1897 / 208 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 04 Sep 1897 18:00:01 GMT) scan diff

scheidung der Staatsregierung der Anmeldung beim Handelsgericht bei⸗

ufügen. 88 Lüln Stelle des Artikels VII derselben Konzessions⸗Urkunde tritt folgende Bestimmung: . . 8

Für den Bau und Betrieb der Bahn sind die Bahnordnung für die Nebeneisenbahnen Deutschlands vom 5. Juli 1892 (veröffentlicht in Nr. 36 des Reichs⸗Gesetzblatts von 1892 S. 764) und die dazu ergangenen oder noch ergehenden ergänzenden und abändernden Be⸗ stimmungen (vergl. § 55 daselbst) maßgebend. Die Spurweite der Bahn soll 1,435 m betragen.

Die Bahn von Kolberg nach Köslin muß so gebaut und aus⸗ gerüstet werden, daß die Ueberführung von Personenzügen mit 110 Achsen mittels schwerer Maschinen in Zeitabständen St 20 Minuten nach beiden Richtungen möglich ist.

Die Vollendung und Inbetriebnahme der neuen Bahnstrecke muß längstens binnen 1 ½ Jahren nach Ertheilung der Konzession erfolgen. Sollte nach dem Ermessen des Ministers der öffentlichen Arbeiten diese Baufrist ohne Verschulden der Gesellschaft, insbesondere wegen unvorhergesehener Schwierigkeiten beim Grunderwerb, nicht inne⸗ gehalten werden können, so ist der Minister ermächtigt, die Baufrist entsprechend zu verlängern.

V.

Für die neue Bahnstrecke ist mit ihrer Eröffnung nach Maßgabe der Worschriften des Artikels IX, 3 der Konzessions⸗Urkunde vom 4. Oktober 1880 ein besonderer Reservefonds (Spezial⸗Refervefonds) bis zum Betrage von 35 000 ℳ, sowie ein besonderer Erneuerungs⸗

foonds zu bilden.

VI.

An Stelle der Nummern 1 und 2 des Artikels IX derselben Konzessions⸗Urkunde treten für die neue Bahnstrecke folgende Be⸗ stimmungen: 1

a. Hie Feststellung und die Abänderung des Fahrplans erfolgt

nter den nachfolgenden Beschränkungen durch die staatliche Aufsichts⸗ behörde. Der Konzessionar soll nicht verpflichtet sein, zur Vermitte⸗ lung des Personenverkehrs mehr als zwei Wagenklassen in die Züge inzustellen. Auch soll derselbe, so lange die Bahn nach dem hierfür allein maßgebenden Ermessen der AufsichtsIbehörde vorwiegend von nur örtlicher Bedeutung ist, nicht angehalten werden können, mehr ls zwei der Personenbeförderung dienende Züge in jeder Richtung zu fahren. Die Feststellung des Fahrplans derjenigen Züge, welche der Jonzessionar freiwillig über die Zahl 2 hinaus fahren läßt, wird bei Vahrung der bahnpolizeilichen Vorschriften dem Ermessen des Kon⸗ zessionars überlassen. 8 b. Für die ersten 5 Jahre nach dem auf die Eröffnung der Bahn folgenden 1. Januar bleibt dem Konzessionar die Bestimmung der Preise sowohl für den Personen⸗ als für den Güterverkehr überlassen. Für die Folgezeit unterliegt die Feststellung und die Abänderung des Tarifs der Genehmigung der staatlichen Aussichtsbehörde. In Betreff des Güterverkehrs werden jedoch nach Ablauf jenes 5 jährigen Zeit⸗ raumes, so lange die Bahn nach dem hierfür allein entscheidenden Ermessen der Aufsichtsbehörde vorwiegend von nur örtlicher Bedeutung st, wiederkehrend von 5 zu 5 Jahren Höchsttarifsätze für die einzelnen Güterklassen unter Berücksichtigung der finanziellen Lage des Unternehmens von dem Minister der öffentlichen Arbeiten festgestellt. Dem Unter⸗ nehmer bleibt überlassen, nach Maßgabe der reichs⸗ und lan es gesetz⸗ lichen Vorschriften innerhalb der Grenzen dieser Höchstsätze die Sätze für die Tarifklassen nach eigenem Ermessen festzusetzen und Erhöhungen

wie Ermäßigungen der Tarifklassensätze ohne die Zustimmung der Aufsichtsbehörde vorzunehmen. 1 Auch ist der Konzessionar verpflichtet, das jeweilig auf den preußischen Staatsbahnen bestehende Tarifsvstem anzunehmen und iinsichtlich der Einrichtung direkter Tarife die für die preußischen Staatsbahnen jeweilig bestehenden allgemeinen Grundsätze zu befolgen, venn und soweit solches von dem Minister der öffentlichen Arbeiten für erforderlich erachtet wird 8 Der Artikel X derselben Konzessions⸗Urkunde erhält folgenden Zusatz: 8 Sie Gesellschaft ist verpflichtet, über die neue Bahnstrecke nach Verschrift der Aussichtshehörde eine besondere Rechnung zu führen. VIII. Artikel XI derselben Konzessions Urkunde erhält folgenden Zusatz: Nach Eröffnung des Benrebes ist der Konzessionar hinsichtlich der neuen Bahnstrecke zur Aenderung und Erweiterung der Bahn⸗ anlagen, sowie zur Vermehrung der Geleise auf den Bahnhöfen und der freien Strecke verpflichtet, sofern und soweit der Minister der öffentlichen Arbeiten solches im Verkehrsinteresse oder im Interesse der Betriebssicherheit oder im Interesse der Landesvertheidigung für erforderlich erachtet. Soweit diese Anforderungen lediglich im Interesse der Landesvertheidigung erfolgen, sind die desfallsigen Kosten dem Konzessionar zu erstatten, wenn nicht im Wege der Gesetzgebung andere, für den Konzessionar alsdann maßgebende Bestimmungen (vgl. Art. I der Konzessions⸗Urkunde vom 4. Oktober 1880) getroffen werden. Im übrigen fallen die betreffenden Kosten dem Konzessionar ur Last. 8 Diese Bestimmungen finden, seweit es sich um Anforderungen im Interesse der Landesvertheidigung handelt, auf die älteren Bahnstrecken gleichmäaͤßig Anwendung. b 15.8

