1897 / 5 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 07 Jan 1897 18:00:01 GMT) scan diff

Aus der Kündigung zum 1. Juli 1896. 3 Abzuliefern mit Zinsscheinen Reihe III Nr. 8 bis 10 und Anweisungen zur Abhebung der Reihe IV unter Vergütung der Stückzinsen für die Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 1896. Nr. 16 899, 16 900, 16 913, 16 920 bis 16 923, 16 928, 16 935, 16 943, 16 944, 16 947, 16 958, 16 972, 16 974, 16 981

wiederholt aufgerufen.

Die Staatsschulden⸗Tilgungskasse kann sich in Schriftwechsel mit den Inhabern der Aktien Zahlungsleistung nicht einlassen. 1“ 1I zu den Quittungen werden von den oben⸗ bezeichneten Kassen unentgeltlich verabfolgt. Berlin, den 2. Januar 1897. 1 Hauptverwaltung der Staatsschulden. von Hoffmann.

einen über die

machung.

Dem Markscheider Aloys Mann aus Breslau ist von uns beute die Konzession zur Verrichtung von Markscheiderarbeiten für den Umfang des preußischen Staats ertheilt worden.

SHalle a. S., den 4. Januar 1897. Königliches Ober⸗Bergamt vou Pelsen.

Nichtamtliches. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 7. Januar.

Ihre Kaiserlichen und Königlichen Majestäten begaben Sich, wie „W. T. B.“ meldet, heute Morgen um 8 ¾ Uhr mittels Sonderzugs von der Wildparkstation nach Charlottenburg, fuhren vom dortigen Bahnhof nach dem Mausoleum und legten, anläßlich des heutigen Todestages der

ochseligen Kaiserin und Königin Augusta, am Sarge der Verewigten gemeinschaftlich einen Kranz nieder. Nachdem Allerhöchstdieselben noch einige Zeit in der Gruft in stillem Gebete verweilt hatten, begaben Sich Ihre Majestäten nach dem hiesigen Königlichen Schlosse, wo Seine Majestät zunächst den Präses der General⸗Ordens⸗ kommission, General⸗Lieutenant Prinzen Eduard zu Salm⸗ Horstmar empfingen, dann den Vortrag des Kriegs⸗Ministers, General⸗Lieutenants von Goßler entgegennahmen und hierauf mit dem Chef des Militärkabinets, General von Hahnke arbeiteten. Zur Frühstückstafel war der Statthalter in Elsaß⸗ Lothringen, Fürst zu Hohenlohe⸗Langenburg geladen. Im Laufe des Nachmittags gedachten Ihre Majestäten nach dem Neuen Palais zurückzukehren.

Der Bundesrath versammelte sich heute zu einer Plenarsitzung. Vorher beriethen der Ausschuß für Handel und Verkehr und der Ausschuß für Justizwesen.

Der Botschafter der Vereinigten Staaten, Herr Edwin F. Uhl, und dessen Gemahlin werden, wie aus der im amtlichen Theil der heutigen Nummer des „R.⸗ u. St.⸗A.“ veröffentlichten Ansage hervorgeht, nunmehr die zum Aller⸗ höchsten Hofe gehörigen oder daselbst vorgestellten Herren und Damen empfangen. Dieser Empfang wird am Sonnabend, den 9., und am Montag, den 11. d. M., jedesmal Abends von 9 ½ bis 11 Uhr stattfinden. Der Anzug ist: für die Damen in ausgeschnittenen Kleidern, für die Herren vom Militär in kleiner Uniform, für die Herren vom Zivil in Frack mit Ordensband über der Weste. 8

Der Ober⸗Regierungs⸗Rath Knickenberg in Stralsund ist an die Königliche Regierung in versetzt worden.

Der Regierungs⸗Assessor von Borcke ist dem Landrath des Kreises Westprignitz im Regierungsbezirk Potsdam, der Regierungs⸗Assessor Heegewaldt aus Stettin dem Landrath des Kreises Labiau im Regierungsbezirk Königsberg, der Re⸗ gierungs⸗Assessor Zeihe aus Marienwerder dem Landrath des Kreises Karthaus im Regierungsbezirk Danzig und der Regierungs⸗Assessor Dr. Magnus aus Königsberg dem Land⸗ rath des Kreises Cassel bis auf weiteres zur Hilfeleistung in den landräthlichen Geschäften zugetheilt worden.

Laut telegraphischer Meldungen an das Ober⸗Kommando der Marine beabsichtigt S. M. S. „Stein“, Kommandant Kapitän zur See von Ahlefeld, am 14. Januar von Alexandria aus nach Genua in See zu gehen; S. M. S. „Seeadler“, Kommandant Korrvetten⸗Kapitän Coerper, ist heute in Kapstadt angekommen.

Elsaß⸗Lothringen. 8

Der Kaiserliche Statthalter Fürst zu Fehenloge⸗ Langenburg hat sich gestern von Straßburg au einige Tage nach Berlin begeben.

8 11 Oesterreich⸗Ungarn.

Der Kaiser, der Erzherzog Franz Salvator und der Prinz Leopold von Bayern haben sich gestern Nach⸗ von Wien zur Hochwildjagd nach Mürzsteg begeben.

er Sektions⸗Chef in der Kabinetskanzlei des Kaisers von Papan ist gestern Nachmittag gestorben.

„Der frühere Minister Constans hat, wie „W. T. B.“ berichtet, an den Senat einen Protest gegen angeblich bei den Senatswahlen am letzten Sonntag vorgekommene Wahl⸗ manöver gerichtet. Er behauptet, er sei im zweiten Wahl⸗ gange thatsächlich gewählt gewesen.

Infolge einer am Dienstag in Paris veranstalteten Mani⸗ festation vor der spanischen Botschaft sollen, wie „W. T. B.“ erfährt, acht spanische bezw. italienische Anarchisten, welche als Verbreiter anarchistischer Ideen und Anstifter von Ordnungsstörungen in einer Versammlung fest⸗ gestellt wurden, ausgewiesen werden. Die Regierung sei entschlossen, alle Anarchisten auszuweisen, welche aufrührerische Handlungen begingen.

Rußland.

DDer russische Gesandte in Dänemark Graf Murawjew ist in St. Petersburg eingetroffen. 1

Italien.

Die Kronprinzessin von Schweden und Nor⸗ wegen, Höchstwelche Baden⸗Baden am 4. d. M. verlassen hatte, ist am Dienstag in Rom eingetroffen und gedenkt mehrere Monate daselbst zu verweilen.

