1898 / 116 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 17 May 1898 18:00:01 GMT) scan diff

1

Stockholm. 763

Oesterreich⸗Ungarn.

30. Mai, 12 Uhr. K. K. Staatsbahn⸗Direktion in Triest: iefermng für die Zeit vom 1. Juli 1898 bis 30. 21 000 kg Petroleum, 7000 kg Mineralschmieröl für Lokomotiven und 3000 kg für Wagen, 8000 kg Roh⸗Vaselin, 100 kg konsistentes artfett in Stangen, 200 kg Starrschmiere, K⸗ 350 kg Unschlitt, 200 kg St. erfett. Näheres bei der oben bezeichneten Behörde. der

Wagenfett, 50 kg 90 kg Schmierseife, 50 kg feste Seife, Stauff

Theater und Musik.

Deutsches Theater.

In der Sonntags⸗Matinée des Vereins „Freie Bühne“ ge⸗ Das langten zwei recht verschieden geartete Werke junger Dichter zur Auffüh⸗ ge Scene „Madonna D

Hofmannsthal machte den erfolgreichen Anfang. Man ein größeres Comité zusammen, dichterischer Gesang „Drei Paar Schuhe“ von Carl Görlitz zum Benefiz für die

rung. Eine kürzere dramatist Hugo von fühlt in dieser Empfindung, und gesprächs der Madonna Dianora, der Gatte nur zuletzt kurz eingreifen,

„Scene“ den Pulsschlag

in welches

in diesem einen Auftritt als in dem ganzen folgenden

c Geklielten wird in flammenden Worten, in einschmeichelnden Bildern Ausdruck gegeben; der Kultus des Schönen beherrscht Herz und Sinn der Madonna Dianora, die selbst wie ein prächtiges Bild aus der Zeit der italienischen Renaissance In ihrer Rede gestaltet sich alles Erlebte und Geschaute lebenswarm und plastisch; man empfindet das langsame Verrinnen der Abenddämmern in

sehnsuchtsvollen Erwartung des heimli

erscheint.

Stunden vom leuchtenden Morgen bis zum grauen den fliehenden Schatten des zitternden Weinlaubs, und des steinernen Kreuzes am Amme lockt das Bild des

Rache übt, zaubert die Heimath, das Elternhaus frau in schnellen Worten vor die Seele des Hörers. losen Darstellung der Scene durch Fräulein donna Dianora), Frau von Poellnitz Hermann Müller (Messer Braccio)

zu eindringlicher dreiaktige Drama

sich trotz herzlicher

wird ein Ehepaar, das gestellt.

versteht, auf die Bühne zieht sich, wie in den

leidenden Helden die Erlösung. die Aehnlichkeit zwischen den Dichtungen auch der Personen, wie bei Ibsen nichts vorhanden. Alles erscheint Öund unwahr konstruiert. Niemand die Helden des Willens, opfern

doch unglücklich bleiben.

rfolg haben.

Im Königlichen Opernhause gelangt morgen Lortzing's zur Aufführung. Peter den singt Herr Bulß, den Peter Iwanow Herr Lieban, den Bürgermeister Herr Knüpfer, die Marie Frau Herzog.

geht morgen zum auspiel in 4 Aufzügen, nach dem Rus⸗ sischen des Fürsten Sumbaͤtow, für die deutsche Bühne bearbeitet von Die lautet: Bogdänow, höherer

err Arndt; Wéra und Ludmila, von Mayburg; Uljin, seine Schwägerin, Gutsbesitzerin: Frau Stollberg; Iwän, Brisgin, Armeelieferant: Herr Pohl; Graf Beloboörsky, Stabs⸗Rittmeister der Garde: Herr Matkowely;

komische Oper „Zar und Zimmermann“

Im Königlichen ö ersten Male „Im Dienst“, S

Eugen Zabel, in Scene. Beamter, ehemaliger Gutsbesitzer seine Kinder: die Damen Poppe und

deren Sohn: Herr Hertzer;

Wetterbericht vom 17. Mai, 8 Uhr Morgens.

Wind. Wetter.

Bar. auf 0 Gr. u. d. Meeressp

red. in Millim

88gS

1.“

Belmullet.. 767

Aberdeen. 765 Christiansund 758. Kopenhagen. 767

4 bedeckt 2halb bed. 4 dFs.

