1898 / 148 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 25 Jun 1898 18:00:01 GMT) scan diff

Personal⸗Veränberungen.

Königlich Preußische Armee. 8 Offiziere, Portepee⸗Fähnriche ꝛc. Ernennungen, Beförderungen und E1“ Im aktiven Heere. Altona, 18. Juni. Meier, Sec. Lt. vom Inf. Regt. Nr. 144, in das 2. Bad. Gren. Regt. Kaiser Wilhelm I. Nr. 110 versetzt. Beamte der Militär⸗Verwaltung.

Durch Verfügung des Kriegs⸗Ministeriums. 8. Juni. Jänichen, Intend. Sekretär von der Intend. der 5. Div., zu der Korps⸗Intend. des XVII. Armee⸗Korps, Eichner, Intend. Sekretär

von der Intend. des VI. Armee⸗Korps, zu der Intend. der 5. Div., versetzt. Freyer, Lithograph, als etatsmäß. Lithograph bei der Landes⸗Aufnahme angestellt.

10. Juni. Maaß, Remontedevpot⸗Wirthschafts⸗Insp., unter

Verleihung des Titels Ober⸗Inspektor, zum Administrator des Remonte⸗Depots Liesken befördert.

Königlich Bayerische Armee. Offiziere, Portepee⸗Fähnriche ꝛc. Ernennungen, E1“ und Versetzungen. Im aktiven Heere. Seine Majestät der Deutsche Kaiser, König von Preußen, haben entsprechend dem im Namen Seiner Majestät des Königs geschehenen Vorschlage Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Luitpold, des Königreichs Bay rn Verweser, durch Allerhöchste Kabinetsordre vom 24. Mai Il. J. den Major Loé, à la suite des Ingen. Korps, von der Stellung als Mitglied der Reichs⸗ Rayonkommission zu entheben und an Stelle den Major Nareciß, à la suite des Ingen. Korps, zum Mitglied dieser Kom⸗ mission zu ernennen geruht. 1 G 26. April. Nareciß, Major von der Fortifikation Ingolstadt, in das Verhältniß à la suite des Ingen. Korps versetzt.

14. Juni. Schönborn, Port Fähnr. des 2. Feld⸗Art. Regts. Horn, zum Sec. Lt. befördert.

16. Juni. Loé, Major, bisher à la suite des Ingen. Korps, in den Stab des 1. Pion. Bats. v 8

19. Juni. Zentgraf, Port. Faͤhnr. im 18. Inf. Regt. Prinz Ludwig Ferdinand, Kellein, Port. Fähnr. im 2. Train⸗Bat., zu Sec. Lts. befördert.

20. Junk. Belleville, Oberst und Kommandeur des 1. Fuß⸗ Art. Regts. vakant Bothmer, unter Stellung à la suite dieses Regts., Ritter v. Mann, Edlen v. Tiechler, Oberst⸗Lt., Chef des Zen⸗ tralbureaus bei der Insp. der Fuß⸗Art. unter Belassung im Ver⸗ hältniß à la suite des 2. Fuß⸗Art. Regts., zu Sektions⸗Chefs bei der Insp. der Fuß⸗Art., Müller, Oberst à la suite des 2. Fuß⸗ Art. Regts, Sektions⸗Chef bei der Insp. der Fuß⸗Art, zum Kom⸗ mandeur des 1. Fuß⸗Art. Regts. vakant Bothmer, Kreppel, Hauptm. und Komp. Chef im 1. Fuß⸗Art. Regt. vakant Bothmer, unter Stellung à la suite dieses Regts., zum Adjutanten der Insp. der Fuß⸗Art., Gartmagyr, Pr. Lt. im 1. Fuß⸗Art. Regt. vakant Bothmer, unter Beförderung zum Hauptm., zum Komp. Chef, v. Zwehl, Major und Abtheil. Kommandeur im 3. Feld Art. Regt. Königin⸗Mutter, unter Versetzung zu den mit Pension zur Disp. stehenden Offtzieren, zum Vorstand des Art. Depots Fürth, Steindel, Major vom Stabe des 4. Feld⸗Art. Regts. König, zum Abtheil. Kommandeur im 3. Feld⸗Art. Regt. Königin. Mutter, Seekirchner, Hauptm. und Battr. Chef im 1. Feld⸗Art. Regt. Prinz⸗Regent Luilpold, unter Stellung à la suite dieses Regts., zum Lehrer an der Art. und Ingen. Schule, Held, Pr. Lt. des 3. Feld⸗Art. Regts. Königin Mutter, unter Beförderung zum Hauptm., zum Battr. Chef im 1. Feld⸗Art. Regt. Prinz⸗Regent Luitpold, ernannt. Halder, Hauptm. à la suite des 3. Feld⸗Art. Regts. Königin⸗Mutter, Lehrer an der Art. und Ingen. Schule, in den Stab des 4. Feld⸗Art. Regts. König versetzt. Fitting, Pr. Lt. des 2. Fuß⸗Art. Regts., unter Belassung in seinem Kommando zur Königl. Preuß. Art.

rüfungskommission, zum Hauptm., Sitter er, Zeug⸗Premier⸗ ieutenant bei der Inspektion der Fuß⸗Artillerie, zum Zeug⸗ ee Neithardt, Second⸗Lieutenant des 2 Fuß⸗Artillerie⸗ Kegiments, kommandiert zu den Artillerie⸗Werkstätten, zum Pr. Lt., Zenkel, Zeug⸗Feldw. des Art. Depots Augsburg, zum Zeug⸗Lt., Raithel, Ober⸗Feuerwerker der Ober⸗Feuerwerkerschule, Schedler, Ober⸗Feuerwerker des Art. Depots Ingolstadt, zu Feuerwerks⸗ Lts., befördert. Bouhler, Pr. Lt., unter Belassung im Ver⸗ hältniß à la suite des 1. Fuß⸗Art. Regts. vakant Bothmer und im Kommando der Insp. der Fuß⸗Art., von der Funktion als Adjutant derselben enthoben. 8

Los, Major vom Stabe des 1. Pion. Bats., als Führer des Pion. Detachements in München kommandiert. b

Durch Verfügung der Inspektion der Fuß⸗Artillerie. Bouhler, Pr. Lt. à la suite des 1. Fuß⸗Art. Regts. vakant Bothmer, zum Adjutanten des Sektions⸗Chefs für Allgemeine und Truppen⸗Angelegenheiten bei genannter Insp. ernannt. Sittere * Zeug⸗Hauptm. von der Insp. der Fuß⸗Art., um Art. Depot Fürth, Spindler, Zeug⸗Pr. Lt. vom Art. Depot München, zur Insp. der Fuß⸗Art., versetzt. Zenkel, Zeug⸗Lt. beim Art. Depot Muͤnchen, Raithel, Feuerwerks⸗Lt. beim Art. Depot Fürth, Schedler, Feuerwerks⸗Lt. beim Art. Depot Germersheim, eingetheilt.

