dem Harmonium übernommen hatte, zeigte sich auch als Solist auf demselben gewandt. Eine willkommene Abwechselung boten außerdem
die Violoncellovorträge des Herrn H. Beyer, der mit edlem Ton und sicherer Technik das bekannte „Ave Maria“ von Bach⸗Gounod,
.
einzufinden. Ferner soll der werden,
zu treten, auf welche
gleich den anderen Leistungen dieses Abends außerordentlich günstig aufgenommen wurde.
Im Königlichen Opernhause
b rn gelangt morgen Hector Berlioz' Oper „Benvenuto Cellini“ unter Kapellmeister Weingartner’s Leitung zur Aufführung.
1 Königlichen Schauspielbause findet morgen eine Auf⸗ führung von Gustav Freptag's Lustspiel „Die Journalisten“ in folgender Besetzung statt: Oberst Berg: Herr Klein; Ida: Frl. von Mayburg; Adelheid Runeck: Frl. Lindner; Senden: Herr Purschian; Pro⸗ fessor Oldendorf: Herr Ludwig; Conrad Bolz: Herr Keßler; Bellmaus: Herr Hertzer; Schmock: Herr Hartmann; epenbrink: Herr Ober⸗ länder; Lotte: Frau Schramm; Kleinmichel: Herr Heine. — Wegen der auf Donnerstag, den 14. Januar, Abends 7 Uhr, anberaumten ersten
Aufführung von Friedrich Hebbel's „Genoveva“ muß die übliche Erillparzer⸗Feier an dieses Dichters Geburtstag (15. Januar) auf kurze Zeit verschoben werden. Dieselbe wird nunmehr zur Er⸗ innerung an den 25. Todestag Grillparzer's am Donnerstag, den
M21. Januar, stattfinden urd bei diesem Anlaß „Sappho“ in Scene gehen. Friedrich Hebbel’s „Genoveva“ (im Druck zuerst im Jahre 1843 ver⸗ öffentlicht) ist bisher nur in einer Bearbeitung unter dem Titel „Magellone“ am Wiener Burgtheater gegeben worden. In Deutsch⸗ land ist die Tragödie in einer dem Driginal getreuen Bühnen⸗ einrichtung bis jetzt noch nicht erschienen. folgende: Pfalzgraf Siegfried: Herr Ludwig; Poppe; Golo: Herr Matkowsky; land; die alte Margarethe: Frau Stollberg; Ritter Hilde⸗ brandt: Herr Winter; Ritter Tristan: Herr Purschian; Drago: Herr Molenar; Caspar: Herr Nesper; Conrad: 88 laus: Herr
8. stattfinden.
Veteranen gespeist werden.
und Wexkzeuge der Thiere; (beide m. Demonstr.); Medizin u. Naturwissenschaft; des 19. Jahrh.; Prof. Dr.
Die Besetzung ist Genoveva: Fräulein Katharina: Fräulein Haver⸗
recht.
8‧— 9 Derselbe, Aesthetik; im Drama der Frauengestalten; (m. Skiopt.).
8—9 Dr.
Balthasar: Herr Arndt; Hans: Herr Heine; der tolle Link; ein Maler: Hr. Uhlig; ein Jude: Herr Klein; Edelknecht: Herr Paulsen; Schmerzensreich: Ida Winkler.
Das Deutsche Theater bereitet als nächste Novität Ibsen’'s üngstes Schauspiel: „John Gabriel Borkman“ vor. Das Werk soll och Ende Januar in Scene gehen.
Im Theater des Westens geht am Sonnabend Philippi's Schauspiel „Der Dornenweg“ mit Frau Nuscha Butze in der Haupt⸗ rolle in Scene.
Der sechste Symphonieabend der Königlichen Kapelle nter Felix Weingartner's Leitung findet am 29. Januar statt. Zur feier des 100 jährigen Geburtstages von Franz Schubert gelangen an
diesem Abend nur Kompositionen dieses Meisters zu Gehör.
Die Berliner Liedertafel (Chormeister: A. Zander) ver⸗ nstaltet am 31. Januar in der Sing⸗Akademie eine „Schubert⸗
p eier“ unter Mitwirkung der Konzertsängerin Fräulein M. Münch⸗ off sowie des Baritonisten Herrn E. Severin; zur Aufführung ge⸗ langen ausschließlich Werke Franz Schubert's.
Kalischer, Kommunismus ꝛc. Berlin. — A
(Zentralhotel, Laden 14),
ausgegeben werden. und versendet Prospekte
diesem Quartal aus.
Der Vortra zu Gunsten seiner hauses veranstaltet, umfa
ist. Schon der dürfte auf das literarische ziehungskraft ausüben. Zwei literarischem Ruf gelangt sind: Freiherr von Ompteda,
Mannigfaltiges.
Heute Vormittag fanden in dem in der Rathenowerstraße ge⸗ legenen Exerzierhause die Rekruten⸗Besichtigungen beim 2. Bataillon und der 14. Kompagnie des 4. Garde⸗Regiments z. F. statt. Die Rekruten des Füsilier⸗Bataillons werden morgen, die des 1. Bataillons und der 13. Kompagnie genannten Regiments am 14. d. M. besichtigt werden.
Die Kommission des Magistrats für die der Hundertjahr⸗Feier des Geburtstags Kaiser Wil⸗ helm's I. hat gestern unter dem Vorsitz des Ober⸗Bürgermeisters Zelle beschlossen, der gemischten Deputation vorzuschlagen, daß den Schülern der städtischen Schulen am Sonnabend vor der Feier mit⸗ getheilt werde, sie hätten sich am folgenden Sonntag in den Kirchen
den 4. F Otto Ernst und Emil Marriot die Wiener Romandichterin. Vorbereitung
P. K. Rosegger gewonnen,
Dank ernten wird. endlich wird Josef
vom 12. Januar, Schauspielhaus.
