1895 / 280 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 23 Nov 1895 18:00:01 GMT) scan diff

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Vom oberschlesischen Eisen⸗ und Zinkmarkt berichtet

die „Schl. Ztg.“: Das oberschlesische Eisengeschäft hat im Laufe der letzten acht Tage sein Ausseben nicht verändert. Die Ab⸗ schwächung des Bedarfs nach Beendigung der Bauthätigkeit ist nicht in dem Umfang eingetreten, als allgemein erwartet wurde, was darin seine Ursache hat, daß die allgemeine sehr feste Stimmung auf dem Eisenmarkt eine weitere Erhöhung der Preise erwarten läßt, zumal die westlichen Werke neuerdings mit einer Preiserhöhung für Stahl in Stäben und Stabeisen in Flußeisen⸗ qualität vorgegangen sind. Roheisen behielt im Ganzen seinen ruhigen Geschäftsgang bei, da die Konsumenten ihren Be⸗ darf an Puddel⸗ und Martineisen für das erste Semester des nächsten Jahres gedeckt haben und Quantitäten über die festen Verschlüsse hinaus von den Hoch⸗ ofenwerken nicht mehr abzugeben sind. Für Thomasroheisen ist die Nachfrage, namentlich vom Auslande ber, eine recht lebhafte, doch macht die Herstellung dieser Qualität Schwierigkeiten, weil es gegenwärtig an phosphorhaltigem Schmelzmaterial fehlt. Für Gießereiroheisen liegen in anbetracht des Umstandes, daß die einschlägigen Konsumstätten einen ruhigen Verkehr aufzuweisen haben, keine umfangreichen Bestellungen vor. Die Abfuhr von oberschlesischen Brauneisenerzen ist bis zum Frühjahr größten⸗ theils eingestellt, da die Hochofenwerke ihren Winterbedarf während der trockenen Monate in ausreichendem Maße beschaffen konnten. In Walzeisen kamen neue Verkäufe ab und zu wohl zu stande, doch sind sie gegenwärtig wenigstens unbedeutend. Die Großhändler haben ihren Bedarf für die Wintermonate gedeckt und finden bei ihrem Bestreben, Abschlüsse bis weit in das nächste Jahr hinein zu machen, mit Rücksicht auf die steigende Tendenz der Preise bei den Werken wenig Entgegenkommen. Die Verladungen nach dem Auslande, namentlich nach Rußland, büßten an Lebhaftigkeit nichts ein; es kamen aber auch bhierbei nur Lieferungen auf ältere Verschlüsse in Frage, da neue Verkäufe von den Werken möglichst hintangebalten werden. Nennens⸗ werthe Preiserhöhungen waren in Rußland bislang nicht zu erreichen, eil die südrussischen Werke an den früheren Notierungen immer noch fest balten, die für Oberschlesien nicht nutzbringend sind. Die Vorräthe an Walzeisen sind bei dem andauernd flotten Versand allenthbalben stark zusammengeschmolzen und werden den Werken bei der Jahres⸗Inventur wenig Schwierigkeiten bereiten. Auch in Röhrenstreifen und Halbfabrikaten sind in der letzten Zeit einige Abschlüsse zu lohnenden Preisen gemacht worden. In Grobblechen zeigte das Geschäft keinen großen Umfang, und auch in Feinblechen ist eine Steigerung der Nach⸗ frage nicht zu verzeichnen. Die Produkte der Röhrengießereien ind stark vernachlässigt, der Abwicklung älterer Bestellungen beschäftigt sind; neue Aufträge gehen hauptsächlich für Siederohre ein, während die Nachfrage für Gasröhren stark in der Abnahme begriffen ist. Die Ma⸗ schinen⸗ und Kesselfabriken sowie die Gießereien sind

seit einiger Zeit schon mit Bestellungen nicht ausreichend mehr

versehen und klagen darüber, daß die Preise für ihre Erzeugnisse mit der allgemeinen Besserung im Eisengeschäft infolge der großen Konkurrenz nicht gleichen Schritt gehalten haben und wenig gewinnbringend sind. Die Umsätze in Stahlfabrikaten haben sich auf der bisherigen Höbe erhalten. Auf dem Zinkmarkt war das Geschäft ohne Belang. Zwar sind infolge der günstigen Witterung in der letzten Zeit noch einige umfangreichere Bestellungen für Zinkbleche eingelaufen, doch ist im allgemeinen das diesjahrige Geschäft als beendet anzusehen. Die Rohzink⸗Notixs⸗ rungen blieben unverändert. Zinkstaub geht immer noch flott ab, während für Zinkweiß nur mäßiger Absatz vorhanden ist. Blei blieb im Preise unverändert. 8

Verkehrs⸗Anstalten.

(W. T. B.) Norddeutscher Llopd Wilhelm IHI.“ hat am 21. November Nachmittags Lizard passiert. Der Postdampfer „Halle“ hat am 21. November Nachmittags St. Vincent passiert. Der Postdampfer „Mark“ hat am 21. November Nachmittags die Reise von Southampton nach Corunna fortgesetzt Der Reichs⸗Post⸗ dampfer „Oldenburg“ ist am 21. November Nachmittags in Ant⸗ werpen angekommen. am 21. November Nachmittags

er Schnelldampfer „Ka

in Antwerpen angekommen.

nennenswerthe

während die Röhrenwalzwerke noch mit

Der Reichs⸗Postdampfer „Karlsruhe“ ist

Der Postdampfer „Dresden“ ist am 22

der Weser angekommen. London, 22. November. (W. T. B.) Ver Union⸗Dampfer

„Pretoria“ ist Freitag auf der Ausreise von Madeira abgegangen.

Theater und Musik.

Konzerte. Im Saal Bechstein ließ sich gestern der Violoncell⸗Virtuos rofessor Arthur Krasa aus Prag zum ersten Mal hierselbst hören. Seine gut geschulte Technik wie seine empfindungsvolle Vortragsweise wirkten in einem Konzert von Davidoff, in Pibcen von M. Bruch, Fitzenhagen und Anderen vortrefflich. Der Konzert⸗ und Opernsänger Bruno Lurgenstein, der von seinem Auftreten auf der Kroll'schen Bühne her noch in gutem Andenken steht, unterstützte das Konzert durch den wohlgelungenen Vortrag einiger Lieder von Schubert, Schumann, Henschel und Anderen, in welchen seine klangvolle Baß⸗ stimme und seine schwungvolle Ausdrucksweise trefflich zur Geltung bz.22 Beiden Künstlern wurden anerkennende Beifallsbezeugungen zu theil.