Abschiedsbewilligungen. Im aktiven Heere. 14. Juni. Demmler, Sec. Lt. des 2. Feld⸗Art. Regts. Horn, das erbetene Ausscheiden aus dem Heere mit dem 20. Juli d. J., behufs Ueber⸗ tritts in die Kaiserliche Schutztruppe für Südwest⸗Afrika., gestattet.

16. Juni. Bauer, Port. Fähnr. des 5. Inf. Regts. Groß⸗ herzog Ernst Ludwig von Hessen, zur Res. beurlaubt. 8

19. Juni. chmidhuber, Major und Bats. Kommandeur im 5. Inf. Regt. Großherzog Ernst Ludwig von Hessen, mit der Erlaubniß zum Tragen der bisherigen Uniform mit den bestimmungs⸗ mäßigen Abzeichen und unter Verleihung des Charakters als Oberst⸗ Lt., mit der gesetzlichen Pension zur Disp. gestellt.

20. Juni. Raila, Sec. Lt. des 1. Inf. Regts. König, mit der gesetzlichen Pension der Abschied bewilligt.

Im Sanitäts⸗Korps. 14. Juni. Dr. Hirsch, Unterarzt des 12. Inf. Regts. Prinz Arnulf, Dr. Arnetb, Unterarzt des 4. Inf. Regts. König Wilhelm von Württemberg, zu Assist. Aerzten befördert. 1

Beamte der Militär⸗Verwaltung.

14. Juni. Werzinger, Hauptm. a. D., Kasernen⸗Insp. auf Probe bei der Garn. Verwalt. Regensburg, Lindner, Nillitär⸗ anwärter, Kasernen⸗Insp. auf Probe bei der Garn. Verwaltung Amberg, Schwarz, Militäranwärter, Kasernen⸗Insp. auf Probe bei der Garn. Verwalt. Zweibrücken, zu Kasernen⸗Inspektoren ernannt.

Kaiserliche Marine. Altona, 18. Juni. v. Plönnies, Pr. Lt. von der Marine⸗ Inf., zum Hauptm., vorläufig ohne Patent, befördert.

Nichtamtliches. Deutsches Reich.

reußen. Berlin, 25. Juni.

Seine Majestät der Kaiser und König hörten, wie aus Kiel gemeldet wird, gestern nach der Rückkehr von der Binnen⸗Regatta von 5 ½ bis 8 Uhr Abends den Vortrag des Vertreters des Auswaͤrtigen Amts, Gesandten Sfsfen Wolff⸗Metternich, und erledigten heute Morgen zwischen See⸗Regatta, nach einem kurzen Vortrage des Chefs des Marinekabinets, Kontre⸗ Admirals Freiherrn von Senden⸗Bibran, die laufenden Re⸗ gierungsgeschäͤfte. 1“

9 ½ und 11 Uhr vor dem Aufbruch qur 8

Der Königlich großbritannische Botschafter am hiesigen Allerhöchsten güch En Frank Cavendish Lascelles hat Berlin mit Urlaub verlassen. Während seiner fungiert der Erste Botschafts⸗Sekretär bei der hiesigen Königlich großbritannischen Botschaft Viscount Gough als Geschäfts⸗

träger.

Laut telegraphischer Meldung an das Ober⸗Kommando der Marine ist S. M. S. „Loreley“, Kommandant Korretten⸗ Kapitän von Witzleben, am 24. Juni in Odessa ange⸗ kommen und beabsichtigt, am 27. d. M. nach Nicolajew in

Sachsen⸗Weimar⸗Eisenach. Seine Königliche Hoheit der Großherzog vollendete

estern auf Schloß Wilhelmsthal bei Eisenach im engsten

reise der Großherzoglichen Familie sein 80. Lebensjahr. Von Seiner Majestät dem Kaiser traf aus Kiel, wie „W. T. B.“ meldet, folgendes Telegramm an Seine Königliche Hoheit ein:

„In gewohnter treuer Gesinnung sende Ich Dir zu Deinem heutigen achtiigsten Geburtstage Meine aufrichtigsten und innigsten Glückwünsche. ögest Du Deinem Lande und uns Allen in Kraft und Rüstigkeit noch lange erhalten bleiben. Ich hoffe Dir dadurch eine Freude zu bereiten, daß Ich den Auftrag ertheilt habe, von den werthvollen Goethe⸗Handschriften, die sich in der Berliner Bibliothek befinden, Photographien anfertigen zu lassen und sie Dir für das Goethe, und Schiller⸗Archiov zum Andenken an die Erlauchte Stifterin desselben zur Verfügung zu stellen.

Wilhelm.“

Auch Seine Königliche Hoheit der Prinz Heinrich von Preußen und der Fürst Bismarck sandten Glückwunsch⸗Tele⸗ ramme. Am Nachmittag fand im Schlosse Wilhelmsthal Hoftafel statt.

