1897 / 25 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 29 Jan 1897 18:00:01 GMT) scan diff

——.—— en. bea.eL. nuuzz n 2

betreffend die Errichtung einer dritten Pfarrstelle an der

Schwestern und den Prinzen Söhnen die Kinder⸗Vorstellung im Zirkus Busch.

MNiittag Berlin verlassen und Sich nach England begeben.

sidenten des Staats⸗Ministeriums, Staatssekretärs des Innern desraths wurden der Reichstagsbeschluß,

seiner gestrigen Plenarsitzung über drei Gutachten des I.

Urkunde,

evangelischen Auferstehungs⸗Kirchengemeinde zu Berlin.

Mit Genehmigung des Herrn Ministers der geistlichen, Unterrichts⸗ und Medizinal⸗Angelegenheiten und des Evangelischen Ober⸗Kirchen⸗ raths, sowie nach Anhörung der Betheiligten wird von den unter⸗

chneten Behörden hierdurch Folgendes testgesetzt:

§ 1. Für die evangelische Auferstehungs⸗Kirchengemeinde zu Berlin wird e dritte Pfarrstelle errichtet.

Diese Urkunde tritt mit dem 1. Februar 1897 in Kraft. Berlin, den 15. Januar 1897. den 22. Januar 1897.

Königliches Konsistorium 8 (L. 8.) der Provinz Brandenburg, btheilung Berlin. Königliche Polizei⸗ In ö““ 8 Präsident: er.

1“

Personal⸗Veränderungen.

Kaiserliche Schutztruppe.

Berlin, 19. Januar. Podlech, Premier⸗Lieutenant a. D. und Kompagnie⸗Führer in der Schutztruppe für Deutsch⸗Ostafrika, scheidet mit dem 15. Februar d. J. mit der gesetzlichen Pension aus und tritt zu den Offizieren der Landwehr 2. Aufgebots der Eisenbahn⸗ Brigade über.

Berlin, 26. Januar. von Prittwitz und Gaffron, bisher Hauptmann und Kompagnie⸗Chef im Anhaltischen Infanterie⸗Regiment Nr. 93, und Cramer, bisher Second⸗Lieutenant im 5. Rbeinischen Infanterie⸗Regiment Nr. 65, mit ihren bisherigen der Kaiser⸗ lichen Schutztruppe für Deutsch⸗Ostafrika zugetheilt.

Berlin, 27. Januar. Fonck (Heinrich) und von Grawert, Second⸗Lieutenants in der Kaiserlichen Schutztruppe für Deutsch⸗ Ostafrika, zu überzähligen Premier⸗Lieutenants befördert, Troost, Second⸗Lieutenant à la suite der Kaiserlichen Schutztruppe für Deutsch⸗Südwestafrika, der Charakter als Premier⸗Lieutenant verliehen.

Nichtamtliches.

Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 29. Januar.

Seine Majestät der Kaiser und König begaben Sich heute Vormittag gegen 11 ½ Uhr nach dem Zentral⸗ bahnhof Friedrichstraße, um Sich daselbst von Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich zu verabschieden, und kehrten so⸗ dann nach dem Schlosse zurück. Nach der Frühstückstafel fuhren Seine Majestät nach dem Lehrter Bahnhof und traten um 2 ¼ Uhr nebst Gefolge mittels Sonderzuges die Reise nach Kiel an, um der daselbst morgen stattfindenden Taufe des jüngst geborenen Sohnes Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Heinrich von Preußen beizuwohnen.

Ihre Majestät die Kaiserin und Königin wohnten am 26. d. M. in der Garnisonkirche dem Konzert zum Besten der Arbeiterkolonie in der Reinickendorfer Straße bei und er⸗ schienen gestern mit Ihrer Hoheit der Herzogin Friedrich Ferdinand zu Schleswig⸗Holstein⸗Sonderburg⸗Glücksburg sowie Ihrer Durchlaucht der Prinzessin Feodora zu Schleswig⸗

olstein bei dem Konzert zum Besten der Errichtung eines Sanatoriums in den Afrikanischen Kolonien im Kaiserhof. Heuie besuchten Ihre Majestät mit Ihren Erlauchten

Ihre Majestät die Kaiserin Friedrich haben heute

Seine Königliche Hoheit der Prinz Heinrich von ist, nach längerem Aufenthalt hierselbst, nach Kiel 8

In der am 28. d. M. unter dem Vorsitz des Vize⸗Prä⸗

Dr. von Boetticher abgehaltenen Plenarsitzung des Bun⸗ betreffend die füichegesefach⸗ Regelung der Verhältnisse in den Heilanstalten für Geisteskranke, den zuständigen Ausschüssen und die vom Reichstag zu Petitionen wegen der Sonntagsruhe efaßte Resolution dem Reichskanzler bb Die Zu⸗

stimmung wurde ertheilt: dem Gesetzentwurf wegen Ab⸗

änderung des Gesetzes über die Beschlagnahme des Arbeits⸗ oder Dienstlohns und der Zivilprozeßordnung, der Vor⸗ lage, betreffend eine Zusatzakte und eine Deklaration

ur Berner Uebereinkunft über die Bildung eines

internationalen Verbandes zum Schutze von Werken der Literatur und Kunst am 9. September 1896, dem Ent⸗ wurf einer Verordnung, betreffend die Gerichtsbarkeit der deutschen Konsuln in Egypten, sowie verschiedenen seitens der zuständigen Ausschüsse in Steuerangelegenheiten gestellten

Außerdem wurde über mehrere Eingaben Beschluß

Der Kommunal⸗Landtag der Kurmark beschloß in

nd neun solcher des II. Ausschusses. Die ersteren betrafen ie Bestätigung der Wahl eines stellvertretenden Kreis⸗Feuer⸗ ozietäts⸗Direktors des Kreises Niederbarnim, welche ertheilt wurde, den Rekurs gegen eine Entscheidung des Kreistages der West⸗Prignitz, welcher zurückgewiesen wurde, und die Beihilfe zu den Löschgeräthen einer städtischen freiwilligen Feuerwehr, welche nach e. durch die General⸗Direktion der Land⸗ euersozietät gewährt wurde. Der II. Ausschuß empfahl die ittgesuche von neun milden Stiftungen und Vereinen, welche mit zum theil namhaften Beträgen bedacht wurden. Die nächste Sitzung findet morgen statt.