Der Staatsregierung bleibt, unbeschadet der Bestimmungen des Artikels XVII der Konzessions⸗Urkunde vom 4. Oktober 1880 und des Artikels IV der Konzessions⸗Urkunde vom 14. Dei 1892, das Recht vorbehalten, die neue Bahnstrecke jederzeit, jedoch nicht vor Ablauf von zehn Jahren vom Tage der Betri rechnet, gegen Erstattung der von der Gesellschaft aus e nothwendig oder nützlich aufgewendeten Anlagekosten ei erwerben.

Diese Urkunde ist in Gemäßheit des Gesetzes vom 10. April 1872 (Gesetz⸗Samml. S. 357) zu veröffentlichen.

Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedrucktem Königlichen Insiegel. 8

Gegeben Wilhelmshöhe, den 23. August 1897.

(L. S.) Wilhelm R.

Thielen. Freiherr von Hammerstein. Schönstedt. Freiherr von der Recke. von Goßler. Graf von Posadowsky. Ministerium der öffentlichen Arbeiten.

Dem bisher bei der Königlichen Ministerial⸗Baukommission thätigen Land⸗Bauinspektor Hasak ist die geschäftliche und technische Leitung der auf der Museumsinsel in Berlin zu errichtenden Neubauten eines Museums für nachklassische Kunst (Kaiser Friedrich⸗Museum) und eines Gebäudes zur Auf⸗ stellung des Pergamenischen Altares übertragen worden.

Ministerium für Landwirthschaft, Domänen und Forsten. Die bisherigen Landmesser Lüdtke zu Berleburg und Ponath zu Lippstadt sind zu Königlichen Ober⸗Landmessern ernannt worden.

Ministerium für Handel und Gewerbe. Bekanntmachung. 8 Bei den Schiedsgerichten der Arbeiterversiche⸗ rung sind nachfolgende Beamte zu Vorsitzenden bezw. stell⸗ vertretenden Vorsitzenden ernannt worden:

ippel in Pr.⸗Holland z m stellvertretenden chiedsgerichts für

1) der Amtsrichter 3 den und der Amtsrichter Vogel ebenda zu Mohrungen errichteten S

Vorsitzenden des in des Kommunalverbandes

Regiebauten Mohrungen; 8 Amtsrichter Dr. Maßmann in Pr⸗Stargard iden der Schiedsgerichte daselbst; Amtsrichter Strickstrack in Sangerhausen zum stellvertretenden Vorsitzenden der Schiedsgerichte daselbst. Berlin, den 4. September 1897. für Handel und Ge In Vertretung: Lohmann.

zum Vorsitze

er Minister

dem Ministerium für Handel und Gewerbe ist der Kanzlei⸗Diätar Gaede zum Geheimen Kanzlei⸗Sekretär

nannt worden.

cher Ober⸗Kirchenrath.

elle zu Groß⸗Tinz berufene Super⸗ bisher in Steudnitz, ist zum Super⸗ Parchwitz, Regierungsbezirk Liegnitz,

Evang eli Der in die Pfarrst intendent Grießdorf, intendenten der Diözese annt worden.

Personal⸗Veränderungen

Königlich Preußische Armee. Portepee⸗Fähnriche Beförderungen und Versetzungen.

Wilh elmshöhe, 18. August.

mont Durchlaucht, Oberst⸗Lt. à la suite des

unter Belassung in diesem Verhältniß, auch à la suite des Inf.

Regts. von Wittich (3. Hess.) Nr. 83 gestellt.

Berlin, 28. August. v. eines Brig. Kommandeurs, à la suite des 1. Garde Regts., unter Belassung in dem Verhältniß als Abtheil Militärkabinet, zum Flügel⸗Adjutanten Seiner Majestät des Kaisers

August. Kriebel, Oberst und etatsmäß. Stabs⸗ des Inf. Regts. Nr. 140, zum Inf. Regt. von der Marwitz Vertretung des erkrankten Regts. Kom⸗ Ohnesorg, Major à la suite oyen (5. Ostpreuß.) Nr. 41, kommandiert zur Dienst⸗ rtigen Amt, aus dem Heere ausgeschieden und ber⸗Kommando der Schutztruppen mit seinem Waldschmidt, Sec. Lt. vom späteren Uebertritts

Ernennungen,

deck und Pyr⸗ 3. Garde⸗Ulan. Regts.,

Offiziere, Fürst zu

Villaume, Oberst mit dem Range

und Königs ernannt. Koblenz, 31.

(8. Pomm.) Nr. 61 behufs mandeurs kommandiert. Regts. von B. leistung bei dem Auswä gleichzeitig bei bisherigen Patent wiederangestellt. 5. Rhein. Inf. Regt. Nr. 65, zur Marine behufs zu derselben kommandiert. Würzburg, 1. September. mandeur der 1. Garde⸗Inf. Div., mit der Füh Korps beauftragt. der 29. Div., in gleicher Eigenschaft z Frhr. v. Bissing, Gen. Majo Brig, mit der Führung der 29. Leopold von Preußen Königliche mandeur der 4. Garde⸗Inf. Regts. z. F. 1G schaft zur 4. Garde⸗Kav.

v. Klitzing, Gen. Lt. und Kom⸗ rung des IV. Armee⸗ Tund Kommandeur ur 1. Garde⸗Inf. Div. versetzt. Kommandeur der 4. Garde⸗Kav. Div. beauftragt. Prinz Friedrich Hoheit, Gen. Major und Kom⸗ ig., unter Belassung à la suite des Leib⸗Hus. Regts. Nr. 1, in gleicher Eigen⸗ v. Woyrsch, Oberst und Kommandeur des Garde⸗Füs. Regts., unter Stellung à la suite des mit der Führung der 4. Garde⸗Inf. Brig. beauftragt. Abschiedsbewilligungen. burg, 1. September. v. Hänisch, dierender General des IV. Armee⸗Korps schiedsgesuches, unter von Katzler (Schles.) Nr. 2,

und des 1. Leib 8 Brig. versetzt.