In Weimar wurde der 80. Geburtstag des Groß⸗ herzogs durch Reveille, Festgottesdienst, Schulakte, Parade des daselbst garnisonierenden ersten Bataillons 5. Thuüringischen Infanterie⸗Regiments Nr. 94 und öffentliche Festveranstaltungen gefeiert. 8 8

Oesterreich⸗Ungar 8

Gestern fand in Wien anläßlich des Regierungsjubiläums des Kaisers ein Festh g der 8EEEöö statt, an welchem, dem „W. T. B.“ zufolge, etwa 70 000 Schüler und Schülerinnen theilnahmen. Vor dem äußeren Burgthor war für den Kaiser und die Erzherzoge ein Zelt errichtet, an welchem der Festzug vorbeibeglteüger Diesem gegenüber war für 1000 Sänger und Sängerinnen eine Tribüne errichtet. Beim Erscheinen des Kaisers stimmten die Sänger die Volkshymne an. In der Antwort auf die Begrüͤßungs⸗ ansprache des Bürgermeisters Dr. Lueger hob der Ka ser gerührteren

Einladung den Kindern

hervor, er sei selten einer Herzens gefolgt als gestern der zu des Volkes. Die Kinder möchten jetzt und fortan in Treue und Vertrauen zum Kaiser aufblicken, der ihnen das gleiche Vertrauen und stets ein warmes Interesse zuwende. Diejenigen, denen das heilige Amt der Erziehung der ““ obliege, möchten sich der ihnen anver⸗ trauten Aufgabe stets in ernster und liebevoller Arbeit widmen. Der Kaiser schloß mit den Worten: „Ihnen allen, den Vertretern meines Wien, den Eltern und Lehrern, die Sie mir diesen schönen Tag bereitet haben, sage ich von anzem Herhen innigen und anerkennendsten Dank.“ Das orbeidefilieren der Schuljugend dauerte 1 ½ Stunde. Der Kaiser dankte für die stürmischen Zurufe der Jugend durch freundliches FSe. und wiederholtes Grüßen. Alsdann schritt Allerhöchstderselbe auf den Bürgermeister zu, reichte demselben die Hand und dankte für das so ausgezeichnet gelungene Fest, das ihm ein Trost in dem vielen Kummer dieses Jahres sei. Dies geschah unter den Klängen der Schlußstrophe der Volkshymne, welche von der Jugend auf der Sängertribüne gesungen wurde. Der Kaiser begab sich sodann auch auf die Sänger⸗ tribüne, dankte mit freundlichen Worten und lobte die Leistungen der Sänger. Das in großer Zahl versammelte Publikum bereitete dem Kaiser bei der Abfahrt stürmische Huldigungen. In Galizien sind wiederum Unruhen ausgebrochen. Wie dem „W. T. B.“ aus Lemberg berichtet wird, wurden gestern in Neusandec, Kamionkawielka und nüg eg viele Läden der Juden geplündert und mehrere Verhaftungen vor⸗ genommen. In Zbysziel wurde ein Excedent getödtet und ein anderer verwundet. Nach verschiedenen Orten ist Militär ab⸗ gegangen. Einem weiteren Telegramm desselben Bureaus aus Neusandec zufolge plünderten während des gestrigen Jahr⸗ marktes in Zeydzyce Tumultuanten sämmtliche Läden von Juden und insultierten die letzteren. Auch in den Ortschaften Zna⸗ mirowice, Lipie und Podole kamen mehrfache Plünde⸗ rungen vor.

in bewegten Worten

Großbritannien und Irland.

In der gestrigen Sitzung des Unterhauses theilte der Parlaments⸗Untersekretär des Auswärtigen Amts Curzon, dem „W. T. B.“ zufolge, mit, das Inkrafttreten des neuen japanischen Zolltarifs hänge von der Ratifikation des Ver⸗ trages zwischen Japan und Oesterreich⸗Ungarn ab. Wenn diese erfolgt sei, werde bis zum Inkrafttreten des neuen Tarifs noch ein weiterer Zeitraum verstreichen. Knox fragte an, ob die Regierung eine Abschrift des neuen Handelsvertrages zwischen Deutschland und dem Oranje⸗Freistaat erhalten habe und welche Bestimmungen der Artikel enthalte, in dem die Kon⸗ trahenten einander solche Vergünstigungen reservierten, die von einem Kontrahenten einem Nachbarreiche zur Erleichterung des Verkehrs an der Grenze oder in einem Zollverein gewährt würden; und eine dritte Anfrage desselben lautete dahin, ob ein ähnlicher Vorbehalt für meistbegünstigte Nationen auch in allen künftigen britischen Handelsverträgen ge⸗ macht werden würde. Curzon erwiderte, daß er eine Abschrift des Vertrages erhalten habe; der Artikel, auf den sich die zweite Anfrage des Vorredners beßiehe, sei sehr lang; er werde Knox auf dessen Wunsch eventuell eine Uebersetzung zustellen. In der dritten Frage könne er die verlangte Zu⸗ ficherung nicht V,2 da jeder Fall nach den jeweiligen Um⸗ täänden hehandelt werden müsse. Vincent richtete darauf an die Regierung die Anfrage, ob die deutsche Regierung in den Verhandlungen über einen neuen Handelsvertrag mit

Großbritannien vorgeschlagen habe⸗ Canada von der meist⸗ begünstigten Behandlung auszuschließen, welche den Waaren

der uͤbrigen Länder des britischen Reiches der Ausschluß Canadas eine Folge

welche Canada vom 1. August d. J. ab den britischen Fubrikaten, zu theil werden lasse, und ob in diesem Falle die Re ierung Sorge tragen werde, daß die Vertreter des britischen Reiches die Rechte der Kolonie aufrecht erhalten würden. Curzon erwiderte, die Anfrage des Vorredners beziehe sich wohl nicht auf den neuen Handelsvertrag, über welchen die

zugestanden sei, ob

Verhandlungen noch schwebten, sengerx . Peh 8 8 rend

schluß dieses neuen Vertrages ge er Geltungsdauer dieses Provisoriums sei Großbritannie und seinen Kolonien die meistbegünstigte Behandlung zu⸗ gestanden, Canada aber ausgenommen worden, wahrscheinlich wegen der in der Anfrage erwähnten Umstände. Er glaube, die canadische Regierung sei sich der eigenen Interessen völlig bewußt und auch im stande, sie zu schützen.

Italien.

Die Deputirtenkammer verhandelte gestern über die Bewilligung des provisorischen Budgets für einen Monat. Der sozialistische Deputirte Ferri bekämpfte, wie „W. T. B.“ aus Rom berichtet, die Vorlage. Der Radikale Sacchi be⸗ antragte die 1“ Bewilligung nur für einen halben Monat. Nachdem sich jedoch Sonnino, Hhenrbeh und der Berichterstatter der Budgetkommission Rubini für die Bewilligung des Budgets für einen ganzen Monat ausgesprochen hatten, lehnte die Kammer den Antrag Sacchi Jab. Für denselben stimmte nur ein Theil der äußersten Linken. Die Kammer genehmigte sodann in geheimer Ab⸗ stimmung mit 198 gegen 41 Stimmen das provisorische Budget für einen Monat. Im weiteren Verlauf der Sitzung nahm

die Kammer noch zwei kleinere dringende Verwaltungs⸗

gesetze an 8 Spanien.