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ü

„Ddii Bevollmächtigten zum Bundesrath, Königlich württem⸗ bergischer Ober⸗ ö von Landbeck und Herzoglich sächsischer Staats⸗Minister von Strenge sind hier an⸗

8 Laut telegraphis 5* S

Staats⸗Archive im Jahre 1896 veröffentlicht.

8 cher Meldungen an das Ober⸗Kommando der Marine ist S. M. S. FPeeuse. Kommandant Kor⸗ vetten⸗Kapitän du Bois, gestern von Amoy nach der Mirs⸗ Bay in See gegangen; S. M. S. „Condor“, Kommandant Korvetten⸗Kapitän Meyer (Hans), beabsichtigt, am 2. Fe⸗ bruar von Lourenzo Marquez nach Sansibar in See zu gehen.

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In der Ersten Beilage zur heutigen Nr. d. Bl. wird der Bericht über die Thätigkeit der preußischen

Elsaß⸗Lothringen.

Seine Königliche Fohert der Herzog von

Coburg und Gotha ist gestern zum Besuch des Kaiserlichen Statthalters Fürsten zu Hohenlohe⸗Langenburg und des Erbprinzlichen Paares in Straßburg eingetroffen. Zu Ehren Seiner Königlichen Hoheit fand im Palais des Statt⸗ halters ein l statt, zu welchem auch die Offiziere des 9. Husaren⸗Regiments und die direkten Vorgesetzten des Regiments, dessen Chef der Herzog ist, geladen waren.

Die 24. Session des Landesausschusses wurde gestern Nachmittag 3 Uhr durch den Kaiserlichen Statthalter Fuüͤrsten zu Hohenlohe⸗Langenburg mit einer Ansprache eröffnet, welche erfreuliche Ueberschüsse in den Finanzen des Landes während der Etatsjahre 1895/96 und 1896/97, als Folge der erhöhten Einnahmen aus den Ueberweisungssteuern des Reichs sowie einer beträchtlichen Steigerung der Erträgnisse der eigenen Einnahmequellen des Landes, feststellt. Dank der seit einer Reihe von Jahren bestehenden günstigen Finanzlage haben auf den verschiedenen Gebieten der Verwaltung zahlreiche gemeinnützige Unternehmungen zur Ausführung gelangen können. Auch im Etatsentwurf für 1897 /98 seien reichliche Fonds für bedeutungs⸗ volle Unternehmungen in den einzelnen Verwaltungszweigen vorgesehen; insbesondere solle durch die Gewährung von Landeszuschüssen der Bau mehrerer wichtigen Eisenbahnlinien ermöglicht werden. Die Förderung der Landwirthschaft habe sic die Regierung auch im abgelaufenen Jahre angelegen ein lassen. Der Schiffahrtsverkehr auf dem Rheine sei abermals stark gestiegen, sodaß es geboten erscheine, die Zufahrt⸗ und Abfahrt⸗Verhältnisse zu den Hafen⸗ Anlagen bei Straßburg nach Möglichkeit zu verbessern, weshalb die erforderlichen Mittel in den Etat eingestellt seien. Durch die Konvertierung der 4 prozentigen Reichs⸗ Anleihen und der 4prozentigen Anleihen verschiedener Staaten in 31 prozentige Werthe erleide die Staatsdepositen⸗ Verwaltung einen erheblichen Ausfall in ihren Zinserträgnissen. Zur Ausgleichung desselben sei eine sehr mäßige Herabsetzung des Zinssatzes, welchen die Staatsdepositen⸗Verwaltung den Sparkassen vergüte, in Aussicht genommen, worüber ein entsprechender Gesetzentwurf angekündigt wird. Zum Schlusse giebt der Statthalter der Hoffnung Ausdruck, daß die Berathungen des Hauses, wie im Allgemeinen, so auch insbesondere über die genannten Gegenstände der Gesetzgebung, zum Heile des Landes gereichen würden. Der Statthalter schloß: „Im Namen Seiner Majestät des Kaisers erkläre ich die 24. Session des Landesausschusses für eröffnet und ersuche Sie, mit mir in den Ruf einzustimmen: Seine Majestät der Kaiser lebe hoch!“ Die Abgeordneten stimmten laut ein. Die Wahl des Bureaus wurde durch Acclamation vorgenommen und fiel auf die früheren Mitglieder. Zum Präsidenten wurde zum 24. Male der Fabrikant Dr. von Schlumberger aus Gebweiler gewählt.

Oesterreich⸗Ungarn.

Der Kaiser empfing gestern Nachmittag den ungarischen Minister⸗Präsidenten Baron Banffy in längerer Audienz. Am Vormittag war der frühere rumänische Minister⸗Präsident Sturdza von dem Kaiser in besonderer Audienz empfangen worden. 1

Der böhmische Landtag hat den Antrag, betreffend die Einführung direkter Wahlen in den Land⸗ gemeinden, mit dem Zusatzantrage des Abg. Dr. Ruß, daß das Gesetz schon bei den gegenwärtigen Reichsrathswahlen Anwendung finden solle, in zweiter und dritter Lesung van⸗ genommen. Im Laufe der Debatte hatte der Statthalter Graf von Coudenhove erklärt, die Anwendung des Gesetzes auf die gegenwärtigen Reichsrathswahlen sei ausgeschlossen. Die Verantwortung für die bei einer übereilten Anwendung im Wahlgeschäft sich ergebenden Uebelstände würde auf die Be⸗ hörden fallen. Aus diesem Grunde müßten die Behörden für die Vorbereitung die erforderliche Zeit haben. Von den Abgg. Dr. Ruß und Genossen wurde die Einsetzung einer Kom⸗ mission von 18 Mitgliedern zur Berathung der von der Re⸗ gierung am Dienstag abgegebenen Erklärung beantragt.

