erster Linie soll ein Wettbewerb durch Entwürfe eisgericht soll von den Entwürfen, welche zur Ausführung angemeld
nd, diejenigen auswählen, deren Vorführung in betriebsfähiger Aus⸗
fachmännischen Beurtheilung der Gärtner das größ
besten bezeichnen, der nicht zur Ausführun sich das Comité vor, die Nucfauefüdenng, Terwelndet it 8
Entwürfen wählt das Preisgericht d
aus, wenn sein Entwurf durch das Comité zur Ausführun
1] S.wesen Hennicke in
„Hei 1
bea 558 ztechniker des hamburgischen öffent d. J. Alles Nähere ist aus der B ü Ausstellung in Hamburg 1897“, vFschge Persiehl in Hamburg) zu ersehen.
Theater und Musik.
Einen starken gffals Lali⸗ Lsge. zum ersten Mal aufge Antony Mars ins Deuts freilich auch
Gebiet des Frivolen, ohne sich jedoch
In dem Stück wird die mißliche
Kaution fehlten.
nun zusehen, wie sein Vorgesetzter seiner hübschen Frau zu dürfen. heimlichen Ehepaares, daß die Gattin des Obersten muthet ankommt und bei einem Stelldichein, welches Gemahl mit der Lehrerstochter verabredet hat, letztere vertritt. Der Oberst erfährt nun, daß die Lehrerstochter die rechtmäßige Frau seines besten Offiziers ist, und “ das Unrecht, das er ihm fast zu⸗ Felügt hätte, durch eine edle That wieder gut zu machen. Um mög⸗ ichst unbemerkt seinem Lieutenant die erforderlichen 30 000 Fr. Kaution zu beschaffen, verliert er dieselben im Spiel an ihn. An lustigen Einfällen, Episoden und Nebenpersonen, unter denen die drolligen Gestalten des Dorfschullehrers, eines Offiziers⸗ burschen und eines Dienstmädchens zu erwähnen sind, fehlt es ebensowenig wie an musikalisch gefälligen Gesangseinlagen. Was dem Stücke besonders zum Vortheil ist der geschickte Aufbau des dritten, aufklärenden Aktes, der noch eine Fülle unerwarteter Wendungen und geistvoller Pointen enthält. Wie immer im Thalia⸗ Theater, war die Aufführung geradezu mustergültig. Herr Böttcher und Fräulein Theren gaben das junge Ehepaar gewandt und sympathisch, während der Oberst und seine Gattin in Herrn Sachs und Fräulein Bojé elegante und glaubwürdige Vertreter fanden. Herr Junker⸗ mann erregte als täppischer Offiziersbursche schon durch seine drollige Madke allgemeine Heiterkeit und hatte in Frau Sigl, der Gattin des Direktors Hasemann, welche an diesem Abend in der Rolle des ver⸗ liebten Dienstmädchens debutierte, eine ausgezeichnete Partnerin. Auch der komischen Charge, die Herr Max Ewald als Dorfschullehrer schuf, muß mit gebührender Anerkennung gedacht werden. Die prickelnde Musik, welche von Gaston Serpette und Victor Roger her⸗ rührt, kam unter der umsichtigen Leitung des Kapellmeisters Kuhn bestens zur Geltung. Das Publikum war sehr beifallslustig und rief nach jedem Aktschluß die Darsteller, den Bearbeiter und den Direktor, der das Stück mit Geschick in Scene gesetzt hatte, auf die Bühne.
unver⸗
Wetterberi 8 1
vom 13. Januar, Morgens.
— — N ☛ —
Carré. Ballet vom Ober⸗Reg
Bar. auf 0Gr.
u. d. Meeressp sius 40 R.
Wind.
Stationen. Wetter.
Temperatur
red. in Millim. in d Cel
5° C.
*½
1bedeckt
3 wolkig
1 bedeckt stil Dunst
4 bedeckt
2bedeckt
1 wolkenlos
1 Schnee
4 balb bed. 7 Regen
1 bedeckt
1 bedeckt
1 bedeckt¹) 1 Dunst ²)
Belmullet.. 765 Aberdeen . 763 Christiansund 756 Kopenhagen. 757 Stockholm. 761 8 aranda . 762 W t. Peterbbg. 769 Moskau 771 Cork, Queens- toww 762 N. Cherbourg . 754 NO Helder 2758 ONO ZET111ö6“6“ 758 NO mburg 757 N. Swinemünde 757 NO Neufahrwasser 758 SSO 2 Dunst;) Memel 760 SO 3 Schnee 754 NNO 2 Regen 755 NO 1 bedeckt 756 9O 3 bedeckt 754 NO bedeckt LCEETTW1I1I1“ Regen ⁴) N756 stin Schnee 756 88 ftill Nebels) n.. 757 SO 2 Nebel N lau. V 757 SO 1 bedeckt Ile d'Aix.. 751 SSO ZRegen 1 Nißza ..... 754 O 4 bedeckt qq725 stillkbedeckt 10
-“9) Dunst. ²) Schnee, Glatteis. ³) Abends und Nachts Schnee. ⁴) Nebel und Regen. ⁵) Glatteis
Uebersicht der Witterung.
Die Luftdruckvertheilung ist auf dem ganzen Gebiete gleichmäßig geworden. Ein barometrisches Maximum ist im Westen der Britischen Inseln in Entwickelung begriffen und dementsprechend ist der Zutritt ozeanischer Luft von unseren Gegenden für mehrere Tage noch
abgeschlossen, um so mehr als ein Minimum sich über Südwest, Europa befindet. In Deutschland ist das Wetter trübe und wärmer, stellenweise ist
Niederschlag gefallen. Deutsche Seewarte.
