1898 / 104 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 03 May 1898 18:00:01 GMT) scan diff

Verdingungen im Auslande.

Rumänien. Kriecs⸗Ministerium in Bukarest: Lieferung von 600 Paradekopfbedeckungen (Hetech für die Jägertruppe, 20 000 Flanellleibchen und 10 000 Pferdestriegeln. Lastenheft zur Einsicht im Kriegs⸗Ministerium (Intendanz⸗Abtheilung) Dienstag und Sonnabend von 9 bis 12 Uhr. 8

1. Juni, 3 Uhr. Ebenda: Lieferung von 1600 Stück Parade⸗ kopfbedeckungen (Kalpakform) für die Rosioren⸗Regimenter. Lasten⸗ heft zur Einsicht im Kriegs⸗Ministerium (Intendanz⸗Abtheilung) Dienstag und Sonnabend von 9 bis 12 Uhr.

Bulgarien.

21. Mai. Stadtgemeinde Eski⸗Djuna: Lieferung von guß⸗

eisernen Wasserleitungsröhren im Werthe von 48 039,19 Fr. Kaution 400

9. Mai, 3 Uhr.

6 Verkehrs⸗Anstalten. Köln, 2. Mai. (W. T. B.) Die offizielle Eröffnung des gestern festlich eingeweihten neuen Hafens wird Mitte Mai statt⸗ nden.

St. Petersburg, 2. Mai. (W. T. B.) Der Dampferverkehr St. Petersburg Kronstadt ist wieder hergestellt.

Bremen, 2. Mai. (W. T. B.) Norddeutscher Lloyd. Dampfer „Bayern“, v. Ost⸗Asien kommend, 30. April Gibraltar angek. und Reise n. Bremen fortges. „Prinz⸗Regent Luitpold“, v. Australien kommend, 30. April Port Said angek. und Reise n. Bremen fortges. „Kaiser Wilhelm II.“ 30. April Nm. v. New⸗

ork n. Genua abgeg. „Crefeld“, v. Ost⸗Asien kommend, 30. April msterdam angek. „Sachsen“, n. Ost⸗Asien best., 1. Mai Genua angek. „Mark', v. d. La Plata kommend, 1. Mai Las

Palm as passiert.

3. Mai. (W. T. B.) Norddeutscher Lloyd. Dampfer „Heimburg“, v. Brasilien kommend, 2. Mai Vm. a. d. Weser angek. uc sal.z*, n. d. La Plata best., 1. Mai Abds. in Ant⸗ werpen angek. „H. H. Meier“, v. New.York kommend, 2. Mai Mrgs. Dover passiert. „Halle“ 2. Mai Vm. Reise v. Deptford n. Hamburg fortges. „Ems“ 2. Mai Mittags Reise v. Gibraltar n. New⸗York fortges. „Willehad“, v. Baltimore kommend, 1. Mai Abds. Scilly passiert.

Hamburg, 3. Mai. (W. T. B.) Hamburg⸗Amerika⸗ Linie. Dampfer „Patria“, v. New⸗York kommend, hat heute Morgen Lizard passiert. ]

London, 2. Mai. (W. T. B.) Castle⸗Linie. Dampfer „Dunottar Castle“ ist am Sonnabend auf der Ausreise von Southampton abgegangen. D. „Norham Castle: ist am Sonntag auf der Heimreise in London angekommen. D. Pem⸗ broke Castle“ hat am Sonntag auf der Heimreise die Canarischen

Inseln passiert. 3. Mai. (W. T. B) Union⸗Linie. Dampfer „Nor⸗ ist gestern auf der Heimreise von Madeira ab⸗

man Castle“ gegangen. Rotterdam, 2. Mai. (W. T. B.) Holland⸗Amerika⸗ Dampfer „Sparndam“ ist von New⸗York am Sonn⸗ abend Vormittag nach Rotterdam abgegangen.

Linie. Theater und Musik.

