1897 / 3 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 05 Jan 1897 18:00:01 GMT) scan diff

Theater und Musik. 3

““ Konzerte. Die Sängerin Frau Carola Lipman

1 im F Sing⸗Akademie zum rienkolonien ein Konzert, in welchem sie zum erste das Berliner Publikum trat. Mit E1“ Seeee.n begabt, die in der Höhe freilich etwas angestrengt klingt, ließ die Künstleri b von Hän in einer solchen aus Verdi's „Traviata“ eine gewisse gekoraiue oft . mepeale er Weise, ede n 2. erfließe mein Herze“ 8* Bach's „Johannes⸗Passion“ völlig befriedigend zur GAtunng auch der Vortrag einiger Lieder von Brahms, Schumann und Anderen ließ manches zu wünschen. Der schon bekannte Pianist Karl Friedberg unterstützte das Konzert durch den Vortrag einiger Pidcen von Brahms, Schubert, Moszkowski sowie eines anmuthigen Impromptus Komposition und erntete wohloerdiente Beifallsbezeugungen. An demselben Tage gab der russische Violinist Ossip Schnirlin, h im Saal Bech⸗ stein ein Konzert, das er unter Mitwirkung der Pianistin Bock mit dem beliebten „Rondo brillant“ von Schubert eröffnete. Wenn der Künstler seinem Instrumente auch keinen besonders großen Ton entlockte, so waren doch die technische Sauberkeit die Sicherhekt im Gebrauch des Flageolets . warm empfundene Vortrag anzuerkennen: Vorzüge, noch in mehreren Stücken von Bach, Sinding, Tschaikowsky Hubav trefflich bewährten. Der Konzertsänger und Lehrer Stern schen Konservatorium Adolf Schulze erfreute durch trefflichen Vortrag einiger Lieder von Schubert und Brahms; diese wie sämmtliche anderen Solovporträge des Abends begleitete Frau Bock mit lobenswerther Diskretion. Das Publikum spendete allen Künstlern lebhaften Beifall, für welchen der Sänger durch eine Zugabe Meine Laute habe ich gehängt an die Wand“ von Schubert dankte. Dgs Konzert des Herrn Florian Zajic (Violine) und des Herrn Moritz Mayver⸗Mahr (Klavier), welches gestern unter Mit⸗ wirkung der Frau Amalie Joachim (Gesang) Sing⸗Akademie stattfand, war außerordentlich zahlreich besucht. Nach der Sonate für Klavier und Violine von Bach sang Frau Joachim Schubert’s „Vor meiner Wiege“, Schumann's Requiem und ein Volkslied „Feinsliebchen“ von Brahms, in denen sie durch ihre unvergleichliche Vortragskunst zu ersetzen wußte, was ihre Stimme an Jugendfrische eingebüßt hat. Sechs Lieder von Mayer⸗Mahr, die speziell dem begrenzten Umfang ihres Organs angepaßt waren, wurden mit vielem Beifall aufgenommen, sodaß Wiederholungen und Zugaben erfolgen mußten. Außerdem erfreuten die Konzertgeber noch durch den wohlgelungenen Vortrag zweier Sonaten von Dvrkak und Raff die gleichfalls günstige Aufnahme fanden. Am gle 1b die kleine zehnjährige Pianistin Paula Szalit Bechstein ihr zweites Konzert. Sie begann

Künstlerin in einer Arie aus „Samson“

erkennen, jedoch schwankte die Intonation sodaß weder diese Gesänge, noch die Arie

der sich hier schon im vorigen Jahre hören ließ,

seltener gehörtem C-moll-Konzert, wobei

(ein kleiner Bestandtheil der Philharmonischen von ihrem Lehrer Eugen dAlbert geleitet ganze übrige Theil des Programms wurde durch Solovorträge für Klavier, abwechselnd mit Gesangvorträgen des Robde, ausgefüllt. Am Schluß dieser Vorträge folgte lebhafter Beifall und Hervorruf des Leiters Eugen d'Albert. populären Vortrags⸗Abend der Herren Barth, Wirt

“] be Mpitwirk. 8 9 8 E““ der Professoren Josef Joach 4 ruse, des Königlichen Kammervirtuosen Schubert und der Kammermusiker Littmann,

und Clam am Montag im Seal der Philharmonie stattfand war ein besonders interessantes Programm aufgestellt. Das herrliche A⸗dur-Quartett von Brahms für Klavier, Violine, Bratsche und Violon⸗ cello eröffnete den Abend; es folgten darauf die seltener gehörten „Märchenbilder“ für Klavier und Bratsche von Schumann und das aus sechs Sätzen bestebende Oktett (op. 166) für zwei V

Violoncello, Kontrabaß, Klarinette, Horn und 8 Rauschender Beifall folgte allen Ver aurn. nd Hezett bos Echehert

esten der Oper „Car

Zaubermärchen „Der Verschwender“ gegeben. Die Besetzuned lautet: Herr Vollmer; Rosa: Fräulein Hausner; deng sautet 8 Herr Arndt; Wolff: rr Klein; selben 171

8 au Schramm; Chevalier Dumont: & Bettler: Herr Stammer. Die Musik von Konradin Kreutzer wird sonen erste g der Königlichen Kapelle und Leitung des Musik⸗

Fräulein Lindner; Flottwell: ein altes Weib: Fr Flatpe unter Mitwirkun . Blhe

8 nächste Klassiker⸗ Mitte Januar „D

die Titelrolle spiel

gelungenen

Vorstellung geht im Berliner Theater

Mannigfaltiges.

gliche Polizei⸗

Ecke P atz unter gleichzeitiger Füh Havelbergerstraße 8 h get tritt sofort in Kraft.

Präsidium bringt zur öffentlichen Kennt⸗ 8

IEeei ö“ dem preußischen Abgeordnetenhause als Mitglied an.

erlebergerstraße) bis zum Stephan⸗

Lütger Fübknag 82 stn ee dafch e⸗ Birken⸗ und 98 n worden ist. Diese Verlängerung der es Konditors Herzog nieder. Der Besitzer kam i

um, seine Frau und drei Kinder wurden schwer, zwei

im Saal der leicht verletzt.

