steher des Militär⸗Departements, Bundes⸗Rath Hauser über⸗ nimmt das Finanz⸗ und Zoll⸗Departement. Die übrigen Departements verbleiben bei den bisherigen Inhabern. — Der Bundesrath hat der vFrh Ztg.“ zufolge
bei der Bundesversammlung die Revisi —
ländischen Abgesandten Oberschenk Baron van Hardenbroek van Bergambacht und Kammerherrn van Pabst van Bingerden in Audienz. Nachdem sie sodann von Ihrer Majestät der Königin empfangen worden waren, fand Abends zu Ehren derselben bei Ihren Majestäten eine größere Tafel statt, zu welcher auch der Präsident des Staats⸗Ministeriums, Staats⸗ Minister Dr. Freiherr von Mittnacht und der Geheime Rath Graf von Urkull, sowie der Geheime Legations⸗Rath Freiherr von König⸗Warthausen vom Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten eingeladen waren.
In dem Staatshaushalts⸗Etat für 1891/92 und 1892/93 sind unter dem Kapitel „Leistungen an das Deutsche Reich“ an Matrikularbeiträgen vorgesehen: für 1891/92 15 688 155 ℳ, für 1892/93 16 000 000 ℳ, gegen 1890/91 mit 11 300 000 ℳ, mehr 1891/92 4 388 155 ℳ, 1892/93 4 700 000 ℳ Der für 1891/92 beantragte Etatssatz schließt sich an den im Entwurf des Reichshaushalts⸗Etats für
der Schulbank ausschlaggebend sind, haben verschiedene Systeme in ihrer Eigenthümlichkeit erörtert und einige derselben zur Anschaffung dringend empfohlen, unter diesen in dem späteren Ausschreiben vom 15. Februar 1883 auch die Bavyer'sche Schulbank. In dem erst⸗ genannten Ausschreiben haben wir am Schlusse ein für allemal ver⸗ fügt, daß bei jeder Neubegründung oder neuen Einrichtung einer Schule von zuständiger Stelle uns vorgängig Bericht darüber erstattet werden soll, nach welcher Form die Schulbänke in derselben angefertigt werden sollen und welche Erwägungen für die Auswahl derselben maßgebend gewesen sind, damit wir die Auswahl vor der Ausführung gutheißen oder beanstanden können. Wir haben aber trotzdem die Wahrnehmung wiederholt machen müssen, daß diese Anondnung richt überall beachtet worden ist, und wir bringen deshalb dieselbe von Neuem nachdrücklich in Erinnerung mit der weiteren Maßgabe, daß bei Neuanschaffung von Schulbänken, auch wenn es sich nur um eine einzelne Schulbank handelt, künftig Schul⸗ bänke nach dem alten System der unveränderlichen Plusdistanz unbe⸗ dingt als unbrauchbar abzuweisen und bei Ausstattungen ganzer
gebende Körperschaft, welche keiner englischen Kontrole unter⸗ liege und die mächtig genug sein werde, um Irland seinen rechtmäßigen Platz unter den Nationen der Erde einzuräumen, Irland befriedigen werde.“
Der Prinz und die Prinzessin Adolf zu Schaum⸗ burg⸗Lipp e sind auf ihrer Reise nach dem Orient am 21. d. in Malta angekommen.
MNichtamtliches. Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 24. Dezember.
Se. Majestät der Kaiser und König nahmen heute Vormittag einen längeren Vortrag des Chefs des Civil⸗ kabinets entgegen und konferirten demnächst mit dem Staats⸗
Minister von Goßler.
dem Rendanten der ZJustizoffizianten⸗Wittwenkasse, Rech⸗ nungs⸗Rath May den Charakter als Geheimer Rechnungs⸗
th. und 8 8 8 8 Geheimen expedirenden Sekretär Schröter im
Justiz⸗Ministerium den Charakter als Kanzlei⸗Rath zu verleihen. 8
8 86 Ministerium der ffentlichen Arbeiten.
Der Königliche Regierungs⸗Baumeister Paul Rettig in Leobschütz ist zum Königlichen Kreis⸗Bauinspektor ernannt und demselben die Kreis⸗Bauinspektorstelle daselbst verliehen.
ion des Artikels 39 der Bundesverfassung im Sinne der Einführung des Mal “ Banknotenmonopols mit einer Bundesbank eventuell Anmtlich wird gemeldet, daß der bisherige Lelate Aktienbank beantragt und die betreffende Botschaft an die in Dresden Strachey zum Minister⸗Residenten daselbst Räthe genehmigt. G
Serbien.
ernannt worden ist. Der Marine⸗Schleppdampfer hat vorige Woche Belgrad, 23. Dezember. Die Skupschtina beendete, zur Unterstützung der Noth⸗ wie „W. T. B.“ meldet, gestern die Berathung des Gesetzes,
eine Ladung Kartoffeln Nächster Tage betreffend die Organisation des Staatsraths. Bei der heutigen
leidenden nach West⸗Irland gebracht. wird der Tender „Magnet“ und das Kanonenboot „Grappler“ Berathung des Gesetzes, betreffend die Ministerverant⸗ wortlichkeit, beantragten die Radikalen bei dem Artikel 6,
weitere Hülfe bringen. welcher einen Minister bei der Gegenzeichnung eines die
“ ““ † “ 8
Am 27. d. M. wird in London für Rechnung des Sul⸗ tans von Sansibar die Summe von vier Millionen Mark
Ministerium der geistlichen, Unterrichts⸗ und ta⸗ Abfinnung mi Hezun auf die Abtretung der Küste der
Medizinal⸗Angelegenheiten.
in Ost⸗Afrika gezahlt .