Koͤntgliches Schauspielhaus. 6

Herr Otto von der Pfordten, der Verfasser des erfolgreichen vaterländischen Schauspiels „1812“, hat mit einer weiteren historisch⸗ dramatischen Arbeit sein Bühnenglück versucht. Das neue Werk „Mohammed“, ein dramatisches Gedicht in fünf Aufzügen, ging gestern zum ersten Mal in Scene. Wenn der Erfolg nicht ein gleich günstiger war, wie der seines ersten Stücks, und wenn stellenweise auch oppositionelle Kundgebungen laut wurden, so liegt das im wesentlichen daran, daß der zweifellos dichterisch sehr begabte Verfasser einen unserem Empfinden allzu fern⸗ liegenden und außerdem für die dramatische Ausgestaltung gar zu spröden Stoff wählte. Insonderheit ist es ihm nicht geglückt, den Charakter seines Helden so zu entwickeln, daß er die Sympathien der Zuschauer zu gewinnen vermöchte. Das wͤre nur dann möglich ge⸗ wesen, wenn einerlei, ob geschichtlich oder nicht Mohammed als von seiner religiösen Mission überzeugt dargestellt worden wäre. Das ist aber nur in den ersten beiden Akten der Fall, wo das Visionäre im Wesen Mohammed's, der feste Glaube an seinen Zu⸗ sammenhang mit der übersinnlichen Welt wirksam hervortreten und

ihre suggestive Wirkung auf das Volk ausüben. Auf der Grundlage dieser durchaus gelungenen Exposition hätte der Verfasser in richtiger Folgerung weiter bauen müssen. Aber er selbst gab seinen Helden auf, er machte ihn zum Dieb an der Christenlehre, nicht allein im geistigen, sondern im buchstäb⸗ lichen Sinne des Worts, indem er ihn einem frommen Ein⸗ zedler auf dem Berge Sinai die Niederschrift des Evangeliums stehlen ließ; er machte ihn ferner zum bewußten Betrüger, indem er ihn dem Volke verkünden ließ: Allah selbst habe ihm das heilige Buch gesendet; kurz, er machte aus dem Helden einen Frevler. Auch eine Reihe anderer, hier nicht aufzuführender Einzelheiten trug noch damm bei, das ursprünglich edel angelegte Bild des Stifters des Islams ins Häßliche zu verzerren. Und dennoch enthält das Werk auch eine Fülle guter Eigenschaften, welche ersprießliche Gaben des offenbar noch in seiner Sturm⸗ und Drangperiode befind⸗ lichen Verfassers für die Zukunft erhoffen lassen. Mancher Charakter in dem Drama erscheint wohlgelungen, manches in der den Rhythmus wechselnden Verssprache verräth Sinn für Form⸗ schönheit und Gedankentiefe. Die Aufführung war gut vorbereitet, die einzelnen Scenenbilder waren von farbenfroher, orientalischer Pracht. Mit der schwierigen Rolle des Mohammed war Herr Molenar be⸗ traut, vermochte aber trotz redlichen Mühens die Widersprüche nicht auszugleichen, die der Dichter verschuldet hatte Für die Lösung der übrigen, zum tbeil ebenfalls recht anspruchs⸗ vollen Aufgaben setzten die Damen Stollberg, Abich und Lindner, sowie die Herren Ludwig, Arndt, Paulsen, Nesper und Andere ihre ganze Kraft ein. Zum Schluß sei noch erwähnt, daß das Werk, welches trotz seiner dramatischen Mängel, als interessante Kulturstudie bezeichnet werden darf, als Buch im Verlage von Carl Winter's Universitäts⸗Buchhandlung erschienen und zum Preise von 2 zu beziehen ist. Goethe⸗Theater.

Hugo Lubliner'’s. Lustspiel „Die Frau ohne Geist“, welches vor Jahren eine Reihe erfolgreicher Aufführungen auf der Königlichen Bühne erlebte, hat auch im Goethe⸗Theater eine recht freundliche Aufnahme gefunden. In der That ist das Lustspiel unter⸗ haltend, und eine günstig gestimmte Zuschauerschaft wird den Mangel ernsterer Charakteristik nicht allzuhoch in Anrechnung bringen, wenn die Darsteller die auftretenden Personen möglichst natürlich und mit Humor wiedergeben, wie es gestern der Fall war. Nicht nur das Zusammen⸗ spiel, sondern auch die meisten Einzelleistungen konnten wohl be⸗ friedigen; besonders aber zeichneten sich die Damen Tondeur (Bella Palmer) und Rupricht (Stefana) sowie die Herren Bira (Kriegs⸗ korrespondent Oswald Lutz), Rembe (Richard Werner) und Hecht (Rentier Kopsch) darstellerisch aus.

Central⸗Theater.

