1898 / 144 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 21 Jun 1898 18:00:01 GMT) scan diff

Stockholm

früher von ihr veranstalteten Ausstellungen alter Kunstwerke plant die Kunstgeschichtliche Gesellschaft, auch das Andenken der gegenwärtigen Ausstellung von Kunst⸗ werken des Mittelalters und der E in einer größeren, reich illustrierten Publikation festzuhalten. Alle hervor⸗ ragenden Stücke sollen auf etwa 60 Tafeln und in zahlreichen Text⸗ illüstrationen reproduziert werden, und die Schönheit wie die wissenschaftliche Bedeutung derselben soll im Einzelnen wie nach Gruppen eingehend besprochen werden. Zu diesem Zweck hat sich unter der Leitung des Vorstehers der Ausstellung, Geheimen Regierungs⸗Raths Bode, eine Anzahl meist schon bei der Aufstellung betheiligt gewesener Fachmänner zusammengethan, welche die Aus⸗ führung des ganzen Prachtwerks im Verlage der G. Grote’schen Verlagsbuchhandlung im Laufe des Sommers fertigzustellen hoffen.

1

Von dem Werke werden nur 300 in der Presse numerierte Exem⸗ plare hergestellt werden, auf welche die genannte Verlagsbuchhandlung eine Subskription eröffnet. Die Exemplare Nr. 1 bis 30 werden als Vorzugsausgabe auf holländischem Büttenpapier, die Exemplare Nr. 31 bis 300 auf Kupferdruckpapier gedruckt. Der Subskriptions⸗ preis der Vorzugsexemplare beträgt 50 ℳ, der der übrigen 30 Die Subskription wird am 1. August d. J. geschlossen, und es tritt alsdann der erhöhte Ladenpreis ein.

Der in England sehr hoch geschätzte Maler Sir Ed ward Burne⸗

Jones ist am 17. d. M. in London gestorben. Burne⸗Jones war

am 22. August 1833 zu Birmingham geboren. Nach kurzer Studien⸗ zeit an der Universität zu Oxford widmete er sich der Malerei, in welcher er sich auf eigene Hand bildete. Er ließ sich in London nieder, wo er sich Rossetti anschloß und bald einer der eifrigsten unter den sogenannten „Praeraffaeliten“ wurde. Sein Vorbild war insbesondere der Florentiner Botticelli. Er malte zumeist mythologische und allego⸗ rische Darstellungen. Bis zum Jahre 1870 zeichnete sich Burne⸗Jones hauptsächlich in der Aquarellmalerei aus; dann begann er, in Oel zu malen. Seine berühmtesten Werke sind: „Der Spiegel der Venus“, „Der goldene Stern“, „Amor und Psyche“, „Circe“, „Der Gesang der Liebe“, „Die sechs Schöpfungstage“, „Die vier Jahreszeiten“, „Perseus und die Gräen“. Der Künstler wurde im Jahre 1894 in den Adelstand erhoben. 3

Theater und Mustk.

Die Ansprache, welche Seine Majestät der Kaiser und König am 16. Juni an das Kunstpersonal der Königlichen Schau⸗ spiele zu Berlin gehalten hat, lautete, nach Mittheilung der General⸗ Intendantur, wie folgt:

„Ich habe Sie gebeten, sich hier einzufinden, weil Ich wünschte, daß Sie an dem heutigen Feste theilnehmen sollten, wie alle Andern, die heute zu Mir gekommen sind und mit Mir feiern.

Als Ich vor zehn Jahren zur Regierung kam, da trat Ich aus der Schule des Idealismus, in welchem Mich Mein Vater erzogen hatte. Ich war der Ansicht, daß das Königliche Theater vor allen Dingen dazu berufen sei, den Idealismus in unserem Volke zu pflegen, an welchem es, Gott sei Dank! noch so reich ist, und dessen warme Wellen noch in seinem Herzen reichlich quellen. Ich war der Ueberzeugung und hatte Mir fest vorgenommen, daß das Königliche Theater ein Werk⸗ zeug des Monarchen sein sollte, gleich der Schule und der Universität, welche die Aufgabe haben, das heranwachsende Geschlecht heranzubilden und vorzubereiten zur Arbeit für die Erhaltung der höchsten geistigen Güter unseres herrlichen deutschen Vaterlandes. Ebenso soll das Theater beitragen zur Bildung des Geistes und des Charakters und zur Veredelung der sittlichen Anschauungen. Das Theater ist auch eine Meiner Waffen.

