1890 / 307 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 22 Dec 1890 18:00:01 GMT) scan diff

Parlamentarische Nachrichten.

Auf der Tagesordn 8. Januar 1891, Vormittags

über die Frage, ob das Mandat leihung des Titels eines Präsidente Räthe zweiter Klasse an denselben erl Berathung des Antrages des Abg. C

ung der am Donnerstag, den 11 Uhr, stattfindenden 15. Plenar⸗ sitzung des Hauses der Abgeordneten stehen folgende Gegen⸗ stände: 1) Mündlicher Bericht der Geschäftsordnungskommission

dat des Abg. Herwig durch Ver⸗ n mit dem Range der oschen sei. 2) Zweite onrad (Pleß) auf An⸗ stärke. Es ist

nahme des Entwurfs eines Wildschadengesetzes.

streifen in gelenkt wird, Breite

s. In der Sitzung der Physikalis Glan ein

am Freitag führte Hr. saccharimeter vor. Die

Spektrum wird indeß der größte

fordern d

chen Gesellschaft neues Spektral⸗ Drehung der Schwingungsebene, welche ein polarisirier Lichtstrahl durch gewisse technisch wichtige Flüssigkeiten erfährt, wird bekanntlich benutzt, trationsmessungen auszuführen.

Prinzip basirenden Methoden er farbigen, sogenannten homogenen Lichtes. in der Regel dadurch erreicht, daß man ei färbte Flamme als Lichtquelle Apparate eine weiße Lichtquell Licht aber in das Auge des

Während man dies

e zur Anwendung. Beobachters tritt, hat es noch

führen. .

um Konzen⸗ gerichtet:

Bevor das

ein Prisma 7 passiren, sodaß es zerlegt wird. Von dem phaben. Gott segne

auf diese Weise entstehenden

Theil abgeblendet bis auf die obachten will. Die Freiheit der Farbenwahl, gewinnt, ermöglicht, in vielen Fällen genauere erzielen, und macht gleichzeitig di strengend; beispielsweise wird das tung bei homogenem Grün weniger ermüde

Licht. Hr. Wien zeigte eine

Methode zur Telephons.

elektrischen Strömen mittelst des

Benutzung des Telephons i mochte man bisher mit Hüͤlfe kungen so empfindlichen Apparats nur der letzteren nachzuweisen, und die Messung wurde dann in der einer bestimmten Art der Strom⸗ verzweigung (der Wheatstone'schen Brücke) das Telephon durch sein Schweigen anzeigte, es sei in seiner Strom nicht vorhanden. Daraus ergaben sich für die Ströme Man bediente sich war

Weise ausgeführt, daß bei

2

der anderen Zweige gewisse

Verhältnisse. Es

also einer sogenannten Nullmethode.

Natur der Sache begründet,

nicht unmittelbar gemessen werden auf die vorhandene Stromstärke

Nach der neuen Methode Telephonmembran sichtbar mit der Membran

und deshalb wird die gewellte

barometer benutzt, nachdem

da die Tonstärke eines Telephons und somit auch ein Schluß nicht gezogen werden kann. werden die Schwingungen der einen kleinen

gemacht

verbundenen ʒ einen auf ihn fallenden Lichtstrahl, mehr oder weniger ablenkt. Es setzt dies indeß eine besonders biegsame Membran voraus, Platte der bekannten Aneroid⸗ sie vorher noch mit einem Eisen⸗

st an sich nicht des gegen

arbe, deren Drehung man be⸗ welche man so

e Untersuchung weniger an⸗ Auge durch längere Beobach⸗ t als bei gelbem

durch Spiegel,

Wetterbericht vom 22. Dezember,

Uhr.

——— —;

Morgens 8.

V

Stationen.

Bar. auf 0 Gr. u. d. Meeressp in Millim

red.

Mullaghmore Aberdeen .. Christiansund Kopenhagen. Stockholm Paranda. t. Petersb. Moskau...

22ö2ö2ö2ö222 00 0 IeSSo. SSSS—

—9 E

bedeckt halb bed. wolkenlos bedeckt Nebel halb bed. wolkenlos bedeckt

Cork, Queens⸗ orch .. rbourg. bbEE anburg.. 770 winemünde 771 Neufahrwasser 770 Memel 770

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G.

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wolkig bedeckt wolkenlos 1 Nebel 2 Nebel 1 bedeckt Abedeckt Abedeckt

2'.

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Künster. 1769 Karlsruhe. 768 Wiesbaden. 768. München. 766 Chemnitz. 770 Berlin.. 772 ühhnn. 688 Breslau. 771

d'Air 768 FEö“” 762 ö..1788

6098 9

96

G. 2

v66

¹) Reif. ²) Reif. Uebersicht der W

Abedeckt 1 bedeckt 1 bedeckt 1 wolkigi) 2 Dunst 1 bedeckt

still Nebelꝛ)

1 Nebel

still hedeckt

Zwolkenlos 4 wolkig Zhalb bed.

itterung.