Die Königin⸗Regentin unterzeichnete, wie „W. T. B.“ aus Madrid meldet, im gestrigen Ministerrath ein Dekret, welches die 8 der Cortes suspendiert. Das⸗ selbe wurde am Abend im Senat und in der Deputirten⸗ kammer verlesen.

Luxemburg.

Das gestern ausgegebene Bulletin über das Befinden des Großherzogs besagt, dem „W. T. B.“ zufolge⸗

Die Lungenerscheinungen dauern fort ohne Verschlimmerung, der Zustand der Kräfte läßt zu wünschen übrig, das Fieber ist mäßig, der Appetit ist gering; der Zustand ist ernst.

Der aus München in Luxemburg eingetroffene Professor Dr. Angerer hat den vorstehenden Krankheitsbericht mit⸗ unterzeichnet.

Belgien.

Die internationale Konferenz zur Berathun der Abschaffung der Zuckerausfuhrprämien trat na einer Meldung des „W. T. B.“ aus Brüssel gestern Nachmittag zu einer Plenarsitzung zusammen, nachdem am Vormittag eine Ver⸗ sammlung der Kommission stattgefunden hatte. Sie beschäftigte sich mit den in den vorausgegangenen zwei Sitzungen ins Auge gefaßten Punkten, nämlich mit der Definition der Prämien, mit der Norm, die auf die Raffinade und die Mischungs⸗ verhältnisse angewandt werden soll, und mit den vor⸗ läufigen Bestimmungen, welche in Ausnahmefällen maß⸗ gebend sein sollen. Die beiden ersten Punkte waren der Gegenstand von vorläufigen Redaktionsvorschlägen, welche in einer weiteren Sitzung endgültig geprüft werden sollen. Die dritte Frage gab zu Meinungsverschiedenheiten Anlaß, und die Berathung über dieselbe wurde bis zu dem Zeitpunkt ver⸗ tagt, in welchem ein positiver Vorschlag niedergeschrieben werden könne, um zur Grundlage für die Verhandlung zu dienen.

Dänemark.

In Kopenhagen nahm gestern die mehrtägige Gedächtniß⸗ feier des Jahres 1848 ihren Anfang. Der König brachte, wie „W. T. B.“ berichtet, in einer Festversammlung einen Toast auf das Heer und die Flotte aus, in welchem Allerhöchstderselbe u. a. sagte: „Ich bin fest überzeugt, daß, falls das Land wieder in Gefahr käme, die Jugend unserer Zeit mit derselben Tapferkeit und Opferwilligkeit kämpfen würde, wie die Männer im Jahre 1848. Ich würde mit Genugthuung die Jungen wie die Alten wieder anführen, wenn ich diesen Tag erleben sollte. Es sei Ihnen aber ans Herz gelegt: es gilt bereit zu sein; wenn die Gefahr eintritt, nützt es nichts, im letzten Augenblick sich vorzubereiten.“ Stüͤrmische Hochrufe folgten den Worten des Königs.

Amerika.

„Aus Washington meldet „W. T. B.“: Sobald das Geschwader des spanischen Admirals Camara in den Suez⸗ Kanal einlaufe, werde sofort ein aus den besten und schnellsten Schiffen der Flotte des Admirals Sampson gebildetes amerikanisches Geschwader nach dem Mittelmeer abgehen, um die spanischen Häfen u beschießen. ach den aufgestellten Berechnungen halte man dies für leicht Die Regierung habe als Transportschiffe die Uebersee⸗Dampfer „Mohawt“, „Mobile“, „Massachusetts“, „Manitoba“, „Minnewaska“, „Michigan“ und „Missisippi“ angekauft. Der Dampfer „Herward“ sei mit zwei Millionen eere aen nach Santiago de Cuba unterwegs. b

Nach den neuesten Telegrammen aus Daiguiri, östlich von Santiago, sind am Donnerstag Maulthiere und Vorräthe dort gelandet worden. Vom Bord des Schiffes der „Associated Preß“, welches vor Juragua liegt, wird berichtet: Die amerikanische Armee erreichte den Rand des Plateaus, welches den Hafen von Santiago umgiebt, und pflanzte die ameri⸗ kanische Flagge in Juragua auf. Nur einige latentha wurden gewechselt; die Spanier ziehen sich nach wie vor zurück. Man erwartet erst in einigen 82. * ein entscheidendes Treffen. Die amerikanischen Truppen leiden sehr, da sie durch den beschwerlichen Eilmarsch und die Hitze völlig erschöpft sind. Auch herrscht Mangel an Lebensmitteln. Die Transportschiffe mit den noch nicht ausgeschifften Truppen gingen bei Juragua vor Anker, waren jedoch nicht im stande, Mannschaften oder Lebensmittel zu landen, da die See hoch ging.

Eine Depesche des New Yorker „Evening⸗Journal“ aus Santiago vom gestrigen Tage meldet, daß ein ernster Kampf zwischen Cubanern und Spaniern auf den Bergen hinter Daiguiri und im Nordwesten von Santiago stattgefunden habe; und nach einem in Madrid eingetroffenen Telegramm soll der spanische Oberst Aldea bei Punta Cabrera einen Trupp Aufstäͤndischer zurückgeschlagen haben.

der Begünstigung sei, 8

Wahlkreis

Wahlkreis

4. Merseburg. Kunert 8. gegen Nl. 1

Asien.

Aus Peking wird der „Times“ unter dem 23. d. M. berichtet, daß China um Erleichterungen für den Verkehr seiner Schiffe in Wei⸗Hai⸗Wei nachgesucht habe, wie sie Rußland in Port Arthur gewähre. Ueber die Antwort fänden noch Be⸗ rathungen statt, da der Verteag, betreffend Wei⸗Hai⸗Wei, noch nicht unterzeichnet sei. In inesischen Kreisen werde ver⸗ sichert, daß in 6 keine weiteren Verhandlungen ge⸗ pflogen würden. Ein orschlag, die chinesische Armee durch britische Offiziere zu reorganisiern, würde andere Mächte sofort veranlassen, vom Tsung⸗li⸗Yamen Erklärungen zu fordern. Der russische Geschäftsträͤger Pawloff habe gegen die Verlängerung der Niu⸗tschwang⸗Eisenbahn protestiert und sich nach deiha begeben.

