesunken. Der Kapitän und zahlreiche Personen vom „Vizcaya“ sind ertrunken. Im Ganzen sollen 90 Personen zu Schaden gekommen sein. Der Dampfe „Vizcaya“ gehört der spanischen transatlantischen Gesellschaft. De Name des Schooners, der mit der „Vize va“ kollidirte und sich au der Fahrt von Philadelphia nach Fall River befand, war „Cornelius Hargraves“.

Mexiko. Die Provinz Jalisco in Mexkko ist, der „A. C.“ zufolge, von schweren Regenstürmen und Ueberschwemmungen heimgesucht worden. Häuser wurden fortgeschwemmt, die Ernte ist unrettbar verloren und viel GEigenthum zerstört worden.

Bombay. Auf dem britischen Transportschiff „Serapis“

stürzten, laut Meldung der „A. C.“, kurz vor Abfahrt des Schiffes

von Bombay nach England 3 Soldaten des 17. Ulanen⸗Regiments in Folge Reißens des Seiles des Fahrstuhls 25 Fuß tief in de

Schiffsraum. Alle wurden schwer verletzt und bei einigen mußten Armamputationen vorgenommen werden. b

rreit, 27 m lang und bis Ehe die Höhle dem allgemeinen Besuch eröffnet

ugend aufgefordert, welche auf die körperliche Abhärtung und Stählung der Jugend hin⸗

Mehrere Personen sind in den Fluthen ertrunken. 8

Nℳo. 264.

Steckbriefe und Untersuchungs⸗Sachen.

Verkäufe, Verpachtungen, Verdingungen ꝛc.

. Zwangsvollstreckungen, Aufgebote, Vorladungen u. dergl. D effen

. Verloosung, Zinszahlung ꝛc. von öffentlichen Papieren.

zum Deutschen Reichs⸗A

Zweite Beilage nzeiger und Königlich Preußis

Berlin, Sonnabend, den 1. November

chen Staats⸗Anzei

tlicher

Anzeiger.

1) Steckbriefe und Untersuchungs⸗Sachen.

[42112] Steckbrief. Kausmann, Rudolf Wilhelm, Jäger der 4. Com⸗ agnie Jäger⸗Bataillons Nr. 8, geb. 22/1. 72 zu ndernach, Reg.⸗Bez. Koblenz, 1,68 m groß, schlank, blond, ohne Bart, Kinn, Nase, Mund gewöhnli h, trug Waffenrock, eigene Hose, Halsbinde, Schirm⸗ mütze, eigene Stiefel, Leibriemen, Hirschfänger Nr. 144 4. Comp., hat sich seit dem 27./10. von der Truppe entfernt und besteht deshalb der Ver⸗ dacht der Fahnenflucht. Zu verhaften und der nächsten Militärbehörde abzuliefern. Schlettstadt, 28. 10. 90. 1“ Jäger⸗Bataillon Nr. 8. (Unterschrift.)

36 5491 Oeffentliche Ladung.

1) Der Seefahrer Otto Heinrich Max Arnold Schlie, geboren 2. August 198 zu Stralfund, zu⸗ letzt daselbst wohnhaft,

2) der Steindrucker Karl Theodor Ermold, ge⸗ boren 18. Februar 1867 zu Stralsund, zuletzt daselbst wohnhaft,

3) der Seefahrer Friedrich Adolf Joachim Franke, geboren 27. März 1867 zu Stralsund, zuletzt daselbst

6 wohnhaft,

4) der Seefahrer Gustav Heinrich Karl Holtz, ge⸗ boren 8. Februar 1867 zu Stralsund, zuletzt vcerl wohnhaft,

5) der Seefahrer August Ludwig Hermann Markow, geboren 26. Mai 1867 zu Stralsund, zuletzr daselbst wohnhaft,

6) der Max Emil Karl Reisner, geboren 17. September 1867 zu Stralsund, zuletzt daselbst wohnhaft,

7) der Scefahrer Gustav Friedrich Wilhelm Stolt, geboren 28. April 1867 zu Stralsund, zuletzt daselbst

wohnhaft, 8) der Hans Friedrich Wilhelm Taubmann, ge⸗ ktober 1867 zu Stralsund, zuletzt daselbst

boren 22. wohnhaft, 9) der Karl Heinrich Max Utz, geboren 29. De⸗ zember 1867 zu Stralsund, zuletzt daselbst wohnhaft, 10) der Emil Karl August Wehner, geboren

