1898 / 107 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 06 May 1898 18:00:01 GMT) scan diff

Den nachstehend benannten Krankenkassen: 1) Krankenkasse zu Orlen (E. H.), 8 5] EW ang⸗ und Begräbnißkasse zu Zehlen⸗ orf (E. H.), 3) Männer⸗Kranken⸗Unterstützungskasse der Gesellschaft Füeß ee gegründet 1857 (E. H.), in Frank⸗ urt a. M., 4) Krankenunterstützungs⸗ und Sterbekasse „Standhaftig⸗ keit“ (E. H.) zu Frankfurt a. M., 8 heftig 5) hauger. S Zimmerleute⸗Krankenkasse in Schwarzen⸗ ek (E. H.),

6) Kranken⸗ und Sterbekasse

meisterei Langenberg, 7) Fehenn. Sterbekasse „zur Näaͤchstenliebe“ (E. H.)

n Neuho wird die Bescheinigung ertheilt, daß sie, vorbehaltlich der Föhe des Krankengeldes, den Anforderungen des b 9 des ankenversicherungsgesetzes entsprechen. v Berlin, den 30. April 1898.

G Der Minister für Handel und Gewerbe. In Vertretung: Lohmann.

für Bandwirker der Bürger⸗

““

Die von heute ab zur Ausgabe gelangende Nummer 17 des „Reichs⸗Gesetzblatts“ enthält unter Nr. 2466 den Allerhöchsten Erlaß, betreffend die Er⸗ kärung Kiautschous zum Schutzgebiete, vom 27. April 1898;

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht: die von der Akademie der zu Berlin voll⸗ zogene Wahl des Präsidenten der Königlich bayerischen Aka⸗ demie der Wissenschaften und Professors an der Universität 8 11 Dr. 1 auswärtigen itgli physikalisch⸗-mathematischen Klasse der Arademie zu hütea der

München, Geheimen Raths und von Pettenkofer zum

Finanz⸗Ministerium.

Der Regierungs⸗Rath Curt Schmidt in Breslau ist i die Stelle eines Mitgliedes der Provinzial⸗Steuer⸗Direktion

zu Stettin versetzt worden.

Der bisherige Amtsrichter Riep in Ernennung zum Regierungs⸗Assessor in die Verwaltung der 1 übernommen und ihm Vorstandes beim Stempel⸗ und Erbschaftssteueramt zu Breslau

indirekten Steuern

verliehen worden.

Königliche General⸗Lotterie⸗Direktion.

Plan

zur Ein Hundert Neun und Ne⸗

preußischen Klassen bestehend aus 190 000 Stam winnen der 3 ersten Klassen bis zu ihrer Ausgabe für Re⸗

spielen, mit 112 810 in 4

unzigsten Königli

mloosen und 35 620 zu den Ge⸗ auszugebenden Freiloosen, welche chnung der Klassen vertheilten Gewinnen.

Schloppe ist unter die Stelle eines

Lotterie⸗Kasse mit⸗

und unter Fest⸗

Erste Klasse

zu 39 Einsatz. V Betrag. V

Zweite Klasse zu 39 Fase⸗ V Betrag.

b 888 betreffend die etzung besonderer Rayons für die Fest Königstei 2Sugg 1898. 1.““ 8 GBerlin W., den 6. Mai 1898. Kaiserliches Post⸗Zeitungsamt. Weberstedt.

Die von heute ab zur Ausgabe gelangende Nun me

des 11121. erchält

MNr. 2 ie Verordnung, betreffend die Rechtsverhält⸗

nisse in Kiautschou, vom 27. Npril nefe

Berlin W., den 6. Mai 1898. Kaiserliches Post⸗Zeitungsamt.

I0“ 60 9500 Freiloose zu

Gew. zu 30000 CCC⸗ . 10000

V 30000

3000 1000 500 300 200 150 100

1 1 1 1 2 4

15000 30000 540600 370500

39

1

1

1

5000 1 ¹ 2

4

Se 110 11870 Freiloose zu 39

Gew. zu 45000 0000

ua n u a/ aua u u u

15000 10000 5000 3000 1000 500 300 200 150

462930

Weberstedt.

8

9500 Gew. u. 9500 Freil. 1047100

11870 G. u. 11870 Freil.

1936730

Dritte Klasse

zu 39 Einsatz. Betrag.

Vierte Klasse zu 39 Einsatz.

V

Königreich Preußen.

2 2 2 8 8

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht: ddeen Ober⸗Landesgerichts⸗Rath Dr. Fabricius in Stettin um Senats⸗Präsidenten bei dem Ober⸗Landesgericht in

reslau, Landgerichts⸗Räthe Dr. Lepa und Brennecke in

die Berlin zu Kammergerichts⸗Räthen, dden Amtsgerichts⸗Rath Dr. Schulze⸗Vellinghausen in Hamm zum Ober-⸗Landesgerichts⸗Rath in Königsberg, die Landgerichts⸗Räthe Kienitz zu Stargard i. . und in Magdeburg zu Ober⸗Landesgerichts⸗Räthen in den Landgerichts⸗Rath Offenberg in tmu Euuu80“ in ““

16 14250 Freiloose zu 39 13 ½ % v. Betrage sämmt⸗

60000 45000 30000 15000 20000 20000 30000 20000 25000 30000 60000

2201600 555750

191710

1 Gew. zu 60000 8 45000 30000 15000 10000 5000 3000 1000 500 300 200 160

bobobotobodo

aunaassuuau u 2

1565 1850 2361 69761

licher Freiloose rund

8. 8

S8aarau

Am Schullehrer⸗Seminar zu Segeberg i r ordentliche Seminarlehrer Dr. et big⸗ als Seminar⸗Oberlehrer angestellt worden.