Die Altistin Fräulein Jenny Alexander, welche ihre Studien bei Frau Schröder⸗Chaloupka in Stettin gemacht hat, konzertierte am Donnerstag gemeinschaftlich mit der bereits öfter hier gehörten

ianistin Fräulein Marie von Unschuld im Konzertsaal Potsdamerstraße 9. Beide Künstlerinnen leisteten Lobenswerthes.

ie Sängerin bewies im Vortrag einer Arie aus „Rinaldo“ von Händel und des Liedes „Meine Lieder, meine Sänge“ von Weber eine wohlthuende Klangfülle der Stimme, welche sorgfältige Schulung und zugleich Wärme des Ausdrucks erkennen ließ: Vorzüge, die auch in Liedern von Beethoven, Brahms uns Anderen zur Geltung kamen. Die Pianistin erfreute durch den seelenvollen Vortrag der H-moll⸗ Sonate von Chopin und mehrerer beliebter Klavierstücke, unter denen Weber's „Aufforderung zum Tanz“, Schumann’s Novellette in E-dur und eine schwierige Etude von Paganini⸗ Liszt mit lebhaftem Beifall aufgenommen wurden.

Im Deutschen Theater finden in nächster Woche vier Wieder⸗ holungen des neu einstudierten historischen Trauerspiels „Die Jüdin von Toledo“ von Grillparzer statt, und zwar morgen Abend, am Mittwoch, Freitag und nächstfolgenden Sonntag Abend. Am Montag wird „Der Meister von Palmyra’“ gegeben, Dienstag und Donnerstag: „Tedeum“, Sonnabend: „Die Mütter“. Die nächste Nachmittags⸗ Vorstellung fällt des Todten⸗Sonntags wegen aus. Am nächst⸗ Sonntag Nachmittag kommen „Die Weber“ zur Auf⸗ führung.

Im Berliner Theater geht morgen Abend „König Lear“ in Scene. Am Montag werden Freyptag's „Journalisten“ aufgeführt. Am Dienstag, Sonnabend und Sonntag, den 1. Dezember (Nach⸗ mittags) werden „Hasemann's Töchter“ wiederholt. Auf Mittwoch ist eine Wiederholung des Lustspiels „Nachruhm“ angesetzt. Das neue Schauspiel „Pan Cezar“ wird mit Auguste Prasch⸗Grevenberg und Otto Sommerstorff in den Hauptrollen am Donnerstag zum ersten Mal aufgeführt und am Freitag, sowie Sonntag, den 1. Dezember, Abends, wiederholt.

Im Lessing⸗Theater hat das Gastspiel von Felix Schweig⸗ hofer infolge einer Erkrankung des Künstlers, der sich eine Entzündung der Stimmbänder zugezogen hat, eine Vertagung erfahren müssen. Es wird nunmehr für den nächsten Sonnabend der Schwank „Wettrennen“ von Viktor Léon und H. von Waldberg vorbereitet, der damit seine über⸗ haupt erste Aufführung erleben wird. Der weitere Spielplan der Woche ist folgendermaßen festgesetzt: Morgen Abend gelangt das Schauspiel „Das Bild des Signorelli“ von Richard Jaffé zur Auf⸗ führung. Am Montag wird die „Venus mit dem Schwank „Niobe“ gegeben, am Di g wird „Gräfin Fritzi“, Mittwoch „Madame Sans⸗Géne“, Donnerstag „Die Venus von Milo“ und „Die Romantischen“, Freitag „Gräfin Fritzi“ zur Aufführung kommen.

Im Schiller⸗Theater kommt morgen „Das Käthchen von Heilbronn“ zur Aufführung. Am Montag findet die Erstaufführung des Kneisel’schen Preislustspiels „Die Tochter Belial's“ statt. Am Dienstag wird diese Vorstellung, am Mittwoch, Donnerstag und Sonnabend „Das Käthchen von Heilbronn“, am Freitag „Der Raub der Sabinerinnen“ wiederholt. Da die morgige Nachmittags⸗Vor⸗ stellung des Todtenfestes wegen ausfällt, erhalten die Abonnements⸗ Billets für diese Vorstellung zur Abendvorstellung Gültigkeit oder

von Milo“ in Verbindung

werden gegen eine spätere Abonnements⸗Vorstellung umgetanscht. Der Umtausch muß jedoch bis morgen Mittag 1 ¼ Uhr erfolgt sein.

Der Spielplan des Neuen Theaters für die kommende Woche lautet: Morgen: „Die neue Zeit“, Montag (13. Abonnements⸗ Vorstellung): „Francillon“, Dienstag: „Der Militärstaat“, Mitt⸗ woch: „Seine Gewesene“, Donnerstag: „Die neue Zeit“, Freitag: „Der Militärstaat“, Sonnabend: Erstes Judie⸗Gastspiel: „La femme à papa“, Sonntag, den 1. Dezember, Nachmittags: Vorstellung des Vereins für Volksunterhaltungen; Einakter⸗Aufführung, Abends: zweites Judic⸗Gastspiel: „Niniches“.

Im Residenz⸗Theater gelangt morgen Sardou’s Sittenbild „Fernande“ zur einmaligen Aufführung.

Im Theater Unter den Linden findet morgen ein Gesammt⸗Gastspiel der Mitglieder des Berliner Theaters statt. Aufführung gelangt mit Genehmigung der Genossenschaft dramatischer Autoren das Volksschauspiel „Der Pfarrer von Kirchfeld“ von Lud vig Anzengruber. Am Montag geht an dieser Bühne die Strauß sche Operette „Der Zigeunerbaron“, neu einstudiert, in Scene.

Im Adolph Ernst⸗Theater wird morgen Abend „Der kleine Lord“ zum ersten Mal als Abend⸗Vorstellung in Scene gehen. Die Titelrolle spielt Fräulein Käthe Basté als Gast. Das Stück wird auch den Spielvlan der nächsten Woche ausschließlich beherrschen.

Im Zentral⸗Theater findet morgen Abend ein einmaliges Gastspiel des Ensembles des Deutschen Theaters statt. Zur Auffüh⸗ rung gelangt das Schauspiel von Georg Hirschfeld „Die Mütter“.

Eugen d'Albert wird im nächsten IV. Philharmonischen Konzert unter Arthur Nikisch's Leitung am 25.2 ber zum ersten Mal das A-dur-Konzert von Liszt und das „Konzertstück“ von Weber spielen; außerdem gelangen von rein orchestralen Werken Haydn's G-dur-Symphonie, Schumann's C-dur-Symphonie und Berlioz' Ouvertüre zu „Benvenuto Cellini“ zur Ausführung. Die öffentliche Hauptprobe findet morgen. Mittags, statt.