Theater.
— ae Donnerstag: Opern⸗ heaus. Vorstellung. Margarethe. 5 Atten von Charles Counod. Lerk hech Wesegenn
ONO NW SSO
Regisseur Max
bdo Sto Sx
Prolog. Musik
Schauspielhau
schwender. von Ferdinand
—
ente. Freitag: Die
——DSSSSSS=D0s’
Anfang 7 ½ Uhr. Freitag (18. einstudiert: Die
Sonnabend, N Abends 7 ½ Uhr:
Sans⸗Géne. Freitag: Die
kehr, studiert: Niobe.
Schwank in 3 und für die de Jacobson. Anfa
Sonntag, Matinée. Lustspiel in 4
8
stattfinden, und das
9 ber durch Gewährung der Kosten zu ermöglichen und i ierd ich ei Auszeichnung zu ertheilen. Unter 8 Aananbn b 8.. dem der ge⸗ 1— Von der Bewerbung um di scheidet der Sieger des Wettbewerbes um ee. benaciescg Preig langt. Die Vertheilung weiterer Preise bleibt dem Comité überl 8 8. richter sind die Herren Geheimer Regierun 8Rath, Profefso 9. Fhce. Feaban, Baumeister Kapp⸗ lichen Bauwesens, und rtner. Tag der Einreichung der Bewerbungen ist der 1. April „Allgemeine Gartenbau⸗ IV. Nachtrag (Druck von H. O.
n Paul Ferrier und e übertragen hat. Die Handlung ist sen eigen ist, sie streift
richtung vom Ober⸗Inspektor Brandt. Föpfecmeister Sucher. öniglicher Kammersänger. als Gast.) Anfang 7 Schauspielhaus. ger Male: Genoveva. Tragödie in 5 Aufzügen und einem Nachspiel von Friedrich Hebbel. Bühne eingerichtet und in Scene gesetzt vom Ober⸗
vom Ober⸗Inspektor Brandt.
Freitag: Opernhaus. 14. Vorstellung. B i. (Pagliacci.) Oper in - g. Bajazz
Abonnement B. 3. Orig
Kreutzer. Anfang 7 ½ Uhr.
Sonnabend: Moritari. Das Ewig⸗Männliche.)
Lessing · Theater. (Jenny Groß.) Anfang 7 ½ Uhr.
Sonnabend: Zum ersten Male⸗
Im Königlichen Ope
el Eehs Hebb on Friedri ebbel Inscenierung ist vom ber⸗ richtung vom Ober⸗Inspektor nach den Zeichnungen und An Guthknecht angefertigt. Der Im Lessing⸗Theater Spielplans „Madame Sans⸗Gé gegeben. Als nächste Novität
im Neuen Theater, sondern im
halben Preisen statt, und zwar Auffübrung.
88 Im Zentral⸗Theater Sache“ nur noch morgen als Seemann und übermorgen als
Posse „Eine tolle Nacht“ wieder
Der Magistrat beschloß burtstages welcher die Vorbereitung der
antragen. Ferner sollen zur bewilligt werden; die Festschrift
Spezial⸗Etat für die Realsch gesetzt, sodaß ein Zuschuß von 61
130 ℳ zu erhöhen. angesetzt ist, um diese Summe ver
nahme mit 60 424 ℳ und
bedürfnisse 102 000 ℳ in Ausgab
nothwendig wird. betragen
in den Etat gestellt sind; an Ge die Summe Straßenbesprengung sind mit 311
liner Presse“ zu anstaltet, beginnt morgen,
von Goethe's Faust, von Jules Barbier und Michel
von Emil Graeb.
In Scene gesetzt isseur Tetzlaff. 86 9eis
Dekorative Ein⸗ E Dirigent: (Faust: Herr Emil Gäbe
r.
14. Vorstellung. Zum ersten
Für die
Grube. Dekorative Einrichtung
Anfang 7 Uhr.
Oper 2 Akten und einem und Dichtung von R. Leoncavallo,
deutsch von Ludwig Hartmann. — antasi
Bremer Nathskeller. Fbe. hee, n. frei nach Wilhelm Hauff, von Emil Graeb. Musit von Adolf Steinmann.
Phantastisches Tanzbild,
Anfang 7 ½ Uhr.
g. 15. Vorstellung. Sonder⸗ Vorstellung. Der Ver⸗ inal⸗Zaubermärchen in 3 Aufzügen Raimund. Musik von Konradin
Deutsches Theater. Donnerstag: Die Wild⸗ Anfang 7 ½ Uhr.
versunkene Glocke.
(Teja. Fritzchen.
Berliner Theater. Donnerstag: Renaissance.
Abonnements⸗Vorstellung): Neu Jungfran von Orleans. achmittags 3 Uhr: Ascheubrödel. — Renaissance. 8
Donnerstag: Madame
goldne Eva. (Jenny Groß.)
Die Wieder⸗
11“ Schauspiel in 3 Aufzü von Frangois de chausp ufzügen
zurel. — Hierauf: Neu ein⸗
(Jenny Groß.)
Residenz⸗Theater. Direktion: Sigmund Lauten⸗ burg. Donnerstag: Die Franenjäger. (Le Dindon.)
kten von Georges Feydeau, übersetzt utsche Bühne bearbeitet von Feleht ng 7 ½ Uhr.
Freitag und folgende Tage: Die Franenjäger. den 17. Januar, Mittags 19 gitr: um ersten Male: kten von P. A. Kirstein.