2 wolkig

2 wolkenlos 4 halb bed. 3 1 2

A-A

Haparanda . 763

Cork, Queens⸗ town. . . 768 Cherbourg . 768 heiter 1““ still heiter P11 Dheiter Hamburg. 767 1 bedeckt winemünde 766 N. 2 wolkig 10 Neufahrwasser 766 3 bedeckt 9 Memel 764 2 halb bed. 13 (6765 3 halb bed. 7 Karlsruhe .. 763 4 Regen 11 Wiesbaden. 764 S 11 1 3 Ul 1

bedeckt

München 763 halb bed. 12 Chemnitz. 764 bedeckt 9 Berlin .. 766 Regen 9 Wien.. 762 heiter 14 Breslau. 764 wolkig 13 Ile d'Aix 765 wolkenlos 8 Fit⸗ I“ bedeckt 12 Arkst 761 heiter 22

Uebersicht der Witterung.

Unter dem Einfluß eines vorne Kanal gelegenen Maximums wehen über Mittel⸗Furopa schwache Winde aus nöͤrdlicher Richtung, welche daselbst er · hebliche Abkühlung hervorgerufen haben. „Ein

inimum laßert an der mittleren norwegischen Küste und scheint nordostwärts fortzuschreiten. Auf den Britischen Inseln ist der Luftdruck wieder in Abnahme begriffen. In Deutschland ist das Wetter kühl und trübe; meistens ist Regen Fffallen. Auf⸗ klarendes Wetter demnächst wahrscheinlich.

Deutsche Seewarte.

echter trotz des einleitenden Selbst⸗ Familie des Dichters aufführen zu lassen.

abgelaufen, seitdem das Werk in dem damaligen lebt mehr dramatische Kraft

6 Das Zwiegespräch mit der Geliebten hervor; seine

Stimme, sein lachendes Auge, und die kurze drohende Wechselrede mit dem düsteren Gatten, bevor dieser an der Treulosen blutige

(Amme) und gelangte und glänzender Wirkung. „Die todte Zeit' von Ernst Hardt spielt in Das der Gegenwart und lehnt sich an die moderne Dichterschule an. Be⸗ sonders stark machen sich Anklänge an Ibsen und Hauptmann be⸗ merklich. Wie in „Rosmersholm“ und in den „Einsamen Menschen“ Der unyverstandene Mann 1 beiden genannten Dramen, besondere „Geistesheimath“ zurück, wie der jüngste Dichter es nennt, und wie dort bringt auch hier das Wasser, der düstere See, dem Mit diesen Aeußerlichkeiten ist aber erschöpft. Klarheit des dramatischen Aufbaus und der zwingenden Charokteristik und Hauptmann, künstlich, handelt eigentlichen Natur heraus; die beiden kraftvollsten Personen des Stücks, ein Jahrzehnt ihres Lebens, um

Kaukasus:

auptmann: Herr Kraußneck;

uni 1899 von Offizier, dem

rimkriege. Fäang. Zwis

Jubiläum

ianora“ von

die Amme und städtischen Theater dem je Drama. Der

Ludwi

Einlagen, wird die Jubiläums⸗ 12 Uhr, in Scene gehen. der stillen Pinie

esang“ erstmalig in Scene.

der stolzen Edel⸗ Bei der tadel⸗ Dumont (Ma⸗

Herrn die „Scene“

Das folgende Theater verausgabt.

uneigung nicht geführt wird. in seine

Sommer⸗Engagement in

Von der ist hier geschraubt

aus seiner und Dienel,

Den Zar

werden gesperrt werden.

nicht statt.

Frau

achtungen

Theater.

Königliche Schauspiele. Mittwoch: Opern⸗ haus. 127. Vorstellung. Zar und Zimmermann. Komische Oper in 3 Akten von Albert Lortzing.

Anfang 7 ½ Uhr.

Schauspielhaus. 131. Vorstellung. Zum ersten Male: Im Dienst. Schauspiel in 1 Aufzügen. Nach dem Russischen des Fürsten Sumbatow, für die deutsche Bühne bearbeitet von Eugen Zabel. In Scene gesetzt vom Ober⸗Regisseur Max Grube. Anfang 7 ½ ÜUhr.

Donnerstag: Opernhaus. 128. Vorstellung. Lobe⸗ tanz. Ein Bühnenspiel in 3 Aufzügen. Dichtung von Otto Julius Bierbaum. Musik von Ludwig Thuille. Phantasien im Bremer Rathskeller. Phantastisches Tanzbild, frei nach Wilhelm Hauff, von Emil Graeb. Musik von A. Steinmann. Anfang 7 ½ Uhr.

