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ordinarium ist hier ausnahmsweise aus besonderen Zufälligkeiten um 596 100 ℳ niedriger. Danach ergiebt sich insgesammt bei der Berg⸗ werksverwaltung ein Mehrüberschuß von 2 727 078 ℳ
Bezüglich der Eisenbahnen habe ich schon das Erforderliche mit⸗ getheilt; ich will hier nur noch erwähnen, daß an Mehreinnahmen etatisiert sind für den Personenverkehr 21 704 000 ℳ, aus dem Güter⸗ verkehr 63 765 000 ℳ Die Mehrausgaben an persönlichen Ausgaben betragen 17 800 000 ℳ und an sächlichen Ausgaben 29 676 000 ℳ Bei den sächlichen Ausgaben sind namentlich die Preise der Mate⸗ rialien, Kohlen und Eisen u. s. w. stark in die Höhe gegangen.
Im Extraordinarium finden Sie eine Ausgabe etatisiert von 25 Millionen für Beschaffung von neuen Betriebsmitteln. Außer⸗ dem, meine Herren, haben wir zum ersten Mal angesetzt einen Betrag
von 5 Millionen als Dispositionsfonds zur gemeinsamen Verfügung des Ministers der öffentlichen Arbeiten und des Finanz⸗Ministers für den Erwerb von Grund und Boden für Eisenbahnzwecke. Die Frage ist hier oft behandelt, ich brauche darauf tiefer nicht einzugehen. Die Nothwendigkeit eines solchen Fonds ergiebt sich vor allem aus den Schwächen unseres Expropriationsgesetzes, zu dessen Revision wir hoffentlich bald kommen werden. Aber solange wir das nicht haben, ist es doppelt nöthig, einen solchen Fonds zu besitzen, um dem speku⸗ lativen Indiehöhetreiben bei Gelegenheit von bevorstehenden Eisen⸗ bahnbauten entgegenzuwirken und thunlichst derartige Grundstücke dann unter der Hand zu erwerben. Das ist allerdings ein starkes Ver⸗ trauen, was die Herren, wenn sie diesen Fonds uns bewilligen, zeigen; aber Sie müssen dem Eisenbahn⸗Minister namentlich bei den kolossalen Titeln, die bisweilen gegen 100 Millionen betragen, doch so viel freie Hand lassen und soviel Vertrauen schenken, ebenso wie es der Finanz⸗Minister thun muß, daß, glaube ich, die 5 Millionen den Becher nicht überlaufen lassen. Meine Herren, unter den neuen Ausgaben befinden sich nun hier auch die Gehälter für nicht weniger als 11 044 etatsmäßige Beamtenstellen. Auf den Wunsch der Eisen⸗ bahnverwaltung hat die Finanzverwaltung sich damit ein⸗ verstanden erklärt, und will ich wenigstens die Hoffnung daran knüpfen, daß diese Etatisierung von bisher nicht etatsmäßigen Stellen nicht bloß zur Befriedigung der betreffenden Beamten ge⸗ reiche, sondern auch zur besonders korrekten Pflichterfüllung beitragen werde.
Meine Herren, was die Dotationen und die allgemeine Finanz⸗ verwaltung aabetrifft, so betragen die Mehreinnahmen 20 963 000 ℳ im Ordinarium, die Mehrausgaben 11 851 000 ℳ Hier kommt in Betracht die Ersparung infolge der Konvertierung, die in diesem Etatsjahre mit 12 730 000 ℳ erscheint; andererseits, meine Herren, ist die Schuldentilgung nun hier entsprechend dem Gesetz vom 8. März 1897 geregelt worden. Es hat die Schuldentilgung infolge der Amortisationsersparnisse um 1 215 220 ℳ und direkt in⸗ folge des bezeichneten Gesetzes um 3 416 282 ℳ gesteigert werden müssen. Sie beträgt jetzt 38 911 332 ℳ und wird weiter steigen, wenn der Schuldenbestand noch weiter steigen sollte, nach Maßgabe des Satzes von 5 %. Meine Herren, ich kann wohl sagen, auf die Vermehrung der Schuldentilgung sehe ich mit großer Be⸗ friedigung; und wenn ich viel Ursache habe, dem hohen Hause für die Unterstützung dankbar zu sein, die ich in den letzten 5 Jahren hier erfahren habe, so bin ich besonders dankbar für die Wieder⸗ einführung der obligatorischen Schuldentilgung. Das ist eine unserer wichtigsten Errungenschaften für die zukünftige Stärke und Kraft der preußischen Finanzen. In Zukunft werden immer mindestens gegen 40 Millionen vorab zur Schuldentilgung dienen müssen, ehe man an andere Ausgaben denken kann. (Bravol rechts.)
Meine Herren, bei der allgemeinen Finanzverwaltung sind an Mehrüberweisungen vom Reich 22 594 000 ℳ veranschlagt, während die Matrikularumlagen nur um 21 242 000 ℳ gestiegen sind, sodaß wir diese Differenz gegen das Vorjahr gewinnen. Ich nehme an, daß in Wirklichkeit die an Preußen fallenden Ueberweisungen nach der Rechnung noch höher sein werden. Es beweist dies hier, wie günstig gegenwärtig auch die Reichsverwaltung steht, so daß man sich um so weniger zu scheuen braucht, für die allgemeine Landesvertheidigung das Nothwendige zu thun.
Beim Finanz⸗Ministerium beträgt trotz der Vertheilung des Fonds zu Besoldungsverbesserungen von 19 569 000 ℳ auf die ein⸗ zelnen Ressorts, die Ersparniß im Ordinarium doch nur 11 964 000 ℳ, weil andererseits erhebliche Mehrausgaben vorzusehen waren und die eigenen Beamten des Finanz⸗Ministeriums Mehrausgaben erforderten. Im Extraordinarium ist daneben eine Steigerung von 789 000 ℳ eingetreten. Der Pensionsfonds hat wiederum um nicht weniger als 3 200 000 ℳ verstärkt werden müssen und ebenso der Fonds für Wittwen⸗ und Waisengelder um 1 200 000 ℳ Ich habe schon oft auf diese wachsende Pensionslast, und die wachsende Last für Wittwen und Waisen hingewiesen, es sind aber Ausgaben, die sich aus dem Gesetz ergeben und geleistet werden müssen.
Es ist bei der wachsenden Zahl unserer etatsmäßigen Beamten noch gar nicht abzusehen, bis zu welcher Höhe diese Fonds anschwellen werden.