Nachdem sich die Hamburger Plattdeutsche Gesellschaft verab⸗ schiedet hat, eröffnete gestern das „Fiala⸗Ensemble“ sein Gastspiel mit dem bekannten süddeutschen Volksstück „s Nullerl“ von Carl Morre. Als Darsteller der Titelrolle erschien Herr Hans Neuert, dessen mustergültige Verkörperung des Null⸗Anerl hier schon wieder⸗ holt lebhafte gefunden hat. Die leise Wehmuth, der freundliche Humor des Alters und die Herzenseinfalt des schlichten Naturkindes, die der Künstler im Blick und in der Be⸗ wegung ergreifend zum Ausdruck zu bringen weiß, können ihre Wirkung auf die Hörer und Zuschauer nicht verfeblen. Diese Figur allein und besonders in dieser Darstellung hält und trägt das Stück und breitet eine gemüthvolle Stimmung und rein mensch⸗ liche warme Empfindung darüber aus, die sich allerdings zuweilen bis zu schwächlicher Rührseligkeit steigert. Als Gabi trat Fräulein Wirth auf; für das liebeskranke und doch willensstarke Bauernmädchen findet die Darstellerin bei aller Gewandtheit des Spiels nicht immer den rechten Ton; die Dame in ihr läßt die Bäuerin nicht kräftig genug zu Worte kommen. Dagegen lösten Herr Schönthal als trotziger Bauer und harter Vater und Herr Glonny in der Rolle des dummen Stoffel ihre schauspielerischen Aufgaben mit Auszeichnung.

Im Koöniglichen Opernhause wird morgen August Bungert's Musik⸗Tragödie „Odysseus' Heimkehr“ gegeben.

Im Königlichen Schauspielhause findet morgen eine Aufführung von Josef Lauff's historischem Schauspiel „Der Burggraf“ unter Mitwirkung der Damen Poppe, von Hochenburger, Lindner und der Herren Matkowsky, Molenar, Kraußneck, Pohl, Arndt, Nesper, Kahle, Link, Eichholz und Hübener statt.

Fräulein Dumont ist von einem Gastspiel am Stuttgarter Hof⸗ Theater zurückgekehrt und tritt morgen im Deutschen Theater als Herodias in „Johannes“, am Donnerstag als „Hedda Gabler“ wieder

auf. Das Gastspiel des Herrn Karl Wagner hat zum Engagement

8

geführt. Der Künstler tritt zum 1. September 1899 in den an des Deutschen Theaters. Bei derssWiederholung von Weise“ am Freitag wird Herr Josef Kainz die Rolle des Tempel⸗ er en üsten Kirchen⸗K 1

i dem nächsten rchen⸗Konzert des Organisten Herrn Bernhard Irrgang, am Donnerstag, den 5.8 Maß Ferrn 7 —8 Uhr, in der Heilig⸗Kreuz⸗Kirche (am Bllücherplatz) werden mitwirken Fräulein Marie Meinhold (Sopran), Frau Brigitta Thielemann (Alt) und der Königliche Kammermusiker Herr Bernhard Gehwald (Violine). Der Eintritt ist fri.

Mannigfaltiges.

Die Berliner Arbeiter⸗Kolonie feierte am Sonntag in der Matthäi⸗Kirche ihr Jahresfest. Nach der Festpredigt des Pastors Fischer erstattete 8e Distelkamp den Bericht. Die Kolonie hat danach im letzten Jahre 804 Männer neu aufgenommen; davon waren 435 bestraft, 296 allerdings nur wegen Bettelei; 595 waren ledig, 167 lebten getrennt, geschieden oder verwittwet; nur 42 lebten noch im Ehestand. 76 waren unter 20 Jahre alt, 624 standen im kräftigen Mannesalter, 104 waren über 50 Jahre alt. Der Geburt nach stammten 110 aus Berlin, 139 aus der Mark, 369 aus den östlichen, 64 aus den westlichen Provinzen Preußens, 99 aus dem übrigen Reich, 23 aus dem Auslande. Ihrem Beruf nach gehörten an: den Künsten und Wissenschaften 9, dem Beamtenstand 29, dem Handels⸗ stand 101, der Land⸗ und Forstwirthschaft und der Gärtnerei 19; gewöhnliche Arbeiter waren 178. 1 der Aufgenommenen traten von der Kolonie aus in Arbeit, nur 79 verschafften sich selbst solche. Abgewiesen wurden 155, darunter nur 9 wegen Ueberfüllung; 81 traten vor der Aufnahme freiwillig zurück. Aufgenommen wurden seit der Gründung der Kolonie am 1. Mai 1883 insgesammt 7913 Personen. Die Ein⸗ nahme des letzten Jahres belief sich auf 179 373 Beiträge spendeten Seine Majestät der Kaiser, Ihre Majestät die Kaiserin