Die koreani che Regierung hat nach einer Mit⸗ theilung des „Reuter'schen Bureaus“ die Absicht zu erkennen seheben, eine Eisenbahn von Söul nach dem 200 Meilen süd⸗ icher gelegenen neueröffneten Hafen von Mokpho zu bauen. Sie wolle dadurch den auswärtigen Forderungen der Er⸗ theilung einer solchen Konzession zuvorkommen.

Aus Manila s. das 1b Konsulat in Hongkong, wie ein von dort gestern in Madrid eingetroffenes Telegramm meldet, die Nachricht erhalten haben, daß die Uebergabe Manilas erfolgt sei. Fremde Marinetruppen seien dort gelandet, um Leben und Eigenthum ihrer Landsleut zu schützen und die Ordnung aufrecht zu halten. 8

Afrika.

Nach Berichten, die in Kairo eingetroffen sind, hat der Khalif Chartum verlassen und ist südwärts in srd chat de auf el⸗Obeid und Kordofan geflohen. Infolge dessen reiste der Sirdar Kitchener Pascha von Kairo zur Armee ab, um die Verfolgung sofort beginnen zu können.

Aus Pretoria melden die „Standard and Die w daß 8 1.de g6r 88 einem leichten von Lungenentzündung leide; doch sei sein Zustand nicht be⸗ denklich. Demselben Blatt zufolge ist n9 Pende pich der wegen seiner fortschrittlichen Neigungen unter den Uitländern sehr populär sei, zum Unter⸗Staatssekretär ernannt worden.

Ueber den Aufstand im S waziland berichtet „Reuter's Bureau“ aus Johannesburg, daß 10 000 Swazis in einem befestigten Orte sich vereinigt hätten. Sie seien im Besitz von 400 Martini⸗Gewehren und genügendem Vorrath an Munition. Die Swazis sprächen davon, daß sie von den Zulus Hilfe erlangten; sie seien mit den Führern derselben in ständiger Verbindung. 1

ger's nfall

Parlamentarische Nachrichten

Vorläufige Ergebnisse h der Stichwahlen zum Reichstage. Gewählt sind:

Berlin 1: Dr. Langerhans, Berlin (fr. Volksp.). Gesammtzahl der abgegebenen Stimmen 12 342, davon Langerhans 8374, Poeßsch (Soz.) 3968.

Berlin 2: Kreitling, Stadtverordneter in Berlin (fr. Volksp.). Gesammtzahl der abgegebenen Stimmen 57 561, davon Kreitling 28 880, Fischer (Soz.) 28 681.

Berlin 3: Heine, Rechtsanwalt in Berlin (Soz.). Gesammt⸗ zahl der abgegebenen Stimmen 24 176, davon Heine 12 765, Dr. Langerhans (fr. Vokksp.) 11 411.

Berlin 5: Dr. Zwick, Stadtschul⸗Inspektor in Berlin (fr. Vp.). Gesammtzahl der abgegebenen Stimmen 21 853, davon Zwick 10 955, Schmidt (Soz.) 10 898.

4. Stettin: Broemel, General⸗Sekretär zu Berlin (fr. Vgg.). Gesammtzahl der abgegebenen Stimmen 26 801, davon Broemel 14 211, Herbert (Soz.) 12 590.

6. Breslau (Ost): Tutzauer, Tischlermeister zu Berlin (Soz.). Gesammtzahl der abgegebenen Stimmen 28 261, davon Tutzauer 15 594, Felisch (Kons.) 12 667.

6 8. Selachaff Ooh lehaes 8 vaagen Ces Vp.). esammtza der abgegebenen mmen 1 davon Eickho 10 435, Wagner (D. R.) 9246. do

1. Köln (Stadt): Trimborn, Rechtsanwalt zu Köln (Zentr.). Gesammtzahl der abgegebenen Stimmen 26 095, davon Trimborn 16 811, Hofrichter (S.) 9284.

Fürstenthum Schaumburg⸗Lippe: rean. Rentner zu Bücke⸗ burg (fr. Vp.). Gesammtzahl der abgegebenen Stimmen 7245, davon Biesautz 4013, Strosser (Kons.) 3232.

Colmar: Preiß, Rechtsanwalt zu Colmar (Demokratisch⸗ klerikal). Gesammtzahl der abgegebenen Stimmen 14 331, davon Preiß 7634, Ruhland (gemäßigt) 6697.

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5. Potsdam. Pauli (D. R.⸗P.) gegen Soz.

1. Düsseldorf. 1897, ffr. Volksp.) gegen Soz.

3. Danzig. Rickert (fr. Bgg.) —. gegen oz. 1

3. Frankfurt, von Levetzow (konf.) gegen Soz. 2. Cassel. Endemann (nl.) gegen Soz. 11“ 6. Posen. Tasch (Vereinite Polen u. Zentr.) gegen D R.⸗P. 4. Frankfurt. Haake (D. Rp.) gegen Soz 8

8. Magdeburg. Rimpau (nl.) gegen Soz. 0. Breslau. Sachse (Soz.) gegen D. R.⸗P. otsdam. von Loebell (kons.) gegen Soz. 6. Düsseldorf. Moeller (nl.) gegen Zentr. 5. Arnsberg. Franken (nl.) gegen Zentr. 10. Schleswig. Graf von Bernstorff (D. 8125 gegen Soz. 6. Trier. Freiherr von Stumm⸗Halberg (D. P.) gegen Zentr. 7. Feeebeef. Schulze⸗Steinen (nl.) gegen Zentr. 11ö6“ 5. Schleswig. Kahlcke (nl.) gegen S 8 3. Düsseldorf. Sabin (Vereinigte Liberale) gegen Soz. 1. Minden. Graf von Roon (kons.) gegen fr. Vp. Hannover. Hische (nl.) gegen Soz. 1“ Arnsberg. Lenzmann (fr. Vp.) gegen Nl. 9. Potsdam. Zubeil (Soz.) gegen Kons. 6 5. Cassel. Dr. Boeckel (Ref.⸗P.) gegen Kons. 7. Magdeburg. Schmidt (Soz.) gegen Nl. 6. Finart Klees (Soz.) gegen Kons. 2. Minden. Quentin (nl.) gegen Kons. 2. Wiesbaden. Wintermeyer (fr. Volksp.) gegen Soz. 5. Trier. Boltz (nl.) gegen Zentr. 8. Frankfurt, Fahle (fr. Vp.) gegen Kons. 4. Erfurt. Jacobskoetter (kons.) gegen Soz. 2. Schleswig. Raab (Rp.) gegen Soz. ; „Merseburg. Knörcke (fr. Vp.) gegen Kons 4. Argsberg. Richter (fr Vp.) gegen Soz. Erfurt. Eickhoff (fr. Vp.) gegen D. R.⸗P. 8 4. Lönigs erg. Graf von Dönhoff (kons.) gegen Soz. 5. Lege tb. Kopsch (fr. Vp.) gegen Kons. 5 8 Cassel. von hristen (D. R. 99 gegen Soz. Liegnitz. Lüders (fr. Vp.) gegen Soz. 8 Hannover. Depken (arz gegen Soz.