Die Leiche des Kardinals San Felice wurde gestern Nachmittag in Neapel unter Betheiligung einer außerordentlich zahlreichen Volksmenge nach der gathedrale übergeführt. In dem feierlichen Zuge befanden sich mehrere Musikkapellen, Feuerwehrleute, Munizipalgarden, eine große Anzahl Geist⸗ licher, darunter 10 Bischöfe, katholische Vereinigungen und viele tausend Bürger aller Stände. Heute finden die Leichen⸗ feierlichkeiten statt.

Schweiz.

Wie die „Schweizerische Depeschen⸗Agentur“ meldet, wird das eidgenössische Militär⸗Departement demnächst dem Bundesrath Anträge und Kreditforderungen unter⸗ breiten, welche ermöglichen sollen, die Versuche mit neuem Artilleriematerial zum Abschluß zu bringen.

Afrika.

Cecil Rhodes ist gestern von Kapstadt nach England abgereist. Bei einem Abschiedsmahl, welches vorgestern statt⸗ fand, hielt derselbe eine Rede, worin er, dem „Reuter'schen Bureau“ zufolge, sagte: Er habe die Rückreise nach Europa nicht von Beira aus angetreten, weil er seine ö“ wieder habe besuchen wollen. Er be⸗ streite, daß er zu Kundgebungen aufgemuntert habe, könne aber nicht verhindern, daß die Leute ihn begrüßten. Ausdehnung sei nöthig; man solle soviel von der Welt in Besitz nehmen, als möoͤglich sei. Sein unausgesetztes Bestreben sei, alles in Besitz zu bekommen, was von Afrika und in Afrika noch übrig sei, und da Großbritannien hierzu nicht habe behilflich sein können, sei der einzig mögliche Weg der gewesen, die Chartered Company zu bilden; denn andere Mächte hätten geplant gehabt, das Land in Besitz zu nehmen.

1.“

Auf der Tagesordnung für die morgige Plenarsitzung des Hauses der Abgeordneten stehen: 1) Entgegennahme von Vor⸗ lagen der Königlichen Staatsregierung. 2) Verlesung der Inter⸗ pellation der Abgg. Dr. Stephan (Beuthen) und Genossen, betreffend die Auflösung politischer und anderer Versammlungen in Ober⸗

schlesien.

Nr. 1 der „Veröffentlichungen des Kaiserlichen Ge⸗ sundheitsamtes“ vom 6. Januar hat folgenden Inhalt: Be⸗ merkung zur Krankenhaus⸗Statistik. Gesundheitsstand und Gang der Volkskrankheiten. Zeitweilige Maßregeln gegen Pest. Sterblichkeit in Marseille, 1895. Gesundheitszustand in Nieder⸗ ländisch⸗Indien, 3. Vierteljahr 1896. Gesetzgebung u. s. w. (Preußen. Regierungsbezirk Aachen.) Gewerbliche Anlagen. (Braunschweig.) Gerichtliche Sektionen. (Oesterreich. Küstenland. Sanitäts⸗Jahresberichte. (Norwegen.) Fleischkontrole. (Serbien.) Viehmarkt⸗Aktiengesellschaft. Schlachthäuser. Schweineausfuhr. Gang der Thierseuchen im Deutschen Reich, Dezember. Rinder⸗ pest in Süd⸗Afrika. Zeitweilige Maßregeln gegen ierseuchen. (Preuß. Reg.⸗Bezirk Oppeln, Bayern, Sachsen, Württem erg, Oester⸗ reich, Schweiz, Belgien, Dänemark, Kapland, Viktoria, Süd⸗ Australien). Vermischtes. (Oesterreich)h. Cholerakranke Reisende Apotheken. (Norwegen). IFrrenanstalten, 1894. Geschenk⸗ liste. Wochentabelle über die Sterbefälle in deutschen Orten mit 40 000 und mehr Einwohnern. Desgl. in größeren Städten des Auslandes. Erkrankungen in Krankenhäusern deutscher Groß⸗ städte. Desgl. in deutschen Stadt⸗ und Landbezirken. Witterung. Beilage: Gerichtliche Entscheidungen zum Nahrungsmittelgesetz (Milch, Bier).

Statistik und Volkswirthschaft.

8

Zur Arbeiterbewegung. 1 Aus Hamburg berichtet das „Wolff'sche Bureau“ zum Aus⸗ stande der Hafenarbeiter: Nachdem die Hafenarbeiter in aus⸗ ländischen Häfen die Entlöschung von aus Hamburg kommenden Schiffen verweigert haben, wurden gestern unter denjenigen Leuten, für die keine Beschäftigung im Hafen vorhanden war, etwa 50 der kräftigsten Arbeiter auserwählt, um nach denjenigen Hafenplätzen befördert zu werden, wo Schiffe aus Hamburg zu entlöschen sind. Die Leute wurden Nachmittags kurz nach 4 Uhr mittels der Eisenbahn zunächst nach Kiel und alsdann weiter nach Dänemark befördert. Im Ham⸗ burger Hafen waren gestern von 218 Schiffen 181 mit 403 Gäaͤngen in Arbeit. Am Quai lagen von den in Arbeit befindlichen Schiffen 68, auf denen 1302 Arbeiter an 181 Krähnen arbeiteten. In den Quaischuppen selbst waren 2203 Arbeiter beschäftigt. Im Seemannsamt wurden am Dienstag 114 Seeleute an⸗ gemustert. Gestern Vormittag fanden 19 Appellversammlungen statt. In einer derselben forderte der Reichstags⸗Abgeordnete von Elm die Ausständigen auf, sich nicht auf einzelne Verhandlungen mit den Arbeitgebern einzulassen. Nur die einheitliche Erledigung der Forderungen sämmtlicher Kategorien der Hafenarbeiter sei statthaft. An der Beerdigung eines verstorbenen Ausständigen betheiligten sich 3000 Personen. Die Kundgebung verlief in größter Ordnung. Der „Voss. Ztg.“ wird aus Hamburg geschrieben, die Zollbehörde habe wegen andauernder Ueberfüllung der Quaischuppen den Rhedern die Benutzung zweier staatlicher Schuppen gestattet. Manche Kauf⸗ leute verweigerten jedoch wegen der dadurch erhöhten Kosten die Ab⸗ h.e. gea .B 92ra8 e1 0c0ot10.. X*“

Aus Aachen wird der „Rh.⸗Westf. Ztg.“ zum Weber⸗ ausstande bei der Firma Grüneberg u. g.8 cval. Nr. 3 d. Bl.) berichtet: Die Firma wollte wegen Ueberfülung des Lagers eine Lohnkürzung von 1 bis 2 pro 1000 Schuß eintreten FF Die Weber lehnten die Lohnkürzung ab und beantragten eine Kürzung der Arbeitszeit; das wollte die Firma nicht, sie entließ deshalb 22 Weber, worauf sämmtliche Weber die Arbeit niederlegten. Die Ausständigen haben sich zur Vermittelung in dem Strike an den Vorstand des Christlich⸗sozialen Textilarbeiterverbandes gewandt.