Der bisherige Rektor Bohnstedt aus Nowawes bei

W1 Oberlehrer an der Elisabethschule in Berlin

Ministerium für Landwirthschaft, Domänen und Forsten.

Dem Thierarzt Wilhelm Hettenhausen aus Reiffe hausen ist die interimistische Verwaltung KrelseTbberffen⸗ stelle für den nördlichen Theil des Kreises Mörs, mit dem Amtswohnsitz in anten, übertragen worden. AX1X“X“ v“

1“ 6

1 Die von heute ab zur Ausgabe gelangend 1 der Gesetz⸗Sammlung enthält hee.. gende Nummer 11

Nr. 9989 das Gesetz wegen Erhöhung des Grundkapi 5 Preußischen Central⸗ Genossenschaftskaßfe vom Mecpftals

Berlin W., den 6. Mai 1898. Königliches Gesetz⸗Sammlungs⸗Amt. Weberstedt. 8

Angekommen:

der Unter⸗Staatssekretär im Ministerium der ö ten Fleck, von einer Dienfrrefe öffentlichen

Nichtamtliches.

Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 6. Mai.

Zur Vermeidung einer irrthümlichen Auslegun

der Dienstinstruktion für die döen Auslcgung des 8 35 Förster vom 23. Oktober 1868 hat der Minister für Land⸗ wirthschaft,⸗ Domänen und Forsten laut Runderlasses an die Königlichen Regierungen vom 26. April d. J. dem letzten Absatz daselbst folgende veränderte Fassung gegeben: t „Auch die bei Rodung oder Verbesserung von Dienstland zur Gewinnung gelangenden Hölzer, Stöcke, Wurzeln, Steine

. zu 500000 500000 200000 400000

150000 300000 100000 200000 75000 150000 50000 100000 40000 80000 300000

1565000 925000 V 708300

220 15347420

den Gerichts⸗Assessor Dr. e Wheatten .he zum Fencbesctc In Hassenpflug in Beuthen O⸗S.

den Gerichts⸗Assessor Dr. Kolkmann in Beuthen O.⸗S.

14250 G. u. 14250 Freil. 3304060

77190 Gew. 26315720

Einnahme.

zum Amtsrichter daselbst,

den Gerichts⸗Assessor Dr. Drobnig in Amtsrichter daselbst, vaselben Gerichts⸗Assessor Cibis in Gleiwitz zum Amtsrichter die Gerichts⸗Assessoren Schulz in Frankfurt a. O. und

Myslowitz zum

Klasse.

der zu begebenden Einsatz. V Stamm⸗

sonimn. Freiloose.

Nachzahlung

au

Vorklassen n der Frlafsen.

die S ommen.

1. er 68 Iabee in Cäea in Zabrze,

en Gerichts⸗Assessor Damm in

nar⸗ böcb Hannover zum Amts den Gerichts⸗Assessor Schroeter i 3⸗

richten basblast ss ch r in Bochum zum Amts

In

1ste 2te 3te 4te

190000 bna

180500 9500 178130 11870 175750 14250

7410000 7039500 6947070 6854250

370500 187290 G 250 Einnahme u. Ausgabedurchlaufend. Betrag d. Freiloose

7410000 7410000

8521500 1389180

den Gerichts⸗Assessor Dr. Baare in Mülhei zum Amtsrichter daselbst, 11 Junker in Staßfurt und

Ueberhaupt

Ausgabe.

32603610

die Gerichts⸗Assessoren Dr. 6. 8 8. de elattsrichtern in Essen,

en Gerichts⸗Assessor Gödde in G 2 richter daselbht in Gelsenkirchen zum Amts

Klasse.

Betrag

der baaren Fee der Freiloose.

Gesammt⸗Betrag.

Württemberg hat sich, wie der

den Gerichts⸗Assessor Dr. richter daselbst,

den Gerichts⸗Assessor Dr. zum Amtsrichter daselbst, daselder Gerichts⸗Assessor Holtz in Sinzig zum Amtsrichter

Becker in Hennef zum Amts⸗

Struckmann in Königswinter

2 3te 4te 13 ½ % vom Betrage sämmtlicher Freiloose

12 676600 8

e 1473800 2556600 26315720

1

1047100 1936730 3112350 8 26315720 191710

den Gerichts⸗Assessor Schmidt i eidemü Staatommwat daselzse 8 in Schneidemühl zum

en Gerichts⸗Assessor Gra in Be c8 Staateangaltzafe. ßhof in Beuthen O.⸗S. zum

die Gerichts⸗Assessoren Cludius in Hannover und Dr. jur. Kölle in Celle zu Staatsanwalten 85 Fannover,

den Gerichts⸗A essor St z 4 anwalt daselbst, ssessor Stupp in Düsseldorf zum Staats⸗

den Gerichts⸗Assessor Dr. jur. Zeppenfeld zum Staatsanwalt daselbst, 1 Zeppenfeld in Bochum

den Gerichts⸗Assessor Beck W daselbfe ssess eckers in Essen zum Staatsanwalt ts⸗Assessor Mackeldey in Koblenz zum Staats⸗