Junge Ehe.
oveva“, Tragödie in 5 Aufzügen und ei aufgeführt. 8 enen kacbspie⸗ egisseur Max Grube, die dekorative Ein⸗
wird - 1] 8 I2 e. — reitet da eater das S 1 „Die Wiederkehr“ (L'Invitée) von Frangois de Curel vor, Louise Dumont die weibliche Hauptrolle spielen wird.
Das neue Stück Paul A. Kirstein's „Junge Ehe“ wird nicht
Vorstellung am nächsten Sonntag, Theater findet am nächsten Sonntag eine Nachmittags⸗Vorstellung zu
„ dann gelangt am Sonnabend, “ fund den folgenden Tagen die u
wie das sonst leider allzuhäufig zu geschehen pflegt, darin zu verlieren. lichen Sitzung zunäachst bezüglich ö age eines jungen franzö
Offiziers geschildert, der eine arme Dorfschullehrerslochter hemtgscschen heirathet hat, weil ihm die Mittel zur Hinterlegung der erforderlichen t Da kommt sein Regiment in den Ort und der Oberst zu seinem Schwiegervater ins Quartier. Der Lieutenant muß den Hof macht, ohne aus Furcht vor Entdeckung und Verabschiedung eingreifen Doch wendet sich schließlich alles dadurch zu Gunsten 8
aiser Wilhelm's I. am 22. uUnd 23. März d. J., bei d Stadtverordneten die Einsetzung einer gemischten 8 stehend aus fünf Magistratsmitgliedern und zehn Stadtverordneten,
ädtischen Schulen zur Vertheilung kom ich di Beehenen “ Kassers. kon. Barhe nalmh die aben. — Hierauf wurden die Berathungen zur Festsetzung des Stadt⸗ ihr haushalts⸗Etats für das Verwaltungsjahr 18 Fraar egt. 8
Einnahme mit 386 114 und in
dürfte sich der Einnahmeposten steigern, wenn die Stadtverordnet
Versammlung dem Magistratsbeschluß beisti gorneten⸗ auswärtige Schüler 88 1. wesch 82 F e eSe. — „Diese Mehreinnahme anschlagt, sodaß sich die Einnahme an Schulgeld, welche auf 373 200 ℳ
für das Friedrich Wilhelms⸗Hospital und die Siechenanstalten ist in Ein⸗ mit 60 in Ausgabe mit 547 707 ℳ fef sodaß ein Zuschuß von 487 281 ℳ nöthig ist. für die Friedrich Wilhelms⸗Anstalt ist auf 750 Siechenanstalten auf 520 Personen in Ansatz gebracht. rflegung und Bekleidung ist die Summe von 80
Straßenreinigung und Besprengung schließt in Einnahme mit 190 263
in Ausgabe mit 2 516 603 ℳ ab, sodaß ein Zuschuß von 222 bahune rsgelmbigen e nach einem abgeschlossenen Vertrage 562 200 ℳ, währen für außerordentliche Leistungen (bei starkem Schneefall 100
von 1 209 196 ℳ festgestellt.
Der erste der Vortrags⸗Abende, die der „Verein Ber⸗ Gunsten pünktlich um 8 Uhr, im großen
rnhause ge morgen Gounod’'s diesem den Mephistopheles singt Herr „Die ause wird morgen zum ersten 1“
Bühneneinrichtung und
randt besorgt. Die Kostüme sind aben des Theatr Kona⸗eft Masenn nfang ist auf 7 Uhr anberaumt. morgen unter Abänderung des
Residenz⸗Theater, als Mittags⸗ in Secene gehen. Im Neuen
gelangt Ohnet’s „Hüttenbesitzer“ zur
eeht die Ausstattungsposse „Eine wilde enefiz⸗Vorstellung für Fräulein Alma letzte Aufführung in Scene. Ms⸗
zur führung.
in seiner gestrigen außerordent⸗ we der Feier des hundertjährigen Ge⸗ und d Oelgesellschaft
Festlichkeiten obliegen soll, zu be⸗ stellung einer Festschrift 20 000 ℳ soll in 100 000 Exemplaren in den
zur Stadt Berlin zum Inhalt
ulen Ausgabe mit 1,003 615 ℳ fest⸗ 7 501 ℳ erforderlich wird. Indessen
““
von 80 ℳ auf jährli ist auf 30 000 ℳ
größern würde. — Der Spezial⸗Etat
b run . Ts auff nesgenn Fenenge Hiecler in der Pitelrolle zur Auffübrung. Saal des Architektenhauses. üh der err Emil Götze
eresse bi te Moödlinger. . teresse bietet. Sollte das Preisgericht einen Entwurf als den In ; z Fm!“ 8 er iert.
. zum ersten Mal seine
ungedruckte
EE n au nde 7 wie 4
von Amelang schon mitgetheilt,
Der Verein zur Beförderung des Gewe 51 76. Stiftungsfeft am Sonnabend, 8 832werb 8 Pe. hunch ein Festmahl im „Englischen Haufe“, Mohrenstraße
Mün chen „ 12. Januar. lichen Telegramm ist in der Haus ham ein Theil der Grundstre ist niemand; umlaufende gegentheilige Gerüchte sind unbegründet.