Ihre Königlichen Hoheiten die Prinzessin Friedrich Karl und der Prinz

Georg. Die Ausgabe erreichte die Höhe von 183 641 ℳ; es ergab si

somit ein Fehlbetrag von 4268 Die besonders verwaltete Zweig anstalt in Reinickendorf, welche der Niederbarnimer Kreis mit 3909 2%

unterstützte, bedurfte noch eines Zuschusses von 324 seitens der E1“ um ihre Ausgaben in Höhe von 43 889 zu decken Die Zahl der Mitglieder des Vereins beläuft sich z. Z. auf 4900 Hypothekenschulden besitzt der Verein in Höhe von 303 000

Der für den Monat Mai zur Ausgabe gelangte Arbeitsplan der Deutschen Gesellschaft für volksthümliche Naturkunde ist besonders reichhaltig. Außer zwei Vorlesungen des Herrn Pro⸗ fessors Dr. Plate im zoologischen Cyclus, welche die Anpassung, den Parasitismus, die Kolonie⸗ und Staatenbildung sowie die Elemente der Descendenzlehre behandeln, findet morgen, Mittwoch, den 4. Mai Abends 8 Uhr, im Bürgersaale des Rathhauses ein Projektions⸗ vortrag des Herrn Premier⸗Lieutenants M. Kiesling über „die An⸗ wendung der Photographie zu militärischen Zwecken“ statt. Am Sonntag, den 8. Mai, wird unter Leitung des Königlichen Landesgeologen, Herrn Professors Dr. Wahnschaffe ein geologischer Ausflug in die Märkische Schweiz bei Buckow unternommen zur Be⸗ sichtigung des dortigen Tertiärs und der eiszeitlichen Erosionsland⸗ schaft. Ausführliche Programme hierzu sind durch den Ersten Schrist⸗ führer der Gesellschaft, Herrn Oberlehrer Dr. W. Greif (Köpenicker straße 142), zu beziehen. Am Mittwoch, den 18. Mai, 2 endlich hält im Institut für Gärungsgewerbe Herr P Lindner einen Projektionsvortrag über „die mikroskopisch unserer Gärungsbetriebe’. Im Anschluß an diesen Vor. 7 20 eine Besichtigung der Versuchs⸗ und Lehrbrauerei und ein gesellige Zusammensein im Garten der letzteren statt. G

Unter dem Titel: „Was ist das für ein Gebäude? erschien im Verlage von Zühlcke u. Paritschke (Berlin SW 68, Ritterstraße 43) ein kleines Taschenbuch, welches eine Zusammenstellung aller hervor⸗ ragenden Baulichkeiten Berlins enthält, die sich durch architektonische Schönheit, öffentliches Interesse oder auffälliges Aeußere auszeichnen Die Anordnung nach der alphabetischen Folge der Straßennamen un nach den Hausnummern ermöglicht die sofortige Auffindung des ge⸗ suchten Gebäudes. Das kleine Buch (Pr. 25 ₰) bietet eine prak⸗ sische Ergänzung zu den „Führern“ durch Berlin sowie ähnlichen Handbüchern und wird fremden Besuchern bei der Wanderung durch

die Straßen willkommen sein.

(Fortsetzung des Nichtamtlichen in der Ersten und Zweiten Beilage.)

Reichs⸗Anz

Erste Beilage

Berlin, Dienstag, den 3. Mai

Berichte von deutschen Fruchtmärkten.

eiger und Königlich Preußischen Staats⸗Anzeiger.

Qualität

gering

V mittel gut Verkaufte

Menge

niedrigster

Gezahlter Preis für 1 Doppelzentner

höchster

niedrigster Doppelzentner

höchster höchster

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Außerdem wurden am Markttage (Spalte 1) nach überschläglicher Schätzung verkauft Doppelzentner (Preis unbekannt)

Durchschnitts⸗

preis 16“

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1 Doppel⸗ schnitts⸗ zentner preis

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icht vom 3. Mai, r Morgens.

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Stationen. Wind. Wetter.