Schauspielhaus. 132. Vorstellung. Anno dazumal. Ein deutscher Schwank in 3 Aufzügen (theilweise mit Benutzung eines alten Anekdoten stoffes) von Carlot Gottfrid Reuling. Madame Dutitre. Ein Stückchen aus Alt⸗Berlin, von Ludwig Makowski. Anfang 7 ½ Uhr.

Deutsches Theater. Mittwoch: Johannes. Anfang 7 ½ Uhr.

Donnerstag: Lumpacivagabundus.

Freitag: Johannes.

Berliner Theater. Mittwoch: In Be⸗ handlung. Anfang 7 ½ Uhr.

Donnerstag: Die Mottenburger.

Freitag (36. Abonnements⸗Vorstellung): Re⸗ naissance.

Goethe-Theater. Bhf. Zoologischer Garten Kantstr. 12. Mittwoch: Gastspiel der K. K. Hof⸗ burg⸗Schauspielerin Adele Sandrock. Maria Stuart. Anfang 7 ½ Uhr.

Adele Sandrock.

Donnerstag: Gastspiel von Liebelei. Hierauf: Abschiedssouper.

(37. Abonnements⸗Vorstellung): Die offizielle Frau.

Freitag Schiller⸗Theater. (Wallner ⸗Theater.) Mittwoch: Die Dummen. Anfang 8 Uhr.

Donnerstag: Blaues Blut. Anfang 8 Uhr.

Freitag: Galeotto. Anfang 8 Uhr.

Oltin, Oberst, Bataillons⸗Chef auf dem linken Flügel der Armee im Herr Molenar; Brist, Oberst⸗Lieufenant, Kommandeur einer Artillerie⸗Abtheilung bei Oltin: Herr Ludwig; Gluschaͤkow, 1 rau Gluschaͤkow: ornéff, Lieuktenant: Herr Pur ürsten Barjätins Handlung begiebt sich im Anfang der fünfziger Jahre, vor dem Der erste Aufzug spielt im Hause des Bogdänow in Petersburg, der zweite und dritte Aufzug in einer Festung auf inken Flanke der kaukasischen Armee (in den Vorgebirgen am Ufer eines Fuffe⸗ der vierte Aufzug in den en dem ersten und zweiten Aufzug vergehen zwei ahre, der zweite und dritte spielen an zwei aufeinander folgenden Tagen, der vierte zwei Tage später. Das Schauspiel ist vom Ober⸗ Regisseur Max Grube in Scene gesetzt.

eines erfolg⸗ werks soll im Berliner Theater am einer Matinée begangen werden.

1 igen Deutschen Theater unter der Direktion Deichmann einen Erfolg errang, der ihm alle Bühnen erschloß. Das Comité, dem Ernst Fulda, Julius Stettenheim, Julius Stinde und eine Anzahl angesehener Vertreter der Presse angehören, hat nunmehr die Aus⸗ führung des Plans wieder in die Hand genommen. Mit den ersten Kräften des Berliner Theaters und einigen Gästen, mit Prolog, Ballet und

Aufführung am 22. d. M., Mittags

Im Belle⸗Alliance⸗Theater weiche Fmmelfahttetga) die neue Posse von W. Mannstaedt „Wein, Weib,

1 6 In den Hauptrollen debütieren die neu engagierten Kräfte: Fräulein Lenore Bojé vom hiesigen Thalia⸗Theater als Soubrette und Herr Albert Blumenreich vom Hof⸗Theater in Olden⸗ burg als Charakterkomiker und zugleich als Regisseur. Am gleichen Tage wird der Sommergarten eröffnet, der, wie bisher, seinen Besuchern täglich Konzerte, Illumination und auf der Sommerbühne Spezialitäten⸗ aufführungen darbietet. Saisonkarten zum Preise von 6 werden im

erfolgreiche Volksstück „Im Austragsstüberl“ geht im Central⸗Theater morgen zunächst zum letzten Mal in Scene, da am Donnerstag (Himmelfahrtstag) von dem zum ersten Mal „Dorf und Stadt“ mit Fräulein Schönchen, Herrn Hans Neuert und Fräulein Paula Wirth in den Hauptrollen auf⸗

Das Berliner Philharmonische Orchester unternimmt in dieser Woche eine achttägige Rundreise und tritt vom 1. Juni an sein cheveningen an. Feütbhjabr ist eine Kunstreise unter Kapellmeister Nikisch's Leitung nach

aris und London in Aussicht genommen.