Im ungarischen Unterhause brachte gestern der Abg. Kossuth eine Interpellation üͤber die Entsendung des Verwesers des russischen Ministeriums des Auswärtigen nach Paris ein und führte aus: Der Auftrag des Kaisers von Rußland an den Grafen Murawjew, sich dem Präsidenten der Republik vorzustellen und mit dem französischen Kabinet in Berührung zu treten, sei ein in der Geschichte der Diplomatie ganz ungewöhnlicher Vorgang und S auf eine große Tragweite dieser Reise schließen. Der Interpellant richtete die Anfrage an den Minister⸗Präsidenten, ob er von den Zielen dieser Reise unterrichtet sei, ob er geneigt sei, dieselben dem Abgeordnetenhause zur Kenntniß zu bringen und ob er seinen Einfluß dahin geltend machen wolle, daß hinsichtlich der Orientfrage keine Vereinbarungen gegen die Interessen des Dreibundes und Ungarns ge⸗ troffen würden. Am Schluß der Sitzung richtete der Abg. Visontai eine Anfrage an die Regierung über den Strike in den Aninaer Bergwerken, wo nahezu 3000 Arbeiter ausständig seien. Der Fragesteller wünschte auch Auskunft darüber, ob der Gebrauch der Waffen seitens der Gendarmerie gerecht und gesetzlich zulässig gewesen sei.

Großbritannien und Irland.

In der gestrigen Sitzung des Unterhauses beantragte der Staatssekretär für die Kolonien Chamberlain die Wiederernennung eines Ausschusses zur Unter⸗ suchung des Einfalles Jameson's in Transvaal. Maclean bekämpfte diesen Antrag durch einen Unter⸗

tered Company, angesichts der Bestrafung aller Personen welche bei dem Einfall betheiligt gewesen, und endli weil es im Interesse des gesammten Suͤd⸗Afrika nicht angezeigt sei, erledigte Fragen wieder aufzuwerfen, die Wiederernennung eines Untersuchungsausschusses unnöthig sei. Der Redner erklärte, die Regierung sei durch kein Ab⸗ kommen mit dem Präsidenten Krüger zur Untersuchung verpflichte. Der Präsident Krüger suche, anstatt den Druck gegen die Ausländer aufzuheben, einen Staat aufzu⸗ bauen, in welchem die Engländer eine untergeordnete Rasse seien; eine feste Politik Englands sei besser geeignet, die Ueber⸗ legenheit Englands in Süd⸗Afrika herzustellen, als ein Ent⸗ gegenkommen gegen den Präsidenten Kruͤger. Sir J. Lubbock unterstützte den Unterantrag. Die Debatte wurde sodann

vertagt. Frankreich.

Der Minister des Aeußern Hanotaux empfing gestern Vormittag den Besuch des Verwesers des russischen Ministeriums des Aeußern Grafen Murawjew; der Besuch dauerte, wie „W. T. B.“ berichtet, etwa 1 ½ Stunden. Sodann nahmen beide Minister an dem in der russischen Botschaft zu Ehren des Grafen Murawjew gegebenen Frühstück theil. Am Nachmittag wurde Graf Murawjew durch den Minister Hanotaux dem Präsidenten Faure vorgestellt. Sodann stattete Graf Mu⸗ rawjew dem Senats⸗Präsidenten Loubet, dem Präsidenten der Deputirtenkammer Brisson und dem Minister⸗ ö Méline Besuche ab. Abends gab der Prä⸗

dent Faure zu Ehren des Grafen Murawjew ein Diner, an welchem sämmtliche Minister, die Präsidenten des Senats und der Kammer, die Generale Saussier und Boisdeffre, der Admiral Gervais sowie sämmtliche Mitglieder der russischen Botschaft theilnahmen. Auf das Diner folgte ein Empfang.

Der Minister des Innern Barthou wird in der De⸗ putirtenkammer die Bewilligung eines Kredits von 40 000 Fr. für die Kosten der Betheiligung an der Pest⸗ konferenz zu Venedig und der Kaaßmemoe regeen gegen die Pest beantragen. Ferner wird der Minister eine Vorlage einbringen, durch 6 die Anwendung der Straf⸗ vorschriften des Gesetzes von 1822 gegen die Abgabe falscher Erklärungen betreffs der Gesundheitsverhältnisse erleichtet wird.

In der Deputirtenkammer forderte gestern der Deputirte Boyen die Regierung auf, durchgreifende Vor⸗ sichtsmaßregeln gegen die in Asien Epidemien zu rrefftn Der Minister des Innern Barthou erwiderte, es sei kein Fall von Erkrankung an der Pest, weder in Marseille noch sonst irgendwo in Frankreich, festgestellt worden. Der Minister zählte die Vorsichtsmaßregeln auf, welche in Frankreich und im Auslande getroffen seien, und erklärte des weiteren, er habe besonders für den Fahir von Marseille angeordnet, die Schiffe zu untersuchen, sowie die Reisenden und die Güter zu desinfizieren. Er hoffe, die getroffenen Maßnahmen würden Frankreich vor der Pest sicherstellen.

ierauf wurde die Berathung des Gesetzes, betreffend die Zuckersteuer, wieder aufgenommen. Der Deputirte

uesde bekämpfte das System der Prämien und führte aus, das Gesetz von 1884 habe die Fabrikanten und Raffineure zum Schaden der Landwirthe begünstigt. Der Berichterstatter Graux erwiderte, er bleibe dabei, daß man die Kampfmaßregeln Deutschlands durch gleiche Maß⸗ regeln erwidern müsse. Der Deputirte Guesde brachte darauf den Antrag ein, den Gewinn bekannt zu geben, welchen die an den Zuckerfabriken und den Raffinerien betheiligten Kapitalisten in den letzten 3 Jahren bezogen hätten. Der Antrag wurde mit 367 gegen 137 Stimmen abgelehnt. Hierauf wurde § 1 des ersten Artikels, welcher die Einführung von Export⸗ prämien festsetzt, mit 295 gegen 195 Stimmen angenommen. Bei der Berathung des § 2 begründete der Deputirte Jaurés einen Zusatzantrag, welcher verlangt, daß die Prämien nur für den b dem 1. Februar 1897 im Inlande gewonnenen Zucker und nicht, wie die Kommission vorgeschlagen habe, für den seit dem 1. September 1896 gewonnenen Inlandszucker in Anwendung kommen sollten. Obwohl der Minister⸗Präsident Méöline sich gegen den Antrag aussprach, wurde mit 264 gegen 227 Stimmen beschlossen, denselben in Erwägung zu ziehen. 8

Rußland.