In Weißenfels ist, wie der „Mgdd. Ztg.“ gemeldet wird, am Montag Morgen von 48 Zwickern der Blasig'schen Schuh⸗ fabrik, einer der größten am Platze, ein erhöhter Lohntarif dem Inhaber zur Annahme unterbreitet worden. Dieser erklärte sich zwar mit einer mäßigen Aufbesserung der Löhne, aber nicht mit einer solchen einverstanden, wie sie gefordert werde, da diese eine Erhöhung um 20 % bedeuten würde. der gesetzlichen Kündigung die Arbeit nieder.

Kunst und Wissenschaft.

Der „Verein Berliner Künstler“ vollzog in seiner am Dienstag abgehaltenen Generalversammlung die Neuwahl des Vor⸗ standes und der Vertrauensmänner. In den Vorstand wurden ein⸗ stimmig wiedergewählt: Professor Ernst Körner zum Ersten Vor⸗ sitzenden, Architekt Karl Hoffacker zum Zweiten Vorsitzenden, Maler Ernst usmann zum Ersten Schriftführer, Maler Dr. Her⸗ mann Seeger zum Zweiten Schriftführer, Baumeister, Pro⸗ fessor F. Schwenke zum Ersten Säckelmeister, Bildhauer Weörr Rusche zum Zweiten Säckelmeister, Maler Hans Dahl zum Archivar. Vertrauensmänner für 1897 sind die Pro⸗ fessoren W. Amberg, C. Becker, C. Breitbach, H. Eschle, O. von Kameke, L. Knaus, Anton von Werner, Maler C. Koch und Prof. Eilers, der an Stelle des Malers H. Scherenberg neu eingetreten ist. Zu Beginn des Jahres betrug die Zahl der Ehrenmitglieder 15 (gegen 16 am 31. Mai v. J.), die der ordentlichen Mitglieder 454 (448) und die der außerordentlichen Mitglieder 148 (153). Ven den Ehren⸗ mitgliedern ist Kaufmann Moritz Cahnheim verstorben. Die Votivtafel für den Fürsten Bismarck, welche der „Verein Berliner Künstler“ demselben aus Anlaß seines achtzigsten Geburtstages und als „Urkunde“ seiner Wahl zum Ehrenmitglied des Vereins nachträglich zu überreichen gedenkt, ist jetzt vollendet. Die Tafel ist nach einem Entwurf des Architekten Hoffacker hergestellt. Der mittlere Theil besteht aus einer Eisenplatte, die ein Gedicht von Julius Wolff trägt. Die Platte wird umschlossen von Bronzeornamenten und einer künstlerisch geschnitzten Holzumrahmung, deren Seiten von Be⸗ schlägen mit den zum Wappen des Fürsten gehörigen Kleeblättern eingefaßt sind. Den reichsten Schmuck hat der obere Halbkreis er⸗ halten. Den Untergrund bildet geschnitztes Eichenlaub, von dem sich die Schilde mit dem Künstlerwappen und dem Berliner Bären seit⸗ lich abheben. Darüber ruht auf einem kurzen alterthümlichen Schwert ein Schild, das den ziselierten Adler trägt, ringförmig umgeben von einer grüngetönten Schlange. Die Peripherie des Halbkreises wird an beiden Seiten von stilisierten Löwenköpfen gehalten und zeigt die Widmung: „Seinem Ehrenmitgliede, dem Fürsten Bismarck.“ Die weitere, in Holz geschnittene Inschrift steht am unteren, ebenfalls reich verzierten Rande der Tafel und lautet: „Der Verein Berliner Künstler, 1. April 1895.“ Die ornamentale Darstellung behandelt hier den Kampf eines Ritters mit dem Drachen.

Nachdem der Wettbewerb um das in Dresden richtende Denkmal für den Fürsten Bismarck insofern nicht zum Ziel geführt hat, als der erste Preis nicht vertheilt werden konnte, hat der Denkmalsausschuß zwischen dem mit dem zweiten Preise be⸗ dachten Leipziger Bildhauer Werner Stein und den beiden am Wett⸗ bewerb unbetheiligten Dresdener Künstlern Johannes Schilling und Professor Diez einen engeren Wettbewerb eröffnet, dessen Endtermin der 1. Januar 1898 ist. 1