Der morgige Orgelvortrag des Herrn Otto Dienel in der Marienkirche (Mittags 12 15 verspricht Kompositionen von Bach, Händel, Tartini, Abt Stadler, die von Fräulein Gertrud Mauksch, Fräulein Lotte Dienel, Herrn Konzertmeister Leop. Hartmann, Herrn entsagungsvoll an dem schattenhaften Glück Anderer zu bauen, die und Herrn M sikd tor Dienel ausgeführt werden. Das Schauspiel konnte trotz einer vorzüg⸗ i lichen Darstellung durch die Damen Dumont und Sarrow und dee 8 erren Sauer und Rittner, wenn auch einen lauten, doch keinen echten Mannigfaltiges.

„Das Königliche Polizei⸗Präsidium macht bekannt, daß anläßlich der morgen (Mittwoch) Vormittag im Lustgarten statt⸗ Parade des Kaiser Alexander Garde⸗Grenadier⸗Regiments kr. 1 der Lustgarten und die Schloßfreiheit von 11 ½ Uhr ab bis nach beendeter Parade nach Bedarf für den allgemeinen Verkehr

Eine Sitzung der Stadtverordneten findet

Ueber die Witterung im Monat Königliche Meteorologische Institut auf Grund der angestellten Beob⸗ Folgendes: Trübe, naß und kühl sind die besonderen Kenn⸗ zeichen des April. In dem zrößten Theile des Landes lag die Mittel⸗

Frau Schramm; Schl. ian; Fürst Gadaͤjew, Dragoner⸗ attachiert: Herr Keßler. Die

Bergen unweit der umme

überall aus

und schicksalsreichen Bühnen⸗ Sonntag, den 22. Mai, in Schon vor längerer Zeit trat um das dreiaktige Volksstück mit Es waren gerade 25 Jahre riedrich Wilhelm⸗

von Wildenbruch, Hans von Hopfen, erreichie.

und die geht am Donnerstag

anfangs noch Rückseite wied

normalen lag.

iala⸗Ensemble

Für das nächste Lucanus.

atthison⸗Hansen, Tschaikowsky

Franz Schmidt Der Eintritt

Z1u““

April 1898 berichtet das

Lessing⸗Theater. Mittwoch: Im weißen Rößzl. Anfang 7 ½ Uhr.

Donnerstag: Im weißen Rößl.

Freitag: Im weißen Rößl. 9

Sonnabend: Im weisßen Rößl.

8

Neunes Theater. Schiffbauerdamm 4a./5. Direktion: Sigmund Lautenburg. Mittwoch: Zum ersten Male: Villa Gabrièle. Lustspiel in 3 Akten von Léon Gandillot. von Benno Jacobson. In Scene gesetzt von osef Jarno. Anfang 7 ½ Uhr.

Donnerstag und folgende Tage: Villa Gabrieéle.

Belle -Alliance-Theater. Belle⸗Alliancestr.7/8. Mittwoch: Kaiser und Galiläer.

Donnerstag: Zum ersten Male: Wein, Weib, Gesang. Große Posse mit Gesang und Tanz von W. Mannstaedt. Im Sommergarten: Großte

Konzert und Spezialitäten.

1

Residenz-⸗Theater. Direktion: Theodor Brandt.

Mittwoch: Momentaufnahmen. Komödie in 3 Akten von Josef Jarno. Vorher: Nach Hause! in 1 Akt von Paul Linsemann. Anfang r. Donnerstag und folgende Tage: Moment⸗ aufnahmen. Vorher: Nach Hause!

8 1

Theater Unter den Linden. Mittwoch:

Mit neuer Ausstattung: Der Opernball. Operette

in 3 Akten nach dem Lustspiele „Die Rosa⸗Dominos“

von Léon und Waldberg. Musik von Richard Heu⸗

berger. In Scene gesetzt von Julius Fritzsche. Hüejgrat: Herr Kapellmeister Korolanyi. A f

8

Donnerstag: Der Operuball. 1

Central-Theater. Alte Jakobstraße 30.