13. Vorstellung. Die Jour⸗ Morgens.
nalisten. Lustspiel in 4 Aufzügen von Gustav Freytag. Regie: Herr Keßler. Anfang 7 ½ Uhr.
Donnerstag: Opernhaus. 13. Vorstellung. Mar⸗ garethe. Oper in 5 Akten von Charles Gounod. Text nach Wolfgang von Goethe’'s Faust, von Jules Barbier und Michel Carré. Ballet von Emil Graeb. (Faust: Herr Emil Götze, Königlicher Kammersänger. als Gast.) Anfang 7 ½ Uhr.
Schauspielhaus. 14. Vorstellung. Zum ersten Male: Genoveva. Tragödie in 5 Aufzügen und einem Nachspiel von Friedrich Hebbel. Anfang 7 Uhr.
Wind. Wetter.
40 R.
eratur elsius
Stationen.
1
SO 3 bedeckt 2 wolkig 2 wolkig 4 bedeckt 2 wolkenlos 2 bedeckt 1 Schnee 1 bedeckt
Te in °0
Bar. auf 0Gr. 5(C.
u. d. M
Belmullet .. Aberdeen .. Christiansund Kopenhagen. Stockholm.
aparanda. St. Petersbg. Moskau . . .
Cork, Queens⸗
Iomwmn . .. Cherbourg. “ “ Hamburg.. Swinemünde
Neufahrwasser Memel
1 EI“ ünster ... Karlsruhe .. Wiesbaden. München .. Chemnitz.. Berlin
Wien.. Breslau . .. Ile d'Aix.. Mizza . . 754 Nebe Weisst 757 bedeckt
Uebersicht der Witterung.
Das barometrische Maximum im Osten hat sich südwärts nach Südrußland verlegt, Depressionen lagern vorm Kanal und über dem westlichen Mittel⸗ meer. Ueber Zentral⸗Europa dauert die östliche Luftströmung fort, die über Dänemark stark auf⸗ tritt. In Deutschland ist das Wetter kalt und trübe, ohne meßbare Niederschläge. Feer. ist frostfrei. Erwärmung zunächst für das westliche Deutschland wahrscheinlich.
Deutsche Seewarte.
Theater.
Königliche Schanspiele. Mittwoch: Opern⸗ haus. 12. Vorstellung. Beuvennto Cellini. Oper in 3 Aufzügen von de Wailly und Barbier. Deutsche Bearbeitung von Peter Cornelius. Musik von Berlioz. In Scene gesetzt vom Ober⸗ Regisseur Tetzlaff. Dekorative Einrichtun Ober⸗Inspektor Brandt. Dirigent
752 756 759 762 771 769 775 778
¶055058 G. 8
8
Deutsches Theater. Mittwoch: Zum 25. Male: Die versunkene Glocke. Anfang 7 ½ Uhr.
Donnerstag: Die Wildente. 8
Freitag: Die versunkene Glocke.
I oo tbo oœ oœO
751 755 757 759 759 761 765 769
756 756 757 757 755 758 759 758 759
758
Regen wolkig Dunst bedeckt bedeckt bedeckt Dunst bedeckt Dunst wolkenlos Nebel bedeckt Nebel bedeckt bedeckt bedeckt Regen
wolki
Berliner Theater. Mittwoch: Kaiser Hein⸗ rich. Anfang 7 ½ Uhr.
Donnerstag: Renaissance.
Freitag (18. Abonnements⸗Vorstellung): Zum ersten Male: Die Jungfran von Orleaus.
1
—
Lessing Theater. Mittwoch: Wer war’s?7 Anfang 7 ½ Uhr.
Donnerstag: Madame Sans⸗Géne. Groß.) 8
Freitag: Die goldne Eva.
(Jenny (Jenny Groß.)
1I
SeocehchSSrrnfbe-NboUocUen--0o
Residenz-Theater. Direktion: Sigmund Lauten⸗ burg. Mittwoch: Die Frauenjäger. (Le Dindon.) Schwank in 3 Akten von Georges Feydeau, übersetzt und für die deutsche Bühne bearbeitet von Benno Jacobson. Anfang 7 ½ Uhr.
Donnerstag und folgende Tage: Die Frauenjäger.
Neues Theater. Schiffbauerdamm 4a./5. Direktion: Sigmund Lautenburg. Mittwoch: Marcelle. Komödie in 4 Akten von Victorien Sardou. Für die deutsche Bühne bearbeitet von Paul Lindau. In Scene gesetzt von Sigmund Lautenburg. Anfang 7 ½ Uhr. Henastag und siglade Tage: Marcelle.
Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Zu halben Preisen: Der Hüttenbesitzer.
Schiller⸗Theater. Mittwoch, Abends 8 Uhr: Der Millionenbauer.
Donnerstag, Abends 8 Uhr: Der Schierling. — Die Komödie der Irrungen.
Theater des Westens. Kantstraße 12. (Bahn⸗ hof Zoologischer Garten.) Mittwoch: Der Militär⸗ staat. Anfang 7 ½ Uhr.
Donnerstag: Der Millitärstaat.
vom ee. Der Militärstaat.
