Qualität
gering
mittel Verkaufte
Gezahlter Preis für 1 Doppelzentner
Menge
niedrigster ℳ
höchster
niedrigster höchster niedrigster
Doppelzentner
ℳ ℳ ℳ ℳ ℳ
—
Außerdem wurden am Markttage (Spalte 1)
für Durch⸗ nach überschläglicher 1 Doppel⸗ schnitts⸗ Schätzung verkauft preis bem [Doppelzentner (Preis unbekannt)
Am vorigen
Durchschnitts⸗ — Markttage
preis
ℳ
11,75
14,00 13,50 13,20 13,00
zarnikau. Schneidemühl;. Kolmar i. P.. ““ Strehlen i. Sch Glogau . Liegnitz .. Mayen Krefeld. Landshut —
opfingen Mainz. Anklam . Breslau. Jauer.
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12,50 13,40
13,00 14,30 14,00
„ .“ .
16,15 13,40 18,00 17,20
12,10 14,00
4 . * . . . . 2. 8 2. .
— * 82 8S0 2 2
13,60
13,50 12,30 13,50 13,00
Allenstein Thorn. Sorau . Lissäa. Rawitsch. Krotoschin n. . zarnikau . Schneidemühl. Kolmar i. P.. . öZ“ Strehlen i. Schl.. e1“”“ Liegnitz. “ Hildesheim.. Emden . 6 Matzectk . . Krefeld. 16 Fritt. Landshut Augsburg Bopfingen Mainz. Altkirch. St. Avold Anklam. Greifenberg. — Breslau.. 12,80 JEö1“ 12,00 keuf ö.“ — Arnstadt.. —
— — 8
12,80 12,20 13,60 13,50 12,00
12,00
2. „ .-. 1“
10,75 13,00 13,20 14,30
11,00 13,20
Die verkaufte Menge wird auf volle Doppelzentner und der Verkaufswerth auf volle Mark abgerundet mitgetheilt. Bedeutung, daß der betreffende
Ein liegender Strich (—) in den Spalten für Preise hat die
11,75
14,00 13,80 13,70 13,00
12,50 13,45
13,00 14,30 14,00
16,92 15,00 18,00 17,20
12,60 14,00
13,60
13,50 12,50 13,75 13,00
12,80 12,30
13,60 13,50 12,00
12,60
12,37 14,20 13,20 14,30
12,40 13,20
13,20 12,00
Gerste. 12,54 13,33 13,33 — 13,60 14,00 14,50 15,00 15,00 14,40 14,70 15,00 14,30 14,30 15,40 14,00 14,50 14,50 — 13,75 13,75 12,50 13,13 13,13 13,00 13,50 13,50 13,60 13,65 13,70 13,00 14,00 14,00 14,60 16,25 16,25 14,80 15,20 15,20 15,80 16,30 16,30 — 18,00 18,00 10,50 11,00 18,08 18,85 18,60 19,20 19,30 19,30
13,20 13,20 14,60 15,70 17,00 17,00
a fer. 14,50 14,50 14,00 14,40 14,50 14,50 13,10 13,30 14,00 14,50 13,40 13,40 14,00 14,00 13,00 13,00 13,80 13,80 12,60 12,80 14,50 14,50 14,40 14,40 14,00 14,00 14,00 14,00 16,50 16,50 13,30 13,80 13,50 13,50 — 13,20 14,20 13,80 14,00 14,40 15,05 15,59 17,20 15,20 15,40 16,00 14,40 15,10 15,10
15,25 — 16,74 14,50 13,80
13,80
12,54
14,50 14,10 13,70 14,00
12,50 13,00 13,50 13,00 14,60. 14,80 15,80
17,69 18,00 18,90 20,30 14,00 16,00
17,31 16,00 18,90 20,30
13,70 16,00
14,05 13,40 14,00 12,70 13,75 13,20 13,20 12,40 13,20 12,40 13,50 14,00 13,80 13,00 15,60 12,80
14,05 13,60 14,00 12,90 14,00 13,20 13,20 12,40 13,20 12,50 13,50 14,00 13,80 13,00 15,60 13,20 13,60 12,90 14,40 14,40 15,25 15,80 13,50 13,50
13,60 13,00
14,70 15,60 14,00 14,00 13,00 13,00 13,90 14,20 13,00 14 00 14,00
12,60 13,60
15,50] m15,80 16 00 Bemerkungen.
üe. 15,20
Der Durchschnittspreis wird aus d Preis nicht vorgekommen ist; ein Punkt (
14,00
14,19 14,30 13,83
12,80 13,00 13,73
14,42 15,09 18,00
18,23 18,02 19,08
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mabgerundeten Zahlen berechnet. -.) in den letzten sechs Spalten, daß entsprechender Bericht f ehlt.
Personal⸗Veränderungen.
Königlich Preußische Armee. 1“
Offiziere, Portepee⸗Fähnriche ꝛc. Ernennungen, Beförderungen und Versetzungen. Im aktiven Heere. Berlin, 8. Februar. Frhr. Binder v. Kriegelstein, bisheriger K. u. K. österreich. Ober⸗Lt. der Res., in der Preuß. Armee, und zwar als Pr. Lt., unter Vorbehalt der eg. bei dem Feld⸗Art. Regt. E (2. Brandenburg.) Nr. 18 angestellt.