Wie der „Regierungsbote“ meldet, ist der Direktor des Asiatischen Departements im Ministerium des Auswärtigen Graf Kapnist unter Belassung als Ehrenkurator von dem Kaiser angewiesen worden, an den Sitzungen des Senats theilzunehmen. Zu Mitgliedern der unter dem Vorsitz des Prinzen Alexander von Olden⸗ burg gebildeten Kommission zur Ergreifung von Maß⸗ nahmen behufs Abwehr einer Pest⸗Epidemie sind er⸗ nannt worden: der Verweser des Ministeriums des Aus⸗ wärtigen, die Minister des Innern, des Krieges, der Finanzen, der Justiz, der Minister für Wege und Kommuntkationen, der Reichskontroleur und der Verweser des Marine⸗Ministeriums.

Niederlande.

Die Erste Kammer hat, dem „W. T. B.“ zufolge, mit 25 gegen 16 Stimmen das neue Gesetz, betreffend die Zucker⸗ steuer, welches ein Niederlagen⸗System einfuührt und den Fabrikanten von Rübenzucker Ausfuhrvergütungen bewilligt, an⸗ genommen. Die Ausfuhrvergütungen sollen für 1897,/98 2 ½ Millionen Gulden betragen und innerhalb 8 Jahre auf 1 700 000 Gulden herabgehen.

Belgien.

Die Repräsentantenkammer hat gestern nach mehr

tägiger, sehr lebhafter Debatte die Hauptbestimmungen der

neuen Geschäftsordnung angenommen, durch welche

namentlich die zeitweilige Ausschließung eines Deputirten, welcher die Ordnung gestört hat, gestattet wird.

Amerika.

Der Unterausschuß des Ausschusses des Reprä⸗ sentantenhauses für die Pacific⸗Eisenbahn hat, nach einer dem „W. T. B.“ aus Washington zugegangenen Meldung, beschlossen, eine Bill zu befürworten, durch welche ein Ausschuß zur Regelung der Schulden der Pacific⸗Eisenbahn eingesetzt wird, der aus dem Schatzsekretär, dem Kabinets⸗ Sekretär des Innern und dem General⸗Staatsanwalt be⸗ stehen soll.

Aus Jacksonville (Florida) wird berichtet, daß die Schiffe „Three Friends“ und „Dauntleß“ gegen be⸗ deutende Kautionen, als Bürgschaften gegen neue Unter⸗

antrag, worin erklärt wird, daß, angesichts der friedlichen

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nehmungen der Freibeuter, freigelassen worden seien.

Lösung der Angelegenheiten in den Gebieten der Char⸗

* treffend die

„Einer in Madrid eingetroffenen Nachrücht aus Havanna zufolge sett der General Weyler seinen Wormarsch fort und steht jetzt bei dem Flusse Hanabana in der Nähe der Provinz Santa Clara.

3 Afrika.

Die Derwische haben, wie der „Agenzia Stefani“ aus

gemeldet wird, das Lager bei Amideb ver⸗

lassen und den Rückzug angeitreten. In der Nacht vom 26. auf den 27. d. M. erhielt das Ober⸗Kom⸗ mando der italienischen Truppen die erste Nachricht vom Rückzug der Derwische. In Anbetracht des Standes der italienischen Streitkrafte und als Folge der von den Italienern begonnenen Zerstörun der Brunnen auf der Rückzugslinie der Derwische erschien diese Nachricht wahrscheinlich,; daher sandte das Ober⸗Komnnmando sofort eine starke Rekognoszierungstruppe ab, damit mach erfolgter Fest⸗ stellung des Rückzuges der Derwische die schon auf den Bergen bereitstehenden Schaaren der Barias den Feind verfolgen sollten. Auch aus Serae und aus Hamasen hatten sich den Italienern untergebene Eingeborenenschaaren bereits gegen die Derwische in Bewegung Ses In der Nacht zum 28. d. M. ging ein Bericht ein, welcher bestätigte, daß die

wische in der That das Lager von Amideb verlassen hätten, welches befestigt und mit Pallisaden umgeben sei. Die Der⸗ wische zögen sich nach Aimoasa zurück; die den Italienern unterstehenden Eingeborenen hätten die Verfolgung auf⸗ Phachbe. Weder in der Umgegend von Kassala, noch im

Gebiete von Barka befinde sich gegenwärtig ein Haufe der

Derwische.

Aus ö“ wird berichtet, daß die Verwundung, welche Ras Alula in dem Kampfe gegen Agos lsiehe Nr. 21 d. Bl.) erhalten habe, eine zemlich ernste sei.

Parlamentarische Nachrichten.

Der Bericht über die gestrige Sitzung des Reich tages befindet sich in der Ersten Beilage. 8

In der heutigen (164.) Sitzung des Reichstages, welcher der Staatssekretär des Reichs⸗Postamts Dr. von Stephan und der Staatssekretär des Reichs⸗Schatzamts Dr. Graf von Posadowsky beiwohnten, wurde die zweite Berathung des Reichshaushalts⸗Etats für 1897/98 bei dem Etat der Reichs⸗Post⸗ und Telegraphen⸗ Verwaltung, und zwar bei dem Titel „Gehalt des Staatssekretärs“ fortgesetzt.