Es liegt Mir am Herzen, Ihnen Allen Meinen innigsten, herz⸗ lichsten, tiefgefühltesten Königlichen Dank für die Bereitwilligkeit, mit der Sie sich dieser Aufgabe unterzogen haben, auszusprechen. Den hohen Erwartungen, die Ich von dem Personal Meiner Oper und Meines Schauspiels gehegt habe, haben Sie vollständig entsprochen. Es ist die Pflicht eines Monarchen, sich um das Theater zu kümmern, wie Ich es an den Beispielen Meines Hochseligen Vaters und Greß⸗ vaters gesehen habe, eben weil es eine ungeheure Macht in seiner Hand sein kann, und Ich danke Ihnen, daß Sie unsere herr⸗ liche schöne Sprache, daß Sie die Schöpfungen unserer Geistesheroen und derjenigen anderer Nationen in so hervorragender Weise zu pflegen und zu interpretieren verstanden haben. Ich danke Ihnen ferner, daß Sie auf alle Meine Anregungen und Wünsche eingegangen sind. Ich kann es mit Freude sagen, daß alle Länder mit Aufmerk⸗ samkeit die Königlichen Theater in ihrer Thätigkeit verfolgen und mit Bewunderung auf Ihre Leistungen blicken. Ich habe die feste Ueberzeugung, daß die Mühe und Arbeit, die Sie auf Ihre Darstellungen verwendet, nicht vergeblich gewesen sind. Ich bitte Sie nun, daß Sie Mir fernerhin beistehen, Jeder in seiner Weise

Wie bei den

Wetterbericht vom 21. Juni, 8 Uhr Morgens. Europa ist das Wetter

heiter;

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Temperatur in C.

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und an seiner Stelle, im festen Gottvertrauen dem Geiste des Idealismus zu dienen und den Kampf gegen den Materialismus und das undeutsche Wesen fortzuführen, dem schon leider manche deutsche Bühne verfallen ist. Und so wollen Sie in diesem Kampfe fest be⸗ stehen und in treuem Streben ausharren. Halten Sie sich versichert, daß Ich jeder Zeit Ihre Leistungen im Auge behalten werde, und daß Sie Meines Dankes, Meiner Fürsorge und Meiner Anerkennung gewiß sein können.“

Der General⸗Intendant Graf von Hochberg erwiderte hierauf:

„Unter den hohen Auszeichnungen und Ehrungen, welche Eure Kaiserliche und Königliche Majestät je und je Allerhöchstihren

glänzendste und steht in den Annalen dieses Kunstinstituts einzig da. Eure Majestät wollen unser Aller allerunterthänigsten und tief⸗ gefühltesten Dank dafür entgegennehmen, zugleich aber auch das er⸗ neute Gelöbniß, daß Jeder an seinem Theil und an dem Posten, der ihm angewiesen ist, alle seine Kräfte daran setzen wird, den Ruhm der Königlichen Theater zu wahren und zu steigern zur Freude und zur Zufriedenheit Eurer Majestät. Ich wage nun noch die aller⸗ unterthänigste Bitte hinzuzufügen im Namen dieser Aller, Eure Majestät wollen das kostbare Interesse, das so beglückend und be⸗ fruchtend gewirkt hat, Allerhöchstihren Theatern erhalten. Nur unter den Augen Eurer Majestät, dem weisen Rathe, den allzeit das Richtige treffenden Anweisungen, dem hohen und feinen Kunstverständniß, dem umfassenden Wissen Eurer Majestät ist es möglich gewesen, die Königlichen Theater so weit zu bringen, daß ihre Aufführungen, wie ich wohl sagen darf, mit wenigen Ausnahmen wohl jeder Zeit als Parade⸗ und Festvorstellungen vor Eurer Majestät gegeben werden könnten. Das war, wie gesagt, nur möglich, weil wir Alle getragen waren von dem Bewußtsein der gnädigen Gesinnung Eurer Majestät, ahber auch von der Erkenntniß durchdrungen sind, daß Eure Majestät die höchsten Anforderungen stellen. Eure Majestät! Wir sind Truppen, allzeit bereit, zu schlagen, wir haben Muth; sieges⸗ gewiß sind wir aber nur, wenn wir stets gewärtig sind, vor dem scharfen künstlerischen Blick Eurer Majestät Repue zu passieren. So werden die Königlichen Theater für Eure Majestät und unter Eurer Majestät Führung neue Siege der dramatischen Kunst erringen. Und nun, meine künstlerischen Schaaren, geben auch Sie dem Dank an unsern Allergnädigsten Herrn Ausdruck, indem Sie mit mir rufen: „Seine Majestät unser geliebter Kaiser, König und Herr lebe hoch!