Berlin, 9. Februar. Nachgenannte Ober⸗Primaner der Haupt⸗ Kadettenanstalt in der Armee als Portepee⸗Fähnriche angestellt, und zwar die Portepee ⸗Unteroffiziere: v. Schickfus u. Neudorff bei dem Garde⸗Füs. Regt., Frhr. v. Boenigk bei dem 3. Garde⸗Regt. z. F., v. List bei dem 4. Garde⸗Regt. z. F., v. Hesse bei dem Garde⸗ Gren. Regt. Nr. 5, v. Kleist bei dem Gren. Regt. Graf Kleist von Nollendorf (1. Westpreuß.) Nr. 6, Gynz v. Rekowski bei dem Inf. Regt. Freiherr von Sparr (3. Westfäl.) Nr. 16, v. Rheinbaben bei dem Inf. Regt. Großherzogl. Friedrich
ranz II. von Mecklenburg⸗Schwerin (4. Brandenburg.) Nr. 24,
ösler bei dem Inf. Regt. von Alvensleben (6. randenburg. Nr. 52, Kriegsheim bei dem Füs. Regt. von Gersdorff (Hess. Nr. 80, Schmidt bei dem 7. Thüring. Inf. Regt. Nr. 96, von Bogen bei dem 1. Großherzogl. Hess. Inf. (keib⸗Garde⸗) Regt. Nr. 115, Leutwein bei dem Königs⸗Inf. Regt. Nr. 145, v. Heineceius bei dem 8. Thüring. Inf. Regt. Nr. 153, v. Dievow bei dem Inf. Regt. Nr. 154, TCrelinger, bei dem 2. Schles. Jäger⸗Bat. Nr. 6, Hirsch bei dem Feld⸗Art. Regt. Prinz⸗ Regent Luitpold von Buyern (Magdeburg.) Nr. 4, Berndt bei dem 8 Feld⸗Art. Regt. Nr. 11, v. Gilsa bei dem Großherzogl. Hess.
eld⸗Art. Regt. Nr. 25 (Großherzogl. Art. Korps), Wendland bei dem Schleswig⸗Holstein. Regt. Nr. 9, Behrendt bei dem Fuß⸗Art. Regt. Nr. 10, Hermann, bei dem Eisenbahn⸗Regt. Nr. 2.
Königlich Bayerische Armee.
08
Offiziere, Portepee⸗Fähnriche ꝛc. Ernennungen, Beförderungen und Versetzungen. Im aktiven Heere. 1. Februagr. Herzog Christoph in Bayern Königliche Hoheit, Sec. Lt. bisher à la suite des 1. Schweren Reiter⸗Regts. Prinz Karl von Bayern, in das genannte Regt. versetzt.
4. Februar. Dietz, Pr. Lt., unter Belassung im Verhältniß 2. -g des 2. Feld⸗Art. Regts. Horn, auf ein weiteres Jahr be⸗ urlaubt.
5. Februar. Graf v. u. zu Lerchenfeld auf Köfering u. Schönberg, Sec. Lt. bisher à la suite des 1. Ulan. Regts. Kaiser Wilhelm II., König von Preußen, mit der Uniform dieses Regts. zu den Offizieren à la suite der Armee versetzt.
Im Beurlaubtenstande. 28. Januar. Vin nenberg, Sec. Lt. im Res. Verhältniß vom 13. Inf. Regt. Kaiser
anz Joseph von Oesterreich, zum 2. Inf. Regt. Kronprinz,
iltner, Seec. Lt. im Res. Verhältniß vom 11. Inf. Regt. von der
ann, zum 14. Inf. Regt. Hartmann, Schäͤzler (Augsburg), Sec. Lt. von der Landw. Inf. 1. Aufgebots, zu den Res. Offizieren des 19. Inf. Regts., — versetzt. Zahler (Ingolstadt), Sec. Lt. in der Landw. Inf. 1. Aufgebots, zum Pr. Lt. befördert.
Abschiedsbewilligungen. Imaktiven Heere. 4. Februar. Schobacher, Major und Bats. Kommandeur vom 22. Inf. Regt., mit 11““
en für Verabschiedete vorgeschriebenen Abzeichen der Abschied bewilligt. Nn Hterab ster, Masor und Bats. e
mandeur vom 3. Inf. Regt. Prinz Karl von Bayern, mit der gesetz⸗ lichen Pension und mit der Erlaubniß zum Tragen der bisherigen Uniform mit den bestimmungsmäßigen Abzeichen zur Disp. gestellt.
Im Beurlaubtenstande. 28. Januar. fuchs⸗ Pr. Lt. von der Res. des 9. Inf. Regts. Wrede, mit der Erlaubniß zum Tragen der Landw. Uniform, Ehrmann (Ludwige hafen), Hauptm. von der Landw. Inf. 1. Aufgebots, mit der Erlaubniß zum Tragen der bis⸗ herigen Uniform, — beiden mit den für Verabschiedete vorgeschriebenen Abzeichen, Putz (Dillingen), Wortmann (Kaiserslautern), Eß⸗ linger (Ludwigshafen), Keller (Zweibrücken), Pr. Lis. von der Landw. Inf. 2. Aufgebots, Zumstein (Ludwigshafen), Pr. Lt. von der Landw. Kav. 2. Aufgebots, Valentiner (Hof), Pr. Lt. von der Landw. Feld⸗Art. 2. Aufgebots, Dedreux (I. München), Sec. Lt. von der Landw. Inf. 2. Aufgebots, Henrici (Kempten), Sec. Lt. von der Landw. Feld⸗Art. 2. Aufgebots, — der Abschied bewilligt.