Ueber den Stand der Limesforschung im Taunus⸗ gebiet enthält das „Zentralblatt der Bauverwaltung“ einen längeren Bericht, dem die nachfolgenden Angaben entnommen sind. Im Herbst 1896 sind an dem Limeskastell Saalburg die Erhaltungs⸗ arbeiten zu Ende geführt worden, welche durch die im Jahre 1894 von der Königlichen Regierung für drei Jahre be⸗ willigten Mittel ermöglicht waren. Die Instandsetzung der bloßgelegten Theile des Forums konnte in der Hauptsache beendet werden, und es bleibt jetzt nur noch ein kleiner, mit Wald bestandener Theil der Ostseite zu untersuchen, um die Arbeiten im Innern des Kastells als beendet ansehen zu können. Von besonderer Wichtigkeit war es, die Gebäude zwischen Limes und Kastell, nebst einigen weit entlegenen Hypokaustenbauten auf der linken Prinzipal⸗ seite festzustellen. Die Zahl der Brunnen wurde durch drei weitere hinter den Kellern an der Römerstraße auf 45 Stück vermehrt, sodaß man jetzt sagen kann, jedes Häuschen hat seinen eigenen Brunnen ge⸗ habt, und zwar meist einen älteren mit Holz verschalten, später zu⸗ geworfenen, und einen jüngeren gemauerten. Von kleineren Fund⸗ stücken ist nur eine Amor und Pspche darstellende Thongruppe er⸗ wähnenswerth. Dieselbe Fürsorge, welche die Regierung schon seit fast 30 Jahren der in ihrem Staatswalde gelegenen Saalburg widmet, hat sie neuerdings auch dem nächstfolgenden Kastell am kleinen Feldberg zugewandt; zur Erhaltung dieses Kastells wurden dem Zuschuß der benachbarten Kreise und des Kommunal⸗ verbandes von zusammen rund 1000 noch etwa 2000 von der Regierung bewilligt. Nach den Berichten des Strecken⸗ kommissars, Baumeisters Jacobi in Homburg, der die Erhaltungs⸗ arbeiten leitet, lieat das Kastell am nördlichen Abhange des Feld⸗ bergs, dicht an der Quelle des Weilflusses, der das für die Besatzung nöthige Wasser lieferte, etwa 100 m hinter dem Limes, da, wo derselbe eine heute noch nicht aufgeklärte Verdoppelung oder, richtiger gesagt, Ueberschneidung einer vorderen und hinteren Linie bildet. Es gehört mit einer Größe von 93,4: 78,5 m zu einem bestimmten Typus kleinerer Kastelle. Thürme liegen an den vier Thoren und je einer in den abgerundeten Ecken. Die Wallmauer hat eine Stärke von 1,18 m (4 röm. Fuß) und ist stellenweise fast 1,50 bis 2 m erhalten, sodaß gerade hier eine Wieder⸗ herstellung vor allem geboten erschien; Zinnen waren nach vorgefundenen Resten vorhanden. Die Spitzgräben sind des starken Gefälles wegen (1:10) auf der Sohle gepflastert, ebenso wie auch im Innern des Kastells für eine gute Entwässerung des abschüssigen Bodens durch einen Kanal mit eirundem Querschnitt und Bohlen⸗ abdeckung gesorgt war. Das hinten abgerundete Sacellum, Reste des Prätoriums und andere Gebäude, sind festgestellt. Die Funde im Innern des Kastells waren sehr zahlreich, die Münzen führen von Hadrian bis Gordian. Der vor dem Kastell gelegenen „Villa“, ihrer Apsiden wegen im Volksmunde „Heidenkirche“ genannt, ist besondere Sorgfalt zugewandt worden. kan fand dort die be⸗ kannten Heizungs⸗ und Badeeinrichtungen mit den Pfeilern, Verputz⸗ reste mit hellgelber Farbe außen und rother und schwarzer innen, Schiefersteine und Bruchstücke von Fensterglas: alles Beweise von einst reicher und wohnlicher Ausstattung. Geschichtlich ist von Wichtigkeit, daß die Pfeilerziegelplatten von einem Numerus (kleinere Truppenabtheilung) der Catharer gestempelt sind, eines Volkes, das bislang noch nirgends bekannt war. Außerdem besagte eine große, in der Villa gefundene Inschrift, daß hier die Exploratores Hali- c(enses) der Julia Mamaea, der Mutter des Kaisers Alexander Severus zu Ehren einen Denkstein gesetzt haben. Aus dem Beiwor der Exploratio (Kundschaftertruppe) ist nach Mommsen zu ent nehmen, daß entweder das Feldbergkastell oder die Homburger Gegend „Halicinium“ oder „Halicanum“ geheißen hat. Gleichzeitig gelang es, die quer über den Taunus führende gepflasterte Römerstraße fest zustellen, die ebenso wie bei der Saalburg von unterkellerten Wohn häusern begleitet war. Noch vor Schluß der vorjährigen Grabunge hatte man auch das Glück, den verhältnißmäßig weit entfernten Friedhof zu finden. Da außer der für das Felvbergkaftell be⸗ willigten Summe noch ein weiterer angemessener Betrag zur Instand setzung der zwischen den beiden Kastellen liegenden Thürme und Hüge vorgesehen ist, so dürfte es allmählich gelingen, dieses besterhalten

zu er⸗

Darauf legten die Zwicker ohne Innehaltung

11““

ichtesten zugängliche, in herrlichem Hochwald gelegene Stück seinen Eiozelheiten freizulegen und für alle Zeit gegen Zerstörungen zu sichern.

Land⸗ und Forstwirthschaft. Ernteaussichten in Chile. 1“

““ . .

5 ichten aus Concepcion zufolge sind die Aussichten für die 2 im südlichen Chile im allgemeinen nicht un⸗ cünstig, wenn auch nicht auf eine besonders reiche Ernte gerechnet Zerden kann. Unter der bis Ende September v. J. anhaltenden vuzergewöhnlichen Regenperiode ist die Aussaat in den Thälern be⸗ eintrchti t worden, dagegen berechtigt der Stand der Saaten an den Bergabhängen und auf den Hochebenen zu den besten Hoffnungen.

ft 1 des neuen Jahrgangs der „Mittheilungen der Landwirthschafts⸗Gesellschaft“, vom 57 Ja⸗ nuar, bringt folgende Aufsätze: Zweiter Lehrgang für Wanderlehrer in Eisenach: Ueber den Geldwerth der Futtermittel und die Renta⸗ bilität der Viehhaltung (von Dr. F. Aeroboe); Absatz deutscher Molkereiwaaren nach Transvaal; Preisbewegung von Klee⸗ und Gras⸗ saaten. In der die Berichterstattung der land⸗ und forstwirth⸗ schaftlichen Sachverständigen bei den Kaiserlichen Vertretungen im Auslande enthaltenden Beilage zu dieser Nummer beendet der Sachverständige in Buenos⸗Aires seine Abhandlung über die Land⸗ wirthschaft der Republik Uruguay; der Sachverständige in Wien be⸗ richtet über landwirthschaftliche Zustände in Bosnien und der Herzegowina und der Sachverständige in St. Petersburg über die veranschlagte Rüben⸗ und Zuckererzeugung für die Kampagne 1896/97 im russischen Reicha. 8

Gesundheitswesen, Thier rankheiten und Absperrungs⸗ Maßregeln.

„Veröffentlichungen des Kaiserlichen Gesundheitsamts“

Cholera. Britisch⸗Ostindien. Kalkutta. Vom ber starben 16 Personen an Cholera und 205

Pest. Britisch⸗Ostindien. Nach einer Mittheilung vom 12. De⸗ zember hat die Seuche in Bombay mit dem Eintritt der kühlen Witterung zugenommen. Es sind nunmehr nicht allein alle Stadt⸗ tbeile, sondern auch die Vororte von ihr befallen worden. Vom 2. bis 8. Dezember wurden 173 Todesfälle amtlich angezeigt; doch ist ihre Zahl wahrscheinlich größer. Gelbfieber.

In Rio de Janeiro wurde den „Public health reports“ zufolge vom 1. bis 7. November 1 Todesfall festgestellt. Auf Cuba gelangten in Havanna vom 26. November bis 3. Dezember 72 Todesfälle (bei etwa 200 Neuerkrankungen) zur Anzeige, darunter 67 beim Militär, in Sagua la Grande, Santiago und Car⸗ denas vom 21. bis 28. November 15 (118) bezw. 11 und 7 (30), in Manzanillo vom 1. bis 15. November 3, in Cienfuegos vom 22. bis 29. November 5.