„Die städtische Deputation für Kunstzwecke hat be⸗ schlossen, bei den städtischen Bebörden zu 1 ebi9 8 vjjährige Kunst⸗Ausstellung zu Ehrenpreisen nd zwar für je vier Ehrenpreise je 3000

Vorjahre, auch für die dies 12 000 zu bewilligen, u

Am 22. d. M., Abends 7 bdet i ß 5

püvsilfsc hen Mftue 7 Uhr, findet im großen Hörsaale des für Emil du Bois⸗ von der physikalischen und der phys es wird aber auch F keiner der beiden Gesellschaf ie Gedächtnißrede

ichen Abend gab reunden und

mit Mozart's

8 der Abtheilun Kolonial⸗Ges

Abends 8 Uhr (im deutsche Gesandte in C China in ethischer, i

g Berlin⸗Charlottenburg der „Deutschen t' wird am Donnerstag, den 14. Januar, Sarxonia, Königgrätzerstraße 10), der frühere hina, Herr von Brandt, einen Vortrag küber ndustrieller und politischer Beziehung“ halten.

Fräulein Elise ellschaft“ ür den letzten und Haus⸗

100 Personen, darunter 21 Asyl für nächtliche Obdachlose Dezember v. J.

uglinge, und 58 Einzelpersonen. Das he Obdachlose daselbst benutzten im Laufe des Monats gelehnt. 9 34 965 Personen, und zwar 33 922 Männer und 1043 Von diesen Personen wurden 17 dem Krankenhause am

iolinen, Viola,

vom 5. Januar, r Morgens.

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u. d. Meeressp. red. in Millim.

Temperatur

1 T

in ° Celsius 50 C. = 40 R.

Belmullet.. Aberdeen. Christiansund Kopenhagen. Stockholm Haparanda.

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5822 2 Schnee

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2 1 stil wolkenlos ) Rauhfrost. ²) Nebel. ³) Rauhfrost.

Uebersicht der Witterung.

Ein bohes barometrisches Maximum über 786 mm gt über dem Innern Rußlands gegenüber einem eigimum unter 756 mm nordwestlich von Schott⸗ and, fodaß in unseren Gegenden südliche bis östliche

Winde vorherrschend sind, welche allenthalben chwach auftreten. In Deutschland, wo stellenweise

Schnee gefallen ist, ist das Wetter kalt und trübe; aum kältesten ist es in Bayern, wo die Morgen⸗ emperatur 9 Grad unter Null liegt. Fortdauer

der kalten Witterung wahrscheinlich.

Deutsche Seewarte.

2S 7 8,— 92½ 8EN v98

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Theater.

Sö- v Schauspiele. Mittwoch: Opern⸗ us. 6. Vorstellung. Carmen. Oper in 4 Akten von Georges Bizet. Text von Henry Meilhac und Ludovic Halévo, nach einer Novelle des Prosper Mérimée. Tam von Emil Graeb. In Scene ge⸗ setzt vom Ober⸗Regisseur Tetzlaff. Dirigent: Kapell⸗

r Grube; Stationen

chshain, 44 dem Kranken

Die zehn Berliner Un

Erlangen, 5. Januar.

.

Breslau, 5. Januar. In der letzten Nacht

selbst der Militär⸗Schrittstelles und ehemeflge Seeneer derr

Lieutenant a. D. H. von Blanken⸗ Derselbe gehörte von 1870 bis 1873

Paris, 4. Januar. Die aus Tongki hi e Post 1 , 88 8 gking eingetroffe

meldet, daß auf dem Packetboot „Seobalfen⸗ deuse en oft nach Saigon am 30. November v. J. durch eine Kessel⸗Explosion dreizehn arabische Heizer getödtet worden sind.

1 48 le „Toulon, 5. Januar. In I 8 1““ eine Gedenkfeier berichtet, zwischen raazsfisen tegeheen ah Hharenste Be 1 ltarescen Sgelfeheird gemeinsan 1 anzerschiffs „Psara“ eine Schlägerei ausgebrochen, Verehrern des großen Gelehre. B elcher mehrere Personen verwundet wurden. v11“ ten angehoreg, 8 1 C11“ älteste?: bält Professor J. Rosenthal⸗ d; 4. Januar Eine Räuberbande bei Rod der älteste Assistent und Mitarbeiter des . üee die Entgleisung der Maschine eines Cih behs cser ree 8 den Geldtransport enthielt; es gelang den Beamten des Zuges, die

äuber, welche den Zug plündern wollten, in die Flucht zu schlagen.

Nach Schluß der Redaktion eingegangene

Depeschen.

8 Wien, 5. Januar. (W. T. B.) Das Abgeordneten⸗

sschwender. Original⸗ von Ferdinand Raim Kreutzer. In Scene gesetzt vom Ober⸗ Dekoragtive Einrichtung vom Ober⸗Inspektor Musikdirektor

Keine Vorstellung, auch V. Symphonie⸗

Zaubermärchen in 3 Aufzügen Musik von Konradin Regisseur Max

ö“ Anfang 7 ½ Uhr. Donnerstag: Sre n Billetverkauf statt. Abend der Königlichen Kapelle. Herr Felix Weingartner. (Nr. 6 A-moll) von Male: Konzert für des Streichorchesters von G. F. Händel. phonie C-dur (Juviter) von 7½8 Uhr. Sämmtliche Sitzplätze sind vergriff Oeffentliche Hauptprobe. bei Bote & Beck, Donnerstag von 11 —12 Uhr Vormittags im Opernhause. Schauspielhaus. 5

Steinmann.

hof Zoolo

r. 1) Symphonie pathétique Tschaikowskyv. Zum ersten

2 Bläserchöre mit Begleituang

Billetverkauf

elbaus. 7. Vorstellung. Schauspiel in 4 Auf Anfang 7 ½ Uhr.

n Der lauge zügen von Rudolph

Dentsches Theater. Mittwoch: Die ver⸗ sunkene Glocke. Anfang 7 ½ Uhr.

Donnerstag: Zum ersten Male: von Henrik Ibsen.

Freitag: Die versunkene Glocke.

Maskenball. 3 Musikkorps, 2 Ballets, 100 Tän⸗ zerinnen. Die Büffets hat der Hof⸗Traiteur Seiner Majestät des Kaisers Herr A. Huster (Englisches

Die Wildente

Berliner Theater. Mittwoch, r: Aschenbrödel. geS-s n Donnerstag: Kaiser Heinrich. Freitag (17. Abonnements⸗ ersten Male: Der Schuß.

Nachmittags des Theaters Unter den Linden Linden⸗Galerie), so⸗ wie bei den bekannten Vorverkaufestellen und im

Invalidendank, Unter den Linden, erhältlich.