Im Konzerthause wird am Montag die Konzertsängerin Fräulein Hanke die Arie der Agathe aus „Der Freischütz“ von Weber sowie zwei Lieder von Bendel und d'Albert singen. Das Orchester wird u. a. die Ouvertüren „Anacreon“ von Cherubini, „Richard III.“ von Volkmann, ferner Schumacher's Suite „Bilder vom Rhein“ un Raff's Symphonie „Lenore“ spielen. 86 1““

annigfaltiges.

Der Magi seiner gestrigen Sitzung den Betriebs⸗ Direktor is 8 n Goldowsky, dessen dreijährige Wahlzeit st, auf fernere drei Jahre wieder⸗ gewählt.

Die Freie photographische Vereinigung veranstaltet am Dienstag, den 26. November, Abends 7 ½ Uhr, im Königlichen Museum für Völkerkunde ihren 37. Projektions⸗Abend. Auf der Tagesordnung stehen: 1) Herr Dr. P. Ehrenreich: „Reisebilder aus Indien“; erster Theil: Bombay und Nordwest⸗Provinzen von Bengalen; 2) Herr Hans Schmidt⸗München: „Studien“.

Das Jubiläum des fünfzigjährigen Bestehens des Zirkus

;m 8 ogischen Garten konzertiert morgen die Kapelle . niglichen Eisenbahn⸗Brigade. Der Eintrittspreis beträgt 50 ₰. as Konzert beginnt um 4 Uhr Nachmittagsg.

Nach Schluß der Redaktion eingegangene Depeschen.

Konstantinopel, 23. November. (W. T. B.) Die armenischen Insurgenten aus Zeitun und Umgebung plünderten und zerstörten am 13. d. M. in den mohamedanischen Dörfern Kurdler 10 Häuser, Sussikuri 50 Häuser, Keschukere 51 Häuser, Mussali 31 Häuser, ferner in Kerimli 40 Häuser. Zwei weitere Bataillone Infanterie sind infolgedessen dorthin abgesandt worden. v1“

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1) Nachts Schnee. ²) Reif. ³) Nachts Schnee. ⁴) Nachts Schnee. ⁵) Nachts Schnee. ⁶⁸) Nachts Schnee. ²⁷) Reif.

Uebersicht der Witterung.

Ein barometrisches Minimum, von der Nordsee kommend, liegt am Niederrhein, an der westdeutschen Ferienbün Grenze ausgedehnte Schneefälle verursachend. Am höchsten ist der Luftdruck über dem Innern 8 Rußlands sodaß über Zentral⸗Europa die ziemlich lebhafte südöstliche und östliche Luftströ⸗ mung fortdauert. In Deutschland ist das Wetter anhaltend kalt, im Westen, wo fast überall Schnee gefallen ist, trübe, im Osten meist heiter, östlich der Linie

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von Toledo. Montag:

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König Lear.

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Hamburg- Friedrichshafen herrscht Frostwetter. Schneehöhe zu Wilhelmshaven 8, Münster 5, Wies⸗ baden 4 cm. Fortdauer der kalten, windigen Witte⸗ —2☚ rung wahrscheinlich gn;

8 .““ Deutsche Seewarte.

Sonntag:

Königliche Schauspiele. S 169. Vorstellung 3 Akten von Ambroise Goethe’schen Meisters Lehrjahre“ Barbier, deutsch von Ferdinand Gumbert. von Paul Taglioni. Anfang 7 ½ Uhr. Schauspielhaus. in 5 A Anfang 7 Uhr. Montag: Opernhaus. 170. Tochter des Regiments. Bremer Rathskeller. frei nach Wilbelm Hauff, von Emil Graeb. Musik Steinmann. einmann. Anfang 7 ½ Uhr. chauspielhaus. 260. Vorstellung. 1812. Schau⸗ ufzügen von Otto von der Pfordten.

15½ 8 Uhr

Deutsches Theater. 8

Anfang 7 ½ Uhr.

Der Meister von Palmyra. Tedeum.

Berliner Theater. Somntag, Abend

Montag: Die Jonrnalisten. Dienstag: Hasemann’s Töchter.

Lessing⸗Theater. Das Bild des Signorelli. Montag: Die Venus von Milo.

Dienstag: Gräfin Fritzi.

Residenz⸗Theater. sS 8 Santag⸗ in 4 Akten von Victorien a. „Der Freischütz“ von 7 ꝛfang ühr „Bilder vom Rhein“, Suite von Volkmann. Lied mcwvenen

Sardou, deutsch von Mautner. Anfang 7 ½ Uhr. bom Vo. 8 L .3. „Neuer Frübling“ von Bendel (Frl. Hanke).

Montag und folgende Tage: Der Rabdennater. Vorher: Aber die Ehe!

Friedrich⸗Wilhelmstädtisches Theater. Chausseestraße 25 26.

Gastspiel der Liliputaner. 7 ½ Uhr: Die Reise nach dem Mars.

Theater.

5 2 Sean Sonntag: Letzte Sonntag

Mignon. Thomas. Text mit Be Romans „Wilbhelm von Michel Carré und Jules Ballet Dirigent: Kapellmeister Sucher.

Vorstellung. Die Räuber. zügen von Friedrich von

Voß. Anfang 7 ½ Uhr.

Dienstag: Der Militärstaat.

Der Vorverkauf für das Judic W

gonnen.

259. K.

Vorstellung. Die von Kirchfeld. Phantasien im b Phantastisches Tanzbild, Artbur Wehrlin.

Dirigent: Musikdirektor Kindergartens der Hamburger

Divertissement.

Adolph Ernst⸗Theater. Abend⸗Verstellung 7 ½ Uhr. 1 Montag: Dieselbe Vorstellung.

Direktion: Richard Schultz.

in 4 Akten von Georg Hirschfeld. wie gewöhnlich. Montag: Eine tolle Nacht.

Neues Theater. Schiffbaue 8 tags⸗Aufführung. Die nene Zeit. Trauerspiel in 5 Akten von Richard

Montag (13. Abonnements⸗Vorstell.): Francillon.

Theater Unter den Linden. Sonntag: Einmaliges Gastspiel der Mitglieder des Berliner Theaters: Der Bfarrer Volksschauspiel in 5 Aufzügen von Lurwig Anzengruber. In Scene gesetzt von Anfang 7 ½ Uhr.