Unterleibstyphus.

Oesterreich⸗Ungarn. Die Evpidemie in Pola ist im Ab⸗ nehmen begriffen. Bis zum 18. Dezember wurden 632 Fälle unter der Zivilbevölkerung und 485 in der Garnison festgestellt.

Verschiedene Erkrankungen.

Pocken: Odessa 8, St. Petersburg 2, Warschau 12 Todesfälle;

aris 24, St. Petersburg 5 Erkrankungen; Flecktyphus: St. 2 Todesfälle; Rückfallfieber: Moskau und St. Peters⸗ burg je 2 Todesfälle; St. Petersburg 11 Erkrankungen; Genick⸗ starre: New⸗York 3 Todesfälle; Rotz: Berlin (Königliche Charité) 1 Todesfall; Influenza: Berlin 10, Braunschweig, Magdeburg, Stettin je 2, Budapest 3, London 10, Meskau 4, New⸗York 2 Todes⸗ fälle; S 7, Stockholm 39 Erkrankungen. Mehr als ein Zehntel aller Gestorbenen starb an Masern (Durchschnitt aller deutschen Berichtsorte 1881/90: 1,30 %): in Zwickau und Glasgow Erkrankungen kamen vor in Berlin 75, Breslau 29, in den Reg.⸗ Bezirken Arnsberg 520, Osnabrück 153, Posen 177, Schleswig 118, Wiesbaden 104, in München 29, Nürnberg 148, Budapest 51, Edin⸗ burg 47, Prag 56, Stockholm 22, Wien 108 an Scharlach (1881/90: 1,39 %): in Odessa Erkrankangen wurden angemeldet in Breslau 29, München 40, Budapest 28, Edinburg 33, London 219 (Krankenhäuser), Paris 48, St. Petersburg 72, Stockholm 24, Wien 35 an Diphtherie und Croup (1881/90: 4,49 %): in lensburg, Königshütte Erkrankungen kamen zur Anzeige in Berlin 64, in dem Reg.⸗Bezirk Arnsberg 165, in 2 künchen 36, London 129 (Krankenhäuser), Paris 48, St. Petersburg 118, Wien 62 desgl. an Unterleibstyphus in Paris 27, St. Petersburg 170.

Nr. 1

11

n Fieb

8 Rinderpest,

Süd⸗Afrika. Amtlichen Nachrichten vom 24. November v. J. zufolge, hat die Seuche sich im Oranje⸗Freistaat und in Griqualand West weiter ausgebreitet. Im Freistaat ist sie auch in 88 östlichen Distrikten festgestellt und bei Hopetown und Rouxville bis in die unmittelbare Nähe des Oranjeflusses vor⸗

edrungen. Beide Länder gelten nunmehr als vollständig verseucht. 8 wird angenommen, daß die Seuche im Norden über den Ngami⸗See bereits hinausgegangen ist. In Betschuana⸗, Khamas⸗,Sebeles⸗

und Bathorns⸗Land ist das Vieh größtentheils hingestorben. Im Ranya⸗Distrikte, südlich von Gaberones, ist eine ernste Krankheit unter den Eingeborenen infolge Genusses von getrocknetem Fleisch infizierter Thiere aufgetreten, welche gegen 30 % derselben dahin⸗ gerafft hat.

Bombay, 6. Januar. (W. T. B.) Nach dem amtlichen Aus⸗ weise sind am Montag 91 Erkrankungen an der Pest und 54 Todes⸗ fälle vorgekommen. Der Leiter des Jamsetjee⸗Hospitals, Oberarzt Manser, welcher sich mit der Untersuchung der Ursache der Pest be⸗ schäftigte, ist heute gestorben. Im ganzen sind bisher 2850 Personen an der Pest erkrankt und 2028 Personen gestorben. Die Flucht der eingeborenen Bevölkerung, einschließlich der Arbeiter und ihrer Familien, dauert fort. Die Flüchtlinge begeben sich auf das Land, wo bereits großer Mangel an Lebensmitteln herrscht. Bis jetzt haben etwa 325 000 Einwohner die Stadt verlassen. b

Handel und Gewerbe.

Tägliche Wagengestellung für Kohlen und Koks an der Ruhr und in Oberschlesien. b 1 In Oberschlesien sind am 6. d. M. gestellt 145, nicht recht⸗ zeitig gestellt keine Wagen. 1“ 1 „Am 31. Dezember 1896 sind in Oberschl nicht rechtzeitig gestellt keine Wagen.

.“ 1111“

Zwangs⸗Versteigerungen. Beim Königlichen Amtsgericht 1 Berlin standen am 6. Januar die nachbezeichneten Grundstücke zur Versteigerung:

7,35 a; Nutzungswerth 11 700 ℳ; mit dem Gebot von 185 000 blieb Direktor Franz Pernet, Karlstraße 25, Meistbietender. Weberstraße 46, dem Schlossermeister Joh. von Wlodarczyk gehörig; Nutzungswerth 3540 ℳ; für das Meistgebot von 210 000 wurde der Gastwirth F. Wiesegardt, Rüdersdorfer⸗ straße 50, Ersteher. Eingestellt wurde das Verfahren wegen des Grundstücks Landsbergerstraße 59 und Georgenkirch⸗ platz 12, dem Rentier Jul. Gruen gehörig. Aufgehoben wurde das Verfahren wegen des Grundstücks Straßburger⸗ straße 14, Ecke Saarbrückerstraße, der Frau A. Dürre u. Gen. ebörig. . 8 Beim Königlichen Amtsgericht II Berlin standen die nachbezeichneten Grundstücke zur Versteigerung: Grundstück zu Groß⸗ Lichterfelde, an der Neuen Straße belegen, der verwittweten Frau Dr. Petersdorff, Theophanie, geb. Adami, zu Berlin, Chausseestraße 9 wohnbast, gebörig; Flächenraum 6,55 a; Meist⸗ bietender blieb der Rittergutsbesitzer Wilhelm Lenz zu Lichterfelde bei Eberswalde mit dem Gebot von 1000 ℳ% Grundstück zu Groß⸗Lichterfelde, gleichfalls der Frau Dr. Petersdorff ge⸗ hörig; Flächenraum 7,65 aà; mit dem Gebot von 6500 blieb der Kaufmann Paul Kublitz zu Berlin, Niederwallstraße, Meistbietender. Grundstück zu Groß⸗Lichterfelde, wiederum der Frau Dr. Petersdorff gehörig; Flächenraum 11,71 a; mit dem Gebot von 1000 blieb der Rittergutsbesitzer Wilhelm Lenz zu Lichterfelde bei Eberswalde Meistbietender.

