„Zum ersten Mal öffnet diese weite Halle sich dem Gebrauch.
Es ist ein lieber Gedanke des theuren Entschlafenen gewesen, die
Vollendung dieser seiner Schöpfung, geschmückt mit den Sinnbildern
seines Wirkens, in froher Festversammlung zu begehen.
Nun 1 er 2 en aus unserer Mitte, Wenschlich geredet, zu früh für die Aufgaben, die ihm vertraut waren, und
diese weiten Räume schmuͤcken sich zum ersten Mal für
seine Todtenfeier. Wir dürfen wohl sagen, es ist ein Großer aus
unserer Mitte geschieden. An seinem Sarge trauern nicht nur die
Seinen, nicht nur diese weite Versammlung, trauert das gesammte
Vaterland. Der Heimgegangene ist einer der Wenigen, die führend
auf ihrem Gebiet noch die Gründung des Reichs erlebten, unter
dessen starkem Schirm das abgeschlossene Lebenswerk glanzvoll voll⸗
bracht ward; ja er ist einer von denen, denen es vergönnt war, das
Reich selbst auf ihrem Gebiet auf eine Höhe zu heben, die
kein anderes erreicht hat. Und doch ist er nicht auf einsamer
Hehe geblieben, er war fürwahr ein Heseaneter Mann, denn seine
Lebensarbeit, die Welten umspannte und Völker einte zu friedlichem
Geistesaustausch, sie ward auch von dem kleinsten Manne im ent⸗
legenen Dorfe dankbar als eine Bereicherung Leg. Lebens empfunden.
Aber wir stehen hier nicht zur Erinnerungsfeier, sondern zum Gottes⸗
dienst, und so wandelt sich unsere theilnehmende Mittrauer in Fürbitte,
und die Liebe, mit der wir pietätvoll des Entschlafenen gedenken, in
Dank. Welch ein großes Ding ist es um einen treuen und klugen
Haushalter, der wie der Entschlafene mit dem Psalmisten sagen konnte:
wenn unser Leben köstlich gewesen, so ist es Mühe und Arbeit ge⸗
wesen! Es ist wahr, daß dieser Arbeit eine außerordentliche Begabung
entgegenkam. Mit diesem Gedächtniß, das nie versagte, einte sich die
Genialität des Gedankens, die es verwerthete, mit dem festen Blick
für große Ziele verband sich das Auge für das Kleinste, und diese Fähigkeit, das Kleinste in Beziehung zum Großen zu setzen, sicherte
ihm seine Erfolge. Ein Virtuose der Praxis, war er doch auch ein
gelehrter Mann, ein Meister der Sprache und der Rede. Aber das
Geheimniß seines Genius war nicht nur die Begabung, sondern auch
der sittliche Ernst eines energischen Willens, die Treue gegen sich selbst, die Treue gegen die Pflicht, das Leben als Arbeit und Arbeit als das Leben am Leben zu verstehen, das war sein Werth. Die Ge⸗ schichte wird nicht aufhören, die Leistungen dieses Lebens auf ihren Blättern zu verzeichnen, vor Gott aber gilt noch höher der innere Kern. Und da tritt uns der Hennsmnesen. ent⸗ gegen als der Mann der Treue, der vier Herrschern ge⸗ dient, als der Mann der Pflicht, der in der Strenge gegen sich selbst das Recht hatte, streng zu sein gegen Andere, und der in dem Bewußt⸗ sein, die Pflicht zu thun, den unerschütterlichen Muth des Ausharrens fand, aber auch als der Mann des Gemüths mit einem weiten und offenen Hrrnzen, mit der zärtlichen Liebe zu den Seinen, mit dem offenen Sinn für die Freundschaft, die er an jeder Stätte seines Wirkens fand und zurückließ, mit dem humanen und gütigen en mit dem er den Untergebenen ein verehrter Vorgesetzter, Ungezählten ein Förderer, Berather, Wohlthäter und Mithelfer gewesen. Gegen die reichen Ehren, mit denen Kaiser und Vaterland ihn überschüttet haben, hat freilich auch der große Erzieher da droben sein verborgenes Gegengewicht in dieses Leben hineingelegt, aber die Stunden des Druckes hat er mit seiner Glaubenskraft und seinem frommen Sinn siegreich überwunden. Die Bitterkeit des Todes hat Gottes Freundlichkeit ihm erspart, und mit dem Bewußtsein, umgeben zu sein von theuren, zärtlichen Lieben, ist er still eingeschlummert. Palmsonntagsglocken haben uns hierher geladen. Christi Tod verklärt auch dieses Sterben zu einem Eingang in das ewige Leben; Seiner Gnade empfehlen wir auch die,
deren Herz zerrissen und gebeugt ist durch diesen Tod. Das Ge⸗ dächtniß des Entschlasenen aber bleibt in uns in Segen“.