8 Ueber Europa ist der Luftdruck hoch und gleich⸗ mäßig vertheilt, daher ist die Luftbewegun

und vielfach aus veränderlicher

pression liegt westlich von den und scheint nordostwärts fortzuschreiten,

ist in Central⸗Europa kalt, vorwiegend trübe

Richtung. 8 1 Britischen Inseln das Wetter

2

schwach ine De⸗

und

stellenweise nebelig, ohne meßbare Niederschläge, nur an der deutschen Küste herrscht stellenweise Thau⸗ wetter. Magdeburg meldet 7, Memel 9, 10, München 160 unter Null. In Rußland herrscht bei hohbem Luftdruck und stillem Wetter strenge

Kälte; Moskau meldet 24 °.

Altkirch

Deutsche Seewarte.

xeinenwEese KenTerne. eer-S.eASHHeneNrSeasses SessRexMenn

Theater⸗Anzeigen.

Aönigliche Schauspiele.

haus. 264. Vorstellung. Das

Dienstag:

Granada. Oper in 2 Abtheilungen von

Tert vom Freiherrn von Musikdirektor Wegener.

Hierauf:

Braun.

wern⸗

Nachtlager in

reutzer. Dirigent: Das schlecht

Messung von neu, doch ver⸗

Stromschwan⸗ das Vorhandensein

Zweigleitung ein

der Mensahbeitag, Wie die „Kö Resultate zu ie die „Köln.

ständige Heilung zu Diese tretende Schwellung

dies in der

welcher leicht dasjenige

7 Uhr.

Lustspiel in 1 Aufzug von Hierauf: Graphologie.

Post restum. Lustspiel in 1 E. Wichert. Anfang 7 Uhr.

schlossen.

R. d Schauspielhaus.

Anfang 7 Uhr. Wagner. Anfang 7. Uhr.

von Wildenbruch. Anfang 7 Uhr.

der Exrellenz.

Freitag: Das Wintermärchen.

Mittwoch: Keine Vorstellung. Tod. Abends 7 ½ Uhr: Goldfische.

Anfang 7 Uhr. Mittwoch: Geschlossen. Donnerstag: Sodoms Ende. Freitag: Das zweite Gesicht. Sonnabend: Sodoms Ende.

Anfang 7 ½ U Wallner-Threater.

Geschlossen.

in Wien. Zum 1. Male: Lili.

gestattet

und leicht benutzbare Apparat in Gebrauch kommen wird. Endlich beschrieb Hr. Rei

mit unter Ihren Augen de einem stattlichen Baum gede

Ztg.“ mittheilt, in Köln seine Erfahrungen über Vortrage dahin zusammengefaßt: jeder erkrankten Stelle und liefert Tuberkulose; es wirkt in allen d, be s inneren Erkrankungen, doch ist nur im Anfangsstadium eine voll⸗ hoffen. Bei Gehirn⸗Tuberkulose bewirkt die ein⸗ den Tod.“ Dr. Prior hat bereits über 100 Ein⸗ spritzungen vorgenommen.

Wie der „St.⸗A. f. Koch'sche Heilverfahren b. Corps angewendet.

dert über die jetzigen Gesicht kulose, wobei er vor All Koch'sche Entdeckung nicht etwa

Medizinal⸗Rath Dr. der Medizinalverwaltung und des T gegenüber. Der Arzt entnehmen, Koch'schen Verfahrens bezüglich der Erscheinungen bei der bei denen das Koch'sche Verfahren

bewachte Mädchen. Pantomimischko in 2 Aufzügen und 4 Bildern na von Paul Taglioni. Musik von P. Hertel. Anfang

stück versehen worden ist. Ein k eine Ablenkung des Lichtzeig lche größe stärker der Strom ist. Bei Wechselströmen läßt sich das In⸗ strument noch besonder Schwingungsperio in Uebereinstimmung gebracht werden kann. Da der Licht⸗ schneller

einen

nicht unwahrs

onstanter Strom bewirkt dann ers,

s empfindlich machen, indem die eigene

de der Membran mit derjenigen des Stromes sind ach die Spitäler in Metz, och'schen Heilflüssigkeit versehen worden). Es seien ihm zahl⸗

Folge erscheint er

u au cheinlich, daß der so einfache für viele elektrische Messungen

chel eine Vorrichtung, welche

ermöglicht, das Verhältniß von Energie der Lage und Energie der Bewegung in sinnenfälliger Weise vorzu⸗

welche desto größer wird, je fahrens dr

senden, bis er vom

b d mit der nach beiden Seiten ab⸗ reiche Schreiben

verbreitert, und seine

die Strom⸗ Er halte jedoch

In Paris

Das Koch'sche Heilverfahren.

Die polnischen Aerzte der dem „Pos. Tgbl.“ zufolge na

misches Ballet ch d'Auberval

Schauspielhaus. 275. Vorstellung. Die Copisten.

Bulthaupt.

Lustspiel in 1 Aufzug von A. C. Strahl und E. Lessing. Zum Schluß:

Aufzug von

Mittwoch bleiben die Königlichen Theater ge⸗

Donnerstag: Opernhaus. 265. Vorstellung. Taun⸗ hänser und der Sängerkrieg auf der Wart⸗ Harg Romantische Oper in 3

Hagner. Ballet von E. Graeb. Anfang 7 Uhr. 276. Vorstellung. Tell. Schauspiel in 5 Aufzügen von S iller.