Meine Herren, bei dem Etat des Ober⸗Präsidenten finden Sie einen neuen Dispositionsfonds von 400 000 ℳ für die Ober⸗ Präsidenten der Provinzen Posen, Westpreußen und für den Regierungsbezirk Oppeln. Dieser Fonds ist aber zum erheblichen Theil gebildet aus Uebertragungen von Positionen, die bisher bei den Zentralverwaltungen ausgebracht waren, so daß er also nicht ganz neu ist. Wir haben im Staats⸗Ministerium geglaubt, daß derartige Fonds, welche den Zweck haben, das Deutschthum zu fördern und zu befestigen, besser verwendet werden durch die Provinzialbehörden als durch die Ministerien. (Sehr richtig! rechts.) Meine Herren, der Fonds, wie sich bei näherer Betrachtung ergeben wird, bedeutet keineswegs eine aggressive Tendenz gegen unsere preußischen Unterthanen polnischer Herkunft oder polnischer Sprache, er soll nur positiv in einer Weise, die auch der polnischen Bevölkerung keinerlei Schaden verursacht, das Deutschthum auf verschiedenen Gebieten fördern und befestigen. Wir werden ja noch Gelegenheit haben, auf diesen Fonds zurückzukommen.
Meine Herren, in der Bauverwaltung erfordert das Ordinarium 974 000 ℳ, das Extraordinarium 2 489 000 ℳ mehr. Ein Theil
dieser Steigerung aber beruht auf einer anderweitigen Ordnung der Berechnung und Etatisierung der Bauleitungskosten; diese sollen in Zukunft — die Budget⸗Kommission wird sich mit der Frage näher beschäftigen müssen — nicht mehr zu Lasten der einzelnen Baufonds, sondern zu Lasten der Zentralstellen in Einnahme und Ausgabe unter Ersatz der betreffenden, prozentual angenommenen
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Sätze aus den einzelnen Baufonds an die Zentralkasse geleistet werden. Wir werden dadurch eine schärfere Kontrole gewinnen, als wir sie früher hatten.
Beim Handels⸗Ministerium ist eine Mehreinnahme von 291 000 ℳ rund, dagegen eine Mehrausgabe von 1 209 881 ℳ und im Extra⸗ ordinarium eine solche von 447 500 ℳ vorgesehen. Unter den Mehrausgaben hebe ich hervor einen Betrag von 868 674 ℳ für das gewerbliche Unterrichtswesen, insbesondere auch für die gewerblichen Fortbildungsschulen, und ich hoffe, das hohe Haus wird sich überzeugen, daß wir unsere vorjährigen Versprechungen in dieser Beziehung in vollem Maße gehalten haben. Und so wird der hochverehrte Herr Abg. von Schenckendorff nun auch zufriedengestellt sein. (Heiterkeit.)
Bei der Justizverwaltung sind die Ausgaben nicht nur durch entsprechende Erhöhung der Richtergehälter, sondern auch durch die Neubewilligung verschiedener Stellen bei Ober⸗Landesgerichten, Land⸗ gerichten und Amtsgerichten und bei den Staatsanwaltschaften ge⸗ stiegen. Ebenso haben mehr Fonds für Hilfsarbeiter eingesetzt werden müssen, für das neue Gefängniß in Tegel, und namentlich hat auch der Fonds für baare Auslagen für Zivil⸗ und Strafsachen eine höhere Veranlagung erfahren müssen. Die Justizverwaltung hatte ja in den letzten Jahren in den Zuschüssen eine gewisse Tendenz zum Stillstand gezeigt; es waren sogar in einigen Jahren die Zuschüsse der allgemeinen Staatskasse zur Justiz⸗ verwaltung heruntergegangen. Jetzt natürlich infolge der allgemeinen Steigerung der Beamtengehälter und auch aus anderen Gründen, namentlich da in den nächsten Jahren noch fortdauernd ein sehr starkes Extraordinarium wird veranschlagt werden müssen, wird wohl auf eine solche herabgehende Tendenz jedenfalls nicht mehr zu rechnen sein.
Das Ministerium des Innern erfordert einen Mehrbetrag von 2 774 000 ℳ, und zwar im Ordinarium von 2 563 000 ℳ und im Extraordinarium von 211 000 ℳ Hierunter, meine Herren, finden Sie auch eine Erhöhung der Dienstaufwandsentschädigung der Land⸗ rälhe (hört! hört!) im Betrage von 146 700 ℳ Das Bedürfniß wächst natürlich mit dem Fortschreiten der Bureau⸗ und der Geschäfts⸗ ausdehnung der Landräthe; wie stark diese ist, brauche ich nicht aus⸗ zuführen; das ist, glaube ich, jedem Mitgliede dieses Hauses vollauf bekannt.
Dann sind für die Polizeiverwaltung erhebliche Mehrbeträge, im Ganzen 1 080 120 ℳ veranschlagt. Darunter befinden sich zwei neue staatliche Polizei⸗Direktionen, und zwar in Schöneberg bei Berlin, einer bekanntlich jetzt selbständigen Stadt, und in Kiel, wo das dringende Bedürfniß, die kommunale Polizeiverwaltung durch staatliche Polizeiverwaltung zu ersetzen, sich herausgestellt hat.
Die Landwirthschaft erhält im Ordinarium ein Mehr von 1 847 498, im Extraordinarium von 232 465 ℳ Die General⸗Kommissionen erfordern mehr 962 870 ℳ
Dann soll für Errichtung und Unterhaltung von landwirthschaft⸗ lichen Mittelschulen ein Mehrbetrag von 70 000 ℳ, zur erstmaligen Unterstützung und Förderung der Geflügelzucht, insbesondere in den bäuerlichen Wirthschaften, 30 000, zur Förderung genossenschaftlicher und kommunaler Flußregulierungen ein Mehr von 100 000 ℳ ein⸗ gestellt werden.
Der Dispositionsfonds für die östlichen Provinzen ist um 50 000 ℳ, auf jetzt 740 000 ℳ, und für die westlichen Provinzen um 100 000 ℳ, auf 200 000 ℳ, erhöht.
Für Errichtung von ländlichen Stellen und zur Verstärkung all⸗ gemeiner Dispositionsfonds sind zusammen 112 000 ℳ mehr ver⸗ anschlagt.
Außerdem befinden sich noch 300 000 ℳ zur Gewährung von Beihilfen an die Deichverbände von Osterland und Westerland⸗ Föhr und für Eindeichung der Bergel⸗Ottager⸗Niederung 117 335 ℳ eingestellt, endlich ein Betrag von 50 000 ℳ für die Eindeichung der Schiedlo⸗Schönfelder Niederung und von 450 000 ℳ zur Ge⸗ währung von Beihilfen an die Meliorationsgenossenschaft Bruch⸗ hausen⸗Syke.