022—
veltetbeec- SSSebeSlecotbodo een
— —. ½
—
mit dem Bildhauer xu Weise der Platz vor dem Denkmal des - B Kaisers Wilhelm am Montag, dem Hauptfesttage, seitens der Stadt⸗ das Largo von Händel und ein Adagio von Goltermann vortrug, welches emeinde ausgeschmückt werden solle. Alle Bürger sollen durch die Feitungen und vermittels der Anschlagsäulen aufgefordert werden, ihre Häuser zu schmücken und zu illuminieren. an dem Gedenktage eine Festrede gehalten, die sollen festlich geschmückt und illuminiert werden, sowie auf der Galerie des Rathhausthurmes und im Saale des Berlinischen Rathhauses estn Am darauffolgenden Dienstag sollen die ädtischen Arbeiter bei Auszahlung des vollen Tagelohns einen freien Tag haben und in der großen Turnhalle in
Die Humboldt⸗Akademie eröffnete gestern Abend in allen drei Lehrstätten ihre populär⸗wissenschaftlichen Vortragscyelen und Unter⸗ richtskurse des Winter⸗Quartals für Herren und Damen; der zu den Vorträgen der ersten Woche ist auch ohne Hörerkarte frei. Es beginnen an den nächsten Abenden folgende I. Im Dorotheenstädtischen Realgymnasiuan, NW., Georgen⸗ straße 30/31: Heute, Dienstag, 7—8 Uhr, 8 —9 Derselbe, Zoologie, Weichthiere ꝛc. 7 — 8 Dr. F. Rubinstein, Ausg. Kavitel aus
Kirchner, Deutsche L wart; 8 —9 Derselbe, Schiller als Philosoph; English Reading ꝛc.; Dr. Emilie Kempien, II. Im Falk⸗Realgymnasium, Heute, Dienstag 7—8 Uhr, Sr. M. Klein, Psychologie der Schrift; Gegenwart; O. Fischel, 2 III. In der Luisenstädtis 1 schu le, S., Dresdenerstr. 113: Heute, Dienstag, 7 —8 Uhr, Dr. A. Chr. 8 — 9 Dr. Cl. Klein, Geschichte der Stadt lles Nähere enthalten die Programme, welche in be⸗ kannten Buchhandlungen und in den Bureaux: Buchhandlung straße 116a) und Selmar Hahne's Buchhandlung (Prinzenstr. 54) Speziell für die Luisenstadt ertheilt Auskunft das dort gewählte Kuratorium, Adressat Stadtverordneter L. Rosenow, S0., Schmidstr. 6. — Von den an⸗ gekündigten Vorlesungen fallen die Halbeyclen über französische Lite⸗ ratur und Sprache wegen Krankheit des Dozenten Ch. Marelle in
scyclus, den der Verein „Berliner Presse“ Ite e engatnse im großen Saale des Architekten⸗ t diesmal sechs Abende, für die ein ab⸗ wechselungsreiches, interessantes Programm zusammengestellt worden erste Abend, Publikum
werden an diesem Tage nach Berlin kommen, um ihre neuesten Werke vorzulesen. den 21. Januar, gedenkt Ludwig Fulda seine jüngsten Dichtungen vor⸗ zutragen. Zum ersten Mal erscheinen am dritten Abend, Donnerstag, ebruar, vor dem Berliner Publikum der Hamburger Lyriker
Am vierten Abend, Donnerstag, den 11. Februar, wird, wie schon gemeldet, Felix Weingartner als erscheinen. Für den fünften Abend, Donnerstag, den 25. der im Dienste der Wohlthätigkeit die weite Reise von Graz nicht scheut und hierfür gewiß besonderen Am letzten Abend, Donnerstag, den 4. März, Kainz mit dem Vortrage eigener literarischer
Stadt⸗Baurath Hoffmann beauftragt Reinhold Begas in Berathung
Im Rathhause Joll beiden Rathhäuser
der Prinzenstraße die
Jutrift Vorlesungen und Kurse: Dr. R. v. Hanstein, Waffen
Dr. R. Penzig, Religionsphilosophie iteratur der Gegen⸗ Doz. G. Duncan, Deutsches Familien⸗ W. Lützowstr. 84 d:
8 Doz. E. F. F
rey, Naturalismus 8— 9
Derselbe, Shakespeare's Venezianische Malerei chen Ober⸗Real⸗
Zentralbuchhandlung E. Haase (Potsdamer⸗
Donnerstag, der
— 14. Januar, eine ganz besondere An⸗ jüngere Autoren, die schnell zu
Wilhelm von Polenz und Georg Am zweiten Abend, Donnerstag,
(Pseudonym für Emilie Mataja),
edner ebruar, ist
Arbeiten den Cyelus beschließen. Eingeleitet wird dieser Abend durch eine Dame, die Münchener Dichterin Carry Brachvogel. — Die Eintrittspreise zu den Vorträgen entsprechen denen des vorigen Jahrez. sie betragen 3 ℳ für einen numerierten und 1,50 ℳ für einen un⸗ numerierten Platz. Außerdem werden Karten für den ganzen Cyeluz zu ermäßigten Preisen ausgegeben. Es kostet für alle sechs Vorträge ein numerierter Platz 12 ℳ, ein unnumerierter Platz 7 ℳ Eintrittz. karten sind zu haben in den Buchhandlungen von Amelang jett 126), Speyer u. Peters (Unter den Linden 43) und — (Leipzigerstr. 8) und, soweit der Vorrath reicht, an der
Zu dem am Donnerstag, den 14. Januar, in den Festräumen des Kaiserhofes stattfindenden Ballfest des Klubg der Deutschen Schriftsteller. Genossenschaft stehen für die Mitglieder des Klubs der Genossenschaft und ihre Familien. angehörigen Eintrittskarten zum Preise von 3 ℳ pro Person an der Kasse der Genossenschaft (W. Kronenstraße 61) zur Verfügung. Für durch Mitglieder eingeführte Gäste werden Eintrittskarten zum Preise von 6 ℳ pro Person abgegeben. 6
Thorn, 11. Januar. Auf dem Rittergute Niemezyk bei Kulmsee br annte das Wohnhaus des Besitzers des Gutes nieder; swei 1““ fanden, dem „W. T. B.“ zufolge, in den Flammen ihren Tod.
London, 11. Januar. Das „Reuter'sche Bureau“ meldet aus Bonny: Eine englische Expedition, bestehend aus dem stell. vertretenden General⸗Konsul, dem stellvertretenden Kommissar, dem Kommandanten der Truppen des Niger⸗Schutzgebietes, zwei Mit⸗ gliedern des Konsularkorps, einem Arzt, zwei Zivilpersonen und einge⸗ borenen Trägern, ging gegen den 1. d. M. nach der Stadt Benin in durchaus friedlicher Mission ab. Die Yacht des Konsuls ist nun hier mit Nachrichten eingetroffen, nach denen die Mitglieder der
von Unterthanen des Königs von Benin ermordet worden eien.