Im Sanitätskorps. 28. Januar. Dr. Jeßen (Hof), Assist. Arzt 1. Kl. der Res., Dr. Hagl, Stabsarzt der Landwehr 1. Aufgebots, mit der Erlaubniß zum Tragen der Unisorm, Dr. Klein (Dillingen), Stabsarzt der Landw. 1. Aufgebots, Kling (Ludwigshafen), Assist. Arzt 1. Kl. in der Landw. 2. Aufgebsts, — der Abschied bewilligt.
30. Januar. Dr. Frank, Assist. Arzt 2. Kl. vom 3. Inf. Regt. Prinz Karl von Bayern, zur Res. des Sanitäts⸗Korps versetzt.
Militär⸗Justizbeamte.
4. Februar. Ganz, charakteris. Stabsauditeur der Komman⸗ dantur der Haupt⸗ und Residenzstadt München, unter Versetzung zum Militär⸗Bezirksgericht München, zum Stabsauditeur befördert. Mayr, Stabsauditeur und rechtskundiger Sekretär vom General⸗ -,-rve. zur Kommandantur der Haupt⸗ und Residenzstadt München versetzt.
Beamte der Militärverwaltung.
28. Januar. Remmel, Rechnungs⸗Rath, Sekretär der Intend.
der 1. Div., mit Pension in den erbetenen Ruhestand getreten. Dr.
offmann (Kempten), Fleßa, Wenglein (Bamberg), Ober⸗ potheker der Landw. 1. Aufgebots, der Abschied bewilligt.
3. Februar. ochstein (Nürnberg), Veterinär 2. Kl. der
Res., in den Friedensstand des 1. Chev. Regts. Kaiser Nikolaus von
Rußland versetzt. 8
Kaiserliche Marine. 111“
Offiziere ꝛc. Ernennungen, Beförderungen, Ver⸗ setzungen ꝛc. Berlin, Schloß, 4. Februar. Truppel, Korv. Kapitän mit Oberst⸗Lieutenantsrang, bis zum Eintreffen des Befehls⸗ habers mit Wahrnehmung der Geschäfte des Befehlshabers in Kiaotschau beauftragt. 3
Berlin, Sc9n⸗ 7. Februar. Meyer, Korv. Kapitän, unter Entbindung von dem Kommando S. M. Kreuzers 4. Klasse „Condor“, zum Art. Offizier vom Platz und Vorstand des Art. Depots zu Wilhelmshaven, v. Dassel, Korv. Kapitän, unter Entbindung von der Stellung als Kommandeur der 1. Abtheil. der 2 Matrosen⸗Div., zum Kommandanten S. M. Kreuzers 4. Klasse „Condor“, — ernannt. Habenicht, Seidensticker, Unter⸗Lfs. zur See, bis zum 30. März d. J. zur Dienstleistung zum Reichs⸗M. kommandiert.
Deutscher Reichstag. 18 88. Sitzung vom 11. Februar 1898, 2 Uhr.
Das Haus setzt die zweite Berathung des Reichs⸗ haushalts⸗Etats für 1898, und zwar den Etat des Auswärtigen Amts, bei den Ausgaben für Gesandt⸗ ’ und Konsulate fort.
eber den Anfang der Sitzung wurde in der gestrigen Nummer d. Bl. berichtet.
Bei den Ausgaben für die Gesandschaft in Paris macht der Berichterstatter
Abg. Prinz von Arenberg (Zentr.) Mittheilung von der Er⸗ klärung des Staatssekretärs in der Budget⸗Kommission über die Dreyfus⸗Affaire.
Abg. Richter (fr. Volksp.): Einzelne französische Journale haben es so dargestellt, als ob der Staatssekretär diese Erklärung freiwillig abgegeben habe, und daraus allerlei Schlußfolgerungen ge⸗ zogen. Ich kann konstatieren, daß die Erklärung auf eine Anfrage von mir abgegeben war; sie war nicht vorbereitet, sondern improvisiert
nach einer kurzen Rücksprache mit Kollegen aus der Kommission. Es kann niemand mehr in dieser 5 zweifelhaft sein. lage darüber, daß die deutschen
Abg. Jebsen (nl.) führt Interessen in den französischen Kolonien Hinterindiens durch die Wahl⸗ konsuln nicht genügend vertreten würden. 9
Direktor im Auswärtigen Amt, Wirklicher Geheimer Rath Reichardt: Da der Herr Vorrdner seinen Wunsch aus der Kom⸗ mission wiederholt hat, so halte ich mich für verpflichtet, die Erklärung kurz zu wiederholen, die ich ihm damals gegeben habe und die dahin ging: die Regierung zieht jede Anregung aus diesem hohen Hause, die auf Vermehrung der Berufskonsulate gerichtet ist, stets mit voller Bereitwilligkeit in Erwägung und wird auch dies bezüglich des französischen Indiens thun, sie stellt aber bei solchen Fragen die Dringlichkeit in den Vordergrund, und diese Dringlichkeit scheint im vorliegenden Fall nicht eine erhebliche zu sein, da die deutschen Interessen in Salgon und Umgegend wesentlich nar Schiffahrtsinteressen sind, bisher nur eine einzige, die von dem Herrn Vorredner angedeutete Zollschwierigkeit zu Tage getreten ist, die Erledigung dieser Frage ihren Schwerpunkt nicht in Indien, sondern in Paris hat und die französische Regierung die Bereitwillig⸗ keit zu erkennen gegeben hat, unseren Anträgen, soweit es im Bereich der Möglichkeit liegt, zu entsprechen. Ich wiederhole aber, trotzdem wird der Wunsch, auch dort die Errichtung eines Berufskonsulates vorzunehmen, zu geeigneter Zeit in Erwägung gezogen werden.