hoch! hoch!“

Im Neuen Königlichen Opern⸗Theater gelangt morgen Ambroise Thomats Oper „Mignon“ in nachstehender Besetzung zur Aufführung: Wilhelm Meister: Herr Naval; Friedrich: Herr Lieban; Philine: Fränlein Dietrich; Laörtes: Herr Knüpfer; Lothario: Herr Hoffmann. Als Mignon eröffnet Frau Sigrid Arnoldson ein kurzes Gastspiel. Kapellmeister Sucher dirigierr. Im Garten findet von 5 Uhr an großes Militärkonzert statt.

Im Königlichen Schauspielhause werden morgen Sardou's Lustspiel „Flattersucht“ und „Madame Dutitre“ Fgee Die Damen von Mayburg, Conrad, Schramm, die Herren ollmer, Keßler und Hertzer sind darin beschäftigt.

Im Königlichen Opernhause veranstaltet morgen Abend der schwedische Studentenchor der Universität Upsala ein Abschieds⸗Konzert. Außerdem wird „Madame Dutitre“ gegeben. Preise der Plätze: I. Rang und Parquet 3 ℳ, II. Rang 2 ℳ, III. Rang 1,50 ℳ, IV. Rang 1 Aafgeld wird nicht erhoben. Anfang des Konzerts 18 Uhr.

Das Schiller⸗Theater bringt vor den Ferien noch ein neu einstudiertes Werk, und zwar Molidre's Komödie „Der Geizige“. Die erste Aufführung findet am Freitag statt. Morgen wird Anzengruber's Bauernposse „'s Jungferngift“ zum letzten Male in dieser Saison

wiederholt.

Der Schwank „Villa Gabrièle“ wird im Neuen Theater nur noch viermal gegeben werden, da Direktor Lautenburg die Absicht hat, vom Sonntag, den 26. d. M., an eine Reihe seiner erfolgreichsten Repertoirestücke in rascher Aufeinanderfolge zur Auf⸗ jührung zu bringen. Als erstes dieser Srücke wird der Schwank „Der Stellvertreter“ von Busnach und Huval, der bei seiner Wiederauf⸗ nahme mit der 251. Aufführung einsetzt, in Scene gehen.

Im Thalia⸗Theater bringt das Wiener Ensemble am Donnerstag die vieraktige Gesangsposse „Die Näherin“ von Ludwig Helnd⸗ Musik von Carl Millöcker zur Aufführung, um Fräulein Hansi

tiese Gelegenheit zu geben, in einer ihrer erfolgreichsten Rollen auf⸗ zutreten. Der Schwank „Im Fegefeuer“ wird dann abwechselnd mit der Posse „Die Näherin“ gegeben werden.

Bei dem Orgelvortrage des Musik⸗Direktors Otto Dienel, welcher morgen, Mittwoch, Mittags 12 Uhr, bei freiem Eintritt in der Marien⸗Kirche stattfindet, wirken mit: Fräulein Potting und Frau Etzold aus der Schule der Frau Dr. Paula Gierke sowie Herr Paul Heuer Herr Dienel spielt die vierte Konzert⸗Sonate von Rheinberger.

Mannigfaltiges. Der von dem Fürsten Bismarck gestistete Ehre nschild ist gestern

lands. Die Luftbewegung ist schwach, über Mittel⸗ aus westlichen Richtungen. In Deutschland ruhig, im Norden trübe, im Süden die Mor stiegen und hat, i werth überschritte Triest meldet 40, Hermanstadt 24 mm R

Freitag: Zum ersten Male:

Anfang 8 Uhr.

Lessing-Theater. Rößl. Anfang 7 ½ Uhr.

gentemperatur ist allenthalben ge⸗ nsbesondere im Süden, den Mittel⸗ n; stellenweise ist Regen gefallen. egen. Deutsche Seewarte. Freitag: Im weißen Rößl.

758 756 754 759 757 754

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wolkig 1 wolkig bedeckt bedeckt wolkenlos 2 halb bed. 2 wolkenlos

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18 17 19 18 18 1 15 5 Akten. 18 18 24

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Uebersicht der Witterung.