Montag: Zum Besten der Christbescheerung des Vorstadt: Zigennerbaron. Hierauf: Großes Ballet⸗

Zentral⸗Theater. Alte Jakobstraße Nr. 30. Sonntag, 7 ½ Uhr: Einmaliges Ensemble⸗Gastspiel des Deutschen Theaters. Die Mütter.

rdamm 4 a./5. Birhus Renz. Karlstraße. Sonntag, Abends 7 ½ Uhr: Große außerordentliche Vorstellung. 1870/71. Großes militärisches Ausstattungsstück vom Direktor Fr. Renz. Außerdem besonders her⸗ vorzubeben: Mr. James Fillis mit seinem Voll⸗ blut⸗Rapphengst Povero. Edinburgh, ostpreußischer Hengst. Hierauf: Monstre⸗Tableau von 70 der edelsten Freiheitspferde, dressiert und vorgeführt von en ob. Rernz. 8 Herrn Ritter

.von Renroff mit seinem Schulpferde Skobeleff. Dee Zum Schluß der Schule: Original! Der phänomenale Bagnettesprung. The mar- vellous de Kock-Trio. Auftreten der welt⸗ berühmten Hochturnkünstler The D

spiel bat be⸗

französische Schulreiterin Mlle. Dudley mit ihrem Schulpferde Florsal. Hierauf: Vorführen des irischen Springpferdes La Gazelle. Auftreten der bervorragendsten Reitkünstlerinnen und Reit⸗ künstler. Alles Nähere aus Plakaten und Aus⸗ tragezetteln ersichtlich

Montag, Abends 7 ½ Uhr: Extra⸗Vorstellung. 1870/71.

Der

Verlobt: Frl. Ella Guenter mit Hru. Landschafts⸗ Syndikus und Prem.⸗Lieut. d. L. Ludwig Grodke (Jauer —Glogau). 8

Verehelicht: Hr. Amtsrichter Juliusberg mit Frl. Clara Berndt (Neustadt in Schles.).

Geboren: Ein Sohn: Hrn. Pastor Hinkler (Namslau). Hrn. Prem.⸗Lieut. Ernst von Uechtritz u. Steinkirch (Ohlau). Hrn. Ritt⸗ meister Gutzeit (Koblenz). Eine Tochter⸗ Hrn. Bergwerks⸗Direktor Erdmann (Salzbrunn).

Abends

Schauspiel Preise der Plätze

Konzerte. Hierauf: Sonntag Anfang 6 Uhr. Symphonie⸗Konzert, wirfkung der Hanke. Symphonie Nr. 5 Ouv. „Anacreon“ von Cherubini.

1 Direktion: Sigmund Einmalige Aufführung:

Philharmonie.

8 on Jeden Monta nisches

E. d’'Albert

Anfang

Konzert-Hjaus. Karl Meyder⸗Konzert. Montag Anfang 7 Uhr. t, unter freundlicher Konzertsängerin Frl.

Weber

Sonntag, Mittags 12 Uhr: Hauptprobe zum IV. Philharmon.

7t Uhr: IV. onzert. Dir.: Arthur Nikisch.

Hrn. Dr. Kautschke (Görlitz). 1 8

Gestorben: Hr. Amtsgerichts⸗Rath Ernst Thile (Berlin). Stiftsdame Bertha von Brauchitsch (Kloster Lindow). Hr. Graf Bozislav Klei vom Loß (Elsterburg). Hr. Bürgermeister a. D. Theodor Zechlin (Salzwedel). Hr. Heinrich von Grabczewski (Berlin. Schweidnitz). Dr. Geheimer Finanz⸗Rath Julius Buck (Wölfels⸗ grund). Fr. Elisabeth von u. Gaffton, geb. von Wallenberg (Breslau).

Mit⸗ Margarethe rie der Agathe (Frl. Hanke).

Verantwortlicher Redakteur: Siemenroth in Berlin.

Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin. Druck der Norddeutschen Bu erei und Verlagt⸗ Anstalt Berlin SW., 32.

Fünf Beilagen 8

Philharmo⸗

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zum Deutschen Reichs⸗Anzeiger und Königlich Preu

Berlin, Sonnabend, den 23. November

ßischen Staats

b KFKöniglich Preußische Armee.

Offiziere, Portepee⸗Fähnriche ꝛc. Ernennungen, Beförderungen und Versetzungen. Im aktiven Heere. Neues Palais, 19. November. Schaper, Major z. D., kom⸗ mandiert zur Dienstleistung bei dem Bekleidungsamt des I. Armee⸗ Korps, unter Entbindung von der Stellung als Bezirks⸗Offizier bei dem Landw. Bezirk Königsberg und unt seelassung seiner bisherigen Uniform, zum Mitglied des Bekleidungsamts des I. Armee⸗Korps, p. Kathen, Major z. D., kommandiert zur Dienstleistung bei dem Bekleidungsamt des III. Armee⸗Korps, unter Entbindung von der Stellung als Bezirks⸗Offizier bei dem Landw. Bezirk Frankfurt a. O. und unter Belassung seiner bisherigen Uniform, zum Mitglied des Bekleidungs⸗ amts des III. Armee⸗Korps, Matthigae, Oberst⸗Lt. z. D., komman⸗ diert zur Dienstleistung bei dem Bekleidungsamt des VII. Armee⸗ Korps, unter Entbindung von der Stellung als Kommandeur des Landw. Bezirks I Münster und unter Belassung seiner bisherigen Uniform, zum Mitglied des Bekleidungsamts des VII. Armee⸗Korps, v. Bogen, Major und Bats. Kommandeur vom Inf. Regt. Graf Bülow von Dennewitz (6. Westfäl.) Nr. 55, unter Stellung zur Disposition mit Pension, zum Kommandeur des Landw. Bezirks I Münster, ernannt. Graf v. Schwerin, Major aggreg. dem 2. Garde⸗Regt. z. F., als Bats. Kommandeur in das Inf. Regt. Graf Bülow von Dennewitz (6. Westfäl.) Nr. 55 einrangiert. Schelle, Pr. Lt. vom 6. Pomm. Inf. Regt. Nr. 49, als Insp. Offizier zur Kriegsschule in Metz kommandiert. Frhr. Schenck zu Schweinsberg, Sec. Lt. vom Oldenburg. Drag. Regt. Nr. 19, in das 1. Hess. Hus. Regt. Nr. 13, Buchfinck, Sec. Lt. vom Feld⸗ Art. Regt. Nr. 34, in das Magdeb. Drag. Regt. Nr. 6, versetzt.

Abschiedsbewilligungen. Im aktiven Heere. Neues Palais, 19. November. Scheele, Major a. D., zuletzt Komman⸗ deur des Landwehr⸗Bezirks Wehlau, der Charakter als Oberst⸗Lt. Königlich Bayerische Armee.