Vorstellung): 11“ Dresdenerstraße 72/73. Direktion: W. Hafem Mittwoch: Goldene Herzen. Ssesenem. 4 Akten von C. Karlweis. Darauf: Das Wetterhänschen. (Weather or no.) Musita⸗ lisches Genrebild von Adrian Roß. Deutsch von Hermann Hirschel. Musik von Bertram Luard Selby. Anfang 7 ½ Uhr.

Lessing Theater. Mittwoch: Jedem das

Das Oelkrüglein.

ne (Jenny Groß.) Seine. Vorher: Das

Donnerstag: Die goldne Eva. Freitag: Jedem das

Oelkrüglein. Wetterhäuschen.

Residenz-Theater. Direktion: Sigmund Lauten⸗ c; Die Frauenjäger. (Le Dindon.) S n 3 Akten von Georges Feydeau, über⸗ setzt und für die deutsche Bühne bearbeitet von Be . Anfang 7 ½ Uhr.

Donnerstag und folgende Tage: Die Frauenjäger.

burg. Mittwo Schwank in Direktion: Richard Schultz. Mittwoch: Emil Thomas a. G. Eine wilde Sache. Große ö J 51— in 6 Bildern von „Mannstädt und Julias Freund. Musik p Julius Einödshofer. Anfang 7 ½ Uhr.

Sache.

Neues Theater. Schiffbauerdamm 4 a./5.

Schiller⸗Theater. Mittwoch, Abends 8 Uhr:

Ein Wintermärchen.

Donnerstag, Abends 8 Uhr: D illi 3 ben : Der Milli bauer.

Theater des Westens. Kantstraße 12. (Bahn⸗ gischer Garten.) Mittwoch: Abonnements⸗ Vorstellung für die Freitags⸗Abonnenten vom 1. Ja⸗ nuar: Fedora. Anfang 7 ½ Uhr. 8

Donnerstag: Die wilde Jagd. In Vorbereitung: Der Militärstaat.

1“

Theater Unter den Linden. Behrenstr. 55/57.

Direktion: Julius Fritzsche. Mittwoch: Der Schmetterling. Operette in 3 Akten sche kheil⸗ weiser Benutzung einer fremden Grundidee) von A. M. Willner und Bernh. Buchbinder. Musik Son. Garl eeger In e von Julins Fritzsche. Dirigent: ape orolanyi. vn bsche, Hirig Herr pelkmeister Korolanyt

Donnerstag: Der Schmetterling. Sonnabend, den 9. Januar: Erster großer

aus) übernommen. Herrenkarten à 7 ℳ, Damen⸗ arten à 4 sind von heute ab an der Tageskasse

Thalia-Theater (vorm. Adolph Ernst⸗Theater). Donnerstag: Goldene Herzen. Hierauf: Das

Bentral⸗-Theater. Alte IJakobstraße 30.

Donnerstag und die folgenden Tage: Eine wilde

und Lautenburg. 8 Akten Für die deutsche Bühne In Scene ut 6* Donnerstag und folgende Tage: M 8 Sonntag, Nach dasfer⸗

Mittwoch: von Victorien bearbeitet von von Sigmund

Marcelle.

Paul Lindau. Lautenburg.

Konzerlhaus. Karl Meyder⸗Konzert.

„Haydée“ von Auber. Vorspiel zur Bper „Loreley“

pmittags 3 Uhr: von Bruch. ‚Fliegende Blätter“, Walzer von

Zu halben Preisen:

meister Weingartner. Anfang 7 ½ Uhr. Schauspielhaus. 6. Vorstellung. Der VBe⸗

Bocksprün Schwank in 3 Akten von P. Hirsch⸗

Seifert. olonaise für Violine von Laub (Herr Schmidt⸗ keineke). „Musik⸗Revue“, Potpourri von

Kocponzerte.

Mittwoch: Duverturen „Der Freischütz“ von Weber,

. Im städtischen Obdach befanden sich am 1. Dezember 189 haus hat heute 1188. stürmischem Beifall der Deuisch⸗Linken 13 Familien mit 31 Personen, darunter 6 Enbnce 88 88 ee Abstimmung mit 109 ö“ Süccnen den war der Bestand: 34 Familien ait in den beiden letzten Jahren jedesmal bewilligten Budget⸗

posten für ein slovenisches Gymnasi illi ab⸗

(Fortsetzung des Nichtamtlichen in der Erf⸗

von Arban (Herr Werner). Saal Bechstein. Mittwoch, Anfang 7 ½ Uhr: Konzert der Pianistin Agnes Miles, unter

gütiger Mitwirkung der Konzertfängerin Fra 5 1 % 1 Regina Moszkowski. 1

wiesen, 371 (353 Männer, 18 aeee

Löniglichen Opernhaufe gelangt Hen dem wurden vom nächtlichen Obdach 27 Personen der Krankenstatio men“ unter Kapellmeister E folh im Obdach und 2 Personen der Anstalt uhlgarten überwiesen.

Besetzung zur Aufführung: Carmen: Fräulein Cortese; Don 8 Micasla : Fräulein Egli; Escamillo: Herr e-e: Im Königlichen Schauspielhause wird morgen Raimund's Dezember 1896 in 1306 Fällen fuür erste Hilfe in Anspruch ge⸗ nommen, und zwar 1163 mal bei Unfällen und 143 mal bei plötzlichen

Erkrankungen. In den Stationen wurden 1135, außerhalb der⸗ Personen behandelt. Insgesammt haben die

während des verflossenen Jahres 16 003 ne Hilfe gewährt, gegen 11 800 im Jahre 1895. ie neuen Krankenwagen der Unfallstationen werden mann zu Gehör gebracht. zu einem Theil schon im Laufe dieses Monats fertiggestellt flter 8 in den Depots der Unfallstationen untergebracht werden.

ie Jungfrau von Orleans⸗ neu einstudiert in age der über Berlin gleichmäßig vertheilten Unfallstationen ent⸗ Geßner wird bei diesem Anlaß zum ersten Mal prechend, sind auch bei Errichtung der Krankenwagen⸗Depots folgende Stadttheile berücksichtigt worden: die Gegend des Schönhauser Thors

G ““ Kastanten⸗Alg des Tandsberger Thors, des Askanischen Platzes, ) 2 0 2 3 ““ ö hönebergs, der Ackerstraße, des Mariannen⸗Ufers Der Kaiser Friedrich⸗Gedächtnißkirche ist als Weihnachts⸗ enk von Ihrer Majestät der Kai I ia⸗ lebensgroße Bronzebüste 2 H Frtednnch 29 rHerr dne Schrahni worden, welche der Bildhauer Up Geberin ausgeführt hat. Martin und Piltzing, einer dafür vorgesehen

fallstationen wurden im Monat

I* Ka - 1 (Invalidenstraße) wird morgen Abend ochseligen Kaisers Friedrich bescheert 8 Uhr Herr Dr. Schw nen2 En . r durch enger Ffütletcn rsehr 12 2 Se beht seinen Vortrag „Probleme der Erdphysik utt. bie von e irmna,2. Castner Nachf., Z“

e egossene Büste hat i 8

en Wandnische erhalten. 2 8 Platz 8 . „Schlesischen Zeitung“. Oberst⸗ burg im Alter von 76 Jahren.