Ueber der Südwesthälfte Europas ist der Luftdruck hoch und gleichmäßig vertheilt. Depressionen lagern üb Nordwest⸗Europa und über dem Innern Ruß⸗

2 Regen SSW L bedeckt SW 1 halb bed. SW 1 Regen SW 1 bedeckt WNW 2 haceig W ed.

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Lustspiel in 3

Neues

S SO W W W W

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Ballet

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8

Küönigliche Schauspiele. Mittwoch: Opern⸗ Abschieds⸗Konzert des schwedischen Studentenchors der Madame Dutitre. Berlin von Ludwig Schauspielhaus.

Deutsch von August Förster. Ein Stückchen aus Altk. Berlin von Ludwig Makowski. Anfang 7 ½ Uhr. pern⸗Theater. Oper in 3 Akten von Benutzung des Wolfgan „Wilhelm Meister's Lehrijahre“ von Michel Carré und Jules Barbier, von Paul Taglioni. Sigrid Arnoldson,

Donnerstag: Neues Opern⸗Theater. 7. Vorstellung. Die Stumme von Portici. Musik von Auber. Fer die deutsche Bühne bearbeitet von Lichtenstein.

allet von Emil Graeb.

Schauspielhaus. Lustspiel in 4 Aufzügen Die stille Wache. Richard Skowronnek. Anfang 7 ½ Uhr.

Schiller Theater. Mittwoch: '6 Jungferngift. Anfang 8 Uhr.

Universität Upsfala. Ein Stückchen aus Alt⸗ Makowski. Anfang 7 ½ Uhr.

165. Vorstellung. Flattersucht. Aufzügen von Victorien Sardou. Madame Dutitre. Mittwoch: Zum ersten Male:

6. Vorstellung. Mignon. Ambroise Thomas. Text mit

Im prachtvollen Sommergarten: von Goetheischen Romans

unn gn 1 reitag: III. Elite⸗Tag. deutsch von Ferdinand Gumbert. (Mignon: Frau als Gast.) Anfang 7 ½ Uhr.

Paula Wirth und Leop. aufnahmen. osef Jarno.

Donnerstag

Große Oper in

Text von Scribe. Anfang 8 Uhr.

Anfang 7 ½ Uhr. und

Vorstellung. Halali. von Richard Skowronnek. Schwank in 1 Aufzug von

166.

A. Peiser. m Fegefeuer. ettke und Alexander Engel.

Artistischer Leiter:

(Wallner ⸗Theater.) Schwank in 3

1“

Theatern erwiesen haben, ist die heutige wohl die huldreichste und

Abend bei dem Barlauf⸗Wettspiel der höheren Lehr⸗!

Donnerstag: Thielemanns. Anfang 8 Uhr. Der Geizige.

Mittwoch:

Donnerstag: Im weißen Rößl. Sonnabend: Im weißen Rößl.

Neues Theater. Schiffbauerdamm 4a. /5. Direktion: Sigmund Lautenburg. Mittwoch: Villa Gabriséle. Lustspiel in 3 Akten von Léon Gandillot. Deutsch von Benno Jacobson. Anfang 7 ½ Uhr.

Donnerstag und folgende Tage: Villa Gabriele.

Belle⸗Alliance-Theater. Belle⸗Alliancestr7/8. Ein toller Ein⸗ fall. Schwank in 4 Aufzügen von C. Laufs. 1 Donnerstag: Dieselbe Vorstellung. Großes Konzert

Residenz-Theater. Mittwoch Deutsch. Satirischer Schwank in 3 Akten von

folgende Tage: aufnahmen. 8

Thalia-Theater. Mittwoch: Wiener Ensembles unter Leitun

1

kten von Ernst Einlage im 2. Akt:

