eer Tuberkulose ausgeführt hat, und der Stabsarzt Dr. Eduard Pfuhl vom medizinischen Friedrich. Wilhelms⸗Institut, der Schwieger⸗ sohn des Geheim⸗Raths Koch. Ueber den Ort, an welchem Professor Koch seine Heilversuche an Menschen anstellte, haben wir bisher im Interesse der Sache Stillschweigen beobachtet, um nicht durch vor⸗ zeitige Mittheilungen darüber die Ruhe der Patienten und den ungestörten Fortgang der Untersuchungen zu stören. IJetzt scheint diese Reserve nicht mehr nöthig zu sein, und wir können hier⸗ über Folgendes mittheilen. Nachdem Professor Koch die Versuche, die er in der Charits auf der Abtheilung des Professor Senator unternommen, Anfang September eingestellt hatte, setzte er sich unmittelbar darauf mit Hrn. Dr. W. Levy in Verbindung, welcher eine chirurgische Privatklinik in der Prenzlauerstraße 46 unterhält und als Gewerksarzt über ein vielseitiges Krankenmaterial verfügt. In aller Stille wurde eine Anzahl geeigneter Kranker in diese Klini aufge⸗ nommen und die Heilversuche daselbst sowohl an Lungenkranken wie an Patienten, die an tuberkulösen Erkrankungen anderer Organe leiden, angestellt. Mit welcher Vorsicht Behufs Geheimhaltung die Aus⸗ und Aufnahme der Kranken erfolgte, erhellt daraus, daß die nken sowohl wie die sie überweisenden Aerzte verpflichtet wurden, zu Niemandem über Ort und Art der Behandlung zu sprechen, daß während der Behandlung von den Angehörigen der Kranken nur einer bestimmten, gehörig legitimirten Person der Zutritt in die Klinik gestattet wurde und dergl. mehr. Thatsächlich ist das Geheimniß auch bis vor wenigen Tagen vollkommen gewahrt worden. Jetzt werden auch in anderen Heilanstalten Versuche nach dem Koch'schen Verfahren angestellt, so in der chirurgischen Klinik des Geh. Medizinal⸗ Raths Professor von Bergmann in der Ziegelstraße, in dem Garnison⸗ Lazareth in der Scharnhorststraße, im Lazarus⸗Krankenhause in der Bernauerstraße ꝛc. In der von Bergmann'schen Klinik wurden am Don⸗ nerstag zum ersten Mal 15 Patienten mit Tuberkulose der Knochen und Gelenke der Koch'schen Behandlung unterzogen und Tags darauf stellte Prof. von Bergmann einen dieser Patienten einem intimen Kreise von Aerzten vor, um die schon binnen 24 Stunden eingetretene Ver⸗ änderung des Krankheitsbildes zu demonstriren. Ueber die Natur und die Bestandtheile des Koch'’schen Heilstoffes herrscht noch immer tiefstes Dunkel. Prof. Koch stellt den Stoff eigenhändig her, den er zu den Versuchen liefert, und gedenkt, sein Geheimniß nicht vor der authentischen Veröffentlichung preiszugeben. Was wir daher über diesen Punkt erwähnen können, sind nur Vermuthungen, die uns aus ärztlichen Kreisen mitgetheilt wurden, indessen einige Wahrscheinlichkeit für sich haben. Danach soll der geheimnißvolle Stoff, mit dem die Heilungen erzielt werden, gewisse chemische Stoffwechselprodukte des Tuberkelbacillus oder einer anderen Bacillenart enthalten, die wegen ihrer giftigen Bestandtheile „Toxalbumine“ genannt werden. Dieser Stoff ist flüssig und wird vermittelst der Pravaz'schen Spritze (ähnlich wie Morphium) den Kranken unter die Haut eingespritzt (subkutane Injektion) und so den Blutbahnen des Organismus direkt zugeführt. Bei Lungenleidenden wird die Einspritzugg an dem Rücken vorgenom men, bei tuberkulösen Prozessen anderer Organe — wie z. B. des Knie⸗ oder Hüftgelenks, des Kehlkopfs — in der nächsten Um⸗ gebung der Erkrankungsstelle. Nicht in allen Fällen, aber doch oft tritt bei den Kranken in den nächsten Tagen nach der Einspritzung Fieber auf, indessen wird dasselbe in allen Fällen überwunden und der Körper erträgt die ganze Behandlung, ohne einen Schaden davon⸗ zutragen. Es sind in dieser Weise, wie gesagt, bereits eine Anzahl glücklicher Kuren erzielt worden, die sich sowohl auf ältere, wie auf jüngere Personen mit theilweise vorgeschrittenen Stadien der Schwind⸗ sucht, auch auf Kinder erstrecken. Bisher wurden die Kranken in der genannten Klinik in der Prenzlauerstraße oder in Privathäusern be⸗ handelt; in den nächsten Tagen soll eine besondere Privatklinik in der Albrechtstraße zur Aufnahme und Spezialbehandlung Lungenleidender nach Koch'schem Verfahren eingerichtet werden.