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3 bedeckt 3 halb bed. wolkenlos

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Aberdeen 746

Christiansund 756 3

Kopenhagen. 757 3 bedeckt Stockholm . 761 4 bedeckt

Haparanda. 760 still Regen

t. Petersburg. 768 still wolkenlos

Cork, Queens⸗ towvon 739 W 5 halb bed. Cherbourg. 751. wolkig 13 756 2 heiter 12 Regen 10

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Wiesbaden 758 - München. 759 heiter 15 Chemnitz. 757 beiter 18

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Berlin .. 757 wolkenlos 13

Wien.. 760 Breslau.. 760 wolkenlos 10

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Ile d'Aix. 755 halb bed. 11

Nizza.. 760 O bedeckt 14

17761 wolkenlos 20 Uebersicht der Witterung.

Fin tiefes Minimum liegt an der Westküste von Irland und scheint nach Nordost sich fortzupflanzen. Ein umfangreiches Hochdruckgebiet überdeckt das östliche Europa. Bei schwacher südlicher Luft⸗

bewegung ist das Wetter in Deutschland warm, im Westen trübe, im Osten heiter; in Westdeutsch⸗

land ist etwas Regen gefallen; im Binnenlande stieg

die Mittagstemperatur vielfach über 25 Grad; Mül⸗ hausen hatte gestern Abend Gewitter.

1 Deutsche Seewarte.

Königliche Schanspiele. Mittwoch: Opern⸗ haus. 113. Vorstellung. Odysseus’ Heimkehr. Musik⸗Tragödie in 1 Vorspiel und 3 Akten. Dich⸗

tung und Musik von August Bungert. Anfang 7 ½ Uhr

Schauspielhaus. 117. Vorstellung. Der Burg⸗ graf. Historisches Schauspiel in 5 Aufzügen und einem Nachspiel von Josef Lauff. Anfang 7 ½ Uhr.

Donnerstag: Opernhaus. 114. Vorstellung. Margarethe. Oper in 5 Akten von Charles Gounod. Text nach Wolfgang von Goethe’'s Faust, von Jules Barbier und Michel Carré. Ballet von Emil Graeb. Faust: Herr Ernst Kraus; Mephistopheles: Herr Jean Lassalle, von der Großen Oper in Paris, als Gäste.) Anfang 7 ½ Uhr. Preise der Plätze: Fremden⸗Loge 12 ℳ, Orchester⸗Loge 10 ℳ, Erster Rang Balkon und Loge 8 ℳ, Parquet 8 ℳ, Zweiter Rang Pro⸗ sceniums⸗Loge 6 ℳ, Zweiter Rang Balkon und Loge 5 ℳ, Dritter Rang Balkon und Loge 3,50 ℳ, Vierter Rang Sitzplatz 2 ℳ, Vierter Rang Steh⸗ vic 1

schauspielhaus. 118. Vorstellung. Anno dazu⸗ mal. Ein deutscher Schwank in 3 Aufzügen (theil⸗ weise mit Benutzung eines alten Anekdotenstoffes) von Carlot Gottfrid Reuling. Madame Dutitre. Ein Stückchen aus Alt⸗Berlin, von Ludwig Makowski. Anfang 7 ½ Uhr.

Johannes.

Berliner Theater. Mittwoch: Die Motten⸗ burger. Anfang 7 ½ Uhr.

Donnerstag: Kinder der Bühne.

Freitag (34. Abonnements⸗Vorstellung): Journalisten.

Goethe⸗Theater. Bhf. Zoologischer Garten. Kantstr. 12. Mittwoch: Ein Sommernachtstraum. Anfang 7 ½ Uhr.

Donnerstag: Die Frau ohne Geist.

Freitag (35. Abonnements⸗Vorstellung): ersten Male: Die offizielle Frau.

Schiller⸗Theater. (Wallner ⸗Theater.) Mittwoch: Zum ersten Male: Galeotto. Anfang

8 Uhr. Donnerstag: Galeotto. Anfang 8 Uhr. Anfang 8 Uhr.

Freitag: Ein gemachter Mann.

Deutsches Theater. Mittwoch Anfang 7 ½ Uhr.

Donnerstag: Hedda Gabler.

Freitag: Nathau der Weise.

Die

Zum

Lessing⸗Theater. Mittwoch: Im weißzen

Rößl. Anfang 7 ½ Uhr.

Donnerstag: Im weißen Rößl. Pechet⸗ Im weißen Rößl. onnabend: Im weißen Rößl.

Neues Theater. Schiffbauerdamm 4a./5. Direktion: Sigmund Lautenburg. Mittwoch: Die Freuden der Häuslichkeit. Schwank in 3 Akten von Maurice 8S. Deutsch von Benno Jacobson. In Scene gesetzt von Sigmund Lauten⸗ burg. Anfang 7 ½ Uhr.