anstalten Berlins und der Umgebung auf dem Exerzierplat des zweiten Garde⸗Ulanen⸗Regiments ausgefochten worden. Den interessanten Wettkämpfen, die fast drei Stunden in An⸗ spruch nahmen, wohnte als Vertreter des Ministeriums der geist lichen ꝛc. Angelegenheiten der Geheime Ober⸗Regierungs⸗Rath Brandi bei; außerdem waren zahlreiche Pädagogen und Turnfreunde erschienen An den Wettspielen nahmen zehn Gymnasien theil, und zwar von Berlin das Graue Kloster, das Joachimsthalsche, das Köllnische, das Askanische, das Wilhelms⸗ und das Humboldt⸗Gymnasium, ferner das Kaiserin Augusta ⸗Gymnasium zu Charlottenburg, das Prinz Heinrich⸗ Gymnasium zu Schöneberg und die Gymnasien zu Lichterfelde und Steglitz; außerdem das Lussenstädtische Realgymnasium, die Charlottenburger Ober⸗Realschule, die den Preis zu vertheidigen hatte, und die 1., 2., 3. und 12. Realschule. Jede Anstalt trat mit 3 Riegen zu je 15 Mann an und jede spielte gleich lange Zeit; jeder Vortheil der spielenden und jeder Fehler der gegnerischen Partei wurde als Punkt bewerthet und die Gesammtzahl der Punkte der drei Riegen zusammengerechnet. Das Ergebniß war, daß owohl das Askanische Gymnasium als auch die 2 Realschule je 37 Punkte erreicht hatten; es mußte daher ein Entscheidungskampf stattfinden, aus dem das Askanische Gymnasium, das schon 1896 den Preis bese en, mit 3 gegen 2 Punkte Sieger blieb. Die 2. Realschule erhielt einen Eichenkranz aus dem Sachsenwald. Zu Beginn hatte Direktor Rose ein Hoch auf Seine Majestät den Kaiser ausgebracht; beschlossen wurde die sportliche Veranstaltung von dem Oberlehrer Heinrich mit einem Hoch auf den Fürsten Bismarck.

Zum 25. deutschen Gastwirthstag, welcher heute mit der Delegirtenversammlung der dem deutschen Gastwirthsverbande an⸗ ehörenden 305 Gastwirthsvereine im Bürgersaal des Rathhauses einen Anfang nimmt, trafen gestern bereits zahlreiche auswärtige Theilnehmer hier ein und wurden von Mitgliedern des Empfangscomités bewillkommnet. In der Geschäftsstelle im „Fraaziskaner“ am Bahnhof Friedrichstraße, wo den Theilnehmern die Festkarten und Festgaben ausgehändigt werden, herrschte reges Leben. Die Festgaben bestehen aus einem silbernen Abzeichen in schwarz⸗weißem und braunem Email und einem „Führer durch Berlin“ in Albumformat mit einem Will⸗ kommengruß (32 Seiten beschreibender Text, 28 Abbildungen der hervor⸗ ragendsten Sehenswürdigkeiten Berlins nebst einer Anzahl Berliner Volkstypen). Ein farbiger Plan von Berlin liegt der Festgabe bei. Im Ganzen werden zu dem Gastwirths⸗Jubiläumstage gegen 10 000 auswärtige Theilnehmer erwartet. Der Verbanod zählt jetzt rund 26 800 Mitglieder. Viele größere Gastwirthschaften in Berlin, be⸗ sonders in der Friedrich⸗ und Leipzigerstraße, haben ihre Lokale festlich mit Guirlanden geschmückt. In der Brauerei Friedrichshain werden morgen und am Donnerstag die Plenarversammlungen und heute, Dienstag, der große Begrüßungskommers der Lagerbier⸗ und Weißbier⸗ brauereien Berlins und Umgegend stattfinden.

Memmingen, 20. Juni. (W. T. B.) Heute wurden hier durch eine Feuers brunst mehrere Arbeiterwohnhäuser ein⸗ geäschert; 16 Familien sind obdachlos. Einer der Abgebrannten wurde wegen Verdachts der Brandstiftung verhaftet. Der Brand dauert noch fort.

Barnaul (Sibirien, Gouv. Tomsk), 19. Juni. (W. T. B) In der Bezirksstadt Kusnezkt, Gouvernement Tomsk, fanden heute früh und Mittags Erdbeben statt; zahlreiche massiv erbaute private und fiskalische Gebäude sowie Kirchen erlitten ernste Beschädigungen. 11e“ selbst wurde Mittags ebenfalls ein leichter Erdstoß verspürt.

Nach Schluß der Redaktion eingegangene Depeschen.