Im aktiven Heere. und komman⸗ in Genehmigung seines Ab⸗ Belassung in dem Verhältniß als Chef des mit Pension zur Disp.

XIII. (Königlich Württembergisches) Armee⸗Korps. Im Sanitäts⸗Korps. arzt im Gren. Regt. König Karl Res. vom Landw. Bezirk Heilbronn, Dr. Wiskott, Assist. Arzt 1. Kl. der Landw. vom Landw. Bezirk Ludwigeburg, der Abschied bewilligt. Beamte der Militär⸗Verwaltung. 23. August. Metzger, Hauptm. a. D., verwendet in der zum Lazareth⸗Ober⸗Insp. ernannt. DurchVerfügung des Kriegs⸗Ministeriums. Metzger, Lazareth⸗Ober⸗Insp., Hauptm. a. Ulm zugetheilt.

29. August. Dr. Weber, Unter⸗ Nr. 123, Riegg, Unterarzt der zu Assist. Aerzten 2. Kl. be⸗ 1. Aufgebots

Stelle eines Lazareth⸗Insp., D., dem Garn

Kaiserliche Schutztruppen. v. Stocki, Pr. Lt. von chr frika, ension der Abschied bewilligt. Pr. Lt. von derselben Schutztruppe, rückt mit in die offene Premier⸗Lieutenantsstelle ein.

Koblenz, 31. August. 1 der Schutz⸗ truppe für Deutsch. Ostafrika, mit P Kuhlmann, überzähl.

dem 1. September d. J.

reußen. Berlin, 4. September.

Inkunft Ihrer Majestäten des und der Königin von Italien in Homburg sowie den Empfang Allerhöchstderselben seitens lichen und Königlichen Majestäten wird dem

tag um 5 Uhr 20 Minuten trafen Ihre von Italien mittels schmückten Bahnhofe

Ihrer Kaiser⸗ B. von dort berichtet: Gestern Nachmit Majestäten der König und die Königin Sonderzuges auf dem hiesigen reichge äjestäten der oheiten der Prinz Albrecht von Preußen und ambridge sowie das große Gefolge Seiner mpfange erschienen waren. Uniform der Gardes du Corps und hatte, ebenso wie die Generale, italienische Orden angelegt; Majestät der König von Italien preußischen Husaren⸗Regiments. Zuges trat Seine Majestät der Kaiser in welchem das italienische Königspaar Ihre Majestät die Königin un

wo Ihre

Ihre Königlichen der Herzog von Majestät zum E der Kaiser trug die

Seine Majestät

trug die Uniform Seines Sofort nach dem Halten des an den Wagen heran, Sich befand und be⸗ d sodann Seine Die Kapelle des te den italienischen Königs⸗ folges schritten

grüßte zuerst Majestät den König auf das herz 11. (Hessischen) Jäger⸗Bataillon Nach Vorstellung des Ge⸗ ajestäten der Kaiser und der König von Italien die 3. Kompagnie des 11. Jäger⸗Bataillons gestellte Vorbeimarsch derselben folgte. Die nahmen alsdann in dem zweiten der eskortiert von einer

Ehrenwache ab, worauf der

der Kaiser und bereitstehenden Wa Eskadron des 1.

er König en Platz und fuhren, essischen Husaren⸗Regiments Nr.

dem Schlosse. Auf der ganzen, mit deutschen und

italienischen Fahnen festlich geschmückten, vom Publikum dicht vesetzten Straße bildete Infanterie Spalier. Bei dem vor dem Kurhause errichteten Pavillon, in welchem die Stadtvertretung und die Ehrenjung⸗ frauen Aufstellung genommen hatten, hielten die Wagen. Die Kurkapelle spielte den italienischen Königs⸗ marsch. Der Ober⸗Bürgermeister Dr. Tettenborn begrüßte namens der Stadt die Königin von Italien in einer längeren Ansprache. Die Königin dankte hierauf in 8

lichster Weise und nahm einen prachtvollen Orchideen⸗Strau entgegen. Als der Wagen sich wieder in Bewegung setzte und die Königin die Stadtverordneten begrüßte, erschollen jubelnde Hochrufe von seiten des zahlreichen, den großen Platz am Kurhause dicht besetzt haltenden Publikums. Dann begab sich der Bürgermeister zu dem weiter rückwärts haltenden zweiten Wagen und begrüßte den König von Italien in kurzer Ansprache, welche Allerhöchstder⸗ selbe mit Worten des Dankes erwiderte. Die Allerhöchsten Herrschaften setzten hierauf, von dem Publikum mit brausenden Hurrahrufen begrüßt, die Fahrt nach dem Schlosse fort. Am Abend um 7 ½ Uhr fand bei Ihren Kaiserlichen und Königlichen Majestäten im Schlosse Familientafel und um 9 Uhr im oberen Schloßhofe ein großer Zapfenstreich statt, welcher von den gesammten Musikkorps des XI. Armee⸗Korps ausgeführt wurde

Der Ausschuß des Bundesraths für Handel und Ver⸗

kehr hielt heute eine Sitzung.

1e“ I Laut telegraphischer Meldung an das Ob der Marine ist S. M. S. „Gneisenau“, Kommandant Kapitän zur See Hofmeier, gestern in Funchal (Madeira) an⸗ gekommen und beabsichtigt, am 5. September nach St. Vincent

in See zu gehen.