25. Oktober 1867 zu Stralsund, zuletzt daselbst

wohnhaft, 11) der Friedrich Karl Albert Wunscheck, geboren 25. September 1867 zu Stralsund, zuletzt daselbst

wohnhaft,

12) der Seefahrer Emil Gustav Hermann Karl Kühnel, geboren 29. Mai 1867 zu Stralsund, zu⸗ letzt zu Greifswald wohnhaft,

werden beschuldigt, als Wehrpflichtige in der Ab⸗

sicht, sich dem Eintritte in den Dienst des stehenden

Heeres oder der Flotte zu entziehen, ohne Erlaubniß das verlassen oder nach erreichtem militärpflichtigen Alter sich außerhalb des Bundes⸗

ebiets Fufge alten zu haben, Vergehen gegen

. 140 Abs. 1 Nr. 1 Str.⸗G.⸗B. Dieselben werden auf den 5. Januar 1891, Mittags 12 ½ Uhr, vor die Strafkammer bei dem Königlichen Amts⸗ gerichte zu Stralsund zur Hauptverhandlung ge⸗ laden. Bei unentschuldigtem Ausbleiben werden dieselben auf Grund der nach §. 472 der Straf⸗ prozeß⸗Ordnung von dem Königlichen Civilvorsitzen⸗ den der Ersatz⸗Kommission der Stadt Stralsund zu Stralsund über die der Anklage zu Grunde liegenden Thatsachen ausgestellten Erklärung ver⸗ urtheilt werden. Das Vermögen der Angeschuldigten ist zur Deckung der sie möglicherweise treffenden

8 Geldstrafe und der Kosten des Verfahrens in Höhe

e 300 durch Beschluß der Ferien⸗Strafkammer öniglichen Landgerichts hierselbst vom 17. Juli mit Beschlag belegt worden.

Greifswald, den 22. September 1890.

Königliche Staatsanwaltschaft.

8

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gl. Württ. Staatsanwaltschaft Ravensburg. Durch Beschluß der Strafkammer des Könic. Landgerichts hier vom 27. Oktober d. J. wurde das im Deutschen Reiche befindliche Vermögen des am 24. September 1863 geborenen Kaufmanns Karl Schilt von Kißlegg, Oberamts Wangen, zur Zeit b 5 un berammeh Behwesend, wegen V letz ung der Wehr m eschlag belegt. bcen 28. Ontober 1890. Staatsanwaltsgehülfe: Schradin.

2) Zwangsvollstreckungen, Aufgebote, Vorladungen u. dgl.

[42120] Aufgebot. Die Erben des Ziegeleipachters Gottfried Kutsch⸗

bauch in Köstritz haben das Aufgebot der Talons

vom 2. Januar 1865 zu den Aktien der Sool⸗ und Heilbadeanstalt zu Köstritz Nr. 326, 327, 328 über e 50 Thaler, ausgefertigt am 2. Januar 1865, beantragt. Der Inhaber der Urkunden wird auf⸗ efordert, spätestens in dem auf den 11. Mai 91, Vormittags 11 Uhr, vor dem unter⸗ zeichneten Gerichte, Landhaus, 2 Tr. Z. 6, anbe⸗ Fe Aufgebotstermine seine Rechte anzumelden und die Urkunden vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der Urkunden erfolgen wird. Gera, den 25. Oktober 1890. 1 Fürstliches Fmnsscer. S” f. Civilprozeßs. ünch.

widrigenfalls dasselbe für kraftlos

[10904] Aufgebot.

Der Apotheker a. D. Wilhelm Eberlein zu Han⸗ nover hat das Aufgebot des Interimsscheins der Hannoverschen Baumwollen⸗Spinnerei D. 1529 über 300 beantragt. Der Inhaber der Urkunde wird aufgefordert, spätestens in dem auf den 6. De⸗ zember 1890, Mittags 12 Uhr, vor dem unter⸗ zeichneten Gerichte, Abtheilung V. B., Zimmer Nr. 85, anberaumten Aufgebotstermine seine Rechte anzu⸗ melden und die Urkunde vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der Urkunde erfolgen wird.

Hannover, den 12. Mai 1890.

Königliches Amtsgericht. V. B. Pagenstecher. 8

[7626] Aufgebot.