Heute früh brannte das Anwesen

Linke. „Pantaisie brillante“ für Cornet⸗à⸗Piston

Birtus Renz. Karlstraße. (Inbiläums⸗ Saison 1896/97.) Mittwoch, Abends U Kolossaler Erfolg! Lustige Blätter! An 18

hervorzuheben: Mazud und Athergud, arabi F“ in Freiheit vorgeführt Herru vsch erzog. Frühlingsreigen, dargestellt von Fr Wally Renz, Frau R. Renz, Miß Elly, Miß Zephora und dem DPostillon d'amour (Frl. Agnes). 16 Spring⸗Akrobaten. Unübertroffene Novitäf! Donnerstag: Lustige Blätter! 8

Familien⸗Nachrichten. Verlobt: Verw. Fr. Sarah Nolte, geb. Hüniken mit Hrn. Prem.⸗Lieut. Fritz von SHere burg —Bromberg). Frl. Martha Hasselbach mit Hrn. Chemiker Dr. phil. Rudolf Zaertling (Friedenau). Frl. Marie Saffran mit Hrn. Pfarrer Paul Rogowski (Osterode, Ostpr. Alt Serne. Verehelicht: Hr. Hauptmann Thilo von Linsingen mit Frl. Therese von Arentsschildt (Hannover) Geboren: Ein Sohn: Hrn. Prem.⸗Lieut. von Eckartsberg (St. Avold i. Lothr.). Hrn. Grafen Valentin Henckel von Donnersmarck (Sagan). Eine Tochter: Hrn. Sec.⸗Lieat. d. R. E. Boltz⸗Gründen (Adl. Gründen). Hrn. Regierungs⸗Rath Dr. Freund (Koblenz). Gestorben: Fr. Regierungs⸗Präsident von Tieschoö- witz (Königsberg i. Pr.). Hr. Pastor Richard Gehring (Groß⸗Ziethen). Hr. Majorats⸗ und Rittergutsbesitzer Volrad von Hesse⸗Hessenburg (Wroniawy). Verw. Fr. Major Mathilde von Witzleben, geb. Voigt (Hildesheim). Verw. Fr. Registrator Elise Saatz, geb. Bertram (Berlin).

Verantwortlicher Redakteur: Siemenroth in Berlin. Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin.

Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlags⸗ 8

Anstalt Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32. Fünf Beilagen (einschließlich Börsen⸗Beilage),

sowie die Inhaltsangabe zu Nr. 6 des öffent⸗ 8 lichen Anzeigers (Aonemanditg sescheht auf Aktien und Aktiengesellschaften) für die Woche

vom 28. Dezember 1896 bis 2. Januar

1897.

equestrischen Theil des Programms sind besonders

44,64 % (1894: 32,73 %),

Industrie in Steinen, Erden, Thon

sAnzeiger und Königlich Preußischen

Das Wirthschaftsjahr 1896.

Nach dem vorläufigen Bericht, den die Handelskammer zu Kiel über ihre Thätigkeit sowie über die Lage und den Gang des Verkehrs im Jahre 1896 veröffentlicht, brachte das Jahr 1896 für den Handel und die Industrie dieses Handelskammerbezirks noch keine Besserung in dem Umfange, wie erhofft wurde. In nicht unbedeutenden Geschäftszweigen ist ein ungünstiges Ergebniß zu verzeichnen; auch hat der Verkehr im Hafen nicht die Höhe des Vorjahres behauptet, beides als Wirkung des durch den Kaiser Wilhelm⸗Kanal in größerem Maße hergestellten direkten Verkehrs zwischen den Ostsce⸗ und Nordseehäfen, wofür ein Ersatz durch neue Unternehmungen noch nicht geschaffen worden ist. Dagegen kann festgestellt werden, daß in verschiedenen, für Kiel ebenfalls wichtigen Theilen von Handel und Gewerbe eine regere und vortheilhaftere Thätigkeit ausgeübt worden ist als in den vorhergehenden Jahren. Vielfach war auch im verflossenen Jahre eine Produktion über den Bedarf und daher eine starke Konkurrenz bemerkbar; da indessen die Preise einer Reihe wichtiger Artikel nicht unerbeblich stiegen, so konnte sich trotzdem das Jahresergebniß etwas besser Es kann nicht bezweifelt werden und gewinnt immer mehr Anerkennung, daß der Abschluß der Handelsverträge sich für unser Wirthschaftsleben im Ganzen nützlich erweist und zu dem allmählich eingetretenen Auf⸗ schwung nicht unwesentlich beigetragen hat.

Die Arbeitseinstellungen und Aussperrungen im Ge⸗

werbebetriebe in Oesterreich während des Jahres 1895.

zweiten Mal hat das Statistische Departement im öster⸗ reichischen Handels⸗Ministerium auf Grund des Materials, das durch neu geregelte Erhebungen der Behörden gewonnen wird, einen ein⸗ gehenden Bericht über die Arbeitseinstellungen und Aussperrungen im Gewerbebetriebe Oesterreichs*) erstattet; die 300 Seiten füllende Darstellung, welche den Ministerial⸗Rath, Professor Dr. Victor Mataja zum Verfasser hat, giebt wiederum Kunde von einer Zunahme der Fälle von Konflikten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern.

In den im Reichsrathe vertretenen Königreichen und Ländern fanden im Jahre 1895 im Ganzen 205 Arbeitseinstellungen statt gegen 159 im Jahre 1894, 172 im Jahre 1893, 101 im Jahre 1892 und 104 im Jahre 1891. Die vergleichsweise Ausdehnung der Aus⸗ standsbewegung in den Jahren 1891 bis 1895 erhellt aus der folgenden Uebersicht; es wurden gezählt: 8 .