London, meldet, auf einem in Purfleet an der Them z. der russischen Bebafffkfchent en Tbemse gelegenen Grundstüc
Manni iges. sich griff und die ganze U b nigfaltiges gieß ’ Strömen 8 die Fngesend 8
das 100 000
urchtbar wüthete. dieren der Petroleumfässer erschwert. nach Westen trug dazu bei, die drohende Gefahr von den Pulver⸗
Um 10 ½ Uhr Abends war der Brand des Schadens läßt sich noch nicht angeben, er Nach amtlichen Berichten sind außer den Oelfässer verbrannt. Die ine Breite von 120 Pards.
magazinen abzuwenden. lokalisiert. Die Höhe 88 soll 1⸗ sehr eoh sein. er ebäuden etwa volle und 3000 I (höhere Bürgerschulen) ist in Brand üele hat eine Länge von 170 z
Wilhbelm von Polenz
von Krummseifenbach“ Georg 8 Novellette
vorlesen. Der „Ein Wiederseh
vergangenen Nacht
e eingestürzt. Veru
12. Januar. Gestern Abend brach, wie „W. T. B
5 euer aus, euchtete.
Gallonen enthaltende Lager zu retten.
12. Januar. Nach der vorläufigen S
bergeörch tr esbenns 8 ve; . Schätzung beträgt Bl.) angerichtete Schaden 200 000 Es i gebildet worden. Fr ist ein
Dorfe Zizers
festgestellt, Die Belegungsziffer ersonen, die der Für Ver⸗ 8 1 3 000 ℳ, für Haus⸗ u] e gestellt. — Der Spezial⸗Etat der Sofia, Abschluß von Abfuhrkosten für Kehricht ꝛc.
hältern und Löbnen der Arbeiter ist Die Ausgaben für die 847 ℳ ausgeworfen.
(Fortsetzung seiner Unterstützungskasse ver⸗
Neunes Theater. Schiffbauerdamm 4 a./5. Direktion: Sigmund Lautenburg. Donnerstag: Marcelle. Komödie in 4 Akten von Victorien Sardou. Für die deutsche Bühne bearbeitet von Prn Lindau. In Scene gesetzt von Sigmund
utenburg. Anfang 7 ½ Uhr.
Seh 88 falöesge 1 Marrcelle.
onntag, Nachmittags r: Zu halben Preisen: Der Hüttenbesitzer. “
Schiller⸗Theater. Donnerstag, Abends 8 Uhr: Der Schierling. — Die Komödie der Irrungen. Freitag, Abends 8 Uhr: Der Millionenbaner.
Theater des Westens. Kantstraße 12. (Bahn⸗ hof Zoologischer Garten.) Donnerstag: Der Militär⸗ staat. Anfang 7 ½ Uhr.
Freitag: Der Militärstaat.
onnabend: Zum ersten Male: Der Dornen⸗ weg. Schauspiel in 3 Akten von Felix Philippi.
Theater Unter den Linden. Behrenstr. 55/57. Dirertion: Julius Fritzsche. Donnerstag: Die Fiedermaus. Komische Operette in 3 Akten von C. Haffner und Rich. Genée. Musik von Johann Strauß. Dirigent: Herr Kapellmeister Korolanyi. Anfang 7 ½ Uhr.
Freitag: Die Fledermaus.
Sonnabend: Neu einstudiert: Gillette von Narbonne. Komische Oper in 3 Akten von Henri Füüh und Alfred Duru. Musik von Edmond
udran.
Thalia⸗Theater (vorm. Adolph Ernst⸗Theater). Dresdenerstraße 72/73. Direktion: W. Hasemann. Donnerstag: Fran Lieutenant. Vaudeville in 3 Akten von Paul Ferrier und Antony Mars. Deutsch von Hermann Hirschel. Musik von Gustav Serpette und Victor Roger. Anfang 7 ½ Uhr.
Freitag und folgende Tage: Fran Lieutenaut.
Bentral⸗Theater. Alte Iarokstraße 30. Direktion :Richard Schultz. Donnerstag: Emil Thomas 8,8. 6. L Alma Pe ngnn. i Auf⸗
rung von: Eine wilde Sache. Große Aus⸗ “ mit Gefang und Tanz in 8 nhas⸗ von „ Mannstädt und Julius Freund. Musik von Julius Einödshofer. Anfang 7 ½ Uhr.
Freitag: Letzte Aufführung von: Eine wilde Sache. 8.
Sonnabend, Sonnt nd die fol— a Tage: Eise one Hacsen ag un ie folgenden Tage
Konzerte.
Sing-⸗Akademie. Donnerstag, Anfang 8 Uhr; Konzert von Margarete Fersenheim (Klavier)
und Jenuy Rosa (Gesang). “
Regierung steht gegenwärt
Frankreich, lassen ein baldiges Ergebniß trages mit Rußland wird der diplomatische
St. Petersburg Stanciow Verhandlungen führen
wird neue. Novellett
Ompteda, wird zundchst
ehen“ 3 les und . 12 Der (jetzt Potsdamerstr 126), T in (Lei gen und Speyer u. Peiers (Unter den Linden i.) srnten Eeipzigerftr. 8)
leißees feiert Nachmitt 21) Im Monat Dezember
„ . 1 Nach einem hier eingelaufenen amt⸗ im Bergwerk
E“
Deuts ch
zum
38
zeiger und Königlich Preußischen Staats⸗Anzeiger
Berlin, Mittwoch, den 13. Jauuaur
18927.
Deutsches Reich. Uebersicht
der in den deutschen Münzstätten bis Ende Dezember 1896 vorgenommenen Ausprägungen von Reichsmünzen.