Der Gastwirth Fritz Unverhau in Wanzleben, ver⸗ treten durch den Justizrath Hemptenmacher daselbst, hat das Aufgebot der angeblich verloren gegangenen, auf den Namen des Zuckersiedemeisters Karl Joseph Unverhau in Kl.⸗Wanzleben lautenden Lebensversiche⸗ rungspolice Nr. 31335 Litt. A. der Versicherungs⸗ gesellschaft Thuringia zu Erfurt über 500 Thlr., in Worten Fünfhundert Thaler, ausgestellt den 18. De⸗ zember 1863 in Erfurt, beantragt. Der Inhaber der Urkunde wird aufgefordert, spätestens in dem auf den 11. November 1890, Vormittags 11 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte, Zimmer Nr. 58, anberaumten Aufgebotstermine seine Rechte anzu⸗ melden und die Urkunde vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der Urkunde erfolgen wird.

Erfurt, den 19. April 1890.

Königliches Amtsgericht. Abtheilung VIII.

[42119] Bekanntmachung.

Auf den Antrag des Maurers Karl Geißler zu Leipzig⸗Volkmarsdorf wird der Inhaber des angeb⸗ lich verloren gegangenen Sparkassenbuchs der städtischen Sparkasse zu Torgau Nr. 11 273 über 92,25 ℳ, ausgestelt für den Maurer Geißler in Großwig, aufgefordert, spätestens im Aufgebotstermine am 3. Juni 1891, Vormittags 10 Uhr, bei dem unterzeichneten Gerichte, Zimmer Nr. 22, seine Rechte anzumelden und das Sparkassenbuch vorzulegen,

erklärt werden wird. Torgau, 27. Oktober 1890. Kaiserliches Amtsgericht

[36382] Aufgebot.

Das Sparkassenbuch der städtischen Spar hier, Nr. 6951, lautend Ende 1885 über 358,68 ℳ, ausgefertigt für Emma Louise Baumert aus Neun⸗ dorf grfl., ist angeblich durch Feuer vernichtet und soll auf Antrag der letzteren, vertreten durch ihre Vormünderin, Wittwe Ernestine Baumert, geb. Opitz, in Nieder⸗Salzbrunn, zum Zwecke der neuen Ausfertigung für kraftlos erklärt werden.

Es wird daher der Inhaber des Buches aufge⸗ fordert, spätestens im Aufgebotstermine am 13. Mai 1891, Vormittags 10 Uhr, im Gerichtsgebäude hier, Zimmer Nr. 7, bei dem unterzeichneten Ge⸗ richte seine Rechte anzumelden und das Buch vor⸗ zulegen, widrigenfalls letzteres wird für kraftlos er⸗ kiaer nefden i. Schl., den 27. September 1890

reiffenberg i. „, den 27. September 1890.

8 G Königliches Amtsgericht.

[35865] Aufgebot.

Das angeblich verloren gegangene Sparkassenbuch der Kreissparkasse zu Angerburg Nr. 1371 über 48 6 ₰, ausgefertigt für Marie Schillaweck,

wird auf Antrag der Verliererin, Böttchermeister⸗

frau Marie Statz, geborene Schillaweck, zu Ogonken 8

behufs neuer Ausfertigung aufgeboten.

Der Inhaber desselben wird aufgefordert, spätestens im Aufgebolstermine den 16. April 1891, Vorm. 10 Uhr, Zimmer 21, sein Recht anzumelden und das Buch vorzulegen, widrigenfalls die Kraftlos⸗ erklärung erfolgen wird. .“

Angerburg, den 21. September 1890.

Königliches Amtsgericht. [10905] Aufgebot.

Der Bautechniker Heinrich Dreyer in Hannover hat das Aufgebot des von der Sparkasse der König⸗ lichen Residenzstadt Hannover ausgestellten Spar⸗ kassenbuchs Litt. C. Nr. 56 006 Der In⸗ haber der Urkunde wird aufgefordert, spätestens in dem auf den 6. Dezember 1890, Mittags 12 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte, Ab⸗ theilung V. B, Zimmer Nr. 85, anberaumten Auf⸗ ebotstermine seine Rechte anzumelden und die Ur⸗ zunde vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der Urkunde erfolgen wird.

Hannover, den 8. Mai 1890.

Königliches Amtsgericht. Abtheilung V. B. Pagenstecher. 18

Aufgebot.