Bei den Ausgaben für die Gesandtschaft in Peking be⸗ schwert sich der
Abg. Jebsen über die hohen Konsulatsgebühren, deren Herab⸗ setzung von der Regierung nunmehr zugesagt sei. Vor vier Wochen habe es allgemein geheißen, die Franzosen hätten die Insel Haynan besetzt. Zum Glück sei das nicht der Fall. Er (Redner) habe selbst angefragt, da er dort große Interessen habe. Es seien französische Schiffe dagewesen, aber eine Besetzung habe nicht stattgefunden. An den Schiffahrtsinteressen in Haynan sei Deutschland am stärksten be⸗ theiligt und trotzdem habe es in dem dortigen Hafen Hoiho nicht ein⸗ mal ein Wahlkonsulat. Man könnte ein solches einrichten, ohne daß Geldkosten daraus entständen, indem man den Konsul von Amoy
dorthin versetzte. Direktor im Auswärtigen Amt, Wirklicher Geheimer Rath
Vereinigten Staaten von Nord⸗Amerika 8 sprechen.
ddieser Verhältnisse mitzutheilen. Kanitz hat mir die Zahlen des Exports von 1896
1 3150 auf 3753 Millionen Mark gestiegen ist. zeichnete es als eine Blamage, daß die dec Diplomatie nicht streenger gegen den Vertragsbruch vorgegangen sei; er wies ferner auf
Einfuhr von 900 Millionen Mark vor.
wuänsche die verbündeten 1 da
angen sind; davon hat die Amerika Absatz gefunden.
und materiell haben wir kein
Reichardt: Meine Herren, auch der von dem Herrn Vorredner geäußerte Wunsch, an Stelle des Konsulats in Amoy ein Vizekonsulat einzusetzen und das Konsulat nach Haynan zu verlegen, wird mit dem Ernst, den ein solcher Wunsch verdient, in Erwägung gezogen werden. Diese Erwägung wird sich aber nicht nur darauf zu erstrecken haben, ob — was ich im Augenblick nicht aus dem Kopfe weiß — Haynan zu den für uns vertragsmäßig geöffneten Häfen gehört, sondern ganz besonders darauf, ob der Rückschlag der Verkehrs⸗ verhältnisse von Amoy dauernd ein derartiger ist, wie es den Anschein hat, und ob nicht Amoy trotz der veränderten Gestaltung in den politischen Verhältnissen für den Umschlags⸗ und sonstigen Handelsverkehr seine alte Wichtigkeit behauptet. Was die Frage der Konsulatsgeb ühren betrifft, so kann ich, da der Herr Vor⸗ redner es zu wünschen scheint, im Plenum hier nur wiederholen, was ich schon in der Budgetkommission erklärt habe, daß diese Revision im vollen Gange ist, daß wir seiner Zeit eine sorgfältige Enquste ver⸗ anstaltet haben, wie es sich mit den Schiffsgebühren bei denjenigen Ländern, mit denen wir hauptsächlich im Auslande konkurrieren, ver⸗ hält, daß wir festgestellt haben, daß diese wichtigsten Kon⸗ kurrenzländer von ihren Schiffen niedrigere Gebühren erbeben, als es deutscherseits geschieht, und daß deshalb die maßgebenden Ressorts des Reichs darüber einverstanden sind, eine Revision unseres Gebührentarifs im Sinne einer Ermäßigung der Schiffsgebühren vorzunehmen. Bevor diese Revision definitiv erfolgt, sollen über die dabei in Betracht kommenden wichtigsten Fragen noch die General⸗ Konsuln an den bedeutendsten Seeplätzen mit ihren Gutachten gehört werden. Ich habe in der Kommission die Hoffnung ausgesprochen und wiederhole das hier, daß die Revisionsarbeit, die eine sehr um⸗ fangreiche ist, weil sie den gesammten Konsulatstarif nothwendiger⸗ weise umfassen muß, noch vor Ablauf des Jahrhunderts vollendet werden wird.
Bei den Ausgaben für die Gesandtschaft in St. Peters⸗ 8976 weist
bg. Jebsen darauf hin, daß in Wladiwostok und in Niko⸗ lajewek große, deutsche Interessen vorhanden seien, ohne daß dort ein Konsulat bestehe. Dann fährt der Redner fort: Da die Handelsverträge
später bei einem anderen Titel besprochen werden sollen, so möchte ich
einige Bemerkungen über den russischen Handelsvertrag machen. Ich spreche nicht im Namen der nationalliberalen Partei; ich stimme nicht überein mit dem Freiherrn von Heyl, obgleich mich die Freisinnige Zeitung“ als einen Agrarier bezeichnet hat. Die Schiffahrt von Ostpreußen, West⸗ preußen, Pommern Mecklenburg und Schleswig⸗Holstein hat ein großes Interesse an dem Verkehr mit Rußland. Daß die Landwirthschaft durch den russischen Vertrag geschädigt ist, kann ich nicht zugeben. Der Wohl⸗ stand der Landwirthschaft ist nicht zurückgegangen, das sieht man überall. Wären die Handelsverträge nicht abgeschlossen worden, was für ein Wirrwarr wäre auf dem kommerziellen Gebiete ent⸗ standen! Ich freue mich, daß der gegenwärtige Staatssekretär die Leitung der Geschäfte hat; aber ich hätte fast gewünscht, daß er vorgestern Herrn von Marschall auf zwei Stunden Platz gemacht hätte, damit dieser die Handelspolitik hätte vertheidigen können gegen⸗ über den erhobenen Angriffen. Ich möchte doch bitten, daß die Re⸗ gierung auf solche Anregungen nicht eingeht, wie sie vorgestern laut
geworden sind, daß vielmehr dafür gesorgt wird, daß die Handels⸗
verträge aufrecht erhalten bleiben, wie es die deutsche Ehre verlangt.