Berlin, 6. Januar. Marktpreise nach Ermittelungen des Königlichen Polizei⸗Präsidiums. (Höchste und niedrigste Preise.) Per 100 kg für: Richtstroh 4,66 ℳ; 4 ℳ. Heu 7,00 ℳ; 4,20 ℳ. —. Erbsen, gelbe, zum Kochen 40,00 ℳ; 20,00 ℳ. Speisebohnen, weiße 50,00 ℳ; 25,00 ℳ. Linsen 60,00 ℳ; 25,00 ℳ. Kartoffeln 6,00 ℳ; 4,00 ℳz. Rindfleisch von der Keule 1 kg 1,60 ℳ; 1,10 ℳ. dito Bauchfleisch 1 kg 1,20 ℳ; 0,90 ℳ. Schweinefleisch 1 kg 1,50 ℳ; 1,00 ℳ. Kalbfleisch 1 kg 1,60 ℳ; 1,00 ℳ. Hammel⸗ fleisch 1 kg 1,50 ℳ; 0,90 ℳ. Butter 1 kg 2,60 ℳ; 2,00

Eier 60 S 2 203

1“ 2 8 b er den Verkehr auf dem Berliner viehmarkt vom 6. Januar 1897. Auftrieb und Markt⸗ preise nach Schlachtgewicht mit Ausnahme der Schweine, welche nach Lebendgewicht gehandelt werden. Rinder. Auftrieb 450 Stück. (Durchschnittspreis für 100 kg.) I. Qualität —,— ℳ, II. Qualität —,— ℳ, III. Qualität 84 92 ℳ, IV. Qualität 70 80 Schweine. Auftrieb 8563 Stück. (Durchschnitts⸗ preis für 100 kg.) Mecklenburger 102 104 ℳ, Landschweine: a. gute 98 100 ℳ, b. geringere 92 96 ℳ, Galizier —,— ℳ, leichte Ungarn —,— bei 20 % Tara. Bakonver —,— bei kg Tara pro Stück. Kälber. Auftrieb 1614 Stück. (Durchschnitts⸗ preis für 1 kg.) I. Qualität 1,24 1,30 ℳ, II. Qualität 1,14— 1,22 ℳ, III. Qualität 0,96 1,10 Schafe. Auftrieb 980 Stück. (Durchschnittspreis für 1 kg.) I. Qualität 0,94— 1,06 ℳ, II. Qualität 0,88 0,92 ℳ, III. Qualität —,—

In Uebereinstimmung mit dem Gutachten des Landes⸗Eisen⸗ bahnraths ist von dem Minister der öffentlichen Arbeiten die Ein⸗ führung eines Ausnahmetarifs für feuchte Stärke auf den preußischen Staatsbahnen zu den Sätzen des Spezialtarifs III wider⸗ ruflich genehmigt worden. Der neue Ausnahmetarif soll ohne Be⸗ schränkung auf bestimmte Versand⸗ und Empfangsstationen für den ganzen Staatsbahnbereich zur Anwendung kommen. Den Bundesregierungen mit Staatsbahnbesitz ist von dieser Tarif⸗ maßnahme mit dem Anheimgeben Mittheilung gemacht worden, für den Fall der Annahme der künftigen preußischen Frachten für feuchte Stärke die nachgeordnete Eisenbahnverwaltung wegen Abgabe einer zustimmenden Erklärung an die geschäftsführende Verwaltung für die in Betracht kommenden direkten Verkehre mit den preußischen Staatsbahnen zu beauftragen. Die Königlichen Eisenbahn⸗Direktionen sind ferner ermächtigt worden, für die Ausfuhr von Kartoffelstärke⸗Fabrikaten (Trockenstärke, Stärke⸗ zucker, Stärkesyrup, Dextrin, Zuckerkuleur, Kartoffelmehl) nach den deutschen Seehäfen, sowie nach der Schweiz und nach Italien weiter ermäßigte Ausnahmetarife auf der Grundlage des Rohstoff⸗ tarifs einzuführen. Die erforderlichen Veröffentlichungen sollen sofort erlassen und die Verfügungen an die Dienststellen derart beschleunigt werden, daß die Tarifermäßigungen jedenfalls im inneren Staatsbahn⸗ verkehr mit dem 15. Januar d. J. in Kraft treten.

Von den Mitgliedern der Berliner Fondsbörse sind in den Börsenvorstand gewählt: die Herren Löwenberg, Julius Alexrander, Schlieper, Schwaß, Richter, Risch, Rothschild, E. Salomon, Hoppenstedt, Paul Böhme, Georg Fromberg, Caspar Levy, E. Basch⸗ witz, Theod. Markus, Theod. Rosenstock. Von dem Aeltesten⸗ Kollegium der Kaufmannschaft wurden in den Vorstand der Fonds⸗ börse gewählt die Herren Stadtrath Kämpff, Schwartz, Geheimer Kommerzien⸗Rath Helfft, Kommerzien⸗Rath Kopetzky und Weill.

Der jährlich von der Firma Rudolf Mosse herausgegebene Zeitungs⸗Katalog und Insertions⸗Kalender liegt für das Jahr 1897 vor. Die neue Ausgabe ist wieder äußerlich geschmackvoll ausgestattet und der für die Geschäftskreise nützliche Inhalt geschickt angeordnet, indem die Zeitungen und Zeitschriften nach Ländern und unter diesen nach den Erscheinungs⸗Orten alphabetisch aufgeführt sind. Ein räumlich umfangreicher Notizkalender erhöht die Brauchbar⸗

F 8 Bu zes. 1 8 8 b“ Fischhandel hat, wie die „Weser⸗ Ztg.“ der „Prov. Ztg.“ entnimmt, im letzten Jahre einen recht er⸗ freulichen Mehrumsatz gegen das Vorjahr erzielt, obgleich bei den nachstehenden Zahlen zu berücksichtigen ist, daß die Dampf⸗Hochsee⸗ fischerei⸗Gesellschaft „Nordsee“ seit Mai 1896 die Fänge ihrer Dampfer nicht mehr durch die Auktion gehen und seit dem 7. November ihre 10 Dampfer nach Bremerhaven fahren und dort die Ladungen theil⸗ weise in den Auktionen verkaufen ließ. Es wurden im Jahre 1896 in den Geestemünder Fischauktionshallen an der Geeste resp. am Fischereihafen verkauft:

S in Pfunden

Januar. 2 063 254 Februar. März. April. Mai. Juni. Juli. August September. Oktober. November Dezember