Stadtverordneten⸗Vorsteher in

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im Gange.

Lager⸗ und Roststellen wickelung zurückgeblieben Hafer durch Hederich geschädigt. gute, über den Durchschnitt gehende Ernte zu erwarten. ertrag des Wintergetreides wird Die Anbaufläche, besonders des im vorigen Jahre, in dem viele Felder wegen der Nässe nicht bestellt werden konnten.

vom 27. v. M.) gaben für ungefähr Sommergetreides die Nummer 1 oder „sehr gut“ 1 die Nummer 2 oder „gut“.

zum theil wohl anstatt 1 und 2 erscheinen müssen.

Kraft treten Weizens einzuführen. Mai und Juni 4 464 239 dz Weizen eingeführt, welche den bis zum Juli berechneten Bedarf fast decken würden, zu welcher Zeit bereits heuriger Weizen aus den nordafrikanischen Ländern anlangk.

Merseburg. Siemens fr. Vgg.) gegen Kons. Kiel. Haenel (fr. e9 gegen S8e umbinnen. Braesicke (fr. p.) gegen Kons. Königsberg. von Massow (kons.) gegen Soz. Wiesbaden. Müller (Zentr.) gegen Soz.

Frankfurt. Antrick (Soz.) gegen Kons.

„Breslau. Freiherr von Richthofen (kons.) gegen Soz.

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Statistik und Volkswirthschaft.

Z ur Arbeiterbewegung. 8

In Bexliin droht in der Berliner Velvetfabrik (Kspenicker⸗ straße) ein Arbeitera usstand. Ein Theil 88 wie die „Voss. Ztg.“ berichtet, die Wiedereinstellung eines entlassenen

us Hamburg wird der „Frkf. Ztg.“ vom gestrigen Tage be⸗ richtet⸗ Die ausständigen Bäcker veröffentlichen Liste von 85 Bäckereien mit 288 Gesellen, welche die Forderungen der Arbeiter bewilligt haben; die Innungsmeister behaupten, die Namen seien mit aufgeführt. n Innsbruck stehen, einer Mitt ärts“ zu⸗ 1a. Ib Ternc. f hen, einer M deitung. des „Vorwärts“ zu

und Klem 5b bewegung. empnergehilfen in einer Lohn

In Stockholm habe demselb Arbeit eingestellt. 8b n nach 8 sel

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Kunst und Wissenschaft. 8

Im Lichthof des Museums für Völkerkunde ver⸗ anstaltet der bekannte Afrikareisende Dr. Schöller von Mittwoch, den 29. d. M., ah eine Ausstellung seiner von der letzten großen Reise in Ost⸗Afrika herrührenden ethno⸗ graphischen Sammlungen. Diese umfassen sämmtliche von dem Reisenden durchzogenen Gebiete, von der Suaheli⸗ Küste an über den Kilima Ndscharo und Meruberg hinaus bis zum Kenia im Norden und bis zu den Ländern weit nörd⸗ lich vom Victoria Nyansa im Westen. Vermöge ihrer Reich⸗ haltigkeit ist die Ausstellung sehr wohl geeignet, die Kultur der vertretenen Völkerschaften zu veranschelichen und das Interesse der weitesten Kreise zu erregen.

Der Ingenieur und Aquarellmaler Herr Weeser⸗Krell hatte chon mitgetheilt, die Ehre, Seiner Majestät dem Kaiser und hig in einer ihm am 12. d. M. im hiesigen Königlichen Schlosse gewährten Audienz eine Reihe seiner älteren und neueren Arbeiten vorzulegen. Außer einer Kopie des bereits in Nr. 224, Jahr⸗

ang 1888 d. Bl., erwähnten Bildes der Peterskirche in Rom amen zur Vorlage: ein großes (6 m. langes) Tusch⸗ aquarell von Bremerhaven mit mehr als Dampfern der Flotte des Norddeutschen Lloyd, ein fast ebenso umfangreiches Bild von dem Ostseebade Heringsdorf, ferner ein Konturenbild der An⸗ lagen des „Vulkan“ in Stettin und eine größere Anzahl von Dar⸗ stellungen bedeutender Fabrikanlagen. Wenn die perspektivische Konstruktion so großer Gebäudegruppen an sich eine bedeutende zeichnerische Leistung darstellt, wie dies schon gelegentlich der Ausstellung der oben erwähnten Ansicht der Peterskirche im Jahre 1888 hervor⸗ gehoben wurde, so verdienen die auf Grund der Baupläne perspektivisch konstruirten Schiffsbilder des Lloyd und des Vulkan nach fertigen oder noch in der Ausführung begriffenen Seebampfern wegen der Genauig⸗ keit der Darstellung ganz besondere Beachtung. Auch bezüglich der perspektivischen Vertiefung der Landschaft zeigt das Bild von Bremer⸗ haven die günstige Einwirkung der von dem Künstler angewandten Methode des Zeichnens. Die Arbeiten des Herrn Weeser⸗Krell erfreuten sich der huldvollen Anerkennung Seiner Majestät. Auch

weg

der Plan des Künstlers, als Gegenstück zu der Anst t der Peters⸗ kirche und dem für Seine Majest 5 8

Joseph Marienburg in Westpreußen, als Baudenkmale Preußens und Deutschlands, zubilden und auf der Pariser Ausstellung im Jahre 1900 zur An⸗ schauung zu bringen, wurde Allerhöchsterseits

. tät den Kaiser und König Fran in Arbeit befindlichen Bilde der Ofener Höfba⸗ 8 die

eines der historisch bedeutsamsten in gleicher Weise abzu⸗

mit Wohlwollen auf⸗ . Wegen dieses Plans sowie wegen der Herstellung eines chiffsbildes für Seine Majestät den Kaiser sind Verhaudlungen

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Land⸗ und Forstwirthschaft.