Mittwoch: Zwölftes Gastspiel des L eeeeen Im Ländliches Volksstück mit sesang und Tanz in 4 Akten. (Fräulein Amalia

Schönchen, K. K. Hofburg⸗Schauspielerin, Herr Hans

ve 1 ““ er ersten und dritten Dekade einige warme Tage

äußerste 88 3 8 Aefien war sogar bis zu einem Grade zu warm. Wei ristischer für die Witterung des April war aber die Bertgrilhan de Bewölkung; denn während die Rheinprovinz noch ziemlich heiteres Wetter hatte, zeigten Mitteldeutschland und das östliche Binnenland ein so große Trübung, wie sie seit mehreren o annähernd beobachtet ist. Daher blieb auch hier die Sonnense eindauer um fast zwei Drittel hinter dem Durchschnitt zurück, während im Rheinlande immerhin ein Drittel fehlte. Niederschläge fielen im aanzen Lande so reichlich, daß vielfach das Doppelte der Normal⸗ emessen wurde. größtentheils etwas zu trocken.

druck im Nordo veranlaßte. V

Rüdesheim, 17. Mai. versammelt gewesenen Mitgliedern des „Ausschusses für die deutschen Nationalfeste“ Antwort⸗Telegramm zu: „Seine Majestät der Kaiser und König lassen den Mitgliedern des rheinischen Ausschusses und des Arbeitsausschusses für die deutschen Nationalfeste auf dem Niederwald für die freundliche Begrüßung bestens danken und ihrer patriotischen Arbeit reichen Erfolg wünschen.

Konstantinopel, 16. Mai. Wiener K. K. Telegr.⸗Korresp.⸗Bureaus.) Die fremden Delegir⸗ ten zur Ueberwachung der Räumung Thessaliens verlangten die Gestellung einer größeren Anzahl von Transportschiffen, da sonst die Räumung innerhalb eines Monats undurchführbar sei. In⸗ folge dessen beschloß der gestrige Ministerrath die Entsendung weiterer Transportschiffe sowie den Abmarsch eines Theils der Infanterie auf dem Landwege. drei Militärzüge mit 2394 Mann in Adrianopel und Mustapha Pascha eintreffen. dieser Woche tinopel kommen, sondern ein Provinz⸗Kommando erhalten.

Monatg unter dem Durchschnitt, da nur am Schlusse

und der Südosten hatten normale Temperat

Jahrzehnten im April ni

Nur das Weser⸗ und Emsgebiet w Die Niederschläge bestanden cas

Regen, nur pereinzelt aus Schnee, so daß allein das . gebirge noch am Monatsschlusse eine geringe Schneedecke n Fag Hoch Zu Beginn des Monats stand Deutschland unter dem Einfluß einer nord⸗ südlich verlaufenden Furche niedrigen Luftdrucks und hatte luß

westlichen bis nordöstlichen Winden kühles, regnerisches Wetter; dasselbe hielt noch an, als jene Furche sich bis zum 5. ostwärts verlagerte und dabei lebhafte Nordwinde brachte. Südwesten her aus, infolge dessen der Wind nach etwas Aufklaren 1 zum 9., wo sie vielfach ihren höchsten Monatswerth mit 20 Grad Der Nordosten hatte jedoch während dieser Zeit infolge einer Depression über Finland nördliche Winde und blieb deshalb auch jetzt noch kühl. von Schottland vordringenden Depression aufs neue traten Trübung und Regen, vereinzelt auch Schneefälle au Temperatur ging schnell herab bis zum 14., wo hoher Luft⸗ sten füdöstliche Winde, Aufheiterung und Erwärmung om 16. an rückte ein neues Minimum von Südwesten vor, das bei Beginn der dritten Dekade über der Ostsee lag und eine Zunahme der Temperatur, dann aber auf seiner er eine Abnahme derselben bedingte. Tagen des Monats erlanate eine Anticyclone im Nordosten, welcher Gebiete niedrigen Luftdrucks im Süden und Westen gegenüber lagen, Einfluß auf das Wetter in Deutschland, sodaß bei meist schwachen Winden aus dem inzwischen erwärmten Rußland eine Erhöhung der Temperatur erfolgte,

er bei nord⸗

Hierauf aber breitete b ein Hochdruckgebiet auch uͤber Nordvemschloon . Westen drehte; es trat ein, und die Temperatur stieg sehr rasch an bis

Vom 9. ab mußte das Hochdruckgebiet vor einer füdwärts zurück weichen;

In den letzten

die am Monatsschluß allgemein über der

(W. T. B.) Den am Sonntag hier ging aus Straßburg folgendes

Auf Allerhöchsten Befehl: von

Nach Schluß der Redaktion eingegangene

Depeschen. (W. T. B.) (Meldung des

Morgen werden die ersten Edhem Pascha soll nicht nach Konstan⸗

2

(Fortsetzung des Nichtamtlichen in der Ersten und Zweiten

Beilage.)