% der in

1 von den 8 8 Arbeits⸗ nn t .

Arbeits⸗ einstellun- versäumte einstel⸗ gen be⸗ strikende terneh⸗ Arbeits⸗

Sn t Arbeiter mungen gen roffene überhaupt tage ö1“ mungen tigten

1891 1 917 14 025 34,64 247 086 18909 .. 1 519 14 123 57,36 150 992 1893... 1 207 28 120 518 511 18949.. 2 468 44 075 - 566 463 19895 206 869 28 026 60,88 297 845

Nicht mit einbegriffen in den für 1895 angegebenen Zahlen sind die Strikes in 10 Perlmutterkragenknopf⸗ und 32 Modeknopf⸗Drechslereien in Wien, in denen die Meister gemeinsam mit den Gehilfen strikten, erstere um bessere Preise bei den Exporteuren, letztere um dem⸗ entsprechend höhere Löhne bei den Meistern zu erzielen, die betreffenden Arbeitseinstellungen also sich nicht gegen die Inhaber der Unter⸗ nehmungen, sondern gegen die Exporteure, d. i. die Abnehmer der strikenden Meister, richteten. Keine Arbeitseinstellung hat im Jahre 1895 in Krain und Dalmatien stattgefunden. Der Antheil der übrigen Verwaltungsgebiete an der Zahl der Ausstände stellt sich, wie folgt: Nieder⸗Oesterreich 45,85 %, Böhmen 27,81, Mähren 8,78, Galizien 5,37, Steiermark 3,90, Ober⸗Oesterreich 1,95, Tirol und Vorarlberg 1,95, Küstenland und Schlesien je 1,46, Salzburg, Kärnthen und Bukowina je 0,49 %. Für das ganze Staatsgebiet ist nach der obenstehenden Uebersicht bei einer Vergleichung des Jahres 1895 mit 1894 nur in der Anzahl der Arbeitseinstellungen eine Steigerung wahrzunehmen, während die Zahl der betheiligten Unter⸗ nehmungen und der strikenden Arbeiter einen bedeutenden Rückgang

aufweisen. Derselbe erscheint insbesondere für Nieder⸗Oesterreich groß,

in dem namentlich der Antheil Wiens in Betracht kommt, da von den 94 auf Nieder⸗Oesterreich entfallenden Ausständen 72 Wien be⸗ treffen. Zieht man freilich den Antheil von Nieder⸗Oesterreich ab, so ergiebt sich für das gesammte übrige Staatsgebiet eine Zunahme der Arbeitseinstellungen von 87 auf 101, der betroffenen Unter⸗ nehmungen von 320 auf 559, der strikenden Arbeiter von 10 613 auf 15 492, somit eine wesentliche Steigerung der Ausstands⸗ bewegung in jeder Hinsicht. Unter den Ländern, die 1895 mit einer größeren Zahl von strikenden Arbeitern als 1894 vertreten er⸗ scheinen, sind besonders Steiermark, Galizien, sowie Tirol und Vorarl⸗ berg bemerkenswerth. Unter den Städten nimmt abgesehen von Wien Brünn wie im Vorjahre die erste Stelle ein. urchschnitt⸗ lich betraf 1895 eine Arbeitseinstellung 136 (1894: 277) strikende Arbeiter, und das Verhältniß der Arbeitseinstellungen zu der Anzahl der betroffenen Unternehmungen stellt sich wie 1:4,24 (1894 wie 1:15,52). Die durchschnittliche Ausdehnung war somit 1894 wesent⸗ lich größer. Von den Arbeitseinstellungen betrafen 1895 35, d. i.

17,07 % aller Strikes, mehrere Betriebe, zählen also als sogenannte Gruppenstrikes; 1894 war dies bei 27 Arbeitseinstellungen, d. i. 16,98 % aller vorgefallenen Strikes, der Fall. 1895 entfielen ferner 15 514, d. i. 55,36 % aller strikenden Arbeiter, 1894 29 648, d. i. 67,27 %, auf die Gruppenstrikes. 1895 zählte man 170 (1894: 122) Einzelstrikes, d. i. 82,93 % (1894: 83,02 %) aller Ausstände;

ihnen waren 12 512 n 14 427) strikende Arbeiter, d. i. etheiligt. Von den 1895 durch Arbeitseinstellungen betroffenen 869 Unter⸗

nehmungen sind 198 als fabrikmäßige zu bezeichnen. Welche Ge⸗ werbszweige am stärksten in den vergangenen 2 Jahren an den Aus⸗

ständen betheiligt waren, zeigt nachstehende Zusammenstellung: % aller ver⸗

% aller striken⸗ säumten Ar⸗ den Arbeiter beitstage der

Strikenden 1894 1895 1894 1895

und Glas. 14,55 35,48 5,48 31,18

Metallverarbeitung . . . . . . . 6.24 13,18 6.,69 18,35 Industrie in Holz⸗, Schnitzwaaren und

22,21 8,34 49,85 18,24 14,33 14,58 8,05 11,36 33,98 19,13 23,24 9,58

Kautschuk . . Textilindustrie... . . Baugewerbe . . .

Alle übrigen Gewerbszweige. 8,69 9,29 6,79 11,29

*) Die Arbeitseinstellungen und Aussperrungen im Gewerbe⸗

betriebe in Oesterreich während des Jahres 1895. Herausgegeben vom Statistischen Departement im K. K. Handel inisteri Jien, Verlag von Alfred Hölder. 88

