1890 / 296 p. 5 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 09 Dec 1890 18:00:01 GMT) scan diff

8 8 Egyvpten. 8 15b. Februnt 1891. Mittags.⸗ Kairo. wo- schen Bahnen. Bau einer Nilbrücke zwischen Mansurah und Lalkba.

Länge etwa 245 m. Näheres an Ort und Stelle. Ia Theater und Musik.

Koönigliche Theaten 11““ In der Vorstellung des „Lobengrin“ am Donnerstag n Op erwe ause sind die Damen Sucher vnd Staudigl, die Hrrn. Rordmwudl. Betz, Stammer und Oberhauser beschäftigt. Lessfing⸗Theater. Gestern Abend gelangten zwei der Lustspielgattung amgehoöͤrtos Stücke zur ersten Aufführung, von welchen das erste, „Hie Augen der Nebe“, früber bereits ersolgreich hn Koöͤniglichen Schauspiel⸗ bause, das zweite der „Vielgeltebte: imn. WallnerLheater ge. Kben wurde. Wilbelmine von Hillern’s „NAugen der Liede sind ein unterhaltendes Stück, welches das AUerdings nicht gerade sehr siese Problem, daß die Augen der Liede in die Seele schauen und dar⸗ Über die häßliche Außenseite, die üͤbrhzens auch durch den Geist verklaͤrt Iergesien, durch das Schicksal zweier Liebesvoare gelälig nIN(Fung bringt. Verwichkung und Loöͤsung des Knotens sind varm. sos und heiter; die scherzbaften Wendungen des Dialogs und einige lustige Scenen, besonders im zweiten Akt, geflelen und erweckten fröh⸗ liche Stimmung. b Die Sarstellung war fast in allen Rollen tadellos und in einigen vortrefflich. Frl. Jennv Groß spielte die Comtesse Priska mit Anmuth und guter Laune, doch sehlte ihr in entscheidenden Momenten die geistige Neberlegenbeit, welche ihrer Rolle entspricht. Fr. Lilli P etri gab sich als übermüthiger, eiferfüchtiger Backfisch recht drollig und sand zur rechten Zeit auch zum Herzen sprechende Töne; ihr stand Hr. Schönfeld, der den schönen, aber in gelehrten Dingen wenig erfahrenen Husarenoffizier mit natürlicher Keckheit und Vornehmheit des Wesens gab, ebenbürtig zur Seite. Den Grafen Brunnech stellte Hr. Adolf Klein mit feiner Charakteristik dar; es gelang Ihm, die Zuschauer über die inneren Schwächen seiner Rolle. hinwegzutäuschen.

zweste Gabe des Abends „Der Vielgeliebte“, ein Schwank, den Franz von Schönthan nach dem Französischen des Labiche bearbeitet hat, vermochte trotz der vielen komischen Scenen die Zuschauer nicht recht zur Heiterkeit zu stimmen, noch weniger sene ausgelassene Fröhlichkeit zu⸗ erzeugen, auf die es der Schwank eigentlich absieht. Der ältliche Lebemann, der sich soeben eine ganz junge Frau gebeirathet hat und nun pon zwei überaus anhänglichen Freunden, den Gatten seiner früheren Geliebten, sortwäͤhrend verfolat wird, konnte sich die Sympathie nicht auf die Pauer erhalten. Die immer neu auftauchenden komischen Verwick⸗ lungen erschienen zu ausgedehnt und zum Theil zu unwahrscheinlich, sodaß sie schließlich mehr ermüdeten als erheiterten. In der Titel⸗ rolle sand Hr. Blencke viel Beifall, doch würde sein Spiel noch natüͤrlicher erscheinen, wenn er, sobald er allein auf der Bühne steht, nicht in das Publikum hineinspielen und die schönen Dinge, die er zu sagen hat, mit sich allein ausmachen wollte. Die beiden betro⸗ genen Freunde, welche sich gegenseitig zum Besten. halten, weil jeder nur die Schwächen des häuslichen Herdes beim Andern, aber nicht die eigenen kennt, wurden von den Hrrn. Höcker und Waldow mit derbem Humor wiedergegeben. Die Theilnahme des Publikums schwächte sich, wie erwähnt, nichtsdestoweniger zum Schlusse bedeufend ab. Die Parsteller wurden gerufen und erschienen auch dankend vor der Gardine.

Residenz⸗Theater.

Auch der letzte Sonntag brachte ein vollständig ausverkauftes Haus. Troß der nahenden Weihnachtszeit ist die Anziehungskrast von Daudet’s „Kampf ums Dasein“ so bedeutend, daß die Kasse an diesem Tage schon vor Beginn der Vorstellung geschlossen werden konnte.

Friedrich⸗Wilhelmstädtisches Theater

Der „Bettelstudent’ wurde am Sonntag mm 402. Male auf⸗ geführt. Die bellebte Operette hat zwei Jahre lang geruht und 8 der neueinstudirten Vorführung von dem vollen Hause den herz⸗ lichsten Empfang gefunden. Die Hauptdarsteller, Frl. Offeney (Laura), Frl. Stubel (Bronislawa), Frl. Schmidt (Palmatica), Hr.

teiner (Jon). Hr. Pagin (Symon), Hr. Binder (Ollendorf) wurden durch reichen Beifall ausgezeichnet. Die Frische der Aufführung fand auch durch die glanzvollen neuen Kostüme eine bedeutende Unter⸗ stützung. Mittlerweile wird das Gesammtpersonal des Direktors Fritzsche durch die Vorbereitung des neuen Sullivan’schen Werkes „Die Gondoliere“ stark in Anspruch genommen. Concerthaus.