Portepee⸗Fähnriche ꝛc., Ernennungen, Im aktiven Heere. . Deutsche Kaiser, König von en haben entsprechend dem im Namen Seiner Majestät es Königs gemachten Vorschlage Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Luitpold, des Königreichs Bayern Verwesers, mit Allerhöchster Ordre vom 7. November l. J. Folgendes zu bestimmen geruht: 1) der Königlich bayer. Oberst⸗Lt. Frhr. v. Imhoff, à la suite des 2. Fuß⸗Art. Regts., wird von seiner Stellung als Art. Offizier vom Platz der Festung Ulm entbunden, dagegen 2) der Königlich bayer. Major Straßner, à la suite des 1. Fuß⸗Art. Regts. vakant Bothmer, zum Art. Offizier vom Platz der Festung Ulm ernannt.

31. Oktober. Straßner, Major und Bats⸗Kommandeur vom 1. Fuß⸗Art. Regt. vakant Bothmer, in das Verhältniß à la suite dieses Regts. versetzt.

15. November. Frhr. v. Imhoff, Oberst⸗Lt., bisbher à la suite des 2. Fuß⸗Art. Regts., zum Kommandeur des 1. Fuß⸗ Art. Regts. vakant Bothmer; die Majors und Bats. Kommandeure: Binder vom 3. Inf. Regt. Prinz Karl von Bayern, im 6. Inf. Regt. Kaiser Wilhelm, König von Preußen, v. Brückner im 12. Jnf. Regt. Prinz Arnulf, Koerbler vom 2. Inf. Regt. Kron⸗ prinz, im 16. Inf. Regt. Großherzog Ferdinand von Toskana, sämmtlich, unter Beförderung zu Oberst⸗Lts., zu etats⸗ mäßigen Stabsoffizieren; die Majors und Komp. Chefs:

ffiziere,

Off

örderungen und Versetzungen. ne Majestät der 8 K

Widemann vom 1. Inf. Regt. König, im 2. Inf. Regt. Kron⸗

prinz, Weyse vom 5. Inf. Regt. Großherzog Ernst Ludwig von Hessen, Schwaabe vom 10. Inf. Regt. Prinz Ludwig, beide im 3. Inf. Regt. Prinz Karl von Bayern, Erhard vom 13. Inf. Regt. Kaiser Franz Joseph von Oesterreich, im 12. Inf. Regt. Prinz Arnulf, Krieg vom 7. Inf. Regt. Prinz Leopold, im 17. Inf. Regt. Orff, Ratzinger, Major vom Kriegs⸗Ministerium, im 1. Fuß⸗Art. Regt. vakant Bothmer, zu Bats. Kommandeuren, Tretscher, Hauptm. im 7. Inf. Regt. Prinz Leopold, Riederer, Hauptm., bisder à la suite des 13. Inf. Regts. Kaiser Franz Joseph von Oesterreich und Vorstand der Arbeiter⸗Abtheil., in diesem Regiment; die Premier⸗Lieutenants: Huller vom Infanterie⸗ Leib⸗Regiment, im 1. Infanterie⸗Regiment König, Eisenhofer im 5. Infanterie⸗Regiment Großherzog Ernst Ludwig von Hessen,

opfner vom 11. Inf. Regt. von der Tann, im 10. Inf. Regt. rinz Ludwig, sämmtlich unter Beförderung zu Hauptleuten,

isenhofer ohne Patent, zu Komp. Chefs, Bouhler, Pr. Lt., bisher zur Insp. der Fuß⸗Art. zur Dienstleistung kommandiert, unter Belassung im Verhältniß à la suite des 1. Fuß⸗Art. Regts. vakant Bothmer, zum Adjutanten bei genannter Insp., Hertinger, Pr. Lt. des 13. Inf. Regts. Kaiser Franz Joseph von Oesterreich, unter Stellung à la suite dieses Regts., zum Vorstandeder Arbeiter⸗Abtheil., ernannt. Frhr. v. Brück, Sec. Lt. vom 10. Inf. Regt. Prinz Ludwig, zum Inf. Leib⸗Regt. mit einem Patent vom 13. Juni 1892, Kollmann, Sec. Lt. à la suite des 17. Inf. Regts. Orff, in den etatsmäß. Stand dieses Regts.; die Portepee⸗ Fähnriche: Deuringer vom 10. Inf. Regt. Prinz Ludwig, zum 4. Inf. Regt. König Wilhelm von Württemberg, Zickwolff vom 10. Inf. Regt. Prinz Ludwig, zum 8. Inf. Regt. vakant Pranckh, v. Grundherr zu Altenthan u. Weyherhaus vom 4. Jnf. Regt. König Wilhelm von Württemberg, zum 1. Train⸗Bat., versetzt. Die Majors: Graf Eckbrecht v. Dürckheim⸗Mont⸗ martin, à la suite des 3. Inf. Regts. Prinz Karl von Bayern, Direktor der Kriegsschule, Ritter v. Meyer, Bats. Kommandeur im 17. Inf. Regt. Orff, Banfield, Kommandeur des 2. Jäger⸗Bats., zu Oberst⸗Lts.; die Hauptleute (Rittmeister) und Kompagnie⸗(Eskadrons⸗) Chefs ꝛc.: Nägelsbach im 5. Inf. Regt. Großherzog Ernst Ludwig von Hessen, Mahlmeister im 6. Inf. Regt. Kaiser Wilhelm, König von Preußen, Meyer im 8. Inf. Regt. vakant Pranckh, Schmetzer im 14. Inf. Regt. Herzog Karl Theodor, Oppmann, Zapff im 15. Inf. Regt. König Albert von Sachsen, Syffert im 16. Inf. Regt. Großherzog Ferdinand von Toskana, Beck, à la suite des 19. Inf. Regts., Lehrer an der Kriegsschule, Seitz, à la suite des 1. Ulan. Regt. Kaiser Wilhelm II., König von Preaßen Reitlehrer an der Equitationsanstalt, Frhr. v. Rotenhan im 5. Chev. Regt. Erzherzog Albrecht von Oesterreich, Frhr. v. Hofenfels, Chef der Gendarmerie⸗Kompagnie der Haupt⸗ und Residenz⸗ stadt München, sämmtlich zu überzähl. Majors, befördert. Die Pr. Lts.: Ritter v. Pfistermeister im Inf. Leib⸗Regt., Schmauß im 15. Inf. Regt. König Albert von Sachsen, v. Gilardi im 16. Inf. Regt. Großherzog Ferdinand von Toskana, sämmtlich zu überzähl. Hauptleuten, Huscher, Sec. Lt. im 1. Fuß⸗

rt. Regt. vakant Bothmer, zum überzähl. Pr. Lt., Utz, Sec. Lt. im 2. Fuß⸗Art. Regt., zum Pr. Lt.; die Portepee⸗Fähnriche: v. Pappus u. Trazberg, Frhr. zu Laubenberg u. Rauhenzell im 1. Schweren Reiter⸗Regt. Prinz Karl von Bayern, Frhr. v. Po⸗ dewils⸗Dürniz, Bomhard im 1. Ulan. Regt. Kaiser Wilhelm II., König von Preußen, Denk, im 1. Chev. Rgt. Kaiser Nikolaus v. Rußland, Frhr. v. Reck, Holländer im 1. Feld⸗Art. Regt. Prinz⸗Re t Luitpold, Frhr. v. Stengel im 3. Feld⸗Art. Regt. Königin⸗Mutter, sämmtlich zu überzä I. Sec. Lis., Matthieß, Unteroff. im 2. Pion. Bat., zum Port. Fähnr., befördert.