Meine Herren, der hohe Betrag der Neuverwendung von 450 000 ℳ auf ein Meliorationsunternehmen wird Ihnen vielleicht auffallen; mir war es ja auch sehr auffällig, aber ich habe mich doch dazu entschließen müssen, weil dieses gesammte Meliorationsunter⸗ nehmen doch nicht ganz ohne Mitverantwortlicheit der Staatsbeamten in die jetzige Lage gekommen ist, und weil man eine gewisse moralische Verpflichtung hat, einem solchen zur Zeit ziemlich verunglückten Unter⸗ nehmen wieder auf die Beine zu helfen. Leider ist dies nicht der einzige Fall; in früheren Jahren ist das mehrfach dagewesen, und ich will hoffen, daß es in Zukunft nicht mehr vorkommt.
Endlich finden Sie 100 000 ℳ ausgeworfen zu Versuchen in den Quellgebieten der schlesischen Gebirge: die ersten Vorarbeiten für diejenige Thäͤtigkeit, die hier wird entfaltet werden müssen, um der Wiederkehr ähnlicher Nothstände und Hochfluthschäden zu begegnen. Meine Herren, heute wird in dieser Beziehung ein sehr eiliger Antrag im Herrenhause verhandelt. Ich bin doch der Meinung, daß man, ehe man hier zu definitiven Beschlüssen übergeht, mit Weile eilen soll. Denn, meine Herren, dies ist eine so schwierige Aufgabe und hat so bedeutende Rückwirkungen namentlich auf die Thalniederungen, daß man mit der größten Vorsicht hier verfahren muß. (Sehr richtig!) Wir können sonst trotz aller technischen Weisheit, trotz aller Vorbe⸗ reitung, trotz der stärksten Beweise auf dem Papier vielleicht Unter⸗ nehmungen machen, die uns nachher gereuen. (Sehr richtig!) Ich meine, man soll hier sehr vorsichtig sein. Gewiß wird der Staat sich bei diesen Fragen gegenüber der extraordinären Lage dieser Kreise wohl nicht ganz der Mitwirkung entziehen können; das wird aber nicht bloß in der Aufwendung von Geldmitteln, sondern auch in einer zweckmäßigen Vertheilung der Lasten und einer scharfen Kontrole, einer regelmäßigen, geordneten Reinigung und Offen⸗ haltung der Flüsse geschehen müssen. Ich habe nach allen meinen Er⸗ kundigungen doch das Gefühl, daß in Schlesien es an einer gründlich durchgeführten regelmäßigen Reinhaltung der Flüsse fehlt, und daß ein großer Theil der Uebelstände, wenn man die kleinen Hemm⸗ nisse, die kleinen Anlandungen, das Verwaschen des Ufers, die Bildung von kleinen Inseln im Flusse u. s. w. gleich von vornherein regelmäßig beseitigte, verhindert werden könnte ohne zu große extraordinäre Mittel. Man wird, glaube ich, auch in dieser Beziehung mehr thun müssen und wird sich auch fragen müssen, ob es rathsam ist, vielleicht genossenschaftliche Verbände zur Unterhaltung der Flüsse zu bilden, statt diese Unterhaltung ausschließlich den zum theil nicht genügend leistungsfähigen Anliegern aufzulegen. Aber, meine Herren,
diese Fragen werden uns noch genug beschäftigen; ich gehe
nicht näher darauf ein. Ich weiß nicht, ob es noch möglich sein wird, in diesem Jahre noch nach der Richtung der dauernden Verhütung eine Vorlage zu machen. Eine Vorlage aber, bei welcher auch Staatsmittel zur Verwendung kommen werden und kommen müssen, um die ersten Nothstände noch weiter zu be⸗ seitigen, das dringendste Bedürfnis an nothwendigen Re⸗ gulierungen u. s. w. zu befriedigen und zu thun, was unter allen Umständen erforderlich ist, z. B. auch hier und da zu nahe an die Flüsse gebaute Wohnungen zu verlegen, wird Ihnen sehr bald zugehen, da jetzt die Gesammtbeträge der Schäden amtlich fest⸗ gestellt sind.
Meine Herren, auch die Gestütsverwaltung ist besser bedacht worden. Der Ankaufsfonds für Pferde ist im Ordinarium um 100 000, im Extraordinarium um 250 000 ℳ erhöht worden. Ich bin mit dem Herrn Chef der Gestütsverwaltung vollkommen klar darüber geworden, daß diese Erhöhung einem wirklich dringenden Bedürfniß entspricht, und daß die starke Hebung der Pferdezucht in den letzten Jahren, namentlich die Vermehrung der Hengste guter Qualität, dringend nothwendig macht. .“
Endlich, meine Herren, gelange ich zum Kultus⸗Ministerium welches auch diesmal wiederum den Löwenantheil vorweggenommen
hat. Der gesammte Mehrbedarf im Ordinarium und Extraordinarium
beziffert sich auf 19 664 427 ℳ, immer einschließlich der Erhöhung infolge der Beamtenaufbesserung. In einer Mehreinnahme von 1 320 806 ℳ ist ein Betrag von 1 173 488 ℳ enthalten, welchem eine Mehrausgabe in gleicher Höhe gegenübersteht. Diese Posten durch- laufender Natur sind eben die Einnahmen und Ausgaben der Staats nebenfonds.
Ich brauche nicht zu sagen, meine Herren, daß diese Staats nebenfonds ihre gesetzlich festgelegten oder stiftungsmäßig festgesetzten Zwecke haben, daß, ebensowenig wie bisher die Staatsregierung in einseitiger Verwaltung, auch das Haus durch die Unterstellung der Fonds zur Beschlußfassung im Etat keineswegs sich der vollen Be⸗ rücksichtigung dieser eben bezeichneten Zweckbestimmungen entziehe kann und natürlich auch nicht geneigt sein wird, sich ihr zu entziehen. Deswegen habe ich eben den Ausdruck: durchlaufende Posten gebraucht. In Bezug auf die Verwaltung, auf die Höhe der einzelnen A sätze u. s. w. ist das Haus natürlich so frei, wie in allen anderen Sachen.
Von den Mehrausgaben will ich einige der wichtigeren hervorheben. Für die höheren Lehranstalten sind 1 171 145 ℳ, für das Elementarunterrichtswesen 6 209 369 ℳ beansprucht. Die Herren werden sich erinnern, daß im vorigen Jahre durch die Beschlüsse dieses hohen Hauses, denen sich die Staats⸗ regierung anschloß, über den Etat hinaus rund 4 Millionen Mark bewilligt wurden. Diese stecken in den eben bezeichneten rund 6 Millionen. Dann aber haben auch die damals veranschlagten Be⸗ rechnungen nicht ganz gestimmt, wie es gewöhnlich geht, wenn es an das Geldausgeben geht; es hat sich herausgestellt, daß wir die damals veranschlagten Fonds noch erheblich erhöhen müssen. Die Durch⸗ führung des ganzen Gesetzes ist auch heute noch nicht vollständig erfolgt, und namentlich die schwierige Frage des Verhältnisses der Einnahmen des Küsters zu den Lehrereinnahmen ist auch noch nicht erledigt. Diese Sache hat noch sehr erhebliche Schwierigkeiten; aber ich glaube doch, nach den Verabredungen mit dem Herrn Kultus⸗ Minister und nach den Ueberschlägen, die wir im Finanz⸗Ministerium machen, daß die Staatskasse nunmehr mit Bewilligungen bis auf weiteres zu Ende gekommen ist.