Der zweite „Novitäten⸗Abend“, welcher morgen stattfindet wird in seinem Programm ausschließlich Kompositionen von in Berlin lebenden Musikern vereinigen, und zwar neben bekannten Namen, wie Georg Vier⸗ ling, der mit einer „tragischen Quverture’ den Anfang macht, auch unbe⸗ kanntere sowie Werke, die bisher noch nicht veroͤffentlicht worden sind. Von Professor Heinrich Urban wird eine neue Weihnachts⸗Quverture zur Aufführung gelangen, ferner eine Concert⸗Ouverture von Jentsch; an weiteren kleineren Werken ein Adagio von Wintzer, ein Solo für Cornet à Piston, zwei Blüetten „Stilles Glück“ und „Angedenken“ von Ladendorff. Die Hauptwerke sollen zwei symphonische Dichtungen bilden: „Im Frühling“ von Johannes Vetter und „Ukraine“ von Theodor Kewitsch. Letztere wird der Komponist persoͤnlich leiten, und es duͤrste sich wohl auch noch einer oder der andere der genannten Tondichter den Zuhörern persönlich als Dirigent vorstellen.

Philbarmonte.

Das fünfte Philharmonische Concert, welches gestern vor einem außerordentlich zahlreich erschienenen Publikum stattfand, leitete Hr. von Bülow, der wiederum aufs Wärmste empfangen wurde, mit Cbherubinid's Ouverture „Die Abencerragen“ ein. Hierauf folgte die Novität des Abends: ein Klavierconcert von dem in Paris lebenden Komponisten J. J. Paderewski (geb. 1860 in Podolien). In seinen Studien bei F. Kiel hierselbst mit den klassischen Vorbildern vertraut gemacht, ist seine Kompositionsweise zugleich durch seine Nationalität beeinflußt, sie gleicht der Cigenartigkeit Chopin’s. Dies ist sogleich in der Otchestereinleitung des ersten Satzes des Concerts, sowie in der Melodie des Hauptthemas zu erkennen, das mit dem Einleitungsmotiv adwechselnd in geschickter Durchführung bald im Orchester, dald im Klavter erscheint. Der zweite Satz. eine Romanze, zeichnet sich zwar gleichfalls durch Originalität der Motive aus, hildet jedoch durch seinen erregten Charakter nicht den Moment der Rube, wie er für das Werk ersorderlich gewesen wäre. Das Finale beginnt mit tinem roͤptdmisch wirkungsvollen Motiv, das vom Orchester intonirt, dald in der Klavierpartie anfgenommen und von einem lied⸗ lichen zweiten Thema abgelöst wird. Dieser Satz ist ven be⸗ sonders feselndem Reiz und bringt zugleich die moderne und glänzende Technik des Pianisten dortrefflich zur Geltung. Sehr lebdafter Beifall und dreimaliger Hervorruf chrte den Komponiften, der im Laufe des Abends noch in zwei Solostücken von Cdovin und Schubert⸗Lisjt seine zarte Vortragzweise und seirne Wirtuosität glänzen ließ. Das Orchester

pielte außerdem noch die Slavdische Rdapsodie (op. 45 Nr. 3) von Dvokak. die dritte Smfrmie von Mendelssohn und das Vorspiel ju Die Meistersinger“ den Wagner und bewährte sich in Ausfübrung

ämmtlicher Werke unter Leitung scines genialen Diri wieder

als eine künstlerif 45—144— Stür Beifall

erschallte am Schluß dieses interessanten Concerts.

sechste Concert sindet Mentag. den 12. Jannar 1891 statt (So ugen d'Albert).

ganz

Anton Rudinstein hat der „Nom. Wr.⸗ Donnerstag 4. Dezemder, der Direkticn der Kaiferlich ruffi⸗ musikalischen Gesellschaft offiziell mitgetheilt, daß er den Direkzor⸗

posten am Konservatorium niederlege. 8

Mannigfaltiges. 1

Der Berliner Ortsverein des Evangelischen kirch⸗ lichen Hüͤlfevereins batte gestern Abend in der Dreifaltigkeits⸗ kirche eine anthesuchte Nersammlung veranstaltet Behufs Bericht⸗ erstattung üͤber seine Arbeiten und Ziele. Propst D). Frhr. von der Goltz begann mit der Werichterstattung. Per vor 2 Johren auf Anregung Ihrer Matjenst. der. Kaiserin und Königin bemründete Vereln, weJ er zwhshs sFire Kbätigkeit auf die Unterstütung vünderer 84ʃ eisie Foften besGhränkte, hatte sehr bald schon üeR WNeN, d hes Fer den Khsschten Ihrer Masestät mehr ent⸗ e ix h wrüsfalten gestatteten und, zunäͤchst zwec