An

den Geri anwalt daselbst,

den Gerichts⸗Assessor Pachten i 1 5 vaselssc ssesor Pachten in Aachen zum Staats⸗

1t die Gerichts⸗Assessoren Hansen in Elberfeld und Dr. jur Spelthahn in Saarbrücken zu Staatsanwalten in Sꝛar⸗ ges brücken zu ernennen. all eiß

S ajestät der König haben Allergnädigst geruht: den Regierungs⸗Assessor Wohlfarth in Kulm und d Regierungs⸗ ssessor, Bhe leSteuer ffaenibr reyschmidt in eeae, 9. ernennen, Phn s‚de. eheimen Kanzlei⸗Inspektor im Ministerium des Königlichen Hauses Julius Lehma Kanzlei⸗Rath zu bala en 9

Klassen⸗Lotterie, Erläuterungen

dieser

Der vfse n ieeFes, f hab e Han⸗ und Betriebs⸗ erlin ist die Erlaubni

emeiner Vorarbeiten für eine schmals

über Neinst

oder Neinstedt —Stecklenberg S

rode bezüglich des

Vorstehend g Ueberhaupt orstehender Plan der 199sten Königli reußi von welchem vollständige, Erläute erseh Druckexemplare usführung gebracht, und es wird mit der Zi⸗ 3 der ersten Klasse dieser Lotterie e. Ftehümg

versehene

fang gemacht werden.

Berlin, den 5. Mai 1898.

Königliche General⸗Lotterie⸗Direktion. Ulrich

Strauß.

ellschaft in

enbahn von Thale

Ministerium der

Der außerordentliche Professor Dr.

zu Marburg ist in gleicher Eigenschaft Fakultät der Universität zu Ueißenschaf

Dem Dr. phil.

1 Heinrich Saure dikat „Professor“ 8.—

ö“

ie wird sei ie Ausgabe der Loose

dem erftrerce üene v gedachten erster Klasse „„ersten Tage nach beendigter Zi

Ne Lotterie erfoh Ziehung der

Ministerium der öffentlichen Arbeiten.

1 uderode nach Gern⸗ preußischen Staatsgebietes ertneclch worden. üb verordnungen, aus und sagte, grundbesitz sei bereit, an einer dauerhaften Lösung der Sprachen⸗

vnge mitzuwirken, werde sich jedoch der Formulierung eines

der geistlichen, Unterrichts⸗ und Medizin at⸗Angelegenhelren. g

Heinrich Waentig

in

versetzt worden.

zu H

beigelegt worden.

32603610

mit den näheren bei sämmtlichen

mer nicht vor vierten Klasse

von Berlin abgereist.

S. M. Schiffe „Deutschland“, und „gefis ciff . von Kiautschou eingetroffen.

den Gesetzentwurf, betreffend die Abänderung des Ge über das

22. Fe. 22, November

hern in Wels mit Seiner Durchlaucht a

Je der Deutschen kein Hinderniß bilden, wieder auf Deutschen falls die

u. s. w. darf der Forstbeamte für eigene Rechnung nicht ver⸗ kaufen oder sonst verwerthen. Das dabei 1. cht. ist wie im Abs. 2 vorstehend angegeben, zu verwenden. Eignet zur nicht, so kann mit Zustimmung

8 rungs⸗ und Forstraths sinngemä Abs.? verfahren werden.“ v1““

Der Bevollmächtigte

mecklenburgeschwerinseh⸗ zum Bundesrath, Großherzoglich

Ministeral⸗Rath Dr. Langfeld ist

8 2

das Ober⸗Kommando Kreuzer⸗Geschwaders „Kaiserin Augusta“ —, Chef: Kontre⸗Admiral Prinz Heinrich Preußen, Königliche Hoheit, am 5. Mai in

Laut telegraphischer Meldung an der Marine ist die zweite Division des

2

Die Erste Kammer hat in ihrer vorgestrigen Fifung

etzes und Versammlungsrecht vom mit der Aenderung genehmigt, Zweiten Kammer angenommene

8 8 9

Vereins⸗ 1850, die von der

Bestimmung fortfällt, wonach den volljähri an 8 HFeebe chan an solchen h olljährigen Frauen nur welche lediglich für die Erörterung der besonderen .

Standesinteressen der Frauen 8 . Berufs⸗ und

ersammlungen gestattet sein soll,

bestimmt s

Württemberg Ihre Königliche Hoheit die

erzogin Olga von „Schwäb. Merkur“ meldet, dem Prinzen

zu Schaumburg⸗Lippe verlobt.

1 Oesterreich⸗Ungarn. ““ Das österreichische Abgeordnetenhaus setzte gestern

die Debatte über die Anträge auf Aufheh S 8 verordnungen fort. 9 12 fhebung der Sprachen

Der ortschrittspartei) erklärte: prache die

Abg. Baron d'Elvert (Deutsche 1 wenn die Regierung der deutschen gebührende Stellung einräume, würden die Hind um das Staatswesen die richtige Bahn zurück zu bringen. Di seien einig und würden nicht zurückweichen, Regierung den verhängnißvollen Fehler

sgehen sollte, in das Lager des czechischen oder eines anderen

se ã

purige Neben⸗ edt Suderode

die philosophische alle a. S. ist das

Staatsrechts überzutreten.