— Ueber die Sitzung der Gesellschaft für Erdkunde am letzten Sonnabend entnehmen wir hiesigen Blättern: Die Gesellschaft nahm zunächst die Wahl ihres Vorstandes für 1891 vor. Mit Ein⸗
stimmigkeit wurden gewählt zum ersten Vorsitzenden Dr. Reiß, zu stellvertretenden Vorsitzenden Professor Freiherr von Richthofen, der bisherige Vorsitzende, und Dr. Hellmann. Professor Freiherr von Richthofen eröffnete die Sitzung mit der Begrüßung des Dr. Fridtjof Nansen, der aus Christiania hierher gekommen ist, um der Gesellschaft, die den Reisenden durch Zuerkennung der Karl⸗ Ritter⸗Medaille geehrt hat über seine kühne Durchq nerung von Grönland im Jahre 1888 zu berichten. Freiherr von Richthofen feierte diese Expedition als eine That, die ein größeres Maß von Muth und Entschlossenheit erfordert, als heut zu Tage eine Durch⸗ guerung Afrikas. — In ziemlich fließendem Deutsch mit fr emdartiger Aussprache und viel Humor schilderte Dr. Nansen in dem von Zu⸗ hörern überfüllten Saal die Geschichte und die wissenschaftlichen Er⸗ gebnisse seiner beispiellos mühseligen Unternehmung und seine Erleb⸗ nisse bei dieser ersten Durchquerung Grönlands. Nie in seinem Leben habe er so etwas Monotones gesehen, wie die Szenerie der grönländischen Eisöde: über sich den Himmel, vor sich Nichts als das weite Meer von Schnee und die fünf Gefährten; nur die Polar ⸗ nacht mit dem prächtigen Nordlicht hatte ihre eigenartige Schönheit, die er fast poetisch verherrlichte. Die Zelte, Lebensmittel und Beob⸗ achtungsinstrumente waren auf leichten Schlitten verpackt und jeder Theilnehmer hatte an 100 kg täglich zu ziehen. Dabei legten sie doch auf den schnellen Schneeschuhen täglich im Durch⸗ schnitt 10—12 deutsche Meilen zurück. Der schwierigste Augenblick während der ganzen Erpedition war immer des Morgens das Auf⸗ stehen. Bei einer Nachtkälte von 40 — 45 ° C. war der Kopf in einer schweren Eiskruste gefesselt, von der er erst befreit werden mußte. Das Zelt war über Nacht meist unter eine m Schneeberge ver⸗ chwunden, aus dem sie sich erst herausgraben mußten. 2 ½ Mo⸗ nate lang haben sie sich nicht gewaschen, denn Wasser gab es nicht, nur Eis und Schnee, die über einer Spirituslampe ge⸗ kocht werden mußten, und da sie nur die Wahl hatten, dieses Wasser zu trinken oder es zum Waschen zu benutzen, so wählten sie wegen des Durstes das Erstere. Außerdem war es nicht rathsam, das Gesicht zu waschen, weil das Wasser auf dem Gesicht sofort anfror. Wegen des Mangels an Wasser konnten auch die Koch⸗ geschirre nur selten gereinigt werden. Morgens wurde darin Choko⸗ lade, Mittags Erbswurst oder getrocknetes Fleisch, Nachmittags wieder Chokolade gekocht; schließlich entstand aus den zurüchleibenden Resten ein seltsames Gemisch, das ihre ganze Speisekarte ent⸗ hielt. Bei alledem hatten sie sich in der Verpraviantirung verrechnet, indem sie zu wenig Butter und Fette für die Speisen mitgenommen hatten. Es stellte sich bei ihnen, selbst wenn sie Doppelrationen aßen, ein Zustand ein, den die Physiologen „Fett Lunger“ nennen; sie wurden „nimmer satt’, drückte sich Hr. Nansen aus. Alle diese rein menschlichen Widrigkeiten, zu denen noch die elem entaren Unbilden, wie eisige Winde, Schneestürme, Gletscherspalten ꝛc. binzukamen, brachten den unerschrockenen Muth Nansen's und seiner treuen Ge⸗ fährten nicht zum Sinken. Sie kamen glücklich an der Westküöste Grönlands an und wurden von einem vorüberfahrenden Schiffe nach Europa zurückgebracht. Geognostische Mittheilungen über die Inland⸗ gletscher, die Erdformationen und die Ethnologie Grönlands bildeten den Schluß des hochinteressanten einstündigen Vortrages, der mit reichstem Beifall aufgenommen wurde.
Ueber den achten Amerikanisten⸗Kongreß in Paris vom 14. bis 20. Oktober d. J. hatte vorher Dr. Hellmann berichtet. Danach war dieser Kongreß gut besucht, allerdings etwas schwächer als der Berliner vor zwei Jahren, dagegen waren 265 auswärtige Mitglieder erschienen (in Berlin nur 132); besonders stark war Deutsch⸗ land (41 Mitglieder) vertreten. Redner erklärte, er könne nicht unter⸗ lassen, dankbar anzuerkennen, in wie zuvorkommender Weise gerade die deutschen Mitglieder in Paris aufgenommen worden sind, wie man bemüht war, sie an allen Orten auszuzeichnen, so daß die ver⸗ söhnliche Stimmung zwischen den französischen und deutschen Ge⸗ lehrten, die auf dem medizinischen Kongreß in Berlin angebahnt ward, durch den Amerikanisten⸗Kongreß gestärkt und geför dert wurde.
— Professor Alfred Kirchhoff schreibt über die Verände⸗ rung der Erdachse der „Saale⸗Ztg.“ u. A. Folgendes: Die mit
Spannung erwartete internationale Konferenz der europäischen Grad⸗ messung hat vor Kurzem in Freiburg getagt. Aus ihren ge⸗ wichtigen Verhandlungen wird vor Allem die weitesten Krelse, selbst die Laienwelt, die überraschende Erledigung des Problems der Achsenveränderung unserer Erde interessiren. In Berlin, Straßburg und Prag war übereinstimmend eine jüngst⸗ zeitlich erfolgte Abnahme der geographischen Breite beobachtet worden. Auf der erwähnten Herbstkonferenz hat sich nun herausgestellt, daß nicht nur in Mitteleuropa, sondern auch anderwärts alle Beobachtungen eine Breitenabnahme Europas um eine halbe Bogensekunde vom August 1889 bis zum Februar 1890 erkennen lassen. So gering dieser Betrag an sich ist, so bedeutet die Wahr⸗ nehmung doch unzweifelhaft eine grundstürzende Wandelung unserer Einsicht in das Wesen der Erddrehung; die Drehungsachse, somit beide Pole, Aequator, Längen⸗ und Breitengrade sind nicht, wie bisher angenommen wurde, beharrende Werthe, sondern veränderlich. Ja, ginge die leise einsetzende Aenderung so weiter, so könnte man das Fahr vorausberechnen, in welchem die Sonne uns Deutschen Mittags im Zenith stände, Halle Kameruner Temperatur annehmen müßte. Es handelt sich aber nur um Oszillationen der Erdachse: noch den verläßlichen Berliner Beobachtungen ist vom 15. April bis 20. August d. J. wieder eine Breitenzunahme von 0,4 Bogen⸗ sekunde erfolgt.
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Land⸗ und Forstwirthschaft.
andes⸗Oekonomie⸗Kollegium.