Für Kunst und Wissenschaft sind 196 474 ℳ mehr veranschlagt, für das technische Unterrichtswesen, soweit es dem Kultus⸗Minister unterstellt ist, 105 624 ℳ Dann hat auch der Patronatsbaufonds, der nie ausgereicht hat, und bisher immer überschritten worden ist, um 150 000 ℳ erhöht werden müssen.
Meine Herren, im Extraordinarium finden Sie nun eine sehr erhebliche Verstärkung des Titels für den Dom; die vorjährige Rate von 1 600 000 ℳ ist diesmal um 1 Million Mark erhöht. Damit sind die Ausgaben für den Dom abgeschlossen. Wir haben, weil wir
die Mittel jetzt hatten, den ganzen noch erforderlichen Bedarf für den Dom in Ansatz gebracht, sodaß wir in den nächsten Jahren
werden um so leichter zu anderen Bauten übergehen können in höherem Maße, wie ich Ihnen gleich zeigen werde. Wir werden nämlich in den nächsten Jahren stärkere Raten ein⸗ setzen müssen für den Kunstmuseumsbau, ebenso für die akademischen Hochschulen für Musik und die bildenden Künste. Das Haus hat hiervon wohl noch keine Kenntniß; wir werden natürlich die entsprechenden Pläne und Kostenanschläge vorlegen. Es ist die Absicht, die langjährig erstrebte Hochschule für die bildenden Künste und eine größer ausgestaltete Hochschule für Musik an der Harden⸗ bergstraße, auf dem Grundstück der Baumschule der Thiergarten⸗ Verwaltung, zu errichten.
Meine Herren, eine epidemische, in den östlichen Theilen der Monarchie grassierende Krankheit, die Granulose, soll mit Energie bekämpft werden; sie hat sich namentlich in Westpreußen und Ostpreußen, auch zum theil in Posen stark entwickelt. Wir wollen versuchen, sie kräftig anzugreifen und werden hoffentlich wenigstens zu einer starken Verminderung und zu einer Verhinderung der weiteren Ausdehnung gelangen. Man muß dabei aber auf die Mitwirkung der gesammten Bevölkerung rechnen, gegenüber dem Widerstreben der Erkrankten, sich heilen zu lassen; alle gebildeten Menschen in diesen Gegenden, auch die Behörden, müssen in dieser Beziehung den staatlichen Maßnahmen beispringen, damit es gelingt, die richtige Einsicht von der Gefähr⸗ lichkeit der Krankheit in die gesammte Bevölkerung zu tragen, was gegenwärtig leider offenbar noch in keiner Weise der Fall ist.
Meine Herren, dann haben wir endlich 1 Million mehr eingestellt, um den Patronaten der nicht staatlichen höheren Schulen, welche nicht im stande sind, die höheren Ausgaben für die Lehrerbesoldungen auf sich zu nehmen, zu Hilfe zu kommen; eine gesetzliche Regelung, die zwangsweise Durchführung dieser höheren Lehrergehalte bei allen nich staatlichen höheren Schulen ist zur Zeit noch nicht beabsichtigt. Diese Million wird uns ja schon in manchen Beziehungen, namentlich bei den nicht leistungsfähigen Patronaten, ziemlich weit führen. Ich habe persönlich, namentlich dem Kultus⸗Minister gegenüber, zum Ausdruck
möge, als durchaus die Nothwendigkeit sich dringend ergiebt. Man kann ja vielleicht hoffen, daß namentlich, wenn ei solches Gesetz im äußersten Falle droht, die leistungsfähigen Patronate und Kommunen freiwillig dazu übergehen, ihre Lehre
gebracht, daß man mit einem solchen Zwangsgesetz nicht eher vorgehen
gehalte auf die Höhe der Gehalte der Lehrer an den Staatsanstalten
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heraufzubringen. Man wird erst sehen, wie sich die Sache weiter ent⸗
wickelt, und demnach das Weitere vorbehalten.
Unter den Mehrausgaben der Unterrichts⸗Verwaltung finden Sie auch 113 540 ℳ für 23 weitere Kreis⸗Schulinspektoren und 160 000 ℳ zur Errichtung neuer Schulstellen.
Der Sammlungsfonds für die Museen hier in Berlin ist um 60 000 ℳ, der Fonds zum Ankauf von Kunstwerken für die National⸗ Galerie um 50 000 ℳ erhöht worden. Sie sehen, daß wir die reich⸗ licher fließenden Staatsmittel auch nunmehr in erhöhtem Maß der Kunst zu gute kommen lassen und nicht bloß dem Unterricht und der Wissenschaft.
Meine Herren, wenn man alle diese einzelnen Zahlen — was ja für das Haus sowohl wie für den Finanz⸗Minister nothwendig ist — nun sich in ein Gesammtbild vereinigt und sich — wie das jeder vor⸗ sichtige Verwalter und namentlich der Verwalter öffentlicher Gelder und Mittel thun muß — sich die vermuthliche Zukunft vorstellt — dennzenichts ist verkehrter für eine Finanz⸗Verwaltung, als bloß die Gegenwart ins Auge zu fassen und die wahrscheinliche Zukunft außer Betracht zu lassen — dann, glaube ich, können wir doch auch für die nächsten Jahre — denn soweit wird man ja überhaupt nur sehen können — mit erheblicher Beruhigung die Entwickelung unserer Finanzlage betrachten. Allerdings ist richtig, daß das namentlich in den letzten drei, vier Jahren hervorgetretene gewaltige Steigen der dauernden Ausgaben, wenn es so fortginge, uns wieder in den alten Fehler brächte, auf schwankende Einnahmen dauernde Ausgaben zu basieren und, wenn die Einnahmen nach unten schwanken, sofort, da die Ausgaben nicht vermindert werden können, wieder in ein Defizit zu gerathen. Aber, meine Herren, ich nehme auch nicht an, daß in den nächstfolgenden Jahren die Nothwendigkeit, wie in den letzten drei, vier Jahren, die Ausgaben des Staats zu steigern, in gleicher Weise eintreten wird. Einmal haben wir die gewaltigen Ausgaben für die Aufbesserung der Lage unserer Beamtenschaft — abgesehen von ein⸗ zelnen Nachläufern, die vielleicht zur Ausgleichung von Härten u. s. w. noch kommen werden — im großen Ganzen als für eine absehbare Zeit abgeschlossen hinter uns. Meine Herren, das preußische Volk hat für seine Beamtenschaft und Lehrer seit dem Jahre 1890 nahezu 70 Millionen dauernde Ausgaben auf sich genommen, und es wind doch auch Zeit, daran zu denken, wem dies zur Last kommt. Zur Last werden sie denjenigen kommen, welche nicht feste Bezüge haben, von Konjunkturen und Schwankungen ab⸗ hängig sind, welche nicht in der Lage sind, Pensionen und Wittwen⸗ und Waisengelder zu beziehen. Ich glaube daher, man muß doch bei dem fortschreitenden Drängen auf stete Steigerung der Gehalts⸗ Ausgaben etwas die kritische Sonde anlegen im Interesse derjenigen Klassen, die Sie ja selbst vertreten. Ich glaube, daß wir, wenn wir
1 auch in manchen Einzelheiten, namentlich bei den Unterbeamten,
werden noch nachhelfen müssen, doch im Großen und Ganzen die
gewaltige Steigerung dieser Ausgaben hinter uns haben. Wir werden . ferner, meine Herren, wenn ungünstige Jahre kommen sollten, nament⸗ lich für die Betriebsverwaltungen, wie ich mir schon auseinander⸗
zusetzen erlaubte, in den stark angeschwollenen Extraordinarien, die
wir hier in guten Jahren in Ausgabe stellen, und die übertragen
werden in die nächstfolgenden Jahre, ebenfalls starke Reserven besitzen.