vWaAbeR Rh IWNzgnkevnpfisegein en Häusernund die Ver⸗ stäArkuneder LAgliCen Kräfie inden 2 sassengemeinden. Propst b Frhr vüen der Golhz veʒviiere besonders über die erste Aufgabe vnd NwNN ErfGühnv des sind danach zwar schon früber Schwestern e Knhtenpülese we den Hauserg verfügbar gewesen, ihre Zahl war Aber Nnrx sehr erirg n mangelte auch einer gewissen Organisation Iuf diesem Gebiete, und namentlich für arme Kranke war derartige Hölfe sellen zu erlangen. Der Verein hat sich nunmehr daran ge⸗ macht, gauz Berlin mit einem Netz von Diakonats⸗Missionsstationen zu. überziehen, und hat Dank der Unterstützung der Diakonissen⸗ Mutterhäuser bisher bereits sieben derartige Stationen er⸗ öffnet. Die erste dieser Stationen wurde Anfangs Mai dieses Jahres mit Paul Gerhardt⸗Schwestern in der Gerichtsstraße eröffnet; es folgten dann Stationen in der Neuen Grünstraße mit Oberlin⸗ Schwestern, in der Klosterstraße mit Königsberger⸗Schwestern und in der Wilhelmstraße mit Schwestern aus Kaiserswerth. In der Nähe des Lazaruskrankenhauses wurde eine Station mit Schwestern dieses Hauses eingerichtet, eine Moabiter Station übernahmen Bielefelder Schwestern, die siebente Station endlich wurde für die Zwölf⸗Apostel⸗ Gemeinde mit Schwestern des Elisabethkrankenhaufes begründet. Alle⸗ diese Stationen, in denen gegen 40 Sawestern thätig sind, haben bereits Hand in Hand mit der Gemeindepflege eine recht erfolgreiche Wirksamkeit entfaltet. Eine achte Station, für die Bethanien die Kräfte zur Verfügung stellen wird, ist für die Thomas⸗ und Emmaus⸗ Parochie in Aussicht genommen. Um das ganze Netz zu vollenden, werden allerdings mindestens 20 Stationen, und da jede Station einen Aufwand von etwa 6000 erfordert, eine verfügbare Summe von jährlich 120 000 nöthig sein. Bisher sind namentlich in Folge des ersten Aufrufs die Gaben so reichlich geflossen daß aus diesem Jahre noch eine kleine Summe in das nächste übernommen werden kann. Ueber die zweite Aufgabe des Vereins, die Ver⸗ sorgung der großen Gemeinden mit geistlichen Hülsskräften, sprach Konsistorial⸗Rath Dryander. Diese Aufgabe ist etwas im Hinter⸗ grunde geblieben. Bisher hat der Verein nur der Elisabethgemeinde einen Zuschuß für einen Hülfsprediger gewährt und in allernächster Zeit wird auch Nazareth in gleicher Weise bedacht werden. Daß auch hier dem Verein noch ein reiches Feld der Wirksamkeit vorliegt, zeigte der Redner durch einige hochinteressante Zahlen aus der kirchlichen Statistik. Berlin 1egg nach dieser Statistik z. Z. 44 Kirchen und 31 Kapellen mit 55 039 Sitzplätzen. Die an diesen Gotteshäusern wirkenden 144 Geistlichen haben im letzten abgeschlossenen Jahre 37 013 Kinder getauft, 20 586 eingesegnet, 9232 Paare getraut, 187 828 Kommunikanten an den Tisch des Herrn geführt und bei 9448 Beerbigungen den Trost der Kirche gespendet. Der Redner verwies besonders auf St. Markus, wo 4 Geistliche 2916 Taufen, 1491 Einsegnungen, 427 Trauungen und 668 Beerdigungen vollzogen, auf Andreas mit 3 Geistlichen und 1867 Taufen, 1137 Einsegnungen 383 Trauungen und 314 Beerdigungen, Emmaus mit 3 Geistlichen und 2325 Taufen, 1223 Einsegnungen, 242 Trauungen und 406 Be⸗ erdigungen und auf Heiligkreuz mit gleichsalls nur 3 Geistlichen beie 2857 Taufen, 1374 Ginsegnungen, 761 Trauungen und 671 Beerdi⸗ gungen, außerdem aber mit 10 079 Kommunlkanten, und endlich auf Zion mit b Geistlichen bei 3160 Tausen, 1380 Einsegnungen, 528 Trauungen und 477 Beerdigungen. Solchen Zahlen gegenüber könne man nur noch von geistlicher Fabrikarbeit sprechen. Der Redner schilderte dann zum Schluß, wie der Verein hier helfen könne, durch seinen Zuschuß die Schaffung ständiger Predigerstellen und die Abzweigung von Gemeinden vorzubereiten.

Das Werk der Kanalisation von Berlin ist, wie die „Voss. Ztg.“ dem Verwaltungsbericht entnimmt, auch im vergangenen Jahre rüstig vorwärts geschritten. Am Schluß des Etatsjahres 1889/90 waren in den Radialsystemen I bis VII 18 745 Grundstücke an die Kanalisation angeschlossen, und wie in dem Bericht festgestellt. wird, ersolgte die Entwässerung und Reinigung der an die allgemeine Kanalisation angeschlossenen Gebietstheile ohne nennenswerthe Stö⸗ rung, und die zur Aufnahme der Filtration und der Abwäöͤsser dienen⸗ den Rieselfelder entsprachen den oan sie gestellten Anforderungen. Die Gesammtschulden der Kanalisationsverwaltung betrugen am Schluß des Etatsjahres 74 272 223 Davon entfallen 43 733 445 auf die im Betriebe befindlichen Radialsysteme 1—VII, 17 053 356 auf die dozu gehörigen Rieselfelder, das ist eine Gesammtsumme von 60 786 801 ℳ, Diese sieben Radialsysteme nebst den Rieselfeldern dienen der Entwässerung eines Stadtgebiets, welches von 1 230 737. Einwohnern bewohnt wurde, sodaß von dem Schuldenkapital auf den Kopf der Bevölkerung 49,39 ℳ, und zwar für die Kanalisation 35,53 und die Rieselselder 13,86 entfallen.

Morgen Abend 8 Uhr findet eine Sitzung des Kuratoriums der kaufmännischen Fortbildungsschule im Hotel⸗ „Norddeutscher Hof“, Mohrenstraße 20, statt.

Die „Fortuna“, der bekannte Verein Berliner Geflügel⸗ züchter, wird Anfang näͤchsten Monats bier seine achte große Ge⸗ flügelausstellung veranstalten. Die Anmeldungen sind schon jetzt zahlreich eingegangen, und die Schau wird auch selten gesehene Spezialitäten bringen.

Mit der Vertbeilung der Zinserträgnisse der großen Dr. Epbhraim'schen Erbschaft hat der Vorstand der hiesigen jüdischen Gemeinde bereits begonnen. Erbschaft beträgt nahezu 1 ½ Millionen Mark, und sollen nach den Bestimmungen des Erblassers, des Dr. med. Ephraim. Wohlthätigkeitsvereine aller Konfessionen aus der Erbschaft unterstützt werden. Die betreffenden Gesuche sind an den Justiz⸗Rath Dr. Meyer zu rickten. Bei der Auswahl will der Vorstand der jüdischen Gemeinde besonders Vereine berücksichtigen, welche dem Gemeinwohl dienen. In Folge dessen hat eine der ersten Unterstützungen der Berliner Krippenverein erhalten.

Die

OQuedlinburg. Die hiesige Bürgerschaft hat, wie die „Nat⸗Z.“ berichtet, beschlossen, zur Erinnerung an die glorreichen Tdaten und Errungenschaften des Krieges 1870 71 und zum dauernden Andenken an die in diesem Kampfe gefalenen Söhne der Stadt und Soldaten des damals dort in Garnison liegenden Füsilierbataillons des 67. Infanterie⸗Regiments und der 3. und 4. Schwadron des Kürassier⸗Regiments ein Siegesdenkmal zu errichten. Dabei ist uge gefaßt, das siegende deutsche Volk in der Figur eines im Sritt von Mars⸗la⸗tour vorsprengenden Kürassiers in Erz zur f g iu bringen. So handelt es sich nicht dloß um die Er⸗ eines Siegesdenkmals für den engeren Kreis der Stadt, um ein für die deutsche Armee und namentlich Kavallerie.