In der gestrigen Debatte über den Antrag wegen Einführung einer Einheitszeit bemerkte der Rittergutsbesitzer von Bem berg (in dem Bericht der gestrigen Nummer war irrthümlich „Romberg gedruckt. D. Red.), die Einheitszeit bestehe bereits in England, Schweden, Nord⸗Amerika und Japan. Der 15. Längengrad, eine Zeitstunde öst⸗ lich von Greenwich, durchschneide Deutschland nahezu in der geographi⸗ schen Mitte; er ziehe 6 Zeitminuten östlich von Berlin über Star⸗ gard, Sorau und Görlitz, die Ostgrenze des Reichs sei 31 Mi⸗ nuten, die Westgrenze 36 Minuten von ihm entfernt Der⸗ selbe Meridian bilde seit dem Jahre 1879 die Grundlage der schwedischen Einheitszeit, er würde sich auch für Norwegen, Däne⸗ mark, Oesterreich Ungarn, die Schweiz und Italien eignen. Sollte das Deutsche Reich sich für diesen Meridian entscheiden, so würden wohl die genannten Staaten nachfolgen und somit eine mitteleuro⸗ päische Einheitszeit das ganze vorbezeichnete Ländergebiet umfassen. Es sei ja möglich, daß für das Militärwesen, Eisenbahnwesen ꝛc. eine Einheitszeit sich empfehlen würde, der Landwirth würde aber davon nur Nachtheil haben. Die gegenwärtige Mittagszeit, die nach Einführung der Einheitszeit eine Verschiebung erfahren müßte, sei auf dem Lande derartig zur Gewohnheit geworden, daß sich hierin nur schwer eine Aenderung erzielen ließe. Wenn auf die Vortheile der Ein⸗ heitszeit im Eisenbahnverkehr hingewiesen und daran erinnert werde, daß nach der Statistik auf jeden Bewohner Deutschlands im Durch⸗ schnitt etwa 7 Reisen im Jahre entfallen, so müsse doch bemerkt werden, daß die Reisen der Landwirthe sich zumeist auf die nächsten Orte beschränken, daß diesen mithin ein Vortheil aus der Einführung der Einheitszeit in keiner Weise erwachsen würde.
Der Korreferent. Ober⸗Forstmeister Dr. Danckelmann (Ebers⸗ walde) führte etwa Folgendes aus: Es sei für einen Nichtfachmann schwer, sich ein richtiges Urtheil darüber zu bilden, inwiefern die Ein⸗ führung der Einheitszeit verkehrstechnisch begründet sei. Für die richtige Würdigung dieser Dinge dürfe jedoch nicht unbeachtet bleiben, daß die Verantwortlichkeit für die Innehaltung der fahrplanmäßigen Zeiten Beamten obliege, die Jahr aus, Jahr ein dieselben Bahn⸗ strecken befahren, bezw., den Dienst auf einem und demselben Bahnhofe zu versehen haben. Daß thatsächlich Unglücksfälle durch Zeitverwechselungen Seitens der Eisenbahn⸗ Betriebsbeamten vor⸗ gekommen seien, sei weder behauptet, noch bewiesen worden. Sehr wenig begründet erscheine ferner die Ansicht, daß die ausschließliche Geltung einer Einheitszeit für richterliche Ermittelungen, in denen es auf die genaue Feststellung der Zeit ankomme, z. B. bei Verbrechen, beim Nachweis eines Alibi, bei der Bestimmung von Erbfolgen u. s. w. Vortheile darbiete. Die Zeitbestimmung von Ortszeit und Ort sei doch ebenso genau wie die Angabe einer vom Orte abhängigen Einheitszeit. Die Heitrechnung nach Ortszeit sei eine althergebrachte, in der natür⸗ lichen Ordnung der Dinge beruhende Einrichtung, welche den Lebens⸗ gewohnh iten des weit überwiegenden Theiles der Bevölkerung ihren Stempel aufgedrückt habe. Es liege im Wesen einer gesunden Reform, solche Einrichtungen nur dann zu beseitigen, wenn dies ein dringendes, auf andere Weise nicht zu befriedigendes Bedürfniß erheische, mit anderen Worten, wenn nur dadurch erhebliche Vortheile erreicht, oder erhebliche Nachtheile vermieden werden können. Ein solch dringendes Bedürfniß sei im vorliegenden Falle nicht anzuerkennen, weil die durch Einführung einer ausschließlich gültigen Zonenzeit im Deutschen Reich erreich⸗ baren Vortheile durch die mit Beseitigung der Ortszeit vorhandenen Nachtheile aufgewogen und überwogen werden. Er beantrage demgen äß: „Das Landes⸗Oekonomie⸗Kollegium wolle beschließen: die von dem Herrn Minister für Landwirthschaft zur gutachtlichen Aeußerung vorgelegte Frage dahin zu beantworten: In voller Anerkennung des Nutzens der mittleren Sonnenzeit des 15 Meridians von Greenwich als Einheits⸗ zeit für den inneren Eisenbahndienst in Deutschland kann die Ein⸗ führung dieser Einheitszeit für das gesammte bürgerliche Leben im Deutschen Reich nicht als zweckmäßig erachtet werden.“
Der zweite Korreferent, General⸗Sekretär Stöckel (Insterburg) schloß sich dem (gestern mitgetheilten) Antrage des Referenten an.
Der dritte Korreferent, Geheime Regierungs⸗Rath Dr. Förster (Berlin) hemerkte: Er könne sich den Ausführungen der Vorredner nur anschließen und könne bekunden, daß die Wissenschaft auf dem⸗ selben Standpunkte stehe, wie er hier vertreten worden. Er sei bereits im Jahre 1880 von dem deutschen Reichs⸗Eisenbahnamt auf⸗ gefordert worden, sich über die Einheitszeit gutachtlich zu äußern und habe damals sich ebenfalls ablehnend verhalten. Ferner könne er mittheilen, daß alle wissenschaftlichen Fachkreise seine Meinung theilen. Wenn die Einheitszeit im Interesse des bürgerlichen Verkehrs läge, dann würde sich die Wissenschaft dese Neuerung gern anpassen;; allein da die Wissenschaft die Ueberzeugueg ene⸗ daß ein solches Interesse in keiner Weise vorliege, so werde dir, Chh⸗ heitszeit von der Wissenschaft perhorreszirt. Alle wissen eee hee Kreise seien der Ansicht, daß die Einheitszeit keineswens mit der
ünz⸗, Gewichtseinheit u. s. w. zu vergleichen sei. 8
Der Vertreter des Vereins für Eisenbahnkunde, G Ober⸗ Regierungs Rath Streckert: Es lasse sich viel gegew hie Einführung der Einbeitszeit einwenden, allein nothwend ig veenn ·8 tnheitszeit werden, und er sei der Meinung, daß die Eindeitszeit doch nur eine Frage der Zeit sei. Wenn auch statistisch nicht vachgewiesen sei, daß durch die Dorpelzeit Unglücksfälle im Eisenbaäbewestg vorgekommen seien, so liege das vielleicht daran, daß 98 sich nicht genau feststelen lasse. Allein daß durch die „Hoppelzeit Unglüͤcks⸗ fãlle en können und thatsächlich dadurch Un.