Ich glaube so, meine Herren, daß es uns gelingen wird, selbst bei
einem erheblichen Rückschlag von Handel, Gewerbe und Industrie,
doch uns vor der Wiederkehr von starken Defiziten zu hüten, und was das bedeutet, meine Herren, für die ganze Fortentwickelung, das
regelmäßige Fortschreiten des ganzen Staatswesens, wenn es nicht
nöͤthig ist, nothwendige Unternehmungen zu unterlassen, angefangene zu verringern oder gar zu sistieren, wenn der regelmäßige Fortgang
der ganzen sozialen, gewerblichen und staatlichen Entwickelung gesichert ist, das brauche ich nicht weiter auszuführen. Wenn wir gegenwärtig mit doppelter Vorsicht verfahren, wo wir auf der Höhe sind, weil man doch leichter von einer Höhe wieder heruntersteigt, als noch höher ge⸗ langt, — wenn wir in diesen guten Zeiten eine besondere Vorsicht walten lassen, namentlich die Einnahmen nicht zu hoch veranschlagen,
uns immer klar machen, daß ein Rückschlag kommen kann, — wir hbaben die Erfahrung ja hinter uns —, so glaube ich allerdings, daß wir mit Ruhe auf die dauernde Konsolidierung unserer Staats⸗
finanzen blicken können. Die allgemeine Wohlfahrt des Landes ist in diesen Jahren — von einem wichtigen großen Zweig der Volks⸗
wohlfahrt abgesehen — außerordentlich gestiegen. Wir können an⸗ nehmen, daß das Gesammtvermögen unseres Volks sich stetig ver⸗ nmehrte. Aber, meine Herren, der Finanzmann kann sich nicht
unbedingt darauf verlassen, daß die Staatsfinanzen in derselben Weise florieren und steigen wie die Privatwohlfahrt; denn der Uebergang, meine Herren, von den verschiedenen Privatvermögen bis in die Staatskasse hat lange und schwierige Wege. (Heiterkeit.) Wir würden manche Ausgaben nicht bewilligt haben, wenn hinter jeder Ausgabe eine Steigerung der Einnahmen aus der Steuer gestanden hätte. (Heiterkeit.) Man kann nicht einfach sagen: Der Wohlstand des Landes wächst, folglich kann der Staat sich auch mehr Ausgaben erlauben, über seine jetzigen Mittel hinausgehen; nöthigenfalls kann er mehr Mittel aus dem Lande entnehmen, — nein, meine Herren, der Trost ist ein un⸗ cherer Trost. (Heiterkeit.) Wie schwer es ist in Deutschland, ent⸗ gegen anderen Ländern, zu einer Steigerung der Leistungen der Steuer⸗ pflichtigen zu kommen, das wissen Sie aus eigener Erfahrung besser als ich. (Heiterkeit.) Meine Herren, dies ist nun der letzte Etat, den ich diesem hohen Hause — wenigstens hier in diesem Hause — vor⸗ zulegen die Ehre haben werde. Wir können wohl mit Dank aner⸗ kennen, meine Herren, daß wir in den letzten 5 Jahren gelebt haben in Zeiten des Friedens und der wachsenden Wohlfahrt, des Fortschritts auf allen Gebieten, wenn auch nicht auf allen Gebieten die Rein⸗ erträge entsprechend den kulturellen Fortschritten — ich meine das in Bezug auf die Landwirthschaft — gewachsen sind. Wir wollen dem nächsten Landtage in dem neuen Hause ähnliche günstige Zeiten ünschen, und hoffen, daß Preußen in seiner Gesammtentwickelung so freulich weiter fortschreite, wie in den letzten 5 Jahren. Preußen —
ch habe das schon mehrfach ausgeführt — hat mehr noch als andere Staaten nöthig, stark zu sein. Neben den großen Aufgaben, die es rfüllen muß in der Mitwirkung und Mitarbeit am Deutschen Reich, nd uns in Preußen noch ganz besondere Aufgaben gestellt, die andere deutsche Staaten weder früher gehabt haben, noch jetzt haben. Nur arke Staaten können ihre kulturellen Aufgaben voll erfüllen, und nur
diejenigen Staaten sind stark, die gesunde und gute Finanzen haben. (Sehr richtig!) Meine Herren, ich bitte Sie, die altpreußischen
Traditionen in Bezug auf die Gebahrung unseres Finanzwesens, welche ie während all der Tagungen bewiesen haben, auch mit zu über⸗
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tragen auf Ihre Nachfolger. Dann wird es w Vaterland. (Bravo!) 8 ohl stehen um unser
Schluß gegen 3 Uhr. Nächste Si (Erste Berathung des Etats.) zung Montag, 11 Uhr.
8
Handel und Gewerbe.
In deutschen Blättern werden von E alle 2 Ftns⸗ Street, Kings Croß, in I—— 6, Gelddarlehen an ehrbare Leute gegen Unterschrift angeboten. Diese Anzeige geht von derselben Schwindlergesellschaft aus, die im Sommer v. J. gleiche Anzeigen unter dem Namen L. Hue, 6 Hastings Street, in Hamburger Blättern veröffent⸗ licht hat und vor der bereits in der Nr. 213 des „Reichs⸗ Anzeigers“ vom 10. September v. J. gewarnt worden ist.