Akten von

Wilhelm

Freitag: Opernhaus. 266. Vorstellung. Lohen⸗ grin. Romantische Oper in 3 Akten von Richard

Schcgaspjebaus 277 Vorstellung. Die Quitzom’/8. Vaterländisches Dramg in 4 Aufzügen von Ernst

Zeutsches Theater. Dienstag: Die Kinder

Mitiwoch bleibt das Theater geschlossen. Donnerstag: Die Kinder der Exeellenz.

Sonnabend: Die Kinder der Exxcellenz.

Berliner Theater. Dienstag: Goldfische.

Donnerstag, Nachm. 2 ½ Uhr: Wallenstein’s

Tessing-Theater. Dienstag: Heimgefunden. Volksstück in 3 Akten von Ludwig Anzengruber.

Bictoria-Theater. Dienstag: Zum 24. Male: 82 vollständig neuer Ausstattung. Die sieben aben. Romantisches Zaubermärchen in 5 Akten von Emil Pohl. Musik von G. Lehnhardt. Ballet⸗ compositionen des 3. Aktes von C. A. Raida. Ballets unter Leitung des Balletmeisters C. Severini. In Seene FPlest vom Ober⸗Regisseur W. Hock. r.

Dienstag und Mittwoch:

Der Billetverkauf für die Feiertege findet täglich an der Tageskasse von 10—1 Uhr statt. Donnerstag: Gastspiel von Felix Schweighofer, sowie Debut von Leopoldine Augustin vom Carl⸗Theater

Vaudeville in

chstehende Adresse an Professor Koch

Die genaueren der auf diesem 86 8

; 81 „Hochgeehrter Herr Geheimer Rath, Hochangesehener Herr Kollege! ie Anwendung ein⸗ Cie zum 25 jährigen Jubiläum Se Vereins der Freunde ne mit Kochsalz ge⸗ Aerzte schätzen sich glücklich, benutzt, kommt bei dem neuen berühmten Entdeckung das frohe einem Manne zu verdanken, dem Himmel unserer heimathl

der Wissenschaften in Posen versammelten unter dem Eindrucke Ihrer welt⸗ 1 . zu feiern und diese Freude dessen schen Provinz ihren Anfang genommen Sie und gebe Ihnen ein recht langes Leben, da⸗ r zarte ee

ihe und reiche Früchte trage zum Segen

das Koch'sche Heilmittel in einem „Das Mittel wirkt immer und an fert eine untrügliche Diagnostik für llen heilend, bei äußeren wie bei

W.“ mittbeilt, wird seit einiger Zeit das ei dem Württembergischen Armee⸗ Mehrere Kranke, welche an Tuberkulose leiden, wurden in den letzten Tagen aus den verschiedenen Garnisonen des Corpsbereichs in das Garnisonlazareth Stuttgart überführt, wo das Heilmittel unter Oberaufsicht des Corps⸗General⸗Arztes Dr. von Fichte zur Anwendung kommt. 8

In der 33. Versammlung des ärztlich⸗hygienischen Ver⸗ eins für Elsaß⸗Lothringen sprach Sanitäts⸗Rath Dr. Bie⸗ spunkte für die Verhütung der Tuber⸗ em den Standpunkt vertrat, daß die Maßregeln zur Verhütung dieser Krankheit überflüssig, sondern erst recht nothwendig mache. Geheimer Krieger sprach über die Stellung des Arztes, zereins der Koch'schen Entdeckung könne aus den bisherigen Veröffentlichungen was für die Anwendung des Indikation, der Technik und der Anwendung nothwendig sei. Die Krankheiten, Wirkung verspreche, seien jedem Arzt bekannt. Der Arzt habe also die Verpflichtung, die Literatur auf⸗ merksam zu verfolteen und sich insbesondere über die Wirkung zu be⸗

Stadt und Provinz Posen haben tuberkulose durch

seine Anwendung

der medizinischen Sektion des

epochemachende Arbeiten unter Stamm Ihrer großen Idee zu

hat der Bakteriologe Dr. Prior

an welchen er sich

lehren; eine Reise nach Berlin zu dem Zweck zu unternehmen, sei nicht nothwendig; habe er Kranke, bei denen die Anwendung des fraglichen Ver⸗

- sei, so möße er dieselben in eine der Straßburger Kliniken Sanitäts⸗Rath Dr. Libbertz, Berlin, Lüneburgerstr. 28,

ju wenden habe, Lymphe erhalten habe (mittlerweile Hagenau, Colmar und Mülhausen

zugegangen, worin verlangt werde, die Medizinal⸗

verwaltung möge Sorge tragen, daß die Aerzte Koch'sche Lymphe erhielien, sowie der Verein möge eine dahingehende Resolution fassen. ein derartiges Vorgehen nach Lage der Sache für verfrüht. Hierüber entspann sich eine längere Erörterung, nach welcher sich die Mehrheit vorläufig gegen jedes weitere Vorgehen aussprach.

Im ersten Garnisonhospikal in Wien wurden am Sonnabend im Beisein der höchsten Militärärzte sowie der Chefärzte sämmtlicher Garnisonhospitäler Oesterreich⸗Ungarns in sechs chirurgischen Fällen und in sechs Fällen innerer Medizin Injektionen mit Koch'scher 8 Lymphe vorgenommen.

hielt gestern Dr. Cornil seinen Schlußvortrag

über die Behandlung tuberkulöser Erkrankungen mit der Koch'schen Lymphe und führte darin aus, daß

bei Erkrankungen an Haut⸗ das neue Mittel eine Besserung erzielt werde, daß bei Lungentuberkulose dagegen beschränkt werden

müsse, da sie ohne Nutzen sei und sogar schädlich wirke bei vorge⸗ schrittenen und ernsteren Fällen von Phthisis.