Den Oberlehrern Dr. Adalbert Glaser am Gym⸗ nasium zu Wetzlar, Dr. Karl Kaphengst an der Ober⸗ Realschule zu Elberfeld, Julius Bode am Realgymnasium zu Mülheim a. Rh., Rudolf Heinekamp am Gymnasium zu Siegburg, Dr. Sommer am Realgymnasium zu Halle, Dr. Weißenborn am Gymnasium zu Mühlhausen i. Th. und Dr. Heinz “ am Gymnasium zu Erfurt ist das
rädikat „Professor“ un 8 9 dem erafissorn Lehrer Dr. Braasch am Gymnasium zu Zeitz der Titel „Oberlehrer“ beigelegt worden. Am Schullehrer⸗Seminar zu Waldau ist der bisherige kommissarische Lehrer an dieser Anstalt, Schulamts⸗Kandidat Dr. Schwatlo als ordentlicher Lehrer definitiv angestellt
worden.
In der im Monat November in Berlin abgehaltenen Turnlehrerinnen⸗Prüfung haben das Zeugniß der Befähigung zur Ertheilung des Turnunterrichts an höheren
Mädchenschulen erlangt: 1 8 ce. Ackermann, Helene, Handarbeitslehrerin Berlin, 29) Beyer, Julie, desgl. in Schwerin i. M.,
3) Bialon, Helene, in Berlin, 4) Bischoff, Margarete, Handarbeitslehrerin
in
in
deutschen Interessensphäre “ Nach Zahlung dieser Summe Reichskommissar für Ost⸗Afrika kein
liegt
Küstenstrich auch rechtlich Besitz zu ergreifen. Es durch in jeder Beziehung eine Trennung des Letz Sansibar ein, welche ihre Wirkungen insbesondere dem Gebiete der Zollerhebung äußert. 1
Die Kaiserliche Regierung beabsichtigt nicht,
die nachstehende Verordnung zu erlassen:
Dar⸗-⸗es⸗Salaam, Kilwa, Lindi und Mikindani.
der Kaiserlichen Regierung.
Berlin, 5) Bongert, Bertha, desgl. in Dortmund,
6) Borth, Lina, Kindergärtnerin in Stettin,
7) Demme, Anna, Handarbeitslehrerin in Berlin
werden.“
8) Filter, Vera, Lehrerin in Johannisthal, 9) Fischer, Elise, desgl. in Berlin, ““ 10) Flacke, Elise, desgl. daselbst, 11) Friese, Gertrud, desgl. in Potsdam, 12) Fürstenau, Dorothea, in Stettin, 13) Hempe, Mart ha, in Berlin, 14) Jankowski, Ida, Lehrerin in Berlirn 15) Kaestner, Alma, desgl. daselbst, 16) Klotz, Julie, desgl. in Leobschütz, 18 17) Krueger, Charlotte, Lehrerin in Berlin, 18) Krumnow, Elise, daselbst, 1.“ 9) Maaß, Hedwig, Lehrerin in Potsdam, 1 29) Mellendorff, Nanny, Handarbeits⸗ und Zeichen⸗ lehrerin in Greifswald, 8 1 21) Monska, Dorothea, Lehrerin in Potsdam, 2) Motzkau, Agnes, Handarbeitslehrerin in Berlin, Müller, Helene, desgl. daselbst, Regeser, Johanna, in Grabow bei Stettin, Reichert, Martha, Handarbeitslehrerin in Lassan,
23 24 26) Reinmann, Katharina, Lehrerin in Berlin, 27) Schleh, Wally, desgl. daselbst, 28) Schroeder, Auguste, desgl. daselbst, 29) Schulz, Julie, desgl. daselbst,
30) Seiler, Elisabeth, in Stettin,
31) Stern, Luise,
8. M., “ 232) Sutter, Gertrud, in Stettin, 1 33) Tag, Anna, Lehrerin in Berlin, 1 34) Teuscher, Gertrud, Handarbeitslehrerin in Star⸗ gard i. P., 1 1..“ 35 “ Else, desgl. in Steglitz, 1 39 Wegener, Martha, Lehrerin in Berlin, 37) Wernicke, Elisabeth, desgl. daselbst. Berrlin, den 17. Dezember 1890. 1 Der Minister geistlichen, Unterrichts⸗ und Medizinal⸗Angelegenheiten. 1lm Im Auftrage:
“ Kuegler.
Handarbeitslehrerin in Frankfurt 8
der ““
b Ministerium des Innern.
Der Ober⸗Präsidial⸗Rath Dr. — Dziembowski ist dem Ober⸗Präsidenten der Provinz Posen,
der Biersäegfdioke Nlath. Baurschmidt dem Ober⸗ Präsidenten der Provinz Schlesien zugetheilt worden.
Ministerium für Landwirthschaft, Domänen und Forsten.
Dem Kreis⸗Thierarzt Dr. Mehrdorf zu Breslau ist unter Entbindung von seinem gegenwärtigen Amt die Kreis⸗ Thierarztstelle für den Stadt⸗ und Landkreis Königsberg mit dem Amtssitz in Königsberg Ostpr. verliehen und ihm zugleich die kommissarische Verwaltung der Departements⸗Thierarztstelle für den Regierungsbezirk gleichen Namens übertragen worden. 8
Den Markscheidern Heinrich Laufhütte aus Rotthausen, Wilhelm Schulte aus Laer bei Bochum, Oskar Menzel aus Dillenburg und Heinrich Lohe aus Neviges ist von uns heute die Konzession zur Verrichtung von Markscheiderarbeiten für den Umfang des 1-gsn Staats ertheilt worden. Laufhütte beabsichtigt, in Rotthausen, Kreis Essen, Schulte in Bochum, Lohe in Oberhausen
sich niederzulassen.