Posen, 3. September. Seine Königliche Hoheit der General⸗Feldmarschall Prinz Georg von Sachsen, General⸗Inspekteur der 2. Armee⸗Inspektion, ist heute Nach⸗ mittag zur Inspizierung des V. Armee⸗Korps hier eingetroffen und am Bahnhof von dem kommandierenden General, General der Infanterie von Bomsdorff empfangen worden. Der Prinz nimmt im Gebäude des General⸗Kommandos Wohnung. Zu Ehren Seiner Königlichen Hoheit fanden heute Abend Zapfen⸗

streich und eine 11“ vor dem Gebäude des

General⸗Kommandos statt. Essen a. d. Ruhr, 3. September. Seine Majestät der

König von Siam ist heute Abend, von Hamburg kommend,

zum Besuch des Geheimen Kommerzien⸗Raths Krupp auf

Station Hügel angekommen und hat in der Villa gleichen

Naͤmens Wohnung genommen. Für morgen ist eine Besichti⸗

gung des Krupp'schen Gußstahlwerkes geplant. Bayern.

Wie die gestrigen Münchener Abendblätter aus Würzburg

melden, wird Seine Königliche Hoheit der Prinz⸗Regent auf besondere Einladung Seiner Majestät des Kaisers von Aschaffenburg aus dem Kaiserlichen Hoflager in Homburg v. d. H. an einem noch zu bestimmenden Tage einen Besuch

abstatten und sich auch zu den Festlichkeiten nach Wiesbaden G

begeben. 8 8 ““

Oesterreich⸗Ungarn.

Der Kaiser begab sich gestern früh wiederum nach dem Manöverfelde. Wie „W. T. B.“ berichtet, standen sich an diesem zweiten Manövertage die gesammten Streitkräfte des ersten und des zweiten Korps gegenüber. Vormittags gegen 9 Uhr waren die Hauptangriffstruppen in heftigem Kampfe engagiert, doch wurde um Mittag das Gefecht vor der Ent⸗ scheidung abgebrochen, worauf der Kaiser nach Bistritz zurück⸗ kehrte. Der Kaiser hat sich wiederholt über die gute Aus⸗ bildung der Truppen lobend ausgesprochen. 88

In Triest ist gestern Nachmittag ein aus 11 Schiffen bestehendes englisches Geschwader unter dem Kommando des Vize⸗Admirals Hopkins eingetroffen.

Großbritannien und Irland.

Nach Indien sind, einer Meldung des „W. T. B.“ aus Woolwich vom gestrigen Tage zufolge, eine Batterie reitender Artillerie und die erforderlichen Mannschaften reitender und Feld⸗Artillerie beordert worden, um dort stehende Batterien auf Kriegsstärke zu bringen. 8

Rußland.

Der Kaiser besichtigte gestern nach einer Meldung des „W. T. B.“ mit den Großfürsten die Warschauer Befestigungen. Später fand im Lazienki⸗Palais bei Warschau ein Parade⸗ diner statt, zu welchem auch zahlreiche Mitglieder des polnischen

Adels geladen waren. 1 18 Im „Gesetzblatt“ ist gestern eine Novelle veröffentlicht

worden, nach welcher die Schiffahrt zwischen den rus⸗

sischen Häfen der verschiedenen Meere künftig ein Privile⸗ gium der russischen Flagge sein soll. Die Verfügung tritt mit dem 1. Januar 19 in Kraft. Der Salztransport

aus den Häfen des Asowschen und des Schwarzen Meeres

nach den baltischen Häfen wird jedoch bis auf weiteres aus⸗ ländischen Schiffen gestattet sein.

Italien.

Die „Opinione“ vom gestrigen Tage sagt, wie „W. T. B.“

aus Rom berichtet, ankläßlich der Reise des Königs und der Königin nach Homburg vor der Höhe⸗ „Das italienische Volk begleitet mit den herzlichsten Gefühlen der Ergebenheit sein Herrscherpaar auf der Reise nach Deutsch land und bei dem Besuche der Deutschen Kaiserlichen Familie Die Aufnahme, welche der König und die Königin im

Deutschen Reiche finden werden, wird von neuem be⸗

zeugen, daß die innige Freundschaft beider Dynastien und die

Allianz beider Regierungen den aufrichtigsten Gefühlen der

beiden Nationen entsprechen, weil der Friede als der höchste Wunsch und das höchste Interesse das Band schlingt und befestigt, welches die Verträge sanktionieren, und weil auch gerade der Friede nicht unvereinbar ist mit d Dreibunde und mit

der einmüthigsten, loyalsten und aufrichtigsten Freundschaft zwischen den Völkern und den Regierungen, die in der Allianz mit den beiden Kaiserreichen nicht einbegriffen sind, wie auch mit den Banden der loyalsten Freundschaft zwischen Deutsch⸗ land und Rußland die neuen und alten Bande nicht unver⸗ einbar sind, die der jüngste Besuch des Präsidenten Faure bei dem Kaiser von Rußland dargelegt und befestigt hat. Das, was in diesem Jahre die Besserung der internationalen Situation vom italienischen Standpunkte kennzeichnete, bestand, wie der Minister⸗Präsident Marchese di Rudini und der Minister der auswärtigen Angelegenheiten Marquis Visconti Venosta in ihren Parlamentsreden bestätigt haben, gerade darin, daß der hervorragend friedliche Zweck des uns mit den beiden Kaiserreichen verknüpfenden Bandes in ein helleres Licht gerückt und das sehr schädliche Vorurtheil, die Allianz sei unvereinbar mit dem Bestehen guter Beziehungen zwischen Italien und den außerhalb dieser Allianz stehenden Nationen, dekämpft wurde. Deshalb können wir, während wir unserem Souverain, welcher seinen Gruß und den der italienischen Nation dem Deutschen Kaiser und dem deutschen Volke überbringt, unsere Huldigung darbringen, sicher sein, daß dieser Besuch lediglich eine neue Bestätigung der friedlichen Ab⸗ sichten und Gefühle bringen wird, von denen die Monarchen, Regierungen und Völker beseelt sind.“

8 Portugal.

Die Cortes haben, wie dem „W. T. B.“ aus Lissabon berichtet wird, von zwölf Anträgen des Finanz⸗ Ministers drei genehmigt, und zwar diejenigen, welche die Bank von Portugal, die Unternehmung öffent⸗ licher Arbeiten und die Ruhegehälter betreffen. Der Antrag auf Konversion der äußeren Schuld ist nicht auf die Tagesordnung gesetzt worden, und der Antrag, be⸗ treffend die Privilegien der Tabackgesellschaft, ist noch un⸗ erledigt geblieben. Die Cortes haben sich nach Bewilligung des Budgets vertagt und werden am 2. November wieder zu⸗ sammentreten.