Nach Schluß der Redaktion eingegangene Depeschen.
Budapest, 12. Januar. (W. T. B.) Das Unterhaus begann heute mit der Berathung des Budgets. Der Bericht⸗ erstatter Hegedues wies auf das Anwachsen der Ausgaben
regulierung, daß das vorliegende Budget diese Frage bereits im vorgerückten Stadium erscheinen lasse, und erklärte, das Gebiet der Politik nicht betreten zu wollen, da dem Lande mit der Erörterung der wirthschaftlichen Frage mehr gedient sei. Der Abg. Horanszki bemerkte hierauf im Namen der National⸗ partei, dieselbe werde nicht für den Voranschlag stimmen, und warf der Regierung vor, das Land in der Quotenfrage verkauft zu haben. Der Minister⸗Präsident Baron Banffy erklärte demgegenüber, er wolle sich meritorisch jetzt nicht mit der Quotenfrage befassen, es werde aber die Zeit kommen, wo die Regierung werde beweisen können, daß die Vor⸗ aussetzungen Horanszki's jeder Grundlage entbehrten. Der Abg. Kossuth brachte sodann eine Resolution ein, die auf die Mißbräuche bei den letzten Wahlen hinweist, und erklärte im Namen seiner Partei, dieselbe wwerde das Budget ablehnen.
(Fortsetzung des Nichtamtlichen in der Ersten Beilage.)
Dirertion: Julius Fritzsche. weiser Benutzung einer A. M. Willner und Bernh. Buch von Carl Weinberger. Anfang 7 ½ U Donnerstag: Die Fledermaus. reitag: Die Fledermaus.
Gillette von Narbonne. 3 Akten von Henri Chivot und Musik von Edmund Audran.
Dresdenerstraße 72/73.
von Paul Ferrier und Antony Mars.
und Victor Roger.
Bentral-Theater. Alte Ja Direktion: Richard Schultz. Mittwoch: a. G. Eine wilde Sache. Große posse mit Gesang und Tanz in 6 W. Mannstädt und Julius Freund. Julius Einödshofer. Anfang 7 ½ Uhr.
wilde Sache. Sonnabend, den 16. Januar: Ne⸗ Eine tolle Nacht.
Theater Unter den Linden. Behrenstr. 55/57.
Mittwoch: Der Schmetterling. Operette in 3 Akten (mit theil⸗ fremden Grundidee) von
onnabend: Neu einstudiert: Zum ersten Male: Komische Oper in
Thalia⸗-Theater (vorm. Adolph Ernst⸗Theater). Direktion: W. Hasemann.
Mittwoch: Frau Lientenant. Vaudeville in 3 Akten Hermann Hirschel. Musik von Gustav Serpette
Donnerstag und folgende Tage: Frau Lieutenaut.
Donnerstag: Benefiz für Alma Seemann.
reiters Mr. Gaberel mit seinem großartig dressierten
Fuchshengst Albarac. Das phänomenale humo⸗
ristische Rechengenie Mr. Inandi als Gast. Donnerstag: Lustige Blätter!
———— — amilien⸗Nachrichten. l N ten.
Verlobt: Elisabeth Gräfin von Sponeck mit . Lieut. von Bresler II. (Posen). — Frl. nna Baum mit Hrn. Großh. Sächsischen Kammerherrn Gaston von Chaulin (Danzig). — Frl. Ina von Sittmann mit Hrn. Ritterguts⸗ besitzer Alfred Roetzschke (Obernigk — Dresden). — 5 Frida Probst mit Hrn. Realgymnasial⸗Lehrer . Stein (Gr.⸗Lichterfelde —Grünberg i. Schl.). — Frl. Helene “ mit Hrn. Assistenz⸗Arzt 1. Kl. Dr. Bernhard Dorn (Lübeck—- Fritzlar). — Frl. Johanna Müller mit Hrn. Fabrikbesitzer und Lieut. d. R. Etienne Doussin (Sorau N.⸗L. — Bunzlau). — Frl. “ mit Hrn. Forst⸗Assessor und Lieut. d. R. Paul Bertram (Neu⸗Ruppin). — Frl. Marie Holthusen mit Hrn. Pfarrer Otto Niemann (Castellaun).
Verehelicht: Hr. Professor Dr. Josef Jadassohn mit Frl. Marga Kern (Bern).
Geboren: Ein Sohn: Hrn. Majoratsbesitzer von Kalckstein 8 chultitten bei Schrombehnen). — Hrn. Prem.⸗Lieut. Ernst von Eisenhart⸗Rothe (Berlin). —Hrn. Rittergutsbesitzer Albert Gilka (Dessow, Mark). — ine Tochter: Hrn. Stadtmissions⸗Inspektor, Pastor M. Braun (Berlin). — Hrn. Rittmeister Ernst von Rathenow (Ludwigslust). 1
Gestorben: Hrn. Geheimen Regierungs⸗Rath
Leo Delsa Tochter Elisabeth (Köslin). — Verw.
binder.
Musik hr.
Alfred Duru.
Deutsch von
kobstraße 30. Emil Thomas Ausstattungs⸗ Bildern von
Musik von
Eine
zu einstudiert:
Koponzerte.
Konzerthaus. Karl Meyber Mittwoch: Unter freundlicher Mi Komponisten Herrn Schmeling. norwegischer Walzer von Schmeling. in Toledo“, Serenade und spanisch Schmeling.
des Komponisten.
“
„Im Hardanger“,
La Rose hongroise“, Walzer von Schmeling, unter persönlicher Leitung
Saal Bechstein. Mittwoch, Anfang 7 ½ II. Konzert (Klavier⸗Abend) von Muriel Elliot.