Folgende Personen: 1) Sibilla Höger, Ehefrau des Wirthes und Maklers Johann Backes zu Traar, 2) Jacob Höger, Färbergeselle zu Traar, 3) Johann Langen, Ackerer zu Oppum, in seiner Eigenschaft als Vormund der geistesschwachen Fehe Höger, z. Z. in der Irrenanstalt zu Düren, haben das Auf⸗ gebot des auf den Namen „Höger Minorennen zu Traar von der Sparkasse zu Vockum ausgestellten Spar⸗ kassenbuches Nr. 1084 beantragt, Inhalts dessen am 26. Mai 1884 761,66 eingelegt wurden, und am 17. April 1890 der Bestand ausschließlich der aufgelaufenen Zinsen 416,13 betrug.

Der Inhaber dieses Buches wird aufgefordert, spätestens in dem auf den 18. Februar 1891, Vormittags 11 Uhr, vor dem unterzeichneten

(20449]

Gerichte anberaumten Aufgebotstermine seine Rechte anzumelden und das Sparkassenbuch vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung des letzteren er⸗ folgen wird. Uerdingen, den 22. Juli 1890.

Königliches Amtsgericht.

gez. Hermesdorff. 8 (L. S.) Beglaubigt: Brandt, Gerichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichts.

Die Wittwe Pauline Lipski in Stangenberg, ver⸗

treten durch Rechtsanwalt Nauen in Rosenberg, hat

das Aufgebot des von ihr auf den Böttcher Carl Klawuhn in Rosenberg am 4. Februar 1890 gezo⸗ genen, von diesem acceptirten und am 4. Mai 1890 in Rosenberg Westpr. zahlbaren, mit dem Blanko⸗ indossament der Antragstellerin versehenen Prima⸗ wechsels über 1000 beantragt. Der Inhaber der Urkunde wird aufgefordert, spätestens in dem auf den 17. Januar 1891, Vormittags 12 Uhr vor dem unterzeichneten Gerichte, Zimmer Nr. 7., anberaumten Aufgebotstermine seine Rechte anzu⸗ melden und die Urkunde vorzulegen, widrigenfalls deren Kraftloserklärung erfolgen wird. Rosenberg Westpr., den 19. Juni 1890. Königliches Amtsgericht. I. 8 9*

[1938696 Aufgebot. Auf Antrag des Kassirers am Generalsteueramte Daniel Heinrich Meyer hierselbst, wird der unbe⸗ kannte Inhaber des auf den Namen Johann Andreas Meyer lautenden Dokuments über die Erbbegräbniß⸗ stelle Nr. 1267 auf dem Begräbnißplatze außer dem Buntenthor hierselbst, hiermit aufgefordert, dieses Dokument spätestens in dem auf Montag, 26. Jannar 1891, Nachmittags 12 ½ Uhr, unten im Stadthause hierselbst, Zimmer Nr. 6, anberaumten Aufgebotstermine dem Gerichte vorzu⸗ legen, widrigenfalls dasselbe für kraftlos erklärt werden soll. 8 Bremen, 16. Mai 1890. 9 Das Amtsgericht. ggez. Völckers. Zur Beglaubigung: Seekamp, kom. Gerichtsschreiber.

[30490] Aufgebot.

Die Ehefrau des Lotterie⸗Haupt⸗Collecteurs Her⸗ mann Nicolai, Wilhelmine, geb. Herbst, in Braun⸗ schweig, als gesetzliche Erbin der unverehelichten Elise Herbst hiefelbst hat unter Erbietung zum Eide glaubhaft gemacht, daß die notarielle Obli⸗

gation vom 1. April 1870, ursprünglich ausgestellt für den Gepäckträger Ernst Germer hieselbst, durch Cession übergegangen am 15. November 1877 auf die vorgenannte unverehelichte Elise Herbst, laut deren der Letzteren an dem im Grundbuche von Schöppenstedt Band IV. Blatt 44 eingetragenen Wohnhause No. ass. 299 hieselbst ein Hypothek⸗ kapital von 600 zusteht, abhanden gekommen ist.

Es werden demnach die unbekannten Inhaber ge⸗ dachter Urkunde und Alle, welche auf die Hypothek etwa Anspruch machen, aufgefordert, spätestens in dem auf den 9. März 1891, Morgens 10 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte anberaumten Termine ihre Rechte anzumelden und die Urkunde vorzulegen, widrigenfalls die Urkunde für kraftlos erklärt werden wird.

chöppenstedt, den 23. August 1890. Herzogliche⸗ ünkel.

““

Le*erq,xl Amufgebot.