Nachdem der Geistliche mit Gebet geendet, stimmte der Domchor den Choral an „Wenn ich einmal soll scheiden-. Nach dem Segen beschloß der Kosleck'sche Bläserbund mit dem Vortrage eines ernsten Tonstücks den weihevollen Akt.
Nachdem Seine Majestät der Kaiser nochmals den Angehörigen des Entschlafenen tröstend die Hand gereicht hatte, verließ Allerhoͤchst⸗ derselbe mit Ihrer Majestät der Kaiserin die Trauerstätte.
Inzwischen hatte sich draußen der imposante Zug ge⸗ ordnet, an welchem ungefähr 8000 Personen theilnahmen. Die Beamten der Post sammelten sich in der Wilhelm⸗ straße, in welche die einzelnen Kolonnen theils vom Belle⸗ Alliance⸗Platz, theils von der Puttkamer⸗ und der Hedemann⸗ straße aus einrückten; die Spitze des Zuges stand am Hause der Brüdergemeinde. Eröffnet wurde der Zug durch die Kapelle der
ostillone; dann folgten die Unterbeamten, zuerst die des Hof⸗ ostamtes, des Brief⸗Postamtes und des Packet⸗Postamtes, hierauf die der übrigen Postämter in der eihenfolge ihrer Nummern und endlich die der Postämter von außerhalb, der Tele⸗ graphen⸗ und Fernsprechämter, des Zeugamts und des Postzeitungs⸗ amts. An der Kochstraße begann die Aufstellung des zweiten Theils des Zuges, der die Beamten umfaßte; ihm schritt die Kapelle des IW voran. Die Beamten hatten sich in ähnlicher Reihenfolge wie die Unterbeamten “ den Beschluß machten die Beamten der Ober⸗Postdirektion, die auswärtigen Deputa⸗ tionen und die Beamten des Reichs⸗Postamts. Dem Leichenwagen schritten zwölf junge Beamte mit großen Palmen⸗ arrangements, sowie zwei Postinspektoren mit den Ordenskissen voran. Der Leichenwagen wurde von vier Rappen gezogen, welche von Postillonen in Gala geführt wurden. Neben dem Leichen⸗ wagen gingen Unterbeamte, ebenso neben den diesem folgen⸗ den drei Wagen mit Kränzen. Die lange Reihe der Trauerwagen eröffneten die Gala⸗Karossen Ihrer Majestäten des Kaisers und der Kaiserin, dann reihten sich die Wagen der An⸗ ehörigen an. Weiterhin folgten die Arbeiter der Firma Siemens u. brsk mit der Fabrikfahne, angeführt von der Kapelle des 1. Garde⸗ ragoner⸗Regiments und geleitet von Trauermarschällen und Palmen⸗ trägern, ferner die Arbeiter der Fabrik von Mix u. Genest, gleich⸗ falls mit der Fahne, und die der Firma Gebrüder Naglo, sowie die übrigen Leidtragenden zu Fuß und zu Wagen.
Um 1 ¾ Uhr setzte sich der Zug unter den Klängen des Chopin⸗ schen Trauermarsches langsam in Bewegung, um durch die Wilhelm⸗ straße über den Belle⸗Alliance- und Blücher⸗Platz und durch die Zossenerstraße die Barutherstraße zu erreichen. Als die Spitze dort angelangt war, ordneten sich zuerst die Unterbeamten und dann die Beamten zur Spalierbildung, um die höheren Beamten mit dem Leichenwagen und dem Trauergefolge hindurchpassieren zu lassen. Um 2 ½ Uhr fuhr der Leichenwagen vor der Kirchhofspforte vor; der Sarg wurde nunmehr auf mit Hyazinthenblüthen und Tannenzweigen bestreuten Wegen unter den Klängen des Chorals „Jesus meine Zu⸗ versicht“ zu der mit herrlichen Palmen umstellten und mit Hyazinthen und Tannen bekleideten Gruft getragen, wo, nach Gebet und Segen des General⸗Superintendenten D. Dryander, unter den Klä des Liedes „Wie sie so sanft ruh’n“, die Beisetzung erfolgte.