„3. Dezember. Von den Baustrecken (Loosen) des Nord⸗

1s waren sämmtliche Erdarbeiten bereits an Unter⸗

8, das letzte, dicht bei Holtenau liegende Loos wurde

Nur über die Mauer⸗ und Betonirungsarbeiten

der Schleusenbauten an den Kanalmündungen war, nachdem die Sub⸗ mission kürzlich stattgefunden, noch keine Entscheidung getroffen. Diese ist der „Nat. Ztg.“ zufolge bezüglich der Bauten für die Ostseeschleuse bei Holtenau nunmehr erfolgt, den Zuschlag

haben die zu einer Gesellschaft vpereinigten Königsberger Firmen

Cordes u. Sönderup und Wittkop u. Förster erhalten. Es handelt sich um einen Bodenaushub von fast 290 000 chm, die Herstellung von 11 200 aqam Spundwand zur Abkleidung der Baugrube, die Einrammung von 500 m Rundholzpfähle als Tragerost für die gemauerten Schleusenwände, die auf 65 000 cbm Beton fundamentirt werden, sowie um die Aufführung von 75 000 cbm Mauerwerk. Die diesergestalt herzurichtende Schleusenanlage besteht aus zwei parallel nebeneinander liegenden Schleusen von einer Ge⸗ sammtlänge von ctwa 220 m, die innere nutzbare Länge des freien Raumes der Schleusenkammern zwischen den Thoren beträgt je 1b50 m bel 25 m lichter Breite, soraß in jeder der belden Schleusenkammern aleichzeitig vier Kreuzerkorvetten wie die „Mietoria“ oder vier Avisos oder vier Panzerfahrzeuge wie „Arminius“, zusammen also acht Kriegsschiffe auf einmal aufgenommen werden können; „Köͤntg Wilhelm?, unser größtes Parzerschiff von 108 m Länge, füllt eine der Schleufenkammern noch nicht aus, von den neuen großen Panzern A, B, C. D, welche im Bau sind, kann durch jede Schleuse einer, im Ganzen also in beiden Kammern zwei, durchgeschleust werden. Selbstredend werden beide Schleusen⸗ kammern, die weit über die Erfordernisse der Handeldsschiff⸗ fahrt hinaus gehen, mit doyppelten Flut⸗ und Ebbethoren versehen, durch hydraulische Kraft gehandhabt und können unabhängig von einander benutzt werden. Lange, weit in den Vor⸗ und Binnenhafen hineinreichende Leitwerke aus Pfahl⸗ wänden mit Schwimmbäumen u. s. w. sichern den ungehinderten Eintritt und das Passiren der Schleusen, die mit ihren je 25 m lichter Weite dem hier 120 m breiten Kanal gegenüber eine Enge bilden. Wenn man sich vergegenwärtigt, daß die gegenwärtigen sechs einfachen Schleusen des Eiderkanals nur von Schiffen wie dem kleinen Transportdampofer Eider und den kleinsten Torpedobooten, jedoch noch nicht einmal von Torpedo⸗Divisionsbooten befahren werden können, so erhält man einen ungesähren Begriff von der gesteigerten Leistungs⸗ fähigkeit dieses neuen Seekanals. Die Kosten für den den vorge⸗ nannten Unternehmern übertragenen Schleusenban belaufen sich auf rund 3 860 000 Die Arbeiten können unverzüglich beginnen, da alle Vorarbeiten beschafft und auch große Mengen Materialien, namentlich Betonsteine und Granit aus Schweden, bereits ange⸗ fahren sind.

Ham burg, 9. Dezember. Dem „Hamburgischen Correspondenten“ zufolge wurde Jobannes Ortb’'s Schiff „Margaret“ von der Hamburger Bark „Maria Mercedes“ zuletzt am 31. Juli d. J. mit sechs andern Schlffen vor den Ausläufern des Gebirges am Kap Horn während eines furchtbaren Orkans bei 15 Grad Kälte gesehen.

Kräfte und Stosse der freien Luft k im Monat August 1890. Orypdirende Kraft des elektrisirten (Fremy und Becquerel 1852), elektrischen (Meißner 1869), Ozon⸗ oder negativo⸗elektrischen (Schoen⸗ bein 1849 und Schulze⸗Berge 1881), des 14,8 kleine Calorien (Berthelot 1876), sechs elektrische Ladungseinheiten aufspeichernden (von Helm⸗ holtz 1883) Sauerstoffs (02).

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Kolberg (Ostsee), Gymnasial- WZ. 32,4. N. 8,2. 25,2.1I u. VI. 23,9. IV. Oberlehrer Dr. H. Ziemer M. 8,1. A. 8,0. Lemberg (Univ.) Prof. d. Phys. WZ. 32,4. N. 8,s. 26,8. u. Math. Dr. Staneeky A. 7,8. Reinerz, Bad, Bürgermeister WZ. 31,s. N. 8,1. Tasmaxim Dengler M. 8,o. A. 7,;s. 110. Pola (K. K. hydr. Amt d. WZ. 31,s8. N. 8, 7. 25,8. K. K. Kriegsmarine) Dr. M. 8,2. A. 7,2. Müller Stationen, welche in 24 Stunden die 14 Theil⸗Scala mit Berliner Jodkaliumpapieren nur Morgens und Abends ablesen und daher die Berechnung der von Friesenhos'schen Werthzabl nicht zulassen: Prag (Sternwarte), Direktor W. 9,7 N. 9,7. Prof. Dr. L. Weinek b T. 4,0. N. 5, 6.

Oberdrauburg (Kärnten), N. 7,0. 16,0. III. Pfarrer Unterkreuter n

Kaschau, K. K. Garnison⸗- W. 4,.7† N. 2,0. 10,4. III. 5,9. hospital Nr. 20, Ober⸗ T. 2,7. V Stabsarzt Dr. Szeliga

Berlin (Statist. Amt der Stadt, Königsstraße Nr. 7, Hof, Geheimrath Prof. Dr. Böckh) einmalige Ablesung in 24 Stunden.