Fr. Oberst⸗Lieut. Rosalie Heinlé, geb. von Putt⸗ amer (Bad Kösen). — Hr. Wirklicher Geheimer Ober⸗Regierungs⸗Rath a. D. Franz Carl Rennen Seln) — Hr. Amtsrath ilhelm Rosenfeld Neuhausen). — Fr. Alexandrine von la Vidre, geb. von Heusch (Dresden). — Hr. Superintendent Theodor Pfitzner (Bocho b. Jüterbog). — Hr. General⸗Lieut. z. D. Alexander Stoltz (Bonn). — gr. Leopold von Gostkowsky (Stolp i. Pomm.) — Stiftsdame Lesopoldine von Schepke (Dresden). D. Frhr. Carl von Bock⸗
e
Konzert. twirkung des
„Ein Abend er Tanz von ungarischer — Hr. Hauptmann a. Hermsdorf (Breslau).
Ubr: Verantwortlicher Redakteur: Siemenroth in Berlin.
Birhus Renz. Saison 1896/97.) Außerordentliche Vorstellung. K
Karlstraße. (
tende Karrikaturen. Vollblutschimmelhengst, 6 Trakehner dressiert und vorgef. vom Direktor Fr
: Kapellmeister onnabend: Zum ersten Male: 1“X“ 8 1“ “
Weingartner. Anfang 7 ½ Uuhr. l[ weg. 1“
Renz und Frau Rob. Renz.
Mittwoch, Abends 7 ½ Uhr: folg! Lustige Blätter! Nene Einlage. Leuch⸗ Außerdem: Bagdad, arabischer
doppelte hohe Schnle, geritten von Frl. Wally 9 Auftreten des Schul⸗
Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin. Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlags⸗ Anstalt Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32. Sieben Beilagen (einschließlich Börsen⸗Beilage),
sowie die Inhaltsangabe zu Nr. 6 des öffent⸗ lichen Angeigere (Kommanditgesellschaften auf Aktien und Aktiengesellschaften) für die Woche vom 4. bis 9. Jannar 1897.
Inbiläums⸗
olossaler Er⸗
Rapphengste, Renz. Die
Gesetzentwurfs, betreffend das Diensteinkommen
und die Art ihrer Deckung hin, bemerkte bezüglich der Valuta-
1 1
Beilage
8 *
Erste
Berlin, Dienstag, den 12. Januar
2
eiger und Königlich Preußischen Staats⸗Anzeiger.
1897.
Berichte von deutschen Fruchtmärkten.
Qualität
Außerdem am Durch⸗ wurden
gering V mittel V
gut
Ver⸗ 8
8 Markttage kaufte Ver⸗
schnitts⸗ (Spalte 1)
Gezahlter Preis für 1 Doppelzentner
nach über⸗
schläglicher
Schätzung verkauft
Preis für 1 Doppel⸗
Menge kaufs⸗
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höch⸗ nie⸗ 8c V drigster
ℳ
nie⸗ höch⸗ V nie⸗ drigster ster V drigster V
1
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Doppel⸗
Doppel⸗ zentner zentner
(Preis
unbekannt)
zentner
höch⸗ ster
ℳ
100 kg ℳ ℳ
Weizen.
11.] ũNeuß . 15,80] 16,30 1 16,30]/ 16,80
16,80 17,30
265 4491 16,95 [ 16,95
Roggen.
11. ¼ Neuß
11,30 11,80]/ 11,80 ]1 12,30]
190 2 270 ]/ 11,95 11,89
Haser.
13,30 13,80 y13,80 14,30]
140 1 953 1 13,95 ⁷1 13,95
Preußischer Landtag. Haus der Abgeordneten.
15. Sitzung vom 11. Januar 1897 Auf der Tagesordnung steht die zweite Berathung 1
Lehrer und Lehrerinnen an den öffentlichen Volks⸗
schuaa. den Beginn der Debatte ist berichtet
en. 1 “ § 2 soll das Grundgehalt für Lehrer auf 900 ℳ, ür Lehrerinnen auf 700 ℳ festgestellt werden, während bg. Seyffardt⸗Magdeburg (nl.) beantragt hat, statt bezw. 700 zu setzen: 1000 bezw. 800 ℳ, und der Abg. Rickert (fr. Vgg.) 1200 ℳ als Grundgehalt festgestellt wissen will.
Minister der geistlichen ꝛc. Angelegenheiten D. Dr. Bos se: Meine Herren! Der Antrag des Herrn Absg. Seyffardt ist zweifel⸗ 8
gestern
diktiert von dem freundlichsten Wohlwollen für die Lehrer, von dem Wunsche, im Interesse der Lehrer ganze Arbeit gemacht zu sehen, und da ich mich in diesem Wunsche mit dem Herrn Abg. Seyffardt und, wie ich glaube, mit allen Parteien dieses hohen Hauses begegne, so hätte ich keinen dringenderen Wunsch, als daß es mir möglich wäre, einfach Hand in Hand mit diesem Antrage zu gehen und zu sagen: wir wollen die Sache machen. Das kann ich nicht thun. Meine Herren, ich muß im Interesse der Lehrer und im Interesse des Zustandekommens dieses Gesetzes Sie dringend bitten, bei den Kom⸗ missionsbeschlüssen zu beharren. Ich würde das nicht thun, wenn ich nicht überzeugt wäre, daß es sich hier um die ganze Existenz, um das Zustandekommen des Gesetzes handelt. 8 Meine Herren, der Antrag des Herrn Abg. Seyffardt, das Grundgehalt zu erhöhen, ist bereits überholt durch Ihre Kommissionsbeschlüsse. Er war in einem früheren Stadium einmal diskutabel. Er ist auch von uns auf das eingehendste erwogen worden in dem Stadium, als wir die Vorlage zurecht machten, als es sich darum handelte, ob alternativ entweder das Grundgehalt zu erhöhen sei oder die Alterszulagen nach der Höhe der ersten Vorlage. Damals sprach manches dafür, das Grundgehalt zu erhöhen; das hätte auch manchen Wünschen der Lehrer entsprochen, und selbst finanziell wäre es etwas vortheilhafter gewesen. Nichtsdestoweniger ist der Herr Finanz⸗Minister mit mir vollkommen einverstanden gewesen, daß es im Interesse der Lehrer richtiger war, auf eine Erhöhung der zulagen das entscheidende Gewicht zu legen im Interesse der Lehrer und im Interesse der Gemeinden. Meine Herren, schon deshalb kamen wir damals zu dieser Entscheidung, weil die Erhöhung des Grundgehalts immer nur einem Theile, wenn auch einem recht er⸗ heblichen, der Lehrer zu statten gekommen wäre, während die Erhöhung der Alterszulagen allen Lehrern ohne Ausnahme zu gute kommt. Nun, meine Herren, dieser Grund — das erkenne ich gerne an — ist nicht gerade ausschlaggebend. Viel wichtiger ist der andere, daß, wenn Sie den Antrag des Herrn Abg. Seyffardt annehmen, wir in die Zwangslage, die Nothwendigkeit gesetzt werden, sofort an die