In der Debatte nahmen bis zum Schluß des Blattes die Abgg. Dr. Hasse (nl.), Pauli (Np.) vund von Leip⸗ ziger (d. kons.) das Wort.

In der heutigen (26.) Sitzung des Hauses der Abgeordneten, in welcher der Minister des Innern Freiherr von der Recke zugegen war, theilte der Präsident von Köller mit, daß Seine Majestät der Kaiser und König die Glückwünsche des Hauses zu Allerhöchstseinem Geburtstage huldvollst entgegengenommen habe.

Auf der Tagesordnung steht zunächst folgende, von den Abgg. von Czarlinski (Pole) und Genossen eingebrachte und von Mitgliedern des Zentrums und der freisinnigen Volkspartei unterstützte Interpellation:

In jüngster Zeit sind in Westpreußen in Lippinken (am 3. d. M.), in Kamin (am 3. d. M.), in Komorsk (am 3. d. M.), in Lubiewo (am 10. d. M.), in Schwekatowo (aumm 17. d. M.) vorschriftsmäßig angemeldete Versammlungen aus dem Grunde auf⸗ hei Geheh weil die Redner in denselben sich der Polnischen Sprache edienten.

2 12 Unterzeichneten richten an die Königliche Staatsregierung die nfrage: 1) Sind der Königlichen Staatsregierun Diese Vorfälle be⸗ kannt, und bejahenden Falls, welche Schritte W dieselbe zur Ver⸗ bütung, ücches Verletzungen verfassungsmäßiger Rechte gethan? Andernfa 2) ist die Königliche Staatsregierung bereit, Anordnungen zu treffen, um der Wiederholung ähnlicher Vorkomm nisse vorzubeugen? „Nachdem sich der Minister des Innern Freiherr von der Recke bereit erklärt hat, die Interpellation sofort zu beant⸗ worten, nimmt der Abg. von Czarlinski das Wort zu ihrer Begründung.

Ueber die Debatte

werden.

wird morgen ausführlich berichtet

Die Kommission des Reichstags zur Vorberathung des Entwurfs eines Gesetzes, betreffend die Abänderung der Unfall⸗ versicherungsgesetze, hat sich konstituiert und den Abg. Rösicke zum Vorsitzenden, den Abg Freiherrn von Stum m zum Stellver⸗ treter des Vorsitzenden und die Abgg. Fusange , Lessing und

Stadthagen zu Schriftführern gewählt.

Dem errenhause ist der Entwurf eines Gesetzes, be⸗ echtsverhältnisse der Aukrionatoren im Geltungsbereich der Versteigerungsordn ung für Ost⸗ friesland und Harlingerland vom 16. Dezember 1834, zu⸗ gegangen.

Nr. 4 der „Veröffentlichungen des Kaitserlichen Ge⸗ sundheitsamts“ vom 27. Januar hat folgenden Inhalt: Personal⸗ Nachricht. Gesundheitsstand und Gang der Volkskrankheiten. Zeitweilige Maßregeln gegen Pest. Desgl. gegen Cholera. Ungarischer Sanitatsbericht, 1895. Gesetzgebung u. s. w. (Deut⸗ sches Reich.) Butter, Käse, Schmalz ꝛc. Arzneita xe. (Preußen, nes⸗Zet Bromberg.) Mineralwasser. (Reg.⸗Wez. Schleswig.) Haltekinderwesen. (Oesterreich, Küstenland.) Typhus und Blattern. (Tirol und Vorarlberg.) Diphtherie. (Ungarn.) Eis. In⸗ fektionskrankheiten. Gang der Thierseuchen. Rotz im Deutschen Reich, 1895. Ansteckende Krankheiten unter den ienstpferden der preußischen Armee, 1895. Desgl. in Frankreich 1896, 3. Vierteljahr. Zeitweilige Maßregeln gegen Thierseuchen. (Deutsch es Reich, Preuß. Reg. Bez. Stade, Bayern, Elsaß⸗Lothringen, Oester reich, Schweden,

Deutsch⸗Südwestafrika, Kapland.) Ver andlungen von gesetzgeben⸗

den Körperschaften. (Deutsches Reich.) Etat des Kaiserlichen Gesund⸗

heitsamtes, 1897/98. Vermischtes. (Deutsches Reich.) Anstalten

zur Untersuchung von Nahrungs⸗ und Genußmitteln. Geschenkliste.

Wochentabelle über die Sterbefälle in deutschen Orten mit 40 000

und mehr Einwohnern. Desgl. in größeren Städten des Aus⸗

landes. Erkrankungen in Krankenhäusern deutscher Großstädte.

Desgl. in deutschen Stadt⸗ und Landbezirken. Witterung.

Aus amburg wird der „Voss. Ztg.“ zum Ausstande der Hafenarbeiter SönSes Der Arbeitgeberverband hat beschlossen, auf das letzte Schreiben der Ausständigen keine Antwort zu ertheilen, weil der Ausstand zu Ende sei. Nachdem die Seeleute fast alle die Arbeit wieder aufgenommen haben, bewilligten die Rheder Lohnerhöhungen; danach erhalten die Heizer 70, bisher 60, die Trimmer 60, bisher 50 monatlich; sie hatten im Ausstand 85 und 75 monatlich gefordert. Gestern lagen im Hafen 175 Schiffe, wovon auf 138 gearbeitet wurde. Hafenarbeit ist durch Frost und Eisgang erschwert.

Aus Breslau wird der „Köln. Ztg.“ telegraphiert: Der Weberausstand in Tannhausen ist beendet. Die Ausständigen nahmen die Arbeit unter den von den Arbeitgebern gestellten Be⸗ dingungen wieder auf. (Vgl. Nr. 23 d. Bl.)