Klausthal, den 16. Dezember 1890.
Königliches Ober⸗Bergamt.
Zoll entrichtet haben.
häfen zu senden.
8 “ “ 8
Berlin abwesend sein.
hat sich mit Urlaub nach Dessau begeben.
à la suite
licher Meldungen Berlin wieder verlassen.
der Spezialkommission in Eschwege übertragen.
In der Ersten Beilage zur heutigen
„ in menden Domänen⸗Vorwerke, sowie
änderung des Gesetzes über die Besteue
der Stadt Hirschberg 1 150 000 ℳ veröffentlicht.
Breslau, 23. Dezember.
als eine erfreuliche Folge hiervon zu begrüßen, daß die
nahme findet.
unüberwindliche Schwierigkeiten entgegen; um so mehr es als eine unabweisbare Pflicht, diejenigen Maßnahmen,
schnic, vom 27. Dezember 1881 haben wir bereits diej
dargelegt, welche nach allseitiger Anerkennung für die
Hinderniß im Namen Sr. Majestät des Kaisers von dem bezeichneten
deutsch⸗ostafrikanischen Küstenstrich neue Zollsätze einzuführen. Die schaoha 5 8b Verträgen des Sultans von Sansibar für das vorerwähnte Gebiet in Bezug auf den Zolltarif maß⸗ gebend gewesenen Bestimmungen werden nicht geändert werden. Der Reichskommissar für Ost⸗Afrika ist angewiesen worden,
„Vom 1. Januar 1891 ab dürfen Waaren an der deutsch⸗ostafrikanischen Küste an anderen Stellen als an den unten bezeichneten Häfen weder ein⸗ noch ausgeschifft werden. Diese Häfen sind: Tanga, Pangani, Saadani, Bagamoyo,
handelnde werden auf das Strengste bestraft, und Waaren, welche an anderen als den vorgenannten Orten zur Ein⸗ oder Ausschiffung gelangen, in Beschlag genommen werden.
Vom 1. Januar ab erfolgt die Zollerhebung an der Küste für Rechnung der Kaiserlichen Regierung. Die bis⸗ herigen Zollbeamten gelten bis auf Weiteres als Beamte
Zuwiderhandlungen gegen Anordnungen derselben werden auf das Strengste geahndet
Selbstverständlich ist, daß, sobald der Küstenstrich rechtlich unter deutsche Herrschaft gestellt ist, Waaren, welche von der Insel Sansibar nach der Küste eingeführt werden, als aus dem Ausland kommend dem Einfuhrzoll unterworfen sind. Hiervon kann auch für diejenigen Waaren keine Ausnahme gemacht werden, welche bereits auf der Insel Sansibar einen
Es wird sich daher empfehlen, solche Waaren, welche nach dem deutsch⸗ostafrikanischen Gebiet bestimmt sind, nicht nach Sansibar, sondern direkt nach den deutsch ostafrikanischen Zoll⸗
Der Justiz⸗Minister von Schelling wird in den Anfangs⸗ tagen der nächsten Woche in Familienangelegenheiten von
8 Durchlaucht der Prinz Albert zu Sachsen⸗ Altenburg, ö der 3. Garde⸗Kavallerie⸗Brigade,
Der General-⸗Lieutenant von Nickisch⸗Rosenegk, der Armee und Commandeur der 27. Division
(2. Königlich Württembergische), hat nach Abstattung persön⸗
Der General⸗Lieutenant Graf von Kirchbach, Com⸗ mandeur der 24. Division (2. Königlich Sächsische), ist zur Abstattung persönlicher Meldungen hier eingetroffen.
Der bisher in Fulda stationirte Spezialkommissar, Regie⸗ rungs⸗Rath Dahlstroem ist in Folge der Auflösung der Spezialkommission in Fulda von dort zum 1. Januar 1891 nach Eschwege versetzt und ist ihm die weitere Verwaltung
Nummer
„Reichs⸗ und Staats⸗Anzeigers“ wird eine Nachweisung der 6 Jahren 1891 und 1892 Behufs anderweiter
Verpachtung zur öffentlichen Ausbietung der Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Ab⸗
Branntweins vom 24. Juni 1887, wie er vom Bundesrath festgestellt worden ist, nebst Begründung, veröffentlicht.
In der Zweiten Beilage wird ferner ein Pzaneiheiun.