uer, Hauptm.,

unter Enthebung von der Funktion als Adjutant bei der Insp. der Fuß⸗Art. und unter Belassung im Verhältniß à la suite des 1. Fuß⸗ Art. Regts. vakant Bothmer, in das Kriegs⸗Ministertum, Decker, s Lt. des 2. Fuß⸗Art. Regts., unter Stellung à la suite dieses

gts. und unter Verleihung eines Patents seiner Charge, zur Insp. der Fuß⸗Art., zur Dienstleistung kommandiert. Scheichenzuber, Major und Bats. Kommandeur im 7. Inf. Regt. Prinz Leopold, Bausewein, Major und Chef der Gend. Komp. von der Pfalz, Daser, Maͤjor z. D. und Bezirks⸗Kommandeur in Passau, Kürschner, Major z. D. und Bezirks⸗Kommandeur in Dillingen, als Oberst⸗Lts., Edrich, Hauptm. z. D. und Bezirks⸗Offizier beim Bezirks⸗Kommando Dillingen, als Major, charakterisiert. Den Hauptleuten und Kompagnie⸗Chefs: Weich im 4. Inf. Regt. König Wilhelm von Württemberg, v. Loewenich im 8. Inf. Regt. vakant Heidersberger im 10. Inf. Regt. Prinz Ludwig, Vorster im 11. Inf. Regt von der Tann, Maisel im 18. Inf. Regt. Prinz Ludwig Ferdinand, Wilhelm im 19. Inf. Rgt., Ertl, Schmuderer, Sturm, Pr. Lts. im 2. Fuß⸗Art. Regt., Patente ihrer Charge verliehen.

Abschiedsbewilligungen. Im aktiven Heere. 15. No⸗ vember. Becker, Major a. D., zu den Offizieren z. D. mit der bisherigen Uniform und den bestimmungsmäßigen Abzeichen versetzt.

Im Sanitäts⸗Korps. Durch Verfügung des General⸗ Stabsarztes der Armee. Dr. Mayer, einjährig⸗freiwilliger Arzt des 19. Inf. Regts., zum Unterarzt in diesem Regt. ernannt und mit Wahrnehmung einer offenen Assist. Arztstelle beauftragt.

Kaiserliche Marine. Dffiziere ꝛc. Ernennungen, Zeförderungen, Ver⸗ setzungen ꝛc. Neues Palais, 18. November. Gibhardt, Usinger, Bantleon, Schulz (Hermann), Kümmel, Oster⸗ wald, Otto, Maschinen⸗Unter⸗Ingenieure, die Anciennetät derselben in vorstehender Reihenfolge festgesetzt.

Im Sanitäts⸗Korps. Neues Palais, 18. November. Wasserfall, überzähl. Marine⸗Stabsarzt, mit dem 1. November d. J. in eine offene Etatsstelle eingerückt. Dr. Beisheim, Dr. Schöningh, Dr. Hansen, Assist. Aerzte 2. Kl. der Marine⸗Res. im Landw. Bezirk Leipzig bezw. III Berlin bezw. Flensburg, Dr. Belde, Assist. Arzt 2. Kl. der Seewehr 1. Aufgebots im Landw. Bezirk III Berlin, zu Assist. Aerzten 1. Kl. der Marine⸗Res. be⸗ fördert. Dieselben erhalten Patente von dem Tage, an welchem die Beförderung ihrer Altersgenossen in der Armee ausgesprochen wird. v. Köppen, Marine⸗Stabsarzt, mit der gesetzlichen Pension und der Aussicht auf Anstellung im Zivildienst der Abschied bewilligt.

ff. Geschichte der Deutschen Kaiserzeit. Von Wilhelm von Giesebrecht. Sechster (Schluß⸗) Band. Herausgegeben und fortgesetzt von B. von Simson. Leipzig, Duncker und Humblot. 1895. Pr. 16 40 ₰. Mit dem vorliegenden Band erhält das große Werk über die Blüthezeit des deutschen Mittelalters seinen Abschluß. Der Begründer des Unternehmens, der vor mehreren Jahren verstorbene Geswichtsforscher von Giesebrecht, hat von dem letzten Band nur noch den geringsten Theil verfassen können; bei weitem das meiste von Text und Anmerkungen hat der Herausgeber geliefert. Dieser hat sich indessen genau an die Vorarbeiten Giesebrecht's und an das Muster der früheren Bände gehalten, sodaß das anze Werk einen durchaus einheitlichen Eindruck macht. Den Inhalt dieses Buches bilden die letzten Jabre Friedrich Bar⸗ barossa's (1182 90), eine Zeit großer politischer Projette, weitver⸗ zweigter Verhandlungen und glänzender Erfolge, die aber durch den plötzlichen Tod des Kaisers wieder in Frage gestellt wurden. Friedrich's Absicht, sich in Nord⸗Italien eine große Hausmacht zu verschaffen, war bekanntlich durch die Schlacht bei Legnano vereitelt worden; er hatte vor dem Widerstande des Papstes und der Lombarden weichen müssen. Der Kaiser verstand es aber, seine Gegner zu trennen; im Frieden von Venedig verständigte er sich mit der Kurie und schloß darauf mit den Lombarden einen Waffenstillstand, während dessen er Heinrich den Löwen, dessen Abfall die Niederlage in Italien verschuldete, demüthigte. Als er hierdurch seine Stellung wieder gekräftigt hatte, mußten sich auch die lombardischen Städte zu einem Frieden verstehen, der ihnen zwar manche Freiheiten, aber keine Unabhängigkeit vom Kaiser brachte, vor allem aber das Reichsgut in Italien dem Kaiser auslieferte. (1183). Friedrich gedachte sich jedoch hiermit nicht zu begnügen. Er sah sehr wohl, daß der Frieden in Italien nicht von langer Dauer sein werde, und daß die deutsche Vorherrschaft dort nicht ohne eine starke Hausmacht gesichert werden könne. Er beschloß daher, seinen jungen Sohn Heinrich mit der Erbin von Sicilien und Neapel zu vermählen, um auf diese Weise im Süden der Halbinsel fesen Fuß zu fassen und den Papst, der bisher an den Normannen einen zuverlässigen Bundesgenossen gehabt hatte, mehr in seine Abhängig⸗ keit zu bringen. Sein Plan gelang und zwar gerade in einem Moment, da es zu neuen Differenzen mit der Kurie kam. Friedrich's diplomatische Gewandtheit bewährte sich auch hier: er verhinderte die ihm einst so verderblich gewordene Verbindung zwischen Kurie und Lombarden, indem er sich den lombardischen Städten näherte und mit seiner ehemaligen Feindin Mailand ein enges Bündniß einging. Auch einen neuen Aufstand seines großen Gegners in Deutschland, Heinrich's des Löwen, der von England aus unterstützt wurde, verstand er zu paralysieren: er verband sich mit dem König von Frankreich und schlug die welfisch Gesinnten in Deutschland mit Entschlossenheit nieder. So stand er in Italien und Deutschland als Sieger da, und als nun gar noch Unglücksnachrichten aus dem Heiligen Lande ein⸗ trafen und ein neuer Kreuzzug nothwendig wurde, blieb der Kurie nichts übrig, als die Hand zum Frieden zu bieten, der durchaus günstig für den Kaiser ausfiel. Sogleich ging nun Friedrich an die Vor⸗ bereitung des Kreuzzuges, um Jerusalem, das Sultan Saladin er⸗ obert hatte, der Christenheit wiederzugewinnen. Es war nicht Gefühls⸗