Abg Richter: Ich will die Auseinandersetzung innerhalb der nationalliberalen Partei nicht stören, aber ich muß mich dagegen verwahren, daß die „Freisinnige Zeitung“ den Vorredner als Agrarier bezeichnet habe.
Abg. Jebsen: Die Freisinnige Zeitung“ hat geschrieben, daß ich für die Marinevorlage gesprochen und in 8S Sinne auf⸗ getreten bin, indem ich für die Zuckersteuer gestimmt habe.
Abg. Richter: Die Zuckersteuer halten wir für etwas Agrarisches.
Bei den Ausgaben für die Gesandtschaft in Washington kommt der
Abg. Dr. Barth (fr. Vgg.) auf die Handelsbeziehungen mit den Graf Kani habe ihn, den Redner, aufgefordert, ne persönliche Kenntni Sodann fährt Redner fort: Graf und 1897 entgegengehalten. Das Jahr 1897 scheidet aus, weil die Hesüs vorläufig nur auf Schätzung beruhen. In Frankreich etrug der Export 1892 3461 Millionen Franks, 1896 nach einigem Auf⸗ und Niederschwanken 3404 Millionen Franks, während
in Deutschland der Export unter der Caprivi'schen Handelspolitik von Herr von Heyl be⸗
die Schädigung Deutschlands durch den Dingley⸗Tarif hin. Der letztere ist keine Verletzung unseres Handelsvertrages, wenn ich auch nicht der Meinung bin, daß derselbe eine weise Maßregel ist. So verderblich sind die Folgen des Dingley⸗Tarifs nicht; die Einfuhr wird sich nicht vermindern, ja nach einer Uebergangszeit vielleicht bald wieder heben.
In Amerika hat man seltsame Erfahrungen gemacht mit der Einfuhr.
wischen zwei nebeneinanderliegenden Jahren lag eine Differenz der Das Jahr 1897 stand zur älfte schon unter dem Einflusse des Dingley⸗Tarifs. Nach der tatistik des amerikanischen General⸗Konsulats hat die Ausfuhr von Deutschland nach den Vereinigten Staaten Nord⸗Amerikas 1897 20 Millionen Dollars mehr betragen als 1896. In Bezug auf den
Zuschlagszoll für Zucker lag eine Verletzung des Handelsvertrages
vor, das hat auch der frühere Präsident Cleveland anerkannt. Man hätte den Vertrag als verletzt ansehen und mit Revressalien vorgehen können. Aber das wäre nicht klug gewesen, und ich beglück⸗
sie vlesc Weg nicht ge⸗ andwirthschaft den größten Vortheil ge⸗ Zucker hat deswegen in großen Mengen in Der Export hat sich verdoppelt in den letzten beiden Jahren, während bis 1894 der Rübenzucker in Amerika nur eine unbedeutende Rolle spielte. Der Dingley⸗Tarif enthält keine Bestimmung, welche gegen den Handelsvertrag verstößt. Welcher Grund könnte uns veranlassen, auf die alte Geschichte zurückzukommen und eine Aenderung zu verlangen? Formell sind wir dazu nicht im stande nteresse daran. Ich will nun noch etwas über die San José⸗Schildlaus sagen. Die Einschleppung von Schädlingen soll die Regierung durch scharfe Maßregeln verhindern. Aber die Ueberstürzung, mit der gegenüber dieser amerikanischen
abt, denn der deutsche
Schildlaus vorgegangen worden ist von lokalen Behörden, deren An⸗ ordnungen nachher Einschränkungen erfuhren, war doch nicht ange⸗
bracht. Es ist ja allerdings ein erschreckender Gedanke, daß von einer Schildlaus in einem Fahre 3 Milltarden Schildläuse sich ent⸗ wickeln können. Aber das ist nur eine wissenschaftliche Rechnung; denn die Auster kann auch in einem Jahre 1 Million Junge in die Welt setzen; leider jedoch vermehren sich unsere Austern durchaus nicht 18 stark. Die San José⸗Schildlaus vermehrt sich nur 2 Zoll von ihrem Mutterstamme, ihre Ausbreitung kann also trotz der großen Menge der Nachkommenschaft nicht sehr extensiv werden und wird bei einiger Aufmerksamkeit leicht verhindert werden.
Präsident Freiherr von Buol: Bevor ich weiter das Wort er⸗ theile, möchte ich den folgenden Rednern dringend den Wunsch aus⸗ sprechen, zu bedenken, wohin es führen würde, wenn wir die gesammte rnveigpenitir oder auch nur die gesammte Zuckerfrage mit dem Titel nehs en. in Verbindung bringen.