Da anzunehmen ist, daß die Schwindler nach Veröffent⸗ lichung dieser Notiz abermals Namen und Adresse in ihren Anzeigen ändern werden, so sei hier nochmals ganz allgemein darauf hingewiesen, daß bei der Anknüpfung von Geschäfts⸗ verbindungen nach dem Auslande auf Grund derartiger An⸗ zeigen die größte Vorsicht anzurathen ist.
Neuerdings versendet eine Antwerpener irma, die sich „Kommanditgesellschaft Th. Keßler nMrn nennt, Preislisten nach Deutschland, in denen sie verzinsliche Werth⸗
papiere und Schuldverschreibungen gegen monatliche Theil⸗ zahlungen zum Kauf anbietet. Nach den eingezogenen Er⸗ kundigungen handelt es sich hierbei um die Fortsetzung eines
Schwindelunternehmens, das ein gewisser Adam olsberger in Ge⸗ meinschaft mit einem Georg Dilles ebenfalls von Antwerpen aus
unter den Firmen „Antwerpener Kommissionsbank“ und
„Internationale Bank, Antwerpen“ betrieben haben und vor dem bereits in der Nr. 22 des „Reichs⸗Anzeigers“ vom 26. Januar v. J. gewarnt worden ist.
Es kann daher auch bei der Anknüpfung von Geschäfts⸗ verbindungen mit der „Kommanditgesellschaft Th. Keßler u. Co.“
in Antwerpen nur die größte Vorsicht anempfohlen werden.
Tägliche Wagengestellung fü 8 an der Ruhr und in
„An der Ruhr sind am 12. d. zeitig gestellt keine Wagen.
Kohlen und Koks * 8
schlesien.
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Obe 8 M. gestellt 13 869, nicht recht⸗
1e“ Generalversammlung der .1893er Vereinigung für internationale Messen in Berlin“ fand am 10. Januar statt. Bei der Ergänzungswahl für den Vorstand wurde der Kommerzien⸗ Rath und Handelsrichter Hugo Lissauer zum zweiten Vorsitzenden ge⸗ wählt. Der Vorsitzende theilte mit, daß während der naͤchsten Ber⸗ liner Frühjahrs⸗Messe, vom 10. bis 16. März, nach Uebereinkommen mit dem Deutschen Export⸗Verein im Meßpalast eine allgemeine Ausstellung von Erfindungen und Neuheiten, welche durch Patent oder Gebrauchs⸗Musterschutz ge lich geschützt sind, stattfinden soll.
— In der gestrigen Sitzung des Aufsichtsraths der Großen Berliner Pferde⸗ Eisenbahn⸗Aktien⸗Gesellschaft wurde beschlossen, in der zum 25. d. M. einberufenen außerordentlichen Generalversammlung der Aktionäre zu der in der Tagesordnung vor⸗ gesehenen Erhöhung des Grundkapitals der Gesellschast um 22 875 000 ℳ in Vorschlag zu bringen, daß den Aktionären der Gesellschaft auf je 4 Aktien über 300 ℳ oder je 1 Aktie über 1200 ℳ eine neue Aktie über 1200 ℳ zum Kurse von 102 % zum Bezuge anzubieten sei. Von dem Bezugspreise sollen 27 % bei der Zeichnung und je 25 % am 1. Juli, 1. Oktober und 31. Dezember 1898 zu entrichten sein. Die Einzahlungen werden — ausschließlich des Aufgeldes — vom Tage der Leistung bis Ende 1898 mit 4 % verzinst. Die neuen Aktien werden Anfangs des Jahres 1899 ausgegeben und erhalten vom 1. Januar desselben Ihas die Dividendenberechtigung.
— Bei der „Nordstern“ Lebens⸗Versicherungs⸗Aktien⸗ Gesellschaft zu Berlin wurden im Jahre 1897 4861 neue Ver⸗ sicherungen über 19 383 115 ℳ Kavpital beantragt, wovon 3717 über 15 254 927 ℳ in Kraft getreten sind. Der Versicherungsbestand be⸗ lief sich am Ende des Jahres auf 36 381 Versicherungen über 146 034 250 ℳ, wonach der reine Zuwachs 2182 Versicherungen über 9 303 658 ℳ, d. i. 3252 477 ℳ mehr als im Jahre 1896 beträgt, während die Ausgaben für Provisionen und vu sich fast in der 5. Höhe gehalten haben. Auch bei dem „Nordstern,
nfall⸗ und Alters⸗Versicherungs⸗Aktien⸗Gesellschaft“ ist eine Zunahme des Geschäfts gegen das Vorjahr zu verzeichnen, während die Schäden sich zdestese auf der gleichen Höhe wie im Jahre 1896 hielten.
— Das Wörterbuch des gesammten Bank⸗ und Börsenwesens, welches unter dem Titel „Börsen⸗A⸗B⸗C“ von Adolf Sand⸗ heim, dem Verfasser der neuesten Ausgabe des ersten Theils von „Saling's Börsenpapieren“, herausgegeben und von der Haude⸗ und pener'schen Buchhandlung (F. Weidling) in Berlin verlegt wird, liegt jetzt in einer zweiten, umgearbeiteten und vermehrten Auflage vor. Das „Börsen⸗A⸗B⸗C”* führt sämmtliche im Bankgeschäft und Börsenverkehr vor⸗ kommenden technischen Ausdrücke in alphabetischer Ordnung an und definiert und erläutert sie; dabei ist besonderes Gewicht gelegt auf gesetzliche Bestimmungen (unter denen das neue Börsen⸗ gesetz bereits eingehend berücksichtigt ist), auf die Steuerverhältnisse, die Börsenorganisation, das Maklerwesen ꝛc. In einem Anhang werden die Usancen und Fachausdrücke der Börsen von Frank⸗ Jart c M., London, Paris und Wien in ausreichender Weise be⸗ andelt.