politik, die den Kaiser hierzu bewog: es war einfach die Nothwendigkeit,

sich an die Spitze der Christenheit zu stellen, welche letztere einmüthig die Befreiung des Heiligen Grabesforderte. Der Kaiser hätte auf seine Stellung als weltliches Oberhaupt der Christenheit verzichtet, wenn er diese Aufgabe dem König von Frankreich oder England überlassen hätte. Der Kreuzzug wurde besser und gründlicher vorbereitet als die früheren: Friedrich ließ sich nicht nur von Ungarn und Byzanz sicheren Durchzug garantieren, er schloß auch Bündnisse mit England und Frankreich, um die gesammten zivilisierten Nationen des Abendlandes gegen den Orient in den Kampf zu führen. Es ist bekannt, daß sich die auf diese Heerfahrt gesetzten Hoffnungen nicht

erfüllten: der plötzliche Tod des Kaisers nahm den Kreuzfahrern ihr

natürliches Oberhaupt, Streitigkeiten unter den Nationen blieben nicht aus, und das Er 2. war trotz der großen aufgewendeten Mittel nur gering. Der Inhalt des Buches ist mit diesem Referat

noch nicht erschöpft; es bringt noch mancherlei Mittheilungen zur

Territorialgeschichte in Deutschland, über die Kämpfe an der Nord⸗ und Ostgrenze; indessen treten diese Dinge an Interesse weit binter der großen äußeren Politik des Kaisers Rothbart zurück. Leider haben die Verfasser keinen Versuch gemacht, die imponierende Persönlichkeit des Hertschers abschließend zu charakterisieren; überhaupt haben sie seinen persönlichen Einfluß zu wenig betont und sich in der Darstellung zu

eng an den Wortlaut der Quellen angeschlossen, deren formelhafte und wenig charakteristische Ausdrucksweise dem modernen Leser, sofern er nicht gründliche historische Bildung besitzt, oft recht schwer ver⸗ ständlich ist. Die dem Buche beigefügten Anmerkungen und Register zu Band 5 und 6 bieten dagegen für wissenschaftliche Untersuchungen ein vorzügliches Hilfsmittel.

ff. Leipziger Studien aus dem Gebiet der Geschichte. Herausgegeben von K. Lamprecht und E. Marcks. 1. Bd., 4. 2 „Deutsche Reisende des 16. Jahrhunderts.“ Von Viktor Hantzsch. Leipzig, Duncker und Humblot. 1895. Dieses Büchlein giebt eine gute .2.,eo1, 892 von Reisebeschreibungen der ver⸗ schiedensten Art aus dem 16. Jahrhundert. Man findet darin Schilde⸗ rungen von Reisen und Eroberungszügen in Süd⸗ und Mittel⸗ Amerika, Erzählungen von Kaufleuten und Vergnügungsreisenden, von Missionaren und Forschungsreisenden. Von hervorragendem Interesse sind die erstgenannten Erzählungen, da sie mit den ersten größeren Versuchen einer deutschen Ansiedelung in der Neuen Welt zusammenfallen. Die großen Augsburger Kaufhäuser der Fugger und Welser folgten hier den Spuren der spanischen Conquistadoren; sie ließen sich vom Kaiser Karl V., der zugleich König von Spanien war und ihnen große Summen schuldete, ausgedehnte Privilegien in Amerika geben und suchten das unbekannte Land nun durch Beutezüge ins Innere zu erschließen. Das Bestreben, Gold zu finden, war das Hauptmotiv zu diesen Expeditionen, die freilich meist in wüste Plünderungszüge aus⸗ arteten und nur selten zu dem gewünschten Resultat führten. Den Theilnehmern an solchen Fahrten blieben diese Züge mit ihren Beschwerden und Kämpfen naturgemäß am meisten in Erinnerung, und daher berichten ihre Beschreibungen fast ausschließlich hiervon; über die Einrichtung der neu an⸗ gelegten Kolonien schweigen sie fast gänzlich. Die Unter⸗ nehmer hatten von diesen mit großen Kosten begonnenen Ansiedlungen keinen Nutzen; die Welser, denen Karl V. für ganz Venezuela Han⸗ delsprivilegien ertheilt hatte, erlitten durch ungünstige Konjunkturen und eigene Schuld große Verluste, die den Grund zum Zusammen⸗ bruch des Welthauses legten. Die übrigen Mittheilungen bieten kein besonderes historisches Interesse, sind aber wohl lesenswerth, da sie manche originelle Schilderung von Land und Leuten sowie manche treffende Beobachtung enthalten.