Irrenanstalt Dalldorf 8,5. VI. 7,2. III.

Krankenhaus Friedrichshain 12,4.II u. III. 7,8. NO. I

Weinbergsweg 11 b. “” II. 0,8. III.

Wien (hohe Warte), Central⸗ ittel. Tgsmaxim. Tgsminim. station f. Meteor. u. Erdm. 11 8,7 II. 4,1. . Prof. Dr. Hann V1 V b

Mechanische Kraft. August. Kolberg 4,s mps. (grßt. tglch. 1025, stündl. 59,2, total 11 754 km).

Wien. 4,3 mps. Pola 4.2 mps.

Kolberg. August. Luftdrckm. 759,e8 (59,8; 59,8; 59,5) 750 bis 768 mm. Tmprtrm. 16,878 = 10 unternormal (15,7; 19,8; 15,8) 7,8 bis 2858. Insolat.⸗Max. 53,8 9 C. Relat. Fchtgktsm. 65,0 (75,1; 51,6; 71) 30 bis 98 %. Dunstdruckm. 9,12 (9,7; 8,5; 9,2) , 8 bis 13,K mm. Ndrschlg. 65,8 mm an 16 Tagen. Gewitter 6, Nebel 1.

Reinerz. August. Luftdrckm. 714,4 (706 bis 720,8) mm. Tmprtrm. + 15.:; (7,29 bis 29,2) ° C. ANdrschlg. 145,5 mm in 18 Tagen. Dunstdruckm. 12,2 mm. Relat. Fchtgktsm. 83,9 %. Gewitter 9. Heitere Tage 7, trübe Tage 5. Regentage 18.

Berlin. August. (Landwirthschaftl. Hochschule, Invaliden⸗ straße 42, Prof. Dr. Börnstein; Weinbergsweg 11 b, Dr. Perlewitz). Luftdruckm. 754,8 und 755,2 (unternormal 1,5 u. 1,7), am 5. 763,5 u. 763,s, am 27. 742,4 u. 743,0 mm. Tmprtrm. 19,0 u. 19.1 (über⸗ normal 0, u. 0,2), am 1. 25,0 u. 24,6, am 19. 31,1 u. 31,9, am 31. 7,0 u. 8,0 C. Dunstorckm. 11,2 u. 11,s, am 6. 16,7 u. 16,8, am 28. u. 31. 6,9 u. 7.7 mm. Relat. Fchtgktsm. 69,5 u. 72,0, am 19. u. 1. 37,0 u. 42,0, am 30. 94,0 u. 96,0 %. Norschlg. 66,1 u. 64s8 in 15 u. 14 Tagen. Bwlkngsm. 6,5 u. 5,5 4 SGewitter fanden statt. Mittlere Windrichtung 1 ° 30 von W. nach NW.

Potsdam. August. Luftdrckm. 750,88 (738,8 bis 759,2) mm. Temprtrm. + 17,57 (6,8 bis 31,e) °C. Mittl. Windstärte 1,8. Bewölkung 6,2. Ndrschlg. 58,8 mm in 14 Tagen. Gewitter 7.

Pola. August. Lfidrckm. 757,06 (745,0 bis 761,8) mm. Tmprtrm. 24,87 (13,5 bis 36,0) 0 C. Insol. Max. 62,0. Radiat. Min. 9,3. Bewlkngsm. 2,4. Rel. Fchtattsm. 65,4 %. Dunstdrckm. 15,2 mm. Ndrschlg. 175 mm 14,5 m hoch und 22,5 mm 1,2 m hoch ““ Rudolf Lender.

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zum 6 296.

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Deutschen Neichs⸗Anzeiger und Königlich Preubiscen Stauts⸗

„Untersuchungs⸗Sachen.

Aufgebote, Zustellungen u. Dre Unfall⸗ und Invaliditäts⸗ ꝛc. Versicherung. 4. Verkäufe, Verpachtungen, Verdingungen ꝛc.

Verloosung ꝛc. von Werthpapieren.

1) Untersuchungs⸗Sachen.

[49247] Bekanntmachung.

Am 9. Oktober d. J. ist von der Strafkammer des Köniclichen Landgerichts hierselbst der Bahn⸗ arbeiter Balzer aus Rothwasser zu fünf Jahren Zuchthaus verurtheilt worden, weil er Jahre hin⸗ durch seine amtliche Stellung als Wagenrevisor auf dem Bahnhof Kohlfurt zur Beraubung von Eisenbahnfrachtgütern, namentlich Reisekörben und Waarenpacketen gemißbraucht hatte. Von diesen Diebstählen herrührend befindet sich in Verwahrung der unterzeichneten Behörde noch eine überaus große Menge der verschiedenartigsten Gegenstände, nament⸗ lich Schmucksachen, Bücher und Bekleidungsstücke, deren Eigenthͤmer zu ermitteln der umfassendsten Recherchen ungeachtet bisber nicht gelungen ist. Es werden daher auf diesem Wege die unbekannten Eigenthümer aufgefordert, etwaige Ansprüche an die gestohlenen Güter binnen längstens vier Wochen vom Tage des Erscheinens dieser Bekanntmachung ab bei der unterzeichneten Behörde anzumelden. da nach Ablauf dieser Frist mit dem Verkauf der Asservatenmasse vorgegangen werden muß. Bemerkt wird, daß sämmtliche Diebstähle innerhalb der letzten drei Jahre und auf dem Bahnhofe Kohlfurt verübt sind und daß Reklamationen nur dann Er⸗ folg haben können, wenn sie eine genaue Beschrei⸗ bung des in Verlust gerathenen Gegenstandes unter Angabe besonderer Uaterscheidungsmerkmale enthal⸗ ten, Kleld ungsstücke aber nur mit Hülfe von Stoff⸗ proben herauszufinden sein würden. Außerdem steht es jedem Reklamanten frei, die gestohlenen Sachen an Amtsstelle hierselbst persönlich in Augenschein zu

nehmen.

Görlitz, den 3. Dezember 1890. Der Erste Staatsanwalt.