Berlin, Dienstag, den 5. Januar

Namentlich erweist sich der Antheil der Ziegelwerke, der Tischlereien und Möbelfabriken, der Spinnereien und Webereien, sowie der Bau⸗ betriebe als ein bedeutender. Was die an den Strikes betheiligten Arbeiter anbelangt, so waren von der festgestellten Gesammtzahl von 28 026 78,47 % männlichen, 21,53 % weiblichen Geschlechts. An den 205 Arbeitseinstellungen haben 150 mal nur männliche, 4 mal nur weibliche Arbeiter und 51 mal männliche und weibliche Arbeiter theilgenommen, während sich unter den in den be⸗ troffenen Betrieben überhaupt Beschäftigten 204 mal männ⸗ liche und 107 mal weibliche Arbeiter verzeichnet vorfanden. Wichtig für die Beurtheilung der Strikebewegung ist die Unter⸗ scheidung zwischen gelernten und ungelernten Arbeitern. Die Erhebung hat in dieser Hinsicht ergeben, daß unter den männlichen strikenden Arbeitern die gelernten überwogen, unter den weiblichen die ungelernten; die männlichen Lehrlinge machten 1,5 %, die weiblichen 0,04 % aller strikenden Arbeiter aus. Die Arbeiter unter 16 Jahren bildeten 1,89 %. die über 16 Jahre alten 98,11 % der Strikenden. Bei 19 Strikes unter den überhaupt 1895 vorgefallenen 205 befanden sich die weiblichen, bei 46 die ungelernten Arbeiter in der Mehrheit. 150 Strikes betrafen überhaupt nur männliche, 4 nur weibliche, 109 nur gelernte, 31 nur ungelernte Arbeiter. Indirekt betheiligt, d. h. genöthigt zur Unterbrechung der Arbeit infolge des Ausstandes anderer Arbeiter in denselben Betrieben waren 2005 Arbeiter.

Ihrem Beginne nach fielen 1895 in das Frühjahr (März bis Mai) 65 Arbeitseinstellungen mit 12 610 strikenden Arbeitern, in den Sommer (Juni bis Auguft) 77 Arbeitseinstellungen mit 10 844 Ar⸗ beitern, in den Herhst (September bis November) 32 Arbeitsein⸗ stellungen mit 2864 Arbeitern, in den Winter (Dezember bis Februar) 31 Arbeitseinstellungen mit 1708 Arbeitern. Während im Jahre 1894 die maßgebende Rolle dem Frühjahr zukam, steht dieses im Jahre 1895 nur hinsichtlich der Zahl der strikenden Arbeiter obenan; die höchste Ziffer der Arbeitseinstellungen selbst aber ist im Sommer zu verzeichnen, und es bleibt entgegen der im Jahre 1894 gemachten Beobachtung auch die auf die Sommerstrikes entfallende Arbeiterzahl nur wenig hinter der des Frühjahrs zurück. Be⸗ trachtet man die Arbeitseinstellungen ihrer Dauer nach, so ergiebt sich die folgende Zusammenstellung: Es dauerten im Jahre 1895 unter den Arbeitseinstellungen 1—5 Tage 51,70 % (gegen 50,31 % im Vorjahre), 6—10 Tage 16,59 (22,01), 11— 15 Tage 8,78 (10,06), 16 20 Tage 4,88 (5,03), 21 25 Tage 1,46 (1,89), 26 30 Tage 1,46 (1,26), 31 35 Tage 3,90 (1,26), 36 40 Tage 0,98 (1,89), 41 45 Tage 1,95 (0), 46 50 Tage 0,49 (1,25), 51 60 Tage 2,44 (1,89), 61 70 Tage 3,41 (0), 71 80 Tage 0,49 (0), 81 90 Tage 0,98 (0,63), 91 100 Tage 0 (0,63), über 100 Tage 0,49 % (1,49 %). Während also die Arbeitseinstellungen in der kürzesten Dauer (1 —5 Tage) in beiden Jahren mit der annähernd gleichen Ziffer vertreten sind, ergiebt sich in den folgenden Kategorien 1895 eine Verschiebung zu Gunsten der Strikes mit längerer Dauer. 1894 dauerten 40,25 % aller Ausstände 6 30 Tage, 1895 33,17 %, über 30 Tage aber 1894 nur 9,44 %, 1895 15,13 %. Die durchschnittliche Dauer war 1894 11,68, 1895 13,10 Tage. Unter den territorialen Gebieten ragt insbesondere Wien durch vergleichsweise längere Dauer der Strikes hervor; hier dauerten 25 % der Ausstände über 20 Tage und 20,83 % über 30 Tage. Unter den einzelnen Gewerbszweigen kamen relativ, am meisten länger dauernde Strikes bei der Metallverarbeitung, sowie der Industrie in Holz⸗ und Schnitzwaaren vor. Die Einzel⸗ strikes waren sowohl 1894 wie 1895 im allgemeinen von kürzerer Dauer als die Gruppenstrikes. Bei ihnen währten 1895 überhaupt 88,23 % nur bis zu 30 Tagen, während von den Gruppenstrikes 68,55 % 30 oder weniger Tage dauerten. Der längste Strike währte 1895 122 Tage.

Ueber die Frage, welche Veranlassungen bezw. Forderungen am meisten zu Arbeitseinstellungen führten, giebt der Bericht gleich⸗ falls Auskunft. Die erste Rolle spielte die Unzufriedenheit mit der Lohnhöhe, die bei nicht weniger als 86 Ausständen als Motiv ver⸗ zeichnet erscheint. Ihr am nächsten kommen Unzufriedenheit mit der Arbeitsdauer (31 Fälle) und Entlassung von Arbeitern (30 Fälle). Vergleicht man die Ziffern, welche für die nur fabrikmäßige Betriebe berührenden Arbeitseinstellungen ausgewiesen sind, mit jenen, die bei den nur nicht fabrikmäßige Unternehmungen betreffenden Ausständen gelten, so zeigt sich, daß bei den ersteren die Unzufriedenheit mit den Löhnen und die Unzufriedenheit mit der Arbeitsdauer in ver⸗ hältnißmäßig geringerem Maße vertreten sind, während die Veranlassungen „Mißliebige. Vorgesetzte’ und „Entlassung von Arbeitern“ verhältnißmäßig häufig verzeichnet erscheinen. Bei den Strikes mit überwiegend weiblichen Arbeitern ist die Veranlassung „Reduktion der Löhne“ stark vertreten. Bei den Arbeitseinstellungen mit überwiegend gelernten Arbeitern kommen relativ häufig Reduktion der Löhne und Entlassung von Arbeitern ins Spiel, während bei den Strikes mit überwiegend ungelernten Arbeitern diese zwei Veranlassungen stark zurücktreten und Unzufrieden⸗ heit mit der Arbeitsdauer verbältnißmäßig häufig vorkommt. Uebrigens wird bei einer großen Anzahl von Arbeitseinstellungen nicht bloß ein Beweggrund, sondern eine Mehrheit von Motiven als Veranlassung angeführt.