Neuert, Königlich bayerischer Hof⸗Schau ieler, als Gäste.) Anfang 8 Uhr. h. p Donnerstag: Dorf und Stadt.

eee-¹“]; Familien⸗Nachrichten.

Verlobt: Frl. Alma Langner⸗Bunke mit Hrn. Major a. D. Carl Patermann (Breslau —Ziegen⸗ hals). Frl. Frieda Wollschlaeger mit Hrn. Rittergutsbesitzer Eduard Roesner (Jachzenbrück Damsdorf). Frl. Margarethe Fiedler mit Hrn. Wohtketten und See.⸗Lieut. d. R. Julius Paesler

erlin).

Verehelicht: Hr. Amtsrichter Ernst Jaschkowitz mit Frl. Elsbeth Kiesler (Ratibor). Hr. Re⸗ Ferungs Assessor Ulrich von Waldow mit Frl. Käthe von Brand (Lauchstädt). Hr. Haupt⸗ mann z. D. und Bezirks⸗Offizier Walter von Tresckow mit Frl. Anna Dupke (Berlin Schreiberhau).

Geboren: Zwei Söhne: Hrn. Major von Schack (Saarburg i. Lothr.). Ein Sohn: Hrn. Major von Olszewski (Schwerin i. M.). Hrn. Haupt⸗ mann Hasso von Wedel (Berlin). Zwei Töchter: Hrn. Major a. D. Alexander von Steun Berlin). Eine Tochter: Hrn. Sec. „Lieut.

ilvius von Kessel (Potsdam). Hrn. Geheimen Ober⸗Justiz⸗Rath Vierhaus (Berlin). Hrn. Oberförster Simon (Obornik). Hrn. Geheimen Finanz⸗Rath von Guenther (Berlin). Hrn. Rittmeister A. von Cramon (Breslau)].

Gestorben: Hr. Superintendent Bernhard Warnitz (Obornik). Hrn. Hermann von Nimptsch Tochter Marie (Düsseldorf). Verw Fr. Sanitäts⸗Rath Hötensleben, geb. Weiße (Wriezen). Freifr. Sophie Rüdt von Collenberg, geb. Freiin von Truchseß (Lüben). 1

Verantwortlicher Redakteur: Direktor Siemenroth in Berlin. Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin. Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlags⸗ ꝛAnstalt, Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32. Neun Beilagen (einschließlich Börsen⸗Beilage), sowie die Inhaltsangabe zu Nr. 6 des öffent⸗ lichen Anzeigers (Kommanditgesellschaften auf

d Aktiengesellschaften) für die Woche vsgs 8—* 9. b vn8. Mai 1898.

2.

Erste Beilage Anzeiger und Königlich Preußischen

Qualität

gering

mittel gut

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zahlter Preis für 1 Doppelzentner

niedrigster

höchster

niedrigster höchster niedrigster höchster

6 Außerdem wurden Durchschnitts⸗ Am vorigen 8 Markttage

se Nnach überschläglicher 1 Doppel⸗ Schätzung verkauft zentner Doppelzentner

(Preis unbekannt)

2

Strehlen i. Schl.. Gebean. 8 Grünberg. Löwenberg

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Strehlen i. Striegau Grünberg Löwenberg Neuß.. Aalen... Giengen. Riedlingen Breslau.

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Ein liegender Stri

Weizen. 22,00 22,25 22,70 23,20 21,80 23,00 21,10 22,70 25,50

22,40

Roggen. 16,40 16,75 17,10

17,50 17,10 16,50 17,00 17,70 19,40 22,60

17,50

Gerste. 16,20 15,25 15,60 15,50 15,50 17,20 17,30

22,00 22,25 23,00 23,30 21,80 23,40 21,10 22,70 26,10

23,50

16,40 16,75 17,40

17,50 17,50 16,50 17,00 18,20 19,80 22,60

17,90

16,25 16,80 17,10 16,50 16,00 16,30 16,50 17,70 19,00

1900 16,70

16,20 15,25 16,00 15,80 15,50 17,60 17,30

16,00 14,75 14,80 15,40 14,75 16,00

19,00 19,20 17,84

18,16 18,16

15,80 16,90

fer. 16,80 15,75 16,80 16,90 16,60 17,40 18,00 16,00 17,00 18,00

16,00 17,10 17,48

15,20

16,80 15,75 17,00 17,00 16,60 17,80 18,00 16,00 18,00 18,00 16 60 17,48

16,40 15,25 16,60 16,90 15,70 17,00 17,80 15,40

17,90

17,10

16,70 16,90 Bemerkungen.