sfertigung auf den Inhaber lautender Anleihe Feeeee.a ge- 8 hebere lan im Betr
Die hiesige Regierung hat, wie die Schweidnitzer „Tägliche Rundschau“ erfährt, folgende Verfügung über Hygiene in den Schulen erlassen:
Die wichtigen Fortschritte der allgemeinen Hygiene, welche in Bezug auf alle unsere Lebensvorgänge, insbesondere auf die Pflege des Körpers Reformen einführen, lenken die Aufmerksamkeit immer von Neuem auf alle diejenigen Verhältnisse des Schullebens, von denen eine Einwirkung auf die Gesundheit der Schüler ausgeht, und es ist
esundheit der Schüler in immer weiteren Kreisen lebhafte Theil⸗ ni ee ehe Schon wiederholt haben wir Veranlassung genommen, in dieser Beziehung Anordnungen zu treffen, welche die Gesundheits⸗ pflege der Schüler theils unmittelbar, theils mittelbar durch Fern⸗ haltung gesundheitsschädlicher Einwirkungen zum Ziele hatten. Aller⸗ dings stellen sich mancher wünschenswerthen Einrichtung zur Zeit noch
ührung die Verhältnisse ohne erheblichen pekuniären Aufwand ge⸗ 18, aller Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit zur Ausführung zu bringen. Auf die nachstehenden wollen wir hierdurch die Aufmerksam⸗ keit besonders hinlenken. 1) Zunächft kommt die wichtige Frage hin⸗ chtlich zweckmäßiger Schulbänke in Betracht. In unserm
für den vor,
tritt hier⸗ teren von auch auf
für den
Zuwider⸗
des kom⸗
rung des
cheine
ürsorge für
aber erscheint deren Durch⸗
Aus⸗ enigen Punkte
klassenzimmer die Schulbänke mindestens in drei verschiedenen Größen 5 Uienümm sind, damit die Möglichkeit geboten wird, die Schüler der Klesse nach ihrer Körpergröße zu setzen. Wir machen die Be⸗ achtung dieser Vorschriften den zuständigen Organen zur dringenden Pflicht mit dem ausdrücklichen Bemerken, daß die aus der Nicht⸗ beachtung derselben etwa erwachsenden Kosten Demjenigen zur Last fallen, werden, der sich der Pflichtversäumniß schuldig gemacht hat. 2) Ein anderer wichtiger. Gesichtspunkt für die Gesundheits⸗ pflege in der Schule ist die Reinlichkeit, auf deren hervorragende Bedeutung auch in erziehlicher Rücksicht wir ebenfalls schon in früheren Ausschreiben aufmerksam gemacht haben. Der Gesundheit schädlich. ist besonders der Staub in den Schulzimmern; derselbe ist bekanntlich Träger der Bacillen, und von ärztlichen Autoritäten ist festgestellt worden, daß durch denselben die Weiterverbreitung von Augenkrank⸗ heiten verursacht wird; es wird von denselben sogar als möglich erachtet, daß die vielen Bindehauterkrankungen der Schüler dem Staube ihre Entstehbung verdanken. Die Schulzimmer mit allen darin befindlichen Gegenständen sind deshalb fleißig und sorgfältig vom Staube zu reinigen. Zu diesem Zweck genügt es nicht, die Schulzimmer wöchentlich zweimal trocken auszufegen, sondern sie müssen in jeder Woche mindestens abwechselnd einmal trocken und einmal naß gereinigt, und der Staub muß jedesmal mit feuchtem Lappen sorgfältig aufgewischt werden. Wo aber mehr geschehen kann, soll dies niemals unterlassen werden. überall da, wo die Raumverhältnisse es gestatten, darauf zu sehen, daß alle Ueberschuhe und Ueberkleider in den Korridoren abgelegt werden, damit nicht schmutzige und nasse Sachen in das Schulzimmer kommen. 3) Schließlich weisen wir noch darauf hin, daß die Rücksicht⸗ nahme auf die Gesundheit der Augen der Schüler die möglichste Beschränkung des Gebrauchs der Schiefertafel erfordert. So lange an die Stelle derselben nicht ein anderes, zweckmäßigeres Lernmittel treten kann, wird dieselbe zwar nicht gänzlich entbehrt werden können; allein es wird genügen, wenn sie künftig in den mehrklassigen Schulen nur noch für die ersten zwei Schuljahre beibehalten wird. Gegen Ende derselben sind die Schüler so an den Gebrauch der Feder zu gewöhnen, daß mit Beginn des dritten Schul⸗ jahres sämmtliche Uebungen, zu denen bisher die Schiefertafel benutzt wurde, mit Feder und Tinte auf dem Papier ausgeführt werden, und die Schiefertafel nur im dringendsten Nothfalle in Benutzung ge⸗ nommen wird. Die einklassigen und Halbtags⸗Schulen, die vor⸗ wiegend von Kindern der ärmeren Landbevölkerung besucht werden, lassen allerdings eine soweit gehende Beschränkung des Ge⸗ brauchs der Schiefertafel nicht zu; aber auch für diese Schulen wird eine größere Beschränkung als bisher angänglich sein, und wir empfehlen darum den Herren Kreis⸗ und Orts⸗ Schulinspektoren, darauf zu sehen, daß auch in diesen Schulen die Schiefertafel nur so weit in Gebrauch genommen wird, als es nach den Verhältnissen unumgänglich nothwendig erscheint. Die Kreis⸗ Schulinspektoren weisen wir hierdurch an, den Orts⸗Schulinspektoren und Lehrern sowie den Schuldeputationen und Schulporständen von den vorstehenden Anordnungen Kenntniß zu geben und ihnen die Be⸗ rücksichtigung derselben dringend ans Herz zu legen. Da die Frage um die Gesundheit der Schüler, welche einen großen Theil ihrer Jugendzeit in der Schule zubringen müssen, eine so wichtige und ernste ist, dürfen wir schon um dieser Rücksicht willen vertrauen, daß unsere Anordnungen bei Allen, denen ein Amt in der Schule anvertraut ist, willige und sorgfältige Nachachtung finden werden.
Hannover, 23. Dezember. Der hiesige Magistrat hat dem „W. T. B.“ zufolge in der heutigen Sitzung den Stadtdirektor Haltenhoff zur Präsentation für das Herren⸗ haus gewählt.
Bayern.