— Der „Taschen⸗Kalender 1898 zum Gebrauch bei Handhabung der Arbeiterversicherungsgesetze“, der für Behörden, Versicherungsanstalten, Berufsgenossenschaften, Schieds⸗ gerichte, Krankenkassen⸗Vorstände, Rechtsanwalte, Aerzte u. s. w. be⸗ stimmt und nach amtlichen Quellen von E. Götze, General⸗Sekretär der Glas⸗Berufsgenossenschaft und des Verbandes der Glas⸗ industriellen Deutschlands, und P. Schindler, expedierendem Sekretär und Kalkulator im Reichs⸗Versicherungsamt, ingmmengestegt und herausgegeben ist, bildet den zehnten Jahrgang des im Verlage der Liebel'schen Buchhandlung in Berlin erscheinenden Sammelwerks. Der neue Jahrgang zerfällt wieder in drei Theile, von denen jeder für sich gebunden ist, und behandelt im ersten Theil die Kranken⸗ und Unfall⸗ versicherung, im zweiten die Invaliditäts⸗ und Altersversicherung, und im dritten die für die Beitrags⸗ und Entschädigungsberechnungen grund⸗ legenden ortsüblichen Tagelöhne, land⸗ und forstwirthschaftliche Jahres⸗ arbeitsverdienste u. s. w. nach der Anordnung der früheren Jahrgänge. Sämmtliche bis Ende September 1897 bekannt gewordenen Aende⸗ rungen und Neuerungen, insbesondere in der Organisation und den ortsüblichen Tagelöhnen ꝛc., haben bei der Neubearbeitung Berück⸗ sichtigung gefunden. Ebenso haben die neuen Entscheidungen und Verfügungen der zuständigen Behörden bei den Ergänzungen der Er⸗ läuterungen zu den einzelnen Gesetzes⸗ ꝛc. SaS. Beachtung erfahren, sodaß eine vollständige Uebersicht über die durch die Recht⸗ sprechung ꝛc. der maßgebenden Behörden geschaffene und begrenzte Rech gnge. auf den einzelnen Gebieten der Arbeiterversicherung er⸗ mög
— Die Pfälzische Hypothekenbank zu Ludwigshafen a. Rh. theilt mit, daß in Vollzug eines Beschlusses der General⸗ versammlung vom 20. März 1897 das Aktienkapital der Gesellschaft um zwei Millionen Mark durch die Begebung von 2000 Stück Aktien
zu 1000 ℳ am 1. Februar d. J. erhöht werden wird. Diese
2000 Stück Aktien erhalten Dividendenscheine für das ganze Jahr 1898, wogegen der Bank für die Zeit vom 1. Januar bis zum Tage der Einzahlung 4 % Zinsen zu vergüten sind. Der Begebungskurs der Aktien ist auf 150 % mit Einschluß des Reichsstempels, der bayerischen Staatsgebühr und der Aktienanfertigungskosten fest gesetzt worden. Zu diesem Kurse sind die 2 Millionen Mark Aktie unter voller Wahrung des Bezugsrechts für die Inhaber von Aktie der Pfälzischen polßekenbank fest begeben worden. Das Bezugs recht der neuen Aktien wird unter folgenden Bedingungen eingeräumt Auf je 11 alte Aktien können 2 neue Aktien bezogen werden. Di Ausübung des Bezugsrechts ist in der Zeit vom 17. bis einschließlich 31. Januar 1898 zu erklären in Berlin bei der Direktion der Diskontogesellschaft, der Dresdener Bank und dem Bankhaus S. öö“ Fräh
— Die Leipziger Frühjahrsmesse zerfällt jetzt in zwe Theile: die Oster⸗Vor⸗ und die Oster⸗Hauptmesse. Auf ersterer werde nur Muster gezeigt; sie beginnt am Montag, den 7. März, und endig am 19. März. Die Oster⸗Hauptmesse, die nur die Tuch⸗, Leder⸗ Rauchwaaren⸗, Manufaktur⸗, Eu“ ꝛc. Branche umfaßt, finde statt vom Sonntag, den 17. April, bis Sonntag, den 8. Mai. An meldungen für das Meß⸗Adreßbuch sind spätestens 4 Wochen vorher an Serbe's Verlag in Leipzig zu richten.
Stettin, 12. Januar. (W. T. B.) Spiritus loko 38,00 bez.
Breslau, 12. Januar. (W. T. B.) Schluß⸗Kurse. Schles. 3 ½ % L.⸗Pfdbr. Litt. A. 100,20, Breslauer Diskontobank 119,60, Breslauer Wechslerbank 108,50, Schlesischer Bankverein 138,15, Breslauer Spritfabrik 146,00, Donnersmarck 156,75, Kattowitzer 174,00, Oberschles. Eis. 104,00, Caro Hegenscheidt Akt. 124,25, Oberschles. Koks 171,00, Oberschl. P.⸗Z. 155,90, Opp. 164,40, iesel Zem. 154,50, L.⸗Ind. Kramsta 149,00, Schles. e 8 212,75, Schles. int.. 209,50, Laurahütte 182,50, Bresl. Oelfabr. 101,50, Koks⸗Obligat. 102,40, Niederschles. elektr. und Kleinbahn⸗ 6I I1
roduktenmarkt. piritus pr. 100 1 100 % exkl. 50 ℳ pr. Januar 56,70 Gd., do. 70 ℳ Berbrauchs⸗ S S 5. 22
agdeburg, 12. Januar. (W. T. B. uckerbericht. Kornzucker exkl. 88 % Rendement 10,10 — 10,20. n.ü Iraerhe c. 75 % Rendement 7,60 — 8,20. Ruhig. Brotraffinade I 23,50. Brotraffinade II 23,25. Gem. Raffinade mit aß 23,37 ½ — 23,75. Gem. Melis I mit Faß 23,00. Still. ohzucker I. Pro⸗ dukt Transito f. a. B. Hamburg pr. Januar 9,27 ½ Gd., 9,32 ½ Br., pr. Februar 9,35 Gd., 9,37 ½ Br., pr. März 9,40 Gd., 9,42 ½ Br., pr. April 9,45 Gd., 9,47 ½ Br., pr. Mai 9,52 ½ bez., 9,55 Br., pr. H 28 Gd; Br. Schwach.
rankfurt a. M., 12. Januar. (W. T. B.) Schluß⸗Kurse. Lond. 8272 ¾ 20,375, ariser do. 80,816, Wiener 8 8; gurn.
3 % Reichs⸗A. 97,40, Unif. Egypter 107,60, Italiener 94,60, 3 % port⸗ Anleihe 21,60, 5 % amort. Rum. 101,40, 4 % russische Kons. 103,20, 4 % Russ. 1894 67,20, 4 % Spanier 61,70, Darm⸗ städter 159,00, Deutsche Genossenschafts⸗Bank 116,50, Diskonto⸗ Kommandit 200,90, Dresdner Bank 162,10, Mitteld. Kredit. 118,80 Nationalb. f. D. 152,50, Oesterr. Kreditakt. 301, Oest.⸗Ung. Bank 800,00, Reichsbank 159,90, Allgem. Elektrizität 284,80, Scpuckert 265,40, Bochum. Gußst. 200,00, Dortm. Union —,—, Harpener Bergw. 186 70, Hibernia 196,90, Laurahütte 183,50, Westeregeln 19799. besfe⸗ dreen 9. 44709 I“ 29 8
ekten⸗Sozietä uß. esterrei Kredit⸗Aktien 301, Franzosen ög. Lombarden 72 ⅞%, Serlerriich E. n Deutsche Bank 209,00, Diskonto⸗Komm. 201,40, Dresdner Bank —,—, Berl. Handelsges. 174,10, Bochumer Gutst. 200,90, Gelsenkirchen —,—, Harpener 186,20, Hibernia 196,75, Laurahütte 183,40, Ital. Mittel⸗ meerb. —,—, Schweiz. Zentralb. 141,00, do. Nordostbahn 108,20, do. Union 78,00, Ital. Méridionaux —,—, Schweiz. Simplonb. 86,50, 6 % Mexikaner 96,80, Italiener 94,65, Schuckert —,— Helios 191,40 Allg. Elektr. 281,00, Nationalbank 153,00.