gefschr Forderungen der Strikenden sind in dem Bericht in drei Gruppen getheilt, je nachdem sie sich auf die Lohnhöhe, die Arbeitszeit oder andere Gegenstände beziehen. Am häufigsten kamen Forderungen in Betreff der Lohnhöhe vor, nämlich bei 130 Arbeitseinstellungen mit 22 518 strikenden Arbeitern; Forderungen in Betreff der Arbeitszeit wurden bei 60 Strikes mit 16 750 Arbeitern gestellt. Unter den Fällen mit Lohnforderungen sind jene die bei weitem häufigeren gewesen, bei denen das Begehren auf Erhöhung der Löhne gerichtet war, sei es in Form der Erhöhung der Taglöhne oder Accordsätze, sei es was zwar eine geringere, aber trotzdem sehr belangreiche Rolle spielt durch Bezahlung der Feier⸗ tage, höhere Bezahlung der Ueberstunden u. dgl.; viel seltener handelte es sich bei den Forderungen lediglich um Aufrechterhaltung der be⸗ stehenden Löhne, nämlich 21mal gegenüber 109 Fällen mit Forde⸗ rungen einer Lohnerhöhung auf diese oder jene Weise. Aehnlich ist es bei den Forderungen der Fall, die mit der Arbeitszeit zusammen⸗ hängen. Auch hier ist die Forderung der Aufrechterhaltung der bestehenden Arbeitszeit nur in vier Fällen zu verzeichnen, während die Verkürzung der täglichen Arbeitszeit in 50 Fällen gefordert wird und noch andere Forderungen, welche gleichfalls auf eine Verkürzung der Arbeitsdauer, wenn auch nicht arete Tage, hinauslaufen, wie Abschaffung oder Beschränkung von Ueberstunden oder Sonn⸗ und Feiertagsarbeit ꝛc., wiederholt vorkommen. Beachtenswerth ist auch, daß die Zahl der zwecks Erzielung einer Lohnerhöhung oder Arbeitszeitverkürzung Strikenden die Zahl der behufs Aufrechthaltung der Löhne oder Ar⸗ beitsdauer Strikenden bei weitem mehr übertrifft, als die Zahl der Ausstände mit ersteren Forderungen jene der zweiten Art. Es handelte sich also bei durchschnittlich kleineren Strikes um Forderungen der Hintanhaltung einer Verschlechterung des Arbeitsverhältnisses. Unter den sonstigen Forderungen erscheinen besonders häufig solche, welche Wiederaufnahme Enklassener oder Schutz der Strikenden gegen Entlassung oder Fragen der Arbeitsordnung betreffen. Wäh⸗ rend die meisten der häufig vorkommenden Forderungen 1894 und 1895 annähernd verhältnißmäßig gleich 58 gestellt wurden, ist bei der Forderung der Freigabe des 1. Mai ein bedeutender Rückgang zu ver⸗ zeichnen, indem diese 1894 bei 159 Strikes 24 mal, 1895 bei 205 Strikes nur 13 mal erhoben erscheint. In Uebereinstimmung mit dem oben über die relative Häufigkeit der einzelnen Veranlassungen

Gesagten ist bei den nicht fabrikmäßige Unternehmungen betreffenden Ausständen oft die Erhöhung der Löhne oder die Verkürzung der Ar⸗ beitszeit gefordert worden, während bei den Strikes in fabrikmäßigen Betrieben relativ häufig e in Betreff der Arbeitsordnung oder Wiederaufnahme Entlassener gestellt erscheinen. Bei den Strikes mit überwiegend weiblichen Arbeitern handelte es sich zumeist um die Forderung einer Lohnerhöhung oder einer Verkürzung der täglichen Arbeitszeit oder um Fragen der Arbeitsordnung. Bei den Ausständen mit überwiegend gelernten Arbeitern treten die Forderungen der Aufrechterhaltung der Löhne, einer Ver⸗ besserung der Arbeitsordnung und der Wiederaufnahme Entlassener, bei den Strikes mit überwiegend ungelernten Arbeitern die übrigen Forderungen hervor.