egenheiten vorkommen, 2s Jebem einleuchten. Daß das Largertee Leben dadurch geschädigt werden könne, sei keineswegs eher. Bedenke man doch, wie verschieden die Mittagszeit sei: man richte sich dech im Allgemeinen nach seiner Taschenuhr, nicht nach der Sonne. Im Uebrigen habe die heutige Zeiteintheilung nicht immer bestanden. Er sei der Meinung, daß, wenn die Einhelte⸗ zeit auch noch auf Kämpfe stoßen dürfte, die Einführung derselben nicht zu umgehen sein werde. Er gebe zu, daß die Einführung der Einheitszeit anfänglich der Wissenschaft Schwierigkeiten bereiten müͤrde. Allein die Wissenschaft werde sich im Interesse des Weltverkehrs sicherlich sehr bald zu akkommodiren wissen.
Gutsbesitzer Limbourg (Bitburg) wandte sich gegen den sozialpolitischen Passus in dem Antrage von Bemberg. Obwohl er im Aulgemeinen dem Antrage von Bemberg zustimme, so erachte 8 die Einbeitszeit nicht für 1 schlimm. Wenn z. B. auf dem Lande roßer Nebel herrsche, vann weiche man von der gewöhnlichen
Kittagszeit ab und esse um 10 Uhr Vormittags Mittagbrot. 1
Nach einer Aeußerung des Freiherrn von Hövel (cSerbeck in
Westfalen) nahm noch einmal der Geheime Regierungs⸗Rath, Pro⸗
fessor Dr. Förster das Wort. (Hr. Professor Förster hat gegen den in den heutigen Morgenblättern vorliegenden Bericht über seine Rede in einem an die Redaktion des „R.⸗ u. St.A.“ gerichteten Schreiben Einspruch erhoben, welches wir weiter unten mittheilen. Da er hierin seinen Standpunkt darlegt, können wir an dieser Stelle darauf ver⸗ zichten, einen uns vorliegenden Bericht über seine Rede abzudrucken. D. Red.)
Geheimer Ober⸗Regierungs⸗Rath Dr. Thiel (Berlin): Er halte die Einheitszeit für eine bloße Zweckmäßigkeitsfrage und sei auch der Meinung, daß dieselbe sich nicht per Dekret werde einführen lassen. Auf die Dauer werde sich die Doppelzeit nicht beibehalten lassen. Wenn man eine Statistik aufnehmen wollte, dann würde man sehen, daß die Mittagszeit in den verschiedenen Provinzen eine sehr ver⸗ schiedene sei.
Es gelangte endlich folgender Antrag Danckelmann⸗Thiel mit 13 gegen etwa 6 Stimmen zur Annahme: „Das Landes⸗ Oekonomie⸗Kollegium wolle beschließen: die ihm von dem Herrn Minister für Landwirthschaft zur gutachtlichen Aeußerung vorgelegte
rage dahin zu beantworten, daß die Einführung der mittleren
onnenzeit des 15. Meridians östlich von Greenwich als Einheitszeit, so wünschenswerth sie auch für den innern Eisenbahndienst erscheine, doch in ihrer Ausdehnung für das gesammte bürgerliche Leben im Deutschen Reich und speziell für die deutsche Landwirthschaft nicht un⸗ erheblichen Bedenken unterliege, und daß es sich zur Zeit und bis dahin, wo weitere Erfahrungen gemacht seien, oder die Aenderung aus dem Volke selbst beraus als wünschenswerth erkannt werde, nicht empfehle, mit ht Ausdehnung der Einheitszeit auf das bürgerliche Leben vorzugehen.“
Danach wurden die Verhandlungen gegen 3 ¾ Uhr Nachmittags auf heute Vormittag vertagt.
Heute Nachmittag um 5 Uhr findet in den Räumen des land⸗ wirthschaftlichen Ministeriums eine Festsitzung statt, zu der Se. Majestät der Kaiser und König Allerhöchstsein Erscheinen zugesagt hat.
In der heutigen Sitzung erschien gleich bei Beginn der Minister fůr Landwirthschaft Freiherr Dr. Lucius von Ballhausen Die Verhandlungen leitete heute der zweite Vorsitzende, Landes⸗Direltor “ von Hammerstein⸗Loxten. Den ersten Gegenstand der
eutigen Tagesordnung bildete die Ausbildung der Landwirth⸗
schaftslehrer. Seitens des landwirthschaftlichen Vereins für Rheinpreußen lag folgender Antrag vor: „Das Landes⸗Oekonomie⸗ Kollegium wolle beschließen: In Erwägung 1) daß die hohe Bedeutung der anderen mit Wanderlehrthum technisch verbundenen landwirth⸗ schaftlichen Fachschulen für die Hebung des bäuerlichen Wirthschafts⸗ betriebes allgemein anerkannt wird und in der fortwährenden Neu⸗ errichtung von landwirthschaftlichen Winterschulen in allen Theilen des Staates einen beredten Ausdruck findet; 2) daß die Erfolge dieser Anstalten nicht allein von ihrer Einrichtung, ihren Lehr⸗ plänen und Lehrmitteln, sondern in noch höherem Grade ab⸗ hängig sind von der persönlichen Tüchtigkeit und Leistungsfähigkeit ihrer Leiter; 3) daß diese Tüchtigkeit und Leistungsfähigkeit, ab⸗ gesehen von den natürlichen Anlagen und Fähigkeiten sowie einer an⸗ gemessenen wissenschaftlichen Ausbildung, nur erlangt werden kann, durch eine ebenso gründliche als zeitlich ausgedehnte Thätigkeit im praktischen Landwirthschaftsbetriebe; 4) daß es den jungen Land⸗ wirthen, welche sich dem Lehrfach widmen, vielfach an dieser durch einen Ueberschuß an theoretischem Wissen nicht zu ersetzenden praktischen Ausbildung mangelt, den Herrn Minister für Landwirthschaft zu bitten, er möge seinen Einfluß dahin geltend machen, daß die praktische und wissenschaftliche Ausbildung von Direktoren und Lehrern niederer land⸗ wirthschaftlicher Fachschulen einer allgemeinen Regelung unterzogen werde, ähnlich, wie dies hinsichtlich der Ausbildung der Lehrer an Landwirthschaftsschulen bereits geschehen ist.