Im Senat der Vereinigten Staaten zu Washington hat der Senator Platt (Connecticat) eine Resolution eingebracht, dahin lau⸗ tend, dem Präsidenten einen Betrag von 100 000 Dollars zur Ver⸗ fügung zu stellen, fahren zur Bereitung derselben kennen zu lernen.

Der bekannte Komponist und dänische Hof⸗Kapellmeister Niels Wilhelm Gade ist laut Meldung des „W. T. B.“ aus Kopenhagen gestern Abend gestorbern. (Geboren am 22. Februar 1817, war er läugere Zeit Leiter der Gewandhaus⸗Concerte in Leipzig. Seit 1848 in Kopenhagen leitete, er den dortigen Musikverein. Seine Kompositionen Sinfonien, Chorwerke, Werke für Kammermusik sind auch in Deutschland beliebt und weit verbreitet.)

um die Koch'sche Lymphe einzuführen und das Ver⸗

Stadt für die

Hoffnung aus,

kehren.

3 Akten von A. Hennequin und Th. Millaud. Musik von M. Hervé und Jul. Stern. Anfang

7 Uhr. Frreitag u. die folg. Tage: Lili.

Friedrich-Wilhelmstädtisches Theater. Direktion: Julius Fritzsche. Dienstag: Zum 4. Male: Die Gondoliere. Burleske Operette in 2 Akten von W. S. Gilbert. Deutsch von F. Zell und R. Gense. Musik von A. Sullivan In Scene gesetzt von Julius Fritzsche. Dirigent: Hr. Kapellmeister Federmann.

Am 25., 26, 27. und 28., Nachmittags 3 Uhr: Ermaßigte Preise. Die Puppenser. Sonne und Erde.

Residenz-Theater. Direktion: Sigmund Lauten⸗ burg. Dienstag: Zum 32. Male: Der Kampf ums Dasein. (La Iutte pour la vie.) Sittenbild in 5 Akten von Alphonse Daudet. Deutsch von Eugen Zabel. Anfang 7 ½ Uhr.

Mittwoch: Geschlossen.

Donnerstag und folg. Tage: Der Kampf ums Dasein.

Freitag, Mittags 11 ½ Uhr, zu ermäßigten Preisen: Die Wildente. Schauspiel in 5 Akten von Henrik Ibsen.

—r-

Belle-Alliance-Theater. Dienstag: Ensemble⸗ Gastspiel von Mitgliedern des Wallner⸗Theaters. Zum ersten Male: Schlag auf Schlag. Posse mit Gesang in 4 Akten von L. Herrmann und Fan Wallner. Musik von Julius Stern. Anfang ½ Uhr.

Mittwoch: Geschlossen.

Donnerstag, Freitag und Sonnabend: Letzte Nachmittags⸗Kinder⸗Vorstellung bei bedeutend ermäßigten Preisen. Aschenbrödel. Weihnachts⸗ Märchen mit Gesang und Tanz in 6 Bildern von Fr Görner. Musik von Stiegmann. Anfang

r.

Donnerstag und die folg. Tage: Schlag auf

Schlag. 1

Adolph Ernß⸗Theater. Dienstag: Zum 108. Male: Unsere Don Inaus. Gesangsposse in 4 Akten von Leon Treptow. Couplets von Gustav Görß. Musik von Franz Roth und Adolph Ferron. Anfang 7 ½ Uhr. 8

Thomas-Theater. Alte Jakobstraße 30. 13. Abonnements⸗Vorstellung. Zum 32. Male: Der Soldatenfreund. Anfang 7 ½ Uhr.

Mittwoch: Geschlossen.

Am 1. und 2. Feiertag und Sonnabend und Sonntag, Nachmittags 3 Uhr, zu halben Preisen; Der Raub der Sabinerinnen. Striese: Emil Thomas.

Wien, 22. Dezember. (W. T. B.)

empfing heute den Vize⸗Bürgermeister von Wien, welche den Dank der

New⸗York, 22. Dezember. (W. T. B.) Telegramm aus Lima im Staate Ohio hätten die Mor⸗ monen ein weites Gebiet in Nord⸗Mexiko erworben, wo⸗ hin sie auswandern würden, um den ihnen durch die Gesetze der Vereinigten Staaten bereiteten Schwierigkeiten aus dem

Wege zu gehen.

Nach Schluß der Redattion eingegangene

Depeschen. Der Kaiser

Bürgermeister und die beiden

Genehmigung der Vorlage, betreffend Groß⸗

Wien, aussprachen. Wie verlautet, habe der Kaiser hierauf erwidert, er halte die Vereinigung der Stadt mit den Vor⸗ orten für nützlich, dieselbe werde hoffentlich zur gedeihlichen Entwickelung der Stadt beitragen. Der Kaiser dankte Allen, welche an der Vereinigung mitwirkten, und drückte die

Alle würden den Nutzen der Vereinigung er⸗

kennen, Friede und Eintracht werde in die Bevölkerng ein⸗

Nach einem

eilage.)