Goldmünzen
Silbermünzen
Nigelmünzen Kupfermünzen
Doppel⸗ Halbe kronen Kronen ℳ ℳ ℳ
1896 sind geprägt worden in:
Kronen Privat⸗
Hiervon auf Zwei⸗
rechnung ℳ
Zwanzig⸗ pfennigstück ₰ 1
Ein⸗ markstücke
Fünfzig⸗ markstücke pfennigstück
Zwanzig⸗ pfennigstuͤcke 11n ₰ ℳ ℳ ₰ ℳ . ℳ 4
Zwei⸗
Fünf⸗ 838 pfennigstücke
Zehn⸗ pfennigftücke
Ein⸗ pfennigstücke pfennigstücke
nglückt
das rasch um Oel t ofort aufgebotenen rmannschaft gelang es, das anstoßende 32 der amerikanischen Während die Ma ft beschäftigt; den Brand von den Oelbehältern entfernt igiist ngr. lammen den Füll⸗ und den Böͤttcherschuppen, in denen das Feuer Die Löscharbeiten wurden noch durch das Explo⸗ Das Umschlagen des Windes
ergriffen die
s. Nr. 8
ilfscomité halts
Nach Schluß der Redaktion eingegangene
Depeschen. 8 13. Januar.
elgien und
erwarten.
Bezüglich eines Ve
des Nichtamtlichen in der Ersten und Zweiten Beilage.)
Konzerthaus. Karl Meyder⸗Komzert.
Donnerstag: Ouverturen 1he e⸗ von Anber,
Tse 8 ter und Bauer“ von „Königs Polonaise“ von Bilse. Ungarische Nr. 5 und 6 von Brahms. Walzer „Fliegende
„1812“ von Tschaikowsky, „Di Suppé. Tänze Blätter“ von Seifert. „Air varié“ für Violin Venedig“ Werner).
Saal Bechstein. Donnerstag, Anfang 8 Ubr: II. Konzert (Klavier⸗Abend) von Otto Hegner.
Birhus Renz. Karlstraße. Gala⸗Vorstellung. Kolossaler Erfolg! Lustige Blätter! Neue Einlage. Leuchtende Larsfatlece Außerdem: Donner und Darius, Rapphengste, vor⸗ . von Herrn Rob. Renz. 6 Ostpr. Fuchs⸗
der beliebten Schulreiterin Frau Rob. Renz, owie Ferner des phänomenalen Rechengenies Mr. Inandi als Gast. Auftreten der böe⸗ engagierten Kunstkräfte allerersten Ranges. Die vorzüglichsten Clowns.
Freitag: Lustige Blätter!
Eisarerüüemeru’mmensnnnnnnmrermvnwre Familien⸗Nachrichten.
Verehelicht: Hr. Stabsarzt Dr. Schneyder mit Frl. Gertrud Przikling (Beuthen 828)
Geboren: Ein Sohn: Hrn. Hauptmann Carl Hellmer (Salzburg). — Hrn. Regierungs⸗Assessor Hauck (Breslau). — Hrn. Polizei⸗Lieut. Grantzow (Berlin). — Hrn. Hauptmann a. D. Reuter (Kleve). — Eine Tochter: Hrn. Pastor Drescher (Bunzlau).
Gestorben: Fr. General⸗Major Marie von Bojanowskpy, geb. von Baumbach (Straßburg i. E.). — Fr. Hauptmann Elisabeth von Graberg, geb. Jung (Frankfurt a. M.). — Hr. Geheimer “ — “ “ meister von Koblenz (Bonn). — Hr. Stadtrath a. D. Albert Schmidt (Berlin). —
Verantwortlicher Redakteur: Siemenroth in Berlin.
Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin.
Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlags⸗ Anstalt Berlin SW., Wi elmstraße Nr. 322.
Sieben Beilagen
(einschließlich Börsen⸗Beilage).
(W. T. B.) Die bulgarische ig in Verhandlungen über den andelsverträgen mit Großbritannien, Italien. Diese Verhandlungen
Agent in
von Vieuxtemps (Herr Carnier). Karneval von für Cornet⸗à⸗Piston von Arban (Herr
1 (Jubiläums. Saison 1896/97.) Donnerstag: Abends 7 ½ Uhr:
engste, vorgeführt von Herrn Hugo Herzog. Auf⸗ des berühmten Schulreiters Mr. Gaberel. 2
.““ 9 038 280 — München .. 1’. — — Muldner Hütte. —
Stuttgart ... — 8 17 200 17
9 038 280 — —
202 680 202 80
98 50 987,11 34 061]¹ 1ö. V 88s 8g 26 400 — 8I1“ 20 000 — 6 000—
4 000 Sen 11 782 03
öu.6“
Karlsruhe — 9 038 280
Summe 1. 219 8 —
9258 180 — — V
71 681 024 50% 35 717 92280
5 005 860 80 32 537 518
380610 75 200 — 58 785 12 16 507 115 90 7 162 934 23
6 213 207
2) Vorher waren geprägt*) 2 513 657 960[557 303 880127 969 925/1775362170]92 176 190[119 073 1087188 981 67327. 7 523 760]27 969 92511784620330][92 176 1901119 073 1081188 981 673† 71 681 024
3) Gesammt⸗Ausprägung] 2 522 696 24055 4) Hiervon sind wieder eingezogen 1 634 420 3 645 200 12 150 5) Bleiben 2 521 061 820[553 878 560][27 957 7⁷⁵ 5 3 102 898 155 ℳ
Berlin, den 12. Januar 1897.
mEIEEEmNmEEEEEEE
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61 710 114 354 14 162 205 384 13 005 415 80
5 005 860 80] 32 575 579/6
525
15 553 515 90 721753 57
82 20 bu212950 658 75 69,56 62,18
5005 778 50
—
S57 ESe
494 228 892,50 ℳ
8
Dentscher Reichstag.
Sitzung vom 12. Januar 1897, 1 Uhr. ö“ weite Berathung des Reichshaus⸗
„Etats für 1897/98, beginnend mit dem Etat des Reichsamts des Innern, und zwar beim Gehalt des Staatssekretärs.