Aus Anlaß des Ueberfalls einer portugiesischen Barke durch Riffpiraten, welche das Schiff plünderten und den Kapitän sowie einen Theil der Mannschaft desselben gefangen halten, haben die portugiesischen Panzerschiffe „Vasco de Gama“ und „Adamastor“ den Befehl erhalten nach Marokko zu gehen.

8 Schweiz.

Der König und die Königin von Italien trafen, wie „W. T. B.“ berichtet, gestern Vormittag 10 ½ Uhr auf dem Zentralbahnhofe in Basel ein, wo sich zum Empfange Allerhöchstderselben der italienische Gesandte in Bern, Com⸗ modore Riva, der Legations⸗Rath Mayor des Planches, der Legations⸗Sekretär Graf Sallier de la Tour und der italienische Konsul Vischer⸗Sarasin eingefunden hatten. Nach dem Einlaufen des Sonderzuges betraten die Mitglieder der Gesandtschaft zur Begrüßung Ihrer Majestäten den Königlichen Salonwagen, wobei Commodore Riva der Königin einen Korb voll prächtiger Alpenblumen überreichte. Der König reichte allen Anwesenden huldvoll die Hand und unterhielt sich lebhaft mit dem Minister der auswärtigen Angelegenheiten Marquis Visconti Venosta und dem Gesandten. Alsdann wurde der Hof⸗ ug auf der Verbindungsbahn nach dem badischen

ahnhofe übergeleitet, wo im Austrage Seiner Majestät des Deutschen Kaisers der ehemalige deutsche Militär⸗Attaché in Rom, General⸗Major von Engelbrecht sich zur Be⸗ grüßung der Majestäten meldete und von Allerhöchst⸗ denselben aufs herzlichste empfangen wurde. Auf dem Bahnhofe hatte sich die italienische Kolonie sehr zahlreich versammelt und begrüßte das Königs⸗ paar mit begeisterten Evvivarufen. Eine Abordnung der Kolonie wurde von den Majestäten im Wagen empfangen, wobei ein in den italienischen Nationalfarben gekleidetes Mädchen der Königin einen herrlichen Blumenstrauß über⸗ reichte. Um 11 Uhr erfolgte die Abfahrt nach Hom⸗ burg v. d. H. Bei der Ankunft in Chiasso hatte der König ein herzliches Begrüßungstelegramm an den Bundesrath gerichtet, welches dieser in ebenso freundlichen, an den König nach Homburg gerichteten Worten erwiderte.

Der Bundesrath hat gestern die Uebereinkunft mit dem Großherzogthum Baden, betreffend den Erlaß einer Fischereiordnung für den Untersee und den Rhein, genehmigt.

Türkei. b

Der Sultan hat, dem „W. T. B.“ zufolge, gestern nach dem Selamlik den Chef der abessinischen Mission, Leontiew, in Audienz empfangen.

Der „Daily Telegraph“ meldet aus Konstantinopel vom gestrigen Tage, daß Sir Edgar Vincent nach Rußland gereist sei. Die Reise stehe im Zusammenhang mit dem Plane, die von Griechenland aufzubringende Kriegsentschädigungs⸗ Anleihe durch die Vincent nahestehende Finanzgruppe zu be⸗ schaffen.

Acht an den letzten Attentaten betheiligt gewesene Armenier sind gestern zum Tode verurtheilt, zwei Armenier, die des Attentats an der Pforte verdächtigt waren, frei⸗ gesprochen worden.

Aus Kanea berichtet die „Agence Havas“, daß die Admirale eine Verordnung, betreffend die Einrichtung der internationalen militärischen Gerichtskom⸗ mission, erlassen haben. Artikel 1 und 2 bestimmen, daß die Kommission unter Anwendung der Bestim⸗ mungen des italienischen Militär⸗Strafgesetzbuchs Hand⸗ lungen gegen die öffentliche Sicherheit, Beleidigungen von internationalen Offizieren, Mannschaften und Gendarmen, begangen durch Eingeborene, türkische Unterthanen oder an⸗ sässige Ausländer, ahnden soll; Berufung hiergegen findet nicht statt. Artikel 3 bestimmt, daß die Konsuln den Kapitu⸗ lationen gemäß gegen Ausländer vorzugehen haben, welche anderer Verbrechen, Vergehen und Zuwiderhandlungen, als der genannten, beschuldigt werden. Die Admirale werden den Ort des Strafvollzugs bestimmen und behalten sich vor, nach Erforderniß eine ähnliche Kommission in anderen Städten einzusetzen. In diesem Falle soll das Militär⸗Strafgesetz des⸗ jenigen Landes in Anwendung kommen, dem der betreffende Höchstkommandierende angehört.

Griechenland. Die Regierung hat, dem „W. T. B.“ zufolge, beschlossen, die letzte Reserveklasse zu entlassen; der Beschluß wird am Montag bekannt gegeben werden. 3 *

e Ministerrath hat, wie „W. T. B.“ beschlossen, eine Verordnung zu erlassen, m August 1898 Waaren aus den Ländern zu den Vorzugs⸗Zollsätzen ollen, gleichviel, ob sie direkt oder üͤber fen eingeführt werden.

ontevideo nach London gelangte Telegramme melden, daß die Revolution in Urug Tagen viele Anhänger gewonnen habe. rückten nach dem Innern des Landes vor. seien Abtheilungen derselben unweit Minas erschienen.