New York, 21. Juni. (W. T. B.) Nach einer Depesche von Bord des Preß⸗Avisos vor Santiago de Cuba hat der Führer der Aufständischen Garcia am Sonntag an Bord des amerikanischen Admiral⸗Schiffes mit dem Admiral Sampson über die Einschließung von Santiago Berathungen gepflogen. Garcia theilte mit, daß 4000 Aufständische weniger als 40 Meilen von der Stadt entfernt seien und 3000 sich in Holguin befänden. Man wisse jetzt, daß die „Merrimac“ den Eingang in den Hafen von Santiago nicht sperre. Fahr⸗ zeuge könnten passieren, ohne das Wrack zu berühren. Die „New York World“ veröffentlicht folgende Depesche aus Washington: Die cubanische Junta hat aus Havanna die Nachricht von einem Attentat auf den Marschall Blanco erhalten. Mariano Salva, ein junger Freiwilliger, gab einen Gewehrschuß auf Blanco ab, als dieser am Nachmittag das Palais verließ, und verletzte ihn am linken Bein. Salva wurde verhaftet. Der Marschall Blanco berief einen Krie gs⸗ rath und richtete einen Appell an den Patriotismus der Freiwilligen.

(Fortsetzung des Nichtamtlichen in der Ersten Beilage.)

Großes Chansonnetten.Couplet, vorgetragen von Fräulein Hansi Niese. Anfang 8 Uhr. Donnerstag: Zum ersten Male: Die Näherin.

Familien⸗Nachrichten.

Verlobt: Frl. Johanna Leitner mit Hrn. Pastor Hermann Lang (Berlin —Grimky in England).

Frl. Gertrud Baath mit Hrn. Prem. Lieut. Fritz von Steinsdorff (Halle S. Naumburg S.). Frl. Gertrud Herden mit Hrn. Oberlehrer Gustav Hoffmann (Gr⸗Strehlitz)

Verehelicht: Hr. Rittmeister Frhr. von Barnekow mit Frl. von Auerswald (Faulen). Hr. Haupt⸗ mann Wegner mit Frl. von Kreutzburg hausen Th.). Hr. Sec.⸗Lieut. Hugo Frhr. von Festedt mit Gräfin Marie⸗Jenny Königsmarck

aue).

Geboren: Ein Sohn: Hrn. Prem.⸗Lieut. Benno von Arents (Görlitz). Hrn. Rittmeister a. D. G. von Schnehen (Rützkow a. H.). Hrn. Pastor A. Schreiber (Kaiserswerth). Hrn. Prem⸗ Lieut. von Vahl (Aschersleben). Eine Tochter: Hrn. Kapitän zur See Scheeder (Kiel). Hrn. Konful Fernando Hackradt (Dresden).

Gestorben: Frau Landrath Clara von der Lancken, geb. von Platen (Bergen a. R.). Hr. Reg⸗ Rath Dr HKans Richter (Frankfurt a. O.).

Im weißen

: Gastspiel von Moment⸗

Verantwortlicher Redakteur: Direktor Siemenroth in Berlin. 1 Verlag der Expedition (J. V.: Heidrich) in Berlin. Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlags⸗ Anstalt, Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32. Sechs Beilagen

(einschließlich wiFeg, ee e

wie die ltsangabe zu Nr. e

sechi⸗ 2422 (Kohxmanvitgesellschaften 29

Aktien und engesellschaften) für die Woch vom 13. bis 18. Juni 1898.

8

Moment⸗

1

Gastspiel des des Direktors . J. Graselli.

Die Angaben für die na die Inhaber oder Betri

abriken, die in der

Erste Beilag s⸗Anzeiger und Königlich Preußischen Staats

Berlin, Dienstag, den 21. Juni

b Deutsches Reich. Anbau von Zuckerrüben für die Zuckerfabriken des Deutschen Reichs.

ebsleiter der Rübenzuckerfabriken geliefert worden. Kampagne 1898/99 Rüben zu verarbelten beabsichtigen, f waren.

chstehende Zusammenstellung sind zufolge Bundesrathsbe

1 schlusses vom 14. „Für 1898 beziehen sich die ür 1897 auf diejenigen, welche in der Kampagne

uni 1895 durch ngaben auf die

Die Königliche Akademie des Bauwesens hat im Auf⸗ trage des Ministers der öffentlichen Arbeiten unter dem 18. Februar d. J. ein Gutachten über die bauliche Entwickelung der Stadt Berlin nach künstlerischen und technischen Gesichtspunkten abgegeben, welches nebst einer Zusammenstellung von allgemeinen Grundsätzen für den Städtebau in der diesjährigen Nummer 20 des „Centralblatts der

897,98 im Betriebe

Steuer⸗Direktivp⸗

be zirk e.