Sprachenausschusses eintreten. e 9 scllarte prachenausschuß eintreten, so lange die Spra

behbachen s g Sprachenverordnungen

1 Der Abg. von Jaworski (Pole) gte, die Polen würden, obwohl sie autonomistischen ded

ten huldigten, an dem Versuch der Regelung der Sprachen⸗

frage auf dem Boden des Rei ä itwi

Eagana⸗ Reichsraths thätig mitwirken im essen des Staatswohls und in der Absicht, ein fassungsleben zu ermö die Deutschen wollten Verkürzung ihres Rechts. (verfassungstreuer Groß rundbesitz) drückte seine Genugthuung

auf die in stehenden großen Inter⸗ 1 normales Ver⸗ lichen. Der Abg. Fournier äußerte, Frieden und Verständigung, jedoch ohne

Der Abg. Freiherr von Schwegel

Frage

er die Regierungserklärung, betreffend die Sprachen⸗

der verfassungstreue Groß⸗

timmten Programms enthalten und für oie Einsetzung eines Der Abg. Iro süngainer kein deutscher Abgeordneter dürfe in den

Es sprachen dann noch der Abg. Schöpfer (bei

keiner Partei), der Ab

I11A“

d'Angeli (Jialiener) und der

8 1.

bg. Bulat (Kroate),

welche sämmtlich für die Einsetzun n Sprachenausschusses g

eintraten, die beiden letzt⸗ enannten unter Feststellung ihrer vederigseen für die von ihnen vertretenen Länder. Die Verhandlungen wurden hierauf abgebrochen. Dem Hause ist ein dringlicher Antrag des Abg. Dr. Kronawetter zugegangen, den Grafen Badeni wegen unbefugter Verschleuderung von Staatsgeldern in der Angelegenheit des Journals „Die Reichswehr“” in Anklage⸗ zustand zu versetzen; ferner ein dringlicher Antrag des Abg. Verkauf, welcher die Regierung auffordert, über eine sofortige Suspendierung der Getreidezölle ungesäumt mit der ungarischen Regierung in Verhandlung zu treten.

Großbritannien und Irland.

In der gestrigen Sitzung des Unterhauses erklärte, dem „W. T. B.“ zufolge, der Erste Lord des Schatzamts Balfour, daß die britische Regierung die Einladung der belgischen Regierung zu einer Konferenz über den Spirituosen⸗ handel in West⸗Afrika angenommen habe. Ueber die Zusammensetzung der Konferenz und den Zeitpunkt ihres Zu⸗ sammentritts sei noch nichts entschieden.

Frankreich.

Die „Missions Catholiques“ veröffentlichen, wie „W. T. B.“ aus Lyon berichtet, ein Telegramm aus Hongkong, dem zufolge am 21. April in der Provinz Kwangsi der aus dem Departement Puy⸗de⸗Dôme gebürtige Missionar Berthelot und mehrere andere Christen erm ordet worden seien.

Italien.

Die Einnahmen an Steuern in der Zeit vom 1. Juli 1897 bis zum 30. April 1898 übersteigen um etwa 10 Millionen diejenigen in dem gleichen Zeitraum der vorher⸗ gehenden Finanzperiode.

Wie die „Agenzia Stefani“ meldet, kam es gestern in Livorno zu einer Kundgebung wegen der hohen Brotpreise. Einige Bäckereien wurden geplündert. Die Theilnehmer an der Kundgebung wurden auseinandergetrieben und die Ruhe wieder hergestestt Auch in Urbino verlangte eine Volks⸗ menge Herabsetzung der Brotpreise. In den anderen Provinzen herrschte Ruhe.

Spanien.

In einem gestern unter dem Vorsitz der Königin⸗Regentin abgehaltenen Ministerrath theilte, dem „W. T. B.“ zufolge, der Minister⸗Präsident Sagasta mit, daß das auf der Fahrt nach Cuba begriffene Packetboot „Alfonso XIII.“ in Porto Rico eingetroffen sei, und daß die cubanische Kammer sich konstituiert habe. Ferner wurden die Vorlagen, betreffend die Beschaffung außerordentlicher Geldmittel für den Krieg ꝛc., unterzeichnet. 1