Folgende Danksagung geht uns zur Veröffentlichung „Ihre Königliche Hoheit die Frau Großherzogin Marie von Mecklenburg⸗Schwerin haben der Dunant⸗
die reiche Gabe von 100 ℳ zuzuweisen geruht, wofür der Unterzeichnete hiemit öffentlich den ehrfurchtsvollsten Dank des Comitéz zum Ausdruck zu bringen sich erlaubt. Stuttgart, den 8. April 1897. Für den Borsitzenden des Dunant⸗Stiftungs⸗Comités: A. Graeter.“
Castres, 11. April. In dem Dorfe Brousse bei Castres stürzte während der Messe das Gewölbe der Kirche ein. Sieben Frauen und ein Mann wurden getödtet und ungefähr dreißig Mädchen verwundet, darunter zehn schwer; zwei von diesen sind ihren Ver⸗ letzungen bereits erlegen.
Nach Schluß der Redaktion eingegangene
Depeschen.
Konstantinopel, 11. April. (Meldung des Wiener K. K. Tel.⸗Korr.⸗Bureaus.) Es ist erwiesen, daß Edhem Pascha auf die erste Meldung von dem Freitag Nacht unter Theilnahme regulärer griechischer Streitkräfte griechischerseits 88 Angriffe den Befehl zum Vormarsch erhielt, welcher jedoch infolge von im Nildiz⸗Kiosk aufgetauchten Be⸗ denken und Gegenströmungen, sowie wegen angeblicher diplomatischer Gegenvorstellungen am Sonnabend wieder be⸗ dingungsweise eingeschränkt wurde. Die Pforte stützt ihre Behauptungen, daß an dem Angriffe auch reguläre griechische Truppen betheiligt waren, auf die Verwendung von Geschützen und Trompetensignalen seitens der Angreifer.
Konstantinopel, 12. April. (W. T. B.) Das türkische Blatt „Sabah“ veröffentlicht zahlreiche Depeschen aus Elas ona vom gestrigen Tage, worin gemeldet wird, daß die nächtlichen Angriffe von griechischer Seite theilweise von regulären Truppen, theilweise von Freiwilligen bei Discata, Silo, Metzovo und anderen, unbekannten Orten fortgesetzt, die Griechen jedoch überall zurückgeschlagen wurden und keinen Fuß breit Boden gewannen. Die Verluste auf griechischer Seite feien groß. Unter den Gefallenen besinde sich ein höherer Offtzier, viele seien gefangen genommen worden. Auf türkischer Seite seien die Verluste gering. Die enn der türkischen Truppen sei eine vorzügliche gewesen. Da eine Kfiehe Ptkürihte nicht erfolgt sei, verhielten sich die Türken auf der ganzen Grenzlinie defensiv. Das Blatt dementiert die Meldung von einer griechischen Landung bei Prevesa und sagt, an der Grenze von Epirus seien bisher keine Angriffe vocgs ausgenommen
egen Narda. Sicheren Nachrichten zufolge seien jedoch solche
ngriffe stündlich zu erwarten.
„Nach Mittheilungen eines Militärs soll die Gesammt⸗ stärke der drei griechischen Divisionen an der Grenze von Epirus und Thessalien etwa 50 000 Mann mit 168 Ge⸗ schützen betragen, welche durch die Neuformationen auf 70 000 Mann gebracht werden könnten. Die Fanh der Frei⸗
willigen, Fremden und Irregulären belaufe sich zusammen
Zauf 8000 Mann.
(Fortsetzung des Nichtamtlichen in der Ersten Beilage.)
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t vom 12. April, orgens.
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1 Stationen. Wetter.
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5 C. = 40 R.