Gruchot's Beiträge zur Erläuterung des deut⸗ schen Rechts, in besonderer Beziehung auf das preußische Recht, mit Einschluß des Handels⸗ und Wechselrechts, herausgegeben von dem Reichsgerichts⸗Rath Dr. Rassow und dem Wirklichen Geheimen Ober⸗Justiz⸗Rath Dr. Küntzel unter redaktioneller Mitwirkung des Ober⸗Landesgerichts⸗Präsidenten Dr. Eccius. Verlag von Franz Vahlen, Berlin. Im sechsten Heft des XXXIX. Jahrgangs wird zunächst ein auch im Separatabdruck (Preis 80 ₰) erschienener Vor⸗ trag wiedergegeben, den der Leipziger Professor Dr. Rudolph Sohm am 15. Juni d. J. in der Juristischen Gesellschaft zu Berlin über den „Entwurf eines Bürgerlichen Gesetzbuchs für das Deutsche Reich in zweiter Lesung“ gehalten hat. Sodann erörtert Amtsgerichts⸗Rath Rothenberg⸗Stargard i. P. die Frage: „Darf der Erwerber eines Grund⸗ stücks der auf § 41 E. E. G. gestützten persönlichen Klage des Hypo⸗ thekengläubigers Einreden aus dem Kaufvertrage entgegensetzen?“ Einen Beitrag zur Lehre von der Vertretung der Gewerkschaft liefert Dr. Riesenfeld⸗Breslau in einer Abhandlung mit dem Titel „Der Gruben⸗Kollektiv⸗Vorstand“. Zwei weitere Aufsätze von Gerichts⸗ Assessor Dr. Hubrich⸗Königsberg i. Pr. und Landrichter Dr. Delius⸗ Kottbus handeln von der „Tragweite des preußischen Ausführungs⸗ gesetzes zur deutschen Gebührenordnung für Rechtsanwalte vom 2. 1880“ und von der „Kostenfestsetzung auf Grund eines Schiedsspruchs (§§ 851 ff. Z.⸗P.⸗O.)“. An diese schließen sich Mit⸗ theilungen des Wirklichen Geheimen Ober⸗Justiz⸗Raths Dr. Küntzel über Beschlüsse, die von der Kommission für die zweite Lesung des Entwurfs eines Bürgerlichen Gesetzbuchs bei der Revision der zweiten Lesung gefaßt worden sind, eine Darstellung bemerkenswerther Rechts⸗ fälle aus der Praxis des Reichsgerichts und literarische Anzeigen mit einigen mehr oder weniger eingehenden Rezensionen an. Beigegeben ist diesem Heft ein 304 Seiten umfassender Band Entscheidungen des Reichsgerichts aus jüngster Zeit 94 an der Zahl, sämmtlich mit ausführlicher Angabe des Thatbestandes wie der Urtheilsgründe.

Von Grotefend's bekannten Werken: „Preußisch⸗ deutsche Gesetz⸗Sammlung 1806—1895“ und „Die Erlasse zur Ausführung und Erläuterung der Gesetze des preußischen Staats und des Deutschen Reichs 1809— 1895“, welche in dritter, neu bearbeiteter Auflage bei L. Schwann zu Düsseldorf erscheinen, liegen jetzt die ersten 14 bezw. 11 Lieferungen vor. Damit reicht die „Gesetz⸗Sammlung“ bis zum Jahre 1871; die 14. Lieferung derselben bringt u. a. bereits das Wahlgesetz für den deutschen Reichstag, das Unterstützungswohnsitzgesetz, das Gesetz über das Urheberrecht an Schriftwerken, Abbildungen, musikalischen Kom⸗ positionen und dramatischen Werken, die Verfassungsverträge und Militärkonventionen zwischen dem Norddeutschen Bund und den süddeutschen Staaten sowie den Anfang der neuen Reichsverfassung. Die dieses Werk ergänzende Sammlung der Erlasse zur Ausführung und Erläuterung der Reichs⸗ und Landesgesetze ist mit der 11. Liefe⸗ rung bis zum Jahre 1883 gediehen.

Vierteljahrsschrift für Staats⸗ und Volkswirth⸗ schaft, für Literatur und Geschichte der Staatswissen⸗ schaften aller Länder, herausgegeben von Dr. Kuno Franken⸗ stein. Leipzig, Verlag von C. L. Hirschfeld. Im dritten Heft des IV. Bandes veröffentlicht Regierungs⸗Rath Kurt von Rohrscheidt in Merseburg den Schluß seiner interessanten, durchweg auf urkund⸗ lichem Material fußenden Abhandlung über den in den Anfang dieses Jahrhunderts fallenden ersten Ausbau des Systems der Gewerbe⸗ freiheit in Preußen, Professor Dr. K. Rieker in Leipzig einen sehr beachtenswerthen Aufsatz über Begriff und Methode des allgemeinen Staatsrechts, und Dr. M. Block, membre de l'Institut de France, Paris, „zwei französische Budgets, 1845 und 1895“. Hieran schließen sich Kritiken und Referate über neue deutsche staatswissenschaftliche Werke, sowie über die einschlägige russische und italienische Literatur, und den Schluß bildet eine reichhaltige, 46 Seiten umfassende Bibliographie.

Friedrich Rückert's Werke. Neue Lieferungs⸗Ausgabe. Herausgegeben von Ludwig Laistner. Erscheint vollständig in 20 Lieferungen zu 40 ₰, alle 14 Tage eine Lieferung. Stuttgart, J. G. Cotta'sche Buchhandlung Nachfolger. Durch die Veranstal⸗ tung dieser handlichen, billigen und gut ausgestatteten Ausgabe, deren erste Lieferung vorliegt, wird die Cotta'sche Buchhandlung allen Freunden des Dichters gewiß Freude bereiten. Die Ausgabe enthält vor allem die drei Hauptwerke, welche Rückert's Ruhm für alle Zeiten begründeten: den „Liebesfrühling“, die „Weisheit des Brahmanen“ und die „Makamen des Hariri“, sodann die „Geharnischten Sonette“ und alle diejenigen „vermischten Gedichte“, denen bleibender Werth zuerkannt werden kann. Die in die Sammlung aufgenommenen Uebertragungen orientalischer Dichtungen dürften den Subskribenten nicht minder willkommen sein. Die Ausgabe schließt sich in ihrer guten Ausstattung den Cotta'schen Klassiker⸗Oktavausgaben an.

Scheffel⸗Gedenkbuch. Eine Sammlung ernster und heiterer Gedichte. Mit zahlreichen Originalbeiträgen von Rudolf Baumbach, Victor Blüthgen, Felix Dahn, Georg Ebers, Martin Greif, Robert Hamerling, Thomas Koschat, St. Milow, Albert Roderich, Peter Rosegger, J. V. von Scheffel, Maximilian Schmidt, Konrad Telmann, E. von Wild nbruch, Karl Zettel ꝛc. nebst mehreren