Der canadisch aus Ottawa erfährt, nach welcher bis zu meistbegünstigten zugelassen werden s

uay in den letzten Die Aufständischen

Amtlichen Berichten von der indisch⸗-⸗afg Grenze zufolge haben die Afridis bedeutende Streitkräfte möglicherweise werden Bara und Jamrud erende Offizier in Kohat

hanischen

zusammengezogen; angegriffen werden. Der kommandi hat eine fliegende Kolonne ausgesuchter Truppen nach Sadda dieser Ort wird nunmehr für gesichert gehalten. Weiteren Berichten zufolge mit den Orakzais, Staatssekretär hat die Entsendung einer starken Expedition in die Berge von Tirah, den Stützpunkt der „Reuter'’s

ein Theil der um Samana und Hangu anzugreifen. Hamilton, 1 Afridis, genehmigt. aus Simla britische Kolonnen unter d und Ellis gegen den aufrührerischen Stamm der Mohmands vorgehen werden. Die eine Kolonne wird von Swat, die andere von Schabkadar aus vorrücken. beiden Kolonnen 10 000 Mann.

gestrigen Tage, Generalen

haben zusammen eine Stärke

Australien. In Sydney wurde am 2. d. M., „Reuter'schen Bundeskonvention Minister von Süd⸗Australien, Kingston, verlas die Antwort der Königin auf die Ihrer Majestät von der Konvention von Adelaide zugesandte Adresse. den verschiedenen australischen Kolonien zu dem Verfassungs⸗ änderungen der Konvention vor⸗

nach einer Meldung e australische vorsitzende

Bureaus“,

wurden die von

entwurf vorgeschlagenen Ab

Arbeiterbewegung.

In Stettin erklärten die Tischlergesellen, wie die „Ostsee⸗ Ztg.“ berichtet, in einer Versammlung am Donnerstag ihren Aus⸗ stand für beendet.

In Dresden haben, einer Mittheilung des Gürtler und Schleifer der Firma Karl Meißner wegen

Blatt die Korbmacher

Vorwärts“ zufolge,

reits die Arbeit eingestellt. Hier in Berlin haben nach demselben Bl‚ der Firma F. Ancion u. Co. wegen Lohnstreites die Arbeit nieder⸗

„Köln. Ztg.“ telegraphiert: Auf der t an der preußischen Grenze, sind Eine große Anzahl Arbeiter der verke legte ebenfalls die Arbeit nieder. glischen Maschinenbauer berichtet on der Arbeit der Maschinenbauer ab⸗ ernstlich durch den Kesselmacher, thätigkeit verdammt. von diesen Arbeitern In Newcastle haben 500 Anweisun aus der Fabrik zu ne eiter werden in nächster Woche durch der Maschinenbauer arbeitslos werden.

In Clitheroe (England) legten, wie der 3000 Weber die Arbeit nieder 18 5 % nicht willigen wollten.

Aus Sosnowice wird der Georggrube bei Niwka, dich ergleute ausständig dortigen Maschinean

Zum Ausstande der en die Londoner „A. K.“: hängigen Gewerke beginnen in Mittleidenschaft Former und die Modellmacher sind zur Un Die Folge digt worden ist. dieser Woche ihre Werkzeuge deren Gewerken angehörige Arb

zu werden. erhalten, Ende

den Ausstand 3 Vorwärts“ berichtet, Lohnreduktion von

Kunst und Wissenschaft.

Dr. Georg Hirth in München kündigt das demnächstige Er⸗ n, großen kunstgeschichtlichen Bilderbuchs an, welches Stil in den bildenden Künsten und Ge⸗ Die erste Serie, „Der schöne wie er sich dem künst⸗ ndeln; der bekleidete Mensch soll den Gegen⸗ „Sitten und Kostüm?“) bilden. Besonders interessant werden in der ersten Serie die variierenden Darstellungen des männlichen und weiblichen Antlitzes, des Mundes, der Augen, der Hände und Füße, des Ruückens sein, wozu das aufnahmen nach Statuen, Gemälden? selbst den Künstlern solche Mannigf soll durch eingestreute Photogramme, u. dergl. erwiesen werden. Atlas will Georg Hirth neben gewerben u. a. au

scheinen eines neue den Titel „Der

werben aller Zeiten“ führen soll. Mensch“ benannt, wird den nackten Menschen, lerischen Auge darstellt, beha stand einer zweiten Serie (

Werk viele Detail⸗ c. darbieten wird. Daß die Natur altigkeit zur Wahl gestellt hat, ne, Illustrationen des Knochenbaues In anderen Serien seines großen Architektur, Dekoration und Kunst⸗ ch die Thierwelt, die Gebilde der Mythen⸗ und Fabelwelt sowie die Landschaft berücksichtigen. dem Erscheinen der ersten Lieferung des Werks

Wir kommen nach noch darauf zurück.

Literatur.

schichte der Pädagogik. age von Schulrath Karl D. in Berlin. Leipzig.