“ — Gebeimer Re⸗ gterungs⸗Rath, Professor Dr. Maercker (Halle a. S.) stellte folgenden Antrag: „Das Landes⸗Oekonomie Kollegtem wolle be⸗ schließen: den Herrn Minister zu bitten, der Sinrichtung von seminaristischen Kursen für Fachlehrer⸗Asperanten der land⸗ wirthschaftlichen Schulen zur gründlichen Erlerrnunm einer Methodik des Unterrichts in den landwirthschaftlichen Füwen eine geneigte Auf⸗ merksamkeit zu schenken und es, nachdem ert eechende Einrichtungen getroffen sein werden, den subventionirten Saulen zur Bedingung zu machen, nur solche Fachlehrer und Direktemnert anzustellen, welche dar⸗ gethan haben, daß sie mit Erfolg in diee Rethodik des Unterrichts eingeführt wurden.“ 1 3
Der erste Redner, Geheime Ober eerungs⸗Rath Dr. Thiel, befürwortete den Antrag Maercker. Hiß Ersahrung zeige, daß Ele⸗ mentarlehrer im Allgemeinen bedennend bessere Lehrer als die Gymna⸗ siallehrer seien. Letzteren fehle err die seminaristische Ausbildung. Auf diese müsse aber ein grober Sewvicht gelegt werden. Es müsse mehr auf die praktische Befübiestn. als auf die bestandene Prüfung gesehen werden. Deutschland * Überhaupt das Land der Examina, sodaß einmal ein Englärder „eaht habe: „Die Deutschen sind komische Leute, ein Theil derselben mäht sich damit ab, den anderen zu prüfen. Die praktische Befähigund weide durch eine Prüfung keineswegs dar⸗ gethan. Zebei ea⸗Rath, Professor Dr. Maercker (Halle): Er Gebeien⸗ Nasfüͤhrungen des Vorredners nur vollständig anschließen. Beir de Pruͤfungen der Schüler der landwirthschaftlichen Winterschnie dr Probinz Sachsen, welchen er (Redner) im Auftrage der Provirzeeheseheltung beizuwohnen habe, zeige sich vielfach bei den neu eingetreteren reloren und Lehrern ein sehr bedenklicher und die Erfolge des Urtenhen windernder Mangel an der Methodik des Unterrichts, der sich beichdes ir der mangelhaften Eintheilung des Stoffs ausspreche.
nhnprofessionellen Lehrer, welche an den gleichen Schulen in dch Fiementarfächern unterrichten, in dieser Beziehung vorzüglich
det seien und deshalb auch überall Ausgezeichnetes lei ten, der Mangel einer seminaristischen Vorbildung bei den Fach⸗ Hhebra leider häufig störend hervor. Es sei deshalb nothwendig, daß
Fandwirthschaftslehrer, die das Abiturienten⸗Examen auf einem
ale oder humanistischen Gymnasium gemacht haben müssen, auf der Universität in mindestens 9 Semestern Pspchologie und Pädagogik hoͤren. Er ersuche, seinem Antrage zuzustimmen.
Geheimer Regierungs⸗Rath, Direktor, Professor Dr. Dünkelberg (Poppelsdorf) erfuchte, das Hauptaugenmerk auf die praktische Be⸗ fähigung zu legen. Das theoretische Wissen und gut bestandene Examina könnten sehr wenig nützen. Nothwendig sei es auch, be⸗ sondere Lehrtalente zu unterstützen.
Oekonomie⸗Rath Dr,. Harenstein (Bonn): Er könne dem Vor⸗ redner vollständig beistimmen. Die Nothwendigkeit, daß nur akademisch Gehildete als Landwirthschaftslehrer zugelassen werden dürfen, könne er nicht einsehen. Es sei auch bedenklich, ein solches Verlangen zu stellen, wenn man erwäge, daß die Landwirth⸗ schaftslehrer stets genöthigt seien, mit der ländlichen Bevölkerung umzugehen. Nothwendig sei die praktische Ausbildung der Landwirth⸗ schaftslehrer. Durch das Hören von Pspchologie und Pädagogik werde wohl kaum Jemand eine Lehrfähigkeit erlangen. Auch die wissenschaftliche Bildung befähige noch nicht dazu. Das Lehren müsse einmal ein angeborenes Talent sein und bedürfe andererseits einer praktischen Uebung. Deshalb müsse auf letztere ein ganz be⸗ sonderes Gewicht gelegt werden. Es sei nothwendig, die Lehrer düdagoglsch zu erziehen und ihnen Gelegenheit zur praktischen Aus⸗ bildung zu geben. von Below (Saleske) schloß sich den Aus⸗ führungen des Geheimen Ober⸗Regierungs⸗Raths Dr. Thiel an und befürwortete die Anstellung von Wanderlehrern, um die Land⸗ bevölkerung besser für die Landwirthschaftsschulen vorzubereiten. Im Uebrigen sei er der Meinung, 3 die Verhältnisse in den verschiedenen Provinzen verschiedene seien; es sei deshalb nicht rathsam, ein allge⸗ meines Schema aufzustellen.
Rittergutsbesitzer von Bemberg (Flamersheim) widersprach dieser letzteren Auffassung. Er sei der Meinung, daß die Bauern in allen Provinzen gleich seien. Landes⸗Direktor Freiherr von Hammer⸗
stein (Hannover) empfahl den Antrag des landwirthscha Vereines für Rheinpreußen nebst dem 22 Maercker.
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ältester von Donat (Chamiellow bei Oppeln) äußerte sich im Sinne
von Below.