In Vohwinkel, einem Dorfe bei Elberfeld, haben, einer Mit⸗ theilung im „Vorwärts“ zufolge, etwa 120 Arbeiter und Arbeiterinnen der Sammetweberei von Chr. Andreae wegen einer angekündigten Lohnehang die I felbe

n München haben nach demselben Blatt sämmtliche Former der Landes'schen Maschinenfabrik die Arbeit niedergelegt 888 der Entlassung eines Arbeiters.

Aus Berlin ist zu berichten, daß die Vertrauensmänner der Berliner Bäckergesellen zum 2. Februar vier Bäckerversamm⸗ Sese. EE öö i 8 Bäcker⸗ gewerbe auf Grund einer vom Vorstand des deutschen Bäckerverband veranlaßten statistischen Erhebung. 88 8

Kunst und Wissenschaft.

schreibt aus der Mevissen⸗Stiftung einen Preis von je 3000 auf die Lösung Preisaufgaben aus, die bis zum 31. Ja⸗ nuar 1901 einzure chen ist: 1) Darstellung der durch die französische Revolution in der Rheinprovinz bewirkten agrarwirthschaftlichen Ver⸗ änderungen; 2) Aufnahme und Ausgestaltung des gothischen Baustils in der Rheinprovinz bis zum Jahre 1350; 3) die Gaue und Graf⸗ schaften im Umfange der heutigen Rheinprovinz sind für die Zeit von der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts bis zum Beginn des 12. Jahrhunderts festzustellen und im Zusammenhang mit der Auflösung der Grafschaftsverbände die Anfänge der Bildung und Organisation geistlicher und weltlicher Territorien darzulegen.

Dr. Nansen hat vorgestern Abend vor der Geograpbischen Gesell⸗ schaft zu Christiania einen Vortrag über bbeöbb gehalten und denselben, dem „W. T. . zufolge mit der Bemerkung geschlossen, daß die „Fram“⸗Expedition den Weg gezeigt habe, auf dem die künftige Erforschung der arktischen Gegenden vorzugehen habe. Er hoffe, daß der Expedition noch mehrere andere nachfolgen würden. Eine Expedition solle dann ihren Weg von der Beringstraße aus nehmen und nordwärts oder nordostwärts in die Strömung zu gelangen suchen, um sich von dieser treiben zu lassen; er sei überzeugt, daß sie so an die Küste von Grönland werde geführt werden. Wie die „Fram“⸗Expedition die größten Ergebnisse von allen bisherigen Polarfahrten gebracht habe, so werde eine derart ausgeführte Expedition (mit der gleichen Aus⸗ rüstung) am meisten geeignet sein, die bisher unbekannten arktischen Gegenden zu erforschen.

Theater und Musfik.

Königliches Opernhaus.

Als W am Geburtstage Seiner Majestät des Kaisers und Königs ging Albert Lortzing's romantische Zauberoper „Undine“ in neuer Ausstattung, Inscenierung und Einstudierung zum ersten Mal in Scene. Bei dem heutigen hochentwickelten Stande der Bühnentechnik, welcher es ermöglicht, die Gebilde der kühnsten Phantasie lebendig vor Augen zu führen, scheint auch die todtgeglaubte Romantik wieder erstehen zu wollen; es ist daher kein Wunder, daß bei den Erfolgen, die allenthalben und auch hier von Märchendramen in letzter Zeit errungen wurden, die Leitung der Königlichen Bühne sich entschloß, mit einem der anmuthigsten Werke der romantischen Schaffensperiode wieder einen Versuch zu wagen. In dem neuen, glanzvollen Rahmen, der sie umgiebt, ver⸗ mögen in der That die schon etwas verblaßten Gestalten dieser Oper, der Ritter, Knappen, Fischer und Wassergeister das Interesse der Zuschauer zu erwecken; das Auge weidet sich an der Schönheit der dargebotenen Bühnenbilder, das Ohr an der seangfn Musik, und auch Verstande und Gemüth finden in der pannenden, theils ernsten, theils humoristischen Handlung ihre Rechnung. Die Aufführung unter Kapellmeister Dr. Muck's Leitung darf als mustergültig bezeichnet werden. Die Titelrolle sang“ und spielte Fräulein Hiedler mit gewinnender Anmuth, wobei noch be⸗ sonders anzuerkennen ist, daß sie sich erfolgreich bemühte, den Text deutlich zu sprechen. Ihr Partner, Herr Sommer, hatte als Ritter Hugo von Ringstetten Gelegenheit, seine schönen Stimmmittel glänzen zu lassen, und Herr Bulß war ein Kühleborn, wie man sich keinen besseren wünschen könnte. Minder gut lag Frau Herzog die undankbare der Bertalda. Das komische Element fand in den Herren Lieban (Knappe) und Krolop (Kellermeister) ausgezeichnete Vertreter, während die Herren Stammer und Krasa sowie Frau Götze mit ihren kleineren Aufgaben das treffliche Ensemble würdig vervollkommneten. Die fünf neuen Dekorationen waren von prächtiger Wirkung und trugen wesentlich zur Ereöhung der Stimmung bei. Auch der Tanz im zweiten Akt, bei welchem Fräulein dell'Era mitwirkte, verdient besonderes Lob.

Lessing⸗Theater.