bg. Freiherr Heyl zu Herrnsheim nl.): Ich möchte dagegen Verwahrung einlegen, daß ich das Verhalten der verbündeten Re⸗ gierungen gegenüber den Vereinigten Staaten als eine Blamage be⸗ eichnet habe. Das Vertrauen, welches s. Zt. die große Mehrzahl meiner Senns. dem Reichskanzler auch in Bezug auf politische Fragen zu erkennen gab, war im vollen Maße berechtigt. Die Behauptungen des Abg. Barth moöͤchte ich richtig stellen. Es ist außerordentlich leicht, mit der Statistik gewisse Eindrücke hervorzurufen, und ich gebe zu, daß die Zahlen des deutschen Exports eine gewisse Wirkung ausüben können. Von 1837 —1891 betrug die gesammte Mesee aus Deutschland 545 Millionen, dagegen in den Jahren 1892 — 1896 927
*
Millionen Aber unsere Handelsbilanz hatte keinesmwegs eine steigende Tendenz. Unser Export nach dem Auslande war infolge des hohen Zolles mit sehr schlechten eisen verbunden, das gilt namentlich von Spanien und von Süd⸗Amerika. Der deutsche ist in seinen ganzen Einrichtungen, auch in der Zahl der Arbeiter, auf eine gewisse Produktion angewiesen. Er arbeitet solange, wie er eine mäßige Verzinsung seines Kapitals erzielen kann. Daß aber bei den hohen Zöllen Süd⸗Amerikas, Australiens und auch der englischen Kolonien die deutsche Industrie gegenüber der starken Steuer⸗ belastung und den soztalpolitischen Auslagen einen besonderen Gewinn machen kann, ist ausgeschlossen. Herr Barth wird die Wirkungen des C“ noch in diesem Jahre erleben. In unserem Meistbegünstigungsvertrage mit Amerika ist uns für die Meistbegünstigung infolge des österreichischen Vertrags ein Entgelt in Aussicht gestellt. Nunmehr ist aber der Dingley⸗Tarif eingeführt, nachdem vorher schon der Wilfon⸗Tarif eingeführt war, ohne daß uns etwas erlassen worden ist. Wenn der Entgelt nur darin besteht, daß man einen Zoll auf den deutschen Export legt, der nicht als ein Schutz⸗, sondern als ein Keschhstuc zu bezeichnen ist, so ist das ein Zu⸗ stand, den das Deutsche Reich auf die Dauer nicht ertragen kann. Es werden bloß die deutschen Prämien in Amerika berücksichtigt, die anderen Prämien nicht, und selbst wenn alle Prämien berücksichtigt werden, so macht das nichts, denn Amerika hat sich um die Prämien garnicht zu kümmern, und wenn es den deutschen Zucker differenziert, so hat es den Handelsvertrag gebrochen. Wenn der Wilson⸗Tarif eine Verletzung des Handelsvertrages war, dann ist es der Dingley⸗Tarif erst recht. Der Mac Kinley⸗Tarif be⸗ lastet den deutschen Zucker mit 14, der Wilson⸗Tarif mit 40, der Dingley⸗Tarif dagegen mit 70 %. Das kann man doch nicht als einen Entgelt betrachten, den die Amerikaner uns gewähren für die Meistbegünstigung, die wir ihnen infolge des öster⸗ reichischen Vertrages gemacht haben. Ich erkenne den Fehler der Caprivi'schen Handelsvertragspolitik darin, daß die Meist⸗ kegünstigagy verkräge jetzt gekündigt worden sind. Die südameri⸗ kanischen Staaten haben fast alle ihre Meistbegünstigungsverträge ge⸗
kündigt. Den Freihändlern ist das große Unglück widerfahren, daß der Staat, auf welchem sie ihr ganzes System aufgebaut haben, seinen Vertrag gekündigt hat. Wie kann man mit England ohne einen autonomen Tarif überhaupt in Verhandlung treten? (Präsident Freiherr von Buol: Die letzten Ausführungen stehen in keinem Zusammenhang mit der Gesandtschaft in Washington.) Mein Vorschlag geht dahin, die Meistbegünstigungsverträge zu kündigen, damit man die Möglichkeit der Einführung eines autonomen Tarifs hat, der auch Amerika gegenüber in Kraft treten würde. Es würde zweckmäßig sein, wenn der wirthschaftliche Ausschuß sich bald mit dem autonomen Tarif beschäftigen würde, damit mit England und seinen Kolonien auf Grundlage desselben verhandelt werden kann. Ich hoffe, am Ende des Jahres 1898 in unserem Sinne der Regierung die Glückwünsche darbringen zu können, die Herr Barth ihr heute ausgesprochen hat.
Staatssekretär des Innern, Staats⸗Minister Dr. Graf von Posadowsky⸗Wehner:
Meine Herren! Gegenüber den hohen politischen Erwägungen, die angestellt sind über die Handelspolitik, welche wir in Zukunft einzuschlagen haben werden, will ich mich in erster Linie zurückziehen auf die thatsächliche Angelegenheit, die der Herr Abg. Dr. Barth zur Sprache gebracht hat, nämlich auf die Behandlung der Schild⸗ laus seitens der verbündeten Regierungen. (Heiterkeit.) Der Herr Abg. Dr. Barth hat gesagt, untergeordnete Zollbehörden hätten diese Frage angeschnitten und demnächst hätte man vier⸗ oder fünfmal — Aeußerungen, die ich zu meiner Ueberraschung auch in der deutschen Presse gefunden habe — seine Anordnungen gewechselt und Ordre auf Ordre gegeben. Im allgemeinen bin ich bisher immer von der Ansicht ausgegangen, auch so lange ich noch nicht an dieser Stelle stand, daß, wenn in auswärtigen Angelegen⸗ heiten, die eine internationale Bedeutung haben, sich die eigene Regierung entschließt, eine einschneidende schleunige Maßregel vorzu⸗ nehmen, man die patriotische Selbstbeherrschung haben sollte, so lange keine Kritik an eine derartige Maßregel anzulegen, bis man auch die Gründe seiner Regierung kennt. (Sehr richtig!) Denn wenn man diese Selbstbeschränkung nicht übt, unterstützt man natürlich den inter⸗ nationalen Gegner in solcher streitigen Frage. (Sehr richtig!)