Das oben erwähnte Schreiben, mit welchem der Geheime Regierungs⸗Rath Professor Dr. Foerster den irrthümlichen in den Morgenblättern enthaltenenen Bericht über seine Rede berichtigt, utet: 8 „In dem Bericht über die Sitzung des Landes⸗Oekonomie⸗ Kollegiums vom 10. d. M. ist eine meiner Aeußerungen mißverständ⸗ lich wiedergegeben worden. Nicht aus persönlichen Gründen, sondern um der Wichtigkeit der Sache willen bitte ich daher, hiermit feststellen zu dürfen, daß ich nicht gesagt habe: „Wenn erst im Eisenbahnverkehr die Einhbeitszeit werde eingeführt sein, dann werde sich auch der weitere Weltverkehr dieser Einrichtung auf die Dauer nicht verschließen können.“ 1
Im Gegentheil habe ich ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die sogenannte Zonenzeit, d. h. eine nach ganzen Stunden abgestufte Verkehrszeit, wie sie jetzt eingeführt werden solle, keinerlei Aussicht habe, im gesammten Weltverkehr der Eisenbahnen, Telegraphen, Marinen, sowie der Wissenschaft und Präzisionstechnik Annahme zu finden, weil sie den Grund⸗ bedingungen einer Einheitszeit, nämlich der vollkommenen Ein⸗ deutigkeit und Stetigkeit, widerspreche, Dagegen werde eine wahre Einheitszeit, nämlich die Weltzeit, nicht blos den Verkehr in seinen inneren und äußeren Zeiteinrichtungen ganz und gar befriedigen, son⸗ dern auch die Möglichkeit eines befriedigenden Nebeneinanderbestehens
der einheitlichen Verkehrszeit und der bürgerlichen Ortszeiten ge⸗ währen.
Aufs Bestimmteste habe ich aber pflichtmäßig erklärt, daß ich die gänzliche Beseitigung der bürgerlichen Ortszeiten, sei es nun
durch Dekret oder durch Volksstimmen irgend; welcher Art, für eine Unmöglichkeit halte, weil das gegen die Natur der Dinge geht.
Prof. W. Foerster.“
Eine Hamburger Firma wird, wie man dem „Hannov. Cour.“ mittheilt, demnächst den Versuch machen, Schlachtvieh aus Venezuela einzuführen, da ihr von einem dortigen Züchter sehr günstige Anerbietungen gemacht sind, Sollten sich indeß die Kosten des Imports zu hoch stellen, so wird man von der Einfuhr lebenden Viehs absehen, und dagegen geschlachtetes und durch Eis kon⸗ servirtes Mastvieh einführen.
Wasfhington, 10. November. (W. T. B.) Nach dem Be⸗ richt des Landwirthschaftlichen Bureaus wird der Durch⸗ schnittsertrag der Baumwolle auf 187 Pfd. per Acre geschätzt. Es hängt jedoch viel vom Wetter während der Monate November und Dezember, nicht nur betreffs der Vervollkommnung des Wachs⸗ thums, sondern auch betreffs der Sicherung des Ertrages ab, da die Qualität durch starken Regen verschlechtert und durch Entfärbung be⸗ schädigt werden kann. — Der Durchschnittsertrag des Mais beträgt per Aere 19 Bufhels, derjenige der Kartoffeln 57 ½. Die Mais⸗ ernte ist die kleinste, welche jemals gemeldet wurde, mit Ausnahme derjenigen des Jahres 1881 Der Bericht bezeichnet es als unwahr⸗ scheinlich, daß sich diese Schätzung ändern werde, es sei denn höchstens um einen Bruchtheil.
Handel und Gewerbe.
Tägliche Wagengestellung zu 10 t für Kohlen und Koks an der Ruhr und in Oberschlesien.
An der Ruhr sind am 10. d. M. rechtzeitig gestellt 10 019, nicht rechtzeitig gestellt keine Wagen.
— Im Verlage der Haude & Spener'schen Buchhandlung (F. Weidling) in Berlin ist nunmehr das „Ergänzungsheft zu Saling's Börsen⸗Jahrbuch für 1890/91“ erschienen. (Vgl. Nr. 175 d. Bl.) Das werthvolle Ergänzungsheft theilt nicht nur alle in⸗ wischen eingetretenen Veränderungen, welche sich in Bezug auf den Inhalt des Hauptwerks ergeben haben, mit, sondern enthält außer⸗ dem eine Besprechung aller neuen Emissionen, welche in der Zeit vom 1. Juli bis 1. Oktober d. J. an der Berliner Börse marktgängig geworden sind. Es versteht sich von selbst, daß der be⸗ währte Statistcker und Herausgeber dieses Börsen⸗Jahrbuchs W. L. Hertslet das Ergänzungsheft, welches von den Abnehmern des Fenpaef. unentgeltlich bezogen werden kann, mit nicht minderer
orgfalt bearbeitet hat, als das Hauptwerk.
Leipzig, 10. November. (W. T. B.) Kammzug⸗Termin⸗ handel. La Plata. Grundmuster B. pr. November 4,57 ½ ℳ, per Dezember 4,55 ℳ, per Januar 4,45 ℳ, per Februar 4,42 ½ ℳ, per März 4,35 ℳ, pr. April 4,35 ℳ, pr. Mai 4,35 ℳ, pr. Juni 4,35 ℳ, pr. Juli 4,32 ½ ℳ, pr. August 4,32 ½ ℳ, pr. September 4,32 ½ ℳ Umsotz 50 000 kg. Ruhig.
Lübeck, 11. November. (W. T. B.) Die Einnahmen der Lübeck⸗Büchener Eisenbahn betrugen im Monat Oktober 1890 provisorisch 446 776 ℳ gegen 428 249 ℳ im Monat Oktober 1889, mithin mehr 18 527 ℳ Die Gesammt⸗Einnahmen vom 1. Januar bis ult. Oktober betrugen provisorisch 4 034 317 ℳ gegen .g 88 ℳ im gleichen Zeitraum des Vorjahres, mithin mehr
70 ℳ
London, 10. November. (W. T. B.) An der Küste 1 Weizen⸗ ladung angeboten.
Glasgow, 10. November. (W. T. B.) Die Verschiffungen von Roheisen betrugen in der vorigen Woche 5887 Tons gegen 9364 in derselben Woche des vorigen Jahres.
Bradford, 10. November. (W. T. B.) Wolle, Garne und Stoffe ruhig, Preise ziemlich stetig.
St. Petersburg, 10. November (W. T. B.) An der hiesigen Börse wurde die Notirung der 5 % Pfandbriefe der Pol⸗ nischen Bank offiziell eingeführt.
Amsterdam, 10. November. (W. T. B.) Die Nieder⸗ ländische Bank hat den Diskont von 3 auf 3 ½ % erhöht.
New⸗York, 10. November. (W. T. B.) Visible Supply an Weizen 22 700 000 Bufhels, do. an Mais 6 385 000 Bushels.
Submissionen im Auslande.
8 I. Egypten.
1) 24. November. Verwaltung der Eisenbahnen, Telegraphen und des Hafens von Alexandrien: Stahlstangen verschiedener Form.
2) 24. November. Dieselbe Behörde: Lieferung von Talg, Schmieröl ꝛc.
Näheres beim Magazin⸗Inspektor zu Gabbary.