Abg. Dr. Hitze (Zentr.) kommt auf die Verhandlungen über die Arbeiterschutz⸗Gesetzgebung im vorigen Jahre zurück; der Staatssekretär von Boetticher habe damals eine Zusammenstellung der vom Bundes⸗ rath, sowie von den einzelstaatlichen Regierungen zur Durch⸗ führung dieser Gesetzgebung erlassenen Verordnungen in Aussicht gestellt. Besondere Verordnungen seien für einzelne Bezirke erlassen, aber im Interesse der Industrie sei es besser, um den Wett⸗ bewerb nicht zu erschweren, solche Verordnungen für möglichst große Bezirke zu erlassen. Damals sei auch eine ganze Reihe weiterer Aus⸗ führungsverordnungen in Aussicht gestellt worden. Es wäre für den Reichstag von Interesse, zu erfahren, ob diese Verordnungen bald erscheinen würden: namentlich eine Verordnung über die Thier⸗ haarverarbeitungs⸗Anstalten, in welchen mehrfach Arbeiter durch An⸗ steckung umgekommen seien. Bezüglich der Handwerkervorlage stellt Redner einen Initiativantrag seiner Partei in Aussicht, wenn nicht bald eine den Wünschen des Hauses entsprechende Vorlage eingebracht würde. Die Fabrikinspektion müsse besser ausgestaltet werden, da sie jetzt durch die Kesselrevision belastet sei. Wenn die Durchführung der Fabrikinspektion auch Landessache sei, so habe der Reichstag doch Mängel der Ausführung zu rügen.
Staatssekretär des Innern, von Boetticher:
Ich bin sehr gern bereit, die Fragen, die der Herr Vorredner an mich gestellt hat, sofort zu beantworten. Seine erste Anfrage bezog sich auf die Anregung, welche er im vergangenen Jahre im Reichstage gegeben hat, dahin, daß eine Zusammenstellung aller Arbeiterschutzvorschriften, welche auf Grund der §§ 120 a bis 120 e der Gewerbeordnung im Reich erlassen sind, angefertigt und publiziert werden möge. Ich habe damals dieser Anregung gegenüber die Be⸗ reitwilligkeit der Reichsverwaltung erklärt, eine solche Zusammen⸗ stellung anfertigen zu lassen. Die seitdem verflossene Zeit ist dazu benutzt worden, um das Material von den einzelnen Regierungen für diese Zusammenstellung zu erhalten. Das Material ist im Laufe des verflossenen Monats vollständig geworden, und man ist von seiten des Reichsamts des Innern sofort dazu übergegangen, den Inhalt der einzelnen Schutzvorschriften zu einer Zusammenstellung zu ver⸗ einigen. Diese Zusammenstellung liegt mir hier druckfertig vor, sie wird sofort in Druck wandern können, und ich hoffe, daß in einigen Tagen oder Wochen auch die Wißbegierde des Herrn Vorredners befriedigt sein wird, die darauf gerichtet ist, zu erfahren, welche Vorschriften auf dem von ihm bezeichneten Gebiet im Reich bestehen. Ich setze dabei voraus, daß der Herr Vorredner damit einverstanden sein wird, daß wir nicht sämmtliche Vorschriften in extenso abdrucken und publizieren, sondern daß wir, wie wir das gethan haben, von jeder Vorschrift eine kurze Inhaltsangabe geben, aber keineswegs un⸗ geordnet, sondern nach Materien geordnet, daß wir voranstellen die⸗ jenigen Vorschriften, welche für alle oder für mehrere Industrien gemeinsam erlassen sind und dann unter den Rubriken der einzelnen Industriegruppen diejenigen Vorschriften folgen lassen, die für einzelne besondere Industriezweige gelten. Der Herr Vorredner wird vielleicht, wenn er auch ursprünglich den Wunsch gehabt haben sollte, eine wörtliche Wiedergabe zu erhalten, doch von der Erfüllung dieses Wunsches Abstand zu nehmen geneigt sein, wenn ich ihm sage, daß es sich dabei um nicht weniger als 176 Verordnungen handelt, daß viele von diesen Verordnungen gleichen Inhalt haben, und daß es, glaube ich, genügt, sofern nur eine Kontrole dahin stattfindet, daß die Uebersicht eine möglichst vollftändige ist, eine folche Ueber⸗ sicht zu besitzen, an deren Hand man ja zur Noth, wenn man die ganze Verordnung vor sich haben will, immer letztere leicht auf⸗ finden könnte. *
Was nun die zweite Frage des Herrn Vorredners anlangt, die sich auf das Gebiet der Gewerbehygiene bezog, so ist sicherlich in dieser Beziehung die Reichsverwaltung nicht müßig gewesen, und, um Anfragen, die nach dieser Richtung hin über den Kreis der Anfrage hinaus, die der Herr Vorredner gestellt hat, aus der Mitte des Hauses noch angebracht werden könnten, vorab zu begegnen, will ich gleich eine Uebersicht darüber geben, was inzwischen auf dem Gebiete der Gewerbehygiene im allgemeinen von seiten der Reichsverwaltung gethan worden ist. Es sind dem Bundesrath zwei Verordnungen vorgelegt worden: die eine, welche sich bezieht auf den Betrieb und die
150.
Staats⸗Minister Dr.