(a9g688 Das hinter dem Einlieger Johann Pawelczyk aus Sorowski, Kreis Peesß. in Stück 275 unter Nr. 44 555 des Deutschen Reichs⸗ und Königlich Preußischen Staats⸗Anzeigers pro 1890 erlassene offene Strafvollstreckungsersuchen vom 5. November 1890 ist erledigt. IV. C 133/90.

Lublinitz, den 6. Dezember 1890.

Königliches Amtsgericht.

[49970] Bekanntmachung.

Die diesseits in Nr. 20 pro 1883 dieses Blattes erlassene offene Strasvollstreckungs⸗Requisition vom 15. Januar 1883 wird bezüglich der unter Nr. 2 bis 19 aufgeführten Verurtheilten hiermit erneuert. M 1 54/82.

Landsberg a./W., den 4. Dezember 1890.

Der Erste Staatsanwalt.

[49967] In der Strafsache gegen 8 8 1) den Eigenthümer Martin Roppel aus Abbau Lebno, z. Z. flüchtig in Amerika, 2) den Knecht August Posanski aus Zemblau, z. Z. in Untersuchungshaft in Neustadt, 3) den Eigenthümer Rudolf Meyer aus Abbau Lebno, z. Z. in Untersuchungshaft in Neustadt, 4) den Pͤchter Kluck aus Bojahn, wegen Bandendiebstahls, wird auf Antrag der König⸗ lichen Staatsanwaltschaft die Führung der Vor⸗

unntersuchung dem Königlichen Amtsgerichte zu Neu⸗

stadt W.⸗Pr. übertragen. Ferner wird die Beschlag⸗ nahme des im Deutschen Reich befindlichen Ver⸗ mögens des Angeschuldigten Eigenthümer Martin Roppel aus Abbau Lebno, Kreis Neustadt W.⸗Pr., da gegen denselben Haftbefehl erlassen ist und der⸗ felbe sich flüchtig im Auslande, Amerika, aufhält, gemäß §. 332 Strafprozeßordnung angeordnet. Danzig, den 29. November 1890. Königliches Landgericht, Strafkammer I. Birnbaum. Mitzlaff. Bernard.

[49302] Bekanntmachung.

1) Lorenz Nowakowski, unbekannten Auf⸗ enthaltsorts, geboren am 7. August 1867, zuletzt in Zaborowo, Kreis Schrimm,

2) Casper Tadeuszak, unbekannten Aufenthalts⸗ orts, geboren am 31. Dezember 1866 zu Niedzwiady im Kreise Jarotschin, zuletzt daselbst,

3) Franz Walezak zu Chicago, geboren am 12. September 1867, zuletzt in Nionzek, Kreis Schrimm,

4) Wilhelm Grüger, unbekannten Aufenthalts⸗ orts, geboren am 31. März 1867 in Wosciechowo, zuletzt in Bnin, Kreis Schrimm.

5) Vincent Migxtacki, unbekannten Aufenthalts⸗ orts, geboren am 16. Juli 1867 zu Ludwinowo, zu⸗ letzt in Kielczyn⸗Hauland Kreis Schrimm,

werden beschuldigt,

als Wehrpflichtige in der Absicht, sich dem Ein⸗ tritte in den Dienst des stehenden Heeres oder der Flotte zu entziehen, ohne Erlaubniß das Bundes⸗ gebiet verlassen oder nach erreichtem militärpflichtigen ltsrs sic außerhalb des Bundesgebiets aufgehalten zu haben,

Vergehen gegen §. 140 Abs. 1 Nr. 1 und 3 des Strafgesetughe. 8

Durch Beschluß der vierten Strafkammer des Königlichen Landgerichts zu Posen vom 22. Novem⸗ ber 1890 ist auf Grund des §. 140 des Strafgesetz⸗ buchs und §. 326 Straf⸗Prozeß⸗Ordnung das im Deutschen Reiche befindliche Vermögen der An⸗ geschuldigten mit Beschlag belegt worden, was hier⸗ durch mit dem Bemerken öffentlich bekannt gemacht wird, daß Verfügungen über dasselbe der Staats⸗ kasse gegenüber nichtig sind.

Posen, den 27. November 1890.

Königliche Staatsanwaltschaft.

Berlin, Dienstag, den 9. Dezember

[50278 K. Württ. Staatsanwaltschaft Ravensburg.

Die durch Beschluß vom 30. Januar 1886 ver⸗ fügte Beschlagnahme des im Deutschen Reiche be⸗ findlichen Vermögens des Taglöhners Anton Waiz⸗ mann von Waldhausen, Q.⸗A. Neresheim, wohn⸗ haft in Hülen, desselben Oberamts, wurde durch Beschluß der Strafkammer des Kgl. Landgerichts hier vom 2. Dezember d. Js. wieder aufgehoben.

Den 3. Dezember 1890.

Erster Staatsanwalt Hecher.

[50261] Bekauntmachung.

Durch Beschluß der Strafkammer des Kaiser⸗ lichen Landgerichts dahier vom 25. November 1890 wurde die unterm 26. Oktober 1882 gegen Albert Kussy, geboren am 19. August 1858 in Mülhausen, wegen Verletzung der Wehrpflicht angeordnete Ver⸗ mögensbeschlagnahme aufgehoben. 3

Mülhausen i./E., den 5. Dezember 1890.

Der Kaiserliche Erste Staatsanwalt. W

8 S

2) Aufgebote, Zustellungen und dergl.

900

In Sachen des Kaufmanns Fr. Otto Meinschenk in Braunschweig, Klägers, wieder den Händler August Diedrich in Lesse, Beklagten, wegen Forderung, wird, nachdem auf Antrag des Klägers die Beschlagnahme der dem Beklagten gehörigen ideellen Hälfte des unter Versicherungsnummer 178 zu Lesse belegenen, 16 ¼1 Ruthen = 3 a 49,6 qm haltenden Aeaner⸗ wesens sammt Zubehör zum Zwecke der Zwangsver⸗ steigerung durch Beschluß vom 2. Dezember 1890 verfügt, auch die Eintragung dieses Beschlusses im Grundbuche an demselben Tage erfolgt ist, Termin zur Zwangsversteigerung auf den 28. April 1891, Nachmittags 3 ½ Uhr, vor Herzoglichem Amtsge⸗ richte Salder in der Kramer’schen Gastwirthschaft zu Lesse angesetzt, in welchem die Hypothekgläubiger die Hypothekenbriefe zu überreichen haben.