Die städtische Allmende Nr. 5 des zweiten Quar⸗ tiers, nächst der neuen Zeil zwischen den Grundstücken Litt. B. Nr. 236, 235, Litt. C. Nr. 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7 und 82 belegen und mit Litt. B. Nr. 246 A. bezeichnet, im Flächengehalt von 76 gm ist im Trans⸗ skriptionsbuche Niemandem zugeschrieben.

Auf Antrag der Stadtgemeinde Frankfurt am Main, vertreten durch ihren Magistrat, in diesem Verfahren vertreten durch den Rechtsanwalt Dr. Ben⸗ kard hier, werden, nachdem die Antragstellerin glaub⸗ haft gemacht hat, daß sie die fragliche Liegenschaft seit langer Zeit besessen hat, alle, welche ein Eigen⸗ thums⸗ oder sonstiges Recht an der fraglichen Liegen⸗ schaft zu haben glauben, aufgefordert, in dem auf Samstag, den 31. Januar 1891, Vormittags 11 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht, Neues Gerichtsgebäude, Zimmer 16 im Erdgeschoß, anbe⸗ raumten Aufgebotstermine geltend zu machen, widrigenfalls das unbeschränkte Eigenthum an der oben genannten Liegenschaft der Stadtgemeinde Feansfae a. M. zum Zwecke des Eintrags in das

ransskriptionsbuch zugesprochen werden wird.

Frankfurt a. M., den 28. Oktober 189

Königliches Amtsgericht. V. IT.

[41264] Aufgebot.

1) Der Kötter Heinrich Wellers, gnt. Pennekamp, in Hengeler, Ksp. Stadtlohn,

2) der Kötter Joseph van Almsick, in Wessen⸗ dorf, Ksp. Stadtlohn, vertreten durch den Rechtsanwalt Brandis in Ahaus,

3) der Spulmacher Johann Nordick im Ksp. Weseke, vertreten durch den Rechtsanwalt Driever in Ahaus,

haben das Aufgebot nachstehender Grundstücke behufs Besitztitelberichtigung, nämlich:

zu 1) der im Grundbuch von Hengeler⸗Wendfeld Band 3 Blatt 7 auf den Namen des Ackersmanns Gerhard Heinrich Kötting, gnt. Pennekamp, in

Hengeler, Ksp. Stadtlohn, eingetragenen Parzellen

Kommandit⸗Gesellschaften auf Aktien u. Aktie . E“ aften. 8 Erwerbs⸗ und

Wochen⸗Ausweise der deutschen Z Verschiedene Bekanntmachungen.

irthschafts⸗G ften dccts. Meger

Flur 4 Nr. 141 et Nie, Heide, 49 a 22 qm, Flur 4 v. 195 Kölkeskamp, Acker, 1 za 9 a qm, Flur 4 Nr. 220 die Hegge, Acker, 37 a 91 qm, Flur 4 Nr. 336 Außlatt, Mittelholz, 5 a 13 qm, Flur 1. 59 22/45,9 Vredenerfeld, Heide, 38 a 30 qm,

Flur 1 Nr. 2a/45/10 daselbst, Heide, 38 a 30 qm, der Steuergemeinde Hengeler⸗Wendfeld,

zu 2) der im Grundbuch von Stadtlohn⸗Wessen⸗ dorf Band 15 Blatt 4 auf den Namen des Leib⸗ züchters Bernard Lüdiger in Wessendorf, Ksp. Stadt⸗ lohn, eingetragenen Parzellen Flur 8 Nr. 298 /222 Kamp, Heide, 14 a 75 qm, Nr. 407/222 daselbst, Ackerland, 7 à 49 qm, und Nr. 472/222 daselbst, Hofraum mit Wohnhaus 6 a 45 qm, der Steuer⸗ gemeinde Stadtlohn⸗Wessendorf, und

iu 3) der im Grundbuch von Südlohn Band 8 Blatt 271 auf den Namen des Johann Hermann Röttgers in Eschlohn bei Südlohn eingetragenen Parzelle Flur 8 Nr. 420 Herstkamn, Acker, 44 n

werdern zember 189 9, Parmanags 11 Hhrr, an bder Ge⸗ richts stelle rimarmer erum̃ rsgamken, widrigen⸗ falls sie mut iaͤnen veeh 1 Hrfiner nus gesEllpfsen

und die vu 2 r wvf mer Nmen ver Antragsteller im Sruratuk ernen Heriüigt merhen. Vreden, den 2. Dktrter 18R, Königliches Ansgeriün.