Donnerstag und folgende Tage: Die Freuden der Häuslichkeit.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Zu volksthüm⸗ lichen Preisen: Trilby. 8

Belle⸗-Alliance-Theater. Belle⸗Alliancestr./8. Mittwoch: Kaiser und Galiläer. Welthistorisches Schauspiel von H. Ibsen.

Donnerstag: Die Aermsten.

Freitag: Die Aermsten.

Sonnabend: Robert und Bertran

Residenz-Theater. Direktion: Theodor Brandt. Mittwoch: Herr Coulisset. Schwank in 3 Akten von Ernest Blum und Raoul Toché. Anfang 8 Uhr.

Donnerstag und folgende Tage: Herr Coulisset.

Sonntag, den 8. Man⸗ Nachmittags 3 Uhr: Zu halben Kassenpreisen: Sein Trick.

8

8

Theater Unter den Linden. Mittwoch: Mit neuer 1e Der Opernball. Operette in 3 Akten nach dem Lustspiele „Die Rosa⸗Dominos“ von Léon und Waldberg. Musik von Richard Heu⸗ berger. In Scene gesetzt von Julius Fritzsche. Hieigent: Herr Kapellmeister Korolanyi. Anfang

Donnerstag: Der Opernball. 8

Thalia-Theater. (Vormals: Adolph Ernst⸗ Theater.) Mittwoch: Gastspiel des Oberbayri⸗ schen Bauern⸗Ensembles D' Tegernseer, unter Leitung des Herrn Direktors Rudolf Opel. Die Haberer. Bauernkomödie in 5 Akten (6 Bildern) von Michael Hirsch. Anfang 7 ½ Uhr.

Donnerstag: Dieselbe Vorstellung.

Sonnabend: Zum ersten Male: Der g'sunde Kern.

Central⸗Thenter. Alte Jakobstraße 30. Mittwoch: Drittes Gastspiel des Fiala⸗Ensembles 's Nullerl. Volksstück mit Gesang in 5 Akten von Carl Morre. (Hans Neuert und Paula Wirth als Gäste.) Anfang 7 ½ Uhr.

Donnerstag: Dieselbe Vorstellung.

In Vorbereitung: Der Dorflump.

Familien⸗Nachrichten.

Verlobt: Frl. Helene Dominik mit Hru. Dia konus design. Fritz Jäkel (Berlin —Schönberg „L.) Frl. Marie Boh Staatsanwalt Erich Peterson (Schmagorei Essen a. R.) Frl. Helene Gabruque mi Hrn. Pastor Karl Besig (Frankenstein i. Schl.) Verehelicht: Hr. General⸗Lieut. Alex Graf von Wartensleben mit Fr. Gräfin Clara zu Eulenburg geb. von Schaeffer⸗Voit (Berlin). Hr. Prem.⸗ Lieut. von Kuczkowski mit Frl. Gertrud Hillmer (Breslau). 8 Geboren: Ein Sohn: Hrn. Frhrn. von Sanden⸗ Tussainen (Tussainen). Hrn. Stabsarzt Leopold (Aurich). Eine Tochter: Hrn. Prem.⸗Lieut. von Loeper (Bromberg). Gestorben: Hr. Senats⸗Präsident a. D. Christensen (Kiel). Hr. Justiz⸗Rath Dr. Heinrich Golz (Berlin). Hr. Plankammer⸗Inspektor und Major z. D. Adolf von Nassau (Berlin).

r. Kreisgerichts⸗Rath a. D. Heinrich Keil Sel Hrn. Sec.⸗Lieut Frhrn. von Richthofen Sohn Arwed (Ohlau). Fr. Etats⸗Rath Octavie Goetz, geb. Mac Lean (Danzig). Fr. Helene Pouzols de Saint Maurice, gfb. von Western⸗

8 Oberst⸗Lieut. Richard Viebeg (Erfurt).

hagen (Paris). Blanca Freifr. von Chambrier,

ggb. Gräfin von Hessenstein (Gr.⸗Lichterfelde). erw. Fr. Assessor Charlotte von Gusner, geb. von Schweinichen (Schweidnitz). Fr. Marie Bittorff, geb. Hübers (Berlin).

Verantwortlicher Redakteur: Direktor Siemenroth in Berlin. Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin. Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlags⸗ Anstalt Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32. Neun Beilagen

(einschließlich Börsen⸗Beilage), sowie die Inhaltsangabe zu Nr. 6 des öffent⸗

lichen Anzeigers (Kommanditgesellschaften auf

Aktien und Aktiengesellschaften) für die Woche vom 25. bis 30. April 1898.