300 590,40 259 454,88 329 912,93

0 02 42

2 0 ꝙ10,—

276 751,40 249 258,05 1 196 475,34 Zusammen. 26 380 968 2 749 344,05 und 1895 . 27 586 147 ½ 2720 138,74 Das Endresultat zeigt trotz des Ausfalles der Dampfer der Nordsee noch einen Zuwachs hegen das Vorjahr, welcher durch das Hinzukommen neuer Dampfer hervorgerufen wurde. Stettin, 6. Januar. (W. T. B.) Getreidemarkt geschäfts⸗ los. Freier Verkehr: Rüböl Januar 55,00. Spiritus loko 36,30. Breslau, 6. Januar. (W. T. B.) (Schluß⸗Kurse.) Schl. 3 ½ % L.⸗Pfdbr. Litt. A. 100,10, Breslauer Diskontobank 118,25, Bres⸗ lauer Wechslerbank 104,00, Kreditaktien —,—, Schles. Bankverein 129,50, Bresl. Spritfbr. 133,75, Donnersmark 157,25, Kattowitzer

C. boro ro botboro beeöbore

5 8

2. Ind. Kramsta 144,00, Schles. Zement 194,10, Schl. Zinkh.⸗A.

205,00, Laurahütte 164,25, Bresl. Oelfbr. 106,50. 8 vekbethe. und Produktenmarkt. Spiritus per 100 100 % erkl. 50 Verbrauchsabgaben pr. Januar 54,30 Br., do. do 70 Verbrauchsabgaben pr. Januar 34,80 bez 11 In der heutigen Versammlung schlesischer Getreide⸗ händler und n.. einem Beschluß, der Breslauer oduktenbörse fernzubleiben, Abstand genommen. 8 Magdeburg, 6. Januar. (W. T. B.) Zuckerbericht. Kornzucker exkl. von 92 % —,—, Kornzucker exkl 88 Rendemen 9,85 10,00. Nachprodukte exkl. 75 % Rendement 7,30 8,05. Stetig. Brotraffinade I 23,50. Brotraffinade II 23,25. Gem. Raffinade mit Fas 23,25 24,00. Gem. Melis I mit Faß 22,50. Stetig. Robzucker I. Produkt Transito fr. a. B. Hamburg pr Januar 9,25 bez., 9,27 ½ Br., pr. Februar 9,35 Gd., 9,40 Br., pr. März 9,45 Gd., 9,50 Br., pr. April 9,55 Gd., 9,57 ½ Br., pr. Juli 9,85 bez., 9,87 ½ Br. Ruhig. S beit, . rankfurt a. M., 6. Januar. (W. T. B.) (Schluß⸗Kurse 89 e 1 20,385, Pariser do. 80,833, Wiener do. 169,95, 3 % Machsg. 98,80, Unif. Egypter 105,80, Italiener 92,10, 3 % port. Anl. —,—, 5 % amort. Rum. 101,00, 4 % russ. Kons. 103,00, 4 % Russ. 1894 66,50, 4 % Spanier 60,70, Mainzer 119,30, Mittel⸗ meerb. 95,80, Darmstädter 159,10, Diskonto⸗Komm. 212,20, Mitteld. Kredit 115,50, Oest. Kreditakt. 319 ⅞, Oest.⸗Ung. Bank 814,00, Reichs⸗ bank 157,00, Laurahütte 166,00, Westeregeln 177,40, Höchster Farb⸗ werke 436,00, Privatdiskont 3 ½. 20. „. Sozietät. (Schluß.) Oesterr. Kreditaktien 320 ⅞, Gotthardbahn 168,90, Diskonto⸗Komm. 213,25, Laurahütte 168,20, Italien. Mittelmeerb. 96,35, Schweizer Nordostbahn 136,20, Italien. Möridionaux —,—, Mexikaner —,—, Italiener 92,50. Bremen, 6. Januar. (W. T. B.) Börsen⸗Schlußl Raffiniertes Petroleum. (Offizielle Notierung der Bremer Petr Börse.) Niedriger. Loko 5,75 Br. Russisches Petroleum. —. Schmalz. Fest. Wilcor 22 ₰, Armour sbhield 21 ¾ ₰, Cudahy 23 4, Choice Grocery 23 ₰, White label 23 ₰, Fair⸗ banks —. Speck. Fest. Short clear middl. loco 23 ₰, Januar⸗Februar 22 ¾ ₰. Reis ruhig. Kaffee steigend. „B aum⸗ wolle. Fest. Upland middl. loko 38 ₰. Taback. 167 Packen Carmen. ö6“ Kurse des Effekten⸗Makler⸗Vereins. 5 % Nord⸗ eutsche Wollkämmerei und Kammgarnspinnerei⸗Aktien 170 Br., % Norddeutsche Lloyd⸗Aktien 112 ¼ Gd., Bremer Wollkämmerei

294 Br.

Hamburg, 6. Januar. (W. T. B.) (Schlußkurse.) Hamb.

Kommerzb. 130,70, Bras. Bk. f. D. 167,75, Lübeck⸗Büch. 150,75, A.⸗C. Guano W. 76,10, Privatdiskont 3 ½, Hamb. Packetf. 135,20, Nordd. Lloyd 114,00, Trust Dynam. 188,50, 3 % H. Staatsanl. 97,15, 3 ½ % do. Staatsr. 105,15, Vereinsbank 152,60, Hamburger Wechsler⸗ bank 132,00. Getreidemarkt. Weizen loko fest, holsteinischer loko 174 177. Roggen loko fest, mecklenburger loko 134—136, russischer loko fest, 94 -96. Mais 92 —93. Hafer fest. Gerste ruhig. Rüböl ruhig, loko 58 Br. Spiritus (unverzollt) fest, aber ruhig, pr. Januar⸗Februar 18 ¾ Br., pr. Februar.März 18 ¾ Br., pr. April⸗Mai 18 ⅞˖ Br., pr. Mai⸗Juni 19 Br. Kaffee fest, Umsatz 9500 Sack. Petroleum geschäftslos, Standard white loko 5,75 Br. Kaffee. (Nachmittagsbericht.) Good average Santos pr. März 53 ¼, pr. Mai 54, pr. September 54 ¼, pr. Dezember 55 ¼. Fest. Zuckermarkt. (Schlußbericht.) Rüben⸗Rohzucker I. Produkt Basis 88 % Rendement neue Usance, frei an Bord Hamburg pr. Januar 9,27 ½, pr. Februar 9,37 ½, pr. März 9,47 ½, pr. April 9,55, pr. Mai 9,65, pr. August 9,95. Behauptet.