Bar. auf OGr
u. d. Meeressp.
red. in Mill Temperatur
bedeckt bedeckt wolkenlos bedeckt bedeckt wolkenlos bedeckt
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Belmullet.. Aberdeen.. Christiansund OSO Kopenhagen. 765 OSO Stockholm . 771 O aparanda. 773 N. t. Petersbg. 774 OSO Moskau.. 2776 OSO 1 wolkig
Cork, Queens⸗
I1““ SO 5 bedeckt Cherbourg 756 SSO F5 bedeckt
762 SD 1 wolkig
1763 stin bedech ¹) Hamburg 764 SSW 2 Nebel Swinemünde 763 ONO 1 wolkig²) Neufahrwasser 764 NO 3 Regen Memel 765 ONO Regen
Feri- 6S” heiter ünster.. S
762 wolkig Karlsruhe.. 763 bedeckt Wiesbaden. 763 bedeckt München 762 bedeckt Chemnitz .. 763 Nebel Berlin 762 bedeckts) Wien 759 bedeckt Breslau 762 bedeckt 17176167681 bedeckt e659 heiter N47471⸗759 heiter 15
¹) Thau. ²) Nachts Regen. ³) Nachts Regen. Uebersicht der Witterung.
Ein Hochdruckgebiet erstreckt sich von dem Innern Rußlands westwärts nachd er Biscayasee, über dem zenfralen Rußland die höchsten Barometerstände auf⸗ weisend. Eine tiefe Depression lagert auf dem Ozean vorm Kanal. In Deutschland, wo Niederschlag gefallen ist, ist das Wetter trübe und stellenweise neblig bei durchschnittlich normalen Wärmeverhält⸗ nissen. Nachtfröste werden nur aus der Pfalz ge⸗
meldet. Deutsche Seewarte. Ü11.1““]; Theater.
Königliche Schauspiele. Dienstag: Opern⸗
Sg. 90. Vorstellung. Der Evangelimann. usikalisches Schauspiel in 2 Aufzügen, nach einer von Dr. Leopold Florian erzählten wahren Begebenheit, von Wilhelm Kienzl. In Scene ge⸗ setzt vom Ober⸗Regisseur Tetzlaff. Dekorative Ein⸗ richtung vom Ober⸗Inspektor Brandt. Dirigent: Kapellmeister Dr. Muck. Anfang 7 ½ Uhr. Schauspielhaus. 101. Egmont. Trauerspiel in 5 Aufzügen von olfgang von Goethe. Musik von Ludwig van Beethoven. In Scene gese t vom Ober⸗Regisseur Max Grube. Musikalische Direktion: Musikdirektor Wegener.
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Anfang 7 Uhr. Mittwoch: Opernhaus. 91. Vorstellung. Die Große Oper in
Meistersinger von Nürnberg.
3 Akten von Richard Wagner. (Walther von Stolzing: Herr Emil Götze, Königlicher Kammersänger, Hans Sachs: Herr Theodor Reichmann, K. K. Kammer⸗ sänger aus Wien, als Gäste). Anfang 6 ½ Uhr.
Schauspielhaus. 102. Vorstellunz. Das Leben ein Traum. Dramatisches Gedicht in 5 Aufzügen. Nach dem Spanischen des Calderon de la Barca, für die deutsche Bühne bearbeitet von Karl August West. Anfang 7 ½ Uhr.
Neues Opern⸗Theater: Sonntag, den 18. April, Abends 7 ½ Uhr: Doktor Klaus.
Montag, den 19. April, Abends 7 ½ Uhr: Der Verschwender. Preise der Plätze: 3, 2, 1,50 ℳ und 75 ₰. Aufgeld wird nicht erhoben. Der Billet⸗Verkauf findet Mittwoch, Sonnabend und an den Vorstellungstagen im Königlichen Schanspiel⸗ hause statt. Die Billets zur Vorstellung am 18. April tragen die Bezeichnung Nr. 233, die⸗ jenigen zur Vorstellung am 19. April die Bezeich⸗ nung Nr. 234.
Am Donnerstag und Freitag bleiben die Theater⸗ Billetkassen geschlossen.