Salder, den 5. Dezember 1890.

Herzogliches Amtsgericht. Kunze.

[481 92] 9 Aufgebot.

Die Rentnerin Julie Kontz zu Straßburg i./E., Gewerbslauben Nr. 64, vertreten durch ihren Bevoll⸗ mächtigten Sprachlehrer Schönberger in Straßburg i./ E., Stetzengasse Nr. 4, hat das Aufgebot zum Zwecke der Amortisation der 4 % Obligation der Lothringischen Bezirks⸗Anleihe Serie V. Litt. C. Nr. 3350 über 200.00 beantragt. Der Inhaber der Urkunde wird aufgefordert, spätestens in dem auf den 19. Februar 1891, Vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte, Sitzungs⸗ saal Nr. 39, I. Stock, anberaumten Aufgebots⸗ termine seine Rechte anzumelden und die Urkunde vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der Urkunde erfolgen wird.

den 26. November 1890. Das Kaiserliche Amtsgericht. gez. Bessel. 8 Zur Beglaubigung: Der Gerichtsschreiber Elsen

[37420] Ausfertigung. Aufgebot. 82

Der Schuldschein des Vorschußvereines zu Bam⸗ berg eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht, Nr. 32 786 Kassa Folio 4536 vom 7. Mai 1890, worin der genannte Verein von Secondlieutenant und Adjutant Samhaber ein Dar⸗ lehen von 600 gegen zweieinhalb Prozent Zinsen und dreimonatliche Kündigung empfangen zu haben bekennt, ist zu Verlust gegangen.

Auf Antrag des K. Secondlieutenants und Ad⸗ jutanten Samhaber wird der Inhaber des Schuld⸗ scheines aufgefordert, bei dem unterfertigten Gericht spätestens in dem auf Donnerstag, 30. April 1891, Vormittags 9 Uhr, im Geschäftszimmer Nr. 59, anberaumten Aufgebotstermine seine Rechte anzumelden und die Urkunde vorzulegen, widrigen⸗ falls deren Kraftloserklärung erfolgen wird.

Bamberg, den 29. September 1890

Ke. Amtsgericht. I

gez. Einsle.

Zur Beglaubigung

Bamberg, am vierten Oktober 1890. Gerichtsschreiberei des K. Amtsgerichts Bamberg. I.

(L. S.) Ott, Sekr.

(50002] Aufgebot.

Die Rentnerin Antoinette Willich zu Rheinberg hat das Aufgebot folgender vier Aktien des alten Rheinkanals, nämlich Nr. 52, 53, 54 und 55 über je 150 ℳ, ausgestellt am 1. Dezember 1847 von dem Bürgermeister und Stadtrath der Stadt Rhein · berg beantragt. Der Inhaber der Urkunden wird aufgefordert, spätestens in dem auf Donnerstag, den 2. Juli 1891, Vormittags 10 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte anberaumten Aufgebots⸗ termine seine Rechte anzumelden und die Urkunden vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der Urkunden erfolgen wird.

Rheinberg, den 2. Dezember 1890. Königliches Amtsgericht. Diener.

Oeffentlicher

6. Ko

10. Ve 1688 81, Jass Ss hsehetz Die Sparkassenbücher der Städtise ss 8 Ratche⸗ senbücher der Städtischen Sparkasse a. Nr. 19127 über 30 ℳ, aucgeferti ü Martin Granieczuy zu Refchefertigt 8 b. Nr. 10579 über 78,19 ℳ, ausgefertigt für die minorennen Geschwister Constantin, Ignatz sind Ffafsisa und Marianna Rassek aus Kobilla, nd verloren gegangen und sollen auf Antre Eigenthümer, nämlich: 1Z11 a. des Martin Granieczuy, b des Vormundes Häuslers Florian Rassek, zum Zweck der neuen Ausfertigung amortisirt werden. Es werden daher die Inhaber der Bücher aufge⸗ fordert, spätestens im Aufgebotstermine den 19. Juni 1891, Vormittags 11 Uhr, bei dem unterzeichneten Gerichte ihre Rechte anzumelden und die Bücher vorzulegen, widrigenfalls die Kraftlos⸗ erklärung derselben erfolgen wird. Natibor, den 29. November 1890. Königliches Amtsgericht, Abtheilung V.

40999] Aufgebot.

3 werden hiermit öffentlich aufgeboten:

pp.

III. Auf Antrag det Dienstmädchens Anna Krause zu Berlin, Alte Schönhauserstraße Nr. 35 (bei Baendel), das angeblich verloren gegangene Spar⸗ kassenbuch der städtischen Sparkasse zu Wohlau Nr. 3951 über 392,19 Rm., ausgestellt auf den Namen der Antragstellerin.

Der unbekannte Inhaber des zu III. bezeichneten Sparkassenbuches wird aufgefordert, spätestens im Aufgebotstermine am 24. Juni 1891, Vormit⸗ tags 9 Uhr, (Terminzzimmer Nr. 1 Gerichts⸗ gebäude Ringecke) seine Rechte und Ansprüche anzu⸗ melden und das Sparkassenbuch vorzulegen, widrigen⸗ felhs das Sparkassenbuch für kraftlos ecklärt werden wird.

Wohlau, den 26. November 1890. 8 Königliches Amtsgericht

11““

3918] Anfgebot.

Das Sparkassenbuch der Kreis⸗Sparkasse zu Kulm Nr. 740 über 63 05 ₰, ausgefertigt für den Rittergutsbesitzer Steffens in Baiersee, ist an⸗ geblich verloren gegangen und soll auf Antrag des Eigenthümers, jetzigen Rentners Walter Hteff ens zu Kulm zum Zowecke der neuen Ausfertigüng auf⸗

geboten werden. 1 der Inhaber des Buches auf⸗

Es wird daher r 1— gefordert, spätestens imn Aufgebotstermin den

[4

die Kraftloserklärung desselben erfolgen wird. Kulm, den 5. November 1890.

S Königliches Amtsgericht. 8

[50006] Aufgebot.