Einrichtung der Buchdruckereien und Schriftgießereien. Diese Ver⸗ ordnung strebt eine Verbesserung der hygienischen Zustände in den be⸗ zeichneten Betrieben an. Außerdem ist dem Bundesrath vorgelegt der Entwurf von Vorschriften über die Einrichtung und den Betrieb von Anlagen zur Herstellung von Alkalichromaten. Ueber beide Vor⸗ lagen hat der Bundesrath zur Zeit noch keinen Beschluß gefaßt, sie werden aber voraussichtlich in kurzer Zeit erledigt werden. Dann ist der Erlaß von Vorschriften zum Schutz der in Aeccumulatoren⸗ fabriken beschäftigten und daselbst der Bleivergiftung ausgesetzten Arbeiter in der Bearbeitung begriffen. Der Stand der Bearbeitung ist der, daß zur Zeit das Gesundheitsamt mit einer gutachtlichen Aeußerung über die Einrichtung dieser Betriebe befaßt ist.
Dann ist auf dem Gebiete, welches der Herr Vorredner an⸗ geschnitten hat, nämlich auf dem Gebiete der Roßhaarspinnereien, Bürsten⸗ und Pinselfabriken, bei denen es sich also, wie der Herr Vor⸗ redner mit Recht bemerkte, um die Gefahr der Milzbrandvergiftung handelt, und zwar der Milzbrandvergiftung durch das aus dem Auslande eingehende Material, — eine Erhebung über die Gefahr der Gesundheitsschädigungen in diesen Fabriken eingeleitet. Das Ge⸗ sundheitsamt ist ebenfalls zu einer gutachtlichen Aeußerung über diese Gefahr und über die Maßregeln, die man dieser Gefahr gegenüber zu ergreifen haben wird, aufgefordert worden.
Daneben hat die Reichsverwaltung sich mit der Frage be⸗ schäftigt, ob die schädlichen Einwirkungen der Thomasschlacke auf die Athmungsorgane der Arbeiter in den Thomasschlackenmühlen nicht durch Maßregeln abzuwenden sein möchten, die den Betrieb dieser Thomasschlackenmühlen regeln würden.
Ein Gleiches ist geschehen rücksichtlich der Gesundheitsschädigungen, welche durch die Zinkdämpfe in den Zinkhütten vorkommen. Endlich ist auch rücksichtlich der Gummifabriken eine Untersuchung darüber angestellt, ob und in welchem Umfange einer Schädigung der Arbeiter durch Schwefelkohlenstoff beim Vulkanisieren des Gummis zu begegnen sein möchte.
Ich hoffe, daß der Herr Vorredner anerkennen wird, daß wir nicht unthätig auf diesem Gebiete geblieben sind.
Was nun die weitere Frage des Herrn Vorredners nach dem Stande der Handwerkervorlage anlangt, so habe ich mich darüber bereits in einer Sitzung vor Weihnachten ausgesprochen. Die Sache liegt so: die preußische Regierung hat dem Bundesrath den durch die Presse bekannt gegebenen Entwurf einer Organisation des Handwerks zu⸗ gehen lassen. Dieser Entwurf ist bei den Ausschußberathungen im Bundesrath auf Bedenken gestoßen. Ich habe das auch schon bei der neulichen Besprechung des Gegenstandes hervorgehoben. Die Aus⸗ schüsse des Bundesraths — es ist nicht nur einer betheiligt, sondern außer dem Ausschuß für Handel und Verkehr auch der Ausschuß für Justizwesen mit der Vorlage befaßt — haben beschlossen, eine Sub⸗ kommission einzusetzen, mit dem Auftrage, eine Vorlage auszu⸗ arbeiten, welche bezüglich des Prinzips der Handwerkerorganisation Vorschläge aufstellen soll, von denen vorausgesetzt werden darf, daß sie im Bundesrath größeren Beifall finden werden, als wie leider die preußische Vorlage dort gefunden hat. Diese Subkommission ist mit ihrer Arbeit zur Zeit noch nicht fertig. Davon, daß die preußische Regierung, wie in der Presse behauptet worden ist, ihre Vorlage zurückgezogen hätte, ist nicht ein Wort wahr; im Gegentheil, die Vorlage liegt noch beim Bundesrath und wird demnächst auch bei der Plenar⸗ berathung noch zur Geltung kommen. Was der Erfolg sein wird, das, meine Herren, heute hier zu sagen, bin ich außer stande. Ich will Ihnen aber nicht vorenthalten, daß ich selber das Bestreben habe und, was in meinen Kräften steht, dazu thun werde, daß unter allen Umständen eine Vorlage an den Reichstag kommt.
Endlich hat der Herr Vorredner die Vermehrung der Fabrik⸗ inspektoren angeregt. Er hat aber gleich an dieser Stelle dem Ein⸗ wande Ausdruck gegeben, daß das eigentlich Landessache sei. Ich kann Ihnen von meinem Standpunkt nur sagen: die Reichsver⸗ waltung wird sich freuen, wenn soviel Fabrikinspektoren in den einzelnen deutschen Staaten angestellt werden, als es das Bedürfniß und Interesse der Industrie und der Arbeiter erheischt.