8

mit Hrn. Erstem

21,60 21,50 22,40 21,20 16,00 18,00

19,70 21,60 22,00

17,10 23,00

Strehlen i. Schl. Striegau. Grünberg... Löwenberg. Oppeln. Bielefeld Giengen

Breslau

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16,00 16,00

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wird auf volle Doppelzentner und der Verkaufswer E 8 1 8. Ca kten füs Preise hat die Bedeutung,

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Weizen. 21,80 22,00 22,25 22,75 22,60 22,60 21,40 21,60 19,25 22,50 21,00 22,80

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20,20 24,00 Roggen. 16,20 16,40 16,75 17,25 16,00 15,90 16,20 16,30 16,30 17,25

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17,30 16,50 17,00 15,40

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22,00 22,75 22,80 21,60 22,50 23,20

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23,00 24,60

16.40 17,25 17,00 16,50 16,40 17,50 17,00 17,20 17,30 17,00 16,00 18,75 19,20

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16,70 17,10 17,10

Gerste. 16,00 15,75

17,60

16,00 15,75 15,50 16,00 15,50 17,40

1730 15,00

15,80 15,25 15,20 15,50 14,75 15,80 16,50 16,80 14,09 18,00 18,00

17,56 15,20

15,60 14,50 15,00 15,00 14,00 14,21

16,40 13¹13

17,00

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17,20 16,25 16,50 16,20 16,00 16,80 17,60 17,60 16,00 18,00 18,75 18,00 16,60 16,00

17,00 15,75 15,90 16,10 15,75 15,80 16,70

15,40 17,60 18,00 17,40 16,00 15,00 16,46 17,60 16,60 17,00

16,80 15,00 15,30 15,90 15,50 14,80 16,00 17,00 14,80 17,40 17,13

15,20 14,00 16,10

16,20 2. 17,80

Bemerkungen.

th auf volle Mark abgerundet mitgetheilt. Der Durchschnittsp daß der betreffende Preis nicht vorgekommen ist; ein Punkt (.

17,30 17,50 20,00 17,44

17,02 14,60 18. 4. 15,90 16,73 29. 4.

15,00 16,00 29. 4. 17,17 15,57 25. 4. 17,60 15,70 25. 4. 17,14 17,20 23. 4. 15,80 15,50 25. 4. 15,00 15,50 25. 4. 16,54 16,00 25. 4.

17,40 17,06 30. 4.

reis wird aus den unabgerundeten Zahlen berechnet. b ) in den letzten sechs Spalten, daß entsprechender Bericht fehlt

Deutscher Reichstag. 81. Sitzung vom 2. Mai 1898, 1 Uhr.

Ueber den Anfang der Sitzung wurde in der gestrigen Nummer d. Bl. berichtet.

Als nächster Gegenstand der Tagesordnung folgt die zweite Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend Ab⸗ änderung der Zivilprozeßordnung.

Abg. Dr. von Dziembowsky⸗Pomian (Pole) beantragt, die Streitigkeiten über Ansprüche gegen die Hinterlegungsstellen den ordentlichen Gerichten zu überweisen.

Geheimer Ober⸗Justiz⸗Rath Vierhaus bemerkt, daß das Hinter⸗ legungswesen zur Landesgesetzgebung gehöre. gb 8

Abg. Stadthagen (Soz.) wünscht dagegen Vorsorge getroffen zu sehen, daß die delens gehned n nicht dahia führe, daß die Reichs⸗ gesetzgebung außer Kraft gesetzt werde, wie dies z. B. bei dem Dienst⸗ bens. namentlich beim Gesindevertrage, der Fall sei. Er beantrage daher die Ergänzung des § 13 des Gerichtsver fassungsgesetzes dahin, daß durch die banbdesge etzgebung die Zuständigkeit der ordentlichen Gerichte wegen der besonderen Eigenschaft einer der Parteien nicht ausgeschlossen werden dürfe.