Concert-Haus. Dienstag: Geschlossen. Am Mittwoch, den 31. Dezember (Sylvester), erster Subseriptions⸗Ball. Billets à 3 im Bureau des Hauses.

Urania, Anstalt für volksthümliche Naturkunde. Am Landes⸗Ausstellungs⸗Park (Lehrter Bahnhof) Geöffnet von 12—11 Uhr. Täglich Vorstellung im wis schestliches Theater. Näheres die Anschlag⸗ zettel.

Familien⸗Nachrichten.

Verlobt: Frl. Mathilde Kraul mit Hrn. Ober⸗ Regierungsrath Wilh. Peltzer (Hannover). Frl. Margarethe Dietz mit Hrn. Lieut. Bernhard von Gélieu (Berlin). Frl. Margarethe Justa mit Hrn. Gymnasiallehrer Max Benecke (Berlin). Frl. Nina von Heymann mit Hrn. Verlags⸗ buchhändler Arth. Seemann (Hannover— Leipzig). Frl. Anna Volke mit Hrn. Kaufmann Theod. Mettner (Breslan Merzdorf b. Bodenbach in Böhmen). Frl. Margarethe Ehrenberg mit Früreau fiesshtt Rich. Kohlstock (Landsberg a. W.).

Verehelicht: Hr. H. Klepper mit Frl. Callies (Grevesmühlen). Hr. Ed. Doberg mit Frl. Mathilde Bunnemann (Mühlhausen⸗Adelehsen).

Geboren: Ein Sohn: Hrn⸗ Lehrer Ecke (Gräben b. Wollin). Hrn. Hofprediger O. von Hase (Potsdam). Hrn. von Schulenburg (Berlin) Hrn. Rud. Dockhorn (Schönebeck a. E). Hrn. Ad. Karlbaum (Bodenwerder). Eine Tochter: Hrn. Amtsrichter Wenzel (Rybnik). Hrn. Richard Maertens (Rittergut Cremlingen bei Braunschweig) Hrn. Amtsgerichts⸗Rath⸗ Kuchen⸗ dorff (Breslau). Hrn. Paul Hennige sen⸗ (Magdeburg⸗Neustadt). Hrn. K. Günther (Koburg).

Gestorben: Hr. Fabrikbesitzer Heinr. Meinecke

(Breslau). Hr. Louis von der Horst (Bodel⸗

schwingh). Hr. Stabsarzt a. D. Dr. med.

Herm. Helmbold (Magdeburg). Frau verw.

Geh. Sber⸗Baurath Cäcilie Nottebohm, geb.

Bietz (Berlin). Gräfin Helene von Monts,

geb. von Mandelsloh (Dresden). Frau verw.

Prediger Pauline Schirmer, geb. Blanc (Berlin).

Hr. General der Kavallerie z. D, Commenus

von Drigalskt (Hannover). Hr. Major a. D.

Otto Petiscus (Hoyerswerda). Frau Agnes

Bach, geb. Westram (Magdeburg). Frau

Sophie Wegner, geb. von Schmerfeld (Kassel).

Redacteur: Dr. H. Klee.

Berlin: Verlag der Expedition (Scholn). Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlags⸗ Anstalt, Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32.

Sechs Beilagen

einschließlich Börsen⸗ Beilage). E

Erste

Beilage

8*

Anzeiger und Königlich Preußischen Staats⸗Anzeiger.

Berlin, Montag, den 22. Dezember

1890.

Deutsches Reich.

etriebsergebnisse der Rübenzuckerfabriken, Zuckerraffinerien und Melasse⸗Entzuckerungsanstalten des deutschen Zollgebiets

im Monat November bezw. in der Zeit vom 1. August bis 30. November 1890.

A. Ver⸗

Rüben.

arbeitete

reeAx

Verwendete Zuckerstoffe.

II. Pro d u zi r Bu dAs.

B. Verarbeitete Melasse. ¹)

ce C. I eingeworfener oder zum Decken verwendeter) A. Rohzucker.

Zucker. 4 B. Raf⸗

Hiervon (Sp. 3) wurden entzuckert mittelst

finirter

eidung.

Ganzen.

verfahren.

der Osmose der Elution und Füllung der Substitution. der Aussch der Strontian⸗

100 kg

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92 8 FE—

N.

Fremde, .“ d. 8 von vas Erstes

889 anderen nirter schließlich Fabriken und und

- ac nsu it dritt bezogene Ko s m⸗ zweites ritten - 8 zucker. P dukt. Produkt 2 cker. 1 roñ 8 u

produkte und

Konsum⸗

5 92

I“

S 8 anderer Verfahren.

100 kg 100 kg

ZA 12. 13. 14. 15.

Im Monat November 1890 . . 111646462““ 35 207 423

Dazu in den betreffenden Vormonaten . .. u6“

Betriebsergebnisse der:

1) Rübenzuckerfabriken. ²) 30 705 17 355 161 323 19 090 78 862 363 029 24 117 221 189 19 807 93 2041

334 963

154 798 4 589 26 773]/ 3 090 497 14 295 392 730

205 561 5 844 36 938 3 542 433 91 774

Zusammen in der Zeit vom 1. Augu 30. No⸗ 1SIeee“ B 8 8 In demselben Zeitraum des Vorjahres.