II. Columbien. .
31. Januar 1891. Regierung der Provinz Antioquia. James H. Tozer & Son, Botolph House, Eastcheap, London: Bau und Erhaltung einer Eisenbahn zwischen Puerto Berrio und Stadt Me⸗ dellin von 210 km Länge. Näheres in London an der genannten
Stelle. III. Serbien. 18. November. Belgrad. Direktion des Taback⸗Monopols: ieferung von Papier und Cartons. IV. 1 1 1) Ohne Datum. Junta de Administracion y rabajos de Arsenal del Ferrol: Stahlmaterialien. Voranschlag 15 476,68 Pesetas.
Kaution vorläufig 500, endgültig 1500 Peseten. 2) 6. Dezember. Junta econõmica de la Pirotecnia militar de
Sevilla: Lieferung von 400 Metercentnern Messing für Kugelhülsen. Kaution 6400 Peseten. 8 Näheres an Ort und Stelle.
Verkehrs⸗Anstalten.
Zur Erleichterung und Beschleunigung des in letzter Zeit erheb⸗ lich gestiegenen dergh fen Verkehrs zwischen Pett ahe. land und Italien ist in diesen Tagen zwisch⸗Berlin und Rom, neben den bisherigen beiden Verbindungen auf dem Wege durch die
beträgt 192 tärke verwendet worden,
Telegramme
ekommen ist. trecke wegen der Schnee⸗ und belastungen im Hochgebirge aus Sicherheitsrücksichten vom Eisendraht
in einer Stärke von 5 mm Gebrauch gemacht worden. Der zur Herstellung der neuen Leitung auf deutschem und
italienischem Gebiet gewesene Bronzedraht ist ausschließ⸗ lich Erzeugniß deutscher Industrie.
Dee EEE11“ von Deutschland, Oester⸗ reich und Italien haben die Vollendung dieser wichtigen Anlage allerseits thunlichst gefördert.
Hamburg, 11. November. (W. T. B.) Der Postdampfer Hamburg⸗Amerikanischen Aktiengesellschaft ist, von Hamburg kommend, gestern Nach⸗ mittag in New⸗York, und der Postdampfer „Rhaetia“ der⸗ selben Gesellschaft, von New⸗YVork kommend,
Ibe einget 1 8 Iö November. (W. T. B.) Der Castle⸗Dampfer
1s 8 apetown angekommen und der Ca 2 Caßlr⸗ hat heute auf der Ausreise Lissabon passirt.
11. November.
„Russia“
am Sonntag Castle⸗Dampfer
(W. T. B.)
Nach einer Mittheilung der „N. Pr. Ztg.“ erlegt⸗ Majestät der Kaiser auf der 467 Hasen, 23 Kaninchen wilde Katze. Nachweisung vom Pru 1889 bis 31. Juli 1290 ischen Staate ausgegebenen
Jagdscheine.
r in der Zei
Schweiz, eine neue Telegraphenleitung auf dem kürzesten Wege über Bayern und Tirol hergestellt und in Betrieb Die Gesammtlänge der Leitung
Leitungsdraht ist Bronzedraht von 3 mm. 83 1 Hen. 129 Leitungsfähigkeit gestattet, daß der
direkte Verkehr zwischen den Hauptstädten beider Reiche ohne jegliche Uebertragung, ’ der denkbar größten Schnelligkeit abgewickelt Uebermittelung durch Apparate des Typendruck⸗Systems bester Konstruktion. vorliegende Fall ist der erste, in welchem für eine von Deutschland ausgehende internationale Telegraphenverbindun Bronzedraht zur Anwendung üvergang ist auf einer kurzen
enommen worden.
Als
erfolgt
Der
der leistungsfähigere Brenner⸗
Eis⸗
Packetfahrt⸗ gestern Abend auf ber
der Ausreise in „Garth
Der Union⸗Dampfer ist gestern auf der Heimreise von Capetown
E — 2*⸗
Jagd in Neugattersleben „50 Fasanen, 2 Raubvögel und eine
. 84 egen unent⸗ Bezeichnung Far⸗ gelt⸗
ausgegebenen
Verwaltungsbezirks. Jagbscheime
Regierungsbezirk Gumbinnen . * Marienwerder Polizei⸗Präsidial⸗Bezirk Berlin Regierungsbezirk Potsdam .. Frankfurt a. O.
S9o 2UAREedd
Magdeburg Hildes heim Münster.
Arnsberg .
Sigmaringen
Ostpreußen. Westpreußen.
Brandenburg 1
Schleswig⸗Holste
Hessen⸗Nassau
12973 2211
aeeguT. 1 2689ö
8477 2255 2258 1828 7207 3799 7381 4978 4828 4055 8321 4814 3854 3028 451 12110 8010 2678
17619 4 10617
10895 20662
22924
12973 15021 18287
Hohenzollernsche Lande 1888/89 sind ausgegeben
mithin pro 1889/90
l weniger.
Mannigfaltiges.
Die Bauleitung der Luther⸗Kirche, welche als entworfen ist, liegt — wie man der „ 9. 8 änden des Königlichen Regierungs.Baumeisters Scherler. Die eubau erforderlichen Erd⸗ und Maurerarbeiten, sowie die Anfe und die Lieferung der Mauerstof genommen der Verblend⸗ und Formsteine, ist auf 218 000 ℳ ver⸗
ans chlagt worden.
1 Die hbö“ ESI
nters ihren Erweiterungsbau in e nehmen sdann
ö u“ können. Die Kolonie hat durch ückliche undstücksspekulation il
8 Sle hatte ihr Grundstück in der Reinickend 1
für 21 000 ℳ gekauft und hat jetzt einen entbehrli für mehr als 100 000 ℳ wieder verkaufen können.