Dentsches Theater. Dienstag: Don Carlos. Anfang 7 ½ Uhr. Mittwoch: Die versunkene Glocke. Donnerstag: Morituri. (Teja. Das Ewig⸗Männliche.)
Fritzchen.
Berliner Theater. Dienstag: Kaiser Hein⸗ rich. Anfang 7 ½ Uhr.
Mittwoch: Das neue Gebot.
Donnerstag (31. Abonnements⸗Vorstellung): Kabale und Liebe.
Lessing-Theater. Dienstag: Gastspiel von Franz Tewele. Seine offizielle Frau. Anfang
½ Uhr.
Mittwoch: Gastspiel von Franz Tewele. Seine ofsizielle Frau.
Donnerstag: Gastspiel von Franz Tewele.
Seine offizielle Frau. .
Residenz-⸗Theater. Direktion: Sigmund Lauten⸗ burg. Dienstag: Ein angenehmer Gast. Schwank in 1 Akt von Georges Courteline. Deutsch von Emmerich v. Bucowicz. — Hierauf: Associés. Lustspiel in 3 Akten von Léon Gandillot. Deutsch von Max Schönau. Anfang 7 ½ Uhr. a.ge g9 2 Ein angenehmer Gast. — Hierauf
8 G “ Neues Theater. Schiffbauerdamm 4 a./5. Direktion: Sigmund Lautenburg. Dienstag: Gast⸗ spiel des Herrn Willem Royaards vom Königlich Niederländischen Theater in Amsterdam. Trilby. Schauspiel in 4 Akten von Du Maurier und Potter, deutsch von E. Lederer. In Scene gesetzt von Sigmund Lautenburg. Anfang 7 ½ Uhr.
Mittwoch: Trilby.
Nachmitttags⸗Vorstellungen an den Feiertagen:
Sonntag, Mittags 12 Uhr: Matinée der dramat. Gesellschaft. — Abends 7 ½ Uhr: Trilby.
Montag, Nachmittags 3 Uhr: Zu balben Preisen: Marcelle. — Abends 7 ½ Uhr: Trilby.
Der Vorverkauf findet täglich an der Kasse des Neuen Theaters statt.
Schiller⸗Theater. Die Bildhauer. Mittwoch, Abends 8 Uhr: Das Stiftungsfest.
Dienstag, Abends 8 Uhr:
Theater des Westens. Kantstraße 12. (Bahn⸗ hof Zoologischer Garten.) Dienstag: Gastspiel des Herrn Gustav Kadelburg. Neif⸗Reiflingen. An⸗ fang 7 ½ Uhr.
Mittwoch: Gastspiel des Herrn Gustav Kadelburg. Zum ersten Male: Zwei glückliche Tage.
Donnerstag: Dieselbe Vorstellun
Theater Unter den Linden. Behrenstr. 5557. Direktion: Julius Fritzsche. Dienstag: Strauß⸗ Cyelus. Die Fledermaus. Operette mit Ballet in 3 Akten nach Meilhac und Halévy bearbeitet von C. Haffner und Rich. Genée. Musik von Johann Strauß. Anfang 7 ½ Uhr.
Mittwoch: Die Fledermaus.
Sonnabend, den 17. April: Zum ersten Male: Der Cognac⸗König. Vaudeville⸗Operette in 3 Akten von Victor Léon und Ludwig Held, für die hiesige Bühne bearbeitet von L. Herrmann. Musik von Franz Wagner.
Thalia-Theater (vorm. Adolph Ernst⸗Theater).
Dresdenerstraße 72/73. Direktion: W. Hasemann Dienstag: Heirath auf Probe. Posse mit Ge⸗ sang in 3 Akten nach Gerö⸗Buchbinder von Jean Kren. Gesangstexte von Gustav Görß. Musik von Leopold Kuhn. Anfang 7 ½ Uhr.
Mittwoch: Heirath auf Probe.
Sonntag und Montag (Osterfeiertage), Nach⸗ mittags 3 Uhr: Frau Lieutenan b
Bentral⸗Theater. Alte Jakobstraße 30. Direktion: Richard Schultz. Letzte Woche. Diens⸗ tag: Emil Thomas a. G. Leopold Deutsch a. G. Ein fideler Abend. Burleske dramatische Revue in 1 Vorspiel und 3 Bildern von J. Freund und W. Mannstädt. Musik von verschiedenen Meistern, arrangiert von Julius Einödshofer. Anfang 7 ½ Uhr.