Wien., 7. Januar. (W. T. B.) Günstig. Ungarische Kredit⸗ Aktien 417,25, Oesterr. Kredit⸗Aktien 378,50, Franzosen 366,50, Lombarden 93,75, Elbethalbahn 278,00, Oesterreichische Papierrente 101,90, 4 % Ungar. Goldrente 122,20, Oesterr. Kronen⸗Anleihe Ungar. Kronen⸗Anleihe 99,75, Marknoten 58,75, Bankverein 261,25, Länderbank 252,10, Butschtierader Litt. B.⸗Aktien 549,00, Türkische Loose 51,80, Brüxer 269,00.

London, 6. Januar. (W. T. B.) (Schluß⸗Kurse.) Englische 2 ¾ % Kons. 111 16, Preuß. 4 % Kons. —, Jral. 5 % Rente 90 ⅞, 4 % 89 er Russ. 2. S. 102 ¾, Konvert. Türk 20 ¼, 4 % Spanier 61 ¼, 3 ½ % Egypt. 100 ½, 40 % unif. Po. 104 ⅛, 4 ¼ % Trib.⸗Anl. 95 ½, 6 % kons. Mer. 94 ½, Neue 93er Mer. 92 ¼, Ottomanbank 11 ⅛, De Beers neue 29 , Rio Tinto 25 ¾, 3 ½ % Rupees 63, 6 % fund. Arg. A. 83 ¾, Arg. Goldanl. 84 ¼, 4 ½ % äuß. do. 55, 3 % Reichs⸗Anl. 98, Brasil. 89 er Anl. 69 ¼, Platzdiskont 3, Silber 29 ¾, 5 % Chinesen 100, Anatolier 86 ¼.

Aus der Bank flossen 4000 Pfd. Sterl.

Getreidemarkt. (Schluß.) Sämmtliche ruhig, aber stetig.

An der Küste 6 Weizenladungen angeboten.

96 % Javazucker 11 ¼ ruhig, Rüben⸗Rohzucker loko ruhig. Chile⸗Kupfer 489 ½, pr. 3 Monat 50 ⁄18.

London, 7. Januar. (W. T. B.) Die Chartered Com⸗ pany kündigt die Emission der n. estlichen 500 000 Aktien an und stellt dieselben zu je ei Pfund Sterling den Aktionären zur erfügung, wobei auf je sechs alte Aktien eine neue Aktie entfällt. er Erlös ist für den Ausbau der Eisenbahn in Betschuanaland nach Der Betrag ist voll am 1. Februar zu zahlen.

Januar. (W. T. B.) Baumwolle. Umsatz: 12 000 B., davon für Spekulation und Export 500 B. Steigend. Amerikaner höber. Middl. amerikan. Lieferungen: Fest. Januar⸗Februar 388 64——382⁄64 Käuferpreis, Februar⸗März 35864 3 %14 Verkäuferpreis, März⸗April 38864— 35964 do., April⸗Mai 3³914¶ Käuferpreis, Mai⸗Juni 358/64— 380764 do., Juni⸗Juli 380/⁄04 do., Juli⸗August 361 14 Verkäuferpreis, August⸗September 359⁄4 360⁄64 d. Werth. 1

Glasgow, 6. Januar. (W. T. B.) Roheisen. Mired numbers warrants 48 sh. 9 d. Ruhig. (Schluß.) Mixed numbers warrants 48 sh. 4 ½ d. Warrants Middlesborough III 40 sh. 9 d.

Paris, 6. Januar. (W. T. B.) An der Börse bherrschte zunehmende Lebhaftigkeit und durchweg günstige Tendenz. Italiener steigend infolge wachsender Kauflust. In Spaniern Hausse auf größere Deckungen, Banken weiter animiert, auch Minen⸗Aktien

beliebter. ü

.F; 3 % amort. Rente 101,00, 3 % Rente 102,52 ½, Italienische 5 % Rente 94,20, 4 % Russen 89 103,40, 3 % Russen 1891 93,85, 4 % unifizierte Egypt. —,—, 3 % spanische äußere An⸗ leihe 62 ⅛, B. ottomane 538,00, B. d. Paris 829,00, Debeers 751,00, Crédit foncier 675,00, Huanchaca⸗A. 69,00, Meridional⸗A. 648,00, Rio Tinto⸗A. 654,00, Suezkanal⸗A. 3295, Créd. Lyonn. 773,00, Banque de France 3600, Tab. Ottom. 316,00, Wchs. a. dt. Pl. 122 ½, London Wch. k. 25,21, Cheq. a. London 25,23, Wch. Amst. k. 206,50, do. Wien k. 208,25, do. Madrid k. 399,00, Wch. a. Italien 4 ½, Portugiesen 25,87 ½, Portug. Taback⸗Obl. 483,00, 4 % 94er Russ. 66,40, Privatdiskont —,—, 3 ½ % Russ. A. —,—, 3 % do. (neue) 92,75.

Getreidemarkt. (Schluß.) Weizen behauptet, pr. Jonuar 21,85, pr. Februar 22,35, pr. März⸗Juni 23,00, pr. Mai⸗August 23,45. Roggen ruhig, pr. Januar 14,25, pr. v 14,35. Mehl ruhig, pr. Januar 46,70, pr, Februar 47,00, pr. März⸗Juni 48,05, pr. Mai⸗August 48,85. Rüböl ruhig, pr. Januar 55 ½, pr. Februar 56, pr. März⸗April 56 ½, pr. Mai⸗August 57 ¼. Spiritus behauptet, pr. Januar 32 ½, pr. Februar 33, pr. März⸗April 33 ½,

.Mai⸗August 34. 8

8 8g Hepege g. (Schluß) ruhig, 88 % loko 24 ½ à 25. Weißer Zucker fest, Nr. 3, 100 kg pr. Januar 27 ½, pr. Februar 27 ⅜⅝, pr. März⸗Juni 28, pr. Mai⸗August 28 ⅜. 1

Paris, 7. Januar. (W. T. B.) Der „Matin“ meldet, die Pariser Börse werde demnächst reorganisiert werden, die Zahl der Wechselagenten werde vermehrt. Die Reform werde die Trans⸗

s leichtern. 1 aktionen sehr erleich .) (Schluß⸗Kuese)

V D B

uluwayo bestimmt. Liverpool, 6.

165,30, Oberschl. Eis. 92,65, Caro SKegenscheidt Akt. 132,50,

Danzigerstraße 6. Ecke Tresckowstraße 1, der Frau Maurer⸗ meister Therese Paul, geb. Müller, gehörig; Flächenraum

Oberschl. P. Z. 134,00, Opp. Zement 151,50, Gies 8 Zem. 125,7

v111A1A1A“

Amsterdam, 6. Januar. (W. T.

Getreidearten