Auf Antrag der Wittwe und 23. März 1888 in Neuhof verstorbenen Zimmer⸗ manns Paul Korthals werden hierdurch die unbe⸗ kannten Inhaber des von dem Besitzer Albrecht Sawacki aus Lipowitz am 30. November 1883 zu Koncziki an die Ordre des Paul Korthals stellten, am 1. April 1884 fällig gewesenen W über 450 baar bestellte Pachtkauti Korthals aufgefordert, ihre Rechte aus dem Wechsel spätestens in dem am 4. Juli 1891, 11 Uhr, anstehenden Aufgebots ine a und den Wechsel vorzul Kraftlosigkeit des Wechsel

Strasburg, den 4. D.

Königliches

[50000] Bekanntmachung.

Der Berginvalide Wilhelm Becker z hat das Aufgebot des geti uf stück Brockhausen Vol. 29 aus der Urkunde vom Schmied Friedrich Ka getragenen zu 4 ½ 0 perzir 375 beantragt. Die Inbhaber der gehörig legitimirt. Es werden dader di oder dem Aufenthalt nach undekannten * aufgefordert, sich mit ihren I ücden s Aufgebotstermine am 20. März 1 Bormittags, zu melden, wadrigenfals die A bleibenden mit ihren Ansprüchen auf die Post aams⸗ geschlossen werden und lestere gelöscht werden mid. Hattingen den 27. Rodemder 1820.

Königliches AmtsgerccDht.

8☛2

.*

1

1 Pr 2 4 ** 9

Es ist das Aufgedet folgender Urkanden dem. Hypothekenposten boantragt; 8

1) Der auf den Grundstüöcken Nr. 188. 177 195, 14 und 182 Cdelm zur Mirdaft in Aded. UI. unter Nr. 2. . 2. dehm. . derm. 2. deßen. 2. dezw. 4 zur Mitdaft eingetragenen §. xwrdek 1000 Thalern für den

Mpslewitz auf Grund der

10. Mai 1864 dedas Söschung der der Uöͤschungsädedgen Qurttang

zum Iweck der Krastlerkt

leren gegandenen Odrordeken. D

auf Artrag des Gasdwirtds Merzh

[49998]

1. Juni 1891, Vorm. 11 Uhr, bei dem unter⸗ zeichneten Gerichte (Zimmer Nr. 3) seine Rechte anzumelden und das Buch vorzulegen, widrigenfalls und Josefa Cypionka eing

üt

184

mmandit⸗Gesellschaften auf Aktien u. Aktien⸗Gesellsch. 8*

Erwerbs⸗ und Wirthschafts⸗Genossenschaften

9 * An er er 8. Niederlassung ꝛc. von Rechtsanwälten. 4 9.

Bank⸗Ausweise.

rschiedene Bekanntmachungen.

2) Der auf dem Grundstück Nr. 67 Gr. Chelm Abth. III Nr. 4 und bezw. 16 eingetragenen Hypot⸗ thekenposten von

a. Nr. 4: 21 Thlr. 5 Sgr. nebst 1 Thlr. Ejn⸗ tragungkosten aus dem rechtskräftigen Mandat vom 1. Dezember 1851 für den Achtelhüfner Florian Radwainski zu Chelm welche Post nach der löschungsfähigen Quittung des Gläu⸗ bigers vom 23. Juni 1889 bezahlt ist,

b. Nr. 16 ad c. 168,75 dem minderjährigen Josef Glodek zu Gr. Chelm bei der Theilung des Nachlasses seines Vaters Thomas Glodek überwiesene Erbegelder .

behufs Löschung der Post zu a und Kraftloserklätung

der über beide gebildeten Hypothekendokumente vom

26. Mai 1852 und bezw. 21. Mai 1885 8 auf Antrag der Franz und Sofie enlehi schen Eheleute, vertreten durch den Rechtsanwalt Mierzejewski hier. 8 2

3) Der auf den Grundstücken Nr. 18. und 26 Schloß Myslowitz und Nr. 18 Miejskt Abth. III Nr. 2, bezw. 3, bezw. 2 eingetragenen Post. von 640,13 mit 5 % vom 1. Oktober 1880 b für die minderjährigen Geschwister Victoria und aul Micka zu. Piossek auf Grund der Schuldurkunde vom 30. September 1880 und des über diese Post gebildeten Hypothekenbriefes vom 6. Oktohber 1880 behufß Löschung der Posten und Kraftloserklärung der darüber gebildeten Hypothekenbriefe

auf Antrag des Bauführers Anton Krafeipk, ver⸗ treten durch den Rechtsanwalt Mierzejewßki hier.

4) Der Hypothekenbrief vom 2. April 18798 Uber die auf dem Grundstücke Nr. 17 Brzezinka Abth. MH Nr. 1 für die katholische Pfarrkirche zu Myslowiß haftende und nach Nr. 66 Briczinka zur Mithaft übertragene Darlehns⸗Hypothek von 100 Thalern zum Zwecke der Neubildung der angehlich verloren gegangenen Urkunde

auf Antrag des katholischen Kirchenvorstandes hier.

5) Der Ausfertigung der von dem Notar Volkening zu Myslowitz am 13. 867 aufgenommenen Urkunde, enthaltend Erberklärung der verstorbenen Wittwe Eva Silbermann, geb Blau, und Ueber⸗ eignung einer für dieselbe auf Nr. 81 Myslowitz Abth. III Nr. 13 eingetragenen Kaufgelderforderun von noch 350 Thalern, bezw. Abtretung an den Kaufmann Adolf Silbermann zu Neuberun behufs Kraftloserklärung derselben

auf den Antrag des Kaufmanns Adolf Silbermann

zu Myslowitz, vertreten durch den Rechtsanwalt Richter daselbst.

6) Des angeblich verloren gegangenen Hypcetheken⸗ Instrumentes über die auf Nr. 4 Zabolina und Nr. 12 Schoppinitz Abth. 2 md 3 eingetragenen und nach? lina Abth. III Nr. 6 (2) zur Mithaft 20 Thalern Erbgelder

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vom 29. Juni 1856. Gläubiger vom 10. Fed behufs Löschung de

der Urkund

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