Mittwoch und folgende Tage: Ein sfideler Abend.
Schluß der diesjährigen Possen⸗Saison unwider⸗ ruflich Sonntag, den 18. April.
Konzerte.
Konzerthaus. Karl Meyder⸗Konzert.
Dienstag: Ouvertüren „Oberon“ von Weber, „Wilhelm Tell“ von Rossini, „Maritana“ von Wallace. Walzer 1-1 von Landwehr. „Nach berühmten Mustern“, Phantasie über ein Volkelied von Scherz. „Kol Nidrey“, Cello⸗Solo von Bruch (Herr Smit). „Singvögelchen aus dem Thüringer Wald“ für Cornet⸗à⸗Piston von Hoch (Herr Werner).
Birkus Renz. Karlstraße. Donnerstag, den 15. April 1897: Abschieds⸗Vorstellung.
Dienstag, Abends 7 ½ Uhr: Aus der Mappe eines Niesengebirgs⸗Phantasten. Außerdem:
Mirando, engl. Vollblut, dressiert und in Freiheit vorgeführt von Mr. Rowland. Mazud und Atharguel, arabische Hengste, dressiert und vorgeführt von Herrn Hugo Herzog. Die dopvelte hohe Schule, geritten von Frl. Wally Renz (Tochter des Direk⸗ tors) und Frau Robert Renz auf den Schulpferden Cromwell und Maestoso; zum Schluß die Steiger Alep und Solon. Auftreten der neu engagierten berühmten Künstler⸗Familie Agoust, sowie der hervorragendsten Clowns und Künstler⸗Spezialitäten.
Mittwoch: Aus der Mappe eines Riesen⸗ gebirgs⸗Phantasten.
11316“ Familien⸗Nachrichten.
Verlobt: Verw. Fr. General von Winterfeld, geb. von Röder mit dem Kaiserl. Gesandten, Wirk⸗ lichem Geheimen Rath Grafen von Alvensleben (Brüssel). — Freiin Eva von Schlotheim mit Hrn. Assessor Dr. W. Solf (Eisenach-— Berlin). — Eö ch mit Hrn. Prem.⸗Lieut. George von Rheinbaben (Charlottenburg —Groß⸗Lichter⸗ 88 — Frl. Else Tischler mit Hrn. Sec.⸗Lieut. Ernst Schulz (Thorn). — Frl. Marie Moeller mit Hrn. Dr. phil. Paul Roellig (Cummerow b. Grammentin i. Vorp.). — Frl. Elisaheth von Rauch mit Hrn. Prem.⸗Lieut. Konrad von Warn⸗ stedt (Schwerin i. M.). — Frl. Margarete Bötzow mit Hrn. Regierungs⸗Assessor Otto Winterfeldt (Berlin). — Frl. Ella Ramdohr mit Hrn. Haupt⸗ mann Bolze (Dresden). — Frl Alice Markus mit Hrn. Direktor F. S. Archenhold (Berlin — Treptow b. Berlin). — Frl. Lili Haas mit Hrn. Dr. phil. Conrad Benjamin (Berlin).
Verehelicht: pr Hofrath, Professor Dr. Karl Pansch mit Frl. Erna Runde (Oldenburg i. Großh. — Soest). — Hr. Bankvorstand Arthur Prowe mit Frl. Elise Voß (Neuwied).
Geboren: Ein Sohn: Hrn. Stlaatsanwalt Rotzoll (Bartenstein). — Eine Tochter: 3 Rittmeister Hans von Carlowitz (Leipzig). — Hrn. Regierungs⸗Assessor Theo von Guérard (Potsdam).