Staatssekretär des Reichs⸗Justizamts Dr. Nieberding: Meine Herren! Wenn es, wie ich überzeugt bin, der entschiedene Wille des Reichstages ist, den Entwurf der Zivilprozeßordnung in dieser Session zur Verabschiedung zu bringen, dann wird es, glaube ich, dringend räthlich sein, alle Anträge aus der Diskussion auszu⸗ scheiden, jedenfalls hier nicht zur Beschlußfassung zu bringen, die nicht bereits in Ihrer Kommission eine Vorberathung gefunden haben. (Sehr die Antr ge, die auf diesem biete

in Frage kommen können, sind entweder so sehr technischer Natur, daß das hohe Haus sich nicht wird vermessen wollen, ohne Vorprüfung durch eine dazu berufene Kommission Stellung zu nehmen, oder aber sie sind von so prinzipieller Bedeutung, daß ich es für unmöglich halte, ohne Kenntniß der Auffassung der verbündeten Regierungen hier im Hause einen Beschluß zu fassen und dadurch unter Um⸗ ständen die verbündeten Regierungen in eine bedenkliche Zwangslage zu versetzen.

Meine Herren, was die beiden Anträge betrifft, die von dem Herrn Abg. Stadthagen gestellt worden sind, so ist mir die Tragweite des ersten Antrages nicht vollständig klar. Ich messe dies nicht dem Herrn Abg. Stadthagen zur Schuld. Ich erinnere mich dunkel, daß ein Antrag dieser Art auch in der Kommission für die Vorbereitung der Zivilprozeßordnung zur Berathung gekommen ist; worauf praktisch der Antrag hinzielte, dessen kann ich mich aber in diesem Augenblick nicht erinnern. Ich meine, die Stellung des hohen Hauses zu dem Antrage wird schon durch die Thatsache gegeben sein, daß damals, im Jahre 1875/76, die Kommission und der Reichstag sich nicht in der Lage befanden, dem Antrage zuzustimmen. Wenn der Antrag etwa dahin gerichtet sein sollte, die Ansprüche, die sich gegen den Fiskus oder gegen öffentliche Korporationen richten, dem Rechtswege zugänglich zu machen, so wird es zu dem Zweck des Antrages nicht bedürfen; denn bereits jetzt bestimmt der § 4 des Einführungsgesetzes zur Zivilprozeßordnung, daß für bürgerliche Rechtsstreitigkeiten, in welchen der Fiskus oder eine Gemeinde oder eine andere öffentliche Korporation als Partei auftreten, der Rechtsweg durch die Landesgesetz⸗

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dasjenige, was der Herr Abg. Stadthagen vielleicht erreichen will, bereits jetzt durch das Gesetz gesichert.

Was aber den zweiten eventuellen und engeren Antrag des Herrn Abgeordneten betrifft, so richtet sich dieser trotz seiner auf den Arbeits vertrag sich erstreckenden Fassung praktisch nur auf das Gesinde verhältniß, und, meine Herren, ich bin nicht in der Lage, in diesem Augenblick den Standpunkt der verbündeten Regierungen auf diesem

Deutschland steht, in diesem Augenblicke nicht.

sindeordnung heraus die Nothwendigkeit einer solchen Bestimmung deduziert, so muß ich doch darauf aufmerksam machen, daß die Einschrän⸗ kungen, die bezüglich der Streitigkeiten zwischen Herrschaft und Gesinde die preußische Gesindeordnung enthält, und zwar dahin, daß zunächst in gewissen Fällen ein polizeilicher Sühneversuch stattfinden soll, bevor

zum Schutze des Gesindes wie zum Schutze der Herrschaft dienen soll, daß es also durchaus keine einseitige Bestimmung ist, die das Gesinde irgend wie zu seinem Nachtheil unter Begünstigung der Herrschaft be⸗ drücken oder beschränken könnte. Im Gegentheil hat die Bestimmung

schützt werden, unvorsichtig und verfrüht sich zu ihrem eigenen Nach⸗ theil in Rechtsstreitigkeiten einzulassen.

Meine Herren, ich glaube, ich brauche bloß diesen Gesichts⸗ punkt hervorzuheben, den Gesichtspunkt, daß es sich hier nicht um

bung nicht ausgeschlossen werden darf. In diesem Umfange ist also

Beschränkung, die auch die Herrschaft trifft, um Sie davon zu über ·

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Gebiete darzulegen. Ich übersehe auch den Rechtszustand, wie er in

Wenn aber der Herr Abg. Stadthagen aus der preußischen Ge⸗

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der Rechtsweg eingeschlagen wird —, daß diese Bestimmung ebensowohl

ihre sehr wohlthätigen Folgen dahin, daß die Gesindeleute davor ge⸗

eine einseitig wirkende Beschränkung handelt, sondern um eine

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