Gemeinden jetzt wieder mit erhöhten Anforderungen heranzutreten. Und nun, meine Herren, man mag ja über das, was man heutzutage agrarisch nennt, denken, wie man will, aber darüher is man doch heute in keiner Partei mehr im Zweifel, daß unsere Landwirthschaft sich in einer Nothlage, und in einer sehr schlimmen Nothlage befindet (sehr richtig!), und daß diese Nothlage am allerschwersten empfunden wird in den ländlichen Gemeinden mit den einfachen und billigsten Pee ss 8 auf welche das Minimalgehalt dieses Gesetzes zugeschnitten ist. Also, meine Herren, einen ungeeigneteren Zeitpunkt als diesen, jetzt an die ländlichen Gemeinden mit erhöhten Anforderungen, mit dem ganzen Zank über die Leistungsfähigkeit und Leistungsunfähigkeit deh meine Herren, einen ungeeigneteren Zeitpunkt kann man sich garnich denken. (Sehr richtig!) Und, meine Herren, noch eins kommt dazu. Es würde, wenn wir in diesen zahlreichen Fällen dies wirklich thun müßten, in den Gemeinden nothwendig einen peinlichen und einen 8 stimmenden Eindruck hervorrufen müssen, und dieser Eindruck 1 e ganz unzweifelhaft auf die soziale und auf die amtliche Sb Lehrer zurückwirken. Auch für die Lehrer ist es in diesem Augen 8 nicht wünschenswerth, daß die Gemeinden wiederum behelligt 88 8 mit diesem ganzen unangenehmen Kampf um die Leistungsfähigkeit un die Leistungsunfähigkeit. nichtsdestoweniger könnte man ja 117.2 selbst diesen großen Uebelstand mit in den Kauf nehmen, wenn wirkli die Sache so läge, daß es sich um eine unabweisliche oder auch 8 um eine sehr dringende Nothwendigkeit handelte. Meine v. 5 ist aber durchaus nicht der Fall, und zwar deshalb nicht, weil e 8 unserem Vaterlande ganz unzweifelhaft eine Reihe von Gemeinden mi so billigen und so einfachen Lebensverhältnissen giebt, daß der junge
Lehrer in den ersten Jahren seines Amtes mit einem Baareinkommen von 900 ℳ und freier Wohnung doch allenfalls auskommen kann. (Sehr richtig! rechts.) Er wird damit — lassen Sie mich diesen Gesichtspunkt noch ganz kurz hervorheben — als Anfänger in die Lage kommen, mit dem wirthschaftlichen mittleren Durchschnitt der Glieder seiner Schulgemeinde etwa auf demselben Lebensfuße zu stehen, und, meine Herren, das ist der wahre, der richtige Maßstab für die Stellung des Lehrers in einfachen Landgemeinden. (Sehr richtig! rechts.)
Meine Herren, der Herr Abg. Rickert wolle es mir nicht ver⸗
übeln, wenn ich auch heute Sie warne vor diesem hinkenden Vergleich mit den Subalternbeamten, auch wenn das vor vielen Jahren hier im Abgeordnetenhause bereits einmal in einer Resolution ausgesprochen worden ist. Meine Herren, in einer großen Zahl der Gemeinden, in denen es sich um das Ausnahme⸗Minimalgehalt handelt, von dem die Rede ist, giebt es überhaupt keine Subalternbeamten; da kann über⸗ haupt ein solcher Vergleich nicht eintreten, sondern der Lehrer muß seine Lebenshaltung so führen, daß er in anständiger Weise etwa auf dem mittleren wirthschaftlichen Niveau der Glieder seiner Schul⸗ gemeinde steht; dann wird er auch das rechte Verhältniß zu der Schulgemeinde haben. Nun, meine Herren, werden Sie mir einwenden: es giebt doch Fälle, wo dieser Maßstab nicht zutrifft, wo wirklich mit den 900 ℳ dieser Maßstab nicht erreicht wird. Nun, meine Herren, da kommt es eben auf das System dieses Gesetzes an, und das kringt mich auf einen Gesichtspunkt, der mit der Schärfe, die ich wünsche, bisher hier nicht zur Sprache gebracht ist. Ja, meine Herren, wir haben hier nicht das System gewählt, daß wir eine große wirthschaftliche Schablone gemacht haben, in welche jede Schul⸗ stelle des Landes eingereiht werden könnte, sondern wir haben ein System gewählt, welches lediglich nach unten für ausnahmsweise billige Verhältnisse eine Schranke darbietet, welches aber im übrigen individualisirt, jede einzelne Stelle nach den örtlichen Verhältnissen und nach der Amtsstellung so in ihrem Einkommen bemißt, wie es Recht und Gerechtigkeit erfordern. Das ist der Grundgedanke des ganzen Systems. Nun, meine Herren, namentlich den Lehrern hat immer das Ideal vorgeschwebt eines solchen Systems der Normalgehälter, und das hat auch manches für sich, und wir haben sie auch in einzelnen deutschen Staaten. Aber ich mache darauf aufmerksam, in einem kleinen Staat von der Größe eines preußischen Kreises oder einiger preußischer Kreise oder eines preußischen Regierungsbezirkes, vielleicht auch — aber das wird schon sehr zweifelhaft — von der Größe einer preußischen Provinz können Sie das machen; da ist es auch schnell und leicht durchzuführen. Aber in dem großen Staat Preußen mit seinen unendlichen Verschiedenheiten nicht bloß zwischen Osten und Westen, sondern mit den ganz verschiedenen Lebensverhält⸗ nissen in den verschiedensten Gemeinden ist ein solches System aufzu⸗ stellen und durchzuführen unendlich schwer, wenn nicht ganz unmöglich. Aber angenommen, Sie hätten es gewollt, Sie hätten dieses System, das wir Ihnen vorgeschlagen haben, und ich für richtiger halte, um⸗ werfen wollen, — dann müßten wir die umfangreichsten wirthschaftlichen Ermittelungen machen für jede Stelle, denn sonst käͤmen wir auf Un⸗ gerechtigkeiten. Will man ein solches Spstem der Normalgehälter einführen, dann muß man das System gerecht gestalten, und das kann man nur auf Grund der sorgfältigsten, statistischen Ermittelungen.