(296 S. gr. Oktav.) chichtliche Stizzen“ nennt der Ver chienenes Buch: sie enthalten aber mehr, Lösung der Frauenfrage. Sie sind das rucht von Vor⸗ Jahren 1883 bis

chs. Frauengestalten in der Ge lturgeschichtliche Skizzen zur Frauenfr Supprian, Königlichem Seminar⸗Direktor g. Verlag der Dürr'schen Buchhandlung. 1897. Preis 4 „Kulturges denn sie bieten einen werthvollen Beitrag zur Ergebniß von dreißigjährigen Studien und die reife lesungen für Lehrerinnen, die der Verfasser in den Viktoria⸗Lyceum Bienenfleiß hat seinem Zweck dienstbar gemacht. gerundetes Ganzes nicht geben und nennt darum Dennoch aber sind sie mosaikartig der Diamant nach verschiedenen evangelischer as ganze Buch. Seine meist prägnante Kürze oder besser der Leserin, wird dadurch

Der Verfasser ist überall ist eine Widmung an seine

Auch die Er⸗ nen Kindern, überlebenden wie ver⸗ em Erdenthale überhaupt „Wir ernten, was wir

eine Fülle von Stoff zusammengetragen und Freilich will er ein ab die einzelnen Kapitel „Bruchstücke“.

zusammengesetzt und strahlen wie Seiten hin verschieden aus. Pädagogik weht durch d ist ein Vorzug. Dem Leser, der Blick und die Umschau erweitert. seinem Element. Das Vorwort „Für unsz beide ist ja die Frauenfrage endgültig gelöst. ziehungsfrage durften wir an eige ewigten, für gelöst halten, soweit sie in dies 3 1 Des Buchet Motto lautet: nicht gesäet haben, Wir säen, was wir nicht ernten werden.“ „Erziehungs⸗Weisheit 1) Vorchristliches und Biblisches. ina Luther, geb. von2

gelöst wird.“ nach Rückert“ Bruchstücke: 2) Cölibat und Mönchsthum. ora. 4) Aus Pfarrhäusern der Zeit der

folgen die

3) Kathar

Lutherischen Rechtgläubigkeit. 5) Fürftliche Schüterinnen des Didaktikers

Wolfgang Ratke und der Pädagog der Mutterschule. 6) Der Superior der „Nouvelles Catholiques? und die Marquise de Maintenon. 7) Wirkliche und erdichtete Frauen um Jean⸗Jacques Rousseau. 8) Einige Männer und Frauen aus der Zeit der Aufklärung in Deutschland, dazu ein ilosoph. 9) Unsere Klassiker in ihren Be⸗ ziehungen zu Erziehung und Unterricht. 10) Wirkliche und erdichtete Frauengestalten um Heinrich Pestalozzi. 11) Einige Männer und Frauen aus der Zeit der religiös⸗sittlichen Erneuerung vor und nach den Freiheitskriegen. 12) Der Philosoph der „wissen⸗ schaftlichen“ Pädagogik und der Versorger der Allerkleinsten. 13) Hohenzollernfrauen. 14) Gedächtnißrede für weiland Ihre Majestät die Kaiserin und Königin Augusta. 15) Mädchenschulen und Lehre⸗ rinnen (Anhang: Schriftstellerisches). Endlich folgt ein Schlußwort zum 150. Gedenktage von Pestalozzi's Geburt und ein Verzeichniß der Namen. Seminaristinnen, Lehrerinnen, sowie alle, die an der Lösung der Frauenfrage mitarbeiten oder Antheil daran nehmen, werden, sofern derselbe evangelische Geist sie beseelt, wie den Ver⸗ fasser, das Buch mit Befriedigung und Nutzen lesen.

König Albert⸗Jubel⸗Kalender auf das Jahr 1898. Zusammengestellt von Max Dittrich und Clemens Zschäckel. Pr. 1 50 ₰.) Dieser mit künstlerischem Ges mack aus⸗ gestattete Abreiß⸗Kalender weist durch sein Aeußeres wie seinen Inhalt auf die im nächsten Jahre bevorstehende doppelte Jubelfeier des 70. Geburtstags (23. April 1898) und des 25 jährigen Regierungs⸗ Jubiläums (29. Oktober 1898) Seiner Majestät des Königs von Sachsen hin. Auf den einzelnen Blättern verzeichnet der Kalender die wichtigsten Ereignisse aus des Königs Leben sowie der Geschichte seines Hauses, Heeres und Landes. Die reich ornamentierte, in 14 farbiger Chromolithographie ausgeführte Rückwand zeigt, von der Krone überragt, das wohlgetroffene Medaillon⸗Porträt des Königs. Um⸗ rahmt ist das Bildniß von einem goldenen Eichenkranz, der auf drei sternförmig übereinandergelegten Feldmarschallstäben ruht, als den Zeugnissen kriegerischen Ruhms, den sich der König erworben. Der mittlere Stab ist der des Polenkönigs Sobiesky, den dieser nach dem Entsatz von Wien 1683 seinem Verbündeten, dem Kurfürsten Jo⸗ hann Georg III. verehrte; er wurde früher im historischen Museum zu Dresden aufbewahrt, bis zum 11. Juni 1871, dem Tage des Truppen⸗ einzuges, bei welcher Gelegenheit der König Johann ihn seinem Sohne verlieh. Der zweite Feldmarschallstab ist derjenige, den Seine Majestät der Kaiser Wilhelm II. bei dem 50jährigen Militärdienstjubiläum des Königs (am 22. Oktober 1893) Seiner Majestät eigenhändig über⸗ reichte, und der dritte Stab derjenige, den die Maas⸗Armee 1871 ihrem Führer stiftete. Zu den Seiten des Porträts sieht man links das Sachsen⸗ Denkmal von St. Privat, rechts den Wettin⸗Obelisken, den die Stadt Dresden gelegentlich des Wettinfestes im Jahre 1887 errichten ließ. Die Decke der darunter aufgehefteten Kalenderblätter zeigt eine umrahmte Ansicht des Residenzschlosses mit der Jahreszahl 1828 darüber und dem sächsischen Wappen am Fuße; zu beiden Seiten sind als Repräsentanten des Wehrstandes und des Nährstandes die Figuren eines Soldaten und eines Handwerkers angebracht. Den unteren Abschluß bildet das Eiserne Kreuz. Innerhalb der Kalenderblätter findet man vor dem 23. April noch ein vortreffliches photographisches Bildniß des Monarchen in Generals⸗Uniform. Die Gesammterscheinung des Kalenders ist eine sehr gefällige und sein Preis in Anbetracht der schönen Aus⸗ stattung als wohlfeil zu bezeichnen.