Gestorben: Kgl. sächs. Ober⸗Landforstmeister a. D. Oskar von Witzleben (Dresden). — Hr. Ritter⸗ gutsbesitzer und Herzogl. braunschw. Ober⸗Jäger⸗ meister Graf Gebhard v. d. Schulenburg⸗Nord⸗ steimke a. d. Hause Wolfsburg (Groß⸗Schwülper). — Hr. Kammerherr Graf Arthur von Bernstorff (Wedendorf). — Frl. Cäcilie zur Hellen (Cassel). — Vorw. Fr. Ober⸗Regierungs⸗Rath Clara Braun, geb. Richter (Berlin). — Hr. Landesältester Fritz von Aulock (Breslau). — Verw. Fr. Major Auguste Stephan, geb. Burggaller (Breslau). — Hr. Stadtoerordneter Dr. Stryck (Berlin).
Verantwortlicher Redakteur: Siemenroth in Berlin.
Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin.
Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlags⸗ Anstalt Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32.
Acht Beilagen (einschließlich Börsen⸗Beilage), (693)
und eine Einladung zur Subscription auf die neueste Ausgabe der Abtheilung I (König⸗ reich Preußen) des Werkes „Die Wohnplätze
des Deutschen Reiches“ 8
Erste Beilage ichs⸗Anzei
12. April
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Berichte von deutschen Fruchtmärkten.
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Bemerkungen. Die verkaufte Menge wird auf volle Doppelzentner und der Verkaufswerth auf volle Mark abgerundet mitgetheilt. Der Purch⸗
schnittspreis wird aus den unabgerundeten Zahlen berechnet.
Ein liegender Strich (—) in den Spalten für Preise hat die Bedeutung, daß der betreffende Preis nicht vorgekommen ist; ein
Punkt (.) in den letzten sechs Spalten, daß entsprechender Bericht
fehlt.
Königreich Preußen.
Ministerium der geistlichen, Unterrichts⸗ und Medizinal⸗Angelegenheiten.
Niachdem Seine Majestät der König geruht haben, mittels Allerhöchsten Erlasses vom 24. März 1897 die Er⸗ Fenne g der Mitglie der der durch die Bestimmungen vom 13. November 1878 eingesetzten Sachverständigen⸗ Kommissionen bei den Königlichen Museen in Berlin für die Zeit bis zum 31. März 1900 zu vollziehen, sind diese Kommissionen folgendermaßen zusammengesetzt
1) Gemälde⸗Galerie: Mitglieder: Dr. Bode, Geheimer Regierungs⸗Rath, Direktor, 8 Dr. Hermann Grimm, Geheimer Regierungs⸗Rath, Professor an der Universität, — Knaus, Professor, Geschichtsmaler, Mitglied des Senats
der Akademie der Künste, Graf von Harrach, Wirklicher Geheimer Rath, Pro⸗
fessor, 3 WEöe Mitglied des Senats der Akademie er Künste,
Dr. von Tschudi, Professor, Direktor der National⸗ Galerie, Mitglied des Senats der Akademie der Künste;
Stellvertreter:
A. von Kaufmann,
Geselschap, Professor, Geschichtsmaler, Mitglied des Senats der Akademie der Künste;
lung von Bildwerken und Abgüssen christlichen Zeitalters: “ Mitglieder: “ Dr. Bode, Geheimer Regierungs⸗Rath, auftragswei Direktor, 8 A. von Beckerath, Kaufmann, Sußmann⸗Hellborn, Professor, Bildhauer; Stellvertreter: R. Begas, 192 Bildhauer, Mitglied des Senats der Akademie der Künste, Dr. Dobbert, Professor an der Technischen Hochschule, Mitglied des Senats der Akademie der Künste;
her
ger und Königlich Preußischen Staats
lung der antiken Bildw abgüsse: Mitglieder: Dr. Kekule von Stradonitz, Geheimer Regierungs⸗ Rath, Professor, Direktor, Dr. E. Hübner, Professor an der Universität, Dr. Conze, Professor, General⸗Sekretär des Deutschen Se eoeschee Instituts, Mitglied der Akademie der Wissen⸗ aften; Stellvertreter: 3 Dr. Drendelenburg, Professor, Oberlehrer am Aska⸗ nischen Gymnasium, Schwechten, Baurath, Mitglied des Senats der Akademie der Künste, Janensch,