Im Senat brachte gestern der Kriegs⸗Minister Correa einen Gesetzentwurf, betreffend die Einberufung der zweiten Reserve der Canarischen Inseln ein. Der Deputirten⸗ kammer legte der Finanz⸗Minister Puigcerver einen Gesetzentwurf vor, betreffend die Herabsetzung gewisser Zoll⸗ tarifsätze. Ein katalonischer Deputirter verlangte ein Verbot der Ausfuhr von Baumwolle. Ein anderer Deputirter forderte, die Ausfuhr von Vieh zu verbieten. Der Finanz⸗Minister erklärte, die letztere Maßregel habe keine Eile; die „Gaceta“ werde alsbald das Dekret veröffent⸗ lichen, durch welches die Ausfuhr von Getreide I“ werde. Im weiteren Verlauf der Sitzung mißbilligte Romero Robledo die den Cubanern gewährte Autonomie und meinte, dieselbe sei eine Negation der Integrität des Staatsgebietes und ein Selbstmord des nationalen Lebens. Er erhob serner Ein⸗ spruch gegen die Entsendung von Truppen, welche eine Regierung vertheidigen sollten, die noch schwanke zu einer Zeit, wo man auf Porto Rico und auf den Philippinen gegen die Amerikaner u kämpfen habe, und tadelte den Kolonial⸗Minister Moret, weil hieser das Dekret unterzeichnet habe, durch das den Freiwilligen das Stimmrecht entzogen werde, solange sie bei der Fahne ständen. Nachdem der Redner sich dagegen gewandt hatte, daß man 100 000 Soldaten auf Cuba im Stiche lasse, erhob er Vorwürfe gegen die Regierung wegen der Ereignisse auf den Philippinen und fragte den Marine⸗Minister, ob er dem Admiral Montojo befohlen habe, nach Manila zurückzukehren. Der Marine⸗Minister Bermejo entgegnete, der Admiral Montojo sei aus eigenem Entschluß dorthin zurückgegangen. Romero Robledo stellte hierauf die Fragen, ob das bisher bei Sao Vicente befindliche Geschwader sich bereits bei den An⸗ tillen befinde oder ob es Befehl erhalten habe, nach den Cana⸗ rischen Inseln zurückzukehren, ob die Regierung einen Kriegsplan

abe und weshalb der General Weyler durch den Marschall

lanco ersetzt worden sei. Redner schloß, indem er der Re⸗ gierung Mangel an Voraussicht vorwarf und ankündigte, er werde in der Kammer einen Antrag auf Besteuerung der Rente einbringen, aber jede andere Vermehrung der Steuern be⸗ kämpfen. Silvela führte aus, daß die Neutralität, in welcher Spanien seit langen Jahren geblieben sei, dessen gegenwärtige Jolierung herbeigeführt habe. Er werde die Regierung unter⸗ stützen, aber wenn die Pflicht ihn rufe, werde er die Macht über⸗ nehmen. Der Minister des Auswärtigen Gullon stellte es in Ab⸗ rede, daß die Vereinigten Staaten offiziell die Abberufung des Generals Weyler verlangt hätten. Der cubanische Deputirte Armas vertheidigte die autonome Regierungsform. Schließlich iff Uria den Minister⸗Präsidenten Sagasta sowie die

kinister des Auswärtigen, des Krieges und der Marine heftig an. Sodann genehmigte die Kammer definitiv die Vorlage über die Herabsetzung der Getreidezölle.

Ausständige Bergarbeiter von Murcia ver⸗ anstalteten gestern eine Kundgebung gegen das Octroi. Es heißt, sie hätten den Bahnhof und die Bürgermeisterei in Brand gesteckt. Das Militär sei eingeschritten, einige een seien verwundet worden. Der Belagerungszustand ist in dem Bezirke Cartagena erklärt worden. Auch in Leon, Oviedo und anderen Städten ist es infolge der Brot⸗ theuerung zu Ruhestörungen gekommen. öö8

Türkei. 8

Wie das Wiener „DTelegr.⸗Korresp.⸗Bureau“ aus Kon⸗ stantinopel meldet, wird die erste Rate der Kriegs⸗ entschädigung nach Beginn der Räumung Thessaliens am 15. Mai, hie zweite am 25. Mai, die dritte am 16. Juni und die vierte am 10. Juli gesahlt werden. Heute soll der 1heg eine hierauf bezügliche Note der Botschafter überreicht werden.

h

Griechenland.

Der König hat, wie „W. T. B.“ meldet, gestern das

Dekret, betreffend die Emission der Kriegsentschädigungs⸗

Anleihe, unterzeichnet

In Tripolitza wurde

estern der Namenstag des Königs festlich begangen. 1 . 8

““ 1”“

Amerika. 88 . 8 Wie das New Yorker „Evening Journa erichtet, sind vorgestern zwei Detachements mit Waffen und Munition unter dem Schutz des Kreuzers „Wilmington“ an der cubanischen Küste gelandet. Geruüchtweise verlautet, das Torpedoboot „Ericson“ sei während eines Orkans untergegangen.

Aus Vallejo (Kalifornien) erfährt das „Reuter'sche Bureau“, daß der Admiral Kirkland telegraphisch den Be⸗ fehl erhalten habe, Kriegsmaterial und Lebensmittel für 2000 Mann auf 4 Monate bereit zu halten.

Der „New York Herald“ meldet aus Havanna, daß der Marschall Blanco das autonome Parlament in An⸗ wesenheit der Konsuln und Offiziere der in Hahchnn befind⸗ lichen britischen und französischen Kreuzer eröffnet habe. Der Marschall habe eine Botschaft der Königin⸗Regentin verlesen. Auf seine Frage, ob die Mitglieder schwören wollten, die Souveränetät Spaniens zu vertheidigen und dem König unbedingt zu gehorchen, hätten dieselben zustimmend geant⸗ wortet. Die „Kölnische Zeitung“ erfährt aus Madrid, der Marschall Blanco habe die den Aufständischen gewährte Waffenruhe E

Der amerikanische Kreuzer „Nictheroy“ ist gestern von Rio de Janeiro in See gegangen.

Asien.