Saatenstand und Getreidehandel in Frankreich. Havre, den 15. Juni 1898. Die diesjährigen Ernteaussichten n Frankreich, welche noch im vorigen Monat fast durchweg vorzügliche

waren, haben sich infolge des anhaltenden regnerischen, kalten und windigen Wetters in letzter Zeit weniger günstig gestaltet.

Winterweizen hat auf schwerem und niedrigem Boden zum theil bekommen, Sommerfrucht ist in der Ent⸗ und vielfach durch Unkraut, besonders der Trotzdem ist heute noch eine recht Der Stroh⸗ jedenfalls ein sehr reichlicher sein. Weizens ist eine erheblich größere als

Die amtlichen Schätzungen vom 10. v. M. (Journal Offieiel ⁄, sowohl des Winter⸗ als des und für ungefähr Bei einer heutigen Schätzung würden 2 und 3, „gut“ und „ziemlich gut“ Es giebt noch drei niedrigere Rummern.

Die Schätzung für die Kartoffeln kam der für Getreide fast gleich nd wird noch jetzt ziemlich maßgebend sein, zumal hier hauptfächlich

Frühkartoffeln angebaut werden, die dem schlechten Wetter gegenüber widerstandsfähiger waren. Kartoffeln nach England verschifft worden, St. Malo,

Es sind bereits große Mengen junger der Hauptausfuhrhafen ist Departement Ille et Vilaine.

„Die Zuckerrüben, meist gut aufgelaufen, verlangen vor allem

Wärme.

Für die Obstbäume und besonders für die Weinberge war die

Mütefcag ebenfalls nicht günstig, die Weinreben leiden vom Mehl⸗

au und die black root soll sich auch bereits gezeigt haben. Klee, Luzern und Wiesen lassen dagegen nichis zu wünschen übrig nd werden eine vorzügliche Vormahd geben, soweit Werbung und

Einbringung nicht durch Nässe leiden.

Da mit dem 1. Juli die Einfuhrzölle auf Weizen wieder in sollen, so becilt man sich, möglichst große Mengen Nach zollamtlicher Bekanntmachung wurden im

Die Weizenpreise, welche Ende April auf ungefähr 83 Fr. für

100 kg standen und nach Aufhebung des Einfuhrzells auf 30/31 Fr. heruntergingen, sind weiter gefallen und augenblicklich in Paris mit 27,60 bis 27,65 Fr., etwa 1 Fr unter den Preisen von Anfang April

von 68,20 Fr. auf

.J. notiert. Die Mehlpreise fielen gleichzeiti von 159 kg brutto.

5,60 und weiter auf 61,60 Fr. für einen Sa

Fentlgen dem einheimischen und dem fremden Weizen existiert zur

eit kein nennenswerther Preisunterschied. Hafer, Fv nur geringe

Bestände vorhanden

werden.

Wochen etwas

gebracht. Di Uzitzer Kreise

1

Als letzte

aufgebauten,

sei. Denn w

Jahrhundert Darstellung

ihrer Darstell Die schwierig vertraut, de Gepräge allzubewußt

Ensemble auf

Erda: Stammer; dirigiert.

Auber's Oper

Aufführung in folgender Keßler; Rosf Tochter:

sveare’s Traue führung. Grube, die D

Im Sch

Scene. von Molidre’'s letzten Vorstell

Shakespeare’s Im Lessi Aufführung vo

Im Bel toller Einfall“

Bord“, langt ist. Im Resi

welche

ehemalige beli

Rolle des Fritz Im Tha

zur Auf

Die unter Königin stehen Töchter von

die weitere Ent

Zinsen treten haben 22 084 bezw.

10 ¼ ₰.

die Zahl der Unterbeamten

51,0 %,

(1896: 104 mit

pflege, im Ansch stätten.

1897: 527 770 6

Die Wintersaaten stehen faft überall kreife und theilweise

manchen Gegenden, wie im Waljewoer Kreis, schon mit dem S 1gS Seesen. 1 e Sommersaaten haben sich unter dem Einfluß d t⸗ warmen Witterung vorzüglich ench eun nur q viel Hücheee sen. ihs er Stand der Maisfelder läßt nichts zu wünschen übrig. In der letzten Woche hat fast jeder Tag reichlich sanften Regen

mehrere Gemeindefluren im Kragujewatzer, Piroter,

Komoͤdie „Der Geizige“ Publikum das volle 8”

des großen französischen Dichters überall auch „Wir ergreifen die Gelegenheit“, schreibt Goethe im Jahre 1828, „um unsere Herzens⸗ und Glaubensmeinung auszusprechen, daß, wenn einma Komödie sein soll, unter denen, welche sich darin übten und hervorthaten, Molisre in die erste Klasse und an einen vorzüglichen Ort zu setzen

vorzügliches Naturell, Harmonie gelangten!

g entbehrend, die aufregen, ihnen durch frische Lebendigkeit genug zu thun.“ wackere Künstlerschaar des Schiller⸗Theaters bestrebte sich mit Erfolg,

gab;

Fräulein Frau Schramm; Rudolf Thiele: Herr Purschian; Bertha Hollmann:

Frau von Hochenburger; Praschky: Herr V mädchen: Fräulein Fianhrasch 8

Den Othello spielt Herr Matkowsky,

Vorstellung vor den Am Montag, Dienstag und Mittwoch finden Wiederholungen

des Theaters findet am „Hamlet“

Woche das bengen Gustav Kadelburg wiederholt.

dem Spielplan. Vorbereitet wird die Operette

thätigkeits. Matinse auf Sonntag, den bereits genannten Künstlern

Reusch, der zur

soeben ihren Verwaltungsbericht für 1897 veröffentlicht.

eine hoch erfreuliche aufgekommen, darunter 99 180 fortlau

38 134 ℳ, in

und Telegraphenbeamten

Anstalten (ohne gegen 49,2 % 0im sind im Jahre 1897 aus Töchterhortmitteln 1544 in Gesammthöhe von 67 354 gezahlt worden, Grund selbständiger Bewilligungen der Stiftungs⸗Bezirksausschüsse. Einbegriffen sind 124

Im Sommer 1898 sollen 4000 gewendet werden. erheblichen Leistungen für Unterstützungszwecke mals beträchtlich vermehrt, nämlich um 55 389 ℳ;

Saatenstand in Serbien.