Diee französische Schauspielgesellschaft brachte gestern Abend eine Komödie in drei Akten „L'äge difficile“ von Jules Lemattre zur Aufführung, die in ihrer Veranlagung und Grundstimmung so verschieden von jenen französischen Theaterstücken ist, mit denen die Berliner Bühnen ihr Publikum bekannt zu machen pflegen, und zugleich so anziehend, daß man den französischen Künstlern dafür Dank schuldet, daß sie dieses Stück, welches eine neue Seite der modernen französischen Dramen⸗Literatur offenbart, den deutschen Zuschauern zugänglich ge⸗ macht haben. Jules Lemattre, der geistreiche Kritiker und feinsinnige Dichter, hat in dieser Komödie in glatter 8 und mit dramatischer Bewegung die Charakterstudie eines alten Junggesellen gegeben, dem nach einer kränkenden Enttäuschung die Erkenntniß von dem ein⸗ zigen Herzensrecht des Alters aufgeht, das Glück Anderer, be⸗ sonders der Anverwandten selbstlos und wunschlos zu fördern. Ein Hauch von Schwermuth ruht auf der Gestalt des alten, viel⸗ erfahrenen, weltkundigen Mannes, der lernen muß, daß im Herzen seiner heißgeliebten Nichte Jeanne, trotz ihrer zärtlichen Liebe zu ihm, doch der Gatte und die Kinder den ersten Platz ein⸗ nehmen. Selbst als er in trotziger Verbitterung im Begriff ist, wie ein junger Thor, den Lockungen einer Sirene zu folgen, wirkt die Trauer des einsamen annes erschütternd, und sonnige Wehmuth liegt über der Schlußscene, in der seine alte Jugendliebe in weißem Haar den Einsamen zurückführt in die Er⸗ innerung verhnggener Tage und hinausblicken läßt in die kommenden Tage wunschloser Zuneigung. „L'age difficile“ ist, wie man schon aus dieser kurzen Charakteristik erkennt, ein fast in jeder Ein⸗ zelheit anziehendes Bühnenwerk, sowohl durch die zarte Empfin⸗ dung, welche es durchweht, wie durch den geistreichen Dialog und die treffende Charakterzeichnung, welche die dichterische Begabung Lemaftre's im bhellsten Lichte erscheinen lassen. reilich kam der Wirkung gestern die meisterhafte Darstellung der auptrolle, der des alten Fabrikanten Chambray, sehr zu statten. err Antoine feierte durch die schlichte und er reifende Verkörperung dieser sympathischen Gestalt einen großen Triumph; melancholische

Herbststimmung ging von ihm aus

Die „Gesellschaft für rheinische Geschichtskunde:

Echo fand. Der Darsteller besitzt eine ganz eigenartige Kunst Empfindungen durch irgend eine unauffallige 9 Erige, des Körpers auszudrücken: durch eine kurze Bewegung der Hand, des Kopfes, ein „Zucken oder Strecken des Körpers, ohne daß man die Züge seines Gesichts dabei zu beobachten braucht. Außer ihm ist von den Darstellern noch Herr Marsay lobend zu er⸗ wähnen, der die Rolle des schüchternen, schwerfälligen Gatten Jeanne's spielte. Die Besetzung der Damenrollen genügte.

um Schluß trugen Fräulein Josset und die Herren J. Coquelin und Dumeny einige lyrische und launige Gedichte vor, die vom Publikum ebenso beifällig aufgenommen wurden wie die Komödie.

Im Königlichen Opernhause geht morgen Meyerbeer’'s Oper „Die Afrikanerin“ in folgender Hesegi 11ee de Gama: Herr Sylva; Nelusco: Herr Bulß; Selika: Fräulein Reinl; Ines: Fräulein Dietrich. Kapellmeister Sucher dirigiert. Im Königlichen Schauspielhause wird morgen das Lust⸗ spiel „Doctor Klaus“ von Adolf L Arronge gegeben. Die Besetzung lautet: Griesinger: Herr Oberländer; Julie: Fräulein von Mayburg; Max von Boden: Herr Purschian; Dr. Klaus: Herr Keßler; seine Frau: Fräulein bich; Emma: Fräulein Hausner; Referendar Gerstel: Herr Hertzer; Marianne: Frau Schramm; Lubowsky: Herr Vollmer. Am Sonntag gelangt zum ersten Male das Lustspiel „Die Zeisige von Heinrich Heinemann in nachstehender Be⸗ setzung zur Aufführung: Christobh Henne: Herr Ober⸗ länder; seine Frau: Fräulein Abich; Ottilie: Fräulein von Mayburg; Irma: Fräulein Hausner; Ferdinand Griebel: Purschian; Hugo Hübner: Herr Keßler; Habelmann: err Blencke; Sophie Ellingen: Frau Conrad; Dr. Busch: err Vollmer; Tiefenborn: Herr Plaschke; seine Frau: Frau tollberg; Frau Rechnungs⸗Rath Lüders: Fräulein Golmick; Toni, ihre Tochter: Fräulein von Arnauld; Auguste, Köchin: Frau Schramm. Ort der Handlung: Berlin. Zeit: Gegenwart. Das Werk ist vom Ober⸗Regisseur Grube in Scene gesetzt. Das Berliner Theater bringt als nächste Novität das Schau⸗ spiel „Mutterrechte“ von A. Weber. Die Erstaufführung wird am Freitag, den 5. Februar, stattfinden.

Einen „Franz Schubert⸗Abend“ veranstaltet das Schiller⸗ Theater am nächsten Senatich im Bürgersaale des Rathhauses zur Feier von Schubert’s hundertjährigem Geburtstage. Schubert's Be⸗ deutung als Liederkomponist wird Dr. Carl Krebs in einem ein⸗ leitenden Vortrage darlegen. Das musikalische Programm, das aus Instrumental⸗ wie Vokalmusik besteht, wird von den Herren Veit Brabetz, Philipp Roth, Edmund Holtzheuer und Frau Auguste Götze⸗Lehmann hfcfet Die Leitung des Abends liegt in den Händen des Herrn Martin Plüddemann.

Das Programm des nächsten (VIII.) Philharmonischen Konzerts unter Arthur Nikisch's Leitung und solistischer Mit⸗ wirkung der Violinvirtuosin Fräulein Gabriele Wietrowetz (am 8. Fe⸗ bruar) bringt von rein orchestralen Werken Beethoven’s VII. Sym⸗ phonie (A-qur), Tschaikowsky's dramatische Ouverture zu „Romeo und Julia“ und als Novität zwei symphonische Stücke aus den „Königsidyllen“, einem Werk der holländischen Komponistin Cornélie van Oosterzee. Fräulein Wietrowetz spielt Spohr’'s IX. Violin⸗ koazert. Der Kartenverkauf ist bei Bote u. Bock eröffnet.