8

Für diese Fabriken sind bepflanzt worden:

Bauverwaltung“ veröffentlicht worden ist.

mit

Rübenverarbeitung sind

1898 11897 1898

mit Rüben, die von den Fabriken selbst auf eigenen oder gepachteten Feldern angebaut

(Eigenrüben) 1897

mit

die von den Aktio⸗

nären und

Gesellschaftern ver⸗ tragsmäßig zu liefern n

(Aktienrüben

und Pflich 1898

ben,

Fabrik⸗ mi (Kauf und

Ueberrüben)

trüben) 8 1897 1898 1897

1898

mit Rüben

Ueber den gegenwärtigen Stand der Arbeiten am Dortmund⸗ Ems⸗Kanal berichtet, dem „Ctrlbl. d. Bauvw.“ zufolge, die König⸗ liche Kanal⸗Kommission in Münster, daß der Kanal soweit fertig⸗ b ist, daß gegen Ende Juni von Herne bis Gleesen 1,50 m

assertiefe vorhanden sein werden. Von Gleesen bis Papenburg kann eine Wassertiefe von 2 m gehalten werden. Die Strecke Dort⸗ mund bis zum Schiffshebewerk bei Henrichenburg wird zur Zeit gefüllt; vorhanden sind 1,30 m Wasser. Beim Schiffshebewerk wurden anfangs Juni die ersten Trogbewegungen vorgenommen, die gut gelungen sind.

Preußen:

Ostpreußen. Westpreußen.. Brandenburg ommern.. Pean ““ 155* Schleswig⸗Holstein. 11112525252 164“*“ essen⸗Nassau .. NVöö6

25 849

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2 083 139

7

7 841

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7 104 4 745 11 429 17 644 9 858 42 752

17 484 3 502 2 119 2 355

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737 2 365

7 202 18 844 4 288 10 136 7 532 8 519 15 578 29 592 9 396 38 048 39 728 44 320 20 943³

17 019 19 331 3 547 932 2 259 1 802 1 608 10 839

2 539 18 672 10 191 10 862 33 191 39 364 46 925

1 289 21 483

1 440

1 821 12 438

3 245 25 951 16 708 20 059 47 243 55 459

109 178

1 256 37 518

4 441

3 921 13 553

Gegenwärtig werden noch einmal einzelne Lager der Uebertragungsleitungen aufgenommen. Gleichzeitig sollen die Brunnen ausgepumpt und unter⸗ sucht werden. In diesen Tagen wird dann mit dem Bewegen der Haltungs⸗ und Trogschützen begonnen. Jedenfalls wird das Hebewerk so zeitig fertig sein, daß mit der Vollendung des Sicherheitsthores im Oberwasser des Hebewerks, die vertraglich zum 23. August d. J. vorgesehen ist, auch die Strecke nach Dortmund dem Verkehr über⸗ geben werden kann. 8 8

3 325 25 880 16 562 18 533 48 776 56 601

112 502

1 607 39 596

4 996

4 080 14 400

Saatenstand in Dänemark.

Kopenhagen, den 16. Juni 1898. Das Wetter, welches im Monat Mai fortwährend kalt, windig und regnerisch gewesen ist, hat

Summe Preußen

Lb“ L1“

Württemberg..

Baden und Elsaß⸗Lothring

ecklenburg.. Thüringen Braunschweig.. ““

en

701 126 6 332

37 729

1 806 424

13 633 153

6 544

119 792 2 718

3 162 13 411 1 557 10 765 3 850

200 215

2 640 3 146 2 315 1 531 1 617 7 119 3 106 14 409

108 914] 185 671

2 897 2 383 2 527 1 727 1 698 7 089 2 778 13 840

2934

2 567 14 059 1723 11 015

338 532

2 900 5 102 3 312 2 188 4 865 20 519 5 036 24 731

3 704 9 274 9 676

19 456

346 858

2 640 6 081 3 121 1 955 4 184 21 191 5 462 25 577 19 924

sich in den ersten Tagen dieses Monats eändert, und sommerliche Wärme ist eingetreten. Das ist der früh ahrsbestellung zu gute ge⸗ kommen, und dieselbe dürfte jetzt in allen Theilen des Landes beendet sein. Indessen hat im Ganzen das nasse Wetter auf die Saat⸗ bestellung schlecht eingewirkt und die Bearbeitung des Ackers erschwert. Auch das Unkraut hat sich in einzelnen Gegenden infolge dessen viel⸗ fach ausgebreitet.

Der Roggen steht im Ganzen gut, hat sich aber infolge der Nässe theilweise selegt, auch sind vielfach Halme vom Winde zerbrochen worden. Man glaubt aber nicht, daß dies den Ernteertrag wesent⸗ lich beeinträchtigen wird.