Ich kann nach den Erklärungen, die vom Herrn Abg. Dr. Barth heute abgegeben sind, nicht annehmen, daß er bereits Zeit gefunden hat, die Erklärung zu lesen, die ich meinerseits in der Budgetkommission abgegeben habe, die formuliert deren Protokoll beigefügt ist, und die, ich kann sagen, einstimmig (hört! hört!) in der Budgetkommission die Ansicht befestigte, daß die deutsche Regierung bezw. der Reichs⸗ kanzler in der Sache ihre Pflicht gethan und nicht anders handeln konnten, als sie gethan haben. (Sehr richtig!)
Ich möchte nur noch in Ergänzung dessen, was ich bereits gesagt, darauf hinweisen, daß jenes Insekt, die San José scale, allerdings auf seine Gefährlichkeit hin schon früher Gegenstand der Untersuchung in⸗ Deutschland gewesen ist, daß wir aber neuerdingserst darauf aufmerksam gemacht wurden, daß in der allernächsten Zeit große Obstsendungen aus Amerika bevorständen, welche Gegenden entstammen, in denen dieses In⸗ sekt bereits die allergrößten Verheerungen angerichtet habe. (Hört, hört!) Da inzwischen große Obstsendungen aus Amerika in Hamburg eintrafen, sandte der preußische Landwirthschafts⸗Minister und der Staats⸗ sekretär des Innern, beziehentlich der Reichskanzler Sachverständige nach dort, um diese Obstsendungen zu untersuchen. Selbstverständlich war es unsere Pflicht, zu verfügen, — und dieses Ersuchen ist von mir aus an die Hafenstaaten ergangen, an die Senate von Bremen und Hamburg, — zunächst einmal alles amerikanische Obst anzu⸗ halten. Unterdessen gewannen wir Zeit, die Sachverständigen zu hören. Diese fanden zuerst das Insekt auf einer Birnensendung, — auch auf Birnen, die schon im freien Verkehr sich befanden, und nicht, wie der Herr Abg. Barth sagte, nur fußlose weibliche Insekten, die sich nicht mehr bewegen konnten, sondern weibliche Insekten, die bereits lebendige Junge unter sich hatten, und männliche, die in flugfähigem Zustande waren. 8
Da man sich zunächst der Annahme zuneigte, daß besonders ge⸗ fährlich die weichere Birne sei, so wurden die übrigen Sendungen, auf denen man das Insekt noch nicht gefunden, freigegeben. In⸗ zwischen wurde aber auch auf Aepfelsendungen das gleiche Insekt ge⸗ funden, und nun wurden demnächst natürlich auch diese Obstsendungen mit Beschlag belegt.
Ich habe übrigens heute die Nachricht bekommen, daß auf einer Sendung Aepfel in Berlin das Insekt auch gefunden worden ist (hört, hört!), also ist äußerste Vorsicht geboten. Zu meinem leb⸗ haftesten Bedauern hat ein Herr in Stettin, der sich für einen Ento⸗ mologen häͤlt (Heiterkeit), gegenüber der Feststellung der ausgezeichneten Sachverständigen, die wir in dieser Angelegenheit gehört haben, die irrige Meinung in die Welt geschickt, jene Schildlaus wäre ein Thier, was längst in Deutschland sei. Durch eine öffentliche Erklärung ist ja bereits nachgewiesen, daß der Herr sich in einem großen Irrthum befunden hat und dazu beigetragen hat, die öffentliche Meinung irre zu leiten.
nischen Schildlaus verwechselt. Um aber nachzuweisen, daß nicht nur unsere Sachverständigen dieses Insekt für ein außerordentlich ge⸗ fährliches halten, sondern auch die amtlichen Stellen in Amerika selbst, möchte ich einige ganz kurze Zitate mit Genehmigung des Herrn Präsidenten verlesen:
Mr. Howard, der Vorsteher der Abtheilung für Insektenkunde im Ackerbau⸗Ministerium der Vereinigten Staaten, also ein Mann in hoher offizieller Stellung, sagt in dem Bulletin von 1896, also in einem amtlichen Schriftstück: „Es ist vielleicht kein Insekt im stande, den Obstbau⸗Interessen in den Vereinigten Staaten oder vielleicht in der Welt größeren Schaden zuzufügen, als die San José⸗ oder perniziöse Schildlaus.