der Akademie der
rofessor, Bildhauer, ordentlicher Lehrer an ünste. 4) Antiquarium: Mitglieder: Dr. Kekule von Stradonitz, Geheimer Regierungs⸗ Rath, Professor, Direktor (auftragsweise), Dr. E. Hübner, Professor an der Universität, Dr. Lessing, Geheimer Regierungs⸗Rath, Professor, Direktor der Sammlungen des Kunstgewerbe⸗Museums; Stellvertreter: Dr. Trendelenburg, Professor, Askanischen Gymnasium, Dr. Kalkmann, Privatdozent an der Universität; 5) Münzkabinet: 9 Mitglieder: 8 Dr. von Sallet, Prosessor, Direktor, Dannenberg, Landgerichts⸗Rath a. D., Dr. Mommsen, Professor an der Universität, Mitglied der Akademie der Wissenschaften, Dr. Sachau, Geheimer Regierungs⸗Rath, Professor an der Universität, kommissarischer Direktor des Seminars für orientalische Sprachen, Mitglied der Akademie der Wissen⸗
schaften; Stellvertreter: Dr. Wattenbach, Geheimer Regierungs⸗Rath, Professor an der Universität, Mitglied der Akademie der Wissenschaften, Dr. Koehler, Professor an der Univerfität, Mitglied
der Akademie der Wissenschaften, 1 1 Dr. Schmoller, Professor an der Universität, Mitglied
des Staatsraths und der Akademie der Wissenschaften; 6) Kupferstich⸗Kabinet: Mitglieder: Dr. Lippmann, Geheimer Regierungs⸗Rath, Direktor, A. von Beckerath, Kaufmann, 1 1 Dr. Hermann Grimm, Geheimer Regierungs⸗Rath, Professor an der Universität; 8 Stellvertreter: Grisebach, Architekt, Mitglied der Akademie der Künste, Dr. Kaufmann, Geheimer Regierungs⸗Rath und vor⸗ tragender Rath im Reichsamt des Innern;
7) Sammlung der egyptischen Alterthümer: Mitglieder: Dr. Erman, Professor, Direktor, Dr. Sachau, Geheimer Regierungs⸗Rath, Professor an der Universität, kommissarischer Direktor des Seminars für sredagsch. Sprachen, Mitglied der Akademie der Wissen⸗ aften, D. Dr. Schrader, Geheimer RePernna3.. ro⸗ fesher an der Universität, Mitglied der Akademie der Wissen⸗
chaften; Stellvertreter: Dr. Conze, Profesor General⸗Sekretär des deutschen Z“ Instituts, Mitglied der Akademie der Wissen⸗ aften,
Dr. Belger, Professor, Oberlehrer am Friedrichs⸗ Gymnasium; 8) Ethnologische E des Museums für Völkerkunde:
Mitglieder: Dr. Bastian, Geheimer Regierungs⸗Rath, Professor,
Direktor, ow, Geheimer Medizinal⸗Rath, Professor an
Oberlehrer am
Dr. Virch der Universität, Mitglied der Akademie der ne. Dr. Freiherr von Nichthofen, Geheimer Regierungs⸗ Rath, an der Universität, chönlank, General⸗Konsul der Republiken San Sal⸗
vador und Haiti,
von König, Wirklicher Legations⸗Rath und vortragender
Rath im Auswärtigen Amt, v Dr. Max Bartels, Sanitäts⸗Rath; Stellvertreter:
Dr. W. Joest,
K. Künne, Buchhändler in Charlottenburg,
Dr. von den Steinen, Professor in Neu⸗Babelsberg, Gilka, persischer General⸗Konsul, Kommerzien⸗Rath, Dr. Louis Lewin, Professor, Privatdozent an de
Universität,
Strauch, Kontre⸗Admiral z. D. in Friedenau,
Dr. Paul Ehrenreich;
9) Vorgeschichtliche Abtheilung des Museums für Völkerkunde:
Mitglieder: Dr. Virchow, Geheimer Medizinal⸗Rath, Professor der Universität, Mitglied der Akademie der Wissenschaften, Dr. Schwartz, Geheimer Regierungs⸗Rath, Professor, Gymnasial⸗Direktor a. D.; 9 Dr. Max Barteid Eanühns Rath 1
r. a artels, Sanitäts⸗Rath, 8
von “ Professor, Geschichtsmaler, Mitglied des
Staatsraths,
an
K. Künne, Buchhändler in Charlottenburg. 8