München, 23. Dezember. In der, Sitzung des Obersten Schulraths am verflossenen Sonnabend wurde, wie die „Allg. Ztg.“ mittheilt, das Referat des Universitäts⸗ Professors Dr. von Christ vollständig durchberathen und zu⸗ gleich das Referat des Geheimen Raths Dr. von Bauernfeind über die wünschenswerthe Einrichtung des mathematischen Unterrichts an den humanistischen Gymnasien erledigt. Das beschlußmäßig festgesetzte Gutachten geht in der Hauptsache auf Folgendes hinaus: je eine Stunde obligatorischer naturgeschicht⸗ licher Anschauungsunterricht in den fünf Lateinklassen; je zwei Stunden obligatorischer Zeichenunterricht in der zweiten und dritten Lateinklasse; je drei Stunden französischer Unter⸗ richt in der ersten und zweiten Gymnasialklasse. Zu dem naturgeschichtlichen Unterricht übergab Geheimer Rath Dr. dng Kerschensteiner den Entwurf eines Lehrprogramms. 5 mathematische Unterricht soll eine Neuregelung nach Vorschlag der mathematischen Abtheilung des Obersten Schulraths erfahren. Die hiernach befürwortete Neuordnung des Fehf planes hat nur eine einzige Stundenmehrung in einer K asse (der zweiten Gymnasialklasse, welche damit die gleiche Wochen⸗ stundenzahl mit der dritten und vierten Gymnasialklasse Fg hält) zur Folge. Die Gesammtstundenzahl aller Klassen kommt dabei im Lateinischen auf 66, im Griechischen auf 36 Stunden; das Deutsche erfährt eine Stundenmehrung in der Oberklasse. Für den fakultativen Zeichenunterricht in 1 obersten Klassen wird die Berücksichtigung der Peöjeronen nach Maßgabe des Lehrprogramms der Realschulen empsptrer. In seiner gestrigen Schlußsitzung erledigte der oberste S 1 rath die Einzelheiten über die häuslichen hüthäben. für 18 Schüler, über die Schlußprüfung sowie über die Le⸗ türi hen Schüler und gab dem unsche einer afgergschnd Regelung des Anfangs des Schuljahres für ganz Deu 6,1. Ausdruck. Ferner sprach sich derselbe über die ezei.s 88 einer schriftlichen Prüfung in der Geschichte sowie n Fischen Spezialprüfung im Musschen. der Geschichte oder J Philologie für Lehrer, die eine Gymnasialprofessur Erhtctz wollen, gutachtlich aus. Dr. von Bauernfeind hob die 1 9 berechtigung der Realgymnasien hervor, es hrth oh sge weitere Verhandlungen vorbehalten. In der vhunabau betonte der Kultus⸗Minister, daß an dem bewährten I Pe⸗ der Gymnasien nicht gerüttelt worden sei; die sedie für die rathungen seien dazu bestimmt, den Werth derselben idealen Güter der Menschheit zu erhöhen.
Württemberg. 8 jestät der König Stuttgart, 23. Dezember. Se. Majestät vnittag empfing, wie der „St.⸗A. f. W.“ meldet, gestern 3
weckmäßigkeit
die zur Anzeige des Thronwechsels hier eingetroffe
Außerdem ist
1891/92 für Württemberg Für 1892,93 ist im 1891/92 eine Erhöhung
für die Verzinsung der Reichsschuld
Folge haben wird. Den Matrikularbeiträgen über die der Staatskasse aus der Reichskasse zufließen⸗ den Antheile vom Ertrag der Zölle, der Branntweinsteuer stempelabgaben, welche für jedes Jahr zu 14 109 910 ℳ
steuer,
angenommen sind, also hinter
für 1891/92 um 1 578 245 ℳ, für 1892/93 um 1 890 090 ℳ Höhere Anforderungen werden gestellt: für Staatsbeiträge an die Gemeinden zu Schulzwecken und ferner für Verbesserung des Diensteinkommens Gymnasien, Realschulen und Volksschulen sowie
zurückbleiben.
Straßenbauten, der Lehrer an
der Gehälter der Geistlichen. Für
besserung des Gehalts der Eisenbahnbeamten wird jährlich eine
Million gefordert. Für außerorde namentlich für Bauten, sind aus d
vorigen Finanzperiode 6 300 000 ℳ verfügbar. Die betreffende Vorlage ist noch in der Vorbereitung begriffen. .
Laut Bekanntmachung des Min die Einfuhr lebenden Rindvi
Ungarn und aus Italien nach den Städten
Ulm, Heilbronn, Cannstatt, und Göppingen in widerruflicher
Bundesrath genehmigten Bedingungen gestattet worden. Die Einfuhr des italienischen Rindviehs hat über Friedrichs⸗ hafen zu erfolgen, diejenige von Rindvieh aus Oesterreich⸗ Ungarn kann außer über Frißdrichshafen auch über die
indau, Kufstein, Salzburg,
bayerischen Grenzstationen m Simbach und Passau stattfinden.
Baden.
Karlsruhe, 23. Dezember. Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin werden sich der „Karlsr. Ztg.“ züjolge heute nach Freiburg begeben, um das
Ihren Königlichen Hoheiten dem Erb⸗
Weihnachtsfest bei großherzog und der Erbgroßherzogin z gedenken am 27. wieder hier einzutre
Mecklenburg⸗Sch
Rostock, 23. Dezember. Ihre Kaiserliche Hoheit die ver⸗ wittwete Herzogin Georg von Mecklenbur Strelitz, einer Meldung des „W. T. B.“ mit Th
ist nach
der Herzogin Helene von Schloß Remplin
burg zurückgekehrt.