9— 8 12. e A Aühn- 1 8550.
resden, 12. Januar. B % Sächs. Rente 95,95, 3¼ % do. Staatsanl. 100,90, Dresd. Stadtanl. v 93 100,75, Allg. deutsche Kreditbk. 211,50, Dresd. Kreditanst. 136,75, Dresdner Bank 162,00, Dresdner Bankverein 127,00, Leipziger Bank —,—, Sa s. Bank 129,00, Deutsche Straßenb. 174,00, Dresd. Enraßesnche 8 —,—, Sächs.-⸗Böhm. Dampfschiffahrts⸗Ges. 283,00, Dresoner Baa⸗ 8b “ 3 (W. T
eipzig, 12. Januar. . T. B.) Schluß⸗Kurse. 3 %
Sächsische Rente 96,00, 3 ½ % do. Anleihe 101,00, seitzer 1. und Solaröl⸗Fabrik 120,50, Mansfelder Kuxe 975, Peipziger Kredit⸗ anstalt⸗Aktien 211,50, Kredit⸗ und Sparbank zu Leipzig 119,50, Leipziger Bankaktien 187,90, Leipziger Hypothekenbank 152,10, Sächsische Bankaktien 129,25, Sächsische Boden⸗Kreditanstalt 128,50, Leipziger Baumwollspinnerei⸗Aktien 170,25, Leipziger Kammgarn⸗ “ 160,00, Kammgarnspinnerei Stöhr u. Co. 181,00, ltenburger Aktienbrauerei 242,00, Zuckerraffinerie Halle⸗Aktien 119,00, Süer 5he Fekertenbahn 1,09, 8. dee Elaütn che Straßenbahn
,75, Thüringische Gasgesellschafts⸗Aktien 212,50, Deutsche Spitzen⸗ fabrik 236,00, Leipziger Elektrizitätswerke 129,50.
Kammzug⸗Terminhandel. La Plata. Grundmuster B. r. Januar 3,25 ℳ, pr. Februar 3,25 ℳ, pr. März 3,22 ½ ℳ, pr.
pril 3,22 ½ ℳ, pr. Mai 3,20 ℳ, pr. Juni 3,17 ½ ℳ, pr. Juli 3,17 ½ ℳ, pr. August 3,17 ½ ℳ, pr. September 3,15 ℳ, pr. Oktober 3,15 ℳ, pr. November 3,15, pr. Dezember 3,15 ℳ Umsatz: 65 000. b Fest. 13. 3 .
Bremen, 12. Januar. T. B.) Börsen⸗Schlußbericht. Raffiniertes Petroleum. (Offizielle Notierung der Bremer 8.528—2 Börse.) Loko 4,95 Br. Schmalz. Fest. Wilcox 26 ½ ₰, Armour shield 27 ₰, Cudahy 28 ₰, Choice Grocery 28 ₰, Süa⸗, lage 88, 8. Syec Feli Short clear middl. oko 1 e etig. affee geschäftslos. aumw . vn nel. 8 8 f* 4 8—
Kurse des ekten⸗Makler⸗Vereins. 5 % Norddeut Wollkämmerei und Kammgarnspinnerei⸗Aktien 156 ½ Br., 5 % Feasch B“ 18 “ ümmee 279 Br.
amburg, 12. Januar. T. B.) Schluß⸗Kurse. mb. Kommerzb. 143,50, Bras. Bk. f. D. 161,25, — SHenn. A.⸗C. Guans⸗W. 71,00, Privatdisk. 3 ⅛, Hamb. Packetf. 115,25, Nordd. Lloyd 110,50, Trust Dynam. 166,00, 3 % Hamb. Staatsanl. 95,40, 3 ½ % do. Staatsr. 107,50, Vereinsb. 160,25, mburger Wechsler⸗ bank 133,25. Gold in Barren pr. Kilogr. 3788 Br. 2784 Gd., Silber in Barren pr. Kilogr. 78,50 Br., 78,00 Gd. Wechselnotierungen: London lang 3 Monate 20,27 ½ Br., 20,23 ½ Gd., 20,26 bez., London kurz 20,40 ½ Br., 20,36 ½ Gd., 20,39 bez., London Sicht 20,42 Br., 20,38 Gd., 20,40 ½ bez., Amsterdam 3 Monate 167,85 Br., 167,35 Gd., 167,72 bez., Oest. u. Ungar. Bkpl. 3 Monate 168,03 Br., 167,55 Gd., 168,00 bez., Paris icht 81,00 Br., 80,70 Gd., 80,88 bez., St. Petersburg 3 Monate 213,85 Br., 213,35 Gd., 213,65 bez., New⸗York Sicht 4,20 ½ Br., 4,18 ½ Gd., 4,20 bez., do. 60 Tage Sicht 4,17 ½ Br., 4,14 ½ Gd., 4,16 ½ bez.
Getreidemarkt. Weizen loko behauptet, holsteinischer loko 180 — 187. Roggen behauptet, mecklenburger loko 140 — 150, russischer loko matt, 108. Mais 94 ½. Hafer fest. Gerste ruhig. Rüböl stetig, loko 54 ½ Br. Spiritus behauptet, per Jan.⸗Febr. 19 Heenr. Pn Fesner.Mlen. 188 Sh een 17 ¼ Br., pr.
pril⸗-Ma r. Kaffee ruhig. Umsatz 2000 Sack. Petro
8. eics 889 480 6, 8 bhitaghen affee. achmittagsbericht. ood average Santos pr. März 30 ¾, pr. Mai 31, pr. Septbr. 31 ¼, per “ 32. 9 Zuckermarkt. (Schlußbericht.) Rüben⸗Rohzucker I. Produkt Basis . 298 9nse 2 bel 17 g Kamburg per Januar 22 ½, pr. Februar 9,32 ½, pr. rz 9,40, pr. Mai 9,52 ½, pr. In d62..r. Dire 138. Nah „ 8 “ en . Januar. (W. T. B.) Schluß⸗Kurse. Oef
4 ½⁄ % Papierrente 102,35, Oesterr. Silberrente 3 Oesterr. Goldrente 121,70, Oesterr. Kronenrente 102,55, Ungar. Goldrente 121,30, do. Kron.⸗A. 99,70, Oesterr. 60 er Loose 144,00, Länderbank
7
218,00, Oesterr. Kredit 355,60, Unionbank 304,50, Ungar. Kreditb E1“ “ 116“ W“ 1 8.