Im Monat 1s-e:ae“ Dazu in den betreffenden Vormonaten.

65 383 880 65 026 272

382 512

38 897 172 066 34 775 417 209

26 422 173 583 affinerien. ²)

9 745 88 22.089 186*

643 734 41 472 669 523

727 693 648 048

. 10 433 63 711]6 632 930 1906 069

11 088 71 901] 6 839 974 71 122

360 359 310 718

585 269 860 322

729 291 1 967 14 925 1 015 411 3 181 153 321

Zusammen in der Zeit vom 1. August bis 8 A“ 8 In demselben Zeitraum des Vorjahres.

Im Monat November 1890 . u“ 8 Dazu in den betreffenden Vormonaten..

23 500

188 2 10 838

3) Melasse⸗Entzuckerungsanstalten. 95 188 350 93 818 294 63] 12 850 8 274 696

1 744 702 5 148 68 246] 1 445 591 1 298 345 4 099 53 250 987 512

1 020 15 893 4 085 17 147 39 178 7 085 46 316 12 980 52 071]1 115 361

Zusammen in der Zeit vom 1. August bis 30. N. 1 LEIT-0- 8 . 8 8— In demselben Zeitraum des Vorjahres. 116“]

Im Monat November 185909. Dazu in den betreffenden Vormonaten . ..

30 176 457 35 207 423

389 819 13 200 V 373 b1 1 14 437 88 866 831 4) Suckersabriken überbanpt (1 b18 3)

385 638 19 995 161 323¹7 19 090°% 86 3177 97 818 679 749 43 011 221 189 19 807 109 249 279 356

154 539 1³37 127

8 199 62 209 17 065 69 218 3 043 53 578 6 838 61 135

1 095 899 982 4 589 32 825]0 3 090 4977 46 367 959 410 7 137]1 1 267 288 5 844 53 099] 3 542 433 197 1661 1 368 413

Zusammen in der Zeit vom 1. August bis 30. No⸗ vember 180. In demselben Zeitraum des Vorjahres *) . . .

65 383 880] 1 065 387.

65 026 272] 1 053 872

63 006 382 612 38 297 195 566 57 690 417 209 26 422 173 583

1

375 925

377 8

¹) Unter Melasse sind die Abläufe aller Art einschließlich derjenigen vom ersten und zweiten Produkt verstanden.

2²) Das sind sämmtliche Fabriken, in welchen Rüben auf Rohzucker oder Konsumzucker verarbeitet werden, sei

8 88 2 167 10 10 433 85 924 6 632 930 243 533] 2 3 043]1 1 662 641 11 088 82 838] 6 839 974 185 507] 1

es ohne oder mit Melasse⸗Entzuckerung, ohne oder mit Einwurf Zucker.

) Ausschließlich der die Herstellung raffinirter Zucker betreibenden Rübenzuckerfabriken und selbständigen Melasse⸗Entzuckerungsanstalten

) Die Abweichungen von der vorjährigen wie der im Reichs⸗Anzeiger Nr.

Berlin, im Dezember 1890

Kaiserliches Statistisches Amt. Becker.

300 vom 13. 12. d. J. veröffentlichten Uebersicht beruhen auf nachträglich eingegangenen Berichtigungen.

1 denkschrift über die Ausführung des Reichstagsgebäudes.

1) Bauverwaltung.

„Ighn der Organisation der Reichstagsbau⸗Verwaltung ist eine Ver⸗ änderung insofern eingetreten, als auf Beschluß der Reichstagsbau⸗ Kommission im Laufe des letzten Jahres ein drittes Mitglied ange⸗ nommen worden ist, welches zum Zwecke der Entlastung des leitenden Architekten die Projekte für den inneren Ausbau der Geschäftsräume im Untergeschoß, Zwischengeschoß und Obergeschoß selbständig zu be⸗ arbeiten hat. Die Wahl ist auf den schon seit längerer Zeit beim Reichstagsbau beschäftigten Königlich preußischen Regierungs⸗Baumeister Wittig gefallen.

Die durch Beschluß des Bundesraths und des Reichstages ein⸗ gesetzte Reichstagsbau⸗Kommission hat mit dem Beginn der gegen⸗ wärtigen Legislaturperiode eine Neubildung erfahren.

2) Bauplatz.

W1 Grunderwerb und die Regelung der Grundbuchverhältnisse ist in der Hauptsache daduech zum Abschluß gelangt, daß diejenigen Theile der früheren Sommerstraße, welche in den Bauplatz fallen, von Seiten der Stadtgemeinde an das Reich und die den jetzigen Zug der Straße bildenden Grundflächen von Seiten des Reichs an die Stadtgemeinde aufgelassen worden sind. Für das Grundstück des Reichstagsgebäudes ist ein besonderes Grundbuchblatt angelegt, in welches die fämmtlichen in Betracht kommenden Theilstücke, soweit die Uebereignung an das Reich bereits stattgefunden hat, eingetragen sind. Nur der vormals Graf von Rachpnski sche Besitz (Königsplatz Nr. 2) ist ausgeschlossen geblieben. Durch die über den Erwerb dieses Grundstückes seiner Zeit ab⸗ geschlossenen Verträge ist nur das superfiziarische Recht der Vor⸗ besitzer auf das Reich übergegangen, während das Eigenthum nach wie vor dem preußischen Fiskus verblieben ist.