Für die große, vom Philharmonischen Chor und dem Sängerbund des Berliner Lehrervereins in der Phil⸗ harmonie zu veranstaltende Schubert⸗Feier (Soli: Frau Emilie Herzog, Fräulein Lula Gmeiner, Herren R. von Zur⸗Mühlen und R. Hoffmann) findet die öffentliche Hauptprobe am Sonntag Iötag 12 Uhr statt; der Kartenverkauf (2 ℳ) ist bei Bote u. Bock eröffnet.

EI1“ ö1 .“ ch Geweih⸗Ausstellung ist am Geburts tage Seiner Majestät des Kaisers und Königs in dem Borsig'schen Hause an der Ecke der Voß⸗ und Wilhelmstraße eröffnet worde Es sind etwa 400 mächtige Rothhirschgeweihe, 100 Damschaufler, 1200 Rehkronen und 60 Gemskrickeln zur Schan gestellt, die in deutschen Revieren erbeutet wurden; dazu gesellt sich noch ein stattliche Zahl von Jagdtrophäen, welche deutschen Jägern un Jägerinnen im Auslande zur Beute fielen. Der Kuppelsaal ent bält die Kollektionen von Geweihen deutscher Rothhirsche, die Ihr Majestäten der Kaiser und der König von Sachsen, Ihre Königliche Hoheiten der Sroßberiog von Mecklenburg⸗Schwerin und der Herzog von Sachsen⸗Coburg, Ihre Durchlauchten der Fürst von Schaumburg Lippe und der Fürst zu Putbus sowie der Graf Friedrich von Solms Baruth und Andere eingetandt haben. Die beiden Ehrenpreise, be stehend aus zwei von Seiner Majestät dem Kaiser gestifteten Bechern, 819. von den Preisrichtern den zwei besten 8 einander gleichwerthig befundenen deutschen Rothhirschgeweihen zuerkannt worden. Das eine mit dem Ehrenpreis ausgezeichnete Geweih gehört zu der von Seiner Majestät dem Kaiser ausgestellten Kollektion und 8 stammt von jenem Zwanzigender, den Seine Majestät am 28. Sep tember v. J. im Jagdrevier von Rominten fällte. Der Hirsch wog 440 Pfund unaufgebrochen, 330 Pfund aufgebrochen, das wuchtig Geweih 17 ½ Pfund. Das zweite preisgekrönte Geweih, welches einem von Seiner Majestät dem König von Sachsen im Revier Grillenburg erlegten Achtzehnender angehörte, zeichnet sich durch die Schönheit und Kraft seiner Bildung aus. Zu der Kaiserlichen Jagd⸗ beute gehörr auch ein Zwanzigender, den Seine Majestät am 12. September in der Oberförsterei Wehrau erlegt hat ;; es war ein in deutsches Jagdrevier veaer kanadischer Wapitihirsch. Mit dem silbernen Schilde sind von folgenden Jagdherren ausgestellte Geweihe ausgezeichnet worden: 1. und 2. Schild: Fürst von Pleß (Sechzehn⸗ und Zwanzigender); 3. Schild: Freiherr von Eckardstein (Achtzehnender); 4. Schild: Seine Durchlaucht der Fürst zu Schaumburg⸗Lippe (Sechzehnender); 5 Schild: Jagdjunker von Arenstorff (Vierzehnender); 6. Schild: Seine Hoheit der Herzog Ernst Günther zu Schleswig⸗ Holstein (Zwölfender); 7. Schild: Graf zu Dohna (Vierzehnender); 8. Schild: Seine Hoheit der Herzog Ernst Günther zu Schleswig⸗ S (Zwölfender); 9. Schild: Graf Finck von Fincken⸗ stein (Zwölfender, Simnau, Ostpreußen); 10. Schild: König⸗ licher Oberförster Lipkow (Vierzehnender, Ludwigsberg, Posen, aus preußischen Staatsforsten); 11. Schild: Königlicher Forstmeister (Vierzehnender, Balster, Pommern). Die beiden letzten rren haben ihre preisgekrönten Stüͤcke in der Kollektion von Jagd⸗ trophäen aus Königlich preußischen Staatsforsten ausgestellt, die eine Bereicherung der diesjährigen Ausstellung gegenüber den früheren be⸗ deutet. Dem Allerhöchsten Wunsch Seiner Majestät des Kaisers gemäß wurden die Königlichen Oberförstereien, in deren Bezirken ein geregelter Abschuß von Rothwild stattfindet, zur Beschickung der Ausstellung auf⸗ gefordert, und so ist die reiche Kollektion, die den einen Nebensaal füllt, zusammengestellt worden. Für Einzelgeweihe von Rothhirschen wurden 39 Medaillen zuerkannt, von denen auf die Kollektion Seiner Majestät des Kaisers 6 entfielen. Ein sehr schönes Geweih, das aus Galizien stammt, hat Seine Hoheit der Prinz Albert von Sachsen⸗Altenburg ausgestellt, Höchstwelcher es im Jagdrevier Tartarow Seiner Durchlaucht des Prinzen Heinrich zu Lichtenstein mugst 85 der gewaltige Hirsch wog aufgebrochen nicht weniger als und. In der Ausstellung der deutschen Damschaufeln ragen die Jagd⸗ trophäen aus dem Grunewald besonders hervor; dort hat Seine Majestät der Kaiser den stärksten Schaufler, dessen Geweih aus⸗ gestellt ist, am 11. Dezember v. J. erlegt. Außerdem erhielten in dieser 88 Seine Königliche Hoheit der Großherzog von Baden, Graf von Hahn⸗Basedow und Graf von Holstein filberne Schilde, Seine Majestät der König von Württemberg, Ihre Durchlauchten die Fürsten zu Putbus und von Pleß Medalllen. Fürst von Pleß hat eine außerordentlich interessante Sammlun von e aus seinem rund 11 000 ha umfassenden Wildpar ausgestellt, der nach einer Zählung am 9. Januar 416 Hirsche, darunter zwei Zwanzigender, und 441 Stück anderes Wild aufwies. Ein

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