Was den Erfolg der Arbeitseinstellungen anbetrifft, so endeten für die Strikenden im Jahre 1895 55 Fälle oder 26,83 % aller Arbeitseinstellungen mit 3489 strikenden Arbeitern oder 12,45 % der Gesammtzahl der ausständigen Arbeiter mit vollem Erfolg, 99 Fälle oder 48,29 % mit 7227 strikenden Arbeitern oder 25,79 % ohne Erfolg, 51 Fälle oder 24,88 % mit 17 310 ausstän⸗ digen Arbeitern oder 61,76 % mit theilweisem Erfolg, und zwar unter diesen letzteren mit einem Erfolg, der sich auf Lohnhöhe oder Arbeitszeit oder auf beides bezog, 44 Fälle oder 21,46 % mit 16 212 streikenden Arbeitern oder 57,85 %. Es zeigt sich also, wie schon im Jahre 1894, die beachtenswerthe Er⸗ scheinung, daß die Prozentzahlen der Strikes, die mit vollem Erfol endeten, jene der auf sie entfallenden strikenden Arbeiter merkli übertreffen, daß also diese erfolgreichen Strikes durchschnittlich einen geringeren Umfang hatten. Während hingegen die erfolglosen Strikes 1894 eine relativ große Arbeiterzahl betrafen, ist dies und zwar in besonders starkem Maße 1895 bei den Ausständen mit theil⸗ weisem Erfolg der Fall. Auf die Erscheinung, daß sich die Ergebnisse der Strikes im Jahre 1895 günstiger für die Strikenden als im Vorjahre darstellten, ist insbesondere der Ausgang der Wien betreffenden Arbeitseinstellungen von Einfluß, wo von den 72 Strikes 24 mit vollem Erfolg und nur 33 mit 1022 Arbeitern gänzlich ohne Erfolg endeten. Für das übrige Staatsgebiet als Ganzes genommen war dagegen der Ausgang der Strikes vom Standpunkte der Strikenden aus nicht wesentlich günstiger als im Jahre 1894, indem allerdings der Prozentsatz der erfolglos Strikenden abgenommen hat, dafür aber auch jener, welcher auf dheienigen Arbeiter entfällt, die ihre Forderungen vollständig durchgesetzt haben. Im allgemeinen war der Erfolg der Ausständigen bei den vollständigen Arbeitseinstellungen, d. h. bei Betheiligung aller Arbeiter des Betriebes am Ausstande, ein wesentlich größerer. Von den strikenden Arbeitern nahmen die Arbeit wieder auf: a. nach voller Durchsetzung der beim Strike ge⸗ stellten Forderungen 3289 oder 11,74 %, b. nach theilweiser Durch⸗ setzung der Forderungen 16 693 oder 59,56 %, c. ohne Durchsetzung der Forderungen 5703 oder 20,35 %; entlassen wurden 1624 oder 5,80 %, freiwillig verließen den Betrieb 679 oder 2,42 %, und der „sonstige Abgang“ betrug 38 oder 0,13 %. Von den Unternehmungen waren 183 von Banfitadis. gfb gieicer⸗ 299 von theilweise erfolgrei und 387 von erfolglosen Strikes betroffen. Was endlich den Erfolg an⸗ belangt, welcher sich hinsichtlich der einzelnen Forderungen ergab, so wurde derjenigen der Aufrechterhaltung bestehender Löhne nur in 47,62 % der Fälle mit 15,14 % der Strikenden vollständig willfahrt; in 42,86 ⁄% der Fälle mit 74,97 % der Strikenden ist sie hingegen gänzlich ohne Erfolg geblieben. Von den zwecks Erzielung einer Lohnerhöbung strikenden Arbeitern hatten 11,34 % vollen, 60,37 % theilweisen und 28,29 % keinen Erfolg zu verzeichnen. Mit der Forderung einer Verkürzung der Arbeitszeit erzielten 77,75 % der wegen dieses Potips strikenden Arbeiter vollen Erfolg. Ein relativ ungünstiges Ergebniß weisen solche Forderungen auf, welche auf die innere Disziplin in den Werkstätten Bezug haben, wie die Beseitigung von Vorgesetzten, Entlassung von mißliebigen Arbeitern, Freigabe des 1. Mai, Wiederaufnahme Entlassener. Im Ganzen wurde eine Erhöhung der Taglöhne oder Accordsätze mit vollständigem oder theilweisem Erfolg in 54 Fällen und zwar um 3 43 % durchgesetzt, eine Verkürzung der täglichen Arbeitszeit in 26 Fällen und zwar um ½ bis 4 Stunden. Bei der Hälfte dieser letzteren Fälle handelte es sich um die Herabsetzung der täglichen Arbeitszeit auf 10 Stunden (darunter 7 mal von 11 Stunden, 3 mal von 10 ½ Stunden, 3 mal von einem längeren Arbeitstage als 11 Stunden auf 10 Stunden). Einmal betraf die bewilligte Forderung die Herabsetzung eines zehn⸗ stündigen Arbeitstages auf 9 Stunden einschließlich der Pausen, je 1 mal wurde eine Reduktion von 9 ½ bezw. 10 Stunden auf 9 durch⸗ gesetzt, 1 mal die von 10 ½ auf 9 ½ Stunden, 3 mal die Herabsetzung von 11 auf 10 ½ Stunden, 1 mal die von 11 auf 10 ¾ Stunden. 2 mal handelte es sich um die Reduktion der Arbeitszeit von 12 bis 15, bezw. 12 bis 17 Stunden auf 11. Die übrigen 3 Fälle betrafen eine Herabsetzung von 14 auf 12 ½, von 15 auf 12, von 17, auf 13 Stunden. An der Reduktion der Arbeitszeit in diesen 26 Fällen erscheinen 204 Betriebe betheiligt.

Eine wichtige Frage, welche bei Betrachtung der Arbeitsein⸗ stellungen auftaucht, ist die nach den Verlusten und Opfern, welche die Ausstände den Unternehmern und den Arbeitern verursacht haben. Die österreichische Statistik giebt auf diese Frage keine erschöpfende Antwort, gewährt jedoch hierzu einige Anhaltspunkte. Es sind 28 026 strikende und 2005 gezwungen feiernde Arbeiter, für erstere 297 845, für letztere 25 118 und somit insgesammt 322963 im Jahre 1895 versäumte Arbeitstage gezählt worden. Im Ganzen fielen 29 Ausstände vor, bei denen die gesammte Arbeiterschaft der be⸗ treffenden Unternehmungen die Arbeit einstellte, und 18, bei denen die Arbeitseinstellung der Strikenden die gesammte übrige Arbeiterschaft zum Feiern nöthigte; es gab also 47 Fälle, in denen eine Betriebs⸗ unterbrechung stattgefunden hat. Die Berechnung des durch dieselbe verursachten Lohnausfalles unter Berücksichtigung der Anzahl der betheiligten Arbeiter in den einzelnen Strikephasen bei Arbeitseinstellungen mit wechselnder Betheiligung hat für alle strikenden Arbeiter den Betrag von rund 341 000 Gulden ergeben, wovon ca. 26 000 Gulden auf die vollständig erfolgreichen, 170 000 Gulden auf die theilweise erfolgreichen und 145 000 Gulden auf die erfolglosen Strikes entfallen. Auf die die Arbeit in dem Betriebe wieder aufnehmenden Arbeiter kommen im Ganzen vom genannten Betrage 300 000 Gulden, und zwar ca. 24 000 Gulden bei den poll⸗ ständig erfolgreichen, 160 000 Gulden bei den theilweise erfolgreichen und 116 000 Fl. bei den erfolglosen Ausständen. Bei 81 unter den 205 vorgefallenen Acbeitseinstellungen werden Arbeiterentlassungen verzeichnet. Die Anzahl der Entlassenen beträgt 1624, die der aus anderen Gründen ausgeschiedenen 717, diejenige der neu aufgenom⸗ menen 1061. Der aus Anlaß der Ausstände entstandene Arbeiter⸗ wechsel, der nicht bloß als die Interessen der Strikenden schädigend gelten kann, sondern auch als eine dem Industriebetrieb erwachsene Benachtheiligung in Betracht kommt, war demnach durchaus nicht unbedeutend. In 40 Fällen waren Arbeiter infolge der Arbeits⸗ einstellungen Anderer zum Feiern genöthigt. Ihre Gelammtzahl betrug 2005, ihr Lohnverlust unter Außerachtlassung jenes Arbeits⸗ entganges, für welchen der Arbeitgeber freiwillig oder infolge gesetz⸗ licher Vestimmnung aufkam bezifferte sich nach den erstatteten Mit⸗ theilungen auf rund 35 000 Gulden. 1

Aussperrungen kamen 1895 in 17 Betrieben vor, und es er⸗ scheinen von ihnen unter den 4521 Beschäftigten der bezüglichen Unter⸗ nehmungen 2317 Arbeiter betroffen. Die am häufigsten vorkommende Veranlassung bot das Fernbleiben der Arbeiter von der Arbeit an