tigung der Rüstungen
ihre Mittel
Der Verein zur Besserung der Strafentlas hat in diesem Jahre bereits 2367 Personen oder 86 % deten Arbeit verschaffen können. Die Nach beitern ist so groß, daß ihr nicht voll gen ochen sind 169 Strafentl
in den letzten 4
Boackstein bem Tgl. Rdsch.“ mittheilt — in
aus-
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enen 2
nach ländlichen Ar⸗
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lassene unterzubringen
8 vs enge. und k2. 8* ,8 4 e rbeit zu schaffen. Am besten gelingt orge Eugendliche 6 im
tinct bie
ver Befakungsmannschaft der verschollenen „Vingilin“ geschem
führt, Arbrtter nuf dem Laibacher Moopr beim Tarf unf ein Schiff, welches unter dem Torf in vdem Schmmdrn des ehemuligen Sees stak. Das Schiff it 26 m Immg em breit; der Bunden besteht aus 4 cm dicken Fichnenhrettem. Wuir Seitemmwände sind uus Lärchenholz. Die Fugen zwischer der Breterm sind mit Lmrenvaft ausgefüllt, dier eingelme, Theilr uber sinct mit hölzernen Keilen vom Kornel⸗Mirschhaumee miammrnge
anck., dieg Provinz Bmabant 4 Mi — 4. Winsogen Fruncs dewiltgt. d die anderen — Gemeinden Haben 8
gichnct. Die Stadt Brüssel dat die † I“ auf 5 Millionen Franer zu —8 mimmt die Verwastung und den Betrirt des Ku
lichen Betrieben untergebracht worden. Auch für Erd⸗ und 3
arbeiter werden noch fortgesetzt Leute verlangt, im letzten
deren 103, während im 8. Industriebetrieb nur ent⸗ ihrem
nd. In den letzten vier es,
Von den 26 strafentlassenen Jugendlichen,
bhat von der Stadtvogtei überwiesen sind, erschienen 24 im Bukeau bes Vereins; für alle war Arbeit vorhanden, 23 traten biese auch an,
kiner entzog sich der Arbeit.
Aem Schiller⸗Denkmal vor vns ehas 1
zufolge, gestern, am 131. Geburtstage bes Kränze niebergelegt. Der mittlere Lorbeerkranz trug auf
e die Widmung: „Dem
litzruriithe Verein Schiller./ Ein zwester Lo tanz
blumen gebundener Kranz mit m
werhen Stern Brichentrauß wurden von unbekannter Hand niebergelegt.
Tie Bolkzküchen erfreuten sich in diesem Sommer und Habst Ueer zablreichen Besuchet. Trotz der Theuerung der
. Lksonders beim Fleische und den Kartoffeln in bohem macht, hat der Verein die an und für sich billigen ℳ% 1
44 *7„½1, 25 ₰ für 1 1 üse und Fleisch, 5 Srh c extra, 5 ₰ für Kaffer beibehalten. Der Umstunt
twa 40 000 Menschen in den Volkeküchen svetsen, die Güte der Spehsen. Am 17. November würd vam — uufolge die Abendspeisung in allen Bolkeküchen vun
ginnen.
Dre Rohrpostanlage in Berlin bat, wie vas „D. Tptl“ he⸗ kinen Zuwachs von 7 km Röhren Si . nurn⸗
mebr 41 Betriebsstellen mit einer Gesam von 6 ½ km Röhren.
Das Modell einer Wettersäͤule, deren Aufstellung ein .
zeümer plant, steht jetzt, wie das „D. Tabl.“ schreibt, im
Die Säule enthält Thermometer, .1.b iclenxuphtiche Wii⸗e⸗ —— Ubr, Mondphasen, Eisenbahn⸗Fahrpläne ꝛ. und vunebhen terbige unk trankparente Wandel⸗Reklamen, welche vie er be- mäölt machen sollen. In der Ausführung sollen die Süulen † m hnch Merben. 8
München, 10. November. Der Hofzug ves Königs pon
Itzlien, welcher Freitag Mi von bier abging, hat, wie vie „EMg Zitg.“ mittheilt, 1” „ — ermitht. Während der Fahrt vorthin, auf einer Stution in ECunl, erinlgte plöplich im Zuge eine Gakerxplosion, welche vas Innene vesselben theilweise zerstörte. Besonders haben nuch vie präctigen Detenmalereien des Direktors der Nürnberger Kunstgewerhe chuüle, Hen Hummer, gelitten. Der Hofzng ist mm
——— worden und wird nunmehr in den Werkstätten ver Mu enbau⸗Aktiengesellschaft (vormals Eramer⸗Klett 1), mp er erbamt mnrtg, giner gründlichen Reparatur untermorsen. 8
onza, den Ort seiner Bestimmung, nicme
ist wieber nach Mlürnberg
Erivi8, 9 November. Heute Bormittug gegen 11 Uhr stüntte
mie wn nem „2. Tabl.“ entnehmen, im stübtischen Musenm mn bem im Eengeschoß nach der Bürgerschule zu belegenen ulien Stulmiuren sunle nplich und ohne alle melcg weim Umbau des Museums vollständig unberülhrt geblicben mmr um vie eee — — zu sümnen, 1
ünrr er Ausdehnung herab, sodaß die Bulleninge vinßgelegt ist Mücklrcherweise konnten sich die wenigen im Saule zur friti schen Zeit befuttlicher Personen vor dem Absturz in Sicherhett brir 1 Miemant Schaden genommen hat. Im Hinblik unf ven Schauen. ver vurch der Einsturz an den Skulpturen herbeigeführt morden ift Iüft fict Genauek zur Zeit nicht sagen, voch steit sontel fest, daß unch dieser nicht sehr bedeutend ist.
Humbuxg, 10. Nopember. Nach einer — vder W. T. E. sollen an der Magellunsütruße Inhinner m
üußere Veranluffung die Stucktelke,
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2.
worden sem.
Luihuch. Vor einigen Tagen stießen. mie die „N. A. Z. m⸗
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zimmert. Er fanden sich jedoch uuch INüge. mit welchen einzelne Stücke zuijummen geh 1 Maubt, duß dus Schiff der vorrömischen Ze
weil es unter der Torferde im Lehmbnden mnffge⸗
das Objekt zu groß ist, um ohnt beiocnderr Memlehen
Stelle geschafft zu werden, beabficktigt mmn h
orte zu belnssen, doch joll eim genau⸗
erfolgen.
Zesorgnth nicht mnhegründer it unsgesegte Holz den .
10. Novemnber. Heute Varmtttng füüdgtr. umnte
meldet, das Dochge ims riues Meubunet in, durchschlug das Gerütt um führte den Mintstu pckhwerken Herhei Bisde: marhen 8 Wunerr sortgeset.
Extrazug statt
nach P . brachte
TX B.“* vefuutet, sind mehrere VPersymen d at mm
Über die Auffindung von Peaetrmäürue für undegründes. ü. cth
dee beigtsche Hauptstadt durch einen tirfen Kandl mit dem Ider zun ver inden und Brüssel mit maritimen Aulagen z grht, der „Bos. Itg. zufolge, allmäblich sriner Berreeteki
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