Diese Ermittelungen hätten aber sehr lange gedauert; ihre Auf⸗ arbeitung, ihre Verwerthung, das Ziehen der Schlüsse daraus fůr die Aufstellung des großen Plans, in den die Stellen einzureihen wären, hätte Jahre in Anspruch genommen, und, meine Herren, Jahre lang können unsere Lehrer nicht mehr warten. Unseren Lehrern muß ge⸗ holfen werden und muß sehr bald geholfen werden. (Sehr richtig!) Der Herr Abg. Rickert hat ganz Recht: der Kultusminister kann morgen weg sein; aber Sie können einen Kultusminister bekommen, welchen Sie wollen, er muß diese Frage lösen. Gerade wie es mir gegangen ist, daß ich nach wenigen Wochen gesehen habe, hier liegt der Punkt, der absolut sofort in Angriff genommen werden - genau so würde es jedem meiner Nachfolger gehen. Die Lehrer a 2 müßten aufs Neue warten. Das ist, meine Herren, glaube ich, ein großes sittliches Interesse, ein großes Interesse der Gerechtigkeit, 8 großes politisches Interesse, daß endlich einmal diese Frage 8* Welt kommt, daß diese Sache geregelt wird, daß endlich einmal das Lehrerbesoldungswesen in Preußen auf eine verständige, und wenn
nur verträgliche, gesetzliche Grundlage kommt. 1 5 Nun, vb Herren, der Entwurf, wie er aus den Beschlüssen
issi ie Hi deren die Lehrer
er Kommission hervorgegangen ist, bietet die Hilfe, 8 1b vr ncnsetic bedürfen, wie ich anerkenne, in einem mäßigen Umfange, aber nach meiner Ueberzeugung deshalb in ausreichendem Umfange, weil wir eben das System der Individualisierung haben, weil es sich
älter zu schaffen, sondern weil hier nicht darum handelt, Normalgehälter zu sch fft “ 88
es sich lediglich darum handelt, eine Minimalgrenze zu schaffen, die unter keinen Umständen unterschritten werden darf. Und nun, meine Herren, wenn Sie den Antrag des Herrn Abg. Seyffardt annehmen, so schaffen Sie eine Gefahr, die viel größer ist als die, wenn Sie ein wohlüberlegtes System von Normalgehältern haben; dann schaffen Sie die Gefahr, daß unsere Gemeinden und unsere Beschlußbehörden sagen: nun gut, wenn das Gesetz so hoch geht, so sehen wir das nicht mehr als einen Ausnahmefall an für die billigsten Orte, sondern wir machen daraus das Normalgrundgehalt und wir lehnen jede Mehrforderung ein für alle Mal ab. Da können wir natürlich an die Beschlußbehörden uns wenden; ob das aber Erfolg hat, ist sehr zweifelhaft. Daß diese Gefahr verstärkt wird durch Erhöhung des Grundgehalts von 900 auf 1000 ℳ, ist außer allem Zweifel. Ich sehe davon ab, meine Herren, Sie daran zu erinnern, daß im andern Hause das Zustandekommen des Gesetzes ganz unzweifelhaft wesentlich erschwert werden wird. Ich will auf diesen Punkt nicht näher ein⸗ gehen aus sehr naheliegenden Gruͤnden. Es genügt auch, daß das überhaupt erwähnt ist. 8 Nun, meine Herren, durch die Beschlüsse Ihrer Kommission, durch diese Minimalgehälter, die jedem Lehrer gesichert werden, inkl. der Alterszulagen, deren Annahme wir Ihnen in Aussicht ge⸗ stellt haben, wird nach unserer Ueberzeugung das erreicht, was unter den gegenwärtigen Umständen zu erreichen ist. Die Staatsregierung erblickt unter Belassung des Minimalgehalts von 900 ℳ in den neun Alterszulagen von je 100 ℳ die äußerste Grenze des z. Z. Möglichen und Erreichbaren. Meine Herren, ich habe diese Erklärung auch in der Kommission abgegeben, ich habe sie abgeben müssen, und wenn hier heute leise durchgeklungen ist, daß es doch vielleicht nicht voller Ernst gewesen sei mit dieser Erklärung, so mache ich Sie darauf auf⸗ merksam: ich hätte mich eines frivolen Spiels mit dem Wohl und Wehe von Tausenden von Lehrern schuldig gemacht, wenn ich eine solche Erklärung abgegeben hätte, ohne daß ich fest überzeugt war, daß sie die Wahrheit und daß mehr nicht zu erreichen ist. Das, hoffe ich, wird man mir nicht zutrauen; ich weise es weit von mir ab. Meine Herren, wenn Sie die Kommissionsbeschlüsse annnehmen, so werden Sie einen Zustand schaffen, einen thatsächlichen Zustand, bei dem die 900 ℳ ja nur ausnahmsweise das Minimum des Grund⸗ gehalts bilden in den ganz billigen Orten; sie werden dann einen Zustand schaffen, bei dem Preußen wieder an der Spitze des Schul⸗ wesens und des Lehrerbesoldungswesens in ganz Deutschland marschiert und wieder an der Stelle steht, die es immer eingenommen hat und