Das ‚„Reuter’sche Bureau“ berichtet aus Peking: es sei dort aus Port Arthur die Nachricht eingetroffen, daß die Russen 6 sechszöllige und 8 achtzöllige Geschütze sowie eine große Menge Munition ausgeschifft haͤnen und daß sie eine die verschiedenen Forts verbindende Feldbahn anlegten. Der Gouverneur habe angeordnet, daß künftig anstatt des Namens Port Arthur der chinesische Name des Platzes amtlich geführt werde. Im Trockendock von Port Arthur befinde sich gegenwärtig ein chinesisches Kriegsschiff. ö

Afrika. 8

Den gestrigen Londoner Abendblättern zufolge ist in Liverpool die Nachricht eingetroffen, daß die britischen Truppen in Sierra Leone die aufständischen Eingeborenen angegriffen und eine große Anzahl derselben getödtet hätten. Verschiedene Soldaten seien verwundet worden.

8 9b

Parlamentarische Nachrichten.

Die Schlußberichte über die gestrigen Sitzungen des Reichstages und des Hauses der Abgeordneten befinden sich in der Ersten Beilage.

Im Hause der Abgeordneten haben die Abgg. Knebel (nl.) und Genossen folgende Interpellation eingebracht:

1) Ist es richtig, daß in einem nach Köln bestimmten Faß amerikanischer Aepfelabfälle bei der Untersuchung an der Reichsgrenze die Schildlaus lebend festgestellt worden ist? 2) Beabsichtigt die Königliche Staatsregierung wegen verstärkten Schutzes gegen die Ein⸗ sce pung der San José⸗Schildlaus Schritte zu thun und eventuell welche

KRunst und Wissenschaft.

In der Gesammtsitzung der Akademie der Wissenschaften vom 28. April (vorsitzender Sekretar: Herr Diels) las Herr Lenz „über den Schmalkaldischen Krieg“. Zur Darstellung kamen die Er⸗ eignisse von der Vereinigung des schmalkaldischen Heeres bei Donau⸗ wörth bis zur Kanonade vor Ingolstadt, 2./4. August bis 4. September 1546. Herr Conze überreichte einen gedruckten Vortrag, betitelt „Pro Pergamo“, welcher von dem handelt, was an der Ausgrabungs⸗ Unterfuchung in ö noch zu thun sein wird. Herr Dümmler überreichte den Jahresbericht über die Her⸗ ausgabe der Monumenta Germaniae historica. Mitgetheilt wurde, daß die philosophisch⸗historische Klasse ihrem Mitgliede Herrn Diels zur Fortführung der Herausgabe der Commentaria in Aristotelem Graeca die ihr zu diesem Zweck etatsmäßig zur Ver⸗ fügung stehenden 7200 überwiesen hat. Die Akademie hat das korrespondierende Mitglied ihrer philosophisch⸗historischen Klasse Herrn Georg Bühler in Wien am 8. April durch den Tod verloren.

Die VI. Versammlung der Landesgruppe des Deutschen Reichs der „Internationalen kriminalistischen Vereinigung“, zu welcher die deutschen und österreichischen Mitglieder eingeladen sind, findet am 2. und 3. Juni d. J. in München statt. Am Mittwoch, den 1. Juni, Abends 8 Uhr, geht eine Bezrüßung der Gäste im „Schlachtensaal“ des Café Luitpold vorher. Am Donners⸗ tag, den 2. Juni, 9 Uhr Vormittags, werden die Verhandlungen im Schwurgerichtssaal des neuen Justizpalastes eröffnet und am nächsten Tage um dieselbe Zeit fortgesetzt. Nach dem Schluß derselben vereinigt sich am 3. Juni um 6 Uhr Abends der Vorstand zu einer Sitzung. Am Sonnabend, den 4. Juni, Vor⸗ mittags, folgt eine Besichtigung des Strafvollstreckungsgefängnisses in Staädelheim; für den Nachmittag ist ein Ausflug nach dem Starn⸗ berger See geplant. Zur Berathung gelangen folgende Fragen: 1) Sollen für die Bedrohung, Verfolgung und Bestrafung der Polizei⸗ übertretungen besondere Grundsätze gelten? Berichterstatter: Prof. Dr. Frank⸗Gießen; Assessor Dr. Rosenfeld⸗Halle a. S. 2) Die von den deutschen Landesregierungen vereinbarten Grundsätze über den Vollzug der Freiheitsstrafen. Berichterstatter: Regierungs⸗Rath, Direktor Dr. von Engelberg⸗Mannheim; Regierungs⸗Rath, Direktor Dr. Baumgärtl⸗Rürnberg. 3) Welche Wege sind einzuschlagen, um dem strafrechtlichen Unterricht eine angemessene Stellung neben dem privat⸗ rechtlichen zu sichern? Berichterstatter: Ministerial⸗Rath Stadler⸗ Straßburg; Erster Staatsanwalt Schmidt⸗Mainz. Der Orts⸗ ausschuß besteht aus den Herren: Professor Dr. Harburger, Staats⸗ anwalt am Ober⸗Landesgericht München (Karlstr. 21), Vorsitzender; Ober⸗ Regierungs⸗Rath Henle; K. K. Regierungs⸗Rath, rofessor Dr. Ullmann; Landgerichts⸗Rath Dr. Guggenheimer; Unter⸗Staatssekretär a. D., hrcfesgs Dr. von Mayr; Dr. Karl Neumeyer, München (Pranner⸗ traße 24 I11), Schriftführer. Anfragen sind an Herrn Professor Har⸗ burger oder an Herrn Dr. Neumeyer zu richten.