3 Reuß ä. L. + Greiz, 23. Dezember.
von 10 000 ℳ zu einer Beihülfe an
Anlaß der Wasserschäden von 1889 und von 5155 ℳ zu
Theuerungszulagen an gewisse Beam
einhelligkeit bewilligt hatte, wurde derselbe auf den 12. Januar
. J. verta.
berechneten Matrikularbeitrag an. Anschluß an die Berechnung für in Antrag gebracht worden, weil der Bedarf des Reichs vornehmlich wegen des wandes für die Alters⸗ und Invaliditätsversicherung, sowie
1— d Nachdem der Landtag in heutiger Sitzung die beiden Postulate Fürstlicher
steigenden Auf⸗
ꝛc. erhöhte Leistungen zur stehen gegen⸗
der Taback⸗ und der Reichs⸗
den Matrikularbeiträgen
eine durchgreifende Auf⸗
ntliche Staatsbedürfnisse, en Erübrigungen aus der
isteriums des Innern ist ehs aus Oesterreich⸗ Stuttgart, Eßlingen, Gmünd Weise unter den vom
u begehen. Höchstdieselben ffen. werin.
rer Hoheit nach St. Peters⸗
. icher Regierung die Gemeinde Greiz aus
tenklassen mit Stimmen⸗
Wien, 24. Dezember. Die „W
licht ein Kaiserliches Patent vom 22.
9. v. M. vertagte böhmische Land “ einberufen wird.
ie Ministeriums haben sich in eingeh den an den deutsch⸗österreichischen
interessirten kaufmännischen und industriellen Kreisen über die Wünsche derselben vollständig informirt.
Großbritannien und
der Parlamentswahl in K un aller Agttationen und Reden gemeldet) der aus der Wahlurne hervorgegangen. während auf Scully 1356 somit den Wa parnellitischen
Stimmen fielen. lkreis Nord⸗Kilkenny,
agitation des katholischen Klerus. wird, hat er gedeutet; er sagte nämlich:
„Wenn Kilkenny Pope Hennessy m
wählen
Zeiger der Uhr des Fortschritts der irischen zurückgestellt werden.
limmen Tage von 1858 damals hätten sich die unabhängige urch eine Verbindung der aen bacsern bisg
and an den Pflug zu legen. noch so starken Verbindung gestatten, gegen Irland einem von einem Dorf gehen, um dem er siegen müsse.
Der Stimme Irla eugen, den 8
englischen Diktaten aber
Schluß erklärte Parnell, daß nichts
Oesterreich⸗Ungarn.
Fachreferenten des ungarischen Handels⸗
seine Anhänger eine entschiedene Niederlage erlitten. ist (wie schon gestern kurz Anti⸗Parnellit Sir John Pope Hennessy Er erhielt 2503 Stimmen, den Parnellitischen Gegenkandidaten Vincent Die Parnelliten haben
t eputirten Marum erledigt war, verloren. Seiten ihres unterlegenen Kandidaten ist gegen die Wahl Hennessy's Protest erhoben worden, und zwar auf Grund einer nach seiner dencrn Feleswedrien Wahl⸗ a aber auch durch diesen Schlag sich nicht schon in einer seiner Wahlreden
Gegner im Jahre 1875 Gott
zu vertreiben. So lange er lebe, werde er von ahlflecken zum anderen, von einer Stadt zur anderen, e zum anderen, von einem Kirchspiel zum anderen Volke die Wahrheit zu sagen. Er wisse, daß
iener Zeitung“ veröffent⸗ d. M., wonach der am tag auf den 3. Januar
enden Besprechungen mit Vertragsverhandlungen
Irland.
ilkenny haben Parnell Trotz
der durch den Tod des Von übrigens bereits
arnell seinerseits einschüchtern lassen im Voraus an⸗ es möglich wäre, daß sollte, so würde der ation auf die Auch i Männer seiner Partei aus dem Felde ihn geheißen, Er werde keiner auch ihn von seiner Pflicht
nds allein werde er sich nicht nachgeben.“ Zum
1“ 24 estrigen Sitzung der Zol lkommission sprachen sich einer Meldung des „W. T. B. zufolge die Minister des Auswärtigen, des Handels und des Ackerbaues über die Frage der Zoll⸗Rück⸗ erstattungen (Drawbacks) und der zeitweisen Zulassung aus. Der Handels⸗Minister Jules Roche erinnerte zunächst an die Nothwendigkeit, Felle, Wolle und Seide von jedem Eingangszoll frei zu lassen, und fügte hinzu, die Industrie würde entschieden durch das System der Drawbacks gehemmt werden, welches in seiner Anwendung ungleich und ungerecht sein würde. Dasselbe würde bei den zeitweisen Zulassungen der Fall sein. Der Minister sagte, indem er die Schwierigkeiten hervorhob, welche das Drawback⸗System verursachen würde: „Sie beklagen sich über die Mec. Kinley⸗ Bill und möchten ebenfalls ein solches Gesetz machen und zwar gegen die Franzosen und ihre eigenen Produkte.“ Der Minister des Auswärtigen Ribot erinnerte daran, daß die Handelsverträage vor dem 1. Dezember 1891 gekündigt werden müßten. Die meisten Verträge enthielten ver⸗ schiedene Klauseln, betreffend die Niederlassung französischer Staatsangehöriger im Auslande, den Schiffahrtsverkehr und das literarische und künstlerische Eigenthumsrecht. Ribot drückte die Hoffnung aus, die Kommission werde mit ihm einverstanden sein, daß diese besonderen Klauseln nicht zu kündigen seien, und er werde mit den betreffenden Mächten wegen der Erhaltung dieser Klauseln verhandeln. Außer⸗ dem beständen mit gewissen Mächten Konventionen, welche nur die Meistbegünstigungsklausel enthalten. Ribot meinte, diese Konventionen, insbesondere diejenigen mit Mexiko, sollten nicht gekündigt werden, denn dies würde den kontrahirenden Mächten den Vortheil des in Vorbereitung befindlichen Minimaltarifs sichern. Die Kommission wird später über die Ministererklärungen berathen und genehmigte dann den Be⸗ richt Waddington's über den Tarif für Garne und Baumwolle. In diesem Bericht sind die von der Regie⸗ rung vorgeschlagenen Ziffern erhöht.