auf die es gehört. 1b Ich bitte Sie auf das dringendste, die Kommissionsbeschlüsse un⸗ verändert anzunehmen. (Bravo!l rechts.) 111“ Abg. Dr. Hermes (fr. Volksp.): erachte ein Gehalt von 1200 cfür eNehnet für richtig. Wenn auch die Hoffnung nicht groß ist, so wäre es doch wohl möglich, daß das Haus dem national⸗ liberalen Antrag zustimmte und, wenn das Herrenhaus diesem Be⸗ schlusse beitreten würde, daß die Regierung sich dem Beschlusse fügt. Bei dieser Sachlage braucht man wirklich nicht auf die landwirth⸗ schaftliche Nothlage hinzuweisen. Wir werden für den Antrag Rickert und, wenn er nicht angenommen wird, für den nationalliberalen Antrag stimmen. Redner wendet sich dann gegen die Angriffe des Abg. Irmer bei der ersten Lesung der Vorlage, die sich gegen den hiesigen Magistrat richteten, der eine Lehrerstelle in Großbeeren mit 750 ℳ Gehalt ausgeschrieben habe. Die Stadt Berlin fungiere nur als Patron, das Gehalt bezahle die Gemeinde Großbeeren; weder die Gemeinde noch die Regierung hätten einen Antrag gestellt, zu diesem Lehrergehalt einen Beitrag zu gewähren. Der frühere Stadtverordnete Irmer könne doch wissen, daß in Berlin ausreichende Lehrergehälter gezahlt würden. Abg. Latacz (Zentr.): Ich würde gern für die Erhöhung des Grundgehalts auf 1000 ℳ stimmen, wenn nicht davon gerade das Zustandekommen des Gesetzes abhängen würde; denn diese Er⸗ höhung könnte nur vorgenommen werden, wenn die Mittel dazu vom Staat hergegeben würden. Da die 900 ℳ nur in den billigsten Orten angewendet werden sollen, während in den theureren Orten höͤhere Grundgehalte festgestellt werden müssen, so werde ich für die Kommissionsbeschlüsse stimmen, trotz aller Angriffe, denen ich mich dadurch in der Presse aussetzen werde. Hoffentlich gelingt es bald, einen weiteren Schritt zur Erfüllung der Wünsche der Lehrer zu thun. Ich wünsche, daß die Zahl derjenigen, welche den national⸗ liberalen Antrag F“ FE groß 9* aber daß sie nicht die Hälfte der Mitglieder des Hauses überschreitet. Hetkee Mäti⸗ von Zedlitz und Neukirch (fr. kons.): Ich werde die eütsert,n für den nationalliberalen Antrag mit einem Theil meiner Freunde verstärken müssen, denn ich theile nicht die Befürchtung, daß ein einstimmiger Beschluß in diesem Sinne das Gesetz gefährden würde. Bei der heutigen Finanzlage des Staates da ich kein Bedenken, die Erhöhung der Alters⸗ zulagen und die Erhöhung des Grundgehalts zu genehmigen; der Staat würde freilich auch die Mehrausgaben für den letzteren Zweck tragen müssen. Denn an die Gemeinden kann man mit Mehrforde⸗ rungen nicht herantreten, deshalb muß der Staatzsäckel aufgemacht werden, der Staat muß seine subsidiär eintretende Verpflichtung zur Tragung der Schullasten erfüllen. Wenn das Gehalt von 900 ℳ angenommen wird, so werden dasselbe 16 000 Lehrer beziehen, weitere 8000 Lehrer beziehen ein Gehalt von zwischen 900 und 1000 ℳ Wenn nur in den ärmlichsten Gemeinden 900 ℳ beibehalten werden sollen, so würde in der größten Zahl von Gemeinden eine Erhöhung vorgenommen werden müssen. Der Lehrer oder die Schulaufsichts⸗ behörde wird darauf dringen, und dadurch wird Beunruhigung in die Gemeinden hineingetragen werden. Man muß hier nicht halbe, sondern ganze Arbeit machen. Durch die Annahme von 1000 ℳ würde man für eine Reihe von Jahren Ruhe schaffen, die je t nur für kurze Zeit eintreten wird. Wir wollten den aussichtslosen Antrag nicht einbringen, aber nachdem er von jener Seite eingebracht ist, glaubt ein Theil meiner Freunde für denselben stimmen zu müssen. Abg. Dr. Porsch (Zentr.): Ich will, die Lehrer auch möglichst günstig stellen, aber man darf die Lehrer nicht so wie die Subaltern⸗ beamten stellen. Ein solcher Vergleich ist nicht möglich. Es giebt aber akademisch gebildete Beamte, die schlechter gestellt sind als die Subalternbeamten, z. B. die Geistlichen, die manchmal schlechter gestellt sind als die Lehrer. Richterliche Beamte und Aerzte sind auch oft schlechter gestellt als Subalternbeamte. Die Ueberschüsse der Staatsfinanzen haben mit der Vorlage nichts zu thun; denn das erhöhte Grundgehalt würde ja von den Gemeinden aufgebracht werden müssen. Je mehr die Staatsmittel, für die Schule in Anspruch ge⸗ nommen werden, desto mehr wird die Begehrlichkeit des Staates ver⸗ mehrt, in die Schule sich einzumischen. Das wollen wir nicht wenn nicht vorher die Rechte der Gemeinden, welche nach der die Schulen einzurichten haben, festgelegt werden. Entscheidend
die Erklärung Regierung, daß eine Erhöhung des Grundgehalts
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