Die vor dem Mittelbau der Westfront herzustellende Rampen⸗ anlage soll nach dem von dem leitenden Architekten aufgestellten, von der Reichstagsbau⸗Kommission genehmigten Plane eine größere Aus⸗ dehnung erhalten, als in dem ursprünglichen Entwurfe vorgesehen war; sie wird demzufolge in das angrenzende, der Stadtgemeinde ge⸗ hörige Straßenland übergreifen. Der Magistrat der Stadt Berlin hat zur Ausführung der Rampe in der jetzt projektirten Gestalt seine Zustimmung ertheilt. Eine Uebereignung der davon berührten C1““ an das ist nicht Cederh. da die Straße auch

ihrer neuen Gesta em ö iche entzoge ne de Fon. s dem öffentlichen Verkehr nicht entzogen UMeber den Erwerb des für die Feuerungs⸗ und Dampfbereitungs⸗ ö. nöthigen Platzes und uͤber die Verwerthung der an der Set der Sommerstraße verbliebenen Theile der Grundstücke

orotheenstraße 47 und Sommerstraße 5 bis 9 ist mit der Königlich reußischen Regierung eine Vereinbarung geschlossen worden. Wie in 5 Denkschrift vom 24. November 1837 dargelegt ist, werden diese Ftge für die Zwecke des Reichstages nicht in Anspruch ge⸗ da weder die Errichtung eines Dienstgebäudes für den Prä⸗ 11 und einzelne Beamte des Reichstages, noch die Anlegung And essel⸗ und Maschienenhauses an dieser Stelle angängig erschien. Uedisse können die fraglichen Grundstücke in Folge ihrer serengen Tiefe ohne Hinzunahme des Hinterlandes nicht in einer 1 evorzugten Lage und ihrem Werthe entsprechender Weise baulich

genutzt werden. Durch das erwähnte Abkommen werden dieselben

der Königlich preußischen Regierung zu dem Zowecke übereignet, um in Verbindung mit den dahinter belegenen, dem preußischen Fiskuz ge⸗ hörigen Flaͤchen veräußert zu werden. Aus letzteren ist ein zur Auf⸗ nahme der Kessel“⸗ und Maschinenanlagen, einschließlich eines Zafahrt⸗ weges, gerignetes Stück von 1114 qm Flächeninhalt ausgeschieden und an das Reich abgetreten worden. Im Uebrigen hat eine sachver⸗ ständige Schätzung der Grundstücke stattgefunden, und entsprechend dem hierdurch ermittelten Werthe der beiderseitigen Antheile ist der Maßstab für die Vertheilung des dereinstigen Verkaufserlöses fest⸗ gesetzt worden. Die aus dem Verkauf dem Reich erwa hsende Ein⸗ 88 zu.

m bei der Bebauung der Sommerstraße eine würdige, der Nachbarschaft des Reichstages entsprechende Gestaltung 8. neuen Bauten sicher zu stellen, ist auf den vom Reich zum Verkauf gestellten Grundstücken im Grundbuche der Vermerk eingetragen, daß die Haus⸗ fronten an der Sommerstraße nur in echtem Material und nach Ge⸗ nehmigung der Eatwürfe von Seiten der Reichsverwaltuag ausgefühet werden dürfen.

Die Verbindung zwischen dem bereits in der Ausführung be⸗ griffenen Kessel⸗ und Maschinenhaus mit dem Reichstagsgebäude wird durch einen unterirdischen Kanal vermittelt. Mit Ruͤcksicht hierauf ist auf dem zwischenliegenden Grundstück zu Gunsten des Reichs das Recht eingetragen, diesen Kanal herzustellen und dauernd zu erhalten und zu nutzen. Der Unterführung des Kanals unter der Sommer⸗ straße ist von Seiten der Stadt die Zastimmung ertheilt 3) Bauplan. l

Der Bauplan ist, nachdem über Lage und Gestaltung des Kuppel⸗ aufbaues eine endgültige Entscheidung getroffen ist 1- 8g dceen festgestellt.

„Nach dem im Jahre 1883 ausgearbeiteten Eatwurf sollte d Gebäude in der Mitte der Westfront über dem SG Theile 8 großen Halle einen Kuopelaufbau erhalten. Bei der Bearbeitung der peziellen Projekte für die äußere Architektur gelangte der leitende Architekt jedoch zu der Ueberzeugung, daß ein solcher Aufbau an dieser Stelle nicht zur Ausführung gebracht werden könne, daß vielmehr eine centrale Lage der Kuppel über dem Sitzungs⸗ szale den Vorzug verdiene. Die Reichstagsbau⸗Kommission erkannte die Bedenken des Architekten als berechtigt an und ertheilte dem neuen Vorschlage desselben im Peinzip und unter der Voraussetzung die Zstimmung, daß die Frage, ob der Sitzungssaal durch Vermitte⸗ lung der in Glas zu deckenden Kuppel ausreichendes Licht erhalten werde, unter Zuziehung geeigneter Sachverständigen einer nochmaligen Prüfung unterworfen werde. Auch der durch ein Modell veranschaulichte architektonische Aufbau der Kuppel fand die Billigung der Kommission. Die demnächst angeordnete Untersuchung der Lichtverhältnisse führte zu dem Ergebniß, daß die Tagesbeleuchtung im Sitzungssaale des neuen Reichstagsgebäudes nach dem einmüthigen Urtheil der gehörten Sach⸗ verständigen durch den kuppelactigen Aufbau nicht beeinträchtigt und jedenfalls nicht ungünstiger sein wird, als diejenige des gegenwärtigen Sitzungssaals des Reichstages. Der neu⸗ Kuppelentwurf hat der Bauabtheilung des Königlich preußischen Ministeriums der öffent⸗ lichen Arbeiten zur technischen Peüfung vorgelegen. Auf Grund der gezogenen Erinnerungen wurde er zunächst in konstruktiver Hinsicht einer Umarbeitung unterzogen, in der daraus hervorgegangenen Ge⸗ staltung hat er bei der technischen Revision eine Beanstandung nicht