16,50 16,73 15,00 17,75 17,60 17,84

15,20 16,10 17,19 16,90

* .*

17,02 17,23 15,00 17,80

17,57 16,42

der Verkaufswerth auf volle Mark abgerundet mitgetheilt. Der Durchschnittspreis wird aus den unabgerundeten Zahlen berechnet. Pis Feesfts Mic EEg 19. Ce Noredelheef nan⸗ die Baee. üs 14 betreffende Preis nicht vorgekommen ist; ein Pücnn (.) in den letzten sechs

palten, daß entsprechender Bericht fehlt.

8

8 Preußischer Landtag. Herrenhaus. 16. Sitzung vom 16. Mai 1898, 11 Uhr.

erathung stehen die beiden Gesetzentwürfe⸗ betre Vend 8 der W1“ und der katholischen Pfarrer, die von der Kommission vor⸗ geschlagenen, bereits in der gestrigen Nummer d. Bl. mit⸗ getheilten Resolutionen und der von dem Grafen von Klinckowstroem und Herrn von Schöning ein⸗ gebrachte Gegenentwurf. egründung des letzteren dur -. vemünde er welche gleichfalls schon berichtet worden ist, nimmt das Wort der 8 Reichskanzler und Präsident des Staats⸗Ministeriums Fürst zu Hohenlohe: Ich habe dem Hause eine Kaiserliche Botschaft zu verlesen.

(Das Haus erhebt sich.) 88 Wilhelm, von Gottes Gnaden König von Preußen

u. s. w. thun 88 und fügen hiermit zu wissen, daß Wir beabsichtigen, gemäß Artikel 77 der Verfassungsurkunde vom 31. Januar 1850 die gegenwärtige Sitzung der beiden Häuser des Landtages Unserer Monarchie am 18. d. M. zu schließen.

Wir fordern demnach die beiden Häuser des Landtages hier⸗ durch auf, zu diesem Zwecke an dem gedachten Tage um 11 Uhr Vormittags in Unserem Residenzschlosse zu Berlin zusammen⸗ zutreten. GSegeben Urville, den 14. Mai 1898. 8—

Fürst zu Hohenlohe. Ich habe die Ehre, dem Herrn Präsidenten die Botschaft zu übergeben. Minister der geistlichen, Angelenasiehen D. Pr. Bosse: Meine Herren! Wenn mich nicht schon das außerordentliche Ge⸗ wicht, das der Gegenstand in sich trägt, der Sie heute beschäftigt, dazu bestimmen müßte, von vorn herein Ihnen die Stellung der

Unterrichts⸗ und Medizinal⸗

Königlichen Staatsregierung zu dieser Vorlage nochmals so kurz wie möglich darzulegen, so würde der warme Appell des verehrten Herrn Vorredners, mit dem er sich an Sie gewendet hat, es mir geboten erscheinen lassen, zu seinen Ausführungen und zu seinem Antrage Stellung zu nehmen.

Es sind eine ganze Reihe von Bedenken gegen den Gesetzentwurf und die Kirchengesetze, die ihm zu Grunde liegen, erhoben worden. Ihr verehrter Herr Berichterstatter hat in vortrefflicher Weise er⸗ schöpfend die Bedenken gewürdigt, wie sie in der Kommission zum Ausdruck gekommen sind; er hat mich daher der Nothwendigkeit über⸗ hoben, hier nochmals, wenigstens in diesem Stadium, auf alle Einzel⸗ heiten, die für und gegen die Vorlage in der Kommission geltend ge⸗ macht worden sind, zurückzukommen. 1

Meine Herren, wir haben uns in der Kommission nach Kräften bemüht, die Bedenken, die dort gegen den Gesetzentwurf erhoben worden sind, zu zerstreuen. Es ist für uns betrübend, daß uns das nicht in vollem Maße gelungen; betrübend, meine Herren, deshalb weil diese Bedenken von Männern gehegt werden, mit denen wir uns sonst in Gewissenssachen durchaus auf gleichem Boden zu finden ge⸗ wohnt sind. Das macht mir persönlich namentlich die Sache außer⸗ ordentlich schwer; aber das nöthigt mich auch, meine Gewissens⸗ stellung, die ganz entschieden für die Vorlage ist, und meine Gewissens⸗ bedenken, die ich gegen eine Ablehnung der Vorlage habe, so warm wie möglich hier vor Ihnen zu vertreten sine ira et studio; ich werde mich bemühen, daß das schöne Niveau, auf dem auch bei allen Gegen⸗ sätzen in der Kommission sich die Diskussion der Vorlage abgespielt hat, wenigstens von unserer Seite in keiner Weise alterirt werde.