Bebufs Anlegung eines Grundbuchblattes für das im Gemeindebezirk Arnsberg belegene, unter Art. Nr. 63 der Grundsteuermutterrolle und auf Karten⸗ blatt 1, Flächenabschnitt 46 der Gemarkung Kan⸗ tikow verzeichnete Grundstück mit einem Flächenraum von 0,51,10 ha und einem Grundsteuerreinertrage von 1 werden auf Antrag des Besitzers, des Büdners Emil Büge zu Lewetzow, alle Realberechtigte, deren Ansprüche nicht von selbst auf den Ersteher über⸗ gehen, aufgefordert, spätestens im Aufgebotstermine am 23. Dezember 1890, Vormittags 10 Uhr, ihre Ansprüche bei dem unterzeichneten Gericht anzu⸗ melden, und salls der Antragsteller widerspricht, glaubhaft zu machen, widrigenfalls die Ansprüche bei Anlegung des Grundbuchblattes nicht berücksichtigt werden. Treptow a./Rega, den 17. Oktober 1890.

8 Königliches Amtsgericht. . Timme. 8 eee [42117] Aufgebot.

Zur Auszahlung der Entschädigung für die zur Verbreiterung des Madamenweges von dem dem Materialwaarenhändler Wilhelm Henkel gehörigen, Hohethorfeldmark Blatt I. Nr. 88 b. am Madamen⸗ wege belegenen Grundstücke zu 3 ½ 69 qam sammt Wohnhause Nr. 4110 von der hiesigen Stadt im Wege der Expropriation erworbene, auf dem Situa⸗ tionsplane mit den Buchstaben a, b., c., d. a. um- schriebene Fläche zu 63 qm ist auf Antrag des hiesigen Stadtmagistrats Termin auf den 23. De⸗ zember d. Irs., Morgens 10 Uhr, Zimmer 42, anberaumt, zu welchem die Realberechtigten unter dem Rechtsnachtheil damit vorgeladen werden, daß sie im Falle ihres Nichterscheinens mit ihren An⸗ an das Entschädigungskapital ausgeschlossen werden.

Braunschweig, den 28. Oktober 1890.

KSKerrzogliches Amtsgericht. V. 8 von Münchhausen.

Aufgebot.

Zur Auszahlung der Entschädigungen für die von der hiesigen Stadtgemeinde behuf Erweiterung des Mittelweges hier im Wege der Expropriation er⸗ worbenen Grundstücke und zwar von

1) 2503 nebst 5 % Zinsen darauf vom 15. Juni 1889 an den Schmiedemeister Gottlieb Färber hieselbst für die von seinem Plane Nr. 115 b der Feldmark Hagen Blatt III abgetretenen, auf dem Grundplane mit p. q., t. u. v. p. umschriebenen 1,20 a bezw. das darauf befindlich gewesene Gesträuch;

2) 3070 nebst 5 % Zinsen darauf vom 15. Juni 1889 an den Bauunternehmer Hermann Königsdorf hieselbst wegen der von seinen Plänen Nr. 129 133 der Feldmark Hagen Blatt III abgetretenen, auf 1n Grundplane mit a. b. r. s. a. umschriebenen ,07 a;

3) 560 nebst 5 % Zinsen darauf vom 15. Juni 1889 an den Maurer Heinrich Hampe hieselbst wegen der von seinem Plane Nr. 136 a der Feldmark Hagen Blatt III abgetretenen, auf dem Grundplane mit h. g1. f. e. h. umschriebenen 56 qm; 8

4) 439 nebst 5 % Zinsen darauf vom 15. Juni 1889 an den Schlossermeister Adolf Wendt hieselbst wegen der von seinem Plane Nr. 1b der Feldmark Hagen Blatt IV abgetretenen, auf dem Grundplane mit w. x. g. hl. w. umschriebenen 26 qm;

5) 260 nebst 5 % Zinsen darauf vom 15. Juni 1889 an den Particulier Heinrich Bautler hieselbst wegen der von seinem Plane Nr. 9 der Feldmark Hagen Blatt IV abgetretenen, auf dem Grundplane mit 2. y. x. w. z. umschriebenen 26 am;

6) 260 nebst 5 % Zinsen darauf vom 15. Juni 1889 an die Erben des Kaufmanns Johann Franz Ludwig Hermann Querner hieselbst, als dessen Wittwe, Minna geb. Lemm, die Ehefrau des Kaufmanns Albert Lindemann, Agnes geb. Querner, den Kauf⸗ mann Wilhelm Querner, den Kaufmann Hermann

Querner, wegen der von deren Plane Nr. 13 der