Nachtichten aus Belgrad zufolge kann der Saatenstand des Königreichs Serbien im Großen und Ganzen ein verahasthe⸗ genannt

8 sehr 1 nur im Timok⸗ ise bei Ukitze infolge der Dürre in den letzten schwächer. Die Wintergerste reift bereits, und es 8 in

nitt

stellenweise zeigt sich

e Gewitter brachten Hagel und Schloßen, wodurch Wranjaer und

arg beschädigt wurden.

U

Theater und Muftk.

Schiller⸗Theater.

Erstaufführung vor den Ferien ging gestern Molidre's e’“ in Scene und fand bei dem zahlreichen b erständniß, welches diesem musterhaft klar mit treffsicherer Charakterzeichnun versehenen Werk eute noch begegnet.

as kann man mehr von einem Künstler sagen, als daß sorgfältige Ausbildung bei ihm zur vollkommensten „Dies Zeugniß geben ihm schon über ein seine Stücke, die ja noch, obwohl seiner persönlichen talentvollsten, geistreichsten Featthr uch di

ung die erforderliche frische Lebendigkeit zu verleihen. e Rolle des Harpagon war Herrn Thurner an r dem Geizhals ein individuelles, charakteristisches nur zuweilen gerieth er in den Fehler, nach komischen Wirkungen zu haschen. Eine

Frosine im Sinne Molière’s war dagege .

kein Wort, keine Miene, Er. e.

wollten Charakterbildes abgewichen wäre.

S Frurden von n erren Froböse und Bach mit munterer Natürlichkeit wiedergegeben.

Die Herren Schmasow, Joseph, Mährdel und Andere ergänzten das

keine Geberde, die von dem Stil des ge Die jüngeren Elemente des

Damen Levermann und Meyer, von den

das beste.

Im Königlichen Opernhause geht am Montag „Sieg⸗

fried“ (III. Abend von Richard au7, P. e. Fies

des Nibelungen“) mit Herrn Ernst Kraus in der Titelrolle in Scene. Im übrigen Wanderer (Wotan): Frau Goetze; Waldvogel: Fräulein Dietrich. Kapellme

Im Neuen Königlichen Opern⸗Theater wird morgen

Bühnenfestspiel „Der Ring

lautet die Besetzung: Mime: Herr Lieban; Herr Bachmann; Brünnhilde: Frau Sucher; Alberich: Herr Schmidt; Fafner: Herr iister Dr. Muck

„Die Stumme von Portici“ gegeben. Im Garten

findet von 4 Uhr ab großes Militär⸗Konzert statt. Im Königlichen

findet morgen eine „Mutter Thiele“ von Adolph LArronge Besetzung statt: Fritz von Harder: Herr e, seine bran Fräulein Abich; Betty, beider 1 Kausner; Johanna, verw. Thiele:

Schauspielhause von

ollmer; Marie, Dienst⸗ Am Montag gelangt Shake⸗ der Mohr von Venedig⸗ zur Auf⸗

den Jago esdemona Frau von Hochenburger. h iller⸗Theater geht morgen als letzte Sonntags⸗ Ferien Hans Olden's Lustspiel „Thielemanns“ in

rspiel „Othello,

Lustspiel „Der Geizige“ statt.

Es sind dies die drei ungen der diesjährigen Spielzeit. 8 ;

Die Wiedereröffnun I“ mit einer Aufführung . att.

ng⸗Theater wird auch an allen Abenden der nächsten „Im weißen Rößl“ von Oskar Blumenthal und Am nächsten Sonntag findet die letzte erien statt. Am Sonntag, den 7. August, wird

le⸗Alliance⸗Theater bleibt der Schwank „Ein von C. Laufs die ganze nächste Woche hindurch auf „Mannschaft an Aufführung ge⸗

r den

das Theater mit demselben Lustspiel wieder eröffnet.

in Berlin seit Jahren nicht zur

denz⸗Theater wird die für morgen geplante Wohl⸗ den 3. Juli, verschoben. Außer wird in dieser Matinée noch das ebte Mitglied des Residenz⸗Theaters Herr Hubert r Zeit am Wiener Carl⸗Theater thätig ist, in der in „Liebelei“ mitwirken.

lia⸗Theater wird das Wiener Ensemble morgen

und die ganze ste Woche hindurch den Schwank „Im SS fübrung ringen. mit allgemeinem Beise

Fräulein Hansi Riese singt darin die all aufgenommene Chansonnetten⸗Einlage.

16 Mannigfaltiges.

dem Protektorat Ihrer Majestät der Kaiserin und de Stiftung Töchterhort“ für verwaiste Reichs⸗Post⸗ und Telegraphen beamten hat Danach ist wickelung der Stiftung auch im abgelaufenen Jahr gewesen. An 5 nd 109 156 fende Beiträge. Die fortlaufenden

114“

diesen Einnahmen hinzu.

Spenden rühren von 53 110 Personen her (1896: 50 511), und zwar

Beamte 61 046 gezahlt, 31 026 Unterbeamte durchschnittlichen Monatsbeträgen von 23 N Von den überhaupt vorhandenen Reichs⸗Pofr⸗ len (ohne Posthilfstelen⸗Inhaber macht regelmäßig Spendenden 39,2 % aus, von den 42,2 %,. Von den Post⸗ und Telegraphen⸗ ilfsstellen) sind als betheiligt nachgewiesen orjahr. An Unterstützungen

darunter 1246 mit 40 808 auf

1 fortlaufende Unterstüzungen mit 18 170 14 530 ℳ). Auf verwaiste Töchter unter 18 Jahren

kamen 162 einmalige Unterstützungen mit zusammen 7513 und hiervon 2961 zur Unterbringung bon 57 kränklichen Kindern in Sommer⸗

luß an bestehende Ferienkolonien oder in Kinderheil⸗, 1 zu dem Zweck auf. Das Kapitalvermögen hat sich ungeachtet der im Berichtsjahr aber⸗

es betrug Ende der Un

ℳ, worunter 159 727 Anther