Deutsches Reich.

41 502

Berlin, den 20. Juni 1898.

46 303

155 255

Kaiserliches Statistisches Amt. von Scheel.

1916

229 884 245 774 426 641

Die Runkelrüben stehen in den Gegenden, wo sie früh gesät wurden, gut, die spät gesäten haben von Wind und Nässe gelitten. Gras stehen im Ganzen 8

436 993

Berichte von deutschen Fruchtmärkten.

Qualität

gering

mittel

gut

Gezahlter Preis für 1 Doppelzentner

niedrigster

höchster

niedrigster

niedrigster

höchster

höchster

Verkaufte Menge

Doppelzentner

Am vorigen

Durchschnitts⸗ Fic Markttage

preis für 1 Doppel⸗ zentner

am Markttage (Spalte 1) nach überschläglicher Schätzung verkauft Doppelzentner (Preis unbekannt)

Verkaufs⸗ werth

Goldap. . Ostrowo. .

Striegau . Löwenberg. Paderborn. TT1“ Breslau.. ““ Znin..

Goldap. Ostrowo. Strehlen i. Striegau

Grünberg

Löwenberg Oppeln. Paderborn Aalen... Breslau. Neuß.. Znhm . Glogau .

Goldap . Ostrowo. Strehlen i. Striegau

Riedlingen Breslau. 1“

Goldap . Ostrowo. Strehlen i. Striegau Grünberg Löwenberg Oppeln. Aalen.. Giengen. Riedlingen Breslau.

Die verkaufte Me Ein liegender Stri

Strehlen i. Schl.

21,60 19,70 14,00 15,10 17,80 20,00

1450 19,90 22,40

16,00 14,60 13,00 13,00 14,70 14,50 16,00 14,75 18,60 12,60

16,40 13,60

15,80 13,80 12,00 12,90

11,80 16,40

15,60 16,00 14,00 15,00 17,50 14,40 16,20 16,60

15,30

16,60 16,30

wird auf volle Doppelzentner und der Verkaufswerth auf volle Mark abgerundet Fe;. bannenöst, ”h

21,60 19,80 14,00 15,50 17,80 21,00

16,50 20,40 22,40

16,00 14,70 13,00 13,40 14,70 14,50 16,00 15,00 18,60 13,60

16,40 13,60

15,80 14,00 12,00 13,30

12,50 16,40

15,60 16,10 14,00 15,40 17,50 14,40 16,20 16,60

15,7

16,60 16,30

21, 80 20,00 16,00 17,50 19,80

21,00 17,10 20,40 23,30

16,20 14,70 14,00 14,20

15,00 16,25

19,02 13,80 14,50 17,15 14,00

16,00 14,10 13,25 14,50 17,00 14,00 16,90

15,80 16,20 15,00 15,80

15,00 16,40 16,72 18,00 18,00 15,90

17,50 16770

Weizen. 22,00 20,10 18,00 19,90 20,80

21,80 20,10 16,00 17,90 19,80

21,00 18,50 20,90 23,30

Rog 16,20 14,80 14,00 14,60

15,00 16,25

19,20 14,30 15,00 17,15 14,00

19,30 20,90 23,90

gen. 16,40 14,80 15,00 15,40 15,30 15,50 16,50

15,10 15,00 17,80 14,40

er ste. 16,20 14,50. 14,50 16,10

14,90 17,90

Hafer. 16,00 16,40 16,00 16,60 18,00 15,60 16,80

G 16,00 14,20 13,25 14,90 17,00 14,30 16,90

15,80 16,30 15,00 16,20

15,00 16,40 17,20 18,00 18,00 16,10

17,50 16,70

16,30 14,50 18,20 17,00 17,20

Bemerkungen.

8

-

etreffende Preis nicht v vHà¾

6 8

22,00 20,20 18,00 20,30 20,80

20,40 21,50 23,90

16,40 14,90 15,00 15,80 15,30 15,50 16,50

15,50 15,50 17,80 14,40

16,20 14,70 14,50 16,50

1600 17,90

16,00 16,50 16,00 17,00 18,00 15,60 16,80

16,50 15,50 18,20 17,00 17,20

111.““

14.6.

ittspreis wird aus den unabgerundeten Zahlen berechnet. 82 (.) in den letzt Cpalten, da entsprechender Bericht fehlt⸗

8