Einer der schwersten Vorwürfe, die gegen das Gesetz erhoben worden sind, ist nicht in der Schärfe wie heute in der Kommission zur Sprache gekommen; das sind die Ausführungen, die Herr Graf von Klinckowstroem gemacht hat in Bezug auf seine Bedenken gegen die Alterszulage⸗Kasse und gegen die Heranziehung des Pfründen⸗ einkommens zur Bestreitung der Alterszulage⸗Kassenbeiträge. Ich möchte da auch nicht auf alle Einzelheiten eingehen; ich glaube, den Eindruck habe ich nicht allein gehabt, daß Herr Graf von Klinckow⸗ stroem in den Einzelheiten, die er hier angeführt hat, in der That sich einer sehr weitgehenden Phantasie hingegeben hat. (Oho!) Meine Herren, das soll kein Vorwurf

sein. Ich meine, Herr Graf von Klinckowstroem hat alle möglichen Möglichkeiten hervorgesucht, die hier eintreten könnten. Ich will nur auf einen Fall eingehen. Er hat von einer Stelle ge⸗ sprochen, die 4799 Pfarreinkommen hat und die doch mit 300 zu der Alterszulage⸗Kasse herangezogen würde. Meine Herren, das kommt nicht vor; eine Stelle mit 4799 eingeschätztem Pfarr⸗ einkommen ist gewiß eine Stelle mit 4800 ℳ; bei den Einschätzungen dieser Stellen können solche minimalen Ungleichheiten jeden Augenblick ausgeglichen werden; und daß eine Stelle von 4799 nicht genöthigt werden wird, auch wenn das Gesetz, wie es hier steht, Gesetz wird, mit 300 zu der Alterszulage⸗Kasse beizutragen, ist mit Sicherheit anzunehmen. Herr Graf v. Klinckowstroem hat aber gemeint, es sei doch ein logischer Widerspruch, Pfründen mit höherem Einkommen zu Gunsten anderer Pfründen nicht heranzuziehen, wohl aber die mittleren Pfründen. Die Regierung hätte das erstere ausdrücklich abgelehnt, dagegen nicht Bedenken getragen, die mittleren Pfründen in das System der Aufbringung der Alterszulage⸗Kassen⸗Beiträge hereinzuziehen. Das ist richtig, aber ein logischer Widerspruch ist das nicht; denn dieses Pfründeneinkommen wird nicht herangezogen, um andere Pfründen aufzubessern, sondern nur dazu, um dem Inhaber der Pfründe, wenn er älter wird, wenn seine Kinder größere Aus⸗ gaben erfordern, aus der Noth zu helfen und ihm das zu ge währen, daß er standesgemäß, wenn auch immer noch bescheiden in seiner Pfründe verbleiben kann. Dadurch erledigen sich auch zahl reiche Einwendungen, die man aus dem Verhältniß des Patrons zum Pfarrer hergeleitet hat. An diesem Verhältniß wird nichts geändert Richtig ist, daß jetzt ein Patron in eine mittlere Stelle einen jungen Geistlichen berufen kann, und daß dieser junge Geistliche von vorn⸗ herein das volle Pfründeneinkommen unter den jetzigen Rechts⸗ verhältnissen bezieht. Das wird sich künftig ändern. Künftig wird er mit dem Grundgehalt seiner Klasse anfangen, aber auch in den späteren Jahren in der Pfründe verbleiben können und das, was an dem Betrage bis zu 4800 fehlt, aus der Alterszulagekasse bekommen. Darin liegt der Ausgleich auch für den Patron. er einen Pfarrer beruft ich will einmal sagen, in der Blüthe der Jahre vom 42. bis 45. Jahre —, so steht der Pfarrer nach der neuen Regelung sehr viel besser als augenblicklich. Das gleicht sich also etwas aus; ich kann mich nicht überzeugen, daß nach dieser Richtung

8*

Wenn

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