Der Senat nahm in seiner vorgestrigen Sitzung die Budgets der Marine, des Unterrichts, der Kolonien, des Ackerbaues, der öffentlichen Arbeiten und der Ausgaben an und genehmigte gestern in einer Abendsitzung schließlich das Anleihegesetz und das Budget mit zwei Abänderungen, welche die Ueberweisung des Budgets an die Kammer noth⸗ wendig machen.
In der Deputirtenkammer wurde vorgestern die Wahl Lavys im 18. Pariser Arrondissement, wo Boulanger bei den Hauptwahlen siegte, besprochen. Der Deputirte Le Senne brachte einen Antrag ein, den Sitz nicht für erledigt zu erklären, da Boulanger immer noch Vertreter für Clignancourt sei. Floquet, welcher die Sitzung leitete, erklärte diesen Vorschlag für verfassungs⸗ widrig und wollte ihn der Kammer nicht vorlegen. Paul Déroulode erhob gegen die Wahl Einspruch, aber auf Vorschlag des Präsidenten entzog ihm das Haus das Wort und genehmigte die Wahl mit 335 gegen 30 Stimmen. Die Vorlage über die Regelung des Verhältnisses der staat⸗ lichen Beamten zu den Eisenbahngesellschaften wurde sodann mit den Abänderungen des Senats genehmigt.
Offizielle Nachrichten über den Vorfall in Tananariva (Siehe die nach Schluß der Redaktion eingetroffenen Depeschen der gestrigen Nr. d. Bl.) besagen, daß eine Diebesbande Aus⸗ schreitungen begangen habe, bei denen ein Ordenspriester leicht verwundet wurde. Acht Mitglieder der Bande seien verhaftet worden. Der Stamm der Fahavalos habe in Majunga Verwüstungen angerichtet, weshalb Truppen dorthin entsendet worden seien. 8 116“
Paris, 24. Dezember. In der g
J 8
Die schon gestern erwähnte, von dem Finanz⸗Minister Grimaldi vorbereitete Gesetzvorlage, betreffend die Mehr⸗ besteuerung der Zettelbanken, erhöht der „Köln. Ztg.“ zufolge die Geschäftsgebühren um 20 Prozent, was eine I ehr⸗ einnahme von 1 bis 2 Millionen einbringen würde.
„Der General Cialdini, welcher seit längerer Zeit schwer leidend ist, befindet sich jetzt in hoffnungslosem Zustande. Italienischen Blättern zufolge wurde der Kö nig heute in Livorno zum Besuch bei dem greisen Kriegshelden erwartet. Bei den Wahlen zur Erneuerung des Munizipal⸗ raths von Rom, die am Sonntag stattfanden, hat der „Frkf. Ztg.“ zufolge die Liste der klerikalen „Unione Romana“ mit 25 Kandidaten vollständig gesiegt; die Radikalen wurden geschlagen.
Der Papst, dessen Befinden ein durchaus gutes ist, hat gestern die Glückwünsche des Kardinal ⸗»Kollegiums zum Weihnachtsfest entgegen genommen. In seiner Erwiderung äußerte der Papst, dem „W. T. B.“ zufolge: „Inmitten solcher Tröstungen empfinde er die Schmerzen, welche der Kirche insbesondere von jenen Nationen zugefügt würden, die die Wohlthaten der Kirche besonders genössen. Namentlich zeichne sich Italien durch seinen Krieg gegen die Kirche aus; man glaube damit ein gutes Werk zu thun, beschwöre damit aber Elend, Verfall und künftiges Unheil herauf. Der Krieg habe seinen Höhepunkt erreicht, insbesondere in Rom, obwohl die Kirche keine Feindin der Regierungen sei, vielmehr die Throne befestige. Der Papst schloß mit dem Wunsche, daß Italien zu guten Prinzipien zurückkehren möge.“ 8
Spanien. v1X“ Die Königin⸗Regentin hat, wie „W. T. B.“ meldet, ein Dekret unterzeichnet, wonach die Einfuhrzölle auf Mehl, Weizen und Reis erhöht werden.
Schweiz. Das neugewählte Mitglied des Bundesraths Frey
als eine wirkliche gesetz⸗
hat das Militär⸗Departement übernommen, der bisherige Vor⸗
ein bis fünf Jahren bedroht, eine verschärfte Bestrafung. Der Minister des Innern Gjaja erklärte, Prinzip strengster Bestrafung, wie die Radikalen. Der Artikel wurde Ausschuß zurückverwiesen.
Schweden und Norwegen.
(F) Stockholm, 20. Dezember. Aktiengesellschaft hat für das 1. Oktober 1889/90 zur Vertheilung zwischen Staats⸗ und Stadtkasse ihren Ueberschuß von dem Ausschank von Brannt⸗
waren 1 565 000 Kronen Gewinn und 117 000 Kronen Aus⸗ schankabgaben. Ueberschuß der Gesellschaft 1 456 000 Kronen. Während der letzten zehn Jahre ist der Verbrauch von Spirituosen in Stock⸗ holm von 26 auf 14 Liter per Person gesunken.
Amerika.