Aus NRürnberg wird berichtet: Das Germanische National⸗ Museum hat jüngst bei der Auktion Liphart zu Leipzig drei Originalzeichnungen von Albrecht Dürer erworben, welche Studien zu dessen, Kaiser Karl den Großen darstellenden Gemälde sind, das sich bekanntlich in der Galerie des Germanischen Museums befindet. Die Bilder Kaiser Karl'’s des Großen und Kaiser Sigismund's malte Dürer im Auf⸗ trage des Nürnberger Raths für die „Heiligthumskammer“ in dem Hause am Markt, von welchem aus dem Volke die Reichs⸗ kleinodien gezeigt wurden. Mit welcher E“ der große Künstler verfuhr, verrathen diese Federzeichnungen, welche, farbig laviert, die Krone, das Schwert und den Reichsapfel wieder⸗

geben. Namentlich die Darstellnng der deutschen Kaiserkrone ist

sorgfältig ausgeführt und von großer Farbenfrische, doch sind aus dem mittelalterlichen Adler am Knaufe des Schwertes ein echt Dürer'scher Adler und aus den Engeln der byzantinischen Emails der Krone treffliche Dürer'sche Engel geworden. Dürer hat diese Fhaich. nungen nach den Originalen wohl in der Heiliggeistkirche zu Nürn⸗ berg, in welcher die Reichskleinodien aufbewahrt wurden, gefertigt und sie, wie eine Inschrift auf der Feanung des Schwertes besagt, zusammengerollt und mit einem Faden gebunden, nach Hause getragen. Eine weitere Zeichnung, welche zu dieser Serie gehört und den Krönungsornat darstellt, befindet sich in der Albertina zu Wien. Wie lebhaft man sich in Nürnberg, dem vielhundertjährigen Auf⸗ bewahrungsort der Reichskleinodien, noch für diese interessiert, das bekundet eine Reihe von Spenden, die dem Germanischen M behufs Erwerbung dieser Zeichnungen gemacht wurden.

Land⸗ und Forstwirthschaft.

8 Saatenstand in Ungarn. 1 Nach den bei dem ungarischen Ackerbau⸗Ministerium eingelaufenen Berichten war, wie der „Wiener Ztg.“ aus Budapest gemeldet wird, der Saatenstand am 30. April folgender: 8 Auch in der zweiten Hälfte des Monats April traten häufige Regen, ja stellenweise, namentlich in den östlichen und südöstlichen Theilen, bedeutendere Gußregen und sporadisch Hagel auf, welche Wasserschäden bewirkten; trotzdem herrschte in einem großen Theile des Landes ein bedeutend milderes und günstigeres Wetter als in der ersten des Monats April. An manchen Stellen, namentlich in den südwestlichen Komitaten, konnte sich infolge Mangels an Niederschlägen die Vegetation nur langsam entwickeln, trotzdem kann man konstatieren, daß die Pflanzungen in dem überwiegenden Theile des Landes gut zu⸗ genommen haben, stellenweise sogar sich sehr schön restaurierten und bebüschelten. Diese günstige Aenderung zeigt sich insbesondere bei den früh angebauten Saaten, welche bedeutend besser stehen als die spät angebauten. Wenn sich trotz dieser günstigen Umstände die Saaten nicht derart besserten, daß man dieselben im allgemeinen Durchschnitt als tadellos entwickelt bezeichnen kann, so ist dies zum großen Theil dem Umstande zuzuschreiben, daß es sowohl bei dem Herbst⸗, als dem Frühjahrsanbau vorkam, daß infolge Mangels von Saatkorn bedeutend weniger als gewöhnlich gesäet wurde und in den schütterer aufgegangenen Saaten das Unkraut reichlicher empor⸗ wucherte als in anderen Jahren. Aber stellenweise die Saaten auch aus dem Grunde schwächer, weil Insekten und Mäuse vielfachen Schaden verursachten. Infolge der in Froßem Maße sich vermehrenden Würmer mußte in letzter Zeit in einzelnen Gegenden viel Anbau um⸗ geackert werden. Stellenweise sind von Weizen, Roggen und Gerste bisher 10 bis 20, sogar 25 bis 40 % zu Grunde gegangen und mit Frühjahrsanbau ersetzt worden. Im allgemeinen litten die Weizen⸗ und Roggensaaten viel in den Siebenbürger Komitaten und im Theiß⸗Maros⸗Winkel, theilweise zwischen der Donau und der Theiß, rechts und links der Theiß, stellenweiseauchamrechten Donau⸗Ufer. Der rüh ahrs⸗ Anbau steht trotz des hier und da aufgetretenen Unkrautes im Durch⸗ schnitt sehr und nimmt zu. Auch die Würmer schädigen den Frührjahrsanbau weniger, und daher wird die weitere günstige Ent⸗ wickelung für gesichert betrachtet. Der Winterweizen kann nach der bisherigen Entwickelung meist als mittel bezeichnet werden, während der Sommerweizen als gut mittel bezeichnet werden kann. Von dem letzteren wurde bedeutend mehr angebaut als im Vorjahre, um die im Winterweizen sich zeigenden Schäden auszugleichen. Der früh angebaute Winterweizen entwickelt sich besser als der spät angebaute. An manchen Stellen ist auch der Spät⸗ anbau, welcher von Würmern weniger litt, sehr schön, und die Mög⸗ lichkeit ist nicht ausgeschlossen, daß sich derselbe auch in den übrigen Landestheilen soweit erholen kann, daß er leidlich stehen wird. Jeden⸗ falls hängt dies vom Mai⸗Wetter ab. Winterroggen steht schwächer als Weizen, bessert sich aber. Auch von diesem wurde mehr umgeackert als vom Weizen, weswegen Winterroggen heute im Durch⸗ schnitt kaum als mittel bezeichnet werden kann. Besonders schwach ist Roggen infolge des Frostes und der Würmer in den Sieben⸗ bürger Komitaten, im Theiß⸗Maros⸗Winkel sowie in einigen anderen Komitaten. Sommerroggen steht im allgemeinen zufriedenstellend. Auch von Wintergerste ist viel verloren gegangen, was aber übrig blieb, steht leidlich, stellenweise gut. Die abzuerntende