Wir sind daher im Recht, wenn wir behaupten, daß kein ernstlichere Gefährdung des Obstbaues der Vereinigten Staaten bisher bekannt geworden ist. Es ist nicht unsere Absicht, hier unnöthig Alarm zu schlagen, sondern wir wollen nur mit Nachdruck die Wichtigkeit der Ergreifung der äußersten Vorsichtsmaßregeln zur Verhütung der Einschleppung des Insekts in noch unberührte Gegenden betonen und die absolute Nothwendigkeit der ernstesten Anstrengungen klarstellen, es auszurotten, wo es schon festen Fuß gefaßt hat.“
Dr. Groff vom Ackerbauamt in Pennsylvanien sagt:
„Seit 1892 beobachte ich die Wirkungen der San José⸗ Schildlaus auf fruchttragende und Zierpflanzen der atlantischen Küste und kann alle Liebhaber von Obstbäumen und Sträuchern garnicht eindringlich genug warnen, ihr Bestes zu thun, um die Seuche von ihrem Grund und Boden fernzuhalten.“
Und er fährt fort:
„Ich habe wiederholentlich im Juli reich mit Früchten be⸗ hangene Johannisbeersträucher gesehen, die durch die Verwüstungen des Insekts im September abgestorben waren.“
Weiter sagt Professor Lugger in St. Anthony Park (Minnesota), ein staatlicher Entomologist:
„Die San José⸗Schildlaus kann leider auch in kalten Regionen existieren, und ich habe sie sogar hier in Minnesota gefunden.“
Und schließlich sprechen sich in einer Schrift des Ackerbau⸗ Ministeriums in Washington Howard und Marlatt auf Seite 49 die Herren können die Quellen alle vergleichen — wie folgt aus:
„die San José⸗Schildlaus ist auch häufig durch Obst über⸗ tragen worden, da das junge Thier gewöhnlich auf die Frucht kriecht, namentlich bei der Birne, und ist dann nach ent⸗ fernten Punkten mitversandt. Sie wird häufig mit der Schale fortgeworfen sein, und die junge Larve gewinnt auf diesem Wege den Zutritt zu den Bäumen. Die Gefahr der Ver⸗ seuchung durch Schalen und fortgeworfene Früchte versteht sich hiernach leicht.“
Ich glaube, wenn hervorragende Sachverständige in Amerika selbst in dieser eindringlichen Weise auf die Gefahr der Verbreitung dieses Insekts hinweisen, hatten wir die Verpflichtung, die energischesten Sicherheitsmaßregeln umgesäumt zu ergreifen. (Sehr richtig!) Und dann, meine Herren, ist in einer Anzahl von amerikanischen Staaten selbst, in Dregon und Kalifornien, bereits ein Gesetz ergangen, was den Transpott nicht nur der frischen Bäume, Sträucher und Abfälle davon, sondern auch den Transport der Früchte verbietet, so lange nicht nachgewiesen ist, daß sie mit jenem Insekt nicht be⸗ haftet sind, und man hat auch versucht, ein entsprechendes Bundes⸗ gesetz in Amerika durchzubringen, was aber an dem Widerstand der Interessenten gescheitert ist und infolge dessen niedergeschlagen wurde. Wenn nun in Amerika über unsere Maßregel, ob⸗ gleich sich die Amerikaner selbst durch rigorose Maß⸗ regeln von Staat zu Staat schützen, eine gewisse Erregung sich gezeigt hat, so kann ich den Herren Amerikanern nur er⸗ widern: „„was Du nicht willst, das man Dir thu', das füg' auch keinem Andern zu.“”“ (Sehr richtig!) Wir mußten uns schůtzen. Ich glaube, der ganze Deutsche Reichstag wird darin übereinstimmen, namentlich wenn die Herren auch meine ausführlichen Erklärungen in der Budgetkommission gelesen haben werden, daß wir in einer Noth⸗ lage handelten, und sachlich gerechtfertigte Maßregeln ergriffen haben, über welche sich zu beschweren die amerikanische Regierung keinen Grund hat. (Bravol)
Schließlich, meine Herren, will ich mit ein paar Worten auch auf die hohe Politik zu sprechen kommen. Im allgemeinen halte ich es für ein recht akademisches Vergnügen, wenn wir uns jetzt noch über die Handelsverträge, die abgeschlossen sind, unterhalten. Die verbündeten Regierungen haben Ihnen eine eingehende Statistik über die Wirkung der Handelsverträge gegeben: ich glaube, jeder wird von seinem Standpunkte aus aus dieser Statistik andere Schlüsse zu ziehen geneigt sein. Diese Verträge bestehen aber, wir können sie vor ihrem gesetzlichen Ablauf nicht ändern. Indessen ist der Wirthschaftliche Ausschuß gebildet worden, um alle Fragen unseres wirthschaftlichen Lebens mehr zu vertiefen, als dies bei der kurzen Zeit möglich war, welche für den Abschluß der früheren Handelsverträge zur Verfügung stand, und ich glaube, in weite Reihen unserer industriellen und unserer erwerbenden Berufskreise überhaupt, auch der Landwirthschaft, ist bereits die Ueberzeugung gedrungen, daß der Wirthschaftliche Ausschuß eine durchaus nützliche Institution ist, wohl geeignet, in ruhiger Weise die maßgebenden Fragen für alle Industrien und auch für die Landwirthschaft zu erörtern und dann auch zu einem entsprechenden Konklusum zu gelangen.
Meine Herren, welche Form die Handelsverträge haben werden, die wir in Zukunft abschließen, ich glaube, die Erörterung darüber trägt jetzt noch einen mehr akademischen Charakter; sie ist verfrüht. (Sehr richtig! links.) Ehe wir überhaupt etwas thun, müssen wir einen neuen autonomen Zolltarif haben. (Sehr richtig!) Dieser neue autonome Zolltarif wird, wie der Herr Schatzsekretär — glaube ich — hier im Plenum oder in der Kommission schon einmal ausgeführt hat, zunächst im Gerippe aufgestellt, um die Spezialisierung durchzuführen, die dem gegenwärtigen Stande unserer Industrie ent⸗ spricht. Dann erst wird man zum Einstellen der Zollsätze kommen, und schließlich wird es an der Zeit sein, daß sich die verbündeten Regie⸗ rungen und evpentuell auch der Reichstag schlüssig machen, ein neues modernisiertes Tarifgesetz zu genehmigen. Wenn wir diesen Stand⸗ punkt erreicht haben, wenn der neue autonome Tarif Gesetz geworden sein wird, dann erst wird es sich um die Frage handeln, wie ver⸗ werthen wir den autonomen Tarif beim Abschluß von neuen Handels⸗ verträgen. (Sehr richtig! links.) Aber im allgemeinen muß ich betonen: wenn es irgend eine Materie des öffentlichenzLebens giebt, bei der
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