Abg. Dr. Schneider (fr. Volksp.): Die Ueberwachung der Durch⸗ führung der Arbeiterschutzggesetze ist die Aufgabe der Fabrikinspek. toren, die von den Einzelstaaten angestellt werden. In Preußen hat
ja eine Vermehrung derselben in den letzten Jahren stattgefunden,
aber die Vorschriften sind doch noch nicht überall streng durchgeführt worden. Die Berichte der Fabrikinspektoren sind etwas zu allge⸗ mein gehalten, so z. B. bezüglich der Einwirkung der Kesselrevision in Preußen auf die Aufsichtsthätigkeit; es heiht darin: sie scheine nicht mehr so hinderlich zu wirken, sie habe sich gemindert u. s. w. Ich bedauere überhaupt, daß die Originalberichte der Fabrikinspektoren nur in einer Abschrift den Reichstagsmitgliedern zur Verfügung ge⸗ stellt sind. Man sollte wenigstens den Abgeordneten, die sich dafür besonders interessieren, die Berichte zugänglich machen. Die Statistik über die Beschäftigung der jugendlichen und weiblichen Arbeiter ist ganz dankenswerth; e würde aber werthvoller sein, wenn man über die Grundsätze ihrer Aufstellung etwas Genaueres erfahren könnte, namentlich ob dieselben Grundsätze überall und immer zur Anwen⸗ dung kommen. Denn die Statistik scheint nicht in allen Fällen zuverlässig zu sein, da die Ermittelungen nur seitens der Orts⸗ polizeibehörden ohne jede Kontrole erfolgen. Bedauerlich ist, daß jede Mittheilung fehlt über das Verhältniß der von den Auf⸗ sichtsbeamten revidierten Gewerbebetriebe zu den nicht revidierten Betrieben. Die Betheiligung der Berufsgenossenschaften an der Be⸗ aufsichtigung der Betriebe hat zur Verstärkung der Revisionen nicht beigetragen; die Beauftragten der Berufsgenossenschaften haben keine erhebliche Thätigkeit ausgeübt, und auch über die mangelhafte Be⸗ aufsichtigung seitens der Ortspolizeibehörden wird Klage geführt. Auf die Vermehrung der Aufsichtsbeamten kommt es nicht so sehr an wie auf deren Qualifikation. Auch die Mitwirkung der Arbeiter bei der Aufsichtsführung ist wünschenswerth. Dazu ist eine Organi⸗ sation der Arbeiter nothwendig, nicht etwa eine zwangsweise, sondern eine freiwillige. Es sollte endlich das von der Kom⸗ mission des Reichstags bereits gebilligte Gesetz über die Berufs⸗ vereine erlassen werden. Die Schaffung weiblicher Aufsichts⸗ personen ist im Reichstage mehrfach angeregt worden. In den Berichten der vI. wird vorgeschlagen, für Betriebe mit weiblichen Arbeitern besondere Vertrauenspersonen zu bestellen zur Vermittelung des Verkehrs mit den Fabrikinspektoren, dann brauche man keine besonderen weiblichen Aufsichtsbeamten. Aber solche Ver⸗ trauenspersonen werden leicht entlassen aus den Fabriken; wie denn überhaupt die Arbeiter sich scheuen, dem Fabrikinspektor Mit⸗ theilungen zu machen über die Verhältnisse des Betriebes aus Furcht vor Entlassung. In England sind weibliche Aufsichtsbeamte mit großem Erfolg angestellt worden.
Staatssekretär des Innern, Staats⸗Minister Dr. von Boetticher:
Der Herr Vorredner ist im Eingang seiner Betrachtung auf den alten Wunsch zurückgekommen, daß die Einzelberichte der Fabrik⸗ inspektoren dem Reichstage in einer anderen Form zugänglich gemacht würden, als das zur Zeit geschieht, nämlich dadurch, daß diese Einzel⸗ berichte im Bureau des hohen Hauses ausgelegt werden. Bei der früheren Besprechung dieser Frage habe ich meine Bereitwilligkeit erklärt, auf eine Publikation sämmtlicher Berichte der Fabrik⸗ inspektoren hinzuwirken, und ich habe unter dem 21. März des ver⸗ flossenen Jahres den Wunsch, daß eine Publikation der Berichte erfolgen möge, den Bundesregierungen übermittelt und gleichzeitig um eine Auskunft darüber gebeten, ob sie geneigt seien, diese Publikat on vorzunehmen, und eventuell, in welcher Form diese Berichte der Oeffentlichkeit übergeben werden sollten. Darauf habe ich von der überwiegenden Zahl der Bundesregierungen und namentlich von den größeren die Erklärung erhalten, daß, soweit das schon nicht jetzt der Fall wäre, die Publikation der Berichte erfolgen solle, und zwar in extenso. Gleichzeitig ist mir mitgetheilt worden, daß die Berichte aus der Mehrzahl der Bundesstaaten im Buchhandel erscheinen, nur einzelne kleinere Staaten haben sich bisher noch nicht dazu ent⸗ schließen können, die Berichte dem Druck zu übergeben. In den Staaten, in denen der Vertrieb der Berichte durch den Buchhandel nicht stattfindet, werden jedoch die Berichte der Oeffentlichkeit da⸗ durch zugänglich gemacht, daß sie als Beilagen zu öffentlichen Blättern herausgegeben werden. Wenn also im Reichstage der Wunsch besteht⸗ von den in der Hauptsache im Druck erscheinenden Fabrikinspektoren⸗- Berichten Kenntniß zu erhalten, so ist weiter nichts nöthig, als daß das Bureau des hohen Hauses angegangen wird, diese Berichte für die Herren Abgeordneten, die sich dafür interessieren, zu beschaffen. Es scheint mir sich nicht zu empfehlen, daß man hierzu noch den Umweg über das Reichsamt des Innern wählt.
Wenn nun der Herr Vorredner, der ja im allgemeinen seine Zu⸗ friedenheit über das, was in der Zusammenstellung der Berichte geboten ist, geäußert hat, doch einzelne Anstände erhoben hat, so habe ich in dieser Beziehung Folgendes zu bemerken: Das Urtheil, das er im Eingang seiner Rede aussprach, daß ihm vielfach ein subjektives Urtheil aus der Zusammenstellung entgegentrete, das für den Leser der Berichte entbehrlich sei, und daß er es vorziehen würde, wenn die Zusammen-
stellung sich mehr auf die Wiedergabe der thatsächlichen Verhältnisse