Vereinigte Staaten. Ueber den Stand des zwischen Großbritannien und den Vereinigten Staaten schwebenden Streits um den Robbenfang im Behringsmeer hat (wie schon kurz mitgetheilt), der New⸗Yorker „Herald“ in einer Depesche aus Washington gemeldet, Präsident Harrison be⸗ absichtige, dem Kongreß eine Sonderbotschaft, begleitet von wei⸗ teren Aktenstücken über die Streitfrage, zu übermitteln, worin das Anerbieten der britischen Regierung, die Angelegenheit einem Schiedsgericht zu unterbreiten, abgelehnt wird. Nach dem Vorschlage Englands sollte einer befreundeten und un⸗ parteiischen Macht die Frage zur Begutachtung unterbreitet werden, ob die Beschlagnahme britischer Robbenfänger durch die Vereinigten Staaten in 1887 und 1889 gesetzlich war oder nicht. Der Präsident beanstandet diese Form des Schiedsgerichts; er glaubt jedoch, es sei kein Grund vorhanden, in nächster Fang⸗ zeit von der buchstäblichen Inkraftsetzung der Gesetze zum Robbenschutze in Alaska Abstand zu nehmen. Die Botschaft wird schließlich den Kongreß um Bewilligung eines ansehnlichen Kredits angehen zur Bestreitung der Kosten der Ausrüstung gemietheter Schiffe als Zollkutter in genügender Anzahl und Bewaffnung, um die zahlreichen marodirenden Schiffe, welche im Juni in das Behringsmeer einlaufen dürften, zu kapern. Der „Herald“ fügt hinzu, die Verwerfung des britischen Vor⸗ schlages dürfte die Einstellung der diplomatischen Anstrengungen
für einen Ausgleich herbeiführen.
Das Finanzcomité des Senats hat den Bericht über den (in Nr. 303 und 305 d. Bl. erwähnten) Finanzplan des republikanischen Fraktions⸗Ausschusses beim Kongreß eingereicht. In dem Bericht sind einige Abänderungen des Planes vor⸗ geschlagen.
Gegen die Indianer hat General Miles, laut Kabel⸗ telegramm aus New⸗York vom 20. Dezember, in General Carr'’s Lager an dem Punkte, wo sich der Rapid⸗Creek mit dem Cheyenne⸗Fluß verbindet, 1200 Mann Kavallerie, Infanterie, Artillerie und Kundschafter zusammengezogen. Etwa zehn Meilen östlich von diesem Posten befindet sich ein großes Lager feindlicher Indianer, welche Raubzüge gegen die Viehzüchtereien in diesem Distrikt unternehmen. Gleich⸗ zeitig mit dem Vormarsch der Streitkrafte unter General Brook ist eine Truppenbewegung unter General Miles nach den Badlands in Aussicht genommen. Die Bemühungen der 500 freundlich gesinnten Indianer, welche nach den Bad⸗ lands aufbrachen, um die feindlichen Rothhäute zu bewegen, nach Pine⸗Ridge zu kommen, sind erfolglos geblieben.
Asien. Aus Yokohama vom 3. Dezember meldet „R. B . Das japanische Parlament wurde am 29. No⸗ vember vom Kaiser eröffnet. Im Kabinet herrschen Meinungsverschiedenheiten. 8 Afrika. 8 Nach einer Meldung der „Agenzia Stefani“ aus Tri polis vom Montag waren daselbst vier berittene ran zösische Spahis worden, welche am 12. d. M. durch türkisches Militär bei Nalut, 60 km von der tunesi⸗ schen Grenze, gefangen genommen wurden
Japan.
Kunst und Wissenschaft.
Das Koch'sche Heilverfahren. „W. T. B.“ verbreitet folgende Meldung:
einerseits und dem
Geheimen Rath, Mitarbeitern
andererseits ist wegen stellung und der Vertheilung des Koch'schen Mittels ver⸗ handelt und „eine Vereinbarung erzielt. Letztere unterliegt zur Zeit der Prüfung des Staats⸗Ministeriums. Mittheilungen über die Einzelheiten sind mit großer Vorsicht aufzunehmen. Für die finanzielle Seite der Angelegenheit ist die Mitwirkung des Landtages
zu erwarten.“
Die morgen erscheinende Nummer der „Deutschen Medizi⸗ nischen Wochenschrift“ (Redacteur Geheimer Sanitäts⸗Rath Dr. S. Guttmann, Verlag von G. Thieme) enthält weitere Mit⸗ theilungen über die mit dem Koch’ schen Heilmittel gewonnenen Er⸗ fahrungen von Professor Dr. B. Fränkel (Vorstellung von geheilten Fällen), Medizinal⸗Rath ProfessorDr. Fürbringer, Direktor des städtischen Krankenhauses Friedrichshain (vierwöchentliche Behandlung in ihrer Bedeutung für die Abweichung vom Schema), Dr. J. Rosenfeld aus dem Diakonissenhauz in Stuttgart, Dr. Kleinwächter, Assistent an der medizinischen Poliklinik in Breslau (Beitrag zu den Lokalreaktionen), Professor Dr. Finkler, Leo, Ungar, Fr. Schultze, Ribbert, Doutre⸗ lepont in Bonn (aus dem niederrheinischen Verein für Natur⸗ und Heilkunde), Dr. Jürgens⸗Berlin (Bericht über zwei im Berliner
Professor Koch
und seinen Ueberlassung der Her⸗
Pathologischen Institut zur Sektion gelangte Fälle v nach Injektion Koch'scher Flüssigkeit). gte F on Phthisikern
Ukases mit einer Gefängnißstrafe von er billige das
gehe darin jedoch nicht so weit schließlich an den
Die hiesige Ausschank⸗ letzte Rechnungsjahr vom
wein im Betrage von 1 682 000 Kronen abgeliefert; davon
Im vorhergehenden Rechnungsjahr betrug der
8
„Zwischen den Ministern des Unterrichts und der Finanzen