Zur 27. Wiederkehr des Tages von Sedan brachte die „Illustrirte Zeitung“ (Leipzig, J. J. Weber) in ihrer Nr. 2827 vom 2. September in vortrefflicher Reproduktion drei der großen

resko⸗Gemälde zur Anschauung, mit denen Hermann Wislicenus den alten Kaiserpalast der Salier und Hohenstaufen in Goslar geschmückt hat. Sie feiern die Machtentfaltung des alten Reiches unter Heinrich III. und Friedrich Barbarossa sowie die Wiederaufrichtung des neuen Reiches und setzen dieses welthistorische Ereigniß mit der Sage und den Märchen des deutschen Volkes in tiefsinnige Beziehung.

Dieselbe Nummer enthält auch ein Bild der feierlichen Enthüllung 8

des von Professor Rudolf Siemering entworfenen Kaiser Wilhelm⸗ Denkmals in Magdeburg am 25. August. Am 9. September soll eine „Montblanc⸗Nummer“ erscheinen. Dieselbe wird in 20, zum theil ganzseitigen Illustrationen und einem großen die gewaltige Fels⸗ und Gletscherwelt dieses Bergriesen vor Augen führen.

Gesundheitswesen, Thierkrankheiten und Absperrungs⸗ Maßregeln.

Fkalien. Durch eine ministerielle Verordnung vom 25. August d. J. ist wegen der in Rumänien herrschenden Maul⸗ und Klauenseuche die Ein⸗ fuhr von Rindern, Schafen, Ziegen und Schweinen aus Rumänien nach Italien bis auf weiteres verboten worden.

Verkehrs⸗Anstalten.

Der vom 1. Oktober d. J. ab gültige Winter⸗Fahrplan der Königlichen Eisenbahn⸗Direktion Königsbergi. Pr. ent⸗ hält folgende wichtigeren Aenderungen gegen den Sommer⸗Fahr⸗ plan 1897: Es werden verkehren: Schnellzug D 3 Elbing ab 6,46 Königsberg an wie bisher. Personenzug 6 Eydtkuhnen ab 8,22, Elbing an 4.21. Personenzug 9 Insterburg ab 7,10, Eydtkuhnen an 8,24 Nord⸗Expr.⸗Z. 11 Elbing ab 3,24, Eydtkuhnen an 7,28. Personen⸗ zug 151 Königsberg ab 7,00, Eydtkuhnen an 10,47. Personenzug 678 Mohrungen ab 4,46, Pr.⸗Holland an 5,55, weiter wie bisher. Per⸗ sonenzug 776/777 Königsberg ab 12,58, Allenstein an 5,23. Personen⸗ zug 782/783 Allenstein ab 7,22, Königsberg gn 12,24. Auf der Strecke Insterburg —Osterode werden die Schnellzüge 51 und 52 als Personenzüge verkehren.

Der vom 1. Oktober 1897 ab gültige Winter⸗Fahrplan der Königlichen Eisenbahn⸗Direktion Posen enthält folgend wichtigen Aenderungen gegen den bisherigen Fahrplan: Neu Züge: Keine. In Wegfall kommen: Pers.⸗Zug 56 Breslau O./S. ab 10,35, Obernigk an 11,18. Pers.⸗Zug 58 Breslau O./S ab 3,35, Obernigk an 4,19. Pers.⸗Zug 57 Obernigk ab 12,20, Breslau O./S. an 1,00. Pers.⸗Zug 59 Obernigk ab 8,45, Breslau O./S. an 9,22. Andere Aenderungen: Pers.⸗Zug 157 erhält in Sagan Anschluß von dem Schnellzuge 3 von Berlin und 237 von Kottbus und verkehrt Hans dorf ab 11,20 (bisher 10,55), Sagan 11,54 (bisher 11,18), Glogau 2,30 (bisher 2,48), Lissa an 3,31 (bisher 3,49). Pers.⸗Zug 158 Glogau ab 2,35 (bisher 2,40), Sagan an wie bisher 4,11. Pers. Zug 159 Sagan ab 2,48 (bisher 2,44), Lissa an wie bisher 5,17 Schnellzug 53 Guben ab wie bisher 12,42, Bentschen an 2,42 (statt bisher 2,12). Schnellzug 55 Guben ab 2,08 (bisher 2,01), Posen an 5,26 (bisher 5,29). Pers.⸗Zug 220 Bentschen ab 6,22 (bisher 6,22), Rothenburg 7,22 (bisher 7,24).

Bremen, 4. September. (W. T. B.) Norddeutscher Lloyd PD. „Fulda“ 2. Sept. Abds. Reise v. Neapel n. Genua fortges „Barbarossa“ 2. Sept. Nm. v. New⸗York n. d. Weser abgeg „Schönburg“ 2. Sept. Nachts Reise v. Hayre n. Antwerpen fortges. „Werra“, n. New⸗PYork best., 3. Sept. Mrgs. in Neape 1

angek. „Wartburg“, n. Brasilien best., 3. Sept. Mras. in 8

Oporto angek. „Karlsruhe“ 3. Sept. Mrgs. in New⸗York angek. „Coblenz“, n. Brasilien best., 3. Sept. in Bahia angek.

Hamburg, 3. September. (W. T. B.) Hamburg⸗Amerika. Linie. PD. „Auguste Victoria:, von Hamburg kommend, is heute Morgen in New⸗York und „Normannia“, von New⸗Y kommend, heute Abend in Cuxhaven angekommen.

London, 3. September. (W. T. B.) Union⸗Linie. Dampf „Tartar“ ist auf der Ausreise gestern in Kap stadt angekomm

Rotterdam, 3. September. (W. T. B.) Holland⸗Amerika⸗ Linie. Dampfer „Obdam“, von Rotterdam na d 8' hat heute Vorm. Lizard passiert. G