Sitzungssaal bedingte Ausführung derselben in Metall und Glas mit dem monumentalen Charakter des Bauwerkes im Einklang stehen und insbesondere mit der übrigen, in Stein ausgeführten Architektur durchweg harmoniren würde. In Folge dessen ist der Eatwurf einigen unbetheiligten Architekten und Künstlern von aner⸗ kanntem Rufe zur Beurtheilung seines künstlerischen Werthes vor⸗ gelegt worden. Diese haben ihr Gutachten dahin abgegeben, daß sie die angedeuteten ästhetischen Bedenken nicht zu theilen vermöchten und daß die Gefahr einer die Moaumentalität des Bauwerkes störenden Wirkung durch die von dem Architekten gewählte Gestaltung der Kuppel und durch die künstlerische Ausbildung ihrer einzelnen Theile als ausgeschlossen zu betrachten sei. Auf Grund dieser Verhandlungen ertheilte die Reichstagsbau⸗Kommission in der Sitzung vom 13. Ja⸗ nuar 1890 dem neuen Kuppelprojekt endgültig die Zustimmung. Eine weitere Veränderung hat der Bauplan hinsichtlich des Mittelbaues der Westfront erfahren. Künstlerische Rücksichten lassen es geboten erscheinen, das Mittelportal durch eine vorspringende Säulenhalle mit Giebelverdachung mehr hervorzuheben, als es nach dem anfänglichen Projekte der Fall war. Andererseits hat die Durch⸗ arbeitung der Spezial⸗Baupläne zu der Erkenntniß geführt, das eine Rampenanlage von der bisher beabsichtigten Längen⸗ und Breiten⸗ ausdehnung gegenüber der michtigen Fwont des Gebäudes unzulänglich sein würde. Die Säulenhalle wird das Mittelrisalit um etwa 8 m über die Baufluchtlinie hervortreten lassen. Für die Ramvenanlage ist, um sie in ihren Abmessungen mit den übrigen Bautheilen in Einklang zu bringen, eine solche Breite in Aussicht genommen, daß sie bis auf etwa 22 m vor die Baufluchtlinie vorspringen und die ganze Breite der an der Westseite des Gebäudes entlang führenden Straße, ausschließlich des jenseitigen Bürgersteiges, einnehmen wird. Die Steigung soll an den westlichen Eckthürmen des Gebäudes be⸗ ginnen und bis zu einer Höhe von 3,5 m über dem jetzigen Straßen⸗ boden geführt werden; neben einer bequemen Fahrbahn wird die Rampe zwei seitliche, etwas erhöhte Bürgersteige erhalten. Auch diesen Vorschlägen des leitenden Architekten hat die Reichstagsbau⸗ Kommisston zugestimmt. „Die Grundrißanordnung wird durch obige Aenderungen nur in einem unwesentlichen Punkt berührt. Für die Kuppel haben neue Unterbauten ausgeführt werden müssen, wodurch eine Verlegung zweier aus dem Uatergeschoß in das Hauptgeschoß führenden Nebeatreppen erforderlich gemacht worden ist. Abgesehen hiervon hat die Raum⸗ vertheilung eine geringfügige Verschiebung insofern erfahren, als der Post⸗ und Telegraphenbetrieb an anderer Stelle untergebracht werden soll. Nach dem ursprünglichen Plan waren für die Post Räume im Haupt⸗ und Zwischengeschoß des südlichen Flügels bestimmt. Um jedoch die Post auch vom Sitzungssaal aus leichter erreichbar zu machen, ist ihr mit Zustimmung der Reichstagsbau⸗Kommission eine centrale Lage dadurch gegeben worden, daß in der Westfront des Gebäudes unmittelbar neben dem mittleren Theil der großen Halle drei übereinander gelegene Räume in der Beeite einer Fensteraxe für den 8g eber den inneren Ausbau des Hauses sind bisher entschei Anordnungen nur in beschränktem n seits ist der Bau noch nicht weit genug vorgeschritten, um die bezüg⸗ lichen Arbeiten in Angriff nehmen zu köanen; andererseits ist für die Art der inneren Ausstattung, insbesondere für die Wahl des Materials der Umfang der verfügbaren Mittel von erheblichem Einflaß, der

mehr erfahren. Vom ästhetischen Standpuakte aus wurde dagegen die Frage angeregt, ob die durch die Lage der Kuppel über dem

Betrag der letzteren entzieht sich aber zur Zeit insof f schließenden Schätzung, als die wirklichen 11n . des

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