läche ist kleiner als im Vorjahre, weil Würmer Schaden angerichtet aben. Sommergerste wächst im ganzen Lande sehr gut, doch verursachen Unkraut und Würmer auch hier Schaden. Hafer steht im ganzen Lande sehr gut, obwohl sich auch hier Unkraut und Würmer zeigen. Rapssaaten verminderten sich zum großen Theile im Winter; viel Raps ist zu Grunde gegangen, und auch da, wo er stehen blieb, ist er meistens fleckig und schuͤtter, auch schaden ihm Flöhe. Der Maiganbau ist im Zuge, und es wurde davon in diesem Jahre mehr angebaut als im Vorjahre; das Wetter war bisher der Entwickelung dieser Frucht ünstig. Die Zuckerrübe ist im allgemeinen schön aufgegangen und steht durchschnittlich zufriedenstellend, wird jedo ebenso wie Futter⸗ rübe, gleichfalls vomg Würmern geschädigt.

Verkehrs⸗Anstalten.

Bremen, 5. Mai. (W. T. B.) Norddeutscher Lloyd. Dampfer „Sachsen“ 4. Mai Abds. Reise v. Neapel n. Port Said fortges. „Mainz“ 4. Mai v. Bremen in Bahia eingetr. „Dresden“ 4. Mai v. Baltimore n. Bremen abgeg. „Fulda“ 4. Mai Mrgs. v. Genuag in New⸗York eingetroffen.

6. Mai. (W. T. B.) Dampfer „Trave“, v. New⸗York kommend, 5. Mai Nm. a d. Weser angek. „Marxburg“, n. Brasilien best., 4. Mai Nachts in Oporto angek. „Pfalz“, n. d. La Plata best., 5. Mai Mrgs. Dover passiert. „Lahn“, n. New⸗ York best., 4. Mai Nachts Lizard passiert. „Bayern“, v. Ost⸗ Asien kommend, 5. Mai Mrgs. in Antwerpen angek. „Aller“ 5. Mai Vm. v. Genua n. New⸗York abgeg. „Darmstadt“, mit dem Marineablösungstransport n. Ost⸗Asien best., 5. Mai Vm. Dover pass. „Oldenburg“ 5. Mai in New⸗York angek. „Karlsruhe, n. Australien best., 5. Mai Nm. in Antwerpen angek. „Mark⸗ 5. Mat Mittags Reise v. ge n. Southampton fortges. „Bremen“ 5. Mai v. New⸗York n. Bremen abgeg. „Werra“ 5. Mai Nm. Reise v. Gibraltar n. Neapel fortges. „Prinz⸗Regent Luit⸗ pold“, v. Australien kommend, 5. Mai in Genua eingetroffen.

Hamburg, 5. Mai. (W. T. B.) Hamburg⸗Amerika⸗ Linie. Dampfer „Castilia“, v. Hamburg kommend, ist am Montag in St. Thomas, D. „Patria“, von New⸗York kommend, heute Mrg. in Cuxhaven eingetroffen.

6. Man. (W. T. B.) Dampfer „Fürst Bismarck“ hat heute Mrg. Dover passiert.

Rotterdam, 5. Mai. Linie. Dampfer „Obdam“ von Rotterdam heute New⸗York abgegangen.

Theater und Musik.

nislihee doh009 8

Die gestrige Aufführung von Gounod's Oper „Margar bot ein Interesse durch das erste Wiederauftreten des Herrn Kraus nach seiner Rückkehr aus Amerika. Der Sänger erfreute die örer als Faust wieder durch die Jugendfrische und den Wohllaut seiner timme, welchen Vorzügen sich nunmehr auch die sichere Beherrschung des Ausdrucks und wachsendes schauspielerisches Können zugesellt haben. Neben ihm erschien Herr Lassalle von der Großen Oper in Paris noch einmal als Mephisto; seine vollendete Gesangskunst konnte er in dieser Rolle wieder glänzend offenbaren, sodaß er das Publikum zu be⸗ wunderndem Beifall hinriß. Die Fülle, Weichheit und Wärme seines Organs entfalteten sich zu besonderer Pracht in dem Ständchen. Herr Bulß ist als ausgezeichneter Vertreter des Valentin ebenso he⸗ kannt wie Hiedler in der Partie der Margarethe: beide hatten

an den Erfolgen des Abends reichen Antheil.

—.—

86

L“

(W. T. B.) Holland⸗Amerika